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Test: Moog Minimoog Reissue Model D, Synthesizer

3. Dezember 2016

Klingen, schwingen, modulieren - der Praxistest

Test: Moog Minimoog Reissue Model D

Test: Moog Minimoog Reissue Model D

Vorwort der Redaktion

Wenn nichts weniger als der Synthesizer aller Synthesizer eine Wiedergeburt erlebt, stand für uns in der Redaktion auch sofort fest, diesen Klassiker aus zwei verschiedenen Blickwinkeln beleuchten zu lassen. Während Bernd Pfeffer vor Kurzem den Moog Minimoog Reissue vor allem klanglich verglichen hat mit seinen Ahnen Moog Minimoog und Moog Minimoog Voyager, widmet sich nun Florian Anwander dem Youngster von seiner rein musikalischen Seite. Losgelöst von allen Vergleichen wagt sich Florian an eine Bewertung aus heutiger Sicht. Ein spannendes Experiment, wie wir finden und eine perfekte Ergänzung zu Bernd Pfeffers Report, der HIER verlinkt ist.

Und auch der Test zum Behringer Model D Minimoog Klon sollte nicht unerwähnt bleiben: HIER KLICKEN.

Viel Spaß bei dem folgenden Test
wünscht Ihnen Ihre AMAZONA.de-Redaktion

Der Minimoog Reissue Praxistest

von Florian Anwander

Als Peter Grandl die Rundmail schrieb, wer von uns Autoren den neuen alten Moog Minimoog testen wolle, meldete ich mich sofort, denn … ich hatte mir mein „Model D“ schon im Sommer beim Musikgeschäft meines Vertrauens reservieren lassen, und ich würde ihn just zwei Tage nach Peters E-Mail bekommen. Es sollten dann noch drei Tage mehr werden (schlicht, weil ich nicht dazu kam, das gute Stück abzuholen), und in diesen Tagen stiegen langsam aber sicher Zweifel in mir hoch:
Wie schreibt man einen Test über den Minimoog? Geht das überhaupt? Kann man ein Instrument bewerten, das als Messlatte für alle anderen Synthesizer dient. Man fragt sich ja auch nicht, ob der Ur-Meter in Paris zu kurz oder zu lang ist. Er ist einfach das Maß, an dem sich alle anderen zu messen haben. Doch mit dem Vergöttern von Instrumenten habe ich es nicht so. Deswegen werde ich diesen Test so schreiben, als ob dieser Synthesizer soeben völlig neu auf den Markt gekommen wäre und ich noch nie was von ihm gehört und gesehen hätte.  Dabei kommt mir zugute, dass ich tatsächlich noch nie einen Minimoog besessen habe oder auch nur mehr als ein paar Minuten gespielt hätte. Für mich ist er wirklich geradezu unbekannt – und das ist vielleicht nicht die schlechteste Ausgangsposition für einen Test. Los geht’s!

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Der Originalkarton – hübsch bedruckt

Krafttraining

Vor das Vergnügen ist dem Menschen der Schweiß gesetzt. Das gilt auch für den Moog Minimoog Reissue. Im Laden wartete nicht nur ein riesiges Paket, es wartete ein sauschweres, riesiges Paket auf mich. Im Jahr 2016 ist man es nicht mehr gewohnt, dass ein Monosynth gut 15 Kilogramm wiegt. Nur mein Wurlitzer-Piano ist schwerer. Mit Hilfe freundlicher helfender Hände und eines alte Volvo gelangte der Karton zu mir und dort wurde dann entpackt: Im neutralen Versandkarton befindet sich der Karton der eigentlichen Geräteverpackung. Alles Recyclingpappe, ökologisch einwandfrei einfarbig bedruckt mit einer sehr hübschen Grafik des Minimoogs.

Auf dem inneren Karton findet sich ein Zettel, in dem der Deutschlandvertrieb eindringlich dazu auffordert, die Verpackung nicht wegzuwerfen. Nur in exakt dieser Verpackung sei ein unbeschadeter Versand im Falle einer Reparatur möglich. Als ich dann den Mini aus dem Karton und aus seinen Haltebacken aus Kunststoffschaum ziehe, wird mir auch klar, dass das berechtigt ist. Das gute Stück würde mit seiner schwenkbaren Klangerzeugungseinheit beim Versand solche Kräfte entwickeln, dass ein normaler Karton sicher schnell nachgeben würde.

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Wer genau hinschaut: ein spielbarer Klang ist ab Werk eingestellt

In einer der Formschaum-Haltebacken steckt das Netzkabel und ein kleines weißes Päckchen. Darin wiederum ein externes Netzteil, etwas größer als eine Zigarettenschachtel. Das macht mich staunen, denn Platz für einen Trafo wäre im Moog Minimoog sicher genug. Vermutlich ist diese Lösung den unterschiedlichen Sicherheitsanforderungen auf der Welt geschuldet. Das Netzteil selbst hat ein Kunststoffgehäuse, und der Anschluss am Instrument ist als vierpoliger XLR-Stecker ausgeführt.

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Das externe Netzteil – stabiler Stecker, aber fragwürdiges Gehäuse

Der XLR-Stecker ist natürlich eine stabile Verbindung und deutlich sicherer als die üblichen Netzteilstecker. Allerdings steckt das Netzteil selbst in einem nur mittelprächtigen Kunststoffkistchen. Ich bin mir nicht sicher, wie trittfest das ist. Da wäre es gut, wenn Moog auf ein etwas robusteres Gehäuse umsteigen würde.

Gucken

Normalerweise würde ich nun das Objekt meiner Testbegierde umgehend auf den Keyboardständer stellen und anschließen. Doch jetzt passiert es mir zum ersten Mal, dass ich einen Synthesizer nur anschauen will. Der Moog Minimoog ist einfach schön. Fein gebeiztes Holz, an den Kanten liebevoll verarbeitet. Gebürsteter Stahl mit sorgsam gesetzten Schrauben und Buchsen.

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Das Logo auf dem schön verarbeiteten Holzrahmen

Die Oberflächenstruktur der Frontplatte erinnert mich an die edle rindslederne Dokumentenmappe auf dem Schreibtisch meines Großvaters. Darauf Potiknöpfe und Drehschalter, die Gewichtigkeit und Freundlichkeit zugleich ausstrahlen. Keine Bedeutsamkeitsangeber wie auf einem Vox AC30. Diese Knöpfe geben mir mit jeder Schalterposition das Vertrauen, das Richtige gemacht zu haben. Das ist natürlich Quatsch, aber das Gefühl dabei ist gut.

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Einfach schön – der Mini in seiner ganzen Pracht

Kein Quatsch ist, dass sich beim ersten Liveauftritt mit dem Moog Minimoog herausstellt, dass diese Knöpfe wirklich ein geradezu blindes Bedienen des Synthesizers ermöglichen. Bis auf eine winzige Ausnahme (siehe Abschnitt „Modulation“) empfinde ich das Minimoog-Frontpanel als die perfekte Bedienoberfläche für einen Synthesizer.

Moog Minimoog Reissue – Einschalten

Nun aber kommt das gute Stück ins Studio. Der Moog Minimoog hat vier Presets – allerdings nicht für die Klänge, sondern für die Position der Klangerzeugungseinheit. Der metallene Kasten mit den Knöpfen und der Elektronik ist mit einem Scharnier am hölzernen Grundgehäuse befestigt, in dem sich die Tastatur befindet. Die Klangerzeugungseinheit kann entweder flach liegend oder unterschiedlich steil angewinkelt benutzt werden. In den drei schrägen Positionen wird das Gehäuse durch eine Metallstütze gehalten.

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Presets gibt’s auch, aber nur für die Rückenstütze

Diese eher banale Funktion erweist sich im Lauf des Tages als sehr praktisch. Im Sitzen nehme ich die steile Position, wenn ich stehe eine flacher abgewinkelte. Die Stütze hält sich nur unter einem Schraubenkopf an der Rückwand, was im ersten Moment einen eher wackeligen Eindruck macht, aber die Konstruktion ist dann auch im Livebetrieb völlig stabil. Vermutlich ist das dem stattlichen Gewicht der Klangerzeugungseinheit geschuldet.

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Endlich mal wieder ein MIDI-Trio mit echter MIDI-Through-Buchse

Die Anschlüsse für Audio, Steuersignale und MIDI befinden sich allesamt auf der oberen Schmalseite des Klangerzeugungsgehäuses. Hier eine klitzekleine Anregung: Dank des klappbaren Gehäuses kann man auf die eigentlich rückseitigen Anschlüsse prima von vorne zugreifen – nur die Beschriftung steht dann auf dem Kopf. Da wäre es fein, wenn die Beschriftung auch anders herum aufgedruckt wäre. Das habe ich bei Jomox schätzen gelernt. Zu den Anschlüssen und ihren Funktionen selbst komme ich später noch im Detail. Ausgerechnet der Netzschalter befindet sich aber nicht – wie bei fast allen anderen aktuellen Synthesizern – hinten bei den Steckern, sondern vorne auf dem Bedienpanel. Danke Moog! Ich hasse es nämlich auf der Bühne im Dunkeln hinter meiner Ausrüstung herumzukriechen, um meine Geräte einzuschalten.

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Ein Netzschalter auf der Frontplatte – wichtig auch für die MIDI-Einstellungen

Schwingen

Nach dem Einschalten des Minimoog Reissue kann man gleich loslegen, denn – man glaubt es kaum – alle Knöpfe des Minimoog sind ab Werk per Hand auf einen dicken und breiten Basis-Sound eingestellt (siehe Bild weiter oben). Einzig der Lautstärkeregler ist runtergeregelt, damit der Synthesizer nicht mit dem ersten Ton in seinem neuen Zuhause gleich die Lautsprecher zerlegt. Für mich schloss sich hier erstmal eine Stunde begeisterten Spielens an, doch für die Amazona Leser will ich erst mal die einzelnen Sektionen des Moog Minimoog vorstellen, bevor ich von meinem Klangrausch berichte.

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Der Signalweg geht von links nach rechts VCOs -> Mixer -> VCF und VCA -> Ausgang

Der Signalweg des Minimoog Reissue ist von links nach rechts aufgebaut. Erst kommen drei Oszillatoren, jeder mit einem Drehschalter für Oktave-Lagen zwischen 2″ und 32″ sowie einer Position „Low“.  Die Oszillatoren Nummer zwei und drei haben zudem einen Tune-Regler, mit dem man den jeweiligen Oszillator ungefähr etwas mehr als eine kleine Sept nach unten und oben verstimmen kann. Da hätte ich mir schon einen Regelbereich einer vollen Oktave gewünscht.

