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Test: Waldorf CMP1, Eurorack Kompressor


Kann Waldorf Kompressor?

Mit dem Waldorf CMP1 Modul wagt der deutsche Hersteller einen weiteren Sprung in die Welt des Euroracks. Ungewöhnlich dabei ist, dass es sich dabei um keinen Klangerzeuger oder CV-Generator, sondern um ein Kompressor-Modul handelt. Ob dieser Schritt mutig ist oder unverständlich bleibt, soll der Test zeigen.

Ein Kompressor für das Eurorack – das bietet Waldorf nun mit dem CMP1 an. Dabei besteht das Konzept daraus, einen vollständigen Kompressor samt Sidechain-Funktion mit CV-Eingängen für die wichtigsten Parameter zu versehen, um ihn so in eine Modularumgebung integrieren zu können. Dazu gibt es noch die Option, zwei oder mehrere (!) Geräte über die Linkbuchse miteinander zu koppeln, so dass die Grundeinstellungen von allen Modulen über nur ein Modul gesteuert werden können, davon ausgenommen sind Gain, Bleed und Level. Doch alles der Reihe nach.

Die Fakten

Beim Waldorf CMP1 handelt es sich um einen VCA-basierten Kompressor, der zunächst mit allen gängigen Funktionen eines Studiokompressors ausgestattet ist. Selbstverständlich sind die Standardeinstellungen Attack, Release, Threshold und Ratio, dessen Regler etwas verwirrend mit „Compression“ beschriftet ist, vorhanden. Eine LED neben dem Threshold-Regler zeigt an, wann der Signalpegel überschritten wird, eine weitere neben dem Compression-Regler den zeitlichen Regelverlauf.

Ungewöhnlich und gewöhungsbedürftig für Kompressoren ist, dass der Thresh-Regler nicht mit einer dB-Skala versehen ist, sondern er geht von off (0%) bis 100%. Dabei bedeutet seltsamerweise ein Threshold von 100%, dass der Thresh-Pegel nie überschritten wird und off, dass er immer überschritten wird – verkehrte Welt. Und obwohl der Ratio-Regler ebenso untypischerweise mit off bis 100% beschriftet ist, bedeutet hier „off“ auch tatsächlich eine Ratio von 1:1 und damit keine Kompression. Ein Schalter stellt dann noch die Regelcharakteristik im Ratio-Bereich zwischen Hard- und Soft-Knee ein.

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Klangbeispiele

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    Britzel

    hmmm…. das doch unsinn das ich ein kompressor im Modularsystem nicht brauche da ich den lautstärkeverlauf der z.b. bassdrum genau einstellen kann. manchmal brauch man halt noch mehr punch, will transienten betonen oder absenken oder wenn er kann mit obertönen anreichern. Vor allen dingen hat man manchmal einfach Signale die viel zu dynamisch sind. Und Sidechain ist ja auch was feines. Vielleicht ist dem Autor nicht bewusst das viele ein Modularsystem nicht nur zur Synthese benutzen sondern um ganze Tracks fertig zu produzieren und möglichst wenig am Rechner nachbearbeiten wollen. Vor allen Dingen kann man den kompressor auch an eine Stelle der Synthese packen wie es sonst nicht möglich ist… mir fällt da zumindest einiges ein ;) Ob ich jetzt ausgerechnet den Kompressor von Waldorf kaufen würde ist mal dahingestellt, dafür müsste ich ihn erstmal hören.

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        swellkoerper ••••

        …und beschreibt gleichzeitig das Dilemma dieser „Studiomodule“: einen eigenen Kompressor aus Utility-Modulen zu patchen ist jetzt keine Raketenwissenschaft, voll CV-steuerbar und günstiger. Vom Lerneffekt ganz zu schweigen.

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    TonvaterJan

    Interessant wäre es, diesen Kompressor mal gegen den Cwejman VC-FCS zu testen- den anderen LuxusKompressor im Eurorackformat (allerdings stereo).

    Dieser ist allerdings komplett mit CV-steuerbar und kostet fast das Doppelte…

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    digital-synthologie ••••

    Spätestens wenn man einen Kompressor mit einem Gemisch von Signalen füttert, macht er etwas, was man mit den Hüllkurven nicht hinbekommt.
    Man kann zwar mit einem Kompressor auch Lautstärkeunterschiede ausgleichen, aber hauptsächlich ist er ein Werkzeug zur Klangformung.
    Schade finde ich bei diesem Kompressor, dass nicht die allgemein üblichen Bezeichnungen verwendet wurden. Das erschwert nur die Benutzung.
    Und Bleed und Compression regeln im Endeffekt das gleiche. Wobei Bleed das Signal im Gegensatz zu einem Mixregler das Signal noch lauter macht.

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    funkymothers

    Ich benutze mein System viel mehr zum Audio Processing, als zur Klangsynthese – dazu ist ein Kompressor im Modularsystem eine tolle Ergänzung.

    Bei mir kommt seit Jahren die mono-Version des Cwejman Kompressormoduls zum Einsatz. Dieses bietet Modulationsmöglichkeiten aller Paramter (wie bereits erwähnt). Ausserdem hat es XLR/Mic (mit +48V) und High-Z Eingänge.

    Häufig verwende ich das Modul weniger als klassischen Kompressor (Stichwort Bass Drum), sondern als Envelope Follower. Dieser ist (mit Abstand) der schnellste, den ich bisher ausprobiert habe.

    Kombiniert mit den wahnsinnig schnellen Hüllkurven von Cwejman hat man die Möglichkeit, Synth Trigger/Gates Signale praktisch latenzfrei abzugreifen.

    Das ist nur ein Beispiel von vielen, wozu ein Kompressormodul im Eurorack sehr nützlich sein kann – von Drum Loops und dem Processing anderer, externer Signale mal ganz abgesehen.

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Waldorf CMP1

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