Test: Phonic PAA3X, Real Time Analyzer

12. August 2018

Kleine Abmessungen und großer Funktionsumfang!

Es dröhnt, es pfeift, es kratzt. Egal ob im Studio, live oder bei der heimischen Surround-Beschallung, immer und überall kämpft man gegen Überbetonungen, Frequenzlöcher und Phasenprobleme. Selbst ein geschultes Ohr muss manchmal vor der Komplexität der Frequenzen kapitulieren, was letztendlich immer einen Analyzer auf den Plan ruft. Mit dem Phonic PAA3X hat der taiwanesische Hersteller eine Handheld-Version auf dem Markt, die weit mehr als nur Frequenzen anzeigen kann.

Phonic PAA3X Seitenansicht

Phonic PAA3X Seitenansicht

Die Ausstattung des Phonic PAA3X

Mit den Abmessungen (H x B x T) 156 mm x 90 mm x 37,5 mm kommt der Phonic PAA3X, einem Hand-TV-Gerät aus den Achtzigern ähnlich, wirklich sehr handlich daher, wobei das Gewicht von knapp über 300 Gramm nach ein paar Minuten schon ein wenig am Bizeps ziehen kann. Letztendlich sind das Gewicht und die Abmessungen für den gebotenen Leistungsumfang aber wahrlich angemessen.

Schauen wir uns zunächst einmal das Zubehör des Phonic PAA3X an. Geliefert wird das Produkt in einer gepolsterten Kunstledertasche, die sich bei Bedarf auch an einem Gürtel einfädelt lässt. Mit dem mitgelieferten 5 V Netzteil lässt sich aufgrund der 2 A Ausgangsleistung nicht nur der interne Akku, sondern auch ein iPad/iPhone etc. laden. Ein entsprechendes USB-Kabel liegt natürlich bei.

Phonic PAA3X Zubehör

Phonic PAA3X Zubehör

Die „Messantenne“ des Phonic PAA3X wird praktischerweise in einem Antennenschacht innerhalb des Gehäuses geparkt. Sie dort heraus zu bekommen, ist zwar etwas Fummelarbeit, die Detaillösung ist dennoch hervorragend. Um diese gegebenenfalls auf einem Mikrofonstativ befestigen zu können, liegen eine entsprechende Schraubhalterung nebst Mini-XLR-Verlängerungskabel ebenfalls bei. Auf der Rückseite des Gehäuses gibt es eine Stativaufnahme für den Analyzer an sich. Abschließend gibt es noch eine Micro-SD-Karte, auf der sich Display Snapshots für weitergehende Analysen abspeichern lassen.

Auf der Unterseite des Gehäuses befinden sich je ein XLR-Ein- und Ausgang, um zum einen externe Quellen als Signalquelle einzuspeisen und zum anderen das Signal des internen Generators in Form von Sinus, Sweep, Polaritätskontrolle und natürlich rosa Rauschen auszugeben. Zur Navigation innerhalb des Menüs wurden auf der Frontseite des Gehäuses vier Druckschalter positioniert, die neben dem üblichen up/down/left/right auch den Snapshot des Displays auslösen. Der Hauptnavigator hingegen ist ein recht wackeliges Rad mit Push-Funktion an der linken Seite des Gehäuses. Von der Haptik her erinnert es mehr an einen Volume-Regler eines Spielzeugs, hätte man in der Tat wertiger gestalten können.

Phonic PAA3X Front

Phonic PAA3X Front

Die Funktionen des Phonic PAA3X

Der Phonic PAA3X hat sich zum Ziel gesetzt, die wichtigsten akustischen Probleme möglichst einfach und unkompliziert anzuzeigen. Eine Lösung in Form von automatischer Einmessung oder ähnlichem bietet er nicht. Sollte also z. B. der Frequenzgang eines Produktes einer Korrektur bedürfen, muss auch ein entsprechendes externes Tool in Form eines EQs o. ä. vorhanden sein.

Nun denn, was kann der Phonic PAA3X denn nun alles?

1.) Real Time Analyzer

Im Prinzip selbsterklärend für alle, die sich einmal mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Der dB-Bereich ist flexibel, sodass man sowohl bei sehr kleinen als auch bei hohen Lautstärken bis 130 dB messen kann. Nichts Außergewöhnliches, wenn nicht die Funktion EQ-Setting wäre. Ein sehr schönes Feature, bei dem der Analyzer bei einer mittig angebrachten 0 dB Linie mittels entsprechenden Linie nach oben und unten anzeigt, welche Frequenz überpräsent und welche unterpräsent ist. Im Idealfall würde hier eine flache Linie angezeigt werden.

2.) Nachhallmessung

Der ewige Kampf des FOH gegen die Raumakustik. In diesem RT 60 Algorithmus wird die Zeit gemessen, die ein Signal braucht, um 60 dB abzufallen. Dies kann ganz ohne Filterung (lineare Gewichtung) oder mit einem angelegten Filter erfolgen.

3.) Pegelmesser

Auch selbsterklärend, sofern man zu der bemitleidenswerten Spezies der „Noise Police“ auf den Musikmessen oder ähnlichem gehört. Eine MAX- und eine RMS-Anzeige informieren über den aktuellen Pegel. Die Angebe kann in dBu, dbV oder Voltage erfolgen.

4.) Polarity

Man glaubt ja gar nicht- wie oft selbst bei High-End-Komponenten einfach mal die Polarität der verwendeten Lautsprecher nicht korrekt angelegt wurde. Über die Ausgabe eines Testtons kann dies sehr schnell überprüft werden.

Forum
  1. Profilbild
    Stephan M.  RED 3

    Da war ich ob der Typenbezeichnung etwas irritiert, dann fiel es mir ein: Korg Pa3X. Danke für den schönen Test und eine Frage dazu: Ich habe lokal das Problem der Lärmemission und mir für diesen Zweck einen einfachen Lärmmesser gekauft. Was mir jetzt nicht so ganz klar wurde ist, ob der PA3X auch Werte nach dB(A) und dB(C) messen könnte. Weiterhin frage ich mich, wie das mit der tatsächlichen Genauigkeit ist, wenn man sich in das Thema Pegelmesser einliest, bedürfen die ja auch einer ständigen Kalibrierung. Oder ist das bei solchen Geräten unnötig?

    • Profilbild
      Axel Ritt  RED

      Hi Stephan, ich konnte während des Tests keine der von dir aufgeführten Punkte finden, weder die dB Variationen, noch eine Kalibrierungsmöglichkeit.

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