Test: Output Signal, Software Synthesizer

22. April 2015

The World's Most Powerful Pulse Engine

Nach REV schickt die amerikanische Soundschmiede Output mit Signal ihr zweites Software-Instrument an den Start, welches auf Native Instruments Kontakt basiert. “The World’s Most Powerful Pulse Engine” lautet das Versprechen auf der Website. Doch bevor man sich selbst davon überzeugen kann, muss man erst die 40 GB große Library via Continuata Connect downloaden. Die Installation erfolgt dabei fast von selbst: Einfach einen Ordner auf der Festplatte auswählen und nach Abschluss der Installation über Native Instruments Kontakt das Library-File hinzufügen. Und los geht’s.

Signal User Interface

Signal, das neue Kontakt basierte Software Plug-in von Output, überzeugt durch ein übersichtliches und einfach zu bedienendes User-Interface.

Was zuerst auffällt, ist das übersichtliche User-Interface. Gerade mal vier Fader stechen auf den ersten Blick ins Auge. Doch soviel sei vorweggenommen: Es handelt sich hierbei um Makro-Fader, die jeweils bis zu sechs Parameter gleichzeitig beeinflussen. Das heißt, für alle Soundtüftler gibt es auf übersichtlich organisierten Unterseiten weitere Möglichkeiten der Soundbearbeitung.

Zwischen den Makro-Fadern befindet sich das Herz von Signal: der Pulse Engine Button. Schaltet man die Pulse Engine aus, so kann man sich die in der Library enthaltenen 500 analogen und digitalen Synthisounds sowie Samples von Live-Instrumenten unbearbeitet anhören. Aktiviert man die Pulse Engine, so durchlaufen die Sounds bis zu vier Rhythmusgeneratoren, die auf LFOs, Arpeggiatoren und Looper basieren.

Signal Tag-Suche

Insgesamt 500 Presets stehen bei der Installation von Signal zur Verfügung. Um schnell den richtigen Sound zu finden, gibt es eine Tag-basierte Suche.

Der Klang des Output Signal

Um einen ersten Eindruck von der Soundvielfalt zu erhalten, kann man entweder die Presets der Reihe nach durchstöbern oder über ein Tag-System nach Klangattributen suchen. Die Sounds klingen durchweg druckvoll und schnell wird klar, dass man ähnliche Sounds nur durch mühseliges Layering mit anderen Synthesizern erreicht. Bei Signal hingegen ist alles direkt spiel- und modulierbar, wobei alle Sounds unkomprimiert vorliegen, so dass man bei der Soundnachbearbeitung keine Einschränkungen erfährt. Die Bandbreite reicht von brachialen Bässen über aggressive Arpeggiatorensounds bis hin zu kristallklaren Leads und effektvollen, pulsierenden Flächen. Während sich REV klanglich eher an Filmkomponisten und Sound Designer richtet, sind bei Signal unter den 500 Presets vom Start weg viele Klänge dabei, die auch das Herz von elektronischen Musikproduzenten sofort höher schlagen lassen. Zu jedem Preset zeigt das User-Interface Tipps an, wie man den jeweiligen Sound am effektvollsten spielen kann, zudem ändern sich die Bezeichnungen und Klangmodulationszuweisungen der Makrofader mit jedem Presetaufruf.

Soundquellenauswahl

In wenigen Schritten zum eigenen Sound. Da jeder Schritt der Sounderstellung durch sprechende Icons visualisiert ist, gelangt man schneller ans Ziel.

Zum eigenen Sound

Das Erstellen eines eigenen Sounds geht in wenigen Schritten schnell von der Hand. Zwei Sound-Engines lassen sich unabhängig voneinander erstellen und bearbeiten. Als Soundquelle stehen in einem übersichtlichen Menü sowohl analoge und digitale Synthisounds als auch Samples von Live-Instrumenten zur Verfügung. Schade, dass man keine Möglichkeit hat, eigene Samples in die Engine zu laden. Hat man die Basis-Sounds ausgewählt, kann man vier unabhängig voneinander funktionierende Pulse-Modulationen wählen und dabei entweder Wellenformen oder Arpeggiatorensettings wählen. Dadurch wird jeder noch so statisch klingende Ausgangssound zum Leben erweckt. Besonders schön gelungen ist dabei das User-Interface zur Auswahl der einzelnen Optionen.

