Blue Box: Octave Cat SRM, Analog-Synthesizer

6. Juli 2013

Der bessere ARP Odyssey?

Intro

Mit dem Octave Cat SRM stellen wir Ihnen in der BLUE BOX Reihe diesmal ein absolutes Highlight vor. Einst erschienen als direkter Konkurrent – oder sagen wir lieber als direkte Kopie – zum legendären ARP Odyssey, bescheinigt diesem Sammlerstück heute unser Vintage-Guru Mic Irmer in vielen Punkten bessere Noten als dem ARP Odyssey selbst. Das polarisiert natürlich, denn wer fährt Legenden schon gerne an den Karren. Und wenn dann in Sachen „Druck“ und „Breite“ der CAT angeblich selbst dem Vergleich mit einem Minimoog standhält, wird es wohl in der Community zu heißen Diskussionen kommen. Aber lesen und hören Sie nun selbst.

Octave Cat SRM

Octave Cat SRM

A little History

Octave war eine US Firma in New York, die in den späten siebziger Jahren antrat, Synthesizer zu bauen. Dies geschah gut 4 Jahre nach Erscheinen des ARP Odyssey, der offensichtlich bei der Konstruktion des Cat Pate stand.

Später fusionierte Oktave mit der Firma Plateau und änderte seinen Namen entsprechend in Octave-Plateau und schließlich in Voyetra. Diese letztere Phase endete mit einer Sequencer-Software und einhergehenden Abkehr von Hardware-Produkten.

Zuvor gab es im Jahre 1981 allerdings noch den Versuch, unter dem Namen Voyager weiterhin Hardware-Synthesizer zu bauen. Diese Idee wurde wieder allerdings wieder fallen gelassen und so erschienen die letzten Analog-Synthesizer der New Yorker Firma unter dem Namen Voyetra 8 und Voyetra One.

Dass Bob Moog den Namen Voyager 2002 für den „neuen Minimoog“ wählte, ist in diesem Zusammenhang eine interessante Anekdote. Letztendlich hatte Octave während der gesamten Existenz allerdings nie den erhofften Durchbruch wie ARP oder Moog, eigentlich zu Unrecht, wie dieser Bericht zeigen wird.

Es gab damals deutlich mehrere Hersteller als heute allgemein bekannt ist. Namen wie Steiner Parker, EML oder ähnliche kennt heute kaum noch jemand, so auch Octave/Plateau. Dabei waren die Produkte durchaus innovativ und preislich attraktiv. Der Voyetra 8 verfügte zum Beispiel über eine Tastatur, die sich abtrennen lies. Der „Rest“ lies sich quasi als Rack verwenden.

Der Cat war allerdings optisch sehr stark am ARP Odyssey orientiert. Wenn man den Cat genau unter die Lupe nimmt, ist er technisch fast schon eine Blaupause des damals erfolgreichen ARP Odyssey.  Allerdings hatten die Octave Konstrukteure den Odyssey nicht einfach nur kopiert, sondern in vielerlei Hinsicht sogar verbessert, vor allem die Übersichtlichkeit und das Bedienkonzept wurden gegenüber dem Odyssey deutlich optimiert.

Auf Grund dieser Unterschiede kann bei beiden auch zu vollkommen unterschiedlichen Klang-Ergebnissen kommen, da das Layout zwar ähnlich, aber offenbar auch wegen rechtlicher Bedenken (und einem Rechtsstreit beider Kontrahenten) umarrangiert wurde. Der Cat ist etwas moderner und das Gehäuse mit Holzseitenteilen sogar auch stabiler. Das Bodenteil ist allerdings in der Ur-Variante aus Presspappe und wurde erst in der SRM-Version gemeinsam mit dem Gehäuseoberteil aus Kunststoff gefertigt, ähnlich dem Odyssey, bei dem nur die Vorder- und Rückseite aus Metall konstruiert wurden.

Klangbeispiele
Forum
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    Marko Ettlich  RED

    ja der CAT klingt in der Tat sehr „moogig“ und überhaupt nicht nach ARP, was man hier ja eigentlich eher vermuten würde. gut klingen sie beide, aber eben sehr verschieden. S/H würde ich schmerzlich vermissen, aber alles kann man ja nicht haben.

    • Profilbild
      Max Lorenz  RED

      Ich besitze den CAT ebenfalls und kann nur sagen dass ich ihn sowohl dem ARP O als auch den M MOOG vorziehe. Für softe Solo-Lines bei denen der ARP-Charakter immer sehr gut zu hören ist, habe ich mir einen ARP Axxe zugelegt. Für alles andere ist der CAT mein Schweizer-Taschenmesser.
      Bislang ein absoluter Geheimtipp, aber nun ist es wohl vorbei mit dem
      Geheimtipp:-(

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    DietmarB  

    Schöner Bericht über einen eher seltenen Synth. Muß aber mal meckern:

    1. der Filterchip heißt SSM2040 und ist genau der, der auch in den ersten Prophet 5-Modellen bis zur REV3 zum Einsatz kam. Einen SSM2240 gibts nicht. Dessen Nachfolger SSM2044 kam u.A. bei Korg Polysix/MonoPoly, Trident, PPG und einigen Kawais zum Einsatz

    2. Der SSM2040/44 war Dave Rossums Umsetzung der Moog-Kaskade in einen Chip, daher auch der von Marko angesprochene, mehr moogige Klang. Die Aussage im Text, daß vom verbauten Filterchip alleine sich nicht auf den Klang eines Synths schließen läßt, kann ich nicht nachvollziehen, denn eine Kiste mit einem SSM2040/44 drin klingt einfach deutlch „moogiger“ als ein mit CEM-Chips aufgebauter Synth – außer der PPG Wave vielleicht :)

  3. Profilbild
    Elegtrosmok

    Danke für den ausführlichen Bericht!
    Hat mir so richtig Appetit gemacht.

