Test: RME Fireface 802, Audiointerface

8. September 2014

RME's neuster Streich

Zur diesjährigen Musikmesse stellte RME das neue Fireface 802 vor, eine Weiterentwicklung des beliebten Fireface 800. Nun ist das Interface erhältlich und ist bei mir zum Studio-Test eingetroffen.

Das neue Fireface 802

Das neue Fireface 802

 

Übersicht

Ganze 30 Eingangs- und 30 Ausgangskanäle haben die Entwickler auf 1 HE des 19″-Gerätes untergebracht. Da stehen auf der Vorderseite zuerst die vier Mikrofoneingänge zur Verfügung, die eine Verstärkung von 60 dB erlauben. Durch die Neutrik Combobuchsen sind sie auch als hochohmige Instrumenteneingänge zu nutzen. Weitere acht Klinken-Line-Eingänge finden sich auf der Rückseite.

Auch die analogen Ausgänge sind zahlreich vorhanden. Acht Klinken gibt es auf der Rückseite. Die Ausgangspaare 9/10 und 11/12 sind als Kopfhörerausgänge ausgelegt und sitzen bedienungsfreundlich auf der Frontplatte.

Line Ein-/Ausgänge und AES/EBU

Line Ein-/Ausgänge und AES/EBU

Digital sind je zwei ADAT-Schnittstellen vorhanden, von denen die Zweite auch als S/PDIF genutzt werden kann. Auch ein professioneller AES/EBU Ein- und Ausgang fehlt nicht.

An weiteren Anschlüssen finden sich auf der Rückseite: 1x MIDI In/Out, Wordclock In/Out mit 75 Ohm-Terminierung und mit USB 2.0, FW 400 und FW 800 drei Verbindungen zum Rechner. Die FW 800-Buchse ist allerdings nur aus Kompatibilitätsgründen vorhanden, intern wird sie mit FW 400 abgearbeitet. Über die Remote-Buchse kann die optional erhältliche Remote Control angeschlossen werden. Zum Schluss natürlich noch der Kaltgerätestecker für das interne Netzteil, das von 100 – 240 V arbeitet.

Die restliche Rückseite

Die restliche Rückseite

 

Zubehör

Zusätzlich zum Gerät finde ich im Karton zwei Netzkabel für Euro- und englischen Anschluss, ein USB- und ein ADAT-Kabel, die Software-CD und ein richtiges Handbuch in deutscher und englischer Sprache. Jeweils 112 Seiten dick und mit Ringlochung versehen! Ich beschwere mich ja immer, dass Bedienungsanleitungen wohl nur noch als PDF auf der Herstellerseite vorhanden sind, deshalb hier ein Sonderlob.

Schade ist, dass kein Firewire-Kabel mit dabei ist. Andererseits aber auch wieder verständlich, denn es könnte ja ein FW400 zu FW400, FW800 zu FW800 oder aber das Adapterkabel benötigt werden.

Forum
  1. Profilbild
    customstudio  

    Unterschieb USB oder Firewire:

    Ich arbeite mit Cubase 7.5 auf PC Win 7 64bit, und bin der Meinung dass das RME besser über USB als über Firewire angeschlossen werden sollte.
    Da bei USB die Buffer Size bis 2048 eingestellt werden kann, bei Firerwire geht dies nur bis 1024. USB ist daher für die CPU Auslastung in Cubase stressfreier.

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      Armin Bauer  RED 11

      Hallo customstudio,

      über PC kann ich keine Aussage machen, ich arbeite ausnahmslos mit Macs.

      Allerdings stelle ich da meine Buffer Size in Logic normalerweise auf 64 Samples. Bei Live-Recordings, wo es keine Unterbrechung geben darf, gehe ich aus Sicherheitsgründen auf 256 Samples.

      Von daher ist es für mich eher theoretischer Natur, ob ich da 4x oder 8x so hoch einstellen kann, da zählt für mich eher, welcher Schnittstelle ich mehr vertraue.

      Ein UCX, dass ich gelegentlich benutze, habe ich schon sowohl an FW, wie auch an USB hängen gehabt, ein Unterschied war nicht zu spüren.

      Aber wie schon gesagt, ich kann hier nur von der Mac-Plattform berichten.

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      AMAZONA Archiv

      Rein technisch gesehen sollte die CPU-Last bei Nutzung von FW so gut wie garnicht belastet werden, da die FW-eigene Logik die Orga der Schnittstelle erledigt.
      USB dagegen ist eine „dumme“ Schnittstelle, die durch den Hostrechner organisiert werden muss.
      Siehe auch hier:
      http://de......Management

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        Onkel Sigi  RED

        So Freunde, und wisst ihr, was ICH momentan für ein Problem habe? Habe ich mir doch ein neues Motu 828 mit Thunderbolt-Schnittstelle eingebildet, ohne vorher die möglichen Kabellängen zu recherchieren. Max. 3 m sind mit Kupferkabel möglich, dann wird es zappenduster. Dann gibt es nämlich nur noch die optischen mit Wandlereinheit im Stecker. Kostenpunkt für 5,5 m: 180.- Euro!

