Test: Korg EK-50, Entertainer Keyboard

26. Dezember 2018

Günstiger Einstieg für Entertainer

Korg EK-50

Korg EK-50

Mit dem EK-50 rundet Korg seine Serie von Arranger- und Entertainer-Keyboards nach unten hin ab. Das EK-50 ist das derzeit günstigste Keyboard, um in diesem Bereich bei Korg einzusteigen. Die letzten Tests der Entertainer-Oberklasse haben gezeigt, wie nah diese mittlerweile an den Workstations der Hersteller dran sind, von den berüchtigten „Tischhupen“ kann man da schon lange nicht mehr sprechen. Doch wie verhält sich das im Einsteigersegment und was leistet solch ein günstiges Keyboard in der Praxis? Das wollten wir wissen, das Resultat erfahrt ihr im Test.

Wie macht sich das Korg EK-50 optisch?

Schlicht und dezent hat Korg das EK-50 Keyboard gehalten, optisch gibt es hier also keine Ausreißer, alles ist in Schwarz gehalten. Dennoch macht das Keyboard einen etwas „bulligen“ Eindruck, was daran liegen mag, dass die Bedienoberfläche ein gutes Stück nach vorne geneigt und das Gehäuse am hinteren Ende entsprechend hoch ist. Die Maße des EK-50 belaufen sich auf 994 x 332 x 132 mm, hinsichtlich des Gewichts passt das Keyboard mit 7,5 kg in die Fliegengewichtsklasse. Das Gehäuse ist aus Kunststoff gefertigt und macht einen soliden Eindruck.

korg ek-50

Eindruck schinden auch die beiden Einlässe links und rechts der Bedienoberfläche. Diese gehören zum internen Lautsprechersystem, das eine Leistung von 2x 1o W bietet. Das System besteht aus zwei 4,7 Zoll Doppelkonus-Lautsprechern plus zwei Bassreflex-Einlässen. Der Klang ist satt und verzerrt auch bei hohen Lautstärken nicht. Die Lautstärke reicht für das Üben oder eine Probe aus, in größeren Räumlichkeiten sollte man auf eine externe PA nicht verzichten. Grundsätzlich haben es die Hersteller in den letzten Jahren geschafft, auch Keyboards mit wenig Masse einen guten Sound zu spendieren, das sah bzw. hörte sich vor einigen Jahren noch ganz anders an. Um den Klang des Keyboards an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen, stehen hierfür acht feste EQ-Presets zur Auswahl.

Die Bedienoberfläche ist klar gegliedert und schnell verstanden. An der Oberkante hat Korg eine Übersicht zu Styles und Sounds aufgedruckt, ausgewählt wird dann alles entweder numerisch, per Cursor-Rad oder +/- Tasten. Schneller geht der Wechsel per Kategorie-Taste, hier springt man im Handumdrehen von einer zur nächsten Kategorie. Ein LC-Display gibt stets Auskunft über die aktuellen Einstellungen, spätestens hier merkt man jedoch, dass das EK-50 der Einsteigerklasse entspringt, denn im Vergleich zur Mittel- oder Oberklasse sieht das hier schon ziemlich einfach und rudimentär aus.

korg ek-50

Direkt oberhalb der Tastatur besitzt das EK-50 die Bedienelemente für die Steuerung der Begleitautomatik und Set-Listen. Auf der Bedienoberfläche gesellen sich dazu diverse Drucktaster für globale Funktionen wie Transpose, Parts, Volume, Power, Split, Metronom, und Tempo.

Pitchbend und Modulationen lassen sich über einen 4-Wege-Joystick realisieren.

Anschlüsse und Tastatur des Korg EK-50

Als Audioausgang setzt Korg beim EK-50 auf zwei 6,3 mm Klinkenbuchsen sowie einen 3,5 mm Kopfhörerausgang. Externe Zuspieler wie Smartphone, Tablet oder MP3-Player lassen sich über einen Audioeingang in Form einer 3,5 mm Klinkenbuchse einspeisen. Ein Pedal lässt sich am EK-50 betreiben, ebenso verfügt das Keyboard über zwei USB-Ports. Einen für die Verbindung zum Computer, einen für den Anschluss von USB-Speichermedien.

korg ek-50

Die 61 Tasten des EK-50 sind leichtgewichtet sowie anschlagsdynamisch und vermitteln ein gutes Spielgefühl. Entertainer-typisch fällt die Gewichtung eher moderat aus. Die Anschlagskurve lässt sich in drei Stufen einstellen.

