Vince Clarke oder wie der Computer in die Schlafzimmer einzog

25. Januar 2020

Wie der Computer in die Schlafzimmer einzog

Vince Clarke im Interview 2018 mit AMAZONA.de

Wir kennen das, klischeehaft haut einer einen raus und erntet beim Gegenüber erst einmal Staunen. Und muss sich dann erklären. Hier die steile These des Autors. Apples Mac sei zwar wichtig für die Demokratisierung und Digitalisierung, aber es gibt eben auch Vince Clarke, die Rockschool der BBC und den BBC Micro und das UMI-4M MIDI Composition System. Und hier schließt sich auch wieder der Kreis zu Apple, denn der BBC Micro wurde von einer britischen Firma namens Acorn gebaut. Basis war ein 6502 Prozessor. Später entwickelte Acorn eine RISC Architektur, die in iPhones und iPads ihren Dienst versehen werden.

Und Vince Clarke war einer der Ersten, die in ihrem Arbeitszimmer einen BBC Micro und später den BBC Master (Doctor Who Fans lachen bitte jetzt) in Verbindung mit dem UMI Music Sequencer einsetzten. Später aber das sollte uns nicht wundern, bei Queen und A Kind of Magic.

Bevor wir nun zu Vince Clarke kommen, müssen wir uns noch einmal kurz mit dem BBC Micro beschäftigen.

Auslöser vor die Entstehung des BBC Micro war die damals um 1980 sehr erfolgreiche BBC Dokumentation, The Mighty Micro und The Computer Programme, in der Dr. Christopher Evans vom National Physical Laboratory die bevorstehende Revolution des Microcomputer beschreibt und die sich daraus ergebenden Effekte auf die Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft in England.

Back in Time

Acorn hatte den Atom schon am Start, die BBC wollte jedoch einen Rechner, der einfach zu programmieren war, Computergrafik, Töne und Musik, Teletext, Steuerung externer Hardware und (sic!) künstliche Intelligenz beherrschen sollte. Zu den Wettbewerbern gehörten die Firmen Sinclair Research, Newbury Laboratories, Tangerine Computer Systems, Dragon Data und eben Acorn Computers.

Die Hauptgründe waren hier einfach das durch das Entwicklerteam um Steve Furber und Sophie (Roger) Wilson, die entscheidenden vier Tage, welche die BBC bis zur Entscheidung vorgab, sinnvoll nutzten und am Ende einen Prototypen vorstellte, der als einziger den Spezifikationen der BBC entsprach, sondern er übertraf die Anforderungen in fast jedem Bereich. Und wie visionär dieses Konzept war, lässt sich daran ermessen, dass Nachfolger des BBC Micro den kompletten Sendeablauf der BBC steuerten und 3D Grafiken für diverse BBC Produktionen lieferte.

Da die BBC nicht nur ständig knapp bei Kasse war und ebenso die Erfüllung ihres Sendungs- und Bildungsauftrages suchte, ergaben sich hier Synergieeffekte. Auf der einen Seite einen Rechner und auf der anderen Seite ein Bildungsauftrag. MIDI ist 1981 noch in der „Verabschiedungsphase“, also fangen wir erst mal mit den Grundlagen an und zeigen und erklären dem interessierten Zuschauer, was er aus dem BBC Micro alles herausholen kann.

Drei Jahre später ist nun auch MIDI soweit und die Kinderkrankheiten des BBC Micro sind beseitigt. Nun lief 1983 die erste Staffel der BBC Rock School sehr erfolgreich im Bildungsfernsehen und somit war die Zeit reif, sich über eine zweite Staffel Gedanken zu machen.

Und hier kommen jetzt Vince Clarke und der BBC Micro zum Einsatz.

Making the most

Vince Clarke hatte nach seinem Verlassen von Depeche Mode mit YAZOO nahtlos an alte Erfolge anknüpfen können und nach The Assembly wollte er wieder ein längerfristiges Projekt in Angriff nehmen: Erasure. Zeit also, sich auch technisch auf etwas Neues einzulassen.

Anfänglich richtete sich die Rock School eher an den Rock-Bereich. Kurz vor Beginn der zweiten Staffel war MIDI soweit und das Publikum im BBC schon mit den Konzepten des BBC Micro und den Grundlagen von MIDI bekanntgemacht worden. Hier wäre die Sendung „Making the Most of the Micro“ anzuführen, welche die Zuschauer mit den grundlegenden Funktionen und den Programmierkonzepten des BBC Micro vertraut machten. Unter Programmierkonzept darf man BASIC verstehen und für die fortgeschrittenen Liebhaber Assembler.