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Links der Modulationsbereich, daneben die Oszillatorsektion

Denn – hier greife ich mal etwas vor – es ist wirklich großartig, die drei Oszillatoren auf Akkorde zu stimmen, und die Regler sind dank der großen Knöpfe so gut einzustellen, dass man das auch gerne Live macht. Aber auf die große Sept kommt man beim jetzigen Regelbereich nur, wenn man eine Oktave höher schaltet und dann einen Halbton runter regelt. Und das ist in der Livesituation nicht so toll. Technisch könnte man den Regelbereich übrigens problemlos ändern.Mit dem zweiten Drehschalter bei jedem Oszillator kann ich die Schwingungsform des Oszillators einstellen. Dabei gibt es für alle drei Oszillatoren eine Dreiecksschwingung, einen fallenden Sägezahn und drei verschiedene Ausformungen der Pulsschwingung, die sich im Pulsverhältnis unterscheiden: 50:50, 30:70 und 15:85 sind geboten. Die Oszillatoren eins und zwei haben zudem eine Kombination aus Dreieck und Sägezahn, der dritte Oszillator hat stattdessen einen steigenden Sägezahn. Im ersten Moment dachte ich mir, dass das Fehlen der Pulsbreitenmodulation den Klang etwas statisch bleiben ließe, aber wenn ich drei Oszillatoren zur Verfügung hab, dann fehlt mir die Modulation der Pulsbreite nicht mehr. Am Minimoog merke ich, dass PWM letzlich Oszillatorvielfalt „für arme Leute“ ist.

Was ich allerdings wirklich vermisse, das ist die Möglichkeit der Synchronisation der Oszillatoren, die sogenannten Hard-Sync. Gerade weil ich mit drei Oszillatoren eben aus zweien davon einen Syncsound machen könnte und mit dem dritten Oszillator dann dazu Schwebungen erzeugen könnte.

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Die Hardsync-Modifikation an einem alten Mini. (Bild von http://forum.moogmusic.com/viewtopic.php?f=1&t=22522)

Ich will den Vergleich mit dem „originalen“ Minimoog Reissue in diesem Test eigentlich vermeiden, aber selbst für den Ahn gab es schon frühzeitig die entsprechende Modifikation, und wie wir noch später sehen werden, war Moog durchaus offen dafür, Modifikationen in das neue Serienmodell zu übernehmen. Naja, die Modifikation ist einfach. Ich werde sie wohl bei meinem Exemplar nachrüsten.
Einen Aspekt analoger Synthesizertechnik, den ich in den letzten Jahren doch eher vergessen hatte, hat mir der Minimoog wieder ins Gedächtnis gerufen: Analoge Oszillatoren führen durchaus ein Eigenleben. Der Moog Minimoog benötigt gut und gerne zwanzig Minuten Aufwärmzeit, bis er dauerhaft stimmstabil ist. Die Gesamtstimmung verändert sich bei meinem Exemplar in dieser Aufwärmphase um mindestens eine Terz. Dabei verhalten sich die Oszillatoren untereinander recht konsistent. Da die Oktavreinheit auch nicht wirklich leidet, es einen zuschaltbaren 440 Hz Stimmton gibt und der Mastertune-Regler einen ausreichenden Regelumfang hat, um den Versatz auszugleichen, kann man sogar notfalls mit einem „kalten“ Minimoog auf die Bühnen gehen. Das ist natürlich ein Thema, das digitale Synthesizer nicht berühren würde.

Mischen

Ein auffällig großer Bereich des Bedienpanels ist der Mischersektion gewidmet. Neben den Lautstärkereglern der drei Oszillatoren gibt es noch einen Regler für Rauschen und einen für ein externes Signal. Den Rauschgenerator kann man zwischen weißem und rosa Rauschen umschalten. Das Rauschen ist für mein Gefühl vom Werk aus etwas leise eingestellt. Aber das kann man mit einem Trimmer korrigieren.

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Die Mischersektion des Minimoog

Der fünfte Regler mischt das Signal zu, das man von außen an einer Buches auf der Rückseite zuführen kann. Da es beim original Moog Minimoog ein beliebter Kniff war, das Ausgangssignal das Synthesizers direkt in diesen Eingang zurück zu patchen, hat Moog bei der modernen Version, das Ausgangssignal einfach auf den Schaltkontakt der Buchse gelegt. So lange dort nichts eingesteckt ist, hat man den Rückkoppelungstrick zur Verfügung. Ich gestehe, dass ich das klangliche Ergebnis jetzt nicht so berauschend finde; aber vielleicht komme ich ja noch auf den Geschmack.
Sehr gut gefallen mir zwei andere Eigenschaften des Mischers: Der Mischer verstärkt die Signal soweit, dass man das Filter aufs Angenehmste sättigen kann. Und für jedes Signal gibt es einen An/Aus-Schalter. Das scheint zunächst etwas übertrieben, aber wenn man mal gemerkt hat, welche Möglichkeiten der Klanggestaltung einem die drei Oszillatoren bieten, wenn sie in Obertonverhältnisse gestimmt sind, dann lernt man diese Schalter wie Registerzüge einer Orgel während des Spiels für Betonungen oder Klangfarbenänderungen zu verwenden.

Formen

Und dann ist da natürlich das Filter! Das berühmte Moogfilter!! Als Regler hat man die Kennfrequenz, die Resonanz und die Intensität der Hüllkurvenmodulation. Die Flankensteilheit liegt fest bei 24 dB pro Oktave; das Filter ist fest als Tiefpass konfiguriert. Dreht man die Resonanz auf, so sinkt der wahrgenommene Signalpegel ab. Einen Resonanzausgleich, wie ihn viele „modernere“ Synthesizer nach dem Minimoog implementiert hatten, gab es beim Original noch nicht, und auch bei der modernen Ausgabe hat man darauf verzichtet. Man kann damit leben – schließlich ist für ein ausgleichendes Nachregeln der Volumeregler direkt nebenan, und Moog hat sich ja explizit vorgenommen, den alten „Mini“ einfach wieder auferstehen zu lassen.

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Die Filtersektion des Minimoog

Aber wenn ich ehrlich bin: Ich wäre nicht böse gewesen, wenn man hier ein wenig aus der Geschichte gelernt hätte. Keinen Regler gibt es für die Abhängigkeit der Filterkennfrequenz von der Keyboard-Spannung. Diese Abhängigkeit wird über zwei Schalter entweder zu 2/3 oder zu 1/3 oder eben ganz (beide Schalter) gesetzt. Ich stelle fest, dass mir das eigentlich voll auf genügt. In den seltenen Situationen, in denen ich das gerne anders hätte (z. B wenn ich aus einem Begleitklang in einen Solosound übergehe), kann ich die Einschränkung verschmerzen.

Zum Filter gehören die Regler für die Filterhüllkurve dazu. Hier findet man nur drei Regler: Attack Time, Decay Time und Sustain Level. Die Release-Zeit  hat keinen separaten Regler; sie ist immer identisch mit der Decay-Zeit. Man kann nur mit einem Schalter links bei den Modulationsrädern für beiden Hüllkurven gemeinsam entscheiden, ob es überhaupt ein Abklingen nach dem Loslassen der Taste gibt. Ich kenne diese Hüllkurve schon von meinem Moog Prodigy, und ich gestehe, dass ich den separaten Release-Regler dort noch nie vermisst habe. Im Gegenteil: Ich habe festgestellt, dass ich bei Synthesizern mit den üblichen vier Reglern Decay und Release eigentlich immer auf den gleichen Wert stelle. Sicher gibt es einige wenige Modulationsverläufe, die sich mit dieser Hüllkurve nicht realisieren lassen; etwa einen kurzen perkussiven „Nadelstich“-Anlaut mit langem Nachklang für langsame Arpeggien. Aber schon durch unterschiedliche Parametersetzung bei der  Filter-  und der Lautsstärke-Hüllkurve, kann ich annähernd die gleiche Wirkung erzielen.

Viel wichtiger ist für mich, dass die Hüllkurve bei den niedrigen Zeiten wirklich zackenschnell ist und trotzdem auch elegisch lange Klangverläufe erzeugen kann – und in allen Bereichen kann ich das ausreichend präzise regeln. Nun zaubert Moog hier nicht. Anders als etwas bei der Phatty-Serie steht hier keine Prozessorsteuerung zur Verfügung, mit der man die Charakteristik des Reglers nach Herzenslust verbiegen kann. Das Geheimnis lautet hier einfach: große Knöpfe. Durch den großen Knopfdurchmesser kann ich die Regler viel feinfühliger bedienen. Ich habe testweise die Knöpfe von den Potentiometern abgezogen und stattdessen die nur wenig kleineren Knöpfe meines Prodigy aufgesteckt, Schon diese zwei Millimeter weniger nehmen etwas von der Detaillierung weg, die mit den Originalknöpfen möglich ist.

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Der jüngste Spross mit seinem Onkel – Minimoog und Prodigy

Zur Klangformung gehört natürlich auch der VCA. Hier gibt es nur die Hüllkurvenregler, eine andere Modulation für den VCA ist auf dem Frontpanel nicht vorgesehen. War da was? Modulation? Stimmt, weder bei den Oszillatoren noch beim Filter habe ich was dazu gesagt. Gemach! Kommt gleich. Ich will nur noch schnell erwähnen, dass es ganz rechts getrennte Lautstärkeregler für den Line-Ausgang und für den eingebauten Kopfhörerverstärker gibt. Super! Und dann gibt es noch den schon erwähnten 440 Hz Stimmton. Eine super simple Sache, die ich mir sehr bei anderen Instrumenten wünschen würde.

Modulieren

Ein ganz eigenes Kapitel ist die Modulationssektion des Minimoog Reissue. An dieser Stelle komme ich nicht umhin, auf den „alten“ Minimoog von 1972 zurückzukommen. Der hatte nämlich keinen LFO. Stattdessen konnte man den dritten VCO von der Keyboard-Steuerung abhängen und dann mit dem Oktave-Schalter in Position „Low“ als LFO benutzen. Die Modulationsintensität regelte man über das Modulationsrad. Als Modulationsziel konnte man mit zwei Schaltern die Oszillatoren und das Filter wählen. Neben dem VCO-3 konnte man auch noch das Rauschen als Modulationsquelle benutzen. Zwischen Rauschen und VCO-3 ließ sich mir einem Regler überblenden. Die Bedienelemente dazu finden sich links von den Oszillatoren.