Arpeggiator

Selten eine so übersichtlich gestaltete Step Pattern Auswahl gesehen.

Alles ist stets übersichtlich angeordnet und grafisch werden die Auswahlmöglichkeiten durch sprechende Icons oder einer Thumbnail-Ansicht der Einstellungsparameter visualisiert, um gezielt bei der Suche nach der richtigen Einstellung zu unterstützen.

Zusätzlich stehen in einer Advanced Sektion weitere Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung, über die man Einfluss auf die Lautstärke, das Panorama, Filter, Tube-Saturation und den Bite nehmen kann. Natürlich lassen sich selbst erstellte Sounds abspeichern und mit Attributen versehen, so dass User-Presets ebenfalls über die Tag-Suche gefunden werden können.

Effektsektion

Effekte satt. Neben der hier gezeigten globalen Effektsektion haben die beiden unabhängig voneinander funktionierenden Pulse-Engines zusätzlich ihre eigene Effektsektion.

Effekte des Output Signal Plug-Ins

Die Effektsektion lässt keine Wünsche offen. Zum einen können pro Pulse-Engine Effekte wie EQ, Compressor, Lofi, Tape Saturation, Drive, Stereo Spread, Delay, Reverb und Flutter ausgewählt werden. Zum anderen stehen darüber hinaus auch noch globale Effekte zur Verfügung, die den Gesamtsound noch einmal durch diverse Regelverstärker und Effektsektionen jagen. Dazu zählen EQ, Compressor, Phaser, Chorus, Limiter, Filter, zwei Delays und ein Reverb. Aus Signal heraus lässt sich somit auch komplexes Sound-Design kreieren und man ist in der Lage, ohne weitere Plug-ins eigenständige Sounds und Klänge zu erstellen und zu formen.

Fazit

Signal inspiriert mit druckvollen, ungehörten und absolut hochwertigen Klängen, was der Symbiose aus Synthesizersounds und hochwertigen Samples von Live-Instrumenten zu verdanken ist. Das einfache Sound-Design-Konzept bringt zudem frischen Wind in die eigene Plug-in Sammlung, da es auch Preset-Liebhaber dazu motiviert, schnell eigene Sounds zu erstellen. Eine Testversion bietet Output leider nicht an, dafür aber eine 14-tägige Rückgabegarantie, falls man nicht zufrieden ist. Wer REV und Signal im Bundle erwirbt, spart 50,- USD.

Plus

  • Klangqualität
  • Soundvielfalt
  • Bedienkonzept

Preis

  • 199,- USD
  • 348,- USD im Bundle mit REV
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Das David-Guetta-Gedächtnis-Tool.
    Ich weiß nicht, wie es den anderen Lesern hier geht; mir persönlich gehen die rhythmisierten Flächen seit deutlich mehr als 10 Jahren heftigst auf den Senkel, da kann ich ein solches Spezialtool nicht gutheißen.
    Klingt sehr nach einem Spielzeug für Kiddies, die mal einen echten Danceknaller hinlegen möchten, wie sie ihn am Wochenende im der Großraumdisco immer hören.
    Sicherlich gehöre ich nicht unbedingt zur Zielgruppe, aber diese tonale Adaption des Malen-nach-Zahlen-Prinzips ist in meinen Augen und Ohren weniger ein Kreativtool als ein weiterer Schritt in die Einheitsbeschallung.
    Ein eigenes Bild davon machen kann ich mir allerdings nicht, da ja noch nicht einmal eine Demo-Version zur Verfügung steht. Der Hersteller wird schon wissen weshalb…..

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      crispbrown  

      Gehöre ebenso nicht zur Zielgruppe, aber den Kommentar hätte man sicherlich bereits vor 10 Jahren 1:1 platzieren können.

