Wavefront Audio kündigt Sixteen Channel Spectral Vocoder an

8. Februar 2019

Der Nachfahre des Bode 7702

Club of the Knobs stellt zusammen mit zwei neuen Geräten auch gleich eine neue Marke vor. Wir erhielten nun vom Entwickler Kazike nähere Informationen zum Wavefront Audio Sixteen Channel Spectral Vocoder und Spectral Channel Manager.

Im Kern, d. h. die Selektivfilter für Analyse und Synthese sowie der Voiced/Unvoiced Detektor, entspricht dieser Vocoder dem BODE Vocoder Modell 7702. Die Selektivfilter sind derart ausgelegt, dass sie zwei Resonanzfrequenzen mit extremer Steilheit (Q) haben, sodass zwischen den Bändern fast keine Löcher sind. Dadurch erreicht dieser Vocoder eine hohe Sprachverständlichkeit. Die Wahl der Resonanzfrequenzen entspricht den Konsonanten, der Sprache bzw. sind Ein- oder Vielfaches oder Fraktionen davon.
Alle Elemente vom BODE 7702 finden sich auch beim Sixteen Channel Spectral Vocoder wieder. Einzige Ausnahme ist die Funktion Patch Select. Anstelle dessen wurde der Spectral Channel Manager von Georg Mahr entwickelt, der eine Vielzahl von Veränderungen und Manipulationen ermöglicht. Der Vocoder erkennt automatisch, ob der Channel Manager angeschlossen ist.

Alle zusätzlichen Elemente auf der Vocoder-Frontplatte sind Erweiterungen gegenüber dem Vorbild.
Die Pegelanzeigen oberhalb der Synthese-Ausgänge sind eine große Hilfe beim optimalen Aussteuern der VCAs und lassen überdies optisch-akustische Zusammenhänge leicht erkennen. Mit den darüber befindlichen Reglern kann somit erheblicher Einfluss auf die Aussteuerung der Synthesesektion genommen werden.
Selbstverständlich arbeitet der Vocoder auch ohne das Zusatzmodul und kann von Hand verkabelt werden, um entsprechende Effekte zu realisieren. Außerdem wurde vom Sennheiser Vocoder das sogenannte „SILENCE BRIDGING“ übernommen. Dieser Effekt ist über Hysterese, Level und Indikator einstellbar.

Wavefront Audio Sixteen Channel Spectral Vocoder und der Spectral Channel Manager werden erstmals auf der „SynthPlex“ im März in Burbank/CA vorgestellt werden.

Ab hier die ursprüngliche Meldung:

Der Sixteen Channel Spectral Vocoder ist voll analog. Alle 16 Bänder besitzen eine kleine Pegelanzeige. Er verfügt über eine Voiced/Unvoiced-Erkennung mit Noise-Generator, wobei sich auch ein externes Unvoiced-Signal einspeisen lässt.
Der rauscharme Mic-Eingang besitzt eine Verstärkung von 60 dB. Außerdem erkennt der Eingang automatisch symmetrische und unsymmetrische Signale. Mit einem 2-Band-EQ kann das Program-Signal angepasst werden. Die 16 Analyse/Synthese-Bänder können frei untereinander verpatcht werden.

Als Erweiterung zum Vocoder gibt es den Spectral Channel Manager. Mit diesem optionalen Gerät lässt sich die Zuweisung der Bänder ändern, ohne dass Kabel umgepatcht werden müssen. Mit einem Shift-Drehschalter können die Analyse- und Synthese-Bänder gegeneinander verschoben oder sogar in der Zuordnung komplett invertiert werden. Außerdem ist eine MIDI-Steuerung der Bänderzuweisung möglich. Für Vibrato-Effekte ist ein extra LFO vorhanden.

Forum
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    GioGio   11

    Klingt ja spannend. Ich hoffe es wird ein test folgen, der auch ein bißchen erklärt. Ich raffe z.B. nicht den Sinn des verpatchen von Vocoderbändern.

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      psv-ddv  AHU

      Damit kannst Du z.B. die Detektoren bestimmter Frequenzen auf die Filter anderer Frequenzen wirken lassen. Mit einem Mult kann auch ein Detektor mehr als 2 Filter ansteuern. Z.B. könntest Du eine Bassdrum als „Voice“ Signal einspeisen und neben den tieffrequenten Signalanteilen die eh „vocodiert“ werden noch höhere Frequenzbereiche des „Carrier“ Signals mit in den Klang einbinden, die sonst herausgefiltert würden.
      Abgesehen davon gibt es unzählige Möglichkeiten die Filter mit einem Sequencer oder anderen Modularen Spezialitäten anzusteuern oder umgekehrt, Funktionen eines Modularsystems durch die Detektorpfade steuern zu lassen.

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        GioGio   11

        Danke erstmal :)
        Ich habe von analogen Vocodern mit einzelnen Bändern kein Plan. hab zwar mal gewusst wie in etwas das funktioniert, aber ansonsten seither nur digitale genutzt, wo die Anzahl der Bänder per Drehregler bestimmt wird und nix gepatcht werden kann, außer Carrier und Modulator. Was sind denn die Detektoren. Dem Namen nach detektieren die irgendwas, aber was denn genau? Und wieso steuern die die Filter an? Also scheint ja jedes Frequenzband (jeder Filter) seinen eigenen Detektor zu haben und diese sind scheinbar flexibel…soweit korrekt, oder?

        Ich google mal morgen analoge Vocoder. Vielleicht finde ich was verständliches :D

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          psv-ddv  AHU

          Genau. Jedes Filterband hat seinen eigenen Detektor. Das ist quasi ein Envelope Follower, der nur im Bereich des jeweiligen Filterbandes auf den Signalpegel reagiert. Wenn nun das „Voice/Modulator“ Signal Frequenzen im Bereich des Detektors enthält, spricht er an und öffnet sein zugewiesenes Filterband auf dem „Carrier“ Signal. Du hörst also quasi den dynamischen Frequenzverlauf des „Voice“ Signals mit Filtern auf das „Carrier“ Signal aufgeprägt.

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    Bernd-Michael Land  

    Fein, das erinnert mich an alte Zeiten, die ich mit meinem Moog 16-Band Vocoder verbracht habe -verdammt lange her.
    Warum ist der Spectral Channel Manager nicht als Modul aufgebaut, gibt es dafür einen Grund? So passt der ja nicht in ein 5U-System rein.

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      a.jungkunst  AHU

      Man kann sich diesen Vocoder auch als Modulzusammenstellung kaufen (Club Of The Knobs C 914B, C 914E und C 998B) , in weiten Teilen ist der Funktionsumfang deckungsgleich, wenn auch der Wavefront Audio Vocoder einige Unterschiede aufweist. Aber so ist es doch besser, ein Kompakt-Rack-Gerät anzubieten, das auch von Menschen genutzt werden kann, die nicht über ein Modularsystem verfügen. Moog und Bode haben es ja mit bestimmten Geräten nicht anders gemacht (Frequency Shifter, Vocoder, Equalizer, Phaser, nur um einige zu nennen). Also ist das jetzt nicht wirklich ein Haar in der Suppe, man kann das Rack ja immer noch neben ein Modularsysem stellen.

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        Bernd-Michael Land  

        Ich hab auf dem Foto nicht erkennen können, das es für den Einbau in 19″ Racks vorgesehen ist. Dann ist es natürlich okay so. Ein besseres Bild oder ein Hinweis wäre gut gewesen, auf der Homepage kann man die Löcher für Rack ja erkennen.

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