Test: KRK VXT8


Klangqualität

Die KRK VXT8 fällt direkt durch ein sehr angenehmes Klangbild auf, welches im positiven Sinne nicht „zwischen den Ohren stecken bleibt“, sondern auch angenehm zum Hören von Musik ist. Eine Absenkung des Höhenbereichs ist nicht erforderlich, denn die Box klingt bereits mit der Werkseinstellung ausgewogen.

Der gefällige Klang äußert sich in sehr weichen, angenehmen Höhen, deren Klang im Gegensatz zu den bekannten Aluminium- und Titankalotten steht, die bei der Konkurrenz sehr gerne eingesetzt werden. So angenehm das Höhenspektrum ist, die Detailtreue der Höhen könnte für meinen Geschmack besser sein. Jedoch bietet keine mir bekannte Box in diesem Preisbereich Detailreichtum und angenehmen Klang gleichzeitig! Es ist immer mit ein paar Kompromissen zu kämpfen.
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Die Directivity ist bei seitlichen Kopfbewegungen ausreichend gut. Die übliche Mittenschwäche von Zweiwegesystemen, wie sie bei vielen anderen vergleichbaren Monitoren dieser Preislage auftritt, ist auch bei der VXT8 vorhanden. Die Detailauflösung ist generell gut, lässt aber die ein oder andere Eigenheit von manchem Audiomaterial nicht klar erkennen.

Der Bassbereich ist für meinen Geschmack etwas zu stark ausgeprägt aber gleichzeitig nicht übermäßig trocken. Es ist also eine eher weiche und runde Bassabbildung, was vielen Musikstilistiken entgegenkommt, eine exakte Kontrolle des Basses jedoch erschwert. Natürlich spielt hier der Raum, indem abgehört wird, eine sehr große Rolle.

Der Grundklang der Box ist charakterlich ganz anders als bei den Konkurrenten Genelec 8040 oder ADAM A7X, die beim Test gegenüberstanden. Gegenüber einer Mackie HR824 MKII kann sich die VXT8 in allen Bereichen klar positiv abgrenzen, und sowohl bei den Genelec als auch bei den ADAM sind die Höhen vom Werk aus für meine Ohren viel zu stark ausgeprägt. Das Klangbild der VXT8 ist wirklich angenehm unanstrengend und eignet sich sehr gut zum Komponieren oder bei allen anderen Anwendungen, bei denen es nicht um messerscharfe analytische Aufgaben geht. Nicht jeder Monitor muss zum analytischen Abmischen geeignet sein, denn super-analytischer Klang kann auf Dauer auch auf die Nerven gehen.
Ich empfehle jedoch vor dem Kauf die Kandidaten in Ruhe zu Hause im Vergleich zu testen. Fragen sie einfach bei Kaufinteresse bei Ihrem Einzelhändler nach.

Fazit

Der KRK VXT8 Monitor ist ein sehr angenehm klingender Nahfeldmonitor und setzt klare Akzente gegen die allzu analytisch klingenden Mitbewerber. Mit diesen Monitoren kann man lange während der Komposition, Aufnahme und beim Editing arbeiten, ohne dass das Gehör zu stark ermüdet. Ich persönlich würde dann beim Abmischen (Equalizing, Kompression, Lautstärkenverhältnisse, Raumeffekte) zu einem anderen, analytischeren Modell greifen oder zumindest mit einem gutem Kopfhörer gegenhören.

Plus

  • hervorrangende Verarbeitung
  • angenehmer, weicher Klang
  • überdurchschnittliche Ausstattung

Minus

  • klangliche Details

Preis

  • UVP: 713,- Euro
  • Straßenpreis: 550,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    darrien

    Irgendwie suggeriert mir der Text, die VXT8 würden die A7X übertrumpfen. Trotzdem erhalten die A7X die bessere Wertung. Ausserdem geht die VXT8 gemäss Specs noch etwas tiefer im Frenquenzspektrum, welches für mich im elektronischen Genre wichtig ist und gut definiert sein sollte.