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Der Oszillator 3 darf auch zur Modulationsabteilung dazugezählt werden

Dieses Konzept hat Moog bei der Wiederauflage grundsätzlich beibehalten, jedoch wurden die Modulationsquellen etwas erweitert. Es ist vor allem ein eigenständiger LFO hinzugekommen, der entweder Dreieck oder Rechteck liefern kann; und die Modulationsquellenauswahl wurde um zwei Schalter erweitert, mit denen man nun eben diesen LFO oder die Filterhüllkurve als Quelle statt Rauschen beziehungsweise VCO-3 wählen kann. Etwas seltsam ist die Position des LFO-Frequenzreglers neben dem Glide-Schalter mit dem das Portamento eingeschaltet wird. Der Umschalter für die LFO-Modulation wiederum sitzt unter dem Regler für die Glide-Geschwindigkeit. Bei aller Traditionsliebe wäre es im Sinne einer geschickten Benutzerführung gewesen, wenn man die beiden Regler miteinander vertauscht hätte.

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Oberhalb der Modulationsräder ist der LFO-Regler neben dem Glide-Schalter

Insgesamt ist die Erweiterung der Modulationsquellen natürlich recht erfreulich, allerdings bleibt der Flaschenhals Modulationsrad: Es gibt immer noch nur einen einzigen Modulationspfad. Von der scheinbaren Vielfalt bleibt dann recht wenig übrig. So und so oft vermisse ich die Möglichkeit, Audio-FM auf das Filter durch den VCO3 zu legen, aber dem ganzen Klang trotzdem ein Vibrato vom LFO zu geben.
Und weiteres gibt es zu kritisieren: Die Filterhüllkurve kommt mit einem eindeutigen Offset. Das bedeutet: Ist der Sustainregler auf Minimalposition, so gibt die Hüllkurve dennoch eine geringe Spannung aus. Beim Filter selbst fällt das nicht so sehr auf. Allerdings bei den VCOs schlägt sich das auf die Stimmung nieder – im doppelten Sinne. Hier hätte man durchaus durch eine „moderne“ kleine Zusatzschaltung hinter die Filterhüllkurve setzen können, die diesen Offset beseitigt, ohne dass sich der Klang in irgendeiner Weise verändert hätte. Letztlich ist damit diese zusätzliche Modulationsquelle nur noch für nicht tonale Klänge brauchbar.

Weiterhin missfällt mir die Charakteristik des Modulationsrades. Für ein weich singendes Vibrato darf man gerade mal fünf Prozent des Regelwegs nutzen. Alles darüber ist ein Zuviel des Guten. Klar war das beim „alten“ Minimoog auch so, aber dummerweise hat der Rest der Welt dazu gelernt und andere Modulationscharakteristiken etabliert. Das hätte man beim neuen Mini besser machen können.
Für  mich vollends unverständlich ist aber, dass die Schaltung und die mechanische Lösung des Pitchwheel unverändert übernommen wurde. Die Mittelposition des Pitchwheel wird mechanisch durch einen Federmechanismus festgelegt, der sich in eine Kerbe im  Pitchwheel drückt. Durch den Druck ist es nicht so einfach das Wheel aus der Mittelposition kurz mal ein kleines bisschen herauszubewegen. Die Bewegung gerät schnell zu groß. Zudem ist diese mechanische Lösung in keiner Weise genau. Man kann das Rad innerhalb dieser eingerasteten Mittel-Position durchaus noch bewegen und entsprechend die Tonhöhe ändern.

Das führt dann auf der Bühne schon mal dazu, dass der Minimoog nach dem Solo plötzlich verstimmt zu sein scheint. Dabei hätte all das nicht sein müssen. Beim Prodigy hatte Moog schon eine Schaltung gewählt, bei der das Problem nicht mehr auftritt. Dort gibt es eine „Null-Zone“ im Mittelbereich des Pitchwheels, und die lästige mechanische Mittelrastung kann man weicher machen, oder – wenn gewünscht – ausbauen. Dass diese Variante im aktuelle Minimoog nicht übernommen wurde, ist mir völlig unverständlich. Auch hier gäbe es keinerlei Einfluss auf den Klang oder das Spielgefühl.

Den Moog Minimoog Reissue spielen

Doch der neue Minimoog weiß mich zu versöhnen: Die ausgezeichnet spielbare Klaviatur ist anschlagsdynamisch (Velocity) und druckempfindlich (Aftertouch). Die beiden Parameter stehen im rückseitigen Anschlussfeld als Spannungen zur Verfügung und können dort wiederum auf die Modulationseingänge von VCOs, VCF und VCA gelegt werden.

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Die Ausgänge für Velocity und Aftertouch mit den jeweiligen Reglern

Neben den Ausgängen ist jeweils ein kleiner Regler, mit dem man die Amplitude der betreffenden Spannung einstellt. Was so im ersten Moment als Zusatzgimmick erscheint, erweist sich als Segen beim Melodiespiel. Besonders die Aftertouch-Funktion auf der Filterkennfrequenz ist grandios. Bei anderen Synthesizern bräuchte man eigentlich drei Hände, um gleichzeitig zu spielen, Vibrato zuzugeben und am Filter oder der Lautstärke zu drehen. Mit dem Aftertouch hat man die Betonungen einfach „unter dem Finger“. Das ist nicht zuletzt einer sehr sorgfältigen Abstimmung der beiden Steuerspannungen durch die entwickelnden Ingenieure zu danken. Meine musikalische Ausrichtung ist seit Jahren Sequencer-basiert und sehr in Richtung Dance-Floor orientiert, doch mit diesem so musikalisch spielbaren Minimoog ist es eine wahre Lust, sich in elegischen Melodieorgien zu ergehen. Und für die Ansteuerung per Sequencer sind die Kontrollmöglichkeiten auf zwei Parameterebenen grandios.

Tasten

Die Tastatur gibt MIDI aus, und der Synthesizer empfängt MIDI-Daten. Wie Synthesizer auf die Klaviatur und auf MIDI-Daten reagiert, bestimmt man über Setup-Funktionen der Tastatur/MIDI-Steuerung. Da der Moog Minimoog über keinerlei separate Bedienelemente verfügt, mit denen man das MIDI-Interface direkt ansprechen könnte, hat Moog einfach gesagt: Wenn man den Synthesizer einschaltet und gleichzeitig bestimmte Tasten der Klaviatur drückt, dann gilt das als Setup-Befehl. Erfreulicherweise wurden dabei nicht einfach die Tasten der Reihe nach verwendet. Vielmehr entsprechen bestimmte „Akkorde“ einer bestimmten Funktion. Ein Beispiel: Ein C-Dur-Akkord in der dritten Oktave setzt die Keyboard-Priorität auf „Last-Note“, c-Moll auf „Lowest Note“ und C-Dur-übermäßig auf „Highest Note“. Dieses Konzept ist so eingängig und leicht merkbar, dass man die Bedienungsanleitung nur ganz selten benötigt. Die Anleitung ist übrigens vom deutschen Vertrieb :E:M:C: hervorragend ins Deutsche übersetzt worden.

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Der Deutschlandvertrieb legt eine übersetzte Anleitung bei

Die Tastatur/MIDI-Steuerung kann übrigens per MIDI-Sysex-Ansteuerung mit Software-Updates versorgt werden, was gleich in den ersten Wochen genutzt wurde, da sich noch ein kleiner Bug bei der Multitriggerfunktion eingeschlichen hatte.

Eine kleine konzeptionelle Kritik sei noch am Schluss angefügt: Es gibt keinen CV- und Gate-Eingang, der die Klaviatur ersetzen würde.

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Ärgerlich: CV-Sequencer müssen über einen Kabelsplitter angeschlossen werden

Die vorhandenen Eingänge sind zusätzliche Modulationseingängen getrennt für Filter und VCOs und würden eigentlich auch dafür benötigt. Es war durchaus mühsam, einen CV-Sequencer wie meinen CSQ-600 an den Moog Minimoog anzuschließen. Das war zwar auch früher beim Mini so, aber auch hier hätte ich mir ein wenig „Dazulernen“ erhofft.

Der Sound des Moog Minimoog Reissue

An dieser Stelle komme ich nun zu meiner Geschichte vom Auspacken und Aufbauen des Synths zurück. Ich hatte mir klanglich durchaus schon viel erwartet, aber dass ich so sehr von einem monophonen Instrument „umgeblasen“ werden könnte, war außerhalb meiner Vorstellungskraft. Von der ersten Sekunde an hat mich der Minimoog in seinen Bann gezogen. Ich besitze keinen einzigen Synthesizer, der solch strahlenden Höhen erzeugt, kaum einen, der so klare, aber trotzdem durchdringende, manchmal erderschütternde Bässe liefert, und ich kenne kaum einen Synthesizer, bei dem jede Regleränderung so perfekt sitzt und so viel bewirkt, wie beim Minimoog. Beschäftigt man sich auf der technischen Ebene mit dem Klang, so stellt man fest, dass hier ein Reihe von Unsymmetrien und  Imperfektionen zusammenspielt. Ob vom Erfinder gewollt oder nicht gewollt, sei dahin gestellt – das Ergebnis ist jedenfalls einmalig. Ich denke, dass die Klangbeispiele am besten für sich sprechen. Daher nur ein paare Kommentierungen dazu.

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Das Setup zum Klangbeispiel 8

Sie hören nur einen einzigen Minimoog Reissue, linear ohne EQ oder Kompression. Als einzigen Effekt habe ich zum Teil ein temposynchrones Ping-Pong-Delay aus einem Lexicon MX-200 verwendet. Als Rhythmusgerät wurde zum Teil eine Roland TR-8 benutzt; als Sequencer kam ein Roland CSQ-600 oder ein Doepfer MAQ 16/3 zum Einsatz. Alles wurde komplett in Echtzeit als Stereosumme aufgenommen, es gibt keine Overdubs und auch alle Verspieler und Patzer sind drin geblieben.

01_Minimoog_SoloLead: Alle drei VCO auf Sägezahn, Glide bei 10%, einfache lange Decay-Hüllkurve auf dem Filter, 15% Resonanz. Pingpong-Delay. Mit diesem Sound könnte ich stundenlang dahinschweben.

02_TriolenEcho_Sequenz: Der Track beginnt mit nur einem Sägezahn VCO, ab 0:20 gebe ich leichtes Vibrato dazu, was zusammen mit dem Echo schon für Schwebungen sorgt. Bei 1:03 kommt der zweite VCO mit Sägezahn eine Oktave höher dazu, ab etwa 1:30 der dritte Oszillator eine weitere Oktave darüber, diesmal mit Rechteck. Ab 1:52 nehme ich die Filterfrequenz zurück und drehe den Filterenvelope leicht auf. Wegen der langen Decay/Release-Zeit ist er noch nicht deutlich hörbar. Bei 2:18 reduziere ich Decay-Zeit des Filter-Envelopes (die Resonanz ist die ganze Zeit auf 0%). Bei 2:43 wird der erste VCO eine Oktave nach unten geschaltet. Ich denke, dieses Beispiel zeigt schön, welch breites Spektrum nur durch die unterschiedlichen Einstellungen der VCO-Oktaven und VCO-Mischung machbar ist.