        Das 828x hat auch noch eine USB-Schnittstelle….. ICH WILL ABER NICHT ALS ALTER FIREWIRE-HASE!!

        Was mach ich nur? Hab doch keinen Goldesel……

        Grüße von „Onkel Sigi“

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          vssmnn  AHU

          Die Angst vor USB ist anscheinend nur bei Apple-Usern vorhanden. Läuft das da wirklich so schlecht?

          … Duck und wegrenn :-)

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            gaffer  AHU 1

            Andreaz Vogel hat bereits in meinem Sinn gesprochen :) FW ist in fast jedem Punkt USB als Audioschnittstelle überlegen.

            Diese für ganz andere Zwecke entwickelte Schnittstelle (die übrigens mit der Einführung der iMacs als Tastatur und Mausschnittstelle ihren Durchbruch hatte) wurde durch grosse Anstrengungen entgegen ihrer schlechten Vorgaben immer weiter entwickelt (man sparte ja schliesslich bei jedem USB statt FW ein paar Cent) und so ist USB inzwischen doch auf einem wirklich guten Stand.

            Es ist wie damals bei den Videokassetten (VHS), das schwächste System wird kostenlos verteilt und hängt zumindest in den Stückzahlen alle anderen ab.

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            AMAZONA Archiv

            Häng einfach mal an deine Windowskiste per USB zwei externe Festplatten, ein MIDI- und ein Audiointerface.
            Dann kopiere die volle Platte A auf die leere Platte B und nimm parallel Sound über das Audiointerface in der DAW deiner Wahl auf.
            Das _kann_ vielleicht sogar gut gehen, _wird_ aber mit ziemlicher Sicherheit ordentlich stottern.
            Das hat so gut wie nix mit dem OS zu tun, sondern ist ein systemimmanentes technisches Problem.
            Also kein Grund für einen OS-Flame, noch nicht einmal für einen Schnittstellen-Flame, jeder Schnittstelle hat ihre Stärke, und die von FW ist halt Stabilität und full duplex, die von USB ist halt günstige Verfügbarkeit und preisgünstige Peripherie.

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              vssmnn  AHU

              Ich habs heute eine USB Trekstore drangehangen und mal ein paar Filme kopiert, nebenbei das Balance unter Reason laufen lassen. Da klemmt gar nix.
              Gegen USB-Audiointerfaces gibts aus meiner Sicht nicht wirklich etwas Sinnvolles mehr einzuwenden.
              Mal abgesehen davon, daß das Test-Szenario relativ sinnfrei ist.

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                AMAZONA Archiv

                Dass es nicht funktioniert, habe ich auch nicht geschrieben. Worauf ich hinaus wollte (abseits der Realitätsnähe des Beispiels) ist die Stabilität von FW, die einfach, insbesondere bei Einsatz mehrerer Devices, größer ist als bei USB.
                USB an sich funzt (nutze ich selbst tatsächlich auch für Audio, allerdings wirklich nur max. vier Spuren parallel, und da hab ich auch keine Probleme).
                Wenn du aber zig Spuren parallel in den Rechner jagst, wird USB an seine Grenzen stoßen.
                Wie im Post geschrieben: Mir geht es nicht um Flames zum OS oder zu Schnittstellen, aber technisch ist USB nach wie vor hinter FW, auch wenn sich das nicht in jeder Situation bemerkbar macht.

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                  vssmnn  AHU

                  USB 2 = 480 MBit / sec brutto
                  USB 3 = 5 GBit / sec brutto
                  USB 3.1 = 10 Gbit / sec brutto

                  Mittlerweile hat jeder Rechner ein paar USB 3 Ports, an welche man dann auch die HDDs anschliessen sollte.
                  Ein geeignetes Audiointerface macht locker 24 Spuren auf USB 2 in 96Khz, theoretisch auch in 192KHz

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                    AMAZONA Archiv

                    Ohne jetzt in Nerddiskussionen zu verfallen: Ich hab das Stichwort „full duplex“ schon oben gegeben; „self managed“ ist das nächste.
                    Glücklicherweise sind die heutigen CPUs potent genug, diese Schwächen von USB meist problemlos auszubügeln.
                    Reine Zahlenhuberei hilft hier also nicht viel :)

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                      vssmnn  AHU

                      Es bringt aber auch nix, auf ur-ur-uralten Argumenten herumzureiten, die längst ihre Gültigkeit verloren haben.

