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Test: Yamaha RUio16-D, DANTE Audiointerface

29. Juli 2022

VST-Effekte für das DANTE-Netzwerk

yamaha ruio16 d test

Yamaha RUio16-D, DANTE Audiointerface

Audiointerfaces gibt es wie Sand am Meer. Doch es gibt auch einige wenige Spezialisten unter den Interfaces, die sich besonders gut für einen bestimmten Zweck eignen. Ein solches Interface ist das Yamaha RUio16-D, das speziell für den Einsatz im Live-Bereich innerhalb eines DANTE-Netzwerks konzipiert wurde. Was es damit genau auf sich hat, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

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Yamaha – alles aus einer Hand

Yamaha darf sicherlich zu einem der größten Hersteller im Bereich Musik gezählt werden und bietet die volle Ausstattung von Musikinstrumenten über Beschallungstechnik, Tonstudiotechnik bis hin zu Computer-Zubehör wie eben Audiointerfaces. Durch die Verbindung mit Steinberg kommt es zudem zu einer engen Verzahnung mit den Software-Produkten des Herstellers wie Cubase oder Nuendo. Auch die Treibertechnologie für Interfaces entstammt dieser Zusammenarbeit.

DANTE

DANTE ist ein Netzwerkprotokoll des Herstellers Audinate, das einen Audio-Stream in Datenpakete verpackt, die über ein Standard-IP-Netzwerk verteilt werden können. Jedes Paket ist mit verschiedenen Informationen bestückt, die darüber Auskunft geben, wo es herkommt und wo es hin möchte. Außerdem umfasst es Informationen zur Wordclock. Im Prinzip funktioniert DANTE also ähnlich wie der Datenverkehr im Internet und ermöglicht es so, umfangreiche Netzwerke aufzubauen, in denen Audio (und neuerdings auch Video) verteilt wird. Es eignet sich deshalb hervorragend für den Ersatz analoger Audionetzwerke in Gebäuden, kommt aber auch in der Beschallungstechnik und in Tonstudios zum Einsatz.

DANTE unterstützt Wortbreiten bis 32 Bit und Sampling-Frequenzen bis hinauf zu 192 kHz. Die Konfiguration eines DANTE-Netzwerks geschieht über DANTE Controller, einer Software, die den Datenstrom regelt und kontrolliert. Die Speicherung geschieht in den DANTE-Geräten selbst, sodass die Geräte nach dem Einschalten sofort einsatzbereit sind.

Diese Konfiguration ist es allerdings auch, die DANTE nicht nur mächtig, sondern auch fehleranfällig macht, denn gerade in umfangreichen Netzwerken kann es schnell unübersichtlich werden. Einer der größten Vorteile von DANTE ist es allerdings, dass auch ältere Geräte über einen Umweg eingebunden werden können. Per DANTE VIA lassen sich zum Beispiel ältere Audiointerfaces oder Mischpulte mit Computerverbindung in ein DANTE-Netzwerk integrieren, indem der Computer per Software für deren Eingliederung in das Netzwerk sorgt. DANTE Virtual Soundcard ermöglicht die Einbindung von Computern in ein DANTE-Netzwerk, um zum Beispiel Sound aus einer DAW in das DANTE-Netzwerk auszuspielen oder beliebige Signale aus dem DANTE-Netzwerk mit einer DAW aufzunehmen. Über diverse Adapter der DANTE AVIO-Serie lassen sich zudem Signale ganz ohne Software aus dem Netzwerk extrahieren oder einspielen. Zahlreiche Hersteller haben DANTE mittlerweile von Audinate lizenziert und in eigene Produkte  integriert. Die Verbreitung ist sehr groß. Allein Yamaha bietet für so ziemlich alle seine Beschallungs- und Recording-Produkte DANTE-Karten an, wenn sie nicht sowieso von Haus aus schon eine DANTE-Schnittstelle besitzen.

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Yamaha RUio16-D Front

Einen Wermutstropfen gibt es bei DANTE dennoch: Der Preis für DANTE-Produkte ist stets recht hoch, was unter anderem an den Lizenzgebühren liegen dürfte, die Hersteller an Audinate abführen müssen. So kostet selbst die günstigste DANTE-Erweiterungskarte für ein Behringer X32 Digitalpult bereits 429,- Euro und Karten für andere Mischpulte wie zum Beispiel von DiGiCo überschreiten deutlich die 1.000,- Euro-Marke.