Zeit also, den nächsten Quantensprung vorzubereiten und Computer mittels MIDI-Interface mit dem Synthesizer zu verbinden. Auch hier setzte man in Series Two auf das bewährte Konzept von Moderatoren und Protagonisten. Die methodisch und didaktisch erläutern, was sie gerade machen. Man entschied sich für den „Live“ Part auf Tony Banks zu verlassen. Der hier nicht näher erläutert werden muss. Für Menschen aus dem deutschsprachigen Raum mag die Art und Weise der Wissensvermittlung komisch vorkommen, da hier nicht frontal unterrichtet wird und alles seltsam oberflächlich vorkommt. Aber das war das Konzept des BBC Bildungsprogramms. See yourself, hear yourself. Decide yourself.

Vince Clarke war der Ansprechpartner für das Studio, hier können wir sehen, wie es damals im Studio aussah. Viel hat sich nicht geändert …

Vince Clark kam ja mehr oder minder von Depeche Mode und als freier Produzent waren damals die Budgets auch schon ein Thema. Die Apple Produkte LISA(1983) und der erste Macintosh von 1994 waren noch nicht soweit und es fehlte vorerst an Programmen und MIDI-Hardware. Vorerst. Hier schließt sich der Kreis. Vince Clarke als „Metronomic“ wollte exaktes Timing. Und britische Entwickler sind erfindungsreich. Zumal wenn wir hier über UMI reden und deren MIDI-System. Reden wir von ganz einfacher MIDI-Implementierung und keinem Fat-Client. Die Metapher des UMI Music Sequencers ist einfach und verständlich, keine tiefe Hierarchie. Flache Lernkurve. Bei maximalen Ergebnis.

Casio Times – PUNK is MIDI

Verbürgt ist, dass Vince Clark mit einem CZ101 zu UMI marschierte und sich diese Soft- und Hardware vorführen ließ. Was ihn dann im weiteren Verlauf dazu animierte, sich 7 weitere CZ101 anzuschaffen. Da Vince Clark nach seiner DM-Zeit sich hauptsächlich mit Auftragsarbeiten für Film- und Fernsehmusik für Channel 4 und die BBC über Wasser hielt, dürft hier auch der Kontakt zu den Machern der Rockschool zustande gekommen sein, am Ende waren das auch Musiker und Kollegen.

Der lange Weg

Wir versuchen uns mal an einer Einordnung. 1984/1985, Apple war zwar auf dem Anmarsch. Aber für den Normalbürger jenseits von Gut und Böse. Die BBC hatte mit dem Micro die Idee eines „Computer for the Masses“ und das Konzept schien bei Acorn für die UK in sicheren Händen. Es spricht ja auch einiges für den Acorn. Nur leider war Acorn eben auch eine kleine und eben britische Firma. Das Konzept der OEM-Fertigung war zwar schon entwickelt. Aber grundsätzlich sollte der BBC Micro ein Do-it-yourself-Computer sein. Was sich als Fehleinschätzung für den Heimbereich erwies. Acorn versuchte dann bei nachfolgenden Projekten aus diesen Fehlern zu lernen. Hatte aber am Ende des Tages durch unkluge und zu spät getroffene Entscheidungen dann das Nachsehen. Letzten Endes sind sie Opfer ihres späteren Erfolges mit dem Acorn Archimedes. Der mit RISC OS und einem ARM Prozessor der Zeit voraus war. Die Generationen von Studenten der angewendeten IT konnten hier ihr zuvor erworbenes Wissen auf dem BBC Micro weiter anwenden, denn Acorn war so clever, BBC Basic zu portieren.

War es das?

Nein, Vince Clarke startete dann mit Erasure richtig durch, ließ die CZ101 hinter sich und Griff sogar zur Akustikgitarre und pflegt nun seinen Vintage Synthpark. Erasure haben ihren Zenit noch nicht überschritten und erfreuen sich weiter großer Beliebtheit.

Acorn, hat aus seinen Fehlern gelernt, nachdem Ende der neunziger Jahre des letzten Jahrtausend fasst die Insolvenz anstand. Und hat zwei Dinge geschafft. Acorn Chips und Design werkeln heute in jedem iPhone und iPad. Die Raspi Plattform gäbe es nicht. Und hier schließt sich auch wieder der Kreis zur Musik und dem Produzent in seinem Studio.

