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Test: Schecter Rob Scallon C-1 Signature, E-Gitarre

Das Edelbrett von Schecter!

17. Januar 2023

Test: Schecter Rob Scallon C-1 Signature, E-Gitarre

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Schecter ist innerhalb weniger Jahre zu einem der weltweit größten Gitarrenhersteller avanciert. Dazu beigetragen haben dürfte nicht zuletzt eine kluge Endorsement-Politik, die zwar nicht die ganz großen Namen beinhaltet, dafür aber eine wirklich feine Auswahl an Signature-Instrumenten zu fairen Konditionen bietet. Bestes Beispiel dürften die Nick Johnston- und die Keith Merrow-Serien sein und sogar Robert Smith hat seine eigene „UltraCure“ auf den Leib geschneidert bekommen. Da man auch den modernen Zeiten Tribut zollen möchte und natürlich die potentielle Kundschaft aus dem Social Media-Sektor nicht ausser acht lassen will, darf nun auch ein YouTuber ein eigenes Modell promoten. 2,4 Millionen Abonnenten sind natürlich auch ein Argument und so präsentiert man kurzerhand die Schecter Rob Scallon Signature Gitarrenfamilie, denen neben der hier vorgestellten C-1 mit sechs Saiten auch eine Sieben- und eine Achtsaiter angehören.

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Schecter Rob Scallon C-8 SDR
Schecter Rob Scallon C-8 SDR Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

Schecter Rob Scallon E-Gitarre – Facts & Features

Viel Gewicht entspricht viel Klang? Nun, wenn es danach geht, ist die Schecter Rob Scallon C-1 mit knapp 4 kg klanglich schon mal ganz vorne mit dabei. Hauptursache für das relativ hohe Gewicht dürfte der durchgehende Mahagoni-Hals sein. Eine Konstruktion, die man so oder ähnlich schon öfter gesehen hat, aber der Blick auf das Mahagoni, im Zusammenspiel mit den angesetzten Body-Teilen aus mattschwarz lackierter Sumpfesche, ist optisch auf jeden Fall schon mal ein Highlight. Die Lackierung nennt sich Satin Dark Roast und ist so beschaffen, dass man die Maserung des Holzes sehen und fühlen kann. Das führt natürlich zu einer ganz eigenen Haptik und gibt dem Instrument ein irgendwie organisches, lebendiges Feeling. Die Korpusform ist keine Unbekannte und entspricht der bei Schecter immer wieder auftauchenden, modernisierten Strat. Ein paar Shapings auf der Oberfläche und der durchgehende Hals machen das Instrument zu einem höchst ergonomischen Partner.

Test: Schecter Rob Scallon C-1 Signature, E-Gitarre

Ergonomisch und optisch ein Highlight: Die Schecter Rob Scallon C-1

Der Hals selbst ist dreistreifig verleimt und trägt ein Griffbrett aus Ebenholz. Die 24 Jumbo-Bünde sind erstklassig abgerichtet. Die Markierungen auf dem Griffbrett beginnen erst ab dem 12. Bund, zur Orientierung sind aber die Sidedots netterweise alle vollständig da, wo sie hingehören. Ein breiter Kunststoffsattel führt die .009 – .042er Werksbesaitung auf schnurgeradem Weg zu den Hipshot Grip-Lock Tunern, die, wie der Name andeutet, über eine Locking-Funktion verfügen. Auch bei Gitarren ohne Vibratosystem hat sich meiner Meinung nach das Festklemmen der Saiten direkt in der Mechanik absolut bewährt, weil sich die Zeit des Saitenwechsels deutlich verkürzt und die Gitarre wegen der deutlich reduzierten Wicklungen auf dem Schaft die Stimmung besser hält. Die Kopfplatte greift das Thema des Korpus optisch auf, indem nur ein Teil des Headstocks in mattschwarz lackiert wurde. Die mittels ein gefrästen Kehle optisch noch hervorgehobenen Seitenflügel wirken edel und machen die Kopfplatte schlank. Ein kleiner Holzkragen stützt den Übergang vom Hals zur Kopfplatte.

Test: Schecter Rob Scallon C-1 Signature, E-Gitarre

Optisch ebenfalls sehr gelungen ist das „Korpuszitat“ aus Mahagoni und mattschwarzer Lackierung auf der Kopfplatte.