03_Brass_Flute_Impro.wav: Ein klassischer „Brass“-Solosound mit zwei Sägezahn-VCOs, ab 1:33 Wechsel auf Rechteck an beiden Oszillatoren. In beiden Einstellungen wird das Filter von den VCOs in die Sättigung gefahren. Ab 2:43 wechselt die Filterhülkurve von „brassy“ zu perkussiv. Ab 3:11 spielt nur noch ein VCO.

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Moog Minimoog Reissue Model D

04_Bass_Sequenz-FilterFM: Es beginnt ein VCO mit unsymmetrischem Puls, bei 0:22 kommt ein zweite VCO hinzu, zu erst sehr unisono später leicht verstimmt. zwischen 0:50 und 1:00 wird die Filterfrequenz zurückgenommen, Envelopemodulation und Resonanz aufgedreht, und die Decay-Zeit angepasst. Ab etwa 1:10 kommt FilterFM durch den dritten VCO (Dreieck, eine Oktave tiefer) als „knurriges“ Element hinzu. Bis 1:40 spiele ich mit der Tiefe der FilterFM danach wird sie wieder weggenommen und der dritte VCO kommt als Audiosignal dazu. Um 2:00 wird die Decay-Zeit auf Minimum heruntergedreht und schließlich die Resonanz auf Maximum angehoben, dass zum Schluss nur noch ein elektronischer „Zapp“ übrigbleibt.

05_Solo_ObertonVCOs_FilterFM: drei VCOs mit Sägezahn, auf 8″-Grundton 8″-Quint 2″-Quint-nach-unten gestimmt. Filter mit viel Resonanz. Ab 0:30 gebe ich VCO-3 (der mit 4″ Quint) als FilterFM dazu. Um 1:00 herum stimme ich den VCO3 auf die Terz nach oben. Ständig wird mit dem Modulation-Rad und der Cutoff-Frequenz gespielt. Dieses Beispiel belegt die Mächtigkeit der Filter-FM.

06_Wellenform_Akkorde: Die einfache House-Sequenz eines transponierten Akkords wird als Beispiel benutzt, um die verschiedenen Schwingungsformen vorzuführen. Jeweils nach zwei Durchläufen wird auf die nächste Schwingungsform umgeschaltet, beginnen mit dem Dreieck bis hin zur schmalen Pulsschwingung. Auf dem Filter ist eine leichte LFO-Modulation. Ab 0:50 wird das Filter  „dunkler“ gemacht und die VCA-Attackzeit hochgesetzt.

07_Akkord-Sequenz-Noise: die VCOs sind als Dur-Dreiklang gestimmt. Ich beginne mit einem VCO, nehme Noise dazu und dann die anderen beiden VCOs und reduziere letztlich das Decay der Filterhüllkurve, sodass ein perkussiver Akkord entsteht. Der Pegel aller Signalquelle ist auf Maximum, so dass das Filter gesättigt wird. Ab 0:48 schalte ich den Quint-VCO um eine Oktave nach oben. Bei den Filterfahrten hört man gut, dass Noise – obgleich die ganze Zeit dabei – nur die Buildups verstärkt.

08_Velocity_Sequenz: Die Sequenz aus einem Doepfer MAQ 16/3 steuert mit der Reglerreihe 1 die Tonhöhe an. Es wird nur ein Oszillator verwendet. In der Reglerreihe 2 des Sequencers gebe ich schrittweise an immer mehr Stellen höhere Velocity-Werte aus, mit denen die Cutoff-Frequenz angesteuert wird. Ab 1:50 wird ein zweiter Oszillator dazugeschaltet, was eine sehr langsame Schwebung mit dem ersten Oszillator ergibt.

09_Quatuordezimen-Sequenz: Der Klang dieser Sequenz baut sich von einem VCO zu drei VCOs über drei Oktaven aus und reduziert sich wieder auf einen. Es kommt Noise dazu, die VCOs verschwinden. Das Filter bei 2:41 mit voller Resonanz tonal gespielt, und schließlich wird wieder von ein VCO ausgehend die volle VCO-Breitseite aufgefahren. Ein weiteres Beispiel für die unglaubliche Bandbreite, die am Moog Minimoog mit eigentlich einer Klangeinstellung erzielt werden kann.

Fazit

Wie eingangs geschrieben: Wie soll man etwas bewerten, das selbst Maßstab aller anderen Bewertungen ist? Ich kann es eigentlich nur subjektiv ausdrücken: Ich bin schier begeistert vom Klang dieses Synthesizers. Nichts anderes in meinem durchaus umfangreichen Synthesizerpark kommt klanglich nur annähernd an den Moog Minimoog heran. Dazu trägt auch sicher die grandiose Struktur und Dimensionierung der Bedienoberfläche bei, die mich immer „das Richtige“ einstellen lässt.
Und was für eine Erholung stellt der Minimoog Reissue dar, angesichts der Flut von miniaturisierten Instrumenten, die uns die anderen renommierten Synthesizerhersteller in den letzten Jahren untergejubelt haben. Hallo Roland, Yamaha, musste wirklich Moog kommen und euch zeigen, wie man ein Reissue richtig macht? Bleibt nur die Frage nach dem Preis: knapp zwei Netto-Monatsgehälter eines Durchschnittsmenschen für einen Mono-Synth? Das ist schon eine gewaltige Ansage. Auch ich habe erst mal tief Luft geholt, als ich die Bestellung bei meinem Musikalienhändler aufgegeben habe. Doch nach nun einem Monat mit dem Minimoog steht für mich fest: Trotz aller kleinen Kritteleien in diesem Test – der Moog Minimoog ist seinen stolzen Preis allemal wert.

Plus

  • phantastischer Sound
  • sehr gute Benutzeroberfläche
  • hervorragende Verarbeitung
  • umwelt- und sozialverträgliche Herstellung

Minus

  • Beibehalten tradierter Schwächen

Preis

  • Straßenpreis: ca. 3950 Euro (abhängig vom Dollar Kurs)
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Hervorragendes Instrument und der entsprechende Testbericht, mit aussagekräftigen (modernen!) Klangbeispielen. Ich hoffe, dass Florian in Zukunft öfters Testberichte schreiben wird. Für mich in jeder Hinsicht die Höchstnote.

  2. Profilbild
    Mick  AHU

    Ich könnte jetzt viel schreiben, aber ich belasse es bei einem Satz. „In Zukunft sollte ein Gremium über die Bewertung beraten, denn diese nur durch eine einzelne Person, auf dieser hoch frequentierten Seite, durchführen zu lassen, halte ich für fahrlässig!“

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      Tyrell  RED 3

      Bewertungen bis zu DREI Sternen vergibt der Autor. BEST BUY hingegen ist IMMER die Entscheidung der Redaktion. In jeder Chart-Kategorie findet man daher auch nur EIN goldenes Bewertungslogo. Dieses ist sogar losgelöst vom Test. Es kann z.B. sein, dass innerhalb des Tests ein Produkt drei Sterne, in der Chart aber 4 Sterne hat. Das passiert dann, wenn sich z.B. Redaktion und Autor nicht einig sind.

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    Mick  AHU

    Da ich jetzt erst die Audiobeispiele gehört habe….Wann ist denn die FX-Section in den Minimoog implementiert worden, klingt hervorragend! Und das 808 Drummodul ist separat, oder wird über einen Schalter am Minimoog aktiviert? Lieber Florian, so sehr ich Dich und deine Fachkenntnisse auch schätze, hier hast Du versucht etwas ins bessere Licht zu rücken….sorry!
    Unter dem Gesichtspunkt das der Minimoog zur Relation mit der heutigen Zeit, quasi Nichts kann, und sehr teuer ist, hätte das Fazit nur lauten können: „eher was für Nostalgiker oder Sammler mit Anwalts-Budget“, aber niemals ein Best Buy!

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      AMAZONA Archiv

      Ich respektiere Deine Meinung, dass Dir der Minimoog für das Geld zu wenig bietet. Der Preis ist in Zeiten wie diesen in der Tat s e h r weit oben angesiedelt (Arturias MatrixBrute sei hier als ein Beispiel genannt, das sich preislich ganz anders ausrichtet). Dass Moog sich den Namen bezahlen lässt steht dabei für mich ausser Frage. Was ich aber sehr wohl in den Beispielen heraushöre ist ein wunderschöner Klang, egal was Florian gemacht hat. Selbst ein Oszillator klingt für mich lebendig und einfach schön. Dass der Mini nicht der flexibelste Synthesizer ist, ist uns allen klar. Für das gleiche Geld bekommt man Modular fürs Eurorack schon einiges geboten, oder z.B. von COTK das M15. Gerade letzteres zeigt aber auch, dass ein bestimmter Herstellungsprozess bezahlt werden will. Marge ist heute zu etwas geworden, das stets einen unangenehmen Beigeschmack hat. Mal zurecht mal nicht (meine Meinung). Allerdings, und das wirst Du vermutlich abtun… ich weiss, was ein Minimoog damals gekostet hat und wie hoch ein durchschnittliches Gehalt zu dieser Zeit war. Ok, früher war früher, heute ist heute. Am Ende sind wir aber alle in der glücklichen Lage zu sagen „interessiert mich nicht“ oder „interessiert mich“, mit den daraus resultierenden Konsequenzen hinsichtlich einer möglichen Anschaffung. Und so wenig Dir der Mini gefällt, so gut gefällt er mir. Vor allem in Florians Beispielen. Als „Best Buy“ würde ich ihn aber auch nicht sehen.

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      costello  RED

      Der Minimoog ist vor allem ein superb klingender Bass- und Leadsynthesizer. Aber ihn zu besitzen, hat noch nie bedeutet, hinter das Thema „monophoner Synthesizer“ einen Haken setzen zu können. Es sei denn, man heißt Rick Wakeman oder Manfred Mann (wobei letzterer ihn auch schon mit einem Oberheim SEM gekoppelt hat ;-)

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    AMAZONA Archiv

    Guter Testbericht, bis auf: Bei einem Synthesizer Test machen sich Soundbeispiele von dem getesteten Synth in der Regel ganz gut. Schade, alle Beispiele sind durch FX und andere Dazumischungen total verhunzt. Man hat kaum eine Chance den Grundklang zu beurteilen. Das kann der Autor sicher besser.

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        AMAZONA Archiv

        Es gibt nicht nur schwarz und weiß auf der Welt. Es hätten ja auch Melodien und Arps ohne FX sein können. In so einem Mix ist es doch fast egal ob da nun ein Minimoog D, Voyager, NI Monark, The Legend oder Diva spielt.

