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Test: Yamaha DTX432K, E-Drumset (402 Serie)

26. April 2019

Günstiges, gutes E-Drumkit

In der Zeit von hochauflösenden Bildschirmen, Displays und Smartphone Touchscreens kommt Yamaha doch glatt mit einem E-Drumset namens DTX432K daher, das ganz ohne eine Bildschirm- ähnliche Anzeige auskommt. So wirkt das neue Kleine erstmal etwas antiquarisch und erinnert mit seinen in einer Reihe angeordneten Tastern stark an alte Step-Sequencer aus vergangenen Tagen. Doch soll man ein Instrument nicht nur an der Optik beurteilen, sondern natürlich auf möglicherweise verborgene, innere Werte achten. Schauen wir mal, ob wir diese entdecken können.

Aufbau des Yamaha DTX432K

Das Rack ist mit seinen vier Standbeinen und drei Querverbindungen schnell zusammengesteckt. Vieles ist schon vormontiert, das macht es dem Einsteiger leicht. Trotz nur einer vorderen Querverbindung steht es recht stabil auf vier mit Gummifüßen gepufferten Standbeinen.

Die schwarz eloxierten Rundstangen sind recht unanfällig gegen Kratzer oder Beschädigungen anderer Art. Das Rack ist leicht, aber dennoch stabil genug, um Teenager-Schlägen gerecht zu werden. Das gesamte Set lässt sich sehr klein zusammenklappen und so platzsparend verstauen. Geht also auch leicht mal mit in Urlaub, sofern ein großes Auto und vor allem Eltern mit niedriger Reizschwelle dieses ermöglichen.

Guter Halt der Verbindungen

Hier gibt es ein schönes Video von Yamaha zum Aufbau des Sets:

Die Apps zum Yamaha DTX432K

Über eine kostenlose App (für iOS und Android) geht Yamaha einen durchaus zeitgemäßen Weg und fängt sich die Kids über die Gaming-Schiene. Ähnliches gibt’s zwar auch schon eine Weile von anderen Herstellern, allerdings setzt Yamaha auf den Battle-Gedanken, mit Urkunde als Belohnung. Das könnte bei den jungen Drummern durchaus motivierend wirken. Außerdem gibt es noch die ebenfalls kostenlose App namens Rec’n’Share, mit der sich die aufgenommenen Ergebnisse in die Social Medias der Welt verteilen lassen. Im Absatz „Funktionen“ dieses Tests ist ein Video von Yamaha eingefügt, das die App-Funktionen zeigt.

Die Pads des Yamaha DTX432K

Die 7,5″ großen Gummipads spielen sich angenehm und haben ein gutes, nicht zu starkes Rebound-Verhalten. Durch die Arretierung leicht oberhalb der Pad Mitte bleiben sie auch bei harten Schlägen gut in ihrer Position und verrutschen nicht, was nicht bei allen Drumsets in dieser Preislage selbstverständlich ist.

yamaha dtx432k

Der leicht erhöhte Rand lässt trotz des geringen Durchmessers Rimshot-Feeling aufkommen. Da es sich um sogenannte „Mono Pads“ handelt, also um nur mit einem Sound belegbare Pads, ändert sich der Sound nur über die Dynamik. Es ist so nicht möglich, einen zusätzlichen Rimshot-Sound abzurufen. In der Spielpraxis empfinde ich das nicht als großen Nachteil, da Drum-Anfänger als wesentliche Käufergruppe mit anderen Dingen als Rimshots beschäftigt sein dürften.

Wenn man die Preisklasse bedenkt, in der sich das DTK432K befindet, geht das in Ordnung. Hier liegt der Kosten-Nutzen-Faktor in einem annehmbaren Bereich.

Das Bassdrum-Pad ist Doppelpedal-geeignet. Die Schlagfläche ist also groß genug für zwei Beater. Außerdem gibt es die Möglichkeit, ein weiteres Bassdrum-Pad anzuschließen. So kann Doublebass Drumset-Feeling aufkommen.

Das Modul des Yamaha DTX432K

yamaha dtx432k

Das Modul des DTX Sets

10 Drumsets sind vorkonfiguriert und insgesamt stehen 287 Sounds zur Verfügung. Die Presets lassen sich voll editieren, was bedeutet, dass sich die 10 Set Speicherplätze völlig nach eigenen Vorstellungen konfigurieren lassen. Es verfügt über die Anschlüsse Aux In (z. B. Anschluss eines Smartphones), Kopfhörer oder Verstärkerausgang und einen USB-Port. Die Stromversorgung erfolgt über ein mitgeliefertes Netzteil.

yamaha dtx432k

Anschlüsse auf der Rückseite des Moduls

Die Funktionen des Yamaha DTX432K

Die Übungsfunktionen sind jugendgerecht strukturiert und können wirklich motivierend wirken. Der Spaßfaktor nimmt einen mit, das hat Yamaha wirklich gut umgesetzt.

