Blue Box: Technosaurus Microcon II

22. Mai 2010

Technosaurus MII

Der heutige Beitrag widmet sich einem Probanden der jüngeren Vergangenheit, der aber nur noch auf dem Gebrauchtmarkt zu finden ist und dank seiner klanglichen Qualitäten trotzdem den Sprung in unsere BLUE BOX Serie geschafft hat.

Der Schweizer Hersteller technosaurus war vor allem für seine edlen Modularsysteme bekannt. Darüber hinaus bot die Firma aber auch eine Reihe preisgünstiger Kleingeräte an. Ob die Firma „technosaurus“ auch heute noch aktiv ist, lässt sich schwer sagen. Die Webseite ist zwar noch aktiv, der technosaurus-online-shop ist aber geschlossen.

Als der technosaurus microcon im Jahr 1997 auf den Markt kam gab es bereits eine ansehnliche Zahl kleiner monophoner analoger Synthesizer, darunter viele 303-Clones. Mit nur einem Oszillator (+Sub-) und rudimentärer Hüllkurve ist der Winzling von der Größe einer Videokassette (die älteren Leser werden sich erinnern) auch längst nicht der vollständigste Vertreter dieser Gattung. Unterschätzen sollte man ihn deshalb aber nicht, denn bei der Klangerzeugung  hat der Kleine so einiges auf dem Kasten….

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Ausstattung

Der technosaurus microcon II ist im Gegensatz zum CV(Steuerspannungs)-Input-bestückten ‚einfachen‘ microcon mit einem MIDI-Eingang ausgerüstet. Bei Bedarf kann er dank zusätzlich vorhandener CV-Ausgänge auch zur Ansteuerung anderer CV-Geräte über MIDI genutzt werden.

Aufgrund des geringen Platzangebots sind manche Buchsen doppelt belegt. So lässt sich beispielsweise nur mittels eines Stereo-auf-Dual-Mono-Klinkenkabels an der Ausgangsbuchse dem Filter ein externes Signal zuführen.

Die MIDI-Infrastruktur ist eher spartanisch und auf Note ON / OFF, Pitchbend, Filter-Cutoff (über Modulationsrad) und Glide ON / OFF beschränkt. Alle anderen Parameter werden destruktiv direkt am Gerät eingestellt. Wer Einstellungen wiederherstellen möchte, sollte daher die Digicam bemühen. Der MIDI-Empfangskanal kann frei gewählt werden, sodass der microcon II auch am Ende einer MIDI-Kette hängen kann.

Einen Kopfhörerausgang sucht man übrigens vergebens.

Anschlüsse

Anschlüsse

Negativ fällt auf, dass sich auf beiden Seiten des Geräts Anschlüsse befinden und sich daher der Kabelsalat nicht einfach nach hinten verbannen lässt. Angesichts des geringen Umfangs blieb dem Hersteller allerdings vermutlich gar nichts anderes übrig.

Die Verarbeitung ist dagegen trotz geringer Größe und relativ niedrigem Preis sehr hochwertig. Dank angenehm schwergängiger und gut in der Hand liegender Drehregler und einem klug durchdachten Layout machen das schnelle Schrauben und Tweaken richtig Spaß. Wegen der robusten Bauweise, kompakten Abmessungen und des geringen Gewichts ist der microcon II prädestiniert, um bequem in Tasche oder Rucksack verstaut zum Gig mitgenommen zu werden. Nicht vergessen sollte man aber das – ebenfalls größenbedingt – externe Netzteil.

Schließlich gibt es zum Vorhören praktischerweise auf der Oberfläche einen kleinen Trigger-Taster, der einen Note-On Befehl auslöst.

Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Sehr schöner Bericht und gute Klangbeispiele! Das Teil sieht wirklich nach gewaltig viel Spaß aus. Ich kann mir wirklich gut vorstellen eine Sequenz laufen zu lassen und Stundenlang an den Reglern zu drehen!

    MFG
    Dennis

    P.S.:War die „Black Box“ nicht einmal für Sequencer und Drummachines gedacht oder täusche ich mich da?

  2. Profilbild
    Max Vio

    Scheint wirklich ein cooler Synthie zu sein, aber wenn der günstige Preis auf dem Gebrauchtmarkt für ihn spricht, wo findet man ihn?
    Auf ebay war nichts auszumachen :(
    Gibt es vielleicht ein spezialisiertes Auktionshaus für Musikinstrumente?

  3. Profilbild
    nativeVS  

    Warum ist der überhaupt in der BlueBox?
    Man kann sich den ´doch noch bei Schneiders Laden kaufen?

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