Workshop: Recording Teil 2 (Subgruppen – Übersicht im Mix)

24. April 2002

Subgruppen im Mix

Nachdem wir beim letzten mal einige Grundlegende Überlegungen über die Frequenz- und Lautstärkeverhältnisse angestellt haben, wenden wir uns heute den (oft verschmähten) Subgruppen zu. Subgruppen sind am Mischpult diejenigen Faktoren die dem Pult die Bezeichnung 4-Bus, 8-Bus etc. geben. Subgruppen waren in der ursprünglichen Funktion dafür gedacht, Instrumente wie Schlagzeug oder Instrumentensektionen wie zum Beispiel Bläsersätze zu Unter-Gruppen zusammenzufassen (deswegen Subgruppen).Die Funktion rührte hauptsächlich daher, diese im Live Mix einzusetzen

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Routing in Mischpulten

Bevor wir uns der Anwendung der Subgruppen in praktischen Beispielen zuwenden, sind ein paar Worte zumThema ‚Routing‘ angebracht. Unter Routing versteht man den Fluss des Signalweges im Mischpult. Dieser geschieht nicht sichtbar und ist daher nur theoretisch nachzuvollziehen. Die erste Station in dieser Kette ist sicherlich der Klangerzeuger selbst. Dieser hat aber mit dem Routing noch nichts zu tun. Erst wenn dieser Klangerzeuger in irgendeiner Weise abgenommen wird, und dem Line- oder Mic-Eingang des Mischpultes zugeführt wird, beginnt das Routing des Signals.

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Zur Vereinfachung werden hier die Routingwege der Aux-Wege, sowie einige weiterer hier nicht relevanter Funktionen, weggelassen. Da ist zunächst der Gain-Regler, der Bestimmt wie stark die Vorverstärkung des Signals sein soll. Danach wird das Signal bei eingeschalteten EQ durch die EQ Sektion geleitet. Hier findet die Veränderung der Frequenzanteile des Signals statt. Ist der EQ deaktiviert, geht das Signal ohne Veränderung an den Kanalzug. Hier wird die Lautstärke eingestellt, die zunächst an den Panoramaregler geht. Durch das Betätigen der Schalter SUB1-2, SUB3-4, SUB5-6, SUB7-8 oder MAINMIX wird das Signal schließlich den SG oder dem Main Mix zugeführt. Im Falle der Weiterleitung an die Subgruppen, kann das Signal über die Inserts der Subgruppen nochmals extern abgegriffen und wieder zugeführt werden. Die Monoschalter der SG entscheiden ob das Signal nur auf einem Kanal (Links oder Rechts) wiedergegeben wird, oder als Mono Signal auf beiden.

Puh! ganz schön kompliziert, aber mit einem Blick auf die Abbildung 1 ganz leicht nachzuvollziehen.

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Funktion und Anwendung

Ist es nicht lästig, ein einmal gut eingepegeltes Schlagzeug, dass z.B. aus 4 verschiedenen Mikrofonquellen gemischt wird, im Nachhinein leiser oder lauter machen zu müssen? Grund dafür kann ein zu leiser Gesang, eine hohe Rückkopplungsgefahr oder die Art des zu beschallenden Raumes sein. Dann kann man die ganze Arbeit von vorne beginnen. An einem Mischpult mit SG befinden sich neben den Kanalzügen der einzelnen Kanäle Taster, mit denen sich der betreffende Kanal einer der Subgruppen zuordnen lässt. Bei einem 8-Bus Mischpult sind das 5 Taster: MAIN, SUB1-2, SUB3-4, SUB5-6, SUB7-8. Fünf? Wieso Fünf? Es sind doch 8 Subgruppen! Zunächst einmal dient der MAIN Taster dazu das Signal sofort auf den Main Mix zu leiten. Dann hat man hier an der Elektronik gespart. Betätigt man den Taster SUB1-2, leitet man das Signal auf die Fader (Kanalzüge) der Subgruppen 1 und 2. Am Kanal selber, lässt sich jetzt die Zuweisung zu einer der beiden Subgruppen mit dem Panorama Regler (der für die Platzierung im Stereopanorama verantwortlich ist.) einstellen. Möchte man also z.B. Kanal 12 der Subgruppe 1 zuweisen, drückt man den Taster SUB1-2, und regelt den Panorama Regler auf Anschlag links..

Heißt das etwa, man kann nur Signale mit Stereoverteilung ganz links oder ganz rechts auf die Subgruppen legen? Nein, denn über dem Kanalzug der Subgruppe, findet sich ein Taster mit folgender Einstellmöglichkeit: Entweder ist die Subgruppe mit der ungeraden Zahl (Hier SUB1) nur für den linken Kanal zuständig, oder man kann die Subgruppe auf MONO schalten. So wird das nur auf Links anliegende Signal in den Main Mix auf Links und Rechts gerouted. Nehmen wir als Beispiel noch einmal unser Schlagzeug, dass mit 4 Mics abgenommen wird. 2 Mics sind als Overheads, also in gleichmäßigem Abstand über dem Schlagzeug angebracht Diese dienen in erster Linie zur Abnahme der Becken. In zweiter Linie geben sie einen starken räumlichen Eindruck des Drum Sets wieder. Diese wird man mit der Verteilung des einen Mics auf Kanal 1 ganz links, und des anderen Mics auf Kanal 2 ganz rechts auf die Subgruppen SUB1-2 leiten. Um die Räumlichkeit zu erhalten, dürfen die Subgruppen SUB1-2 nicht auf MONO geschaltet sein. Die Mikrofone 3 und 4 des Schlagzeugs nehmen direkt die BassDrum (BD) bzw. die SnareDrum (SD) ab. Generell wird man auch diese auf die Subgruppe SUB1-2 routen. Dabei lässt man aber die Panorama Regler der entsprechenden Mischpultkanäle 3 und 4 auf Mittelstellung (Center). So wird das Signal der BD und der SD gleichmäßig auf Subgruppe SUB1-2 verteilt, erscheint im Klangbild ebenfalls im Center. Vorraussetzung hierfür: die Fader für SUB1 und SUB2 sind auf den gleichen Pegel eingestellt. Die Lautstärke, mit der BD und SD auf die Subgruppen geleitet werden, bestimmt die Lautstärke des jeweiligen Kanals (in unserem Beispiel also Kanal 3 und 4). Nicht zu verwechseln mit Subgruppen SUB3-4. Ist das auf die Subgruppen Routing erfolgt, kann man die Frequenz des Signals manipulieren (näheres dazu in Teil 1 dieser Serie). Da die EQs den den Kanalzügen, und damit auch den Subgruppen im Routing übergeordnet sind, (Eingang-> Preamp-> EQ-> Kanalzug-> Subgruppe-> Main) hat die EQ Einstellung ebenfalls Auswirkung auf die Subgruppe.

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