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E-Drums: Tests, Workshops & History


All about E-Drums

All about E-Drums

Unsere Zusammenfassung E-Drums: Tests, Workshops & History steigt zunächst ein mit einer kurzen Historie über die Entstehung des elektronischen Schlagzeugs. Im anschluss daran, präsentieren wir euch dann unzählige tests und Workshops zum Thema E-Drums.

Anfang der 70er/80er Jahre gab es schon eine Vielzahl von Synthesizern – elektronische Drums oder wie man heute sagt „E-Drums“ gab es zu dieser Zeit noch nicht. Der Synthesizer-Boom brachte es mit sich, dass einige Kreative von nun an auch rhythmische Begleitungen – entweder Sounds die ein echtes Schlagzeug nicht erzeugen konnte, später auch der Versuch das Schlagzeug elektronisch nachzubilden – in ihre Produktionen mit einfließen lassen wollten. Auch erste Versuche mit Triggersystemen fallen in diese Zeit.

Wie auch in vielen anderen Bereichen war Kraftwerk Vorreiter dieser Welle und meldete bereits Mitte der 70er Jahre ein Patent für ein „electronic percussion musical instrument“ an. 1973 trat Kraftwerk live im deutschen Fernsehen auf, der Schlagzeuger Wolfgang Flür spielte dabei das wohl erste E-Drumset überhaupt, was rein optisch nicht weit von aktuellen Samplepads á la Roland SPD-SX entfernt war:

Einige Zeit später tauchten dann vermehrt sechseckige, wabenförmige Pads auf, egal ob in Musikvideos, Fernsehshows oder Fachzeitschriften. Nicht nur optisch ein Highlight und für viele unvergessen – die Firma Simmons war kurz zuvor geboren.

Dave Simmons gründete bereits 1978 seine gleichnamige Firma und wollte E-Drums zunächst nur als Beiwerk zum akustischen Set entwickeln. Glücklicherweise tat er sich aber mit dem neuseeländischen Drummer Richard James Burgess zusammen und so kam es nach einiger Entwicklungszeit zum Simmons SDSV, ein Set aus Kick, Snare und Toms. Die Becken waren zu dieser Zeit noch akustisch.

Simmons SDS-V

Die Kombination aus E-Drumset und 19“ Einheit für die Klangerzeugung sorgte für überaus großes Interesse. Im Laufe der Jahre entwickelte die Firma Simmons weitere SDS-Drumsets, so unter anderem das SDS-5, das es sogar bis ins Deutsche Museum in München geschafft hat.

Hier einige Eindrücke zum SDSV und SDS-7:

Simmons SDSV

Anzeige des SDS-7 1984

Ab Mitte der 80er Jahre stieg die Zahl der E-Drums deutlich an. Nicht nur Top-Musiker und Produzenten nutzen das elektronische Schlagzeug-Pendant, sondern auch Semiprofis und Hobbymusiker kamen nach und nach auf den Geschmack. Dabei wurden E-Drums, damals wie auch heute nicht immer nur als vollständiger Ersatz des echten Schlagzeugs gesehen, sondern vor allem die Ergänzung des akustischen Sets mit elektronischen Pads hatte es vielen angetan.

Während die ersten E-Drums ihre Sounds noch mit Rauschgeneratoren erzeugten, kamen nach Einzug der Digitaltechnik die Samples zum Zuge. Ein Schlag auf das Pad und das angeschlossenen Soundmodul gab den gewünschten Sound aus. Die Programmierung war zunächst noch sehr rudimentär, lediglich die Lautstärke konnte durch unterschiedlich harte Anschläge gesteuert werden, das Sample war stets das Gleiche. An Multisamples war damals noch nicht zu denken.

Das aktuelle Alesis Command Kit

Alesis Command Kit

In den 90er Jahre nahm die Leistung der Computer dann rapide zu, die Hersteller Roland und Yamaha stiegen ins Geschäft der E-Drums ein. Auch die Beschaffenheit der Pads änderte sich. Bestanden die ersten Pads noch aus einer einfachen Holzplatte mit aufgeklebtem Gummi und darunter angebrachtem Tonabnehmer/Mikrofon, wurde die Holzplatte zunächst durch eine robustere Metallplatte ersetzt, die Gummifläche wurden dicker. Heutzutage setzen die meisten Hersteller auf Meshfelle, eine Art Kunststoffgewebe mit Aufbau ähnlich einem sehr dichten Fliegengitter. Dieses bietet ein relativ gutes Spielgefühl.

Technisch war das TD-10 von Roland ein großer Schritt, denn damit führte der Hersteller das sogenannte COSM-Modeling ein. Hierüber konnte man virtuelle Kessel, Felle oder Räume editieren und so den Sound des Sets maßgeblich bestimmen. Auch mit dem aktuellen Modell TD-50 stellt Roland das Thema E-Drums auf eine neue Stufe. So kommt beim aktuellen Modell der Snare ein dreischichtige Pad mit einer mittleren schwimmenden Schicht zum Einsatz. Diese eliminiert den etwas zu starken Rebound-Effekt eines herkömmlichen Meshfells.

