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Test: Roland JC-40, Gitarrenverstärker

20. Oktober 2015

40 Jahre schweben

Die „Mutter aller Cleansounds“ wird 40! Tatsächlich sind schon vier Jahrzehnte vergangen, seitdem Roland den ersten Jazz Chorus präsentierte. Der japanische Musikinstrumentengigant, der in den darauf folgenden Jahren durch seine Synthesizer und Keyboards bekanntlich zu Weltruhm gelangte, präsentierte 1975 mit dem JC-120 einen Gitarrenverstärker, der abseits der damals gängigen Röhrenbauweise bei Instrumentalverstärkern konsequent auf Halbleitertechnik setzte.

Nun, viele Vorteile einer transistorbasierten Schaltung gegenüber einem Röhrenlayout in einem Gitarrenverstärker gibt es nicht wirklich, einen aber auf jeden Fall, nämlich ein nahezu verzerrungsfreies Signal. Und das auch in hohen Lautstärken, was den JC-120 mit seinen zwei 12″ Speakern und seiner mächtigen Leistungsabgabe von satten 120 Watt, aus zwei separaten Endstufen abgefeuert, seit seinem Erscheinen für viele Jazzgitarristen zur ersten Wahl macht. Herausragendes Merkmal dieses Amps war, neben seinem enormen Schalldruck und dem eigenwilligen Design, natürlich auch der eingebaute Chorus, der wohl bis heute als Maßstab für einen perfekten, räumlichen Klang gelten darf.

Roland hat die JC-Serie über die Jahre weiterentwickelt, so erschienen Modelle in 20 Watt Versionen, als Topteil oder auch als Combo mit nur einem Speaker. Brandneu im Programm ist nun eine 40-Watt-Version, die sinngemäß Roland JC-40 benannt wurde und nun bei uns zum Schweben einlädt.

Front

— Der Roland JC-40 —

Facts & Features

Einen Schönheitspreis wird auch der JC-40 ganz sicher nicht bekommen. Genau wie beim große Bruder und Urahnen JC-120 herrscht hier nüchterne Funktionalität, was sich primär an den angetackerten Kunststoffleisten des Gehäuses und dem mit trüben pastellfarben lackierten Bedienpanel zeigt. Auch der Bespannstoff für die Speaker und die sich dahinter befindenden Lautsprecher mit ihren Alukalotten versetzen den Betrachter schon auf den ersten Blick zurück in die Geburtsstunde der JC-Baureihe. Und damit auch zurück in das industrielle Design Japans der 70er Jahre. Schön ist anders, aber klingen muss es schließlich.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Der Distortion Regler ist wohl der, der bei fast allen JCs in der absoluten Nullposition bleibt. Interessant ist der kleine JC für mein Rhodes (kleiner Raum). Da macht dann auch das Vibrato Sinn.

    Wenn ich es richtig verstehe, dann hat Roland hier Chorus/Vibrato in der guten alten Bauweise integriert und verwendet keine digitalen Versionen, oder? Übrigens rauscht mein JC-160 bei Betätigen von Chorus oder Vibrato. Und das dann gehörig!

    Danke für den Test, der zum optimalen Zeitpunkt erschienen ist.

  2. Profilbild
    Armin Bauer  RED

    Wenn ich mich recht erinnere waren früher die „kleinen“ Jazzchoruse in mono, was sie doch arg limitierte.
    Aber das Teilchen hier scheint alles richtig zu machen.

  3. Profilbild
    MidiDino  AHU

    Auch ich mag die JCs seit Jahrzehnten. Clean ist aufgrund der Transistoren seit je her unvermeidlich. Alternativ gibts den neuen Blues Cube. Die angegeben musikalischen Richtungen deuten bereits an, auf wen man sich jeweils ausgerichtet hat. Es freut mich, dass sich Roland mal wieder den Gitarristen zuwendet (und nicht bloß diesen), diesmal sogar in stereo.

  4. Profilbild
    Tom

    Ich hatte früher den JC-50 (mono). In Sachen Clean-Sound und Chorus ist die Roland Jazz Chorus-Serie für mich heute immer noch Referenz. Leider hat er sich damals mt meinen Ibanez Tubescreamer nicht so gut vertragen, so dass ich ihn dann später verkauft habe. Ist eben letzendlich doch ne Transe, für Blues- und Rocksounds für meinen Geschmack nicht optimal.

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