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    Teebee

    Ich hab das Teil seid 3 Wochen und kann
    nur bestätigen, ist ein tolles Instrument,
    Ob man nun soviel Geld ausgeben möchte
    muss jeder für sich entscheiden.Ich habe es
    nicht bereut!

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    undertheecho

    Vielen Dank für den Testbericht und auch die kritischen Worte, die meines Erachtens gerechtfertigt sind. Auf die Preisdiskussion möchte ich nicht eingehen. Schön ist, dass der Autor sich um richtige Audiobeispiele bemüht und nicht nur nur Wellenformen durchfährt. Meiner Meinung sollten die Audiobeispiele die gleiche Gewichtung bekommen wie der technische Teil eines Tests. Leider kommt dies durchgehend zu kurz, wobei wir doch alle Synthesizer kaufen um Musik zu machen.

    VG

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    AMAZONA Archiv

    @ redaktion
    könntet ihr einen vergleichstest mit einem se1-x machen….
    scheint ja der einzige auf vco vcf vca bezogen wirklich gleiche synth auf dem markt zu sein…
    und für mich gilt… tolle tasse..ausser der preis, da haben sie nicht alle tassen im schrank… ;)

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    Bernd Kistenmacher  AHU

    Diese Diskussionen über Für und Wider sind nur eines: akademisch und langweilig. Die Frage, ob der Minimoog nostalgisch ist und „mithalten“ kann, ist unsinnig. Gitarristen und Schlagzeuger werden kaum eine ähnliche Diskussion führen. Der Minimoog – auch und gerade in der Neuauflage – ist ein Klassiker und ein hochgradig performantes Instrument. Anschalten und spielen. Mehr erwarte ich von ihm nicht und DAS bingt er zu 1000 Prozent in bester Qualität. Wer ihn nicht mag, soll ihn stehen lassen. Amen.

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    mdesign  

    schöner test, gerade durch die ganz bewusste subjektivität. aussagekräftige, praxisnahe klangbeispiele. danke!

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    ArvinG   1

    Praxistest hin oder her: ich bin auch der Meinung dass FX und 808 etc. hier fehl am Platze sind. Dabei spielt es für mich keine Rolle, ob an anderer Stelle (und von einem anderen Autor) bereits pure
    Soundbeispiele veröffentlicht wurden oder nicht. Zumal der Minimoog allein genug performance möglichkeiten bietet, wie
    der im übrigen flüssig geschriebene, angenehm lesbare und fachlich kompetente Artikel ja auch aufzeigt.
    Wenn Ihr Gitarren, Amps oder FX testet, zeigen die Soundbeispiele ja auch das jeweilige Testobjekt in aller Regel „pur“.

    Der zugegeben recht stramme Preis für die Wiederauflage ist m.M. durchaus in Ordnung, was mancher aber sicher anders sehen mag. Verfügbare, mehr oder minder kompromiss-behaftete Emulationen (siehe auch den RE20 Space Echo Test) schüren am Ende vom Tag dann doch oft das Verlangen nach dem Original oder einem naturgetreuen Nachbau. Das lassen sich die grossen amerikanischen Gitarrenbauer mit ihren Customshops ja auch ordentlich bezahlen.

    Etikettierungen wie „Best Buy“ halte ich grundsätzlich für problematisch. Als Händler kann man solche Luftballons („Topseller“) durchaus an die angebotene Ware hängen. In einem Testmagazin hingegen sollte man die Käufer entscheiden lassen.

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      Tyrell  RED 3

      Da gibt es natürlich noch einen Aspekt: Soundbeispiele müssen grundsätzlich GEMA-Frei sein. Diesen Fallstrick müssen unsere Autoren immer umgehen, und das ist manchmal gar nicht so einfach.

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      Tyrell  RED 3

      Und was die Zweiteilung anbelangt. Für uns, den Autor und die Redaktion – spielt das sehr wohl eine Rolle. Wir wollen nämlich Spaß haben an dem was wir machen – und wenn einer unser Autoren seine Audiobeispiele anders gestaltet als Du es gerne hättest, so ist mir wichtig, dass der Autor glücklich ist. Für diejenigen die unzufrieden damit sind, haben wir ja eine Alternative geschaffen – warum also meckern??

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        ArvinG   1

        Natürlich obliegt es dem Autor seine Soundbeispiele nach eigenem Gusto zu gestalten, insofern gebe ich Dir Recht. Meiner Meinung nach sollte sich das aber auf das vorgestellte Gerät beschränken und da bin ich ja offenbar nicht der einzige der das anmerkt und dabei bleibe ich auch. Sollte aber nicht als „Meckern“ herüberkommen, sondern nur als meine ganz persönliche Meinung. Aber nochmal: davon abgesehen ein kompetenter und aussagekräftiger Testbericht.

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    AMAZONA Archiv

    gehen die bender bei dieser version auch so schlecht.. ?

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        AMAZONA Archiv

        schade…. fürs geld eine frechheit…
        wird wohl warte müssen.. bis eine „working-bender“ sonderedition kommt… natürlich teuerer…
        ich weiss nicht was diese leute so treibt.. verdienen sich ja dumm und dämlich.. und doch sparen wo es nur geht.. sind da leute von goldman-sachs dabei… ;)
        wobei.. wenn ich die moogerfooger so anschaue… truebypass die keine sind.. zum teil mehr rauschen als effekt.. x leute die ich kenne haben die schnellstens wieder verkauft… so passt das schon..

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    Mike Hiegemann  RED

    Ein aussagekräftiger Test, der auch die Kritikpunkte auf ausgewogene und praxisnahe Weise thematisiert. Und übrigens eine gute Idee, sich der Wiederauflage des Minimoogs hier zunächst so zu widmen, als handele es sich dabei um einen Synthesizer wie jeden anderen.
    Danke, Florian Anwander.

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    dilux  AHU

    also ich mag diese „erweiterten“ klangbeispiele – vor allem, wenn sie so auf den punkt kommen wie diese hier! meinen absouten favoriten – velocity sequenz – hab ich heute bestimmt schon 20 mal gehört; schön, wie das grooved, so das die hüfte wackeln muss und der kopf wie ganz von selbst zu nicken anfängt.
    ich finde auch, dass man trotzdem den klangcharakter des minimoog sehr gut erfassen kann, zumal die drums und das fx-signal doch recht dezent gemischt wurden.
    ehrlich gesagt habe ich mich nie so recht für den minimoog interessiert, aber ich muss schon zugeben, dass er sehr voll, edel und angenehm klingt. was mich an synthesizern dieser preisklasse immer fasziniert, ist, wie hochwertig und fein schon der reine oszillatorklang tönt. das erinnert mich dann auch immer ein wenig an kraftwerk, die ja auch sehr gerne ungefilterte sounds verwendet haben.
    alles in allem ein sehr schöner testbericht über ein aussergewöhnliches instrument.

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    AMAZONA Archiv

    Jo, „Best Buy“ für so’nen dezent gepimpten und für heutige Verhältnisse schlichtweg überteuerten Steinzeitrochen ist wohl doch etwas überzogen. Für den gutbetuchten Zahnarzt, der mit seiner Hobbyschrammelprogrockrband irgendwo in der Pampa von Bad Salzdetfurth rumtourt hat das Dingen mit Sicherheit seinen (optischen und klanglichen) Reiz, wie auch für den Gearnostalgiker, der solche Klassiker wie Briefmarken sammelt.
    Jut, beim Test gab es ’nen Blick durch rosarote Brille, zeigt aber zumindest Skeptikern auf, dass man mit einigem Aufwand durchaus auch das Reissue Model für zeitgemäßere Produktionen verwenden kann. Nur – bei Preis und Aufwand ist das praktisch unsinnig. Da gibbet für weniger Knete mehr und bessere Optionen.
    Kurz: Der Test liest sich gut und griffig, die Klangbeispiele gehen ins Ohr und geben den Soundcharakter gut wieder (auch wenn die Vermeidung von FX besser gewesen wäre), die Gesamtbewertung bzw. das Fazit liest sich m.E. aufgehübscht. Kann aber diesen subjektiv leicht gefärbten Test durchaus nachvollziehen, weil allein beim Look und dem Klang eben ein enormer Mythos mitschwingt.
    Schade, dass die Company Moog 46 Jahre nach den ersten Minimoogs meint, anstatt durch Innovation, mit „Leichenfledderei“ und dem gefühlt x-ten Aufguss (nimmt man da mal den Voyager mit rein) einer Synthesizermumie Gewinn erzielen zu müssen.

  15. Profilbild
    costello  RED

    Schöner Test, die Klangbeispiele zeigen, dass der Synth mehr drauf hat, als brassy leads mit Portamento (die ich freilich sehr mag). Obwohl der Mini zu den ganz wenigen Synths gehört, die man ohne Effekte überhaupt ertragen kann, finde ich die Einbindung von Effekten und Drums gut. Andere wollen lieber den rohen Klang. Sei’s drum. Man wird es nie allen Recht machen können. Etwas geschmunzelt habe ich bei der Bemerkung, „SynthPWM sei letztlich Oszillatorvielfalt ‚für arme Leute'“. Ich glaube hier ist der liebe Florian bei seiner Begeisterung für den Minimoog etwas übers Ziel hinausgeschossen. Denn die silbrig schimmernde PWM bei meinem ARP Axxe hat eine subtile Raffinesse, über die der der Konkurrent aus Trumansburg nicht verfügt.

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    Bernd Pfeffer  

    Moin Florian,
    klasse Bericht! Bei manchen Dingen kommst Du zum gleichen Ergebnis wie ich, dennoch waren einige andere Punkte auch für mich verblüffend neu ;-) Klasse !! Meiner ist übrigens auch schon bei EMC für mich reserviert ;-)
    War ein Vergnügen Deinen Bericht zu lesen ! Liebe Grüße, Bernd Pfeffer

  17. Profilbild
    TobyB  RED

    Florian,

    sauber! Ich hätte die Demos auch mit FX aufgenommen. Wenn Wein trocken ist, geht das in Ordnung. BTW, wegen mir auch mit dem Wohlfühl Tape Delay von der MX 200 :)

    Servus

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    moogist  

    Danke für den höchst informativ geschriebenen Test. Er beweist mir einmal mehr, dass Moog es geschafft hat, eine KLANGLICH ebenbürtige Replica auf die Beine zu stellen! Wenn ich nicht schon ein (perfekt funktionierendes) Model D von 1971 hätte, würde ich mir dieses Teil sofort besorgen.

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    tomk  AHU

    Toller Test, danke Florian. Die windigen Beats oder FX bei den Klangbeispielen hätte ich jetzt nicht gebraucht. Finde es aber sehr informativ dass du dein Vorgehen genau beschreibst. Viel Spaß mit deinem neuen Instrument!

