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Test: Schecter C-8 Multiscale Silver Mountain, E-Gitarre

Tiefer runter kaum möglich!

21. Mai 2023
Test: Schecter C-8 Multiscale Silver Mountain, E-Gitarre

Schecter C-8 Multiscale Silver Mountain

E-Gitarren mit achtsaitiger Bespannung haben sich im Metal-Bereich längst etabliert. Bands wie Meshuggah, Animals as Leaders oder der YouTube-Star Ola Englund pushen diesen Typ Instrument immer weiter und da ist es kein Wunder, dass auch Schecter als erste Wahl für viele Metal-Gitarristen da ein Wörtchen mitreden möchte. Mit der C-8 Multiscale Silver Mountain scheint man das passende Werkzeug dafür am Start zu haben, um im Kampf für den brutalsten Metal-Sound aller Zeiten ganz vorne mitzuspielen. Ausgestattet mit einer Multiscale-Mensur und Schecter USA-Pickups scheinen die Voraussetzungen dafür gegeben zu sein. Wie sich das Ganze in der Praxis darstellt, werden wir im folgenden Review erfahren.

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Schecter C-8 Multiscale Silver Mountain – Aufbau

Zu einem monströsen Sound gehört natürlich eine monströse Optik und so erscheint die Schecter C-8 Multiscale Silver Mountain in entsprechend martialischem Design. Das „Silver Mountain Finish“ bedeckt den gesamten Korpus auf seiner Vorder- und Rückseite, inklusive der Kopfplatte. Verwendet wurden für Korpus und Hals Mahagoni, wobei der Hals mit einem extrem homogenen Übergang eingeleimt und mit einer Carboneinlage gegen die hohen Zugkräfte der Saiten verstärkt wurde. Acht Saiten ziehen nicht nur ordentlich am Hals, sie verlangen auch nach Platz. Entsprechend breit zeigt sich der Sattel mit 54 mm, der die Drähte über einen Hipshot Hardtail-Steg zu ihren Aufnahmen im Korpus führt. Richtig, um jede Chance auf einen möglichst fetten Sound zu nutzen, verfügt die C-8 Multiscale Silver Mountain über eine String-through-Body-Konstruktion – fast schon Pflichtprogramm für eine moderne Metal-Gitarre.

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Schecter C-8 Multiscale Silver Mountain
Schecter C-8 Multiscale Silver Mountain Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

Darüber hinaus ergänzt der Hipshot-Steg mit seiner angeschrägten Form das Bild der 24 asymmetrisch eingesetzten X-Jumbo-Bünde und auch die beiden Humbucker wurden entsprechend dem Design angepasst. Das hat aber nicht nur optische Gründe, denn durch die Nähe der tiefen Saiten zum Steg entsteht deutlich mehr „Punch“ im Sound. Damit erhalten die Basssaiten ein knackigeres und die oberen Saiten hingegen ein wärmeres Klangbild. Und das ist für das Einsatzgebiet im Metal- bzw. DJent unerlässlich, wo es auf präzises Riffing und singende Lead-Sounds ankommt.

Fächerbünde und „Multiscale“

Ein besonderes Merkmal des Instruments sind sicher die gefächerten Bünde auf dem Ebenholzgriffbrett, die durch ihre Anordnung zwei unterschiedliche Mensuren ermöglichen. Bei dieser sogenannten „Multiscale-Mensur“ variiert die Länge der Mensur von 686 mm für die tiefste Saite (F#) bis hinunter auf 648 mm bei der hohen E-Saite. Damit wird gewährleistet, dass die Basssaiten neben einem präziseren und direkteren Spielgefühl für den Benutzer ihre schwingenden Massen möglichst voll ausnutzen können. Dagegen bieten die hohen Saiten einen wärmeren Sound und eine ähnlich komfortable Bespielbarkeit, wie sie bei einer herkömmlichen E-Gitarre zu finden ist. Die Bundierung gibt keinen Anlass zur Kritik, hier wurde von Kopf bis Fuß sauber gearbeitet und dank der beiden weit ausgesägten Cutaways sowie dem homogen gestalteten Hals-Korpus-Übergang sind selbst die höchsten Lagen auf dem Griffbrett bequem zu bespielen.

Nicht ganz so sauber wurde hingegen der Sattel eingesetzt, er ist in seinem Sitz etwas nach rechts verrutscht und ragt somit etwas über bzw. hinterlässt links eine kleine Unebenheit in seiner Kerbe. Ob dies eventuell der Grund für die nicht korrekte Oktavreinheit unseres Testinstruments darstellt? Insbesondere die tiefen Saiten fallen hier negativ auf, was man an der einen oder anderen Stelle später in den Klangbeispielen hören kann. Doch so weit sind wir noch nicht, werfen wir noch einen Blick auf die Tonabnehmer und die Möglichkeiten, die uns die Schaltung bietet.

Schecter C-8 Multiscale Silver Mountain back

Schecter USA Sonic Seducer Humbucker

Obwohl die Schecter C-8 Multiscale Silver Mountain aus Kostengründen in Korea hergestellt wird, hat man ihr Tonabnehmer aus der US-Fertigung und damit aus eigenem Hause spendiert. Wie bereits erwähnt, folgen die zwei Sonic Seducer Humbucker mit ihrer angeschrägten Bauweise dem speziellen Design der Gitarre, sie fügen sich nahtlos mit der kaum weniger „schrägen“ Hipshot-Brücke zu einem stimmigen Gesamtbild auf der Decke zusammen. Ein Dreiwegeschalter sorgt für die Auswahl der Tonabnehmer, hier stehen wie zu erwarten die Kombinationen Hals-Pickup, beide Pickups oder Humbucker am Steg im Alleinbetrieb zur Verfügung.