    Letzten Endes nur Geschmacksache (der angesprochene Klangcharakter) oder wie ist das zu werten? Wo ist der Haken gegenüber der A7X, welche die Bewertung so unterschiedlich ausfallen lässt?

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      t.walter  AHU

      Ich finde nicht, dass die VXT8 die A7X übertrumpfen, eben weil die VXT8 klanglich komplett anders sind. Nimm einfach die Testberichte nur als Grundlage für Deine Entscheidung. Diese musst Du aber auf jeden Fall selber mit einer direkten Gegenüberstellung fällen, das kann Dir keiner abnehmen. Mein Tipp dabei: Probiere mal bei den Höhen verschiedene Einstellungen aus! Meiner Erfahrung nach wirst Du die Höhen der A7X etwas zurücknehmen müssen. Oder andersrum die Höhen der VXT8 etwas anheben müssen.
      Was die Bewertung angeht: Die ist leider nicht fein genug abgestuft, und so hat die VXT8 dort eben einen Stern weniger.

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    Onkel Sigi  RED

    Griass euch, Mitanand!

    In meinem Studio habe ich seit zwei Jahren die kleine Schwester Namens VXT4 in Verbindung mit dem Subwoofer 10s. Zudem habe ich mir die VXT 8 auch einmal in einer ausgiebigen Hörsitzung angehört. Ich kann die Aussagen von Thorsten im Großen und Ganzen bestätigen, allerdings ist mir über diese zwei Jahre aufgefallen, dass man zumindest über meine eigene Kombination auch über Stunden eine Mischung ohne Unsicherheiten durchführen kann. So angenehm die VXT-Serie auch klingt, eine große BEschönigerin ist sie anscheinend doch nicht, obgleich sie das Klangbild etwas VERschönt.

    Da ich als weitere Abhöre ebenso eine (okay, zwei…. ;-) Genelec 8040 besitze, bestätigt sich mein Eindruck, da es beim Gegencheck auch auf diesem „Seziermesser“ dann fast immer passt. Allerdings ist ein gewisses Einhören auf den KRKs unerlässlich, da sie schon einen ausgeprägten Eigencharakter haben. Für mich sind die VXTs definitiv einer meiner Lieblingsboxen für ernsthaftes Arbeiten am Mischpult.

    Ärgern tut mich aber die Tatsache, dass KRK nach der Übernahme durch einen anderen Audiohersteller aufgrund von Gewinnmaximierung die Produktion in den USA eingestellt hat und die Teile nun aus – na, woher wohl? – kommen. Diese mittlerweile zum Alltagsgeschäft gehörende Shizophrenie lässt mich immer wieder den Kopf kratzen. KRK-Monitore waren auch früher nicht überteuert und konkurrenzfähig.

    Herr Klawitter (Gründer von KRK) hätte seine Nachfolge besser regeln sollen. Aber anscheinend haben heutige Firmeninhaber wenig Interesse an der Zukunft ihrer langjährigen Mitarbeiter. Und dazu gehören auch die Leute, die etwas zusammenbauen und nicht nur die Ingenieur-Abteilung.

    Wollte ich mal gesagt haben.

    Musikalische und grantelnde Grüße

    Siegfried Schöbel

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      Dandy Dust

      Besonders lesenswert. Informationen, die die Produktionsbedingungen, Kundenbetreuung, Unternehmensphilosophien und ihre Umsetzung etc. beleuchten sind für eine Entscheidung ebenso wichtig, wie die Technik. Danke.

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    actionjaxon

    Stecke gerade in Überlegungen zum Monitor Kauf. Bin absolut unsicher ob es ein 2.1 System, also VXT4 & 10S oder doch eher VXT 6 bzw. 8 jeweils ohne Sub werden soll.
    Produziere ausschliesslich elektronische Musik, also gehen die Tiefen Frequenzen recht weit runter was auch für die 8 Zoll Variante sprechen würde. Allerdings ist mein Homestudio sehr klein, ungefähr 15 qm, und die Speaker werden recht nahe an Wänden stehen.
    Ist es da generell ratsam, auf eine Kombi mit Subwoofer zu setzen?