Yamaha RUio16-D Audiointerface mit DANTE

Das Yamaha RUio16-D Audiointerface schließt sich an die bereits bestehenden DANTE-Produkte an und bietet 16 DANTE Ein- und Ausgänge. Hinzu kommen zwei analoge Ein- und Ausgänge und 16 USB-Kanäle für den Anschluss an einen Computer.

Das Interface arbeitet mit Sampling-Frequenzen bis 96 kHz. Auf der USB-Seite unterstützt es Wortbreiten bis 24 Bit, während auf der DANTE-Seite 24 und 32 Bit angeboten werden. Der Anschluss an einen Computer erfolgt über den rückseitigen USB-C-Anschluss. Das Interface unterstützt den USB 2.0 Standard. Passende Kabel mit einem verriegelbaren USB-C Anschluss auf der Interface-Seite und USB A oder USB C auf der Computerseite liegen bei.

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Die beiden Eingänge und Ausgänge sind je als symmetrische XLR-Buchsen ausgeführt. Für die beiden Eingänge steht +48V Phantomspeisung zur Verfügung, die gemeinsam schaltbar ist. Außerdem steht für beide Kanäle ein 26 dB Pad bereit, um auch Line-Signale verarbeiten zu können. Somit ergibt sich ein einstellbares Gain von +20 bis +64 dB für Mikrofonsignale und -6 bis +38 dB für Line-Signale. Das ist ordentlich und auch ältere Bändchenmikrofone sollten somit am Yamaha RUio16-D funktionieren.

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Sauberer Frequenzgang, gemessen vom Mic-Input zum Monitor-Ausgang.

Auf der Vorderseite ist der regelbare Kopfhörerausgang beheimatet, dessen Kopfhörerverstärker mit einem Regelbereich von 2,5 bis 100 mW arbeitet und auch für meinen 250 Ohm Beyerdynamic DT 770 Pro genügend Power bereitstellt.

Für den Anschluss an ein DANTE-Netzwerk sind auf der Rückseite zwei EtherCON (CAT5e)-Buchsen zu finden, die mit Primary und Secondary beschriftet sind.

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Yamaha RUio16-D Rückseite

Zuletzt sei noch die zweite USB-C Buchse für die Stromversorgung mit 5 V DC erwähnt. Alternativ steht natürlich USB-Bus Power zur Verfügung, sodass bei einem Anschluss an den Computer auch die Stromversorgung gewährleistet ist.

VST Rack Pro

Komplettiert wird das Yamaha RUio16-D Audiointerface durch die Yamaha VST Rack Pro Software. VST Rack Pro ist ein Plug-in-Host, ermöglicht also das Nutzen von VST-Plug-ins außerhalb einer DAW, um diese zum Beispiel mit einem Beschallungsmischpult einzusetzen. Das Prinzip ist schnell erklärt und denkbar einfach:

Die Eingangssignale werden auf einen Kanalzug wie bei einem Mischpult geführt. Der Kanal kann entsprechend benannt werden und auch eine Farbe zugewiesen bekommen. Ein Level-Meter zeigt den anliegenden Pegel an, der sich über einen Regler anpassen lässt. Es folgen mehrere Plug-in-Slots (Racks), die sich mit VST-Plug-ins bestücken lassen (max. 16 Racks). Bypass nimmt bei Bedarf die komplette Effektkette aus dem Signalweg.

Unter den Plug-in-Slots sieht die Anzeige für die Ausgangssektion ganz ähnlich aus: Ausgangskanal, Level, CUE-Schalter für die Ausgabe des Signals auf dem Monitor-Pfad (in Einstellungen festzulegen), Regler für die Ausgangsverstärkung und die Latenzgruppe sind hier zu finden. Auch der aktuelle Latenzwert wird hier angezeigt.