Computer-Pioniere des Synth-Pop

Vince Clarke und Acorn kann man hier durchaus als Vorreiter und Pioniere bezeichnen. Wir müssen uns vor Augen halten, dass wir uns in einer Zeit befinden, wo sich die IT von der Mainframe und einem dummen Terminal hin zu einem Fat-Client entwickelte und die Einschätzung von Dr. Christopher Evans und der BBC sich als richtig erweisen sollte. Sicher gab es vor dem Micro und dem UMI System schon Ansätze und Geräte, aber und das ist sicher einfach vorstellbar, war das BBC/UMI-System verhältnismäßig günstig und gleichzeitig grundsolide. Und genau darin liegt auch die Leistung von Vince Clarke. Punk ist MIDI.

Quellen:

Forum
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    Soundreverend  AHU

    Vielen Dank für diesen schönen Bericht! Da kommen alte Erinnerungen hoch. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern aber ich meine die Sequencer Software, die auf meinem C-64 lief, war von Jellinghaus (?) und dazu das passende MIDI Interface mit 3 MIDI Out (Parallel), damit habe ich einige Jahre Musik gemacht. Faszinierend. 16 MIDI Kanäle haben damals noch ausgereicht :)

    Und jetzt werde ich mir mal die ganzen Youtube Videos anschauen, das von 1985 ist schon mal herrlich…

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    Soundreverend  AHU

    Also das hat mich jetzt nicht in Ruhe gelassen. Mit ein bisschen Googlen habe ich das MIDI Interface gefunden, war doch ein C-Lab wie auf diesem Bild…

    https://bit.ly/2RrBcTt

    Aber der Sequencer??? Nach den Bildern zu urteilen könnte es der Steinberg Pro-16 gewesen sein. Jetzt muss ich echt irgendwann in den Keller, die 5 1/4 Disks habe ich ja noch. Genau wie den C-64. Aber ich weiss nicht, ob ich mich traue das alte Teil mitsamt der Floppy anzuschalten. Nur mit Feuerlöscher daneben :-D Und dann muss ich noch schauen wie ich den überhaupt anschliessen kann. Ein Analoger Tuner und dann Kanal 36 haha :) Ich glaube es bleibt bei den Erinnerungen…

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      Wah-Wah

      Ich habe damals noch keine Musik mit Hilfe von Computern gemacht, sondern nur damit gezockt und Power Play dabei gelesen.?

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    justchris

    Ich kann mich gut an die alten Computer ab Mitte 80er Zeiten erinnern. Man bin ich froh heute mit Win10 und Bitwig arbeiten zu dürfen, dafür hätte ich früher getötet.

    Auch wenn ich solche Sachen heute nicht mal mehr mit der Kneifzange anfassen würde, war das ein sehr schöner Nostalgie Bericht. So richtig was für uns alte Männer, die gern in dem Glauben leben, dass früher alles besser war.

    Übrigens ARM wird nicht nur in den teuren Apple Produkten verbaut(Die immer noch keine Computer für die Massen bauen, sondern immer noch für die Klassen FCK U APPLE), sondern auch bei Android usw.

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      TobyB  RED

      Hallo justchris,

      ich habe daheim noch meine ollen Macs, der älteste ist ein funktionierender Power Mac 8600. Bin da also befangen. Ich denke schon das Apple durchaus Massenware baut, die Welt ohne iPad und Co wäre heute eine andere. Mit dem PDA Newton zogen die ARMs auch in die Apple Welt. Und sie werkeln heute z.B. als SoC mit RasPi und RiscOS was sich nach wie vor gut einsetzen lässt. Ich habe damit z.B. GPS UMTS Tracker und physikalische Messgrößenerfassung realisiert.

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    Henrik Fisch  

    Als bekennender Computer-Nerd mag ich noch hinzu fügen, dass in den älteren Apple-Computern, dem Apple II (übrigens geschrieben als Apple ][), auch ein 6502 verbaut ist.

    Steve Wozniak hat damals einen ziemlich genialen Code auf dem 6502 entwickelt, der direkt, ohne dedizierten Disketten-Controller, Disketten liest und beschreibt. Auch die späteren Mac-Computer können dieses Disketten-Format des Apple II noch lesen. Das gipfelt dann darin, dass neben dem 68000er-Prozessor noch ein eigener Mikrocontroller für die Diskettenlaufwerke eingebaut ist, der eben jenen 6502-Code des Apple II ausführte.

