Test: Jomox ModBase 09, Eurorack Bass Drum Module

15. Februar 2019

Wieviel Bassdrum braucht der Mensch?

jomox modbase 09

Das Jomox ModBase 09 ist ein Modul für das Eurorack-Format und bietet als Bassdrum-Modul eine Fülle von tieffrequentem Schlagwerk an. Der Hersteller Jomox wendet sich dabei nicht nur an die Freunde von Modularsystemen, sondern auch an Schlagzeuger, die live auf der Bühne oder im Studio analoge Drumsounds triggern möchten. Die Bassdrum-Sounds werden analog erzeugt, eine digitale Klangquelle steuert weitere perkussive Elemente auf Wunsch dazu. Das alles ist auf 100 Plätzen speicher- und wieder abrufbar.

Übersicht und Aufbau des Jomox ModBase 09 Moduls

Das Modul ist mit 20 TE relativ breit, bietet hierdurch jedoch genügend Platz für acht Potis, die der Klanggestaltung dienen. Diese lassen sich bequem bedienen und es ist ausreichend Platz für die Beschriftung.

jomox modbase 09

Wer sich mit analoger Drumsound-Erzeugung auskennt, wird mit den acht Reglern sicher sofort etwas anfangen können. Der VCO wird über den Tune-Regler gestimmt. Pitch steuert die Intensität der Pitch-Hüllkurve (z. B. für den typischen TR-909 Sound). Decay sorgt für das entsprechende Abklingen des Sounds, Harmonics verändert die Obertöne des VCOs. Pulse, Noise und Attack stehen in unmittelbarem Zusammenhang und formen den „Kick“ des Klangs. Der EQ zu guter Letzt besteht aus einem flachen Filter. Wird dieses eingesetzt, klingt die Bassdrum in Richtung TR-808, der Klang wird runder und dumpfer.

Der Parameter Noise kann über den Menüpunkt Metal Noise verändert werden. Hier werden per Menü durch zwei unterschiedliche Generatoren digitale Rausch- und geräuschhafte Klänge erzeugt und als Attack der Bassdrum zugemischt. Dies erzeugt zusätzlich eine große klangliche Vielfalt an Bassdrum-Sounds.

Zwei LFOs stehen zur Verfügung, mit unterschiedlichen Schwingungsformen. Die LFOs starten auf einen Noten-Trigger immer wieder neu und lassen sich dadurch auch wie eine Quasi-Hüllkurve nutzen. LFO 1 lässt sich zum Modulieren der Pitch-Werte oder der Metal-Noise Klänge anwenden, LFO 2 ist fest für die Pitch-Modulation vorgesehen.

Im unteren Bereich des Moduls befinden sich die Eingänge für Trigger und Gate sowie 4 CV-Eingänge, ein linearer FM CV-Eingang und ein Audioausgang. Über den FM CV-Eingang kann der Bassdrum VCO von außen moduliert werden.

Die Eingänge für Trigger und Gate unterscheiden sich in der Anwendung dahingehend, dass im Eurorack-Betrieb der Gate-Eingang genutzt wird, dieser arbeitet nicht dynamisch. Über den Trigger-Eingang kann das Modul anschlagsdynamisch angesteuert werden, was für Schlagzeuger interessant ist, die ein elektronisches Drum-System aufbauen wollen.

ModBase 09

Die CV-Eingänge steuern beliebige Klangparametern oder die LFOs und werden im Menü den Zielen zugeordnet.

Auf der linken Seite befindet sich das Menü mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten und zentral angeordnet befindet sich ein dreistelliges 7-Segement LED-Panel. Über die Anzeige wird einerseits die Nummer des aktuellen Presets angezeigt, andererseits erhält man hier Auskunft über die Parameter und deren Werte im Menü. Zur Bedienung des Menüs muss das Handbuch zumindest anfangs konsultiert werden, ansonsten fällt es schwer, die Struktur zu erfassen. Aber keine Angst, es ist nicht kompliziert, es muss nur einmal verstanden sein.

jomox modbase 09

Jomox ModBase 09 – Kommunikation

Das Modul verfügt über ein Jomox-eigenes Bus-System, um mehrere Module zu einem Drum-System zusammen zu schließen. Zusätzlich gibt es Buchsen für MIDI In und Out auf der Unterseite, um das Modul auf „klassische“ Art und Weise von außen zu steuern bzw. Preset-Daten extern zu speichern. MIDI Out funktioniert gleichzeitig als MIDI Thru und schleift MIDI-Daten zu weiteren Geräten durch. Alle Klangparameter sowie die LFOs von ModBase 09 lassen sich per MIDI fernsteuern und zum Beispiel in einer DAW automatisieren.

Menü und I/O

Jomox ModBase 09 – Wie viel Bassdrum braucht der Mensch?

