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Vergleichstest: Austrian Audio OC818, AKG C12 / C414, Studiomikrofone

4. November 2019

Reinkarnation der CK12 Kapsel

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Vergleichstest: Austrian Audio OC818, AKG C12 / C414, Studiomikrofone

Das Großmembranmikrofon OC818 ist das Topmodell der jungen österreichischen Firma Austrian Audio. Den kleinen Bruder OC18 hatten wir bereits im Test und wie ihr hier nachlesen könnt, hatte es einen sehr guten Einstand hingelegt. Im Gegensatz zum OC18 hat das Austrian Audio OC818 viele weitere Features mit an Bord, die ich in diesem Test genauer unter die Lupe nehme.

Austrian Audio hat seinen Sitz in Wien und wurde 2017 von ehemaligen AKG Mitarbeitern gegründet. Damals hatte der amerikanischen Mutterkonzern Harman die österreichische AKG Hauptzentrale nach über 70-jährigem Bestehen überraschend geschlossen. Der Kern des AKG Teams hatte sich zusammengetan, um in Eigenregie wieder Mikrofone und Kopfhörer “Made in Austria” herzustellen.

Nach zwei Jahren Entwicklungszeit wurden auf der diesjährigen Musikmesse in Frankfurt bereits acht neue Produkte vorgestellt, darunter die beiden Mikrofone OC18 und OC818 als erste Vertreter ihrer Gattung. Dabei hat man nicht einfach Bestehendes kopiert. Man hat den Anspruch, vorhandene Technik zu verbessern und teilweise gänzlich neu zu denken. Mehr zur Entstehungsgeschichte von Austrian Audio findet ihr übrigens im Testbericht zum Austrian Audio OC18.

Austrian Audio OC818

Das AKG C12 und 414 sind die Vorfahren des Austrian Audio OC818

Legendäre Großmembranmikrofone von AKG wie das AKG C12, das ELAM 251 oder die ersten Versionen des 414 haben eines gemeinsam: die sagenumwobene Messingkapsel CK12. Sie wurde in den 50ern entwickelt und war damals ein Gegenentwurf zu den M7 Kapseln von Neumann aus Deutschland. Dem Klang der CK12 Kapsel wohnt ein seidiger Schimmer inne, eine kaum erreichte Brillanz in den Höhen, die trotz aller Klarheit nicht scharf oder unangenehm klingt. In allen großen Studios der Welt wurden diese AKG Mikrofone eingesetzt und heute steigen die Sammlerpreise in unermessliche Höhen.

OC818 austrian audio

Die Reinkarnation

 

Auch hier noch einmal ein Hinweis: Wer sich gerne näher mit der Geschichte dieser Mikrofon-Legenden beschäftigen will, der findet wertvolle Hintergrundinformation in dem exzellent recherchiertem Buch „AKG Acoustics – Die ersten 60 Jahre / Chronik eines Welterfolgs“ des langjährigen AKG Mitarbeiters Karl Peschel. Carsten Lohmann (Interview hier) hat dieses „Schmankerl“ aufgespürt und in der Bibliothek seiner Berliner Firma Echoschall für jedermann einsehbar gemacht.

Das hochgesteckte Ziel von Austrian Audio war es, eine neue Version dieser legendäre Mikrofonkapsel zu entwickeln, die dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Ein ganzes Jahr dauerte es, bis die ersten Prototypen fertig waren. Sehr früh in der Entwicklung hat man dabei Keramik als Ringmaterial entdeckt, was viele Vorteile mit sich bringt und auch schon zum Patent angemeldet wurde. Mehr zur Entstehung der neuen Kapsel, die nun auf den Namen CKR12 hört und in Wien in Handarbeit hergestellt wird, findet ihr ebenfalls im Testbericht zum OC18.

Austrian Audio OC818

Die Mikrofone und Kapseln werden in Wien in Handarbeit hergestellt

Lieferumfang des Austrian Audio OC818 Großmembranmikrofons

Wie der kleine Bruder kommt das Austrian Audio OC818 im Koffer samt Spinne, Popschutz und arretierbarer Mikroklemme. Zudem ist beim OC818 ein hochqualitatives Adapterkabel von Mini-XLR auf XLR samt Stativklemme mit dabei. Dies wird benötigt, um das Signal der rückseitig gelagerten Kapsel einzeln aufzunehmen. Auch befindet sich im Koffer eine Aussparung für den Bluetooth-Dongle OCR8, mit dem sich das Mikrofon fernsteuern lässt. Hierzu später mehr.

