Test: Yamaha EAD10, Elektro-akustisches Drummodul

11. Februar 2018

Schlagzeug 2.0

Yamaha EAD10 – elektro-akustisches Drummodul

Man nehme ein Drummodul, einen Sensor mit integriertem Stereomikrofon und Bassdrum-Trigger, verpacke das Ganze in ein handliches, leicht aufzubauendes System, würze es mit einer Prise Drum-Samples und Effekten. Und fertig ist ein Gerät, das das Potenzial hat, praktizierenden Schlagzeugern das Leben wirklich zu erleichtern. So könnte man in Kurzform das Konzept des Yamaha EAD10 beschreiben. Was das neue Hybrid-Wunder alles kann und ob das Konzept auch in der Praxis aufgeht, wird der ausführliche AMAZONA.de-Test zeigen.

Sensor Unit

Der Sensor der Yamaha EAD10 besteht äußerlich komplett aus Metall und wirkt sehr robust. Ein versehentlicher Volltreffer mit dem Stick sollte also folgenlos bleiben. Der Sensor wird oben mittig auf den Spannreifen der Bassdrum geschoben und festgeschraubt. Man sollte die Schraube zwar so fest ziehen, dass der Sensor nicht verrutschen oder herunterfallen kann, aber darüber hinaus sollte die Befestigung nicht zu fest sein, da genau in dieser Halterung der Piezo-Trigger sitzt. Zieht man das Ganze zu fest, reagiert der Piezo-Trigger nicht mehr so gut auf leise Bassdrum-Schläge.

EAD10 – Sensor Unit

Für Spannreifen, die keine ebene Oberfläche besitzen, liefert Yamaha zwei Klebe-Pads aus Gummi mit. Diese werden am Spannreifen in die Vertiefungen geklebt, so dass die Sensor-Unit einen festen Halt hat.

Gummiklebepads für unebene Spannreifen

Über dem Sensor befindet sich das Stereomikrofon, laut Yamaha in einer X/Y-Anordnung. Das musste ich unbedingt näher betrachten, also Feinschraubenzieher zur Hand und aufgeschraubt. Zum Vorschein kommen eine überraschend großzügig bestückte Platine und die beiden Mikrofone. Der Großteil der zu beiden Seiten fast symmetrischen Schaltung wird aller Wahrscheinlichkeit nach für die Vorverstärkung der Mikrofone genutzt. Zu den Mikrofonen hält sich das Datenblatt bedeckt, doch es sind vermutlich dauerpolarisierte Elektret-Kondensatormikrofone.

EAD10 Sensor-Unit hüllenlos mit Blick auf die Mikrofone und die Platine

Was aber gleich auffällt, ist die Mikrofonanordnung, ein X/Y-Mikrofonaufbau sieht definitiv anders aus. Es erinnert mehr an die Mikrofonanordnung einiger Field-Recorder und entspricht einer Mischung aus Klein-A/B und X/Y. Für einen echten X/Y-Aufbau müssten beide Kapseln genau übereinander liegen. Bei den Mikrofonen des Yamaha EAD10 entsteht das Stereobild zum einen durch geringe Laufzeitunterschiede, hervorgerufen durch den Kapselabstand sowie durch Pegelunterschiede, resultierend aus der Richtcharakteristik und der Ausrichtung der beiden Kapseln. Laufzeitunterschiede und Pegeldifferenzen mischen sich hier aber gegensätzlich.

In der Praxis kommt z.B. der Klang einer links stehenden HiHat am linken Mikrofon somit etwas früher an. Das linke Mikrofon zeigt mit der Front aber weg von der HiHat, während das rechte und weiter entfernte Mikrofon auf die HiHat zeigt. Dadurch ist der HiHat-Klang etwas früher am linken Mikrofon, dafür aber lauter am rechten Mikrofon – das erzeugt gegensätzliche Stereoinformationen, was für eine saubere Stereoaufnahme eher ungeeignet ist. Das führt am Schlagzeug aber nicht zu einem klanglichen Nachteil. Dieser etwas diffuse und breite Stereoklang ist bei Schlagzeug-Overheads sogar oft gewünscht und wird auch bei Studioaufnahmen gern eingesetzt.

Drummodul

EAD10 Drummodul

Das Drummodul des EAD10 ist die Schaltzentrale des Systems. Damit es am Schlagzeug immer in Reichweite ist, wird eine schraubbare Halterung für Standard-Schlagzeugklemmen mitgeliefert. Im Gegensatz zum Sensor besteht es komplett aus Plastik. Ein Volltreffer mit dem Stick sollte nach Möglichkeit also vermieden werden, weshalb Yamaha die Montage geschützt unter der HiHat am HiHat-Ständer empfiehlt.