  20. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Schöner Test für ein großartiges Instrument, sehr kurzweilig zu lesen. Ich persönlich höre mir solche Soundbeispiele sehr viel lieber an, als akademische Filterfahrten. Ich denke auch, der Charakter dieses Instruments, dieser weiche, singende Moogsound kommt sehr gut rüber.
    2 Tests weiter vorne wurde eine E-Gitarre für knapp 5000 EURO getestet. Die ist noch mal einen Tausender teurer als dieses sehr viel komplexere Gerät. Qualität hat im Instrmentenbau ihre Berechtigung und ihren Preis, auch wenn sich nicht jeder das leisten kann oder will. Man muss auch anerkennen, dass Moog mit dem Sub37 ein ebenfalls schönes Instrument für sehr viel weniger Geld im Angebot hat.

  21. Profilbild
    janschneider  

    Wirklich ein schön und gut geschriebener Testbericht, gut zu lesen und auch die Klangbeispiele sind gut gemacht, ich finde es mal ganz angenehm, mal nicht nur die „rohen“ Oszillatorwellenformen zu hören, sondern kleine Miniproduktionen, die dennoch zeigen, was das Gerät so kann.
    Ich werde mir dennoch keinen kaufen, für den Preis bekomme ich mindestens zwei richtig gute Akustikgitarren :). So ist das halt mit den „Made in USA“ Produkten der großen Hersteller, siehe Gibson oder Fender, das ist alles schon etwas überteuert, preislich gibt es da sicherlich Alternativen. Aber da der Markt für solche „Premiumprodukte“ offensichtlich existiert, kann ich völlig nachvollziehen, dass die Hersteller den auch bedienen und Geld verdienen wollen. Marktwirtschaft, ne?
    Wer sich den Mini nicht leisten kann oder will, muss ja nicht gleich weinen. Es gibt doch heute ein so großes Angebot and guten und günstigen Musikinstrumenten wie noch nie!

  22. Profilbild
    Atarkid  AHU

    Ich hab lange mit mir gehadert, Pros und Kontras abgewogen, mich tausendmal gefragt ob ich nicht vielleicht total bekloppt bin, aber nun ist’s passiert… Die Würfel sind gefallen, ich werd ihn am Montag bestellen. Und auch wenn ich mich normalerweise nicht ganz so einfach beeinflussen lasse, in diesem Fall wirst du der Mittäterschaft angeklagt, Florian :)…

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      Florian Anwander  RED

      „Sehr geehrte Firma Moog, ich darf Sie darauf hinweisen, dass Sie einen neuen Kunden durch meinen Artikel… wie vereinbart bekomme ich jetzt…“ Kicher ;-)

      Nee, Scherz beiseite Du wirst es nicht bereuen. Es war für mich echt eine schwere Entscheidung (hey, ich mach Urlaub auf’m Campingplatz mit Zelt – ein Model D kostet mehr, als meine Sommerurlaube der letzten drei Jahre zusammen), aber Du wirst DIch noch in zwanzig Jahren glücklich schätzen, dass Du das damals 2016 gemacht hast

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    Gul Dukat  

    Diese Diskussionen um pure Wellenformen ohne FX/Drums etc. kann ich nicht nachvollziehen. Labortests sind so aussagekräftig wie ein KfZ-Prototyp, der hinter Glass auf der IAA zu bestaunen ist. Was macht man mit einem Minimoog ? Hoffentlich Musik ! Auf das kommt es an, wie klingt das Teil – und zwar unter Praxisbedingungen. Im Tonstudio wird eben auch bearbeitet und FX dazugemischt. Und da zeigt sich, wie sich ein Instrument einfügt, durchsetzt oder einfach einen bestimmten Charakter beisteuert. Als damals der Minimoog auf dem Markt kam, hat er nicht deswegen seine Anhängerschaft gefunden, weil der Sägezahn alleine so obertonreich klang, sondern weil er in zahlreichen Produktionen einen Sound geboten hat, der einfach WOW war. Ob man so ein Instrument heute noch kaufen will und das viele Geld ausgibt, entscheidet jeder für sich selbst. Ich darf dran erinnern, dass es EDM Musiker gibt, die alleine mit der Auswahl geschickter SW-Plugins richtig geile Tracks machen. Hardware hin o. her. Eine saubere Wellenform macht eben auch noch lange keinen Hit ! ;-)

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    Viertelnote  AHU

    mit dem „Preis“ ist das so eine Sache. Der eine kann es sich leisten, der andere nicht.
    Man muss aber auch den Leuten das „Recht“ zugestehen, für 350,00 Euro einen Synth zu kaufen, weil es nun mal die Käuferschicht gibt, die es finanziell nicht anders kann. Weil hier das Thema Umwelt viel, nun ja, Moog läßt sich den Namen schon bezahlen. Und ich finde den Preis auch zu hoch, und Florian, erschwinglich ist er auch nicht. Aber zum Sound kann man nur sagen, der hat Geschichte geschrieben und hat seine Loorbeeren sicherlich auch verdient.
    Andere Hersteller haben aber auch Ihre Innovationen.

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    AMAZONA Archiv

    Den Test zu lesen hat mir Spaß gemacht. Die Audiobeispiele finde ich stark. Aber ich muss mir echt abgewöhnen die Kommentare zu lesen.
    • Der Preis ist zu hoch? Dann kauf das Teil einfach nicht. Entweder gibt es für Dich Alternativen, oder nicht. Wenn es keine Alternative gibt – Dann sind 4K der Preis. Damit wirst Du dann leben müssen. Wo ist das Problem? Willst Du darüber jammern, dass das Teil zu teuer ist? Wozu?
    • Dich stören Demos mit Effekten oder anderen Instrumenten? Aus welchem Anspruch heraus wird hier gemeckert? Mich stören Demos im Klangtoten Raum ohne jeden Kontext. Und jetzt? Wer von uns beiden hat das Recht auf seiner Seite? Mal im Ernst, was sollen Puristen-Demos denn bringen? Am Ende muss ich über den Klang eines Gerätes am Gerät entscheiden. Ansonsten müssten wir auch über die Aufnahmekette diskutieren. So von Purist zu Purist.

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      AMAZONA Archiv

      — Und hier Teil 2 meines Kommentars —
      • Und da es sich hier um einen Praxistest handelt ist (für mich) die wichtigste Info nicht der Preis oder der Klang, sondern die Tauglichkeit als Instrument. Und das ist hier deutlich rausgekommen. Danke Florian für die deutlichen Worte die gerade dieses Thema beleuchten.
      Jeder muss selber entscheiden ob er für 4.000 Euro drei bis zehn Synthesizer bestellt, die im „Feature-F*cking“ ganz weit vorne sind, oder ob er ein einziges, robustes und musikalisches Instrument kauft, das für seine Zwecke richtig ist.
      Aber sich darüber zu beschweren, das ein Gerät nicht seinen Bedürfnissen oder Ansichten darüber entspricht wie etwas sein sollte, das ist schon schwer irritierend. Sag‘ ich jetzt mal so …

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        olduser  

        Da hast 100% Recht, gerade im Fall dieses Klassikers ist Preisjammerei eh schon sinnlos, weil ich mich freue ein funktionierendes Instrument von Moog zu bekommen, das nebenbei hervorragend justiert ist, auf dem Gebrauchtmarkt muss ich irgend einem dahergelaufenen Preistreiber das Geld in die Hand drücken für ein Gerät das er nicht einmal wirklich kennt, aber so tut als ob etc. da gebe ich persönlich das Geld lieber für einen Neuen mit 3 Jahren Garantie aus.Das hat Moog im Gegensatz zu DSi ganz hervorragend umgesetzt, DSI baut keine P5 lässt sich aber den AnSchein des P5 oben drauf bezahlen, hätten die den für 5000 € so angeboten wie Moog hätte ich sofort zugeschglagen. Danke an die Firma Moog die alles richtig gemacht hat.

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    AMAZONA Archiv

    sry.. in dieser preisklasse sind schlecht gehende bender ein nogo…
    stell dir vor du kaufst ne custom strat für das geld.. und das tremolo scheppert…

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    Marcel Halbeisen  

    Mal was anderes, nämlich zur Aussage: „Man fragt sich ja auch nicht, ob der Ur-Meter in Paris zu kurz oder zu lang ist. Er ist einfach das Maß, an dem sich alle anderen zu messen haben.“
    Doch, das macht(e) man. Und so ist eben das Urmeter in Paris seit 1960 – also 10 Jahre vor dem Minimoog – nicht mehr das Mass aller Dinge. Und genau so darf man auch einen Minimoog „hinterfragen“…

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      AMAZONA Archiv

      na dann kauf mal schön… den hersteller freuts..
      ich bleibe mit meinem se1-x glücklich.. der ist mir mini genug.. und auch noch mehr ;)

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    8 Bit Fighter  

    Alleine die Tatsache, daß der Minimmog weder PWM noch einen separaten Regler fuer Release besitzt, macht ihn fuer mich vollkommen uninteressant. MFB Dominion 1 kann alles, was der Mini kann und viel mehr und klingt mindestens so edel und fett.

    Ich hoffe, daß DSI irgendwann mal eine monophone Version von Prophet 6 mit 3 VCO’s und ohne DSP-Effekte auf den Markt bringt.

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    psv-ddv  AHU

    Super Test, vielen Dank dafür!
    Ahhhh, endlich mal praxisnahe Klangbeispiele. :-) Wenn man ein Ohr für Mischungen hat, kann man sehr gut hören wie der Mini sich gegenüber den anderen Instrumenten und Effekten verhält. Damit ist dann auch der Stil der sehr gut gemachten Demos nicht entscheidend. Dass ist alles was ich zur Beurteilung des neuen Mini brauche. Top!

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    Atomicosix  

    Das ist ein guter ehrlicher Test, vielen Dank dafür. Das man ein Instrument im Zusammenhang mit anderen Spuren (Drums usw.) testet ist doch okay, über F/X kann man sich aber streiten. – Also ich finde die fast 4000 Euro doch recht teuer. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt da nicht. Einen Arturia MaxiBrut kann man für die Hälfte des Preises bekommen und das mit wesentlich mehr Features, Midi, Sequencer und vorallem Speicherplätzen. Ohne Speicherplätze das geht gar nicht mehr, die gibt es übrigens seit über 36 Jahren. Was mich auch vom Kauf abhalten würde wäre das externe Billignetzteil. Der Original Minimoog hat ein interenes Netzteil. Der Moog Voyager war da wesentlich besser ausgestattet und das mit vielen Speicherplätzen.

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    Doc  

    Ist doch toll das die Musikindustrie ihre Oldtimer neu auflegt. So kann man stetig die in den 70ern erworbenen Synths, welche man in geistiger Umnachtung Mitte der 80er verkauft hat, neu erwerben.
    Ob ARP Odyssey, MS 20, Minimoog…..etc.