Austrian Audio OC818

Lieferumfang des Austrian Audio OC818 Mikrofons

Die Verarbeitung des Mikrofons ist vorbildlich, es wird schnell klar, dass wir es hier mit einem qualitativ sehr hochwertigen und auch robusten Schallwandler zu tun haben. Auf der Frontseite gibt es drei mechanische Schieberegler. Mit dem obersten Schieberegler lässt sich ganz klassisch eine der vier Richtcharakteristiken Acht, Superniere, Niere und Kugel auswählen. In der Einstellung Niere ist auch der rückseitige Ausgang aktiv (der ebenfalls ein Nierensignal ausgibt). Dieser kann, muss aber nicht benutzt werden. Der graue Kreis rechts außen aktiviert die Fernsteuerung durch den Bluetooth-Dongle OCR8, der sich alternativ zum XLR-Adapterkabel am rückseitigen Ausgang anschließen lässt.

Austrian Audio OC818

Keine LEDs oder sonstigen Spielereien, dafür mechanische Schalter auf der Frontseite

Die beiden darunterliegenden Schieberegler sind identisch zum OC18. Hier gibt es zum einen die zuschaltbare Bassabsenkung bei 40 Hz, 80 Hz bzw. 160 Hz. In den ersten beiden Stellungen packt das Filter mit 12 dB/Okt zu, bei 160 Hz wird zum vorhandenen 80 Hz Filter noch ein weich eingreifendes Filter mit 6 dB/Okt hinzugefügt. Mit einem zweistufigen Pad lässt sich das Ausgangssignal um 10 dB bzw. 20 dB verringern. Die Abschwächung der ersten 10 dB wird durch eine geringere Kapselspannung erzielt, was zu einer reduzierten Empfindlichkeit führt und den Grenzschalldruckpegel von 148 dB auf 158 dB anhebt. Der zweite Schritt senkt dann das Ausgangssignal um zusätzliche 10 dB ab und wird benötigt, falls das Mischpult oder der Preamp etwas übersensibel sein sollte. Damit ist das Mikrofon bestens geeignet, um hohe Schalldrücke auf der Bühne wie im Studio zu verarbeiten. Hier ein Blick auf die Frequenzdiagramme der einzelnen Richtcharakteristiken:

Die Abmessungen des OC818 sind mit 157 x 63 x 35 mm identisch zum OC18, es ist etwas flacher, dafür aber breiter als ein aktuelles AKG 414. 360 Gramm bringt es auf die Waage bzw. den Mikrofonständer und lässt sich dadurch leicht und sicher positionieren. Der rückseitige Ausgang ist durch eine graue Plastikabdeckung geschützt, dankenswerterweise gibt es in der mitgelieferten Spinne eine Aussparung für den Dongle bzw. das Adapterkabel.

Austrian Audio OC818

Größenvergleich des Austrian Audio OC818 zum AKG 414

Technische Werte des Austrian Audio OC818

Die Ausgangsspannung jedes OC818 oder OC18 liegt bei konstanten 13 mV/Pa. Die Toleranzen zwischen einzelnen Modellen liegen im Moment bei +/-0,5 dB, wodurch es möglich ist, jedes beliebige OC818 mit einem zweiten zu einem Stereo-Set zu kombinieren. Matching wird dadurch überflüssig. Jedes der rund 35 Mikrofone, die derzeit am Tag bei Austrian Audio hergestellt werden, hat einen eigenen Messmarathon hinter sich. Im hauseigenen schalltoten Raum werden erst die Kapseln selbst und später jedes einzelne Mikrofon penibelst gemessen, um sicherzustellen, dass alle Spezifikationen erfüllt werden. Der lasergesteuerte Herstellungsprozess ermöglicht absolute Präzision und geringste Serienschwankung. Betrieben wird das Mikrofon mit 48 Volt Phantomspannung, eine Stromaufnahme von weniger als 4 mA sollte all jene freuen, die das Mikrofon im mobilen Setup verwenden wollen. Die Impedanz liegt je Ausgang bei 275 Ohm und das Eigenrauschen wird mit sehr guten 9 dB SPL angegeben.

oc818 austrian audio

Unter der Plastikabdeckung befindet sich der zweite Ausgang

255 Richtcharakteristiken mit dem OCR 8 Dongle

Mithilfe des optional erhältlichen Dongles OCR8 lässt sich das OCR818 per Bluetooth fernsteuern. Besonders bei Live-Anwendungen oder Festinstallationen ist das sinnvoll, falls das Mikrofon nicht leicht zu erreichen ist.

