Test: Yamaha EAD10 V2, E-Drummodul

24. Januar 2020

Nachschlag für das EAD10!

Yamaha hat seinem Electronic Acoustic Drum System EAD10 ein Update spendiert. Da das Funktions-Update auf V2 als Firmware-Download angeboten wird, profitieren auch bisherige Nutzer davon. Wir haben uns die neuen Features angesehen und für euch getestet.

Das EAD10 bietet bereits in seiner ausgelieferten Version V1 ein umfangreiches Recording- und Soundpaket. Die an den Spannreifen der Bassdrum klemmbare Sensoreinheit bietet einerseits die Aufnahmemöglichkeit des akustischen Sets durch ein integriertes Stereomikrofon in X/Y-Anordnung sowie mittels integrierten Trigger die praktikable Möglichkeit, elektronische Sounds anzusteuern und mittels Drehregler flexibel beizumischen.

Gerade die optische Darstellung der Reglungsposition durch rote LEDs direkt neben dem entsprechenden Knopf ist im Praxisalltag viel wert und auch in dunklerer Umgebung gut erkennbar.

yamaha ead10

Das System kann durch die Anpassung der Trigger-Empfindlichkeit oder die Verschiebung der unterschiedlichen Mikrofonverstärkung L/R auf das eigene Spiel bzw. Setup eingestellt werden.

Dank voreingestellter Szenen für Reverb, Distortion, Delay, Kompressor, Phaser und Flanger und zusätzlichen Trigger-Sounds kann der Gesamtsound schnell angepasst werden. Der Sensor belegt die ersten beiden Eingänge und somit sind noch ein Stereo-Pad (über den kombinierten Eingang 3/4) sowie zwei weitere Pads oder Drum-Trigger anschließbar (Buchse 5 und 6).

Um das Update auf die Version 2 vorzunehmen, bietet Yamaha auf der EAD10 Produktseite den EAD Updater V2.00 an. Die gezippte Datei enthält zum einen eine Kurzanleitung zum Update-Vorgang sowie das Firmware-Update selbst. Der Update-Prozess via USB-Stick funktioniert tadellos wie beschrieben und ist in maximal 5 Minuten abgeschlossen. Natürlich sollte man vorher die eigenen Einstellungen sichern!

YAMAHA EAD10 V2

YAMAHA EAD10 V2 Update Firmware

Die neuen Funktionen im Einzelnen

Die maximale Aufnahmezeit via USB wurde von bislang 30 Minuten auf nunmehr 90 Minuten verlängert. Somit kann man ganze Sessions oder Unterrichtseinheiten mitschneiden. Die Bedienung der Aufnahmefunktion ist unverändert geblieben. Schade nur, dass die verlängerte Aufnahmezeit nicht erkennbar ist, denn es werden weder die Gesamtlänge der bereits erstellten Aufzeichnungen noch die verbleibende restliche Aufnahmezeit angezeigt. Das wäre eine ungemein praktische Sache.

Die neue Talkback-Funktion ermöglicht beim Online-Unterricht eine bessere Sprechverbindung ohne ein zusätzliches Mikrofon. Eine durchaus sinnvolle Ergänzung, erspart dies doch das Nachregeln der Kopfhörerlautstärke beim Sprechen des Lehrers sowie das Nachvorneneigen zum Bassdrum-Sensor hin. So wird dies durch das Anheben des Mikrofonsignals der Sensor-Einheit ermöglicht, das mittels Tastendruck oder über einen Pad-Anschlag ein- und ausschaltbar ist.

Die entsprechende Auswahl ist im Menü Utility unter „Pad Functions“ hinzugekommen. Voraussetzung ist weiterhin der Anschluss eines internetfähigen Geräts wie Smartphone oder Laptop via USB-Buchse sowie der Einbindung von Skype oder Facetime.