    Fuer die Roland SHs hab ich mir ne BS II gegoennt. Jetzt fehlt nur noch n Prodigy Nachfolger.

    Programmspeicher brauch ich nicht unbedingt.

    Spielen/musizieren und kurbeln ist angesagt… Audiorecoder Rec…und ab gehts.

    Wenn ich bedenke was ich nur die letzten paar Jahre für Macs, PCs und Musiksoftware ausgegeben habe….

    Ne Workstation als Zentrale..der Rest kurbelbare Hardware und n Stepsequenzer…

    Mehr ….?…. Dann sitz ich ans Klavier oder Orschel.

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    AMAZONA Archiv

    das währe doch was für behringer.. patente gibt es lange keine mehr… die snobs mal schnell mit nem deep-mini model A :P an die wand fahren… ;) ;) ;)

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      Marcel Halbeisen  

      Ja, das ist cool. Und morgen kommt ein Asiate und macht Deinen Job billiger und Du stehst auf der Strasse. Dich bezahlen können ja dann die anderen.
      Hauptsache billig….

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    AMAZONA Archiv

    Und was ist mit dem Monark? Soll er nicht genau so gut sein, der ist doch aber ziemlich billig? Warum soll ich dann soviel Geld bezahlen? Ist doch angeblich das gleiche!

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      olduser  

      Das Gleiche ist es nicht, aber man kann den Monark als Platzhalter klar einsetzen, ob das Spass macht, den meisten Zuhörern wir es egal sein, dem Synthiefreak macht es wohl keinen Spaß,meiner liegt ungenutzt auf der Platte;-)

  34. Profilbild
    olduser  

    Ich habe den Voyager, das Model 15 und jetzt das Model D. Im Grunde kann man alle drei nutzen und mit jedem glücklich werden.

    Den Monark habe ich auch mal gegengecheckt und mal ehrlich er schlägt sehr gut in die klangliche Kerbe

    Also liebe Youngsters lasst den Alten den Glauben an sich selbst und an die Hardware und seit nicht neidisch, den Voodoo der uns verkauft wird von Sammlern und Jägern gibt es nicht. Musikalisch hat das 0 Bedeutung, nehmt ruhig die billigen neuen Tools und erfindet neue Musik, Moog Model d ist für die Olduser.

    Der Rest ist Potenzgehabe, Rechthaberei, Neid, so sind wir leider alle ob alt oder jung arme kleine Menschlein.

    Das zeigen sehr viele dieser Kommentare.

    Leben und Leben lassen

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    Obie69  

    Ist denn der ursprüngliche Klang des Klassikers tatsächlich im Reissue zu 100% angekommen, wie alle Tester bei Amazona u. a. (auch international) behaupten? Ohne hier Verschwörungstheorien aufbauschen zu wollen, so glaube ich, dass es eine persönliche Meinung eines Testers gibt und eine solche, die er in einem Test kundtun sollte (zu den mutmaßlichen Beweggründen äußere ich micht nicht). Bekannt ist doch, dass es Moog nicht gelungen ist, alle originalen Komponenten herzubekommen. Von daher finde ich die Behauptung, dass das Klangergebnis identisch ist, recht kühn. Einen A/B-Vergleich hat noch niemand gewagt, doch wenn ich nur allein die Aufnahmen meines Minimoog mit den der Youtube Videos vergleiche, habe ich das Gefühl, dass der neue doch etwas sauberer klingt. Zudem habe ich das Gefühl, dass der Hype um den Reissue die Gebrauchtmarktpreise des Minimoog Klassik ziemlich unter Druck setzt. Ich habe nicht vor, meinen zu verkaufen, doch finde ich, sollten die Besitzer vielleicht lieber noch einmal abwarten, bevor sie ihr gutes Stück verscherbeln und es dann hinterher vielleicht bereuen, wenn sie den Reissue ihr eigen nennen. Ich weiß, dass das hier ketzerisch ist, nur sollte man diesen Gedanken vielleicht mal reflektieren.

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      AMAZONA Archiv

      sind halt auch nicht die gleichen alten kondensatoren… und ob jetzt die anderen transistoren im vco soo klangbestimmend sind… ich weiss es nicht..
      was möglich ist.. das dein moog vor 40jahren ganz anderst klang.. ;)

      zum gebrauchtmarkt..
      https://www.ricardo.ch/kaufen/musik-und-musikinstrumente/studioequipment/synthesizer/vintage-moog-minimoog-d/v/an867886110/
      dieser ist schon seit nem halben jahr drin… aber es findet sich wohl niemand…
      nicht bei dieser auswahl.. anderer auch guter synths..
      wenn ich so lese.. nur moog macht den sound darum teuer.. sry.. mein schnöder billigst volca bass ( hat auch 3 osc )macht zum teil schöneren sound…

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      digital-synthologie  AHU

      „Bekannt ist doch, dass es Moog nicht gelungen ist, alle originalen Komponenten herzubekommen.“

      Bezieht sich das denn auf die elektronischen Bauteile oder die mechanischen?
      Von den elektronischen Bauteilen sieht man nichts in der Schaltung, das es heute nicht zu kaufen gibt. Selbst die miesen µA741 gibts noch zu kaufen.

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    Son of MooG  AHU

    Der „zuinige Nederlander“ in mir fragt sich natürlich, ob er, wenn es schon ein Moog sein muss, nicht auch schon mit einem Sub37 gut bedient wäre. Der einmalige Klang des MM bleibt zwar auch weiterhin nur diesem vorbehalten, legt man jedoch auch Wert auf mehr Modulation, ist der neue MM trotz zusätzlichem LFO dem Sub37 klar unterlegen. Zum Glück gibt es in diesem Jahrzehnt eine reiche Auswahl; zu seiner Markteinführung war Minimoog aufgrund seiner Einzigartigkeit das Synonym für Synthesizer. Jetzt kann man wählen, ob man für einen monophonen Synth 300,- oder 3000,- € ausgeben will (oder >10000,-€ für einen Moog Modular). Sind das nicht tolle Zeiten für Synth-Freaks…?

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      AMAZONA Archiv

      ich werde leute nie verstehen.. die sich ein system 15 oder grösser von den tassen kaufen.. wenn es das selbe.. eher hochwertiger für 1/3 des preises gibt… steht halt nicht tasse drauf… voll schlimm.. lol..

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    AMAZONA Archiv

    wenn ich mir das innenleben der 100,000 euro keith emmerson systemes so anschaue..
    http://cdm.....erson5.jpg
    http://cre.....erson5.jpg
    so erinnert mich das an amerikanische röhrenverstärker.. heatkit und co… die sind auch soo mies verdrahtet..
    das mag privat ok.. sein.. aber für diesen schnäpchenpreis.. naja…

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        Tyrell  RED 3

        andreas1303 hat recht, bitte etwas zügeln. Qualität statt Quantitat wäre schön ;-)

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      AMAZONA Archiv

      sofern du mich meinst.. nein… bin halt erfahren im röhrenverstärkerbau und synthesizer-reparaturen umbauten ..
      mache das auch schon gut 20jahre… sehe das ganze halt ein bisschen anders.. gerade bei 150k preisen..

      und bin mir durchaus bewusst.. das dass nicht jeder versteht…
      feldzug gegen moog.. nee wozu auch..
      Alter, das nervt total! ist das sachlich ?
      ist es uncool..offensichtliche mängel beim namen zu nennen …
      falls es dich interessiert.. es gibt einen ein bisschen offeneren traed.. schreibe doch deine vorstellung doch dort hin… danke

  38. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Du hast die Kommentare hier dermaßen zugespammt, das lässt sich kaum noch vernünftig lesen. Führst du einen persönlichen Feldzug gegen die Firma Moog? Alter, das nervt total!

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    iltis30  

    Ich finde die Preiskritik etwas … sagen wir engstirnig. Schon eine hervorragende Querflöte kostet den Preis, ein Cello für 4000,- ist gerade mal Mittelklasse, ein Klavier Einstiegsklasse. Eine Gibson L5 kostet zwischen 5000 – 9000 Euro.
    Wenn der Moog hier wirklich auch Fair produziert ist, finde ich das einen Schritt in die richtige Richtung. Mir kommen Synthesizerspieler da wirklich sehr egoistisch vor: so viel wie möglich zu einem maximal niedrigen Preis. Welche Materialen benutzt werden, Arbeitsbedingungen – wird nicht drüber nachgedacht. Beim Gitarrenbau ist beispielsweise das verwendete Holz und der Lack ein Riesen-Thema.
    Leute: Synthesizer sind vergleichweise günstige Instrumente.
    Der Moog kostet das Geld eines guten Instruments.

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      8 Bit Fighter  

      Hallo ilitis,

      welche Synthies werden deiner Meinug nach nicht fair produziert und hast du schon die Fabriken besichtigt?
      Ein anderes Beispiel: iphones und Galaxies kosten mehrere Hunderte von Euros, haben trotzdem einen schlechten Ruf, was Produktionsbedingungen betrifft. das zeigt, daß Preis nicht das Problem ist, Außerdem günstig bedeutet nicht automatisch unfaire Bedingung.

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        iltis30  

        Natürlich weiss ich das nicht. Aber ich gehe davon aus, das das eher der Standard ist.
        Wenn man sich mit Fairer Produktion und Wirtschaft beschäftigt, kommt man eigentlich immer darauf, das Preise zu niedrig sind bei Massengütern, vor allem elektronischen.
        Wenn der Moog jetzt der erste Synthesizer ist, der ausdrücklich Fair produziert ist, ist das ein gutes Zeichen.
        Du sagts, günstig bedeutet nicht automatisch unfair. Das stimmt. Aber in der Regel.
        Trotzdem bleibt ja meine Aussage, das Synthesizer im Vergleich zu den meisten anderen Instrumenten wirklich günstig sind.

