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Test: Pioneer HDJ-X5BT DJ-Kopfhörer

28. Februar 2019

Kabelloser Headphone in der DJ-Booth?

Pioneer DJ HDJ-X5BT

Eigentlich ist es eine so simple Idee, dass es wirklich verwundert, warum nicht früher jemand darauf gekommen ist. Der Pioneer HDJ-X5BT-K DJ-Kopfhörer kann sowohl ganz traditionell (und professionell) via Kabel beschickt werden, verfügt aber ebenfalls über ein Bluetooth-Empfangsmodul.

Wie schlägt sich das flexible Gerät im Alltag?

Die Idee ist nicht nur simpel, sie ist in meinen Augen auch ziemlich genial. Selbst wenn man eher auf dem Standpunkt „Ein Tool pro Job“ steht, also unterschiedliche Kopfhörer fürs DJing, im Studio und zum Musikhören unterwegs bevorzugt, gibt es doch genug Gelegenheiten, bei denen das Bluetooth-Modul sehr praktisch werden kann. Zum Beispiel auf dem Weg zum Gig, im Zug oder Flieger. Auch wenn man im Hotelzimmer sitzt und sich auf einen Auftritt vorbereitet, kann ein kabelloser Hörer viel Spaß machen.
Angesichts des Preises unseres Testobjekts ist es aber wohl realistischer von jemandem auszugehen, der sich nicht mehrere Kopfhörer leisten kann. Für diese Zielgruppe dürfte die Hybridlösung des Pioneer HDJ-X5BT-K ziemlich perfekt sein.

Grundsätzlich verweise ich auf unseren ausführlichen Bericht der ausschließlich kabelgebundenen Variante HDJ-X5, in dem Bolle schon die wesentlichen Eckdaten- und -punkte für den DJ-Alltag zusammengeschrieben hat und konzentriere mich selbst in meinem Bericht auf die Nutzung als – ich nenne es mal – „Alltagskopfhörer“

.

Aber erst mal Bolles Fazit für die kabelgebundene Variante:

„Unterm Strich ist der Pioneer HDJ-X5BT-K ein guter DJ-Kopfhörer für unter 100,- Euro. Klanglich ausgewogen, wenn auch nicht überraschend oder besonders überzeugend, haptisch gut, von den Materialien dem Preis angemessen.
Wer ein gutes Modell für Einsteiger sucht, wer sparsam unterwegs sein möchte oder wer semiprofessioneller DJ ist, dessen Anforderungen geringer sind als das, was die DJ-Kopfhörer im Bereich von 200,- Euro bieten, der könnte im Pioneer HDJ-X5 ein passendes Modell finden.“

Dem würde ich mich grundsätzlich anschließen und ein paar Dinge ergänzen, die mir persönlich aufgefallen sind.

Ob beim Musikhören und dabei Spaß haben oder bei der Arbeit bin ich normalerweise On-Ear-Kopfhörer gewöhnt. Sowohl mein Sennheiser Momentum als auch mein HD-25 haben Ohrmuscheln, die auf den Ohren aufliegen und sie nicht umschließen. Die Gewöhnung an den HDJ-X5BT-K fiel mir deswegen nicht leicht. Egal ob unterwegs oder beim Auflegen, das Handling eines Hörers mit so großen Muscheln blieb für mich eine ziemliche Herausforderung. Ohne ein Gelenk wie beim HD-25 scheint mir das einseitige Tragen eines so großen Kopfhörers beim Mixen nicht ganz so gut zu funktionieren, aber das wird Gewöhnungssache sein.
 Trotz seiner für mich sehr ungewohnten Klobigkeit trug sich der Pioneer aber immer angenehm auf dem Kopf, war nie zu schwer und drückte auch nicht. (OK, kein Hörer der Welt drückt, wenn man den HD25 gewöhnt ist.)

Zusammenklappen lässt sich der Gerät auch

Lauter Sound, lautes Gehäuse

Woran ich mich während der ganzen Woche, in der ich den HDJ-X5BT-K nutzte, weder gewöhnen kann noch möchte, sind die vom Hörer verursachten mechanischen Knarzgeräusche, die man sehr deutlich durchhört, auch wenn man sehr laut Musik hört. Diese werden durch die Bewegung des Kopfhörers / von Teilen des Kopfhörers verursacht. Das empfinde ich als sehr störend und ablenkend. Auf der Bühne dürfte das kein Problem darstellen, wenn ich mich auf dem Weg zur Arbeit am neuen Dendemann-Album erfreuen will, aber schon. Das ist in meinen Augen wirklich ein Showstopper bei diesem Kopfhörer.
Apropos Showstopper: Ein Kopfhörer, den ich auch unterwegs nutzen will, muss genug Wirkungsrad haben, um auch an schwachbrüstigen Kopfhörerausgängen so viel Pegel zu entwickeln, dass er mich vor schlechten „Hit The Road Jack“-Interpretationen im Berliner Nahverkehr schützt. Diese Anforderung meisterte der Pioneer sowohl am Kabel als auch via Bluetooth bravourös. Das gibt einen dicken Pluspunkt.