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Einen Extra-Bonus gibt es in Form einer Singlecoil-Schaltung, die bei herausgezogenem Tone-Poti aktiviert wird und beide Tonabnehmer entsprechend schaltet. Etwas verwirrend ist die Anordnung der beiden Volume-Regler, denn der vordere bedient den Steg-Humbucker und der hintere den am Hals. Eigentlich kennt man das anders rum, im Endeffekt ist das aber Gewöhnungssache. Die drei Regler hinterlassen einen soliden Eindruck, sie laufen wie in Butter auf ihren Achsen und dank der griffigen Metallknöpfe hat man auch mit schweißnassen Fingern die Situation jederzeit gut im Griff. In nicht ganz so blendendem Zustand befindet sich hingegen der Dreiwegeschalter, der schon jetzt im Neuzustand recht fragil wirkt. Da dürfte man in dieser Preisklasse schon etwas Solideres erwarten. Sämtliche Bedienelemente wurden gut erreichbar in die Decke eingesetzt.

Schecter C-8 Multiscale Silver Mountain Switch

Schecter C-8 Multiscale Silver Mountain Schaltung

Die C-8 Multiscale Silver Mountain in der Praxis

Das Bespielen eines solch breiten Griffbretts erfordert natürlich eine mehr oder weniger ausgedehnte Eingewöhnungsphase vor allem für Neueinsteiger auf diesem Gebiet. Nach ein paar Minuten aber hat man sich dann zumindest grundlegend orientiert und die faszinierenden Möglichkeiten, die eine achtsaitige Bespannung bietet, können ab dann völlig neue und kreative Momente auslösen, die weit über das öde Runterschrubben von Power-Chords oder Staccato-Riffs im DJent-Style hinausgehen. Scales und Voicings können komplett anders betrachtet und ausgedehnt werden, auch wenn die F# Saite nicht immer gut im Gesamtklang abgebildet wird.

Hier scheint es dem Instrument schlicht an Masse zu fehlen, um die Resonanzen derart tiefer Schwingungen noch halbwegs rüberzubringen bzw. an die Pickups zu liefern. Dabei kann man den akustischen Grundklang als durchaus positiv bewerten, mit der Saitenführung durch den Korpus und dem eingeleimten Hals knurrt die Schecter C-8 Multiscale Silver Mountain auch unverstärkt schon kräftig und punktet dazu mit einem mächtigen Sustain als Bonus oben drauf. Nur ganz, ganz unten fehlt es eben ein wenig an Power. Hinzu kommt wie bereits weiter vorne beschrieben, dass unser Testinstrument speziell im Bereich der tiefen Saiten nicht oktavrein eingestellt war und es daher schon beim Spielen einfacher Power-Chords nicht immer sauber in allen Lagen zuging.

Die fehlende Masse können die beiden Sonic Seducer Humbucker nicht kaschieren, obgleich sie in allen anderen Punkten wie Dynamik, Nebengeräuschverhalten und klangliche Flexibilität eindeutig in der Oberklasse mitmischen. Ihr offenes Klangbild, der hohe Headroom sowie die Möglichkeit, mittels Coil-Split-Funktion die Klangvielfalt deutlich zu erweitern, machen sie zur perfekten Ergänzung zur kräftig schwingenden Mahagonikonstruktion des Instruments. Ein straffes Bassfundament, nicht zu überbetonte Mitten und ein seidiges Höhenspektrum zeichnet den Sound aus, der sich mit entsprechendem Amp am anderen Ende der Strippe garantiert im noch so dichten Bandgefüge durchzusetzen weiß.

C-8 Multiscale Silver Mountain – Klangbeispiele

Für die folgenden Klangbeispiele habe ich die Schecter C-8 Multiscale Silver Mountain zusammen mit einem Orange Micro Dark und einer daran angeschlossenen 1×12″ Celestion Vintage 30 Box eingesetzt. Vor der Box war ein AKG C3000 Mikrofon platziert, weitere Effekte kamen nicht zur Anwendung.

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Fazit

Die Schecter C-8 Multiscale Silver Mountain präsentiert sich im Test als ein echtes Kampfschwert für die härtesten aller Metal-Bereiche. Ihr Klang ist druckvoll, offen und sehr präzise, die Bespielbarkeit hervorragend und auch die Optik macht sie zu einem echten Hingucker im Proberaum wie auf der Bühne. Doch wo Licht ist, da ist auch immer etwas Schatten. Allem voran ist da die Tonentfaltung der F#-Saite gemeint, die nicht sauber artikuliert abgebildet wird und ein robuster Dreiwegeschalter sowie eine sauber eingestellte Oktavreinheit sollten in dieser Preisklasse ebenfalls mit drin sein.

Plus

  • saubere Verarbeitung
  • sehr gute Pickups
  • gute Bespielbarkeit
  • stilgerechte Optik

Minus

  • Klangverhalten im Tiefbassbereich
  • Testinstrument nicht oktavrein
  • Preis

Preis

  • 1.799,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Django07

    Da ich ganz altmodisch nur sechs Saiten spiele: ist die Mensur für eine 8-Saiter nicht ein wenig kurz geraten?

    So wie ich den Test lese ist diese Gitarre ein gutes Instrument, dass ausgerechnet beim Hauptargument Schwächen hat: TIEF spielen…

    Ohne Djent-Artisten ärgern zu wollen: da man zu 99,9% auf der einen Saite spielt ist die Mensur-Länge relevant 😀

    • Profilbild
      Jeanne RED

      @Django07 8-Saiter in dieser Stimmung gibt es ja schon seit ca. 20 Jahren mit dieser oder gar kürzerer Mensur, und bei den so entstandenen Alben hat sich zumindest /darüber/ das Publikum nicht beschwert ;)

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