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Der VST Rack Pro Plug-in-Host von Yamaha

Latenzgruppen

Verschiedene Plug-ins verursachen eine unterschiedlich große Latenz. Nun kann es für verschiedene Instrumente oder Instrumentengruppen sehr wichtig sein, dass die Signalverarbeitung auf den dazugehörigen Kanälen synchronisiert erfolgt. Das gilt zum Beispiel für das Schlagzeug, dessen Schlaginstrumente in der Regel einzeln mikrofoniert und am Mischpult bearbeitet werden. Damit das Timing erhalten bleibt (auch wenn es sich nur um wenige Millisekunden handelt), weisen wir alle Schlagzeugkanäle einer Latenzgruppe zu. Nun wird die Latenz der Plug-ins synchronisiert, damit später alles phasengleich ausgespielt wird. Andere Anwendungsgebiete sind Chormikrofone, Bläser-Sections und so weiter.

Szenen & Presets

Wie bei einem digitalen Mischpult können die Einstellungen von VST Rack Pro insgesamt als Szene oder als Rack-Presets abgespeichert werden. So könnte man zum Beispiel pro Song eine einzelne Szene anlegen oder gar mehrere Szenen pro Song. Rack-Presets enthalten alle Einstellungen eines Racks, also die dort abgelegten Plug-ins samt ihrer Einstellungen. Jedes Plug-in hat selbstverständlich auch noch einmal eine Preset-Funktion.

Bestimmte Bereiche lassen sich bei einem Szenen-Recall ausnehmen, sodass sie nicht überschrieben werden (Recall-Safe). Auch diese Funktion kennt man von Digitalpulten.

Alle Szenen werden in einer Liste verwaltet und lassen sich darüber schnell aufrufen.

Großer Monitor notwendig

Der größte Kritikpunkt an VST Rack Pro ist die Fensterverwaltung und die Ausnutzung des vorhandenen Bildschirmplatzes. Schon auf meinem Monitor im Studio lassen sich die Mischpultoberfläche und die Plug-in-Fenster nicht vernünftig darstellen. Stets verschwinden die Plug-in-Fenster hinter dem Hauptfenster, wenn man irgendwo auf das Hauptfenster klickt oder etwas verändert. Auf einem Laptop-Display ist das Arbeiten wirklich mühselig. Ein Scaling oder Verändern der Auflösung des Fenster gibt es leider nicht. Hier muss man bei Yamaha dringend nachbessern und zum Beispiel schauen, ob sich, wie in einer DAW, Bereiche definieren lassen, in denen die Plug-in-Fenster eingeblendet werden. Auch eine Always-on-top-Funktion wäre sehr sinnvoll.

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Leider lässt sich das Fenster nicht skalieren und selbst auf großen Monitoren lässt sich nicht alles gleichzeitig darstellen. Die Plug-ins verschwinden immer hinter dem Hauptfenster.

MIDI

Wer es ganz bequem möchte, ruft seine Szenen per MIDI-Program-Change auf oder verändert gar die Parameter verschiedener Plug-ins per MIDI-Controller. 127 Controller stehen zur Verfügung und können frei auf die Racks, deren Plug-ins und Parameter verteilt werden.

Eine zentrale Tempo-Tap-Funktion gestattet das schnelle Eintappen des Song-Tempos, damit Delays synchron bleiben.

Effekte

Obwohl natürlich alle VST- (auch VST3-) Effekte genutzt werden können, die auf dem Host-Computer installiert sind, kommt VST Rack Pro gleich mit einer netten Auswahl aus Effekten von Steinberg und Yamaha. Yamaha steuert verschiedene Emulationen klassischer Kompressoren, Vintage-EQs, eine Bandsättigungs-Emulation  und die REV-X Hall-Plug-ins bei, während von Steinberg einige aus Cubase bekannte Effekte und Tools zu finden sind. Sogar der Austausch von Effekt-Presets zwischen Cubase und VST Rack Pro ist möglich.

Routing des Yamaha RUio16-D

Dass das Routing des Yamaha RUio16-D nicht ganz leicht zu durchschauen ist, scheint auch Yamaha aufgefallen zu sein, denn ein passendes Diagramm zur Erklärung findet sich nicht nur  in der Bedienungsanleitung, sondern ist auch auf der Gehäuseoberseite aufgedruckt.