Um Einstellungen vorzunehmen, benötigt man die Software PolarPilot, die kostenfrei im Appstore als iOS- oder Android-Variante verfügbar ist. Mit einem auf der Innenseite des Dongles aufgedruckten Code lässt sich die Verbindung herstellen. Dass der Code nicht außen angebracht ist, dient der Sicherheit, da sonst jeder, der den Code abliest, im laufenden Betrieb Einstellungen am Mikrofon vornehmen könnte.

Austrian Audio OC818

Der optionale Bluetooth-Dongle OCR8 ermöglicht eine Fernsteuerung der Einstellungen

Neben der Richtcharakteristik lassen sich in der App auch die Werte des Pads und der Bassabsenkung einstellen. Zudem zeigt die Software an, ob das Signal übersteuert.
Mit der Software stehen nicht nur die vier grundlegenenden Richtcharakteristiken zu Verfügung, sondern sage und schreibe 255 Zwischenstufen. Alle Einstellungen können gespeichert und bei Bedarf schnell wieder aufgerufen werden.

Austrian Audio OC818

Die Spinne bietet auch Platz für den OCR8 Dongle

Die PolarDesigner Software des Austrian Audio OC818

Ein absolutes Highlight ist die ebenfalls frei verfügbare Open-Source-Software PolarDesigner. Diese  lässt sich als VST3-, AU- oder AXX-Plugin installieren und mit jeder beliebigen DAW am PC bzw. Mac nutzen. Damit lassen sich pro Aufnahme bis zu fünf verschiedene stufenlos einstellbare Richtcharakteristiken bestimmen. Diese werden in verschiedene Frequenzbänder aufgeteilt. Voraussetzung ist, dass beide Ausgangssignale des OC818 in einer Stereospur aufgenommen werden. Dadurch ist es möglich, dass man beispielsweise für die tiefen Frequenzen einer Aufnahme die Charakteristik Kugel auswählt, während man im Mittenbereich die Niere einstellt. Hätte man gern im hohen Frequenzbereich eine Acht, damit sich zum Beispiel ein Tamburin eines Mitspielers (der idealerweise im 90 Grad Winkel steht) so gut es geht auslöscht, dann ist das im Handumdrehen gemacht. Der eigenen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Sucht man zum Beispiel nach der perfekten Balance zwischen Snare und HiHat, ist das mit dem Polardesigner eine Leichtigkeit und kann den Aufbau eines zweiten Mikrofons ersparen.
Doch die Software bietet noch viele weitere nützliche Parameter. So lassen sich einzelne Frequenzbereiche anheben, absenken und stummschalten. Auch eine Proximit-Control (Nahbesprechungseffekt) und EQ-Control (Freifeld/Diffusfeld) ist mit an Bord. Alle Einstellungen des PolarDesigners lassen sich in der DAW zudem automatisieren. Ein weiteres Gimmick ist die im Terminator-Look gehaltene “Terminator Control”, womit sich bestimmte Bestandteile im Audiomaterial analysieren und automatisch (durch Anpassung der Richtcharakteristik) anheben bzw. absenken lassen.

Austrian Audio OC818

Die kostenlose Open-Source-Software PolarDesigner

Mit dem PolarDesigner hat man hat man während der Postproduktion die Möglichkeit, jede Nuance einer Aufnahme perfekt einzustellen. Alle Möglichkeiten im Detail zu erörtern, die mit dieser Software möglich sind, würde den Rahmen dieses Testberichts sprengen. Da der Polardesigner frei verfügbar ist, könnt ihr ihn bei Interesse jederzeit von der Webseite des Herstellers runterladen und euch selbst einen ersten Überblick verschaffen.

