Test: Tiptop Audio Z8000, Eurorack Sequencer

14. Dezember 2018

Farbiges Spiel mit Sequenzen

tip top audio z8000 big

Tip Top Audio Z8000

Hinter dem leicht bedrohlichen Namen Tiptop Audio Z8000 steckt ein komplexes Sequencer-Konglomerat in quietschbunten Farben. Auf blassem Grund erstrecken sich gelbe, weiße, rote und grüne Patchbuchsen, die die insgesamt 16 Potentiometer flankieren. Sauber eingeteilt im klaren Blockstil bilden sie die Schnittstelle zu dem Sequencer aus Sequencern.

Hier macht das „Matrix“ vorm Sequencer den Unterschied und weist auf die tieferliegende Funktionsweise hin. Im Inneren sind nämlich satte 10 Sequencer-Spuren verbaut. Jede der 10 Spuren verfügt über einen dedizierten Clock-, Direction- und Reset-Eingang, kann also vollkommen separat angesteuert werden. 

Tiptop Audio Z8000

Die 10 Spuren des Eurorack Sequencers Z8000 bilden sich hier durch Abgreifen von je 4 Steps in vertikaler oder horizontaler Richtung über insgesamt 16 Schritte. Wer mitrechnet merkt, dass noch 2 Spuren fehlen – das sind die ganz klassischen 16 Schritte der gesamten Sequenz. Auch diese können vertikal und horizontal abgespielt werden und bilden die fehlenden 2 der 10 versprochenen Spuren. Um die Integration des Moduls zu erleichtern befinden sich auf der Rückseite Jumper, mit denen die CV-Range der Spuren angepasst werden kann. Je nach Verwendungszweck kann man also zwischen den Reichweiten 0V-5V oder 0V-10V wechseln. Tiptop Audio Z8000 Rückseite

Hierfür muss das Modul allerdings ausgebaut werden, wenn man nicht blind im Rack rumstochern will, was aus Sicherheitsgründen sowieso nicht zu empfehlen ist.

Das Äußere des Tiptop Audio Z8000

Dass der Tiptop Audio Z8000 in diesem Testbericht schon die 2.0-Version ist, merkt man als erstes am Äußeren. Die Revision des Matrix Sequencers lässt seinen Vorfahren im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen. Der klassische „Schwarze Schrift auf Aluminium“-Look wurde aktualisiert und durch eine gewagte Farbvielfalt ersetzt.

Tiptop Audio Z8000 mk1

Aus cremeweißem Hintergrund lugen gelbe, rote, grüne und weiße Patchbuchsen hervor. Auch die Potentiometer-Kappen kommen erfrischt aus der Kur zurück. Sie haben dank einem Gummi-Überzug einen guten Grip und sitzen fest auf den Poti-Stiften. Die Potis an sich bieten genau den richtigen Widerstand, um sie locker zu drehen, aber nicht aus Versehen zu verstellen. Trotz der zahlreichen Ein- und Ausgänge und satten 16 Potentiometern ist die Bedienoberfläche aufgeräumt und übersichtlich. Tiptop Audio Z8000

Gut vorstellbar, dass dieser Paradiesvogel einige abschrecken mag, mir persönlich gefällt das mutige Farbschema aber gut. Gegen den aschfahlen Vorgänger sprüht die MK2-Version nur so vor Lebensfreude.

Bedienung des Tiptop Audio Z8000

Der Z8000 Matrix Sequencer verfügt über keinen einzigen Taster. Alle Parameter, außer der ausgegebenen Steuerspannung, sind vollkommen über die CV-Eingänge geregelt. Ausgenommen davon sind die Potentiometer, die die anliegende Steuerspannung der CV-Out-Buchsen regulieren.

Um den Z8000 in Betrieb zu nehmen, empfiehlt sich also ein Clock-Modul, was in meinem Fall vom Pamela’s New Workout übernommen wird. Bestätigt wird das anliegende Clocksignal durch Aufleuchten der 16 LEDs, die die Position in der Sequenz anzeigen. Die LEDs können rotes und grünes Licht emittieren, was den Überblick vereinfachen soll. Rotes Licht steht in dem Fall für die 8 Spuren mit jeweils 4, grünes Licht für die 2 Spuren mit je 16 Steps. Wenn 2 Schritte simultan ausgelöst werden, quittiert die jeweilige LED das mit einem helleren Leuchten.

Die Clock-Eingänge sind in Gruppen miteinander normalisiert. Eine einfache Sequenz zum System zu synchronisieren geht dadurch schneller und der Kabelsalat kann zumindest reduziert werden. Die Normalisierung läuft hier so, dass die Spuren in selber Laufrichtung gepaart sind. Also reicht je ein Clock-Signal für alle 4 horizontalen und 4 vertikalen Spuren.

Anwendung des Tiptop Audio Z8000

Wie so häufig in der Modularwelt kann man viel, muss aber nicht und sowieso macht jeder es ein wenig anders. Deshalb werde ich die offensichtlichen Verwendungszwecke des Matrix Sequencers abklappern und dann einfach aus meiner ganz persönlichen Erfahrung mit dem Gerät erzählen.

Auf den ersten Blick kam mir sofort der CV-Sequencer als Melodymaker in den Sinn. In dieser Funktion gibt der Z8000 aber kein gutes Bild ab, fehlt doch eine interne Möglichkeit zur Quantisierung der CV-Werte. Dafür braucht es ein zusätzliches Modul. Der offensichtlichste Einsatzzweck fällt also schon mal weg, außer man macht sich extrem viel Mühe oder braucht keine harmonischen Tonabfolgen. Nichtsdestotrotz finden sich einige gute Modulationsziele für das Gerät. Nachdem ich aus meinem Clock-Modul den Takt vorgegeben habe, führe ich das Signal eines „Zick-Zack-Kanals“ meinem Assimil8or-Modul zu. Das Ergebnis kann man in den Audiobeispielen 1 und 2 hören:

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Den Umstand, dass der Z8000 kein Quantizing für Noten-CVs bietet, sehe ich nicht als Nachteil. Man braucht dafür ja auch eine Clock, und ein A-156 Quantizer kostet ja nicht die Welt. Ich sehe den Z8000 auch eher als zusätzliche Modulations-Quelle in Zusammenarbeit mit anderen Sequencern…

  2. Profilbild
    swellkoerper  AHU

    Ein Paradebeispiel für gelungenes Moduldesign. Ein Knopf pro Funktion, alles auf einen Blick, bei Bedarf komplex ohne Ende. Quantizer? Nein danke. Von riesigen All-in-one Sequenzern gibts doch schon genug.

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