Test: TECH 21 DP-3X, Basspreamp

18. September 2018

Hosentaschenpreamp

Bekanntermaßen schmücken sich Unternehmen aus dem Musikalienbusiness mit großem Vergnügen und in regelmäßigen Abständen mit allerlei Künstlern, die Rang und Namen haben, um gehörig die Werbetrommel zu rühren. Ebenso die amerikanische Manufaktur TECH 21 aus Midtown Manhattan/New York kann davon ein Lied singen und diesbezüglich, nach der fast 30-jährigen Firmengeschichte, eine schier endlose Auflistung von bekannten Nutzern ihrer Produkte vorweisen. Für TECH 21 natürlich kein allzu schweres Unterfangen, da man schließlich mit dem legendären SansAmp Bass Driver DI ein regelrechtes Referenzprodukt für Bassisten entwickelt hat, das im Studio und auf der Bühne nicht mehr wegzudenken ist. Nachvollziehbar, dass der ein oder andere Musiker dieses Produkt somit auch im persönlichen Equipmentarsenal untergebracht hat.

Vereinzelt mündet die Zusammenarbeit zwischen bekannten Musikern und Herstellern sogar in sogenannten Signature-Produkten, die in hohem Maße die Wünsche und Vorstellungen der Künstler berücksichtigen. Diesbezüglich scheint die Kollaboration zwischen dem Unternehmen TECH 21 und dem nicht allzu unbekannten Musiker Doug „dUg“ Pinnick äußerst harmonisch zu verlaufen. Denn nach dem 2015 veröffentlichten TECH 21 dUg Ultra Bass 1000 Bassverstärker folgt nun im Jahre 2018 mit dem TECH 21 DP-3X Preamp der zweite große Wurf aus Übersee, den wir uns im folgenden Review mal genauer betrachten werden.

Maßgeblich bekannt wurde der mittlerweile 68-jährige dUg Pinnick in den 80er bis 90er Jahren des vergangenen Jahrtausends mit der amerikanischen Rockband Kings X, die in einfacher Triobesetzung mit einem charakteristischen Stil für Aufsehen sorgte. Neben dem dreistimmigen Gesang und der Melange aus Elementen des Progressive-Rock, Hardrock, Grunge und Soul war es vor allem der warme, runde, verzerrte Basssound des dUg Pinnick, der unter Bassisten großen Anklang fand. Grund genug also, um einen Preamp zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, der genau diesen beliebten Sound der Bassistengemeinde einfach zugänglich macht. Somit begutachten wir den TECH 21 DP-3X einmal im Detail und hören genau hin, ob dieser Preamp visuell, praktisch wie auch akustisch überzeugen kann.

TECH 21 DP-3X

— TECH 21 DP-3X – dUg Pinnick Preamp —

TECH 21 dUg Pinnick DP-3X – Facts & Features

Geliefert wird der TECH 21 DP-3X Preamp in einer schick glänzenden, schwarzen Blechdose, die äußerst werbewirksam den großformatigen TECH 21 Firmenschriftzug trägt. Darin lässt sich neben dem Hauptprodukt noch ein passendes Netzteil samt diversen länderspezifischen Steckdosenadaptern, eine Bedienungsanleitung und ein TECH 21 Aufkleber finden. Grundlegend eine schöne Idee, die Verpackung so hochwertig auszuführen. Allerdings muss man die einzelnen Elemente ganz schön in die Blechdose pressen, um alles zusammen hinein zu bekommen. Wäre die Verpackung nur einen Tick größer und hätte man dieser noch Formeinlagen spendiert, wäre dies deutlich praktikabler. Aber womöglich wandert der Preamp bei den meisten Nutzern sowieso nie wieder in die Dose und bleibt permanent in Gebrauch.

TECH 21 DP-3X

— TECH 21 DP-3X – Lieferumfang —

Betrachtet man den DP-3X zum ersten Mal genauer, so überraschen sicherlich in erster Linie die geringen Abmessungen dieses Preamps. Mit den Maßen von gerade einmal 19,7 x 6,4 x 3,2 cm, einem Gewicht von 350 Gramm und den ganzen kleinen Reglern und Schaltern wirkt dieser Preamp schon fast wie eingelaufen oder speziell für musizierende Zwerge entworfen. Doch das ist natürlich nicht der Fall.

Wie es sich für ein Bodeneffektgerät gehört, besteht die Hülle dieses kompakten Preamps aus robustem Metall, wobei die Oberfläche maßgeblich durch die gebürstete, schwarze Optik besticht. Für etwas Abwechslung auf der Hülle sorgen lediglich die weiße Beschriftung und vereinzelte weiße und graue grafische Elemente. In diesem Zuge dürfen natürlich das Logo und die Unterschrift von dUg Pinnick selbst nicht fehlen, um deutlich zu unterstreichen, dass es sich bei diesem Preamp um ein Signature Modell handelt.

Trotz der geringen Abmessungen des DP-3X sind auf dem Bedienfeld ganze sieben Potis, vier Druckschalter, drei Fußtaster und ein LED-Display untergebracht. Ganz schön viele Elemente auf kleinstem Raum. Aber dennoch wirkt das Bedienfeld aufgeräumt und in drei Reihen praktisch wie auch funktional gegliedert. Ansonsten birgt das Gehäuse dieser kleinen Kiste nicht allzu viele weitere Features. Auf der hinteren Seitenfläche lässt sich neben einem Anschluss für das beiliegende Netzteil lediglich der obligatorische Ein- und Ausgang im 6,3-mm-Klinkenformat finden. Auf der linken Seitenfläche zeigt sich außerdem ein DI-Ausgang im XLR-Format, um somit flexibel für Live- oder Aufnahmesituationen gewappnet zu sein. Letztendlich sind auf der Bodenplatte noch vier Gummifüße aufgeklebt, die den Preamp im Eifer des Gefechtes sicher am Untergrund fixieren.