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Abdruck des Signalflusses auf der Gehäuseoberseite

Zunächst einmal haben wir 16 digitale DANTE-Kanäle, die aus dem Yamaha RUio16-D hinaus und auch wieder hinein führen. Hinzu kommen zwei analoge Ein- und Ausgänge. Diese Ein- und Ausgänge bilden im Prinzip den Rahmen für das Yamaha RUio16-D. Im Mittelpunkt dieses Rahmens, quasi das Bild im Rahmen, stellen die USB-Kanäle und der Computer mit VST Rack Pro dar. Die über DANTE oder die analogen Eingänge ins Interface geleiteten Signale werden über USB an den Computer ausgespielt, dort mit Effekten bearbeitet und im Anschluss über USB wieder zurück ins Interface geleitet, wo sie dann auf 16 DANTE-Kanälen und/oder die beiden analogen Monitor-Ausgänge ausgespielt werden.

Über den Kopfhörerausgang lassen sich diese Signale ebenfalls kontrollieren. Was auf den Monitor-Ausgängen zu hören ist, entscheidet die Position des kleinen Schalters über dessen Output-Regler: Monitor, DANTE, USB. Es können also entweder das Signal des Monitor-Bus, die USB-Kanäle 15-16 oder die DANTE-Kanäle 15/16 ausgegeben werden.

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Das Blockdiagramm des Yamaha RUio16-d

Failsafe

Live mit einem Computer zu arbeiten, birgt immer ein gewisses Risiko, denn Computer können nun einmal einfrieren oder abstürzen. Routet man nun alle Audiokanäle durch das Yamaha RUio16-D und der Computer stürzt ab, wäre das fatal und hätte einen kurzzeitigen Abbruch der Show zur Folge. Hier kommt zunächst einmal die 5 V DC IN-Buchse zum Tragen, denn sollte ein Computer-Neustart erfolgen müssen, würde die Stromversorgung des Interfaces kurzzeitig getrennt. Hat man das Interface jedoch extern mit Strom versorgt, bleibt es von jeglichen Abstürzen unbeeindruckt.

Im Falle einer Fehlfunktion muss dann noch dafür gesorgt werden, dass die Audiosignale aus dem DANTE-Netzwerk weiterhin fließen. Die Bypass-USB-Funktion trägt dem Rechnung und sorgt im Ernstfall dafür, dass zwar all die schönen Effekte nicht mehr zu hören sind, dafür aber die Audiosignale weiterhin hörbar bleiben. Der Super-GAU bleibt also hoffentlich aus.

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Anwendungsbereiche und Alternativen zum Yamaha RUio16-D

Wie bereits erwähnt, eignet sich das Yamaha RUio16-D hervorragend dazu, VST-Plug-ins für Beschallungen einzusetzen. Ähnliche Systeme kennt man von der Firma WAVES mit SoundGrid und eMotion LV1 oder Avid Venue. Diesen Systemen gemeinsam ist, dass sie spezialisierte Hardware erfordern und unglaublich teuer sind.

Mit dem Yamaha RUio16-D Audiointerface gelingt nun das Einbinden von Software-Effekten in jedes DANTE-Netzwerk. Das Interface samt VST Rack Pro kostet 1.495,- Euro im Fachhandel. Im Prinzip hängt sich das darauf basierende VST Rack Pro einfach nur in das bestehende DANTE-Netzwerk, also im einfachsten Fall in das DANTE-Netzwerk, das ohnehin zwischen der digitalen Stagebox auf der Bühne und dem Digitalpult aufgebaut wurde. Daraus greift es bis zu 16 Signale ab, bearbeitet sie im Computer und speist sie wieder in das DANTE-Netzwerk ein. Es erweitert also einfach die bereits bestehende Beschallungslösung und beliebige VST-Effekte oder die mehr als 30 mitgelieferten Effekte.

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Die Einbindung in ein Dante-Netzwerk

So könnte man zum Beispiel die kostengünstigen Behringer X32 Digitalpulte mit einer X-DANTE Card ausrüsten und dann die Signale über das Yamaha RUio16-D in einen Computer führen, dort mit VST Rack Pro bearbeiten, und anschließend wieder zurück ins Pult. Zwar wäre das prinzipiell auch direkt über die USB-Anbindung des Mischpults möglich, auf Sicherheits-Features wie Bypass USB oder die Latenzgruppen muss man dann aber verzichten.