Das Austrian Audio OC 818 und das AKG C12 im Studio

Neben all den innovativen Features, die das OC818 mit sich bringt, ist natürlich immer noch der Klang die wichtigste Eigenschaft eines Mikrofons. Um die neue Kapsel gebührend zu testen, wurde mir von Carsten Lohmann der Firma Echoschall ein originales und sehr gut erhaltenes AKG C12 zur Verfügung gestellt.

Dabei handelt es sich natürlich im Gegensatz zum Austrian Audio OC818 um ein Röhrenmikrofon mit eigenem externen Netzteil, an dem man die Richtcharakteristiken einstellen kann. Wie heute das OC818 strotze das AKG C12 damals in den 50er Jahren an Innovationen.

Austrian Audio OC818

Das Austrian Audio OC818 im Vergleich zum legendären AKG C12

In folgenden Beispielen kamen die Kashmir Preamps des Sound Devices Mix-Pre 6 zum Einsatz. Hier der erste Vergleich an der Akustikgitarre im Abstand von 40 cm.

Um zu hören, wie sich der Nahbesprechungseffekt auswirkt, gehe ich etwas näher ran, der Abstand beträgt nun 25 cm.

Nun folgen Sprachaufnahmen im Abstand von rund 30 cm:

Dass das OC818 klanglich klar in der C-12 Tradition steht, ist nicht zu überhören. Was denkt ihr? Ich würde mich über eure Kommentare freuen.

Austrian Audio

Das Austrian Audio OC818 aus der Vogelperspektive

Hier ein Vergleich zum DPA 4060 Grenzflächen-Mikrofon am Piano in Stereo-Konfiguration (Kugel). Dieses ist an der Ziegelwand installiert, das OC818 positioniere ich direkt daneben:

Experimente mit dem Signal der zwei Großmembrankapseln

Am Schlagzeug positioniere ich das Mikro zwischen HiHat und Snare-Drum. Die Vorderseite zeigt zur Snare, die Rückseite bildet die HiHat ab. In der Postproduktion kann man mithilfe des Polardesigners verschiedene Richtcharakteristiken auswählen, um die richtige Balance zu finden. Hier nur zwei Beispiele mit Acht und Kugel – die Möglichkeiten sind allerdings grenzenlos.

Auch an der Akustikgitarre hört ihr, wie sich verschiedene Einstellungen der Richtcharakteristik auf den Klang auswirken. Zuerst wieder das reine Nierensignal beider Kapseln. Dann ändere ich in meiner DAW mit der Software Polardesigner die Charakteristik zu Omni. In Beispiel 4 wurde im Bereich bis 200 Hz Kugel ausgewählt, im Bereich von 200 – 2000 Hz hört ihr eine Acht und zwischen 2000 Hz und 20000 Hz eine breite Niere. In Beispiel 5 habe ich die Einstellungen etwas abgeändert (Kugel bis 300 Hz, Breite Niere zwischen 300 und 3000 Hz, Niere ab 3000 Hz).

„Advanced M/S-Recording“ und Vergleich zum AKG 414

Was mir besonders gut gefällt: Durch die Möglichkeit, zwei Monosignale aus einem OC818 zu gewinnen, ergeben sich auch für M/S-Stereoanwendungen ganz neue Möglichkeiten. Statt ein Signal zu doppeln und eine Spur per Phasenumkehr als Side-Material zu verwenden, bietet das OC818 zwei unterschiedliche Signale. Diese liefern ein viel reicheres Stereobild ohne jegliche Phasenprobleme. Zusammen mit dem Mid-Signal ist die Monokompatibilität voll gegeben und man erhält ein wunderbares Stereosignal, bei dem man die Seitenanteile stufenlos einstellen kann. Zum Vergleich hört ihr mit den AKG XLS 414 Takes eine klassische Mid/Side-Aufnahme. (Bitte beachtet: Um die Mikros ist absolut identisch positionieren zu können, handelt es sich um zwei verschiedene Takes).

