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SPECIAL: Moog Minimoog, 45 Jahre Synthesizer-Legende

45 Jahre. Die Legende lebt!

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45 JAHRE – EINE SYNTHESIZER LEGENDE HAT JUBILÄUM

USA 1969: Die Augen der Welt richten sich auf die erste Mondlandung. Apollo 11 bringt seine Besatzung Edwin Aldrin, Michael Collins und Neil Armstrong sicher zum Mond und wieder zurück. Armstrong spricht während seiner ersten Schritte auf dem Mond die legendären Worte “That’s one small step for a man, one giant leap for mankind!”. Kaum einer beachtet in diesen Tagen die bahnbrechende Entwicklung eines Musikinstruments, auf das Armstrongs Worte ebenso hätten passen können. 3 Prototypen hatte Bob Moog 1969 gemeinsam mit den Ingenieuren Jim Scott, Bill Hemsath und Chad Hunt bereits gebaut, bevor im Dezember 1969 die berühmte Variante “D” erstmals funktionsfähig, aber noch lange nicht fertig, die ersten Töne von sich gab. Man hatte noch 6 Wochen Zeit, um nun diese Version zu vollenden und der Weltöffentlichkeit zu präsentieren.

Moog Minimoog

Moog Minimoog

Der 24. Januar 1970 war ein großer Tag für die Geschichte der Synthesizer. Es war jener Tag, an dem Robert Moog, oder besser bekannt als Bob Moog, den ersten Minimoog auf der amerikanischen Musikmesse NAMM SHOW der Fachwelt vorstellte. In 11 Jahren wurden rund 13.000 Stück dieses einzigartigen Instruments produziert und erfolgreich in die ganze Welt verkauft. 11 Jahre lang in dem es quasi als Blaupause diente für viele Synthesizer-Generationen, die folgten.

Und trotz des Nachfolgers Moog Minimoog Voyager und all seiner Ableger (Old School, RME, XL) und Farbvarianten, zieht uns der original Minimoog nach wie vor in seinen Bann. Ganz so, als wäre er erst gestern auf den Markt gekommen.

Kaum ein anderer Synthesizer hatte am Gebrauchtmarkt in den letzten Jahren einen so gewaltigen Wertzuwachs wie dieser monophone Analog-Klassiker. Je nach Serienvariante und Zustand, sind wir inzwischen bei weit über 3.000 €. Händler, die restaurierte Versionen mit Garantie anbieten, verlangen aber deutlich mehr.

Auf der einen Seite lässt sich das mit Sammlerleidenschaft erklären,  auf der anderen Seite ist der Moog Minimoog nach wie vor in erster Linie ein sensationelles Musikinstrument. Eines, dessen Liste aller Soft- und Hardware-Clones den Umfang dieses Reports sprengen würde. Und es mag ketzerisch klingen, darunter sind durchaus Kopien, die klanglich vom Original kaum mehr zu unterscheiden sind und oft auch deutlich mehr Möglichkeiten bieten als das Original selbst.

Macbeth Micromac-D

Macbeth Micromac-D

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Klangbeispiele

  1. Avatar
    Martin Krahe

    Ich besitze einen von Rudi Linhard midifizierten Minimoog. Der Moog ist soundtechnisch der Rolls Royce unter den analogen Synthesizern. Der Sound setzt sich in JEDER akustischen Umgebung durch. Mit dem Bass kann man ein Orchester umblasen! Der Mini produziert so gut wie keinen Müllsound – auch geräuschig experimentelle Sounds klingen immer gut. Zu erwähnen ist noch, dass die einfache und intuitive Bedienoberfläche ihn zu DEM Live-Instrument. Ich jedenfalls habe auf der Bühne nie das Fehlen von Speicherplätzen. Die Monophonie “erzieht” den Spieler zu einfallsreichem (auch zweihändigen) Spiel!

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    Heiko Mehring

    Habe auch einen Lintronics Minimoog und diesbezüglich sollte noch unbedingt erwähnt werden, daß der Mini durch diese sehr umfangreiche MIDI-Erweiterung auch noch einen LFO bekommt, der auch ohne externes MIDI-Signal genutzt werden kann. Eine Einschränkung ist nur, daß sich Frequenz und Wellenform nur per MIDI-Programmwechselbefehl einstellen lassen. Ich habe den LFO i.d.R. auf Wellenform Dreieck und auf kleiner Frequenz für Standard-Vibrato stehen. Sprich einer Standard-Einstellung für Solo-Sounds. Dieser LFO ist in meinem Mini so verdrahtet, daß entweder sein Signal oder das des Rauschgenerators am Modulation-Mix-Regler anliegt. Umgeschaltet wird mit dem External-In-Schalter, da dieser bei Mini-Usern 1. meist selten benutzt wird und 2. einen zweiten unbenutzten Schaltkontakt besitzt. Die flexibelste Lösung wäre aber sicher ein separater Schalter, wodurch aber zwangsläufig auch die Original-Optik leidet. Da ich aber i.d.R. den Audio-Eingang gar nicht nutze stellt die o.g. Lösung für mich keine Einschränkung dar. Ich habe aber auch schon Minis gesehen, die dafür einen kleinen Schalter neben der MIDI-Buchse haben, was sicherlich die Optik auch nicht großartig stört.

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  4. Profile Photo
    MidiDino •••

    Eine tolle Story, Dank an euch beide, auch wenn ich das Instrument inzwischen etwas satt habe, das über Jahrzehnte prägend war … auch gesampled oder emuliert … der alten Holzkiste war kaum zu entkommen ;-)
    E-mus Modular würde mich interessieren …

  5. Profile Photo
    Marko Ettlich AHU

    Hier scheinen ja einige Minis durch Rudi Linhardt`s Hände gegangen zu sein.
    Ich habe auch einen Lintronics Minimoog und die Features, wie von Heiko oben schon gut beschrieben, werten ihn nochmal sehr auf. Vorallem ist es ein Mod den man optisch nicht sieht und das begrüße ich natürlich sehr.
    Über den MM selbst muss man nicht mehr viel schreiben, das ist ein Klassiker optisch wie auch klanglich. Und er kann nicht nur abgrundtiefe Bässe und Wakeman Lead Sounds. ;) Es gibt kaum einen Synth der so robust gebaut ist wie der Mini. Die Bauteile sind im Gegensatz zu heute noch von ausgezeichneter Qualtät. Wenn die Potis kratzen oder die Tastatur Probleme macht, dann ist das immer ein Zeichen dass der Mini in letzter Zeit spieltechnisch vernachlässigt wurde. Was ich irgendwie überhaupt nicht verstehen kann. ;) Ein Minimoog will gespielt werden dann überlebt er jeden modernen Synth noch um Jahre.

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