Neigbare Halterung fürs Drummodul

Nachdem der Sensor an der Bassdrum befestigt ist, muss er nun lediglich über die beiden mitgelieferten Stereo-Klinkenkabel mit dem Drummodul verbunden werden. Jetzt nur noch den Netzstecker in die Steckdose und den Kopfhörer in die Kopfhörerbuchse stecken und schon kann es losgehen. Die grundlegende Bedienung ist dabei quasi selbsterklärend. Das Modul besitzt sechs Drehregler in Retro-Optik, davon vier Endlos-Encoder.

Bedienpanel des EAD10

Der erste Regler regelt die Gesamtlautstärke. Der daneben liegende Regler ist entweder für die Lautstärke des Aux-Eingangs, des Metronoms oder der USB-Quelle zuständig. Es kann immer nur eine der drei Quellen gehört werden. Daneben befindet sich der Scene-Regler zur Anwahl einer der 50-Werks- oder 200 User-Scenes. Scenes heißen die Voreinstellungen, in denen die getriggerten Sample-Klänge- samt Triggerzuweisung, Lautstärke, Klangparameter sowie die genutzten Effekte gespeichert werden.

Die Trigger-bezogenen Einstellungen wie Sensivity, Gain und Reject-Time, die über das Trigger-Menü zu erreichen sind, werden nicht in den Scenes abgespeichert. Zu Beginn des Tests habe ich unbewusst versucht, den Scene-Regler auch für die Parameter-Verstellung im Menü zu benutzen, leider ohne Erfolg. Genau dafür sind nämlich die beiden Plus- und Minus-Tasten unterm Display zuständig. Die drei weiteren Drehregler widmen sich dem Hallanteil, der Effektintensität des ausgewählten Effekts sowie der Gesamtlautstärke der getriggerten Samples.

Auf der Bedienoberfläche befinden sich neben dem An/Aus-Schalter noch weitere Taster für den Direktzugriff auf das Menü, den eingebauten Recorder/Player und das Metronom sowie eine Store-Taste zum Speichern von Scenes und der Exit-Knopf. Fehlt noch die Taste, rechts neben dem Menü-Knopf. Sie bietet Direktzugriff auf den Mikrofonpegel. Laut Handbuch soll der Pegel so eingestellt sein, dass die Taste bei lautem Spiel hin und wieder rot leuchtet, was im Test ab Werk schon der Fall ist. Das EAD10 bringt zusätzlich eine Auto-Pegel-Funktion mit, die die Lautstärke analysiert und den Pegel selbstständig anpasst.

Anschlüsse

Anschlüsse auf der Rückseite

Das Yamaha EAD10 besitzt auf der Rückseite 5 Klinkeneingänge für den Anschluss von Trigger-Pads. Die Inputs A und B sind dabei fest für die Sensor-Einheit reserviert (A für den Piezo-Trigger und B für das Stereomikrofon). Mittels Y-Kabel kann am A-Eingang aber noch ein weiteres Trigger-Pad oder ein Drum-Trigger angeschlossen werden, denn ebenso wie der Snare-Triggereingang kann der Kick-Triggereingang zwei separate Impulse verarbeiten. Es können an das Drummodul also insgesamt 6 Drum-Pads oder Drum-Trigger angeschlossen werden. Die Eingänge 5 und 6 sind dabei auch kompatibel mit 3-Zonen Pads. Es können über die Eingänge 5 und 6 also jeweils drei verschiedene Sounds getriggert werden mit der Einschränkung, dass die Sounds aus einer Kategorie stammen müssen (Kick, Snare, Toms, Cymbals). Des Weiteren befindet sich auf der Rückseite ein Aux-Eingang im Miniklinken-Format zum analogen Einspeisen externer Klangquellen sowie ein Fußschaltereingang. Für die Klangwiedergabe stehen ein Stereo-Output im 6,3 mm Klinkenformat sowie ein Kopfhörerausgang (ebenfalls 6,3 mm Klinke) an der Vorderseite bereit.

Kopfhöreranschluss

Auf der Rückseite befinden sich auch die beiden USB-Anschlüsse zur Verbindung mit dem PC/Mac und zum Anschließen von externen Speichermedien. Und damit kommen wir zum Praxisteil.

