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Test: Thomas Henry Designs Mega Percussive Synthesizer, Eurorack Percussion Modul

Analoge Mega Percussion

11. November 2022
thomas henry designs mega percussive synthesizer test

Thomas Henry Designs Mega Percussive Synthesizer, Eurorack Percussion Modul

Das Eurorack-Modul Mega Percussive Synthesizer ist aus einem DIY-Projekt heraus entstanden. Sein Entwickler heißt Thomas Henry und die zugrundeliegende Schaltung erfreut sich in der DIY-Szene an großer Beliebtheit. Da nicht jeder das Talent oder die Lust hat, Synths oder Module selbst zusammenzulöten, gibt es neben den Ready-to-Build-Kits auch häufig fertig konfektionierte Module solcher Projekte zu erwerben. Genau solch ein Modul ist der Thomas Henry Designs Mega Percussive Synthesizer (MPS). Das Panel stammt aus dem Design von Magpie Modular und das Modul ist 30 HP breit.

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test Thomas Henry design mega percussive synthesizer

Mega Percussive Synthesizer

Der Entwickler des Mega Percussive Synthesizer

Thomas Henry lebt in der Stadt Mankato im US-Bundesstaat Minnesota und begann Anfang der 1980er-Jahre, analoge Synthesizer selbst zu entwickeln. Er entwickelte diverse Drumsynths, VCO-, VCF- und VCA-Schaltungen, komplette Synth-Schaltungen, MIDI-Controller, analoge Delays usw.

Er veröffentlichte seine Projekte in zahlreichen Artikeln in Fachmagazinen, in denen er den Bau dieser Module publizierte. Heute findet man seine Schaltungen im Internet und in entsprechenden DIY-Foren wird sich über die Module ausgetauscht.

Unter dem Namen Midwest Analog Products fertigte er in seinem eigenen Unternehmen bis 2005 unterschiedliche Synth-Produkte.

mega percussive synthesizer thomas henry

Wie ist der Mega Percussive Synthesizer aufgebaut?

Die Klangerzeugung des Mega Percussive Synthesizer ist komplett analog aufgebaut.

test Thomas Henry design mega percussive synthesizer

Prinzip-Blockschaltbild des MPS

Das Modul besteht grundsätzlich aus drei separaten Synthesizer Elementen namens Shell, Noize und Impkt.

Die Grundlage zur Klangerzeugung des MPS bildet die wissenschaftliche Theorie, dass ein perkussives Element aus drei Elementen besteht:

  1. Impact: Es muss ein Schlag zur Erzeugung einer Schwingung ausgeführt werden. Dieser kann unterschiedlich stark und mit verschiedenen Materialien passieren.
  2. Shell: Das geschlagene Instrument erzeugt je nach Material und Größe eine mehr oder weniger starke Resonanzschwingung, ausgelöst durch den Schlag.
  3. Noise: Je nach Material des geschlagenen Instruments erzeugt es tonale oder geräuschhafte Reaktionen. Oder auch beides zusammen.

Den ausführlichen Text dazu gibt es in dieser schönen Abhandlung.

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So fasst Thomas Henry in dem Mega Percussive Synthesizer die Theorie zusammen und bildet sie folgendermaßen in seiner Schaltung ab:

Impkt
Impkt simuliert sowohl die Materialität einer Oberfläche als auch eines Objekts, das auf die Oberfläche einschlägt und kann in der Intensität geregelt werden. Hierzu kommt ein stimmbarer VCO mit relativ kurzer, regelbarer Hüllkurve zum Einsatz.

Shell
Shell erzeugt mit einem VCO einen abklingenden Korpus-Klang, der gestimmt werden kann und der mit einer Sweep-Hüllkurve ausgerüstet ist. Um zusätzliche Abklinggeräusche zu erzeugen, wird ein zweiter VCO eingesetzt. Dieser kann mittels Ring Modulator den ersten Oszillator beeinflussen und in der Intensität und Balance geregelt werden. Dadurch entstehen zum Beispiel metallische Geräusche, das Spektrum an Klangfarben wird dadurch riesig.

Noize
Noize erzeugt gefilterte Rauschanteile, die zum Beispiel ideal für Snares oder HiHats sind.

Das Noise-Modul verfügt über eine Sweep-Hüllkurve und wandert durch eine State Variable Filterschaltung, die wahlweise Tiefpass oder Bandpass mit Cutoff und Resonance zur Verfügung stellt. Die Resonanz reicht leider nicht in die Selbstoszillation.

Jedes Teilelement verfügt über einen eigenen VCA, bevor es zur gemeinsamen Mixersektion geht.

Die Teilelemente verfügen über separate Audioausgänge hinter dem VCA. Jeder Ausgang verfügt über eine zweite Buchse, die quasi als „Return“-Eingang arbeitet. Das ist sehr cool, denn über diese internen Loop-Punkte können für jedes Teilelement externe Effekte eingeschleift werden.

Der Trigger-Eingang ist in der Eingangsempfindlichkeit regelbar. Da es nur einen gemeinsamen Eingang gibt, können die drei Sounds immer nur gleichzeitig getriggert werden.

Mittels dem Schalter „Lock“ werden die Hüllkurven und VCAs dauerhaft geöffnet und die Oszillatoren geben permanent Schwingungen von sich. So kann MPS als Klangquelle wie ein VCO im Eurorack dienen. Der Shell VCO kann über den CV-Eingang dann auch in der Tonhöhe beeinflusst werden. Aber auch ohne CV-Signal macht dieser Modus Laune und der MPS wird zur kleinen Drone-Maschine.

Wie klingt der Mega Percussive Synthesizer?

Das ganze Eurorack-Modul ist voll analog aufgebaut und so klingt es auch. Beim Spielen werden Erinnerungen an meine musikalische Frühzeit der 70er- und 80er-Jahre wach. Sounds wie in „Being Boiled“ von Human League oder die typische Sounds der Simmons SDS E-Drums der damaligen Zeit lassen sich problemlos hinschrauben.

test Thomas Henry design mega percussive synthesizer

Mega Percussive Synthesizer

Von tiefen Kickdrums über Sweeps, HiHats und Snares bis zur elektronischen Cowbell ist alles drin. Allerdings: Nichts ist speicherbar, insofern müssen interessante Reglerstellungen notiert werden.

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Fazit

Der Thomas Henry Mega Percussion Synthesizer ist ein analoges und vielseitiges Percussion-Modul für das Eurorack. Wer mag, kann das Modul selbst als DIY-Projekt zusammenlöten oder fertig gebaut kaufen. Das fertige Modul ist solide gefertigt und nimmt mit 30 HP ganz gut Platz im Rack ein.

Dafür wird man mit elektronischen Drumsounds belohnt, die sehr flexibel gestaltbar sind und vor allem sehr vintage klingen.

Von tiefen Bassdrums über HiHats und Snares bis zu tonalen und metallisch klingenden Sounds lässt sich hier tief in die Klangstruktur eingreifen. Ein wenig Fingerspitzengefühl schadet beim Regeln nicht, denn manche Sounds bekommt man nur mit Feinjustierung hin.

Zum Modul selbst gibt es keine mitgelieferte Anleitung. Zum besseren Verständnis des Moduls hat mir vor allem der oben verlinkte Artikel geholfen, in dem der Aufbau und die Funktionen des Moduls sehr gut auf Englisch erläutert sind.

Plus

  • fertig konfektioniertes Percussion Modul
  • Klang
  • Handhabung

Minus

  • nimmt mit 30 HP relativ viel Platz im Case ein

Preis

  • 440,- Euro
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