    Mein Oddy MKIII war mir nicht interessant genug und musste Anfang 2013 mein Studio verlassen. Fand die Tage einen CAT SRM aus der letzten Serie Abweichende Rückseite, noch mehr Klinkenanschlüße (3 Pedale, zus. Duo-/Poly CV/Gate Ausgänge) im Ausland und erwarte dessen Ankunft.

    Have Fun!
    Matze, alias Elegtrosmok

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      Elegtrosmok

      Hier nochmal Matze
      Also der CAT SRMII ist angekommen und nun ausgiebig getestet worden. Fazit: Dem Oddy ist der CAT SRMII haushoch überlegen. Er punktet klar in den Hardware Qualitäten, hier bei Gehäuse, Keys und den Bedienelementen. Vor allem aber im Sound ist das Katzenvieh Adrenalin für jeden Synthi Fan. Wer experimentell veranlagt ist kommt an der Katze nicht vorbei. Das Teil ist deutlich potentieller und ein echter Quell für abgedrehte Klänge und x-trem Filtersounds. Ich tauere dem Oddy MKIII keine Träne nach, have fun!

  4. Profilbild
    changeling  AHU

    Da sind einige Fehler im Text, hier noch ein paar:
    3. Seite 4: „Außerdem könnte VCO2 dadurch ebenfalls als LFO genutzt werden“ Zuerst steht da VCO1 geht in den LFO-Bereich und das Tuning von VCO2 umfasst nur 2 Oktaven (LFO-Bereich wäre damit nicht sinnvoll). Das passt nicht zusammen. Als Modulatoren können laut Text grundsätzlich beide benutzt werden, während man VCO1 nicht aus dem Audiopfad heraus bekommt (kann ich aufgrund der Bilder nicht nachvollziehen, da beide Oszillatoren Fader für die Wellenformen haben).
    4. Seite 6: „Der Nachteil von AR-Hüllkurven ist, dass diese nicht ganz so zupacken können.“
    Der Satz stimmt so pauschal nicht, siehe Serge DUSG & VCS oder Maths. Bei AR-Hüllkurven ist das Sustain einfach immer auf Maximum, also wie eine ADRS-Hüllkurve mit Decay immer auf Minimum und Sustain auf Maximum. Wenn die Hüllkurve also nicht zupackt liegt es nicht an der AR-Doktrin, sondern der technischen Umsetzung. Möglicherweise wurde da einfach bei den Genannten die Odyssey-AR-Hüllkurve kopiert.

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      moogulator  AHU

      Die Fader werden für die FM auch als Eingangssignal relevant, die Richtung für Sync spielt eine Rolle. Es ist rel. untypisch, dass die FM auf den Pegel des Mixers geschaltet ist und nicht direkt und idR mit vollem Pegel. Das ist anders in den meisten anderen Kompaktsynths.

      Wegen der PWM nur in VCO1 und damit keiner baugleichen Art der beiden VCOs sind so manche Wünsche nicht erfüllbar mit VCO1/Audio -> Filter.

      ..passt zusammen, wenn man einen Low-Schalter für VCO2 hätte. Der Frequenzbereich könnte ja trotzdem sinnvoll sein, dann für abgerennt von KB und runtergetuned auf unter 30Hz als LFO dienen

      AR: Ja, der Einwand stimmt, die meisten üblichen Synthesizer sind jedoch in der Hinsicht eher am Odyssey orientiert, deshalb der Bezug auf die Roland SH Serie und einige andere Kompakte. Modulare Synths waren ansich auch hier nicht gemeint, also nicht Serge und Co. Das war mir doch zu spitzfindig. Aber der Hinweis ist dennoch korrekt von dir, dass es das auch anders gibt. Bei den Kompakten fiel mir aber keiner ein, der AR und knackig verbindet. Ggf. der Kawai 100F

      Dies sei also ergänzend erwähnt. Und damit auch, dass es immer Lücken gibt. Ansich ist besonders beim Cat auch die ggf. unterschiedlichen Ausrüstungsstufen hinzuweisen, da sie vom Anwender ja schon frei verfügbar waren. Sie wurden einfach aufgelistet und konnten dann als Kit oder einzeln abgearbeitet werden.

  5. Profilbild
    balpirol  

    Nach all den kleinen Fehlern, die sich im Test eingeschmuggelt haben, ist ein Arp Ody zumindest im Klang seinem Clone überlegen. Einen Arp Ody hört man, genauso wie seinen großen Bruder, den Arp 2600, aus einer Produktion heraus. Er hat einen eigenen Klangcharakter, eben nicht „moogig“, Upgrades für den Arp Ody gibt es in Dordrecht, sehr zu empfehlen. Ich werde meine Arps (2600, Ody,Pro DGX) dort upgraden lassen..

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