Praxisteil – Schlagzeug üben mit dem EAD10

Als Schlagzeuger zum Metronom oder zu einem Playback zu üben, ist problemlos über ein Smartphone und einen möglichst schallisolierenden Kopfhörer möglich. Doch die Sache hat einen Haken, denn man hört das eigene Spiel mit Kopfhörer nur noch dumpf. So macht das Üben natürlich keinen Spaß, da sich die Feinheiten nicht beurteilen lassen. Genau hier bietet das Yamaha EAD10 einen Vorteil, denn durch das eingebaute Mikrofon ist das eigene Schlagzeugspiel trotz Kopfhörern klar und deutlich zu hören.

EAD10 Sensor-Unit an der Bassdrum

Das Gleiche kann man zwar auch günstiger mit einem Kleinmixer und zwei Kondensatormikrofonen erreichen, doch der Aufbau ist aufwendiger und auch die Aufnahmefunktion fehlt.

Recorder-Menü

Denn am EAD10 erreicht man mit einem Knopfdruck den eingebauten Recorder. Hier lässt sich das eigene Spiel entweder auf den internen Speicher oder auf einen angeschlossenen USB-Stick im WAV-Format mit 16 Bit und 44,1 kHz aufnehmen. Da der interne Speicher recht begrenzt ist, beträgt die maximale Aufnahmedauer auf den internen Speicher nur anderthalb Minuten. Doch das lässt sich über einen angeschlossenen USB-Stick umgehen. Mein USB 3-Stick von Transcend wurde nicht erkannt, dafür aber ein günstiger Noname USB 2-Stick.

Alle Audiobeispiele im Testbericht wurden direkt über das EAD10 auf den USB-Stick aufgezeichnet und lediglich in Logic geschnitten und in MP3 gewandelt. Die Aufnahmefunktion bietet beim Üben eine einfache Möglichkeit, die Entwicklung des eigenen Schlagzeugspiels zu dokumentieren. Vom USB-Stick lassen sich aber auch Playback-Songs abspielen, zu denen wiederum geübt werden kann. Wichtig ist dabei, dass der Song auf der ersten Ebene des USB-Sticks, im sogenannten Root-Verzeichnis, im WAV-Format in 16 Bit und 44,1 kHz vorliegt. Sonst wird er vom EAD10 nicht erkannt. Liegen die Playbacks nur im MP3-Format vor, muss man sie vorher umwandeln. Für Computer-Allergiker gibt es auch noch die Möglichkeit, das Playback direkt über den Aux-Eingang von einem angeschlossenen Abspielgerät (z.B. Smartphone) aufzuzeichnen. Der Recorder des EAD10 lässt sich dahingehend umstellen. Nun liegt die Datei auf dem USB-Stick im richtigen Format vor, um sie abspielen zu können. Das hat den Vorteil, dass man während der Wiedergabe nun gleich wieder aufnehmen kann, wobei das eigene Schlagzeugspiel mit dem Playback in eine neue Audiodatei zusammengemischt wird. Das Mischungsverhältnis wird über den Aux-Regler festgelegt. So lassen sich z.B. Spielideen für neue Songs festhalten und ohne großen technischen Aufwand an die Bandkollegen schicken.

Vom USB-Stick können auch eigene Samples geladen werden, was die klangliche Bandbreite noch einmal individuell erweitert. Auch hier muss auf das Format geachtet werden, denn das EAD10 nimmt nur Samples in 16 Bit und 44,1 kHz auf. Die maximale Größe pro Stereo-Sample beträgt 3,5 MB, was auch für längere Flächen-Sounds ausreichend ist. Die maximale Anzahl von 100 ladbaren Samples wird zusätzlich vom internen, 32 MB großen Sample-Speicher begrenzt. Ein kurzes Mono-Bassdrum-Sample in16 Bit ist in der Regel nicht größer als 100 kb, deshalb sehe ich die 32 MB nicht unbedingt als Einschränkung.

Yamaha Rec ’n‘ Share App

Rec ’n‘ Share App für iOS

Die Rec ’n‘ Share App macht es zusammen mit einem iOS-Gerät möglich, den Sound des EAD10 zusammen mit einem Playback aus der eigenen Musikbibliothek oder der Yamaha Library und dem Video-Stream der eingebauten Kamera eines iPhones oder iPads in einem Video aufzunehmen und zu veröffentlichen. Schneller lassen sich gut klingende Drum-Along-Videos für YouTube anderweitig wohl kaum anfertigen. Die Funktion ist trotzdem eher etwas für YouTube-Einsteiger, denn der YouTube-Profi wird wohl kaum auf mehrere Kameraeinstellungen und den damit einhergehenden nachträglichen Videoschnitt verzichten können.