Pad-Gate mutet alle Schläge, die zu weit von der Time abweichen. Sitzt also ein Schlag zu weit vor oder hinter der Zählzeit, wird er stummgeschaltet. So lernt man Timing-Korrekturen über die akustische Wahrnehmung umzusetzen. Groove-Check zeigt visuell an, ob man vor oder hinter dem Beat spielt. Weitere Übungsprogramme verändern zum Beispiel das Tempo über mehrere Takte. Wie gesagt ist einiges drin, was hilft oder auch eher als Spielerei durchgehen. Fast Blast zählt zum Beispiel die Schläge in vorgegebner Zeit. Ob das nützt, ist fraglich, macht den Kids aber sicher Spaß. Neu sind diese Funktionen alle nicht und tauchten auch bei älteren Yamaha E-Drumsets schon auf.

Hier hat Yamaha auch ein aufschlussreiches Video auf der Homepage: Video Tutorial zu den Funktionen:

Die Sounds des Yamaha DTX432K

Wie bei allen E-Drumsets im unteren Preissegment darf man hier nicht allzu viel Natürlichkeit im Klang erwarten. Es klingt eindeutig immer nach E-Drum. Ob dies im Jahr 2019 noch immer nicht besser geht oder ob man den Oberklasse-Sets nicht zu nahe kommen möchte, sei und bleibe dahin gestellt. Ich denke, dass dies allerdings keine zu große Rolle spielt, da sich klanglich wirklich anspruchsvolle Drummer über eine MIDI-gesteuerte Soundbank auf der DAW (Rechner Recording Software) bedienen können und so zu einem deutlich besseren Sound-Ergebnis kommen können.

Die Sounds gehen für mich aus der Perspektive eines jungen, beginnenden Drummers, der eine Möglichkeit sucht sich im „stillen“ Kämmerlein zu verbessern, in Ordnung. Die Auswahl an Übungsprogrammen rundet die Sache ab und wägt man alle Features des Yamaha DTX432K ab, kommt ein gutes Sümmchen Spaß dabei raus. Ich denke, jeder Teenie hätte Spaß mit der Kiste. Da das Preisniveau mit 459,- Euro im Rahmen bleibt, bekommt das DTX432 eine gute Bewertung von mir. Erfreulich, dass eine Fußmaschine mitgeliefert wird!

Fazit

Das DTX432K Set ist ein Einsteiger Set, das mit sehr übersichtlicher Bedienbarkeit, Stabilität und geringem Platzbedarf punktet. Die Oberfläche des Moduls wirkt zwar wie aus den 1990er Jahren übernommen, allerdings stecken auch einige wirklich nützliche und zuletzt Spaß-bringende Features im Brain des kleinen und leichten Drumsets. Die auch schon in älteren Yamaha Modellen verbauten Übungsprogramme, die auf Genauigkeit und besseres Timing zielen, machen wirklich Spaß und sind auch für noch sehr junge Nachwuchstrommler leicht zu verstehen und anzuwenden.

Die Sounds klingen synthetisch und nicht wirklich natürlich, was heutzutage sicher besser ginge. Der günstige Preis bringt diesen Nachteil aber in eine akzeptable Relation. Ich denke, Kids werden sicher ihren Spaß damit haben. Fortgeschrittenen Drummern, denen es auf hochwertige Sounds ankommt, würde ich zum Vergleich raten.

Plus

  • stabile Konstruktion
  • einfache zu bedienende Struktur
  • Pedal inklusive
  • wenig Platzbedarf
  • gute Übeungsprogramme

Minus

  • nicht zeitgemäß wirkende Oberfläche
  • unnatürliche klingende Sounds

Preis

  • Ladenpreis: 459,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    hauserj

    Hier würde mich echt mal ein Vergleich zu den Thomman-Einsteiger-Sets von Millenium interessieren. Für weniger Geld gibt es da Mesh-Heads (z.B. MPS-750). Bezahle ich bei Yamaha den Namen? ;)

  2. Profilbild
    fragment

    Ich halte die optische Gestaltung des Sound-Moduls für ausgesprochen gelungen. Aus meiner Sicht ist der Minuspunkt absolut nicht gerechtfertigt. Nachdem man sich bei Yamaha entschieden hatte, den Programmieranteil in eine App auszulagern, haben die Designer ein ästhetisch ansprechendes Gerät entworfen, das die verbliebenen Funktionen erfüllt. Für die meisten Yamaha-Geräte gilt diese Feststellung übrigens nicht.
    Ansonsten kann ein E-Drum-Kit durchaus nach E-Drums klingt, allerdings nicht ausschließlich. Wenn das aber doch mal der Fall ist, darf im Review durchaus darauf eingegangen werden, wie das Problem behoben werden kann.

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