Test: Randall RG13, Gitarren Preamp

19. Mai 2015

High-Gain-Brikett

Auch rund zwei Jahrzehnte nach Einführung der ersten DSP-gesteuerten Gitarren-Preamps gibt es immer noch genügend Firmen, die versuchen, mit Halbleiter-Technik einen amtlichen Gitarrensound an unsere Ohren zu bringen. Nun gut, im Bereich der Cleansounds war dies ja noch nie wirklich ein Problem, wenn es allerdings um verzerrte Sounds geht, streichen die meisten Geräte früher oder später die Segel. Dabei muss es noch nicht einmal zum berühmt-berüchtigten „Rasierapparat-Sound“ kommen, viel mehr ist hier oft die mangelnde Dynamik in der Interaktion zwischen Gitarre und Transistoramp schuld – es wirkt irgendwie alles ein wenig zäher als bei einem vergleichbaren Röhrenverstärker. Zudem klingen die Crunch-Sounds oft steril und leblos und auch High-Gain-Sounds neigen schon sehr früh zum undefinierbaren, überkomprimierten Matschen.

Dennoch gibt es ein unschlagbares Argument für den Transistor-Amp, nämlich den Preis. Die Herstellungskosten sind durch die simplere Schaltung um einiges geringer, zudem entfallen auch Wartungsarbeiten, wie etwa der nicht zu vermeidende Röhrenwechsel nach den entsprechenden Betriebsstunden. Diese Ersparnis könnte man ja eigentlich prima reinvestieren und einen Gitarren-Preamp damit ungewöhnlich gut ausstatten – und genau hier bekommt der Randall RG13 seinen Auftritt!

Front

— Der Randall RG13 —

Facts & Features

Ist der Randall RG13 denn überhaupt ein Gitarren-Preamp? Oder doch eher ein Verzerrer-Pedal? Oder gar beides? Nun, das sollte der Betrachter für sich selbst entscheiden, zumindest reichen die Möglichkeiten dieses Gerätes über die eines einfachen Verzerrers weit hinaus. Drei getrennte Kanäle bietet der RG13 in seinem schwarz lackierten Vintage-Style-Gehäuse, das mit seinen Maßen von 270 x 175 x 59 mm und einem Gewicht von knapp 3 kg schon eine Hausnummer darstellt. Teilen müssen sich die einzelnen Kanäle allerdings eine gemeinsame Klangregelung, die aus Bässen, Mitten, Höhen und Präsenzen besteht. Zusätzlich gibt es noch einen Mid-Scoop-Taster sowie einen zum Andicken der Bässe (Bass-Boost). Einzig und allein der Clean-Channel darf sich über weitere Editiermöglichkeiten in Form eines Bright-Schalters erfreuen.

Jeder Kanal besitzt einen Gain- und einen Volume-Regler, ein Master-Volume dient zur Ansteuerung der im Gerät verbauten 1-Watt-Endstufe. Ja, tatsächlich, man kann den RG13 ohne Weiteres auch direkt an eine Box (Minimum 8 Ohm Impedanz) anschließen! Die entsprechende Klinkenbuchse findet sich auf der Stirnseite.

Stirn

— Stirnseite des RG13 —

Klangbeispiele
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