Am anderen Ende der Saiten finden wir eine schlichte Bridge in Satin Black, diese ist ebenfalls von Hipshot. Die Saiten werden unter der Brücke durch den Korpus gefädelt und dort von sechs sauber eingesetzten Hülsen gehalten. Das rückseitige Elektronikfach ist mit einer versenkt eingesetzten Kunststoffplatte verschlossen, damit auch wirklich nichts das Gefühl stört. Der Rest der Hardware, also namentlich die beiden Knöpfe für Volume und Tone, sind der Optik entsprechend ebenfalls in Satin Black gefertigt. Die Positionierung der beiden ist perfekt, der Volume-Regler ist beim Spiel wunderbar mit dem kleinen Finger zu erreichen und erlaubt so Swells und feine Justierung der Lautstärke bzw. des Zerrgrades der nachfolgenden Kette an Soundperipherie. Den Weg zum Amp ebnet die an der unteren Zarge angebrachte Klinkenbuchse. Als kurzes Zwischenfazit kann ich schon mal andeuten, dass sowohl Verarbeitung als auch Optik des Instruments zum Besten gehören, was ich bislang in den Händen halten durfte. Ersteres ist objektiv, Letzteres natürlich streng subjektiv.

Schecter Rob Scallon Headstock Back

Die Locking Tuner von Hipshot und der „Signature-Anker“ von Rob Scallon. Der dreistreifige Hals und der Holzkragen am Übergang zur Kopfplatte sind gut zu erkennen.

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Schecter Robert Smith UltraCure  BLK
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Schecter Rob Scallon C-1 Signature – die Elektrik

Die Elektrik ist nicht sonderlich aufregend, auch wenn der gute Rob in seinem Video von der Schaltung der Pickups schwärmt, als sei das Rad neu erfunden worden. Aber langsam. Zunächst mal kurz was über die Pickups, das sind nämlich Schecter eigene Diamond ’78 Humbucker, allerdings in einer Rob Scallon Edition. Was genau daran jetzt anders ist, außer dass der „Signature-Anker“ darauf verewigt ist, geht aus keiner Beschreibung hervor. Rob selbst spricht von „extrem vielseitigen Pickups“. Nun ja, das wird der Praxistest zeigen. Beide Humbucker sind mittels Ziehen des Tone-Potis splitbar. Was mich tatsächlich verwundert, ist die Tatsache, dass Rob eines „Instagram-Mods“ bedurfte, um den Halspickup so zu splitten, dass die dem Hals zugewandte Spule aktiv ist. Der beste Platz für einen Singlecoil in Halsposition ist die Höhe des 24. Bundes. Ist das nicht möglich, weil der Platz schon durch einen Bund besetzt ist, sollte man natürlich so nah wie möglich an dieser Position sein, um den gewünschten, hohlen, so typischen Stratsound zu erhalten. Kein Hexenwerk also, selbst meine Harley Benton Fusion Roasted Humbucker Tele macht das so. Als optisches Hilfsmittel kann man sich aber tatsächlich an den aufgedruckten Ankern orientieren, im Split-Mode sind jeweils die Spulen mit Anker aktiv. Verwaltet werden die beiden Pickups ganz klassisch über einen 3-Wege-Schalter.

Schecter Rob Scallon Pickups

Im Split-Mode sind die Spulen mit dem Anker aktiv, also zum Beispiel die dem Hals zugewandte Spule. Kein Hexenwerk, obwohl der Namensgeber der Gitarre das gern so verkauft.

Die Schecter Rob Scallon Signature Gitarre in der Praxis

Dank des recht hohen Gewichts des Instruments ist im Sitzen, trotz der Verwendung der etwas schwereren Locking-Tuner, nur eine minimale Kopflastigkeit bemerkbar. Am Gurt ist das dann überhaupt kein Thema mehr. Leider sind mal wieder keine Security-Locks verbaut, was ich bei einer knapp 1.80,- Euro teuren Gitarre schon fast für sträflich halte. Aber des Meisters Wille ist sein Himmelreich und so hat er sogar dafür im Video eine Begründung, die man allerdings in 0,3 Sekunden widerlegen könnte. Ich verlinke das Video unten, aber wer keine Lust hat, sich die Lobhudelei anzuschauen, soll hier in Kürze erfahren, dass man mit Security-Locks auf einen Gurt festgelegt sei und diesen nicht mal eben schnell wechseln könne. Und das ist, sorry Rob, völliger Blödsinn. Bei dem Preis der Gitarre könnte wenigstens ein Set zur Selbstmontage beiliegen.