Besonders hervorheben möchte ich zum Abschluss noch den gutmütigen Umgang des Austrian Audio OC818 mit S-Lauten bei Gesangsaufnahmen. Trotz der Offenheit im oberen Frequenzspektrum zeigte sich das Mikrofon in diesem Bereich äußert gutmütig. Neben seinen sehr guten Qualitäten als Allrounder, kann ich das OC818 daher besonders auch für Gesangsaufnahmen empfehlen.

Austrian Audio OC818

Im Koffer gibt es bereits eine Aussparung für die optionale Fernsteuerung OCR8


Fazit

Das OC18 hat schon ordentlich vorgelegt, aber was Austrian Audio mit dem OC818 zum Preis von knapp unter 1000,- Euro bietet, ist herausragend. Erstklassige Verarbeitung, Herstellung in Handarbeit in Österreich, aufwendige Messung jedes Mikrofons, qualitativ hochwertiges Zubehör, innovative Features und kostenlose Zusatzsoftware, die völlig neue Anwendungsgebiete eröffnet.

Der Klang ist rund, edel und steht klar in der CK12 Traditiones ist ein sagenhafter Allrounder der Live sowie im Studio an vielen Stimmen und Instrumenten eine sehr gute Figur macht. Ich kann das OC818 uneingeschränkt empfehlen. Wie beim OC18 ist das OC818 Stereo-Set noch mal um 100,- Euro günstiger.

Plus

  • edler Grundklang, angenehme Abbildung von S-Lauten
  • vielfältig einsetzbarer Allrounder
  • sehr nützliche Software für DAW/iOS, fernsteuerbar mit OCR8
  • zwei Monosignale eröffnen viele Möglichkeiten
  • enge Fertigungstoleranzen, Messungen jedes einzelnen Mikrofons
  • hochwertiges Zubehör
  • Handarbeit, made in Austria
  • sehr günstiger Preis

Preis

  • 999,- Euro (einzeln)
  • 1.899,- Euro (Stereo-Set)
  • 149,- (OCR8 Bluetooth Dongle)
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    nativeVS  

    Persoenlich gefaellt mir in den beispielen hier das OC818 besser, weil es (mir zumindest) etwas weniger scharf in den ohren klirrt. Mich wuerde eigentlich eher interessieren wie es sich denn im vergleich mit den silbernen C414 mit CK12 vergleicht.
    Das OC818 ist definitiv auf der liste an modernen mikros die ich mal ausprobieren sollte. Das dual mono feature allein klingt hier genial; ich wuerd mich interessieren wie nah man an die quelle dran gehen kann um immer noch dieses stereo gefuehl zu haben.

    • Profilbild
      Raphael Tschernuth  RED

      Hi nativeVS, der Abstand hängt etwas von der Klangquelle ab. Was würdest du gern damit aufnehmen wollen? Überall wo sich „normales“ M/S anbieten würde funktioniert das OC818 auch – nur eben besser, da Stereo ;-)

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    psv-ddv  AHU

    Superspannender Bericht! Werde meine Meinung kundtun, wenn ich die Klangbeispiele in angemessener Umgebung gehört habe.

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    dAS hEIKO  

    Der Preis erschüttert mich jatzt schon ein wenig. Beim direkten Vergleich mit dem C12 (das 414 auf den Bildern ist aber doch ein anderes Gerät?!) hätte ich es preislich doch schon im deutlich 4-stelligen Bereich gesehen. Dass man die Tradition hier noch erfolgreich mit Innovation vereint läßt das austrian audio hervorragend dastehen.