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                    gaffer  AHU 1

                    Mit diesem 480 zu 400 Argument (USB2 gg FW 400) kommt man nicht weiter. Das sind Bruttozahlen, die in der Praxis nicht annähernd erreicht werden. Bei USB sieht die Praxis so aus, dass es deutlich hinter die Performance des Brutto unterlegenen, aber in Wirklichkeit überlegenen FW400 Standards zurückfällt. Und nur der inzwischen verschwundene Support der Hersteller gegenüber FW 400 bringt das Gleichgewicht laaaangsam Richtung USB 2.

                    Und USB 3 haken wir erst mal ganz ab, da gibts weit und breit keine überzeugende Lösung. Wie bei USB 2 anfangs auch, es dauerte ewig, bis wenigstens der USB 1.1 Standard abgehängt wurde.

                    Ich sage ja auch nicht Thunderbolt 2 mit traumhaften Durchsatzraten wäre überlegen, es gibt auch dafür keine Lösungen, obwohl der Bruttowert sensationell ist. Zu jeder Schnittstelle muss erst der passende Treiber entwickelt werden, da spielt die Musik.

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                      vssmnn  AHU

                      Bandbreite bedeutet nicht automatisch mehr Schnelligkeit bei der Übertragung.
                      Zum Vergleich: Auch ein „kleiner Fluß“ kann schneller sein, als ein großer Strom, nur nicht soviel Material gleichzeitig transportieren.

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            TobyB  RED

            Vssmnn,

            das Vorhandensein von USB verdanken wir einzig und allein dem Kostenvorteil bei der Implementierung, nicht mehr oder weniger.
            FW war und wurde nicht als Consumerschnittstelle betrachtet, allenfalls als Prosumer. Und im Profibereich zählen da andere Kriterien. Gaffer führt das schon richtig aus, das Problem wir reden von Bruttodatenraten und von Treibern, ein anständiger Treiber kostet Geld. Das würde die Produkte signifikannt verteuern. Egal ob Mac oder Windows. Das hat nichts mit dem OS zu tun, insofern fasse ich deinen MacOs Flame mal als Scherz auf. Weil USB unter Mac OS(BSD UNIX) anders realisiert ist als unter Windows. Und wenn wir dann eine Ebene höher gehen auf das Audio/Midi Device wirds noch flexibler und anders, im Prinzip kannst du den Input und Output jedes Device von A nach B schicken. Ob A bei dir daheim steht und B sonstwo, ist egal so lange du eine Verbindung zwischen den Rechnern hast.

    • Profilbild
      gaffer  AHU 1

      @ customstudio:
      Deine Argumentation spricht mMn. nicht für, sondern eher gegen USB. Wären beliebig grosse Puffer sinnvoll, würde man sie anbieten. 1024 Samples sind wahrlich genug für jeden Rechner, um mit den Spuren zurecht zu kommen. Nur eine ganz schlappe CPU (oder eine minderwertigere Schnittstelle) bräuchte noch grössere Puffer.

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        Betancourt  

        Das würde ich nicht so sagen. Ich muß auf einem 2,5 Jahre alten Mac spätestens in der Mixingphase immer auf 2048 Samples unter Cubase hochgehen. Wenn man auf ca. 40 Spuren, viele davon Stereo, intensiv mit Plugins arbeitet, ist CPU-Last immer noch ein größeres Thema. Und viele haben ja noch deutlich umfangreichere Projekte. Bei den FW-Interfaces von Focusrite z.B. kann man auch entsprechend höhere Buffersizes einstellen – bis 2048 reicht das mindestens.

  2. Profilbild
    gaffer  AHU 1

    „Schade ist, dass kein Firewire-Kabel mit dabei ist. Andererseits aber auch wieder verständlich, denn es könnte ja ein FW400 zu FW400, FW800 zu FW800 oder aber das Adapterkabel benötigt werden.“

    Nee, sorry Armin, wird nicht entschuldigt. Bei meinem Duet FW waren alle Kombinationen dabei. Das muss bei diesem mehr als doppelt so teuren Interface auch möglich sein.

  3. Profilbild
    willtrop

    also bei meiner ufx waren lange FW kabel und USB kabel dabei. und sahen auch nicht nach billig produkt aus.

  4. Profilbild
    tompisa

    nochmal FireWire

    Da jetzt sogar Metric Halo (seit Bestehen eine FW -only- Company) auf USB geht, sehe ich -slbets USB Skeptiker bisher- keine Probleme mehr. Zumindest nicht, was Metric Halo Audio Interfaces betrifft.

    Auszug aus einem MH Chefentwickler Interview:

    „Damit wird USB für alle MIO Interfaces verfügbar werden. Metric Halo hat es sich nicht nehmen lassen, einen spezifisches Audio-Transport-Layer für USB zu entwickeln und mit einer unabhängigen Audio-Clock („sureClock“ bei bis zu 96 I/O-Kanälen @ 48 kHz ) auszustatten. “ uvm…

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