Workshop: Recording Teil 3 (Effektrouting und AUX Wege)

24. Mai 2002

Effektrouting & Aux

Einleitung

Nachdem im letzten Teil mit den Subgruppen das Thema Routing bereits begonnen hat, wird es dieses mal vertieft, und auf die Routingmöglichkeiten der AUXwege ausgeweitet. AUX steht für „Auxilliary“ Weg, und bedeutet „Hilf“ Weg, oder „Zusatz“ Weg. An jedem Mischpult, sei es auch noch so klein, hat man mindestens einen AUXweg. Im Signalrouting sitzen diese hinter den Kanalfadern jedes Kanals, auch als „post“ bezeichnet. Die meisten Mischpulte haben auch die Möglichkeit, das Signal vor den Kanalfadern abzugreifen. Das bezeichnet man dann als „pre“. D.h. in der Praxis, auch wenn der Kanalfader auf -oo steht, kann man das Eingangssignal an die AUXwege weiterleiten. Im Falle des „post“ abgreifens ändert sich also der Anteil des Signals, der an die AUXwege geleitet wird, proportional mit der Lautstärke des Kanals. Im anderen Falle bleibt er Konstant. Jeder Kanal des Mischpults hat mehrere Drehregler für die verschiedenen AUXwege (1-6).

 

Aufbau der AUXwege

Am Mischpult gibt es für jeden AUXweg einen SEND und einen RETURN, diese sind als symmetrische Klinken ausgelegt. Dazwischen wird dann ein Effektprozessor oder ähnliches geklemmt. Der Anteil der Zuleitung des AUX Signals wird dann durch die Drehregler bestimmt. ABB1. Bei Mischpulten ist es üblich, dass (wenn mehrere AUXwege vorhanden sind) nicht alle mit den gleichen Eigenschaften ausgestattet sind. Das sieht man erst, wenn man sich die AUX Sektion des Mischpultes ansieht, die für die Master Zumischung zuständig ist. Im Falle der AUXsends spielen noch alle mit den gleichen Karten. Hier wird bestimmt wieviel insgesamt an den SEND Ausgang geleitet wird. Jedoch wird die unterschiedliche Ausstattung bei den AUXreturns deutlich sichtbar. Es ist meist nur den ersten beiden AUXreturns (1 und 2) vorbehalten, das wieder eingehende Signal noch weiter zu routen, und mit einem PANregler die Stereoposition zu bearbeiten. Bei den weiteren AUXreturns werden diese Möglichkeiten immer spärlicher. Spätestens hier sollte man sich überlegen, wofür man die AUXwege benutzt, denn mit den ersten beiden AUXwegen ist man flexibler als mit den restlichen.

3_aux-returns.jpg

Zur Sache

So das war erst mal die Theorie, aber was genau kann man mit den AUXwegen Anfangen, und wie kann man sie optimal einsetzen? Am Häufigsten werden AUXwege dafür verwendet, um Effektprozessoren wie Reverbs, Hall und Chorus einzubinden. Man kann sich fragen, letztens ging es ja um Subgruppen, wieso nicht da einschleifen? Nun, ganz einfach, die AUX Regler ermöglichen es, die Sättigung des Effektanteils für jedem einzelnen Kanal exakt zu bestimmen. Bei den Subgruppen hingegen kann man pro Kanal ja nur ‚an‘ oder ‚aus‘ festlegen, und danach die Gesamtlautstärke über die Subgruppfader.

Konkret: Man stelle sich vor, man hat ein Soloinstrument, etwa Saxophon auf einem Kanal im Mix, den Rest vom Schützenfest auf anderen Kanälen verteilt. Wenn jetzt das Instrument vom Musiker seiner Bestimmung zugeführt wird, und es soliert, hat man die Möglichkeit, die Sättigung am AUXweg nur für das Saxophon anzuheben. Ist das im AUXweg eingeschliffene Effektgerät ein Reverb, so soliert das Saxophon in einem Hallraum, und gewinnt damit an Präsenz im Mix, ohne dass man es am Kanalfader lauter machen muss. Tatsächlich ist es so, dass der Lautheitseindruck durch eine solche Verhallung stärker zunimmt, als man es rechnerisch annehmen sollte. Unser Ohr reagiert äußerst sensibel auf solche „early reflections“. Hat das Solo Instrument Fertig, kann man den AUXregler des betreffenden Kanals zurückdrehen und es nimmt wieder seinen angestammten Platz im Mix ein.

2_aux_zug.jpg

Effektives Routing

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