Roland TD-50

Trotz der technischen Entwicklungen setzen viele Schlagzeuger heutzutage nicht vollständig auf E-Drums. Wohl aber gehören – zumindest für Coverbands bei denen aktuelles Repertoire wichtig ist oder auch experimentellere Bands mit vielen elektronischen Sounds – Samplepads zur Grundausstattung eines Drummers. So lassen sich zumindest einige Sounds triggern und mit auf die Bühne nehmen, ohne gleich komplett auf ein E-Drumset zu setzen. Auch hier bietet der Hersteller eine große Auswahl, aber auch Alesis ist hier mit seinen Samplepads vorne mit dabei.

Alesis Samplepad

Das Alesis SamplePad 4

 

Besonders spanend für E-Drummer, war auch die Entwicklung komplett eigener, neuer Instrumente wie z.B. dem Wavedrum von Korg. Im Prinzip war dies die Erschafung eines virtuellen Klangerzeugers mit der Spielfläche einer Conga oder eines Bongos – und zwarmit den selben Ausdrucks- und Variationsmöglichkeiten.

Ob Rand oder Fell geschlagen wird – und mit welchem Schlagwerk, führt tonal zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die Variationen stehen dabei einem echten, akustischem Instrument in nichts nach. Daher müssen die Wavedrums z.B. auch ohne Midi auskommen, da selbst mit auwendigsten Controller-Zuweisungen, die Variablen die beim Spielen erzeugt werden, jedes Midi-Timing aus dem Beat bringen würde. Hierzu empfehlen wir übrigens unser Wagedrum-Special: HIER KLICKEN.

Folgend findet ihr nun alle getesteten E-Drumsets sowie Samplepads – egal ob aktuell im Handel oder schon etwas älter – in der Übersicht, auch einige sehr interessante Workshops sind mit dabei. Hier noch der Hinweis auf unsere aktuelle Championship E-Drums in der wir alle aktuellen Modelle in eine ultimative Reihenfolge bringen:

Viel Spaß beim Stöbern und Lesen.

Testartikel zu diesem Beitrag

  1. Profilbild
    DerSchlagzeuger

    Hallo Felix Thoma,

    Zitat:

    „In den 90er Jahre nahm die Leistung der Computer dann rapide zu, die Hersteller Roland und Yamaha stiegen ins Geschäft der E-Drums ein.“

    Und in diesem Zeitraum ist auch die Entwicklung der E-Drum „Computer“ stehengeblieben. Man möge sich einmal vorstellen, die Firma Intel bewirbt im Jahr 2017 eine 90er Jahre Pentium I CPU als das Nonplusultra am Markt wenn analog dazu die Firma AMD heutige machbare Prozessoren im Comsumer Bereich anbieten wird. Eine gewaltige Empörungswelle wäre wohl unweigerlich die Folge dieser Offerte.

    Wir Schlagzeuger werden wohl bis auf weiteres damit leben müssen, dass in heutigen E-Drum Modulen weitestgehend betagte Technologien vorzufinden sind. Gerade auch der Marktführer lässt hierzu eine klare strategische Vorgehensweise erkennen, welche weniger darauf abzielt leistungsstarke und komplexe Computertechnologien zu verbauen, sondern vielmehr einfache Modul-Klangkomponenten zu nutzen. Die großen E-Drum Umsätze werden nicht etwa mit Schlagzeugern generiert, sondern vielmehr mit häuslichen Freizeitanwendern erzielt. Die Bedienführungen der Geräte sollten daher eher einfach gestaltet bleiben. Daher bleiben entsprechende Auswirkungen am Markt nicht aus und werden auch in diesem Beitrag thematisiert.

    Zitat:

    „Trotz der technischen Entwicklungen setzen viele Schlagzeuger heutzutage nicht vollständig auf E-Drums.“

  2. Profilbild
    DerSchlagzeuger

    Nachtrag:

    Der obige Bericht verschweigt in Sachen authentische Klangsimulationen von akustischen Drumsets schlichtweg die neuzeitlichen Möglichkeiten dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Synthetische Drumsounds der 70/80er Jahre wurden eher aus der Not geboren, weil man Seinerzeit noch keine bessere Lösungen zur Verfügung stellen konnte. Synthetische Drumsounds erzeugen sicherlich ein eigenständiges Klangbild, sind aber nicht wirklich dafür geeignet, ein A-Setup erfolgreich zu simulieren.
    Mitte der 90er Jahre haben sich für diese Zwecke die recht komplexen 19″ Hardware Sampler etabliert. Und zwar eher in dem professionellen Studiobereich. Auch diese Hardware Sampler Technologien haben nicht lange überlebt und wurden nach etwa 10 Jahren von den nativen Software Samplern vom Markt verdrängt, welche bis Heute die leistungsfähigsten Möglichkeiten der akustischen Klangsimulation darstellen werden. Siehe etwa Toontrack Superior Drummer 3 usw.

    Diese Technologien werden aber dem E-Drum Segment konsequent vorenthalten, was ich persönlich für einen ungenügenden Umstand halte. Wie ich Eingangs schon ausführen durfte: Die eigentlichen Schlagzeuger werden für die E-Drum Hersteller nicht unbedingt als der maßgebliche Faktor angesehen, um das Kerngeschäft erfolgreich bedienen zu können. Das sollte auch die AMAZONA Redaktion in ihren jeweiligen Bewertungen bedenken.

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