Live-Performance mit dem EAD10

Das Yamaha EAD10 lässt sich natürlich auch für die Live-Abnahme des Schlagzeugs verwenden. Ich würde dafür aber wenigstens einen Trigger für die Snare-Drum dazu erwerben, denn ansonsten geht sie im Vergleich mit der Sample-unterstützten Bassdrum ein wenig unter. Auch die Toms würden von zusätzlichen Triggern profitieren. Im vorliegenden Test und in den Audiobeispielen habe ich aber keine zusätzlichen Trigger benutzt. Yamaha empfiehlt natürlich die eigenen Drum-Trigger aus der DT-Serie, von denen der DT-20 noch der Günstigste ist.

Yamaha-DT20 Trigger

Wenn man betrachtet, dass dieser nur aus einem Piezo-Element in einer selbstklebenden Gummihülle nebst Klinkenbuchse besteht, ist der aufgerufene Preis leider sehr hoch. Ein Piezo-Element kostet im Handel nicht einmal 50 Cent. Wer handwerklich etwas begabt ist, kann sich zwei Mono-Piezo-Trigger schon für etwas über 5 Euro Materialkosten selbst anfertigen. Einfach ein 3-Meter Stereoklinkenkabel in der Mitte zerschneiden, die inneren Kupferleitungen per Lüsterklemme mit den Drähten des Piezo-Elements verbinden und den Piezo fest zwischen zwei kleine Lagen Moosgummi kleben. Etwas doppelseitiges Klebeband und fertig ist der selbstklebende Trigger. Wer es stabiler und optisch schöner möchte und wer vor allem einen separaten Rim-Trigger benötigt, der sollte auf professionelle Trigger wie den Yamaha DT50S setzten.

Yamaha DT50s Stereo-Trigger

Solch ein Trigger ist wesentlich aufwendiger selbst herzustellen und der Kaufpreis erscheint eher gerechtfertigt.

Schlagzeuger von Live-Elektro-Bands sollten sich das Yamaha EAD10 unbedingt näher ansehen, denn hier lassen sich nicht nur Samples mit dem echten Schlagzeugklang mischen, auch die integrierten Effekte passen zum Teil sehr gut in den elektronischen Kontext und sie lassen sich jederzeit in der Intensität anpassen und teilweise auch dynamisch spielen (Dynamic Phaser). Der Hauptvorteil auf der Bühne ist aber der geringe Platz- und Materialbedarf. Mikrofone und Stative werden nicht gebraucht. Nichts versperrt den Blick auf das edle Instrument und den Musiker und trotzdem lässt sich der akustische Klang nach Bedarf verstärken und zusätzlich mit geeigneten Samples subtil anfetten. Im Handumdrehen tönt ein professioneller Schlagzeug-Sound aus der PA, der trotzdem nur 2 Kanäle am Mischpult belegt und nicht offensichtlich nach E-Drum klingt. Das nenne ich Effizienz.

Klangqualität

Einen großen Einfluss auf den Klang haben die Mikrofone des Yamaha EAD10, da sie die akustische Basis darstellen. Hier darf sich Yamaha also keinen Patzer erlauben und das ist auch nicht der Fall. Die Mikrofone sind pegelfest, rauscharm und feinzeichnend, wie man es von guten Kleinmembranmikrofonen erwarten würde. Auch die Bassanteile werden voluminös übertragen, so dass ein ausgewogenes Klangbild entsteht. Die Qualität kann natürlich nicht mit hochwertigen Studio-Kleinmembranern wie den MKH20 von Sennheiser mithalten, sie ist für den Einsatzzweck aber mehr als überzeugend.

Der obere Rand der Bassdrum ist an sich auch ein guter Platz für eine Schlagzeug-übergreifende Mikrofonabnahme, da alle Elemente des Schlagzeugs sich um diese Mitte verteilen und die Entfernung zu den besonders wichtigen Elementen wie Snare und Bassdrum sehr kurz ist. Nicht wenige Schlagzeuger verteilen aber auch ihre Toms über der Bassdrum, so dass unter Umständen der Platz für den Sensor eng wird. Bei meinem Drumset, passenderweise einem Yamaha Stage Custom aus den späten 90ern, sind die Toms zwar neben der Bassdrum, dafür hängt mein Ride-Becken genau über der Fußtrommel und somit direkt über dem Sensor der EAD10.

Becken genau über dem Sensor sind eher ungünstig

Das Ride-Becken wird dadurch natürlich zu laut übertragen und auch tieffrequente Schwingungen vom Becken werden zu stark erfasst. Für eine optimale Klangwiedergabe sollten die Trommeln einen ähnlichen Abstand zum Sensor haben und definitiv dichter am Sensor platziert werden als die Becken, die eher selten zu leise sind. Es lohnt sich also, den Aufbau des Drumsets an den Sensor anzupassen, sofern das möglich ist.