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Die Saitenlage ist ab Werk schön sportlich und dem modernen Anspruch des YouTubers entsprechend flach, wobei nichts rappelt oder schnarrt, die Werkseinstellung ist alles in allem perfekt. Der Hals mit seinem nicht allzu flachen C-Profil trägt zu einer wirklich gesunden Mischung aus ausreichend Material und flacher Saitenlage bei, die Schecter Rob Scallon ist in jeder Lage und bis in die höchsten Höhen einwandfrei bespielbar und fühlt sich, jedenfalls für mich, sofort vertraut an. Trocken angespielt kann man die Gitarre als warm und voll charakterisieren, die Tonansprache ist dabei direkt und das Sustain lang und ausgewogen. Bereits jetzt lassen sich spielend leicht Artificial- und Pinch-Harmonics erzeugen. Sollten die Tonabnehmer die Charakteristik der Gitarre unterstützen, erwartet uns ein dicker, satter Sound. Pluggen wir mal in und listen wir mal to the vibe.

 

Schecter Rob Scallon Body

So klingt die Schecter Rob Scallon C-1 Signature

Für die Klangbeispiele habe ich wieder die Kemper Performance von Nico Schliemann verwendet, die auf einem Marshall Plexi basiert, der von Michael Britt digitalisiert wurde. Zunächst schalte ich alle drei Kombinationen der Pickups von der Halsposition zum Steg-Humbucker durch, ohne die Pickups zu splitten. Der cleane Sound des Hals-Pickups zeigt tatsächlich genau die Wärme, die ich erwartet habe. Straffe Bässe halten das Klangbild aufgeräumt. Die Mittelposition fügt dem Sound etwas Brillanz hinzu, während der Steg-Pickup allein deutlich komprimierter klingt. Für sich allein ist mir persönlich dieser Sound zu flach, da freue ich mich jetzt schon auf das Highgain-Gewitter, die Gene für saubere Tontrennung und fette Leads sind jedenfalls definitiv vorhanden. Im Split-Mode klingen die Pickups ebenfalls sehr erwachsen und stellen gegenüber reinen Singlecoils in meinen Augen keinen Kompromiss dar. Vor allem die Mittelposition macht jeder Telecaster Ehre. Sauber! Am Ende des Singlecoil Klangbeispiele hört ihr kurz die Wirkweise des Tone-Potis, das quasi nur im ersten Viertel des Regelweges Wirkung zeigt. Das Volume-Poti dagegen arbeitet sauber und gleichmässig und schreit nach Volume-Swells mit Delay. Dazu mehr im Distortion-Bereich.

Zerren wir leicht an, erweisen sich die Pickups ebenfalls als kongeniale Partner in der Klangformung. Wunderbar dynamisch lässt sich der Sound mit dem Anschlag steuern.

Bei höherer Verzerrung bleiben die Pickups souverän und matschen oder mulmen nicht. Der Bassbereich bleibt stets aufgeräumt, die Höhen sind wohldosiert. Der Sound setzt sich durch, komplexere Akkorde bleiben gut aufgelöst und differenziert.

Schalten wir um auf einen Leadsound. Das Rezept ist einfach: Spaghetti con Tutti, was der Kemper hergibt. Resultat ist ein cremiger, satter Leadsound, der sehr ehrlich ist und Spielfehler nicht wirklich verzeiht, dafür aber bei Bedarf all das raustönt, was ich in die Gitarre reinschicke. Das ist hohe Klangkultur. Es schmatzt, quietscht und drückt aus den Studiomonitoren, dass es eine wahre Freude ist.

Zu guter Letzt noch ein bisschen Spielerei mit Volume-Regler und viel Delay. Sehr gut zu hören ist die saubere Arbeitsweise des Potis, so lässt sich die Gain-Intensität wunderbar beeinflussen.

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Fazit

Die Schecter Rob Scallon C-1 Signature Gitarre erweist sich als vielseitiges, höchst professionelles Instrument mit hoher Klangkultur und allerbester Verarbeitung.  Der etwas anstrengende Signature-Kult sowie die fehlenden Security-Locks können und dürfen natürlich nicht zu einer Abwertung führen. So sind als einzig negative Aspekte das recht hohe Gewicht und der geringe effektive Regelweg des Tone-Potis der Schecter Rob Callon zu nennen, was mich aber angesichts des Gesamteindrucks nicht von einem sehr guten Testurteil abbringen kann. Der Preis ist hoch, aber in Relation zur gebotenen Qualität absolut in Ordnung. Das ist viel Gitarre fürs Geld!

Plus

  • Verarbeitung
  • Optik
  • Sound
  • Bespielbarkeit

Minus

  • hohes Gewicht
  • Regelweg des Tone-Potis

Preis

  • 1.749,- Euro
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