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Black Box: Jomox XBASE 09


Die 909 aus Berlin

Seine Erfahrungen mit Reparaturen und Modifikationen von TR-909 Drummachines bewegten den studierten Elektrotechniker Jürgen Michaelis Mitte der 90er Jahre, die XBASE 09 zu entwickeln. Er gründete die Firma Jomox, und schon bald wurde aus seinem 909-Clone ein neuer Maßstab für fette, analoge Bassdrums. Zwar war die Anzahl der Instrumente im Gegensatz zum Original deutlich reduziert, dafür bot die XBASE dank kompletter MIDI-Steuerung aller Parameter via Step-Sequencer völlig neue Möglichkeiten, die berühmten TR-Sounds erklingen zu lassen.
Für den Status eines Vintage-Gerätes ist die kleine Trommelmaschine natürlich noch zu jung, da sie aber häufig auf dem Gebrauchtmarkt anzutreffen ist, wird sie hier nun als Youngtimer vorgestellt.

Jomox XBASE 09

Jomox XBASE 09

Auf den ersten Blick

Das Gehäuse der XBASE 09 fällt gegenüber dem Vorbild deutlich kleiner aus (33 cm Breite, 24 cm Tiefe und 7,5 cm Höhe) und bringt dabei rund vier Kilo auf die Waage. Durch die Kombination aus cremefarbigem Stahlblech, orangenfarbigen Streifen und dunklen Holzseitenteilen entsteht eine sehr schöne und warme Optik.
Insgesamt besitzt das Gerät drei monophone Instrumente. Die Bass- und Snaredrum verfügen über eine analoge Klangerzeugung, während die Hihat-Sektion auf 8-Bit Samples basiert. Zur Auswahl stehen closed und opened Hihat, Rimshot, Clap, Right und Crash, die natürlich allesamt aus der 909 stammen.
Ein globales White Noise speist sowohl die analogen Instrumente, kann aber auch im Hihat-Bereich separat editiert werden. Wie schon eingangs erwähnt, sind alle Parameter digital steuerbar, das heißt, sie können gesichert und via Step-Sequencer oder MIDI automatisiert werden. Für noch mehr Bewegung sorgen zwei LFOs, die sowohl frei als auch synchronisiert schwingen können.

Anschlüsse

Anschlüsse

Das Herz der XBASE 09 besteht natürlich aus dem Lauflicht-Step-Sequencer, der wahlweise über die 16 Step-Taster oder in Echtzeit durch das Anschlagen der Instrumententaster programmiert wird. Zusätzlich bietet die sogenannte Ramp-Page drei MIDI-Tracks, mit denen externe Klangerzeuger steuerbar sind, wobei allerdings nur die Tonhöhe und Notenlänge editierbar ist. Der Step-Sequencer besitzt insgesamt 64 Pattern mit je 16 Steps, wobei die Länge eines Pattern von einem bis hin zu 256 Steps (entspricht einer Pattern-Bank) reichen kann.
Die Geschwindigkeit des Sequencers hat einen Umfang von 38 bis 292 BPM, als Skalierungen lassen sich 16tel, 32tel und 8tel und 16tel Triolen nutzen. Mit der Shuffle-Funktion kann einem Groove noch zusätzlich der letzte Schliff verpasst werden.
Mehrere Patterns lassen sich natürlich auch zu einem Song arrangieren, von denen die XBASE bis zu zehn speichert.
Grundsätzlich kann der Sequencer auf zwei verschieden Arten programmiert werden:
Klassisch wie bei einer 909 lassen sich im Perform-Modus Sequenzen mit zwei Anschlagsstärken erzeugen. Dabei dienen die 100 Factory- und 100 User-Soundbanks stets als Grundlage.
Der Pattern-Modus, eine der Besonderheiten der XBASE, ermöglicht das individuelle Speichern von Parameterwerten pro Step, so dass das Ergebnis dank reichlicher Modulationen wesentlich lebhafter und moderner klingt.
Selbstverständlich lässt der Drumcomputer sich auch über MIDI synchronisieren oder als reiner Expander nutzen.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    Loftone

    Die XBase 09 ist ein Geraet welches den Geist der Tr-Serie von Roland wiederspiegeln soll.
    Klanglich hat es nichts mit den Kultmaschinen 808 oder gar 909 gemeinsam.
    Dennoch hat es eine eigene angenehme Note und die fuer analoge „Drummaschines“ typische Lebendigkeit.

    Schwachpunkte sind folgende zu nennen.
    Zum einen die wackeligen Drehregler, die nicht immer auf die vollen Werte zwischen 0 und 127 kommen (es sei denn man steuert sie via Midi) zum anderen nervt der Umstand, dass lediglich die Kick und die Snare eigene Spuren sowie Einzelausgænge besitzen. Die Hihattens teilen sich eine Spur und Ausgang mit den Claps, Rims und sonstigen Sounds und koennen vom internen Lauflichtsequencer nicht gelayert werden.

    Als druckvoll wuerde ich die Kick und Snare in unbearbeiteten Zustand nicht bezeichnen wollen – eher holzig. Besonders gut gefallen mir die Noise-Sounds sowie Claps und ich bin froh, dass Hersteller wie Jomox ua. weitere Geraete dieser Art entwickeln und mit ihrer Preispolitik es einer breiten Masse zugaenglich machen

  2. Avatar
    dinraum

    zu den spontan auftretenden parametersprüngen hätte ich gerne ein statement von j.m. dazu gehört. (ist das nur eine bestimmte serie, oder bei allen geräten zu beobachten?). bei meiner xbase ist mir dieses verhalten jedenfalls noch nicht aufgefallen.

    besonders gut gefällt mir aber die möglichkeit parameteränderungen aufzuzeichnen, ähnlich wie bei einer monomachine. damit kann man dann z.b. mit der bd ne melodie spielen.

  3. Profilbild

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Jomox XBase 09

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