Die Sample-Abteilung des Yamaha EAD10 bietet die Yamaha-typischen Klänge, Samples verschiedener Yamaha Schlagzeuge, elektro-taugliche Bassdrums und auch eine schön kickende Metal-Bassdrum. Die Klänge sind zwar anschlagdynamisch, bestehen aber immer nur aus einem Sample. Multi-Samples gibt es nicht, was ich auch nicht als nötig erachte, da die Samples zum akustischen Drumsound dazugemischt werden. Man hat von Natur aus somit schon einen dynamischen Sound, der mit Hilfe der Samples angereichert werden kann. Die Sample-Klänge mischen sich sehr gut mit dem Akustik-Sound, eine Latenz wird dabei nicht hörbar. Es gab im Test nur sehr wenige Momente, in denen ich das Gefühl hatte, dass das Sample einen Hauch später abgespielt wurde, aber niemals auffallend.

Kleine Effektkiste

Auch die Effekte des Yamaha EAD10 können überzeugen. Es stehen 11 verschiedene Hall-Programme bereit, die von Early-Reflections über Gated-Reverb, Plate, Room und Hall alles Nötige bieten. Auch die sonstige Effektsektion bietet alles Wünschenswerte in guter Qualität, angefangen bei Delays über Modulationseffekte, Distortion, Ring-Modulator und Filter sowie zum Teil auch Kombinationen. Das einzige Manko ist, dass alle Effekte nur mit einem Regler in der Intensität beeinflusst werden können. Dafür kann die Effektintensität im Menü für die einzelnen Trigger und die Mikrofone separat eingestellt werden.

Wer trotz der guten Leistung des EAD10 lieber gleich auf ein E-Drumkit setzen möchte, soll sich unseren Artikel „E-Drums: Tests, Workshops und History“ nicht entgehen lassen. Hier findet ihr Wissenswertes über die Entwicklung der E-Drums sowie alle aktuellen und getesteten Modelle in der Übersicht.

All About E-Drums

Fazit

Das Yamaha EAD10 ist die gelungene Vereinigung von Akustik-Schlagzeug und E-Drum Technik in einem unkomplizierten, einfach aufzubauenden Produkt. Es hat das Potenzial, das Leben des modernen Schlagzeugers zu erleichtern und das Üben zum Metronom und zum Playback unkomplizierter und angenehmer zu gestalten. Die durchdachte Aufnahmefunktion allein zeigt, dass bei der Konzeption Praktiker am Werk waren. Selbst für Live-Zwecke kann das System überzeugen, auch wenn das EAD10 dann besser mit zusätzlichen Triggern erweitert werden sollte. Trotzdem bleibt der Aufbau-Aufwand gering und der klangliche Nutzen groß, vor allem wenn wenig Platz auf der Bühne zur Verfügung steht und/oder keine Mikrofone auffallen dürfen. Von mir gibt es die volle Punktzahl, denn das Spielen mit dem EAD10 macht wirklich Spaß und ist wesentlich mehr als nur eine nette Sound-Spielerei. Ich könnte mir sogar eine Profiversion mit mehr Trigger-Eingängen, zusätzlichen XLR-Mikrofoneingängen und mehr Editiermöglichkeiten bei grundsätzlich gleichem Konzept vorstellen.

Plus

  • innovatives Konzept
  • schnell aufgebaut
  • leicht zu bedienen
  • guter Mikrofon- und Sample-Klang
  • eigene Samples können geladen werden
  • Aufnahmefunktion

Minus

  • kaum Editiermöglichkeiten für die Effekte

Preis

  • Ladenpreis: 550,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Oliver Schulte  RED

    Hi, mal zwei Fragen: In den Audiobeispielen dominiert die Bassdrum sehr. Lässt sich das besser regeln, oder setzt sie sich grundsätzlich immer am stärksten durch?

    Wie ist es mit dem Floortom? Lässt sich das noch gut „einfangen“? Oder klingt es grundsätzlich zu entfernt? Lässt sich dieses Problem (wenn das so ist) mit einem Tom Trigger gut lösen?

    Beste Grüße :-)

    • Profilbild
      r.biernat  AHU

      Hi Oliver,
      die grundsätzliche Balance ist wie auf dem ersten Soundbeispiel, also etwas Kick-lastig. Das ist auch nicht verwunderlich, da das Mikro direkt daran befestigt ist. Mit Tom-Triggern lässt sich das ausgleichen.LG

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