Sounds des Korg EK-50

Eine maximale Polyphonie von 64 Stimmen bietet das Keyboard von Korg, das reicht für diese Preisklasse auch vollkommen aus. Größere Keyboards bieten hierbei meist 128 oder mehr Stimmen. Mit über 700 Sounds und 41 Drumkits ist das EK-50 klangtechnisch sehr umfangreich ausgestattet. Als Entertainer benötigt man ein sehr breites Spektrum an Sounds und genau dies bietet das EK-50 auch. Es ist anzunehmen, dass Korg beim EK-50 auf Sounds der nächst höheren Klasse zurückgegriffen hat, d. h. man kann davon ausgehen, dass man eine Vielzahl von Sounds auch in den Modellen Pa300 oder Pa600 wiederfindet.

Letztlich sorgt dies aber dafür, dass die Klangqualität des EK-50 erstaunlich hoch ist. Auch wenn das Lautsprechersystem des EK-50 gute Dienste verrichtet, sollte man sich den einen oder anderen Sound über gute Kopfhörer oder PAs anhören, dann zeigt sich oftmals, wie viel Potenzial in den Sounds steckt. Das klingt definitiv nicht nach Discounter-Keyboard, sehr gut.

korg ek-50

Zum Repertoire des EK-50 gehören alle klassischen Instrumente eines Entertainer Keyboards. A- und E-Pianos, Mallets, Gitarren, Bässe, Streicher, Bläser oder Synthesizer-Sounds, alles ist an Bord. Die Qualität ist wie gesagt insgesamt sehr hoch.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Stephan Merk  RED 1

    Moin Felix, danke für den schönen Bericht. Was die Klangerzeugung angeht, hatte ich mich vor einiger Zeit mal in die Demos eingehört. Einige sind dabei zum Pa80 deckungsgleich, so dass ich nicht auf die EDS-X-Synthese tippe, sondern eher sogar noch die Hi-Synthese der älteren Pa-Modelle, microARRANGER und Liverpool vermute, dafür spricht auch die geringere Oszillatorenanzahl. Bei den Werks-Demos höre ich keine signifikante Klangsteigerung zum Pa80 heraus, aber es mag durchaus sein, dass man manche Samples und Effektmodelle aus neueren Generationen einsetzt. Für den Preis bekommt man aber doch sehr viel Keyboard fürs Geld.

  2. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Schon erstaunlich, was man heute für weniger als 500,-€ geboten kriegt. Sounds und Styles sind von hoher Qualität, Style-Elemente können nach eigenem Geschmack neu gemischt werden. Durch den Joystick kommt auch etwas Synth-Feeling auf, sehr schön. Leider hat man auf MIDI-Buchsen verzichtet, was ich für eine Unsitte halte…

    • Profilbild
      Ted Raven  AHU

      Da der Trend klar von DIN- zu USB-Anschlüssen geht, empfehle ich für solche Fälle einen USB-MIDI-Host. Der Mode Machines Cerebel USB dürfte derzeit mit 59 € der preisgünstigste sein. Qualitativ nehmen sich die drei (Kenton Midi USB Host, Miditech USB MIDI Host und der genannte Cerebel) meiner Meinung nach nichts, nur die Preise unterscheiden sich um bis zu 110 %.

      Mir gefällt es auch nicht, dass immer weniger MIDIfähige Geräte DIN-MIDI haben. Ich besitze ein Roli Seaboard Block, und ein Line6 FBV Express MKII, die beide nur USB-MIDI haben. Und weil mein präferierter Händler nur Kenton und Miditech auf Lager hatte, habe ich mir den Miditech USB MIDI Host zugelegt und bin damit sehr zufrieden. Was nicht heißen soll, dass ich mit Kenton oder Mode Machines nicht ebenso zufrieden wäre.

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