
Das 1 HE Memotron
(Eine) Geheimwaffe des Herrn Vangelis
Im Jahr 1979 hatten Profi-Keyboarder vor allem teure Instrumente wie Minimoog, Clavinet oder Mellotron auf der Bühne im Einsatz. Zu dieser Zeit brachte Roland mit dem Jupiter-4 Synthesizer (1978), RS-505 Multi-Keyboard und VP-330 Vocoder Plus eine "neue" Generation von Keyboards auf den Markt. Diese Instrumente waren ebenso für den Live- Einsatz konzipiert, doch vor allem galten sie als bezahlbar!
Der (mitunter oft überstrapazierte) Vocoder-Effekt war 1979 schon allseits bekannt, doch waren die wenigen am Markt erhältlichen Vocoder-Modelle (z.B.: Moog 16-Channel Vocoder, Sennheiser VSM-501, EMS-2000 und EMS-5000) sündhaft teuer und somit nur für einen kleinen Musikerkreis verfügbar.
Der neue Roland VP-330 bot nun nicht nur einen qualitativ hochwertigen Vocoder mit guter Sprachverständlichkeit, sondern gleich ein eingebautes Keyboard und eine analoge String/Choir-Sektion (für Sounds à la Mellotron und Solina) "in einem Paket". Mit umgerechnet nur ca. 1.850 Euro war der VP-330 deutlich günstiger als die meisten Konkurrenzmodelle dieser Zeit.
Viele Keyboard-Größen sah man fortan mit dem VP-330 arbeiten. Laurie Anderson setze ihm mit ihrem bekannten Song „O Superman“ ein klangliches Denkmal, und der japanische Elektronik-Tüftler Tomita nutzte den VP-330 für die berühmten Vocoderchöre auf seinen zahlreichen Alben. Tony Banks von Genesis ersetzte auf der „Duke-Tour“ sein schweres Mellotron mit dem weitaus road-tauglicheren Roland Vocoder, und Pink-Floyd benutzten den Vocoder Plus unter anderem auf ihrem Album „A Momentary Lapse of Reason“. R. Sakamoto vom YMO war ebenfalls ein Liebhaber des VP-330, wie man auf seinen vielen Live-Konzerten sehen konnte. Die Liste ließe sich noch weiter fortführen … Insgesamt wurden ca. 2000 Exemplare des VP-330 hergestellt.
Bekanntester Benutzer des VP-330 ist aber der griechische Elektronik-Pionier Vangelis. Ab dem im Jahre 1980 erschienenen Album “See You Later” über die Bestseller „Chariots Of Fire, „The Bounty“, „Mask“, „BladeRunner“ setze Vangelis den VP-330 praktisch fortwährend ein. Einfach markant sind die Vocoder-Stimmen, gesprochen von Jon Anderson in dem Song „I Can`t Take It Anymore“ vom Album „See You Later“. Neben dem Yamaha CS-80 Synthesizer war der VP-330 Vocoder vielleicht sein wichtigstes Instrument. Auf jeden Fall sind es die typischen Klangfarben des Vocoder Plus, die für mich den Vangelis-Sound ausmachen und auch dazu bewogen haben, so ein Instrument selbst zu erwerben. Die String Sounds des VP330 zählen - neben den Logan-Strings - zu den schönsten, die es gibt. Doch erst die Kombination von Vocoder, analogen Strings und den synthetischen Chor-Sounds macht den einzigartigen Klang des VP-330 aus.
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Ich gehöre auch zu den 2000, die dieses Instrument besitzen und das seit mehr als 25 Jahren.
Dich kenne ich von den vielen wundervollen Sounds, die Du für den Clavia NM1 entworfen hast. Meinen VP-330 habe ich schon lange nicht mehr benutzt. Schade eigentlich! Es ist wirklich ein Glückswurf von Roland.
Alles Gute und viele Grüße
Lippi
Warum benutzt du deinen VP-330 nicht mehr? Das Gerät ist doch einfach herrlich!
Vocoder Rules the world!!!
ihr glaubt es nicht?
hier der Beweis:
http://www.funnyordie.com/videos/86a76df842/tpain-v-his-vocoder-from-tpain