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Test: Gibson, Custom SG Standard VOS, E-Gitarre


Gibson SG Custom

Der Name Gibson Custom steht seit jeher, ebenso wie Fender Custom, für handgefertigte Gitarren auf höchstem Niveau. Nun hat das Musikhaus Thomann ein weltweit auf fünfundzwanzig Stück limitiertes SG-Modell ins Sortiment aufgenommen, das exklusiv nur dort erhältlich ist. Der Schwerpunkt bei dieser Auflage des Gibson-Klassikers liegt auf der Bezeichnung „VOS“ (Vintage Original Specs), die für originalgetreue Ausstattungsmerkmale der 1961 erschienenen Ur-SG steht.

-- Gibson SG Standard VOS Custom --

— Gibson SG Standard VOS Custom —

Auf den ersten Blick

Die SG Standard VOS wird inklusive Gibson Custom-Case ausgeliefert, das im Vergleich zu dem der Standard Modelle nicht nur robuster ausfällt, sondern auch ein Zahlenschloss besitzt. Ein beigelegtes Zertifikat des Instrumentenbauers beweist die Herkunft und Echtheit der Gitarre, was angesichts der vielen Fälschungen, die es von alten Gibson Gitarren auf dem Gebrauchtmarkt gibt, Sinn macht.

Charakteristisch für die SG – das Kürzel steht übrigens für Solidbody Guitar – ist der schmächtige Mahagonikorpus mit seinen zwei spitzen Cutaways. Auch der dreiteilige Hals besteht aus Mahagoni und ist mit dem Korpus verleimt, beide sind mit dem SG-typischen Dark Cherry Finish versehen, lediglich die Oberseite der Kopfplatte hat eine schwarze Lackierung. Für die Fertigung des zweiundzwanzigbündigen Griffbretts wird Ebenholz verwendet, in welchem Trapez-Inlays aus Perlmutt eingelassen wurden. Gesäumt wird das Griffbrett von einem cremefarbigen Binding. Wie bei einer Les Paul beträgt die Länge der Mensur 62,9 Zentimeter, während der Hals auf Höhe des Sattels eine Breite von 4,2 Zentimeter besitzt. Zur Tonabnahme dienen zwei Humbucker mit verchromten Kappen, die jeweils über einen Volumeregler und eine Tonblende verfügen und via Dreiweg-Toggle einzeln oder gemeinsam angewählt werden können. Die Potis sind mit schwarz-silbernen Knöpfen in Hutform bestückt, während der Knopf des Toggle in einem farblich recht unpassenden, dafür aber originalgetreuen Orange erstrahlt.

Aus vier Lagen Kunststoff besteht das schwarze Schlagbrett, dessen angeschrägte Seiten das Aussehen eines Nadelstreifen-Bindings haben, da die zweite und vierte Lage weiß ist. Die Kopfplatte wirft zunächst ein Rätsel auf, denn neben dem Gibson-Logo und einer schlichten Perlmutverzierung, die einer Krone ähnelt, wird sie auch von einem Les Paul-Schild geschmückt. Das es sich hierbei um keine Les Paul handelt, muss wohl nicht erklärt werden, historisch betrachtet ist dieses Logo aber völlig korrekt, denn die SG wurde bei ihrer Markteinführung noch als Les Paul Solidbody angeboten, erst später erhielt sie ihren eigentlichen Namen.

-- Kopfplatte mit Les Paul-Emblem --

— Kopfplatte mit Les Paul-Emblem —

“Vintage Original Specs“

Bei der Umsetzung der „Vintage Original Specs“ ist das heute sehr beliebte Aging-Verfahren nur dezent angewendet worden, auf das künstliche Erzeugen von Gebrauchsspuren, Macken und Kratzern, wurde glücklicherweise verzichtet. Vielmehr macht die Gitarre den Eindruck, als hätte man ein fast ungespieltes Instrument nach 50 Jahren auf dem Dachboden wieder gefunden, denn nur der natürliche Alterungsprozess der Materialien wurde imitiert. Der Lack ist sehr matt, so als wäre er schon unzählige Male aufpoliert worden, und auch die Chrom-Legierung der Tonabnehmerkappen, sowie der Tune-O-Matic Bridge samt Tailpiece, wirkt leicht angelaufen und ausgeblichen. Lediglich das Nickel der gekapselten Mechaniken wurde nicht auf alt getrimmt, dafür handelt es sich aber um eine Neuauflage der Kluson Deluxe-Mechaniken, deren charakteristische tulpenförmige Flügel früher die Kopfplatten aller Gibson-Gitarren zierten. Optisch entsprechen sie ihren Vorbildern, jedoch befinden sich unter den Kapseln moderne Getriebe aus dem Hause Göldo.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    harrymudd ••••

    Wieder ein Test mit zweifelhaftem Charakter.
    Während im Text beschrieben wird wie toll die Verarbeitung ist Zitat ‚Gerade kleine Unsauberkeiten an Materialübergängen, die bei den günstigeren Modellen zum Beispiel häufig am Binding oder Lack auftreten‘ Zitat Ende zeigt das Detailphoto auf Seite 2 vom Griffbrett bei 2 Bünden und Binding genau die Unsauberkeit, die bei einer Standard SG eben mal auftreten können, aber bei einer 3000€ SG nicht vorhanden sein dürfen. Gibson weiß seine Markststellung zu nutzen, um uns Käufern mit tollen Modellbezeichnungen wie VOS zu umgarnen, lässt mittlerweile aber selbst bei den hochpreisigen Modellen die Qualitätssicherung zu oft beide Augen zudrücken.
    Und ich wiederhole meine Kritik an den Amazonatests: Ihr seid leider auf dem Weg zu dem belanglosen Geschreibsel, mit dem die Printmedien seit Jahren die Werbebroschüren der Hersteller abschreiben und diese dann als ‚Test‘ titulieren.
    Schade

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