ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Test: Randall RD-50H Head

(ID: 513)

Sound/Praxis

Beim ersten Anschalten des Verstärkers könnte der eine oder andere schon mal kritisch schauen, denn der Lüfter verrichtet doch mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein seinen Dienst – und das ganz schön laut! Im Proberaum oder auf der Bühne ist das eher zu vernachlässigen, beim abendlichen Üben zu Hause (und entsprechend angepasster Lautstärke) kann dieses Grundrauschen aber recht schnell nervig werden.

ANZEIGE

Den Grundsound des Randall RD-50H kann man am ehesten als sehr warm und „bassig“ beschreiben und das fängt schon im Clean-Channel an, dessen Sound schon sehr amerikanisch und fast Fender/Boogie-like rüberkommt. Auch wenn ihm dazu schon noch einiges fehlt, wie etwa Brillanzen bzw. ein fein aufgelösteres Höhenspektrum. Hier geht es eben rauer zu und die angepeilte Klientel der Diavolo-Serie ist ja auch traditionell im Hause Randall klar definiert! Und diese Klientel wird dann auch prompt im Lead-Channel bedient und sicher auch größten Teils befriedigt. Denn neben mehr als genügend Gain-Reserven, bietet der verzerrte Kanal eine facettenreiche Abstufung verschiedenster Distortion-Sounds für alle Stilistiken des Heavy-Bereichs. Angefangen mit leichten Crunch-Riffs, bis hin zu freudig ins Feedback kippende und sustainstrotzende Solo-Sounds werden hier fast alle Geschmäcker der härteren Schiene bedient.

ANZEIGE

Die Klangregelung mit ihren Regelmöglichkeiten für BASS, MIDDLE, TREBLE und PRESENCE zeigt sich recht effektiv, lediglich das Bass-Poti macht eine bescheidene Funktion: Innerhalb der ersten ca 20 mm Regelweg zeigt es Wirkung, danach tut sich bis zum Vollanschlag (fast) nichts mehr. Bässe hat’s dann aber trotzdem genug. Ebenfalls nicht überzeugen kann der Reverb-Sound. Zumindest mich nicht, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntermaßen nicht streiten. Viel gravierender erscheint da die Tatsache, dass der Amp unter Mikrofonie leidet. Das zeigt sich natürlich ganz besonders beim Nutzen des Lead-Channels, bei dem der höhere Gainpegel diese unschönen Nebengeräusche ganz deutlich zutage bringt. Praktisch heißt das wiederum, dass jedes Tippen oder Abstellen von Gegenständen auf dem Topteil auch aus dem angeschlossenen Lautsprecher zu hören ist. Eigentlich ein „No Go“, was vom Hersteller schnellstens behoben werden sollte!

Nicht streiten muss man über die abgegebene Gesamtlautstärke des Randall RD-50H, es ist schlicht und ergreifend mehr als ausreichend für Proberaum und auch, je nach angeschlossener Box, für bis zu mittelgroße Bühnen.

-- Der optional erhältliche Fußschalter --

— Der optional erhältliche Fußschalter —

ANZEIGE
Fazit

Wäre nicht der gravierende Mangel mit der Mikrofonie, man hätte dem Randall RD-50H angesichts des Verkaufspreises von nicht mal 400,- Euro ein gutes Zeugnis ausstellen können. Denn der Verstärker bedient traditionell die Klientel des Hauses Randall und die kommt nun mal fast ausnahmslos aus dem Hard’n’Heavy-Bereich. Die Verarbeitung ist als gut gelungen zu bezeichnen und auch die beiden Kanäle, allen voran natürlich der Lead-Channel, haben durchaus ihre Reize und ihre interessanten Facetten. So kann man nur hoffen, dass sich im Hause Randall noch mal jemand Gedanken über das Layout der Platine bzw. die Abschirmung der Schaltung gegen äußere Einflüsse macht. Denn so kann man dem Gerät leider nur eine eingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen.

Soundbeispiele: Marshall 2×12″ Box, ShureSM57, Logic Audio

Plus

  • Verarbeitung
  • guter, durchsetzungsfähiger Grundsound

Minus

  • Mikrofonie
  • Wirkungsbereich Bassregler
  • Lüftergeräusch

Preis

  • UVP: 429,- Euro
  • Straßenpreis: 379,- Euro
ANZEIGE
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    m.muenster AHU

    Wow! Das ist ja ein vernichtendes Urteil. Bist Du sicher, dass die Mikrofonie nicht von defekten Röhren verursacht wird. Die Symptome, die du beschreibst deuten darauf hin. Das kann auf dem Transportweg schonmal passieren, dass die Dinger einfach schrott bei dir ankommen. Was den Lüfter angeht: das geht natürlich gar nicht. Meine vorsichtige Überlegung geht dahin ihn einfach zu deaktivieren, dann andere Amps in dieser Leistungsklasse in ähnlichen Gehäusen haben auch keinen. Nur so ein Gedanke, der fairness halber. Denn sonst hört sich das Paket garnicht so schlecht an.

    • Profilbild
      Stephan Güte RED

      Hi Malte,

      ich hab den Amp nicht auseinander genommen :) Sicher könnte es auch an einer defekten Röhre liegen. Obwohl sich das, nach meiner Erfahrung, nicht so drastisch auswirkt wie das, was der Amp im Test an Symptomen zeigte.

      Viele Grüße,
      Stephan

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum, um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Politische Inhalte und Statements werden durch die Redaktion gelöscht.

Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

X
ANZEIGE X