YAMAHA EAD10 V2

YAMAHA EAD10 V2 – im Menü neu hinzugekommen: die Talkback Funktion

Die Click-Spur wird wie bisher über den Kopfhörerausgang ausgegeben und kann in ihrer Lautstärke geregelt werden. Nun kann diese nicht nur über den Master-Ausgang, sondern auch über den USB-Audioausgang geroutet werden. Die Lautstärke ist dann im angeschlossenen System anzupassen.

Hinsichtlich der Kompatibilität weiterer Pads oder Drumtrigger lassen sich nun auch Mesh-Heads an das System anschließen und mit Low-Volume-Cymbals nutzen. Dazu verwendet man für die Mesh-Heads die zusätzlichen Trigger-Eingänge. Über den Stereoeingang 3/4 lassen sich beispielsweise die Mesh-Snare und über die Eingänge 5 und 6 zwei Mesh-Toms anschließen. Der Trigger der Sensor-Einheit übernimmt dann die Kick-Drum. Die Low-Volume-Cymbals werden dann über die beiden Mikrofone der Sensor-Einheit aufgenommen.

YAMAHA EAD10 V2

YAMAHA EAD10 Auswahl Pad-Trigger

Wichtig dabei ist, dass man neben den Mesh-Heads keine normalen akustisch „lauten“ Trommeln verwendet, sonst wird das Aufnahmesignal der Mikros beeinflusst, das für die leiseren Low-Volume-Cymbals vorgesehen ist. Da das EAD10 unterschiedliche Trigger-Kits zur Verfügung stellt, sollte das Ansteuern der Mesh-Pads durch die Auswahl einer entsprechenden Einstellung problemlos möglich sein.

Yamaha hat in den Presets bereits einige Beispiele für die Leistungsfähigkeit des EAD10 hinterlegt. So befinden sich verschieden ausgeprägte Room-Reverbs sowie Phaser und Flanger darunter.

Im ersten Klangbeispiel ist zuerst der reine akustische Drum-Sound und dieser dann mit einem mächtigen Hall „01 Arena“ zu hören.

yamaha ead10

In Kombination mit den Effekten gibt es interessante Gimmicks: Das Preset „8th Note“ setzt eine Achtelnote als Ping-Pong-Delay ein, „Dirty“ bietet eine Verfremdung im Stile eines LowFi- oder Grunge-Stils oder „Jungle“ für das gleichlautende Musikgenre. „It‘s 1985“ arbeitet mit Gated-Sounds und bringt uns klanglich zurück in die 80er.

Ein Beispiel für die Zumischung interner Sounds zeigt das Programm „JingleKick“ – hier wird zur Bassdrum ein Percussion-Sound gemischt. Dank der Vielzahl an internen Sounds sind auch viele weitere Kombinationen denkbar. Recht spacig klingt der „BrassSwirl“ – eine Kombination aus Dance-Sounds mit einem rotierenden Effekt. Um alle noch versteckenden Drum-Sounds nutzen zu können, ist auf jeden Fall der Download der Data-List empfehlenswert.

Fazit

Geschenke machen Freu(n)de. Das denkt sich wohl auch Yamaha mit dem V2-Funktions-Update für das Drummodul EAD10.

Die neuen Features unterstreichen die Vielfältigkeit des Electronic-Acoustic-Drum-Systems. Auch wer keinen Online-Unterricht nutzt, kann von den Ergänzungen profitieren: Die Integration von Pads mit Mesh-Heads sowie die Mikrofonaufnahme von Low-Volume-Cymbals sind eine weitere gute Option und ermöglicht des Einsatz des EAD 10 auch bei einem Übungskit mit geringer Lautstärke.

Plus

  • gute Erweiterung der bisherigen Funktionen
  • Update ermöglicht nun auch die Nutzung des Systems mit Mesh-Heads und Low-Volume-Cymbals

Minus

  • Update-Funktionen nur marginal im System selbst erkennbar

Preis

  • EAD10: 525,- Euro
  • Update: kostenlos
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