TECH 21 DP-3X

— TECH 21 DP-3X – Bedienfeld und Rückseite —

Da hat das Bedienfeld doch weitaus mehr zu bieten, das im Detail folgende Funktionen bereithält. In der obersten Reihe lassen sich sogleich die sieben kleinen Drehregler finden, die aus transparentem Kunststoff bestehen und über eine schwarze Markierung ihre jeweilige Einstellung verdeutlichen. Den Anfang macht dabei der VOLUME-Poti, der natürlich grundsätzlich für die Intensität der Ausgangslautstärke verantwortlich ist. Weiter geht es mit dem CHUNK Regler, der speziell auf den Klangvorstellungen von dUg Pinnick aufbaut. Dabei wird auf den Grad der High-End-Verzerrung eingegriffen, wobei der Sound im gleichen Zuge obertonreicher wird und zusätzlich sehr gut auf den persönlichen Attack reagiert werden kann.

Mit den Potis HIGH, MID, LOW lässt sich im DP-3X ebenso ein Dreiband-EQ finden, sodass äußerst flexibel und differenziert der persönliche Wunschsound realisiert werden kann. Mit dem COMP-Drehregler reiht sich sogar ein integrierter Kompressor in die Ausstattung des Preamps, der ziemlich oldschool auf FET-Technologie basiert und somit, ganz im Stile der 50er und 60er Jahre, für einen warmen und transparenten Klang spricht. Den Abschluss im Bunde bildet das DRIVE-Poti, über das sich letztlich die Intensität der Verzerrung regeln lässt.

In der zweiten Reihe des Bedienfeldes sind vier Druckknöpfe und ein kleinformatiges LED-Display angeordnet. Auf der linken Seite macht der GROUND-SWITCH den Anfang, um Erdungsprobleme und das daraus resultierende unliebsame Brummen im Grundsound den Garaus zu machen. Daneben lässt sich der HEADPHONE-Button finden, der bei Aktivierung das Signal am 1/4″ Klinkenausgang speziell auf die Anforderungen von Kopfhörern anpasst, sodass z.B. neben einem höheren Ausgangssignal ebenso beide Kanäle versorgt werden. Wie üblich eine äußerst hilfreiche Funktion, um im stillen Kämmerlein rund um die Uhr üben zu können, ohne dabei die nähere Umwelt zu belästigen. Der darauf folgende SHIFT-Druckknopf steht in direkter Verbindung mit dem darüberliegenden MID-Poti. Wahlweise lässt sich über diese Funktion nämlich festlegen, ob der MID-Drehregler auf Frequenzen bei 325 oder 700 Hz eingreift, was somit eine detaillierte Bearbeitung des Grundsounds ermöglicht.

Äußerst unscheinbar gesellt sich nachfolgend ein kleines LED-Display in die Funktionspalette, das als Statusanzeige für das integrierte, chromatische Stimmgerät arbeitet, jedoch im normalen Betrieb optisch kaum in Erscheinung tritt. Am Ende der Reihe bleibt noch der GAIN-Button zu erwähnen, der nach Aktivierung einen 10-dB-Boost der Signalstärke zur Folge hat, was z.B. bei der Nutzung von passiven E-Bässen mit geringem Ausgangssignal äußerst hilfreich sein kann!

Abschließend bleiben nur noch die drei Fußtaster in der untersten Reihe zu erwähnen. Dabei sticht der grafisch hervorgehobene MIX-Taster direkt ins Auge, der maßgeblich für die Realisierung des charakteristischen dUg Pinnick Sounds benötigt wird. Wird dieser Taster betätigt, so werden die beiden Funktionen CHUNK und DRIVE nämlich erst im Gesamtsound aktiviert. Weiter geht es mit dem mittleren ON Fußtaster, über den sich der TECH 21 DP-3X Preamp grundlegend de- bzw. aktivieren lässt. Am Ende bildet der TUNER-Fußtaster den Abschluss, der nach Betätigung den Preamp stumm stellt und wiederum das zuvor erwähnte LED-Display aktiviert, das standesgemäß den aktuell gespielten Ton anzeigt, um so die gewünschte Stimmung zu realisieren.

TECH 21 DP-3X – ein Zwischenfazit

Nach erster äußerlicher Betrachtung gibt der DP-3X somit durchaus ein gutes Bild ab. Die Verarbeitung ist tadellos und die eingesetzten Materialien machen einen robusten, wertigen und langlebigen Eindruck. Das Miniaturdesign ist ziemlich pfiffig umgesetzt und zeigt letztendlich, wie viele Funktionen man in solch eine kleine Kiste stecken kann. Lediglich die kleinen Potis könnten für Personen mit grobmotorischer Veranlagung etwas zu fragil ausgeführt sein, sodass mit dem nötigen Fingerspitzengefühl vorgegangen werden sollte. Auffallend ist zudem der fehlende Batteriebetrieb, der besonders einem solch kleinen und mobilen Preamp gut zu Gesicht gestanden hätte. Aber es ist durchaus nachvollziehbar, dass hierfür im Zuge der Produktentwicklung kein Platz mehr im Gehäuse zu finden war und man gewisse Kompromisse eingehen musste.

Doch genug mit diesen Äußerlichkeiten. Was der DP-3X aus praktischer Sicht zu bieten hat und wie er dabei klingt, wird sich im nachfolgenden Testverlauf klären.

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