    Den BBC Micro habe ich auch einmal kurz kennen gelernt. Unsere Clique an Computerfreaks war damals durch die Bank erstaunt, wie schnell der Computer ist. Da kommen der C64 und der Atari 800 nicht im Ansatz mit. Dafür haben letztgenannte Computer die besseren Grafik-Fähigkeiten, was für Musiker aber nur mittelbar von Interesse ist (zum Beispiel um zwischen den Studio-Sessions zu zocken).

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        Aljen  

        @ tomk:
        Maraton, Durandal oder Infinity?
        Na fast egal… „They‘re everyehwere!“

        Während sich die DOSen über den pixeligen DOOM erregten, hatten wir ein stimmungsvolles Baller-Adventure erster Güte… da kam auch kein Wolfenstein auch nur in die Nähe (davon ab musste man den ersten Wolfenstein sowieso im Ausland besorgen… hab meinen in Thorn, Polen gekauft – witzigerweise störten sich die Polen nicht die Bohne an den ganzen „Symbolen“ im „Bonker“…)

        In infinity konnte man mit der QuickTake-Fotos Gesichter der Fieslinge verändern. Habe damals meinen cheffe damit porträtiert, er war begeistert und hatte keine Ahnung dass ich ihn daheim nach dem Feierabend cloneweise abknalle. Das war aber der einzige Mensch, den ich je in meinem Leben bedenkenlos als „Arsch“ bezeichnen konnte. War auch schon fast 30 Jahre her.

        Egal. Den Urahnen der Trilogie, „Pathways into Darnkess“, kennst Du aber auch? Das war noch ein Hybrid aus Ego-Grafik und des alten guten Text-Abenteuers. Hammer. Auf einer Quadra 660 av damals eine Offenbarung. Und Gänsehaut ohne Ende, das konnten die, Nomen est Omen, Bungiees schon immer bestens.

        Und nur wenig später kam mit MYST (anfangs Mac-only) der absolute Game-Changer im wahrsten Sinne des Adventure-Wortes. Habe damals zum ersten und letzten Mal nach durchzocktem Wochenende krankgefeiert :-P

        Im Übrigen, um an das Thema Audio anzuknüpfen, der Quadra av-Reihe (die letzten Macs mit 68k) mit ihrem genialen DSP als Koprozessor konnten die ersten Power Macs eine Zeit lang nicht das Wasser reichen.

        Die Quadra habe ich leider aus Platzgründen weggegeben, schade. Immerhin habe ich ein altes Pismo PowerBook noch da, auf dem nicht nur System 9.x nativ läuft, sondern auch der librarian für den ersten Virus, die Steuerung für AMT8 und nicht zuletzt ReBirth. :)

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          tomk  AHU

          Alle drei, bei Infinty war Forge mit dabei, damit habe ich mir dann ein 15 Level Spiel selbstgebaut. Das nahm der Mac aber mit ins Datennirvana. Folgend war bei mir Gamepause bis Ocarina of Time und Turok auf dem N64.

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      TobyB  RED

      Hallo Hendrik,

      der 6502 ist schon wichtig als CPU. Und Apple hat sich ja auch recht früh um die Musiker gekümmert. Nur eben um die Profis ;-)

      Der BBC Micro war grundlegend so ausgelegt, das der Anwender wachsen konnte. Was ich selber nachvollziehen kann. Die Grafikfähigkeiten kamen erst mit dem Arcorn Archimedes. Ich habe mir letztes Jahr einen NOS Archimedes in Banbury für 200 GBP gekauft. die Kiste läuft. Primär als Spielerei für RISC OS auf RasPI und BBC Basic. Damit kann man simpel und einfach viele Sachen machen. Vermutlich ist das einzige OS wo man nach Ende des Bootvorganges das Speichermedium entnehmen kann und es läuft weiter.

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        Henrik Fisch  

        Hallo Toby,

        ich muss Dir wegen der Grafikfähigkeiten ein bischen widersprechen. Natürlich kann der BBC Micro keine Sprites und andere Grafikspielereien, wie es der C64 und der Atari 800 drauf haben. Was ich meinte ist aber, wie schnell die über das BASIC verwendbaren Funktionen wie »Linien ziehen«, »Kreise zeichnen«, »Fläche füllen« und so weiter sind. Vor allem eben im Vergleich zum C64 und dem Atari 800 (mit letzterem kenne ich mich bis heute sehr gut aus). Das war gefühlt damals rasend schnell, während man letztgenannten Computer beim Zeichnen zusehen kann.