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          AMAZONA Archiv

          also bei moog und fair.. die in der fabrik machen nur den mini.. und die modularen.. der rest.. wer weiss ;) asien irgendwo… montiert wird glaubs in Asheville.. das macht es dann zu made in usa… ein legitimer vorgang.. wird bei uns auch praktiziert
          auf asien bezogen ist behringer wohl der einzige wo einigermassen bekannt ist.. wie die verhältnisse sind…
          wie das bei roland yamaha dsi und so ist… keine ahnung..
          aber auch made/teilgefertigt in china/asia

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      AMAZONA Archiv

      Da hinken die Vergleiche etwas.
      Der Querflötist und Cellist nutzen ihr Instrument ganz speziell und in einem eingeschränkten musikalischen Rahmen. Die brauchen punktuell einen Sound, eine Klangfarbe und gut ist.
      Die Gitarrenfraktion ist ’ne Schwanzvergleichklientel. Da geht es viel um Image. Die Preise von mehreren Tausend Euros lassen sich nicht wirklich rechtfertigen, außer mit Designfragen oder limitierten Auflagen etc. Besser klingen tun die auch nicht wirklich als Gitarren, die nur ein Bruchteil dessen kosten.
      Bei Synths sieht es anders aus. Ein Minimoog ist funktional ziemlich eingeschränkt. Wer in elektronischen Gefilden, Pop und Rock unterwegs ist, braucht manchmal mehr als Rechteck, Säge oder Sinus – soll heißen, er braucht auch häufig noch Synthalternativen (FM. Wavetabler, Additive, „Bastarde“ usw.). Da reicht die Anschaffung eines Minimoogs einfach nicht aus. Gilt nicht für alle und jeden, ist klar. Aber wer viel abdecken will, der braucht mehr. Und da rechnet sich so’n oller Rochen nicht wirklich. Dass das Teil Spaß macht, steht ja außer Frage…. aber ein „Best Buy“ isses anno 2016 eben nicht (wenn man das mal nicht durch die Nostalgiker- und Moogpuristenbrille betrachtet).

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        M.E. hätte Moog mit dem Reissue noch zu Lebzeiten von Bob Moog kommen müssen, so vor 12 oder 15 Jahren, als a) der Minimoog noch eher schlecht als recht in VST Versionen realisiert wurde (hat sich ja in den letzten Jahren enorm verbessert) und als b) der große Analoghype erstmal so allmählich in Schwung kam. Da waren andere schneller.

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          Florian Anwander  RED

          Warum „hätte kommen müssen“? Was ich so mitbekomme, ist das ReIssue des Model D extrem erfolgreich.
          .
          Und vor 15 Jahre wäre ein Model D böse Konkurrenz für den Voyager gewesen.

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            Bauchgefühl…. wenn die Verkaufszahlen stimmen, dann ist ja gut. Dann trügt mich mein Bauchgefühl… hab eben Fisch gegessen. Vielleicht liegt es daran. ;-)
            Aber ernsthaft… die Präsenz von „Moogemulationen“ und analogen Synths, die den Minimoog in irgendeiner Form kopierten ist doch m.E. in den letzten Jahren sehr stark gewesen. Und für viele von denen, die sich damals mit den „Imitaten“ eindeckten, stellt sich die Frage nach dem Erwerb des neuen, alten Minimoogs nicht.

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              AMAZONA Archiv

              das teil ist doch limited… auf wieviel 10,000 stück ? :D
              wenn sie wirklich den voyager auslaufen lassen.. so müsste eigentlich was neues kommen.. oder evtl. auch nichts..
              korg hat ja den ms20 kit und den ms20m auch limitiert..
              sind trotzdem noch erhältlich…

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          AMAZONA Archiv

          die originalfirma hat sich aber gegen ende auf tischhockey spiele und telefonherstellung spezialisiert…
          ich hätte gerne so ein hockey. oder ein phone mit cutoff

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        Es stimmt zwar, dass die Gitarristenfraktion eine Schwanzvergleichsklientel ist, aber das bezieht sich nicht auf den Preisunterschied zwischen einer 2000 und einer 5000 Euro Gitarre, sondern auf die Spielkünste. Ein Porsche mag ein Statussymbol sein, aber bei vielen richtig teuren und teilweise handgefertigten Gitarren, wissen nur wenige Eingeweihte den tatsächlichen Preis. Gitarristen kaufen sich teure Gitarren, weil bei einem Musikinstrument nicht Geiz sondern Qualität geil ist. Man kann Qualität spüren im Handling mit dem Instrument. Eine richtig gute Gitarre kann ein geradezu berauschendes Glücks- und Spielgefühl vermitteln. Und das gilt für Synthesizer ganz genauso. Es mag sein, dass manche Menschen diesen Sinn für Qualität eben nicht haben. Für die gibt es ja zum Glück auch Alternativen.

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          @andreas1303
          aus was erschliesst sich für dich den diese qualität… aus der preiswerten fatar-tastatur… oder aus dem ganz normalen elektronischen komponenten, verbauen andere hersteller das was schlechteres ?
          bei elektrischen gitarren ist das ganze eher suspekt.. ich hatte letztens eine 1970er herti in der hand.. das ist die erste billigst kaufhaus-gitarre.. und siehe da, der klang ist ausserordentlich gut… kannst hier nachlesen..
          https://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/die-hertiecaster-story-die-geburt-der-billig-e-gitarre.html

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          Ah, so ist das also… das erklärt, warum Jimmy Page ’ne Danelectro 59 für einige Songs verwendete, Ricky Wilson Silvertones oder Jack White bevorzugt ähnliche Gitarren aus dem „Luxussegment“ spielt.
          Interessanterweise haben viele der wegweisenden und innovativen Gitarristen durchaus Cheapos gespielt. Die gehören aber in aller Regel auch nicht zu den typischen Schwanzvergleichern. Man kann sich auch hier oder da ein Plus an Qualität dazureimen, wo nix ist. Generell ein Problem vieler Musiker, zu glauben, dass „teureres“ Equipment „bessere“ Musik macht. Da haben die Marketingabteilungen bestimmter Firmen einfach ’nen guten Job gemacht in Sachen Suggestion.

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            @Wellenstrom

            ich hätte das ohne diese zufällige erfahrung auch nicht geglaubt.. aber e-gitarren sind gerade zu prädestiniert für hokuspokus..super dargestellt im film spinal tap (turn it to eleven).. es ist nicht viel dran an klangholz.. und die elektronik fällt doch recht bescheiden aus…
            unterschiede sehe ich am ehesten in der machanik.. und die ist bei der herticaster wirklich schrott, lässt sich aber trotzdem spielen..
            der mini hat den bestbuy schon verdient… aber nur vom hersteller aus gesehen.. wir warten alle auf den herti-mini…:)
            ps: kurt cobain hat eine jaguar gspielt…eine billig gibson.. :)

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              AMAZONA Archiv

              Yep, so is dat… gäbe zig Beispiele für Gitarristen, die mit Cheapos gute Songs komponiert, aufgenommen und live gespielt haben.
              Eigenständiger Sound und gute Handhabung einer Gitarre sind nicht unbedingt ’ne Preisfrage. Aber wie gesagt, das waren/sind auch nicht die Gitarristen, die so’nen Bohei um die Gitarre gemacht haben und sich den Arsch damit haben vergolden lassen (Signature Gedöns, Spezialeditionen und so)

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                  AMAZONA Archiv

                  Jo, Fetisch eben…..wer’s braucht, der soll sich damit eindecken.Im Prinzip ist ja auch gar nix dagegen zu sagen, wenn es inspiriert und den kreativen Ouput z.B. fördert. Dann hat es ja seinen Wert. Ansonsten empfehle ich eher das Sammeln von Briefmarken, Ü-Eiern und so….

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        Die ganze Mini-Moog-Preisdiskussion zeigt auch, dass manche Leute das Prinzip der Marktwirtschaft noch nicht verstanden haben. Preise müssen sich nicht durch Material- und Herstellungskosten rechtfertigen. Das war eher ein Prinzip der Planwirtschaft, die 1989 in D zum Glück abgeschafft wurde.

  40. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    „Und vor 15 Jahre wäre ein Model D böse Konkurrenz für den Voyager gewesen.“

    Aber hat Moog nicht selbst ’nen abgespeckten, unmidifizierten Voyager kurz danach auf den Markt geschmissen?
    Da wäre doch gleich das Reissue Model ’ne denkbare Alternative gewesen, oder?

    Na, egal … wäre ja schön, wenn Moog erfolgreich im Markt bliebe. Aber irgendwie sollte man sich auch bei Moog auf Gegenwart und Zukunft einstellen und danach orientieren. Irgendwann ist auch dieser Analoghype wieder vorbei.

  41. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    so, nun hat es sich ausgeschwungen…
    :) :) :) :) .) :)

  42. Profilbild
    Saxifraga  

    Hab das „Reissue“ bei Justmusic und Superbooth ausprobiert und bin maßlos enttäuscht. Das Ding bietet bei dem Preis viel zu wenig.
    Hab dann zum Glück mal euren Andromeda A6 im Gang gefunden, der in einem gemodeten Gehäuse, und war hellauf begeistert. Der kam im Klang voll an den Schmidt ran! Sollte ich mal 3..4000€ übrig haben, dann kaufe ich mir einen Andromeda A6 und keinen Moog.

  43. Profilbild
    llIIl

    Hallo Florian,

    ich habe so einen schlimmen Ohrwurm von Audiobeispiel 4, irgendwie so eine Synth-Porn-Ohr-Sache, kennt man ja. ;)
    Kann man sich das irgendwo runterladen? Oder hast Du vielleicht den Moog mit genau dieser Sequenz und ähnlichen Klangeinstellungen (0:00 – 0:45) in einer verfügbaren Produktion verwendet?

    Grüße aus Frankfurt.

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      Florian Anwander  RED

      Hallo Linus,

      Es freut mich, dass Dir das Sniplet gefällt.

      Die Tracks gibts auch bei Soundcloud: https://soundcloud.com/fanwander
      dort kannst sie herunterladen.

      Und ja, tatsächlich gibt es exakt diese Sequenz (allerdings mit Formant, statt Moog) in einer Veröffentlichung. Ich fürchte nur, Du wirst Dir schwer tun sie zu finden: Die habe ich 1982 im Stück „They’ve got no power“ der Band „Neutral Design“ gespielt, und das Stück wurde auf Cassette veröffentlicht. Vielleicht fährt noch irgendwo auf der Welt ein verschrabbelter Golf-II rum, in dem die Cassette unter den Sitz gerutscht ist und dort friedlich in einem Biotop aus Rider Verpackungen (als es noch nicht Twix hieß) und E.T.-Filmeintrittskarten der Wiederentdeckung harrt. :-)))
      Egal, diese Sequenz begleitet mich seitdem und ich verwende sie immerwieder in der einen oder anderen Abwandlung. Zum Beispiel bei den Klangbeispielen meines Buches taucht auch eine Variante auf:
      http://syn.....nthesizer/ Beispiel 14 bis 16.

      Gruß
      Florian

      • Profilbild
        llIIl

        Hallo Florian,

        vielen Dank für deine sehr nette Antwort. :)
        Ich habe mir die Freiheit genommen, die Sequenz in meinen Sequencer zu hacken und abzuspeichern. Jetzt lasse ich sie beim Klang-Schrauben hin und wieder laufen und freue mich des Lebens. Grad gestern spielte so ein oller Yamaha-FM-Chip deine Sequenz und es klang super!

        Grüße,
        Linus

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