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        AMAZONA Archiv

        Was ihn heute nicht weniger angebracht erscheinen lässt….. :)

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    Filterpad  AHU

    Also zunächst mal ist es unglaublich schwierig eine vernünftige Dance-Nummer zu kreieren. Periphere willkürliche Soundexperimente (ich nenne es mal so) sind kein Vergleich zu einer kommerziellen Dance-Nummer, wo man auf vieles acht geben muss (Gesamt-Druck, treibender Beat, typische Sounds, gehörfällige Melodie) um die Songs einem kommerziellen mp3-Massenpublikum präsentieren zu können. Ich glaube, dass dieses Tool das ganze sicherlich nicht einfacher macht. Eine einfache Side-Chain Fläche macht noch lange keinen guten Dance-Track. Hinzu kommt noch, dass man natürlich die Sounds am besten selber macht anstatt ein internes Preset zu verwenden. Bei den aktuellen Dance-Tracks höre ich übrigens so gut wie keine rhythmische Fläche mehr heraus, nur mal so! Ich werde mir dieses Tool nicht kaufen aber ich denke, dass wäre evtl. genau mein Ding! ^^

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      Betancourt  

      Naja, auf Youtube ist ja nun hinreichend dokumentiert, wie sehr es sich gerade bei vielen großen Dance-/Electrotiteln um reine Fließbandproduktionen von der Stange handelt. 1-2 Tage Arbeitszeit, Sylenth, Vanguard, tonnenweise vorproduzierte Samples und Automationskurven für Filter, Hall, Envelopes. Tools wie das obige bringen dann weitere Standardisierungen für bestimmte Sounds. Bei manchen Produzenten (bei denen das Geld stimmt) gibt es eben noch einen professionellen Mixing-Engineer dahinter, der dann in nicht wenigen Fällen klangtechnisch aus ziemlichem Mist noch Gold macht (oder das, was heute als Gold gilt).

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        Filterpad  AHU

        Ich stimme dir absolut zu, dem ist nichts hinzuzufügen. Mein Kommentar galt auch eher den Gelegenheit,-und Hobby-Pluristen anstatt den (Geld-) Profis. Viele Hobbyfreunde machen Musik und nennen das (also ihre produzierten Tracks) die „hohe Kunst der Musik“. Wenn ich dann allerdings ihre Songs anhöre, ist das eher der pure ‚Ohrengraus‘ (und ich höre viel experimentelle Musik). Aber eine kommerziell fett-klingende Dance-Nummer? …da ziehen sich dann auf einmal alle zurück. Sie ist ja auch viiiieel zu einfach zu machen. ^^

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          Betancourt  

          Ach so, dann verstehe ich, was du meinst;) In bezug auf die Hobby“künstler“ kann ich dir nur rechtgeben.

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    HOOOPS

    Also da spricht wohl bei manchen von Euch der pure Neid… Und Musik zu machen ist nie einfach, egal welcher Stil.

    Ich habe beide Plugins gekauft und diese sind eine willkommene Abwechslung zu dem NI Komplete Stuff. Signal klingt sehr eigenständig und ist gut durchdacht auf höchstem Niveau. Es gibt meinen aktuellen Produktion das i-Tüpfelchen.

    Nur zu empfehlen.

  4. Profilbild
    Gollum

    Ich finde Signal ziemlich cool. Die Library kommt mit einer Menge an Sounds, die sich quasi unendlich miteinander kombinieren und verdrehen lassen. Das geht weit über das reine Abspielen aufgenommener Klänge hinaus.
    Ist auf jeden Fall sein Geld wert.

  5. Profilbild
    Floatzero

    Ich finde, das hier teilweise eine Diskussion auf sehr arrogantem Niveau geführt wird.

    Qualitativ bewegt sie sich in etwa auf dem Niveau der Diskussionen, in denen Personen dadurch kultiviert oder gebildet erscheinen wollen, das sie Filme angeblich nur in Originalsprache schauen und jede Synchronisation schlecht finden und ablehnen.

    Individuelle Klänge sind toll. Wer Spaß daran hat, an *seinem* Klang zu tüfteln und zu schrauben, wer hunderte Euro für virtuelle Synthesizer der verschiedensten Arten oder tausende Euro für reale Synthesizer ausgeben möchte und kann, der hat daran sicher viel Spaß.

    Vermessen ist es jedoch, jene als „unkreativ“ abzustempeln und ihnen „Malen nach Zahlen“ zu unterstellen, die mit Presets ihre Songs produzieren. Denn viel entscheidender als die Herkunft des Klanges, ist seine geschmackvolle Auswahl, das gelungene Arrangement und die Gesamtproduktion.

    Es stünde einigen Kommentatoren gut zu Gesicht, wenn sie von ihrem hohen Ross herabsteigen. Denn die Qualität einer Produktion oder deren künstlerischer Wert wird nur durch einen kleinen Teil dadurch bestimmt, das jemand seine Klänge selbst erstellt oder ob er zum Sample und/oder Preset greift.

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