Besonders profitieren ältere Digitalpulte von der RUio16-D Lösung. Für diese werden nämlich nach wie vor DANTE-Karten angeboten und so kommen selbst das gute alte Yamaha 01V96 Digitalpult, ein 02R96 oder ein Yamaha LS9 noch eine Verjüngungskur, denn diese Pulte sind nach wie vor weit verbreitet oder werden auf dem Gebrauchtmarkt günstig angeboten. DANTE-Erweiterungskarten bieten mittlerweile fast alle namhaften Hersteller an. Insgesamt ist dieses Unterfangen jedoch nicht ganz günstig und man sollte gut den Restwert des Digitalpults mit den Anschaffungskosten des Yamaha RUio16-D plus DANTE-Card für das Mischpult vergleichen.

Eine weitere Möglichkeit ist der Aufbau eines computerbasierten Mischpults. Dazu genügt ein Yamaha RUio16-D, eine DANTE-Stagebox wie zum Beispiel eine Yamaha Tio 1608-D und eine geeignete Software, mit der sich die Signale routen, verarbeiten und mischen lassen. Für den Mac eignet sich dafür zum Beispiel die Software SoundDesk von LoudLab, aber auch jede DAW oder Software wie Mainstage lässt sich dafür zweckentfremden.

Die analogen Ein- und Ausgänge des Yamaha RUio16-D lassen sich darüber hinaus auch prima am FoH-Platz für das Messmikrofon nutzen.

Natürlich ließe sich das Yamaha RUio16-D auch einfach als Audiointerface für das DANTE-Netzwerk im Studio nutzen oder live für das direkte Ausspielen von Backing-Tracks ins DANTE-Netzwerk. Dafür gibt es allerdings mit DANTE Virtual Soundcard und den Adaptern von Audinate und anderen Herstellern günstigere Lösungen.

Hier kommen wir auch bereits zu Alternativen, denn mit DANTE VIA lassen sich prinzipiell beliebige Audiointerfaces in ein DANTE Netzwerk einbinden. Zu beachten ist allerdings die Latenz von 10 ms, die durch DANTE VIA verursacht wird.

Wer VST Rack Pro nicht mag, kann alternativ auch jeden anderen Plug-in-Host nutzen. Ein Zwang, die Software mit dem Interface einzusetzen, besteht nicht. Mac-User könnten sich mit Main Stage ein eigenes Mischpult basteln. Günstig ist auch die Software DSP-Quattro, die ebenfalls als Plug-in-Host verwendet werden kann. Ein sehr beliebter Plug-in-Host für Live-Anwendungen mit Snapshots und Cue-Listen ist LiveProfessor von Audioström Sound Software. Er wird oft im professionellen Umfeld eingesetzt und die Software-Lizenz ist mit einem Preis von 99,- Euro sogar sehr günstig.

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Fazit

Das Yamaha RUio16-D mit der noch jungen VST Rack Pro Software ist die ideale Lösung, wenn es darum geht, live Signale aus einem DANTE Netzwerk mit VST-Effekten zu bearbeiten. Die hochwertige Hardware, verbunden mit der bereits in Version 1.0.0 stabilen VST Rack Pro Software, gibt ein gutes Gefühl für den sensiblen Live-Betrieb. Aktuell läuft die Software an Macs mit Apple Silicon noch mit Rosetta 2, dürfte aber bald auch nativ für die M-Prozessoren zur Verfügung stehen. Doch selbst in der Emulationsumgebung lief sie an meinem M1 Mini leistungsfähig genug für einen potentiellen Live-Einsatz. Gerade Besitzer älterer und doch liebgewonnener Digitalpulte sollten sich das Yamaha RUio16-D einmal näher anschauen.

Der einzige Kritikpunkt an der Hardware ist der Preis, der mit 1.495,- Euro nicht gerade günstig erscheint. Im Vergleich zu alternativen Systemen, zum Beispiel von WAVES, ist die Yamaha-Lösung dennoch deutlich günstiger. Für die Software wünsche ich mir noch diverse Verbesserungen hinsichtlich des GUI, damit auch das Arbeiten mit kleineren Displays, wie zum Beispiel von Laptops, problemlos möglich wird.

Plus

  • Verarbeitung
  • Leistung von VST-Rack
  • hochwertige Mic-Vorverstärker
  • Konzept

Minus

  • Preis
  • VST-Rack GUI

Preis

  • 1.495,- Euro
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