Bluetooth für den Pioneer HDJ-X5BT-K

Das Bluetooth-Modul an sich erledigt seinen Job ziemlich unspektakulär.
 Mein altes iPhone 6 fand es ohne Probleme und ließ sich sofort mit dem Hörer koppeln. Ab dem Zeitpunkt fanden sich die Geräte -meistens aber nicht immer- von alleine. 
Der Pioneer HDJ-X5BT-K ist tatsächlich der erste Bluetooth-Kopfhörer, den ich ausprobiert habe und ich muss sagen, ich könnte mich auf jeden Fall daran gewöhnen, kabellos unterwegs zu sein. 
Einen kleinen Abzug in der B-Note bekommt der Pioneer von mir, weil die Bluetooth-Verbindung nicht hundertprozentig frei von Aussetzern war. Besonders, wenn ich mein Telefon in der hinteren Gesäßtasche trug, kam es immer wieder mal zu kurzen Stopps der Musikwiedergabe, was mich schon ein wenig enttäuschte. Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden mit dem Komfort und auch dem Sound der kabellosen Anbindung. Ich konnte im Vergleich keinen Unterscheid im Klang feststellen, egal, ob ich das Kabel nutzte oder kabellos unterwegs war.
Pioneer gibt an, dass der Hörer mit einer Akkuladung ca. 20 Stunden lang laufen soll. Ich neige dazu, dieser Angabe zu glauben, ich habe es in einer Woche nicht geschafft, den Akku leer zu bekommen.

Die Bedienungselemente des Bluetooth-Moduls

Um unterwegs nicht immer das Telefon aus der Tasche kramen zu müssen, ist in der linken Hörmuschel des Kopfhörers eine Fernbedienung eingebaut. Über einen Taster und eine Wippe lässt sich die Lautstärke verstellen, PLAY bzw. PAUSE aktivieren und auf Doppelklick einen Track weiterspringen. Exakt so funktioniert es auch an meinem Sennheiser Momentum. Simpel, aber effizient.

Freisprecheinrichtung mit Hindernissen

Ein Kopfhörer für unterwegs ergibt eigentlich nur Sinn, wenn er auch als Freisprecheinrichtung fungiert. Der HDJ-X5BT-K macht da keine Ausnahme. Hier treten allerdings prinzipbedingt Probleme auf. Da das Mikrofon mangels Kabel in die linke Hörerkapsel integriert wurde, muss das Mikrofonsignal stark komprimiert werden, damit das seitlich am Kopf sitzende Mikro die Stimme des Trägers laut genug empfängt. Der Kompressor verstärkt aber naturgemäß auch die Umgebungsgeräusche und macht den Kopfhörer als Freisprecheinrichtung für unterwegs – ehrlich gesagt – vollkommen unbrauchbar. Ich musste zwei Testtelefonate abbrechen, weil meine Gesprächspartner die verstärkten Umgebungsgeräusche als unerträglich laut erlebten. Und ich spreche hier noch nicht einmal von Windgeräuschen, sondern ausschließlich von den ganz normalen Sounds, die in einer S-Bahn zu hören sind. Sobald draußen ein bisschen Wind aufkommt, versteht der Mensch am anderen Ende sowieso kein Wort mehr. Ja, ein Stück weit ist das mit jedem Headset so, das nicht mit einem Bügel und einem Mikrofon mit Richtwirkung ausgestattet ist, aber so schlimm habe ich das noch nie erlebt.

Fazit

Der Pioneer HDJ-X5BT-K ist ein ordentlicher DJ-Kopfhörer, der besonders Anfänger nicht enttäuschen wird. Sein Alleinstellungsmerkmal, das zusätzliche Bluetooth-Modul, erweitert den Nutzen beträchtlich und macht ihn zum perfekten Allround-Kopfhörer für angehende DJs. 
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist mehr als in Ordnung. Abzüge gibt es allerdings für die im Betrieb deutlich hörbaren Knarzgeräusche. Preislich schlägt das Modell mit einem Preis von rund 160,- Euro zu Buche, womit der Pioneer HDJ-X5BT-K rund 70,- Euro mehr kostet als das „normale“ Modell ohne Bluetooth.

Plus

  • innovativer Hybrid aus kabelgebundenem und kabellosem Hörer
  • guter Wirkungsgrad
  • gute Akkuleistung
  • in Rot, Weiß und Schwarz erhältlich

Minus

  • Knarzgeräusche
  • Freisprecheinrichtung im Freien fast nicht nutzbar

Preis

  • Ladenpreis: 159,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    DJ Ronny  

    Hi, erstmal Dank für den Testbericht. Dein Fazit kann ich nicht nachvollziehen.
    So viele Fehler, die auch bei 160 Euro ( viel Geld dafür) nicht auftreten dürfen. Knarzt Geräusche, Bluetooth Abbruch, zwei Sachen die gar nicht gehen, auch für Anfänger nicht. Da gibt es vielleicht bessere für das Geld. Ich kann hier keine Beispiele anführen. Ich selbst habe einen Bose (derzeit unter 300 Euro), den ich aus Neugier auf 2 Veranstaltungen getestet habe. Sehr geeignet, nehme ich bloß nicht mehr mit, da ich befürchte das er doch zu leicht geklaut werden kann.

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