Bumm, Boom, Beong, Biung, Woom, Donk, Gonk, Bup, Pong, Klonk, Bap, Bong, … beim ersten Durchhören habe ich mich ungefähr nach der 20. Bassdrum gefragt, wie viel analoge Bassdrum-Sounds braucht man eigentlich? Das Modul beantwortet die Frage von ganz allein und es ist nur eine Frage der Einarbeitung:

Mit der ModBase 09 lässt sich so ziemlich jeder vorstellbare analoge Kick-Sound erzeugen, der mir in den Sinn kommt. Die klangliche Flexibilität ist enorm, das Klangbild satt und druckvoll. Es gibt so viele Facetten in Klang und Modulation, dass die Anzahl von 100 Speicherplätzen nicht übertrieben ist. Wer ein analoges und modulares Drum-System aufbauen möchte, braucht für die Kick-Drums aus meiner Sicht nur dieses eine Modul.

jomox modbase 09

Fazit

Mit dem ModBase 09 Modul erhält der geneigte Drum-Enthusiast und Eurorack-Musiker ein ausgereiftes Bassdrum-Modul, das die jahrelange Erfahrung im Bau von analogen Synthesizern und Drum-Machines der Firma Jomox widerspiegelt. Es ist klanglich äußert flexibel und in der Klangformung intuitiv bedien- und spielbar. Nach kurzer Einarbeitungsphase und dank der guten deutschsprachigen Bedienungsanleitung lässt sich viel „Bumms“ aus dem Modul rausholen.

Dank der vier CV-Eingänge integriert sich ModBase 09 gut in die Modularwelt, aber auch durch die vorhandenen MIDI-Schnittstellen kann über MIDI-Controller oder DAW das Modul umfangreich gesteuert werden.

Einziger Wermutstropfen ist für mich die Größe des Moduls, das mit 20 TE relativ viel Platz im Eurorack einnimmt.

Plus

  • große klangliche Vielfalt
  • druckvoller Sound
  • flexible Steuerungsmöglichkeiten

Minus

  • Mit 20 TE relativ breites Modul im Eurorack

Preis

  • Ladenpreis: 399,- Euro
Forum
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    lightman  AHU

    Gut und schön, aber eine Kick für knapp 400 Euro? Ich weiß ja nicht… scheint mir ein bißchen teuer zu sein für das, was man kriegt.

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      Marco Korda  

      Zugegeben 400 Euro ist ein stolzer Preis, aber wer die mal gehört hat… zuckt sofort zum Portemonnaie….

      Aber es gibt eine Alternative: das Tischmodell MBase11 kaufen, das ist billiger, aber hier kann man nicht so flexibel werkeln wie mit dem Modularteil mit den Patchbuchsen. Andererseits finde ich, muss man das auch nicht unbedingt bei einer Bassdrum. Die von Jomox ist so fett (MBase 11), m. E. reichen die für zahlreiche Anwendungen.

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        pol/tox  

        Solange man sich nicht finanziell übernimmt soll das Ohr entscheiden, und wie Marco sagt, die Jomox Bassdrum ist ein Portmonnaie-Öffner.

        Mir fallen ein paar Eurorack Kicks für’s halbe Geld ein, die klingen im Vergleich aber auch nur halb (übertrieben formuliert).

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          Marco Korda  

          Ich fand die TipTop Audio BD ziemlich knallig, aber ich glaube, die kann vorwiegend 909-artige Sounds, as far as I remember…

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        lightman  AHU

        Wenn ich ein Modularsystem hätte, würde ich es mir nicht nehmen lassen, meine Drums und Percs selbst zu erstellen/synthetisieren. Kicks zu machen ist nicht gerade schwierig, im Prinzip reichen dazu zwei OSCs, einer für den Anschlag, der andere für den „Bauch“, sowie ein Filter mit Eigenresonanz und je eine Hüllkurve. Je nach Geschmack kann man da noch diverse Elemente hinzufügen oder zwei solche Kicks layern, da ist dann alles von frühe Blipblop-Sounds über TRx0x bis zu moderneren Klängen möglich.

        Klar, Jomox bauen gute Sachen, bin mir sicher, daß das hier vorgestellte Modul was kann, aber den Preis finde ich einfach zu arg. Stell‘ dir mal vor, wenn die noch weitere Module dieser Art rausbringen, da biste dann mit einem Mini-Kit mit Kick, Snare, Hihat und Tom bei 1600 Euro…

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          Marco Korda  

          Ja, und genau aus dem Grund kauft man sich dann die AlphaBase…. dann hat man noch mehr davon.