  4. Profilbild
    psv-ddv  AHU

    Ok, also mich kann das OCR8 leider nicht so recht begeistern. Auch nicht unter Berücksichtigung des Preises. Der Klang ist in allen Beispielen leicht belegt und verwaschen. Gegen die C12 hat das OCR nicht den Hauch einer Chance. Das war zwar absehbar, aber ich hatte gehofft es käme etwas näher an das grosse Vorbild heran. Im Vergleich löst die C12 insbesondere in den Mitten besser auf, hat einen über das ganze Frequenzspektum stimmigeren Klang, die berühmte Höhencharakteristik und stellt die Signale geradezu dreidimensional zwischen die Abhöre. Das OCR klingt stumpf und flach, löst nur mittelmässig auf und die Oberbassbetonung lässt einen sofort darüber nachdenken, mit welchem EQ man denn das wohl am besten kompensieren könnte (soviel zum günstigen Preis). Ich bin kein Fan der neueren C414 Modelle, aber obwohl der Abstand zur OCR8 hier erheblich kleiner ist, klingt die C414 für mich professioneller und ausgewogener. Die OCR klingt mir zu sehr nach Homerecording. Der Polardesigner ist bei einem so unausgewogen klingenden Mikrofon ein nettes Gimmick, mehr aber auch nicht. Schade, ich hatte mehr von Austrian Audio erwartet.
    Allerdings: Die Mikros in den Klangbeispielen haben alle eine tendenziell angenehme Höhenstruktur. Wem es hier in den Ohren klingelt, der sollte unbedingt seine Abhörkette bzw. Abhörumgebung überprüfen.
    Danke nochmal für den sehr guten Bericht samt Klangbeispielen!

    • Profilbild
      martin stimming  

      also ein bisschen sehe bzw höre ich das auch so, aber „das OCR klingt stumpf und flach“ ist voll übertrieben. das c12 klingt wirklich edler, vollmundiger und mehr glitzer oben, aber ganz weit sind sie nicht voneinander entfernt.
      klanglich reden wir hier von einem unterschied zw nem Audi A4 und ner C-Klasse. ja, klar gibt’s den, aber es sind mit ein bisschen abstand beides wirklich „gute Autos“ wenn ihr wisst was ich meine.
      danke für den bericht auch von mir!

      • Profilbild
        psv-ddv  AHU

        OK, das „stumpf“ ist vielleicht etwas meiner Enttäuschung geschuldet. Vielleicht ist es auf anderen Abhören nicht ganz so deutlich aber das Signal des OCR klingt tendenziell flach und die Transienten leicht verschmiert. Die C12 ist eines der beiden musikalischsten Mikrofone aller Zeiten das ist ein ziemlich unfairer Vergleich. Wir reden hier also eher über Audi A4 zu Koenigsegg. Aber auch ein gutes professionelles Standardmikrofon wie eine U87ai spielt diesbezüglich in einer ganz anderen Liga.

    • Profilbild
      Raphael Tschernuth  RED

      Hi Psv-ddv, du meinst das OC818, richtig? OCR8 ist der Name des Bluetooth Dongles.
      Ich kann deine harte Kritik an dem Mikrofon nicht ganz nachvollziehen.
      In meinen Ohren klingt das OC818 deutlich frischer und edler als das aktuelle 414 und die Verwandtschaft zum C12 ist klar hörbar. In Blindtests hat es einige Kollegen und mich absolut überzeugt. Ich habe es auch über einen langen Zeitraum getestet und war sehr angetan davon, weil es sich an vielen unterschiedlichen Instrumenten einsetzen lässt und der Klang oft schon so passt, wie er aus dem Mikro kommt. Auch kann ich nicht bestätigen, dass ein U87 in einer anderen Liga spielen würde. Das klingt einfach komplett anders. Auch sollte man bedenken, dass das OC818 weniger als die Hälfte kostet und ein Vielfaches an Möglichkeiten bietet.
      Vielleicht würde es sich anbieten das OC818 selbst in deinem Studio zu testen? LG, Raphael

      • Profilbild
        psv-ddv  AHU

        Hallo Raphael,
        ja, ich meine das OC818. Das was ich in Deinen Klangbeispielen vom neuen Austrian Audio höre klingt für mich einfach uninteressant. Die Klangbeispiele finde ich sehr aussagekräftig auch weil ich die C414 und die C12 recht gut kenne. Die Unterschiede sind wirklich mehr als deutlich zu hören. Auf dieser Grundlage bleibe ich bei meiner Bewertung.
        Normalerweise würde ich mir ein Mikrofon bei dem ich den Eindruck habe da wäre irgendwo Potential auf jeden Fall selber im Studio anhören. Schon alleine weil es abhängig vom Preamp durchaus mal Überraschungen geben kann. Aber hier habe ich ehrlich gesagt wenig Motivation. Interessant ist allerdings, dass Du davon nach längerer Nutzung so angetan bist. Das muss ja einen Grund haben. Vielleicht haben wir auch einfach unterschiedliche Ansprüche, oder ich habe Tomaten auf den Ohren ;-)

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