        Alles in allem war das damals eine grandiose Zeit. Man hat an jeder Ecke und jedem Ende gefühlt, dass bei den Hard- und Software-Herstellern noch experimentiert wurde. Alles war neu und frisch. Heute ist zwar alles schneller und besser (wobei ich letzteres gerade mit Blick auf Windows 10 durchaus noch anzweifeln möchte) … aber eben relativ langweilig. ;-)

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          TobyB  RED

          Hallo Henrik,

          naja die Klötzchengrafik war nicht mein Ding :-D ich hab gleich richtig mit 3D Stills angefangen. Und dann mit Raytracing und Rendering, Animation weitergemacht. Das war der Part im Studium wo ich am meisten Spass hatte. Okay bis auf den Teil, Rechenzeit im Uni Cluster mieten. Deswegen bin ich so ein „Fan“ vom Archimedes. Mit dem damals schon verfügbaren Ports von PovRay etc. konnte man schon einiges machen.

          Ich wollte dem BBC Micro nicht unterstellen, das er keine Grafik kann, nur sollte der in erster Linie erstmal den Lernenden an das Thema Computer führen. Ich meine bei der BBC sind mit dem BBC Micro in 80ern viele Computergrafiken für Intros gemacht und nicht nur Owl.

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    tomk  AHU

    Bei mir war der Einstieg ein Atari mit Cubase als reiner Midisequencer, schnell gefolgt von einem Mac. Windoof kommt mir nicht ins Haus, damit ärgere ich mich genug in der Arbeit rum!

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    Everpure  

    Im Dezember 1986, es war das erste Konzert von Erasure in Hamburg, stand Vince Clarke mit genau diesem System auf der Bühne und hat unter anderem einen Prophet VS damit angesteuert. Andy Bell hat mit den zwei Chorsängerjungs natürlich die Show gemacht. Aber das war für mich schon so ein Erweckungsmoment (ich war damals 17 und hatte seit einiger Zeit eine Band mit zwei Schulfreunden). Wir hatten nämlich auch bei einer Computer AG (ja, so hieß das damals an Schulen in Schleswig-Holstein) einen Homecomputer gebaut und programmieren gelernt. Der CZ-101 war einer der ersten Synthesizer in unserer Band… Hach, schön war die Zeit…
    Edit: Das war das System, das wir damals in der Computer AG gebaut hatten – https://en.wikipedia.org/wiki/NDR-Klein-Computer

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      TobyB  RED

      Der NKC war als Bastelprojekt schon lässig. Ich hab mit meinem Z1013 immer neidisch über die Mauer geschaut. Assembler mag ich immernoch nicht. Ich hab damit die Weichen meiner Modelleisenbahn gesteuert. Danach kamen dann der Tiracon 6V und der DRM, da haben wir in einer AG dem KC85/1 ein MIDI interface verpasst und uns gefreut, wenn Peek und Pook zum gewünschten Ergebnis führten. Für Hip Hop hats gereicht. ;-)

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    Son of MooG  AHU

    Mein erster Computer war ein Schneider CPC 464, mit dem ich Basic lernen, aber keine Musik machen konnte. Die erste Sequencer-Software dafür kam erst, als ich das Teil schon wieder verkauft hatte, um mir einen gebrauchten Roland MC-202 zu leisten. So dauerte es noch bis 1992, als ich einen PC 286/16 mit einem MIDI-Interface und Cakewalk 5.0 DOS ausstatten konnte. Nach etlichen Betriebs-Systemen wird der Laptop mittlerweile nur noch für Editor-Software gebraucht; alle automatischen Abläufe werden mit Hardware-Sequencern wie dem Kawai Q-80, Arturia KeyStep und einigen modularen Step-Sequencern realisiert.

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    Marc Schlensog

    Ich habe jetzt echt Lust, meinen C64 wieder rauszukramen und den Soundmonitor von Chris Hülsbeck zu starten, dem Befreier des SID von seiner Dreistimmigkeit. Glücklicherweise (?) steht das ganze Zeugs aber nicht in unmittelbarer Reichweite sondern in meinem Elternhaus…

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    iggy_pop  AHU

    Erinnert sich noch jemand an die Combo Commodore SX-64 und Roland CMU-800R…?

    Früher war nicht alles besser.