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      t.walter  AHU

      15 qm sind wirklich sehr klein. Die Moden (Eigenschwingungen) des Raums sind dabei relativ hoch angesiedelt und werden den Frequenzgang im unteren Bereich so verbiegen, dass man sie kaum richtig in den Griff bekommen wird. Da der Raum wahrscheinlich auch keinen Platz für massive Bassabsorber bietet (oder?) würde ich in dem Falle eher kleine Boxen verwenden. Wenn es die 8-Zöller sein müssen, kannst Du ja die Bässe etwas absenken. Der Vorteil von 8-Zöllern ist, dass Du sie später in einem größeren Raum ausfahren kannst.

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        actionjaxon

        Die 8 Zoll VXTs hatte ich weniger wegen der Größe des Mitten/Tieftöners in Betracht gezogen, sondern eher aufgrund des breiteren Frequenzspektrums im Bassbereich. Auf einen Sub könnte ich so wohl verzichten, habe ich gedacht.
        An meinen räumlichen Bedingungen wird sich in Zunkunft aber nichts gravierendes ändern, dann dürften wahrscheinlich bereits die 4er & Sub ausreichen?

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          t.walter  AHU

          … aber die Größe des Tieftöners und des Gehäuses geht direkt mit der unteren Grenzfrequenz einher!

          Schau mal in diversen Foren nach, da werden Bassabsorber ausführlich diskutiert. Ich würde in dem kleinen Raum auf jeden Fall etwas in dieser Richtung machen. Wenn Du in den Raumecken keinen Platz hast dann kannst Du noch etwas in den Deckenecken oder Bodenecken machen. Führt hier jetzt aber zu weit, das genau zu beschreiben.

  4. Profilbild
    shegt

    Wenn ich mal meine Meinung in die Runde werfen darf: Ich habe kürzlich sehr ausgiebig diverse Monitore angetestet. Mehrere Stunden, alles von Hörspiel über Klassik bis zu Electronic und extremen Metal.
    Bis dahin sehr stark von der allg. Meinung und Testberichten beeinflusst, dachte ich, die Adam A7X werden alle anderen locker aussstechen. Zur Überraschung gefielen mir aber die (m.M.n. hässlichsten) KRK VXT 6 und 8 am besten. Eine extrem direkte Abbildung von den Höhen bis zu den Bässen, wo die Adams nur undifferenziert wummerten (gleich der Hinweis: ich habe die überarbeiteten A7X gehört, Thema port noise). Die Adams haben eine extrem gute räumliche Abbildung, die auch etwas besser als die KRK sein könnte (durch deren Direktheit war das manchmal schwer zu sagen), aber die Tiefen und unteren Mitten haben mich überhaupt nicht überzeugt. Das machen die KRKs – ich muss es so sagen – um Welten besser. Hört Euch einmal ein paar Metal-Sachen darauf an. Wer DEN Unterschied da nicht hört, der sollte zum Arzt.
    Empfehle jedem, das mal ausgiebig zu testen. Die Unterschiede sind eklatant.
    Hier meine Zusammenfassung:

    ADAM A7X
    Sehr gute räumliche Abbildung (Hall extrem differenzierbar), Mitten oft schwammig, dumpf, Bässe undifferenziert und dumpf.

    KRK VXT6/8
    Extrem direktes Klangbild, räumliche Darstellung evtl. unter den Adams, Mitten und Bässe sehr tight und extrem gut erkenn- und differenzierbar.
    Also hier würde ich erkennen, wo ich im Mix was verbessern muss. Bei den Adams (bei Mitten und Bässen) leider nicht.

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