          Aber ich gebe dir recht, mit Modularsystem kann man das bauen, aber ob du es so hinbekommst wie von Jomox hängt von wiederum hochwertigen Komponenten ab, die du bereits genannt hast. Und ich wette, die kosten dann mehr als 400 Euro. (Klar, man kann die auch für anderes benutzen)

          Unter dem Strich steht: will man eine fette, gewaltige BD, ohne selbst viel herumzufrickeln, ist man mit dem Modul gut bedient. Das hat man dann teuer bezahlt, aber so ist das mit der Qualität. Die kostet nun mal….

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            lightman  AHU

            Wenn jemand nicht lange rumfrickeln will, ist ein Modularsystem wohl kaum die richtige Wahl.

            Ja, Qualität kostet, das möchte ich nicht anzweifeln, wohl aber die Rendite aus dem Kauf eines solchen Moduls. Egal ob Jomox wer auch immer, eine Kick ist kein Zauberwerk, dafür 400 Steine rauszurollen scheint mir mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Für das Geld kann ich mir eine Reihe von Dingen vorstellen, die für mich deutlich ersprießlicher wären, und das sage ich als jemand, der auf geile Kicks großen Wert legt.

            Bezüglich Modularsystemen hab ich’s halt nicht so mit fix-und-fertig-Modulen, damit vergibt man sich doch den ganzen Spaß der persönlichen Klangfindung.

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              Marco Korda  

              Okay, dann mal los, machen wir es konkret:

              sag mal, welche Module du verwenden würdest. Wir brauchen brauchbare Oszills, schnelle Hüllkurven und ein markantes Filter, ggf. auch Dynamik, um es mit Jomox vergleichen zu können, denn die benötigen kaum Nachbearbeitung

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                lightman  AHU

                Ich hab da nicht so den Überblick. Würde das mit Doepfer-Modulen lösen (1x VCO, 1x WASP-Filter, 1x Hüllkurve) und mit meiner 626 triggern, aber eben nicht speziell dafür ein Modul kaufen. Ich denke, da läge man preislich so um die 250 bis 300 Euro, wobei damit aber auch tonale Sachen möglichen sind, und das WASP-Filter ist ja sowieso gebucht (zumindest bei mir).

                Meine 202 macht übrigens auch eine sehr überzeugende Kick, hab ich früher bei Livegigs oft dafür eingesetzt. Ohne Bearbeitung boomt sie schön, mit Kompressor und EQ kann es dann Richtung distorted 909 und Kollegen gehen.

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    Anthony Rother  

    Die Jomox Bassdrum ist wirklich über jeden Zweifel erhaben. Es gibt keine flexiblere und besser Bassdrum am Markt. Die Jomox Bassdrum ist ein Klassiker und steht für mich mit 909, 808 und Simmons in einer Reihe von Klassikern. Für den Preis bekommt man eine Bassdrum die keine Wünsche offen lässt… und die MBase11 gibt es gebraucht schon für die Hälfte… Boing Peng Bumm Tschak…

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      Saegezahntiger  

      Besser ist immer subjektiv. Ich habe z.B. noch die Audio Damage Boomtschak und Hexinverters Mutant Machine, evtl. sogar noch n tickn flexibler, besonders da man bei diesen auch noch snares u.a. hinbekomt, wobei da jedes Modul auch seine Spezialbereiche hat, welche das Andere nicht abdeckt. Audio Damage Neuron und die SSF Entity Bass Drum müsste man da auch noch nennen. Alle nicht billig, aber bevor ich mir zig Drummaschines hinstelle, bastel ich mir auch lieber ne modulare, kann aber jeder nach seiner Fasson entscheiden, das ist ja das Tolle. Besonders das Boomtschak ist für Kickdrums sehr flexibel und knallig. Ich mach aber auch gern Kicks mit einem Rossum Evolution Filter, da kommen so flexible Kicks raus, eigentlich braucht man im Technobereich nicht mehr. Das Gute am Jomox Modul ist im Gegensatz zu den anderen Modulen, dass man einen Speicher hat.

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    8-VOICE  AHU

    Sicher gut, aber für diesen Preis erhält man ein komplettes Reason 10 mit hunderten Bassdrums und Kicksynths…

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        8-VOICE  AHU

        In den 90’s hatte ich mal eine Jomox, war schon toll, aber das Rauschen der Snare war bei meiner nicht so der Hit, unnatürlich…

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    Panorama

    Neben der Bassdrum noch von Intellijel den Plonk daneben ins Case Schrauben und zack….. Hat man fuer knapp 800 Euro eine komplette einzigartige und fette Drumstimme die ein kein 2000 Euro Drumcomputer geben kann……. Musik ist ein teures Hobby….. Kann nicht verstehen warum hier bei dem Preis gemeckert wird….. Man kauft sich hier highend Audio Technik…. Preis fuer den Sound bzw fuer die Qualität der Technik ist mehr als angemessen……

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