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      TobyB  RED

      Der Commodore SX 64 war doch dieser tragbare C64, wenn der zu heiss wurde, drehte der immer ab. Das Roland CMU 800R war doch so eine Mischer Interface Einheit und wurde heftigst für den Mac beworben.

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        iggy_pop  AHU

        Gab’s aber auch für den C64 — Bass, Trommel, Akkorde und Solo, alles in einem.

        Das war sehr fortschrittlich.

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    S_Hennig  

    Frage: Ich habe hier noch einen funktionsfähigen BBC Micro Model B im Wohnzimmer als Conversation Piece herumstehen. Das Ding ist einfach unglaublich; der Rechner hat so viele Anschlüsse und Interfaces (Prozessor Bus, Tube, Joysticks, Floppy, Seriell, Parallel, ADC…), dass einige sogar UNTER das Gehäuse wandern mussten, weil kein Platz mehr war.
    Aber: Ich habe nix zum MIDI Interface für den Beeb gefunden. Kennt da jemand genaueres? Das wäre mal ein schönes Bastelprojekt.
    Wenn man danach googelt, findet man nur Dokumente zum BBC:Micro aus der Neuzeit, der hat nämlich ein Bluetooth Interface und kann damit MIDI machen.
    Edit: Meh, wenn man statt nach „BBC Micro B MIDI“ nach „BBC Micro Model B MIDI“ sucht, findet man auch die richtigen Infos. Trotzdem: hat hier jemand Erfahrungen mit MIDI auf dem Beeb?

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      TobyB  RED

      Hallo S_Henning,

      sonderlich viel hat die Recherche zum UMI System nicht ergeben. https://bit.ly/2TYKqby , was mich erstaunt, denn das UMI System war in den 80er Jahren in britischen Studios beliebt. Und Quasi-standart.
      Damit haben neben Vince Clark, Tears For Fears, Blancmange, Alan Parsons, Mutt Lange gearbeitet. Weils den Zweck erfüllt hat. Ich kann mal eine Mail nach UK schicken. Den Beeb Bee würd ich mal schön behalten, meinen Archimedes rück ich auch nicht mehr raus ;-)

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        Hectorpascal

        Du hast einen Archimedes? :) Nur zum Zarch zocken? :) Den und der Sharp X68000 waren und sind Traumcomputer. Letzteren hätte ich heute noch gerne.

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          TobyB  RED

          Hallo Hector,

          Guter Geschmack :) , ich zocke höchstens ohne Strom, Skat und Doppelkopf :-D Den Archimedes wollte ich schon länger haben. Und ich hab letztes Jahr in Banbury UK einen NOS gefunden und dann gekauft. RISC OS hat in Verbindung mit RasPI immernoch seine Berechtigung. Und BBC Basic ist schon lässig. Der X68000 hatte ein Problem, die fehlende Lokalisierung. Obwohl es gab für den Motorola 68030 einen NetBSD Port der war cool. Beide Kisten konntest du in den 90ern vor den SGI Kisten in den Fernsehstudios finden. Jedenfalls waren die damals in UKI überall zu finden. Vermutlich werden die BBC Micros und Archimedes bei der BBC den ganzen Sendebetrieb gemacht haben.

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    costello  RED

    Gerade eben erst entdeckt – Superartikel! Sehr interessant, dass der BBC Micro damals auch schon für die Anfänge der Sendeautomatisation im Studio genutzt wurde.

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      TobyB  RED

      Hallo Mr. C,

      ich denke du kennst ich „etwas“ mit der BBC Finanzierung aus ;) Der Punkt der BBC ist, das sie chronisch unterfinanziert war und ist, so besann man sich auf britische Tugenden. Auf der einen Seite war der Micro halt ein Public Service Projekt und intern wurde der halt für Automatisierung genutzt. Und diese Plattform wurde bis zum Ende von Acorn extrem aufgebohrt. Es gibt dazu auch einen Spielfilm und Dokus, „The Micro Men“ in allerfeinsten Oxford-Englisch. Ich weiß nicht ob du noch die Serie „Die Dreibeinigen Herrscher“ kennst? Neben der Musik von Ken Freeman, find ich die Props und SFX von Mat Irvine ziemlich genial. Das 3DFX Intro dieser Serie wurde mit einem Nachfolger des BBC Micro gemacht. Für die VFX in der Serie kam der dann auch zum Einsatz, Die Serie sollte eigentlich Doctor Who ablösen. Hat nicht so ganz geklappt. Die Produktion stand unter einem ganz schlechten Stern.

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