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DOC ANALOG: Octave Cat SRM & Doepfer Dark Link

12. Juli 2014

Octave Cat in Vintage-Klinik

Doc_sci_fi_1500PX Wir hatten ja gehofft, dass der Start der Serie DOC ANALOG bei unseren Lesern gut ankommt, aber das Quoten-Resultat hat dann doch alle Erwartungen bei weitem übertroffen. Dafür erst mal ein dickes DANKE an alle Leser, Kommentatoren und Fans, die uns weitere Tipps, Tricks und Vorschläge geschickt haben. In der heutigen Ausgabe nimmt sich der DOC einen höchst seltenen Octave Cat vor. Der Octave Cat war einst als Antwort auf den ARP Odyssey gedacht, klingt aber trotz des ähnlichen ARP-Aufbaus sehr viel stärker nach Minimoog, wie uns Autor Mic Irmer in diesem AMAZONA.de-Blue Box Report attestierte: OCTAVE CAT STORY.

Doepfer Dark Link Na dann legen wir mal los:

MISSION: OCTAVE CAT SRM

  • Target: Octave Cat SRM
  • Age: 38 Jahre
  • Damage Analysis: – Kratzende Fader und Potis – Einige Tasten ohne Triggerkontakt – abgenutzte Gummis bei den Tasten
  • Bonus: Modifizierung durch Doepfer Dark Link
  • Time for Mission: 3 Stunden
  • Material: Kleinteile
  • Budget: 162,- € (Arbeitszeit, Gummis und sonstige Kleinteile)
  • Doepfer Dark Link: 119,- €

CAT,1

Als wir den Octave Cat vor kurzem gebraucht erwarben (für ca. 1.500 €), kratzten einige Fader, vereinzelte Tasten klapperten und standen deutlich höher als die restliche Tastatur und einige davon triggerten überhaupt nicht mehr. Man darf aber auch nicht vergessen, dass das kränkelnde Haustier auch schon 38 Jahre auf dem Buckel hat – und für dieses hohe Synthesizer-Alter ist dieses Kätzchen optisch in einwandfreiem Zustand. Eine Überholung der technischen Mängel war also dringend angeraten. Bei der Gelegenheit beschlossen wir, dem Octave Cat auch gleich ein internes MIDI-Interface zu verpassen, um ihn auch im modernen Studio-Alltag wieder aktiv einsetzen zu können. Nur leider konnten wir am ganzen Markt keinen Interface Anbieter finden, der den Octave Cat unterstützte. Hilfe kam schließlich durch Dieter Doepfer, der uns mit seinem DARK LINK supportete, einem externen MIDI-to-CV/GATE Interface, welches DOC ANALOG dann den Bedürfnissen des OCTAVE CAT anpasste.

LOG FILE

Schritt 1: ( Bild 2 )

CAT angeschlossen: Fehlerbestandsaufnahme Einige Tasten klappern sehr laut, keine Dämpfung. Taste D Mechanik defekt, Potis kratzen zum Teil, Fader kratzen oder reagieren schlecht. Obere Oktave der Tastatur reagiert nicht.

Bild 2

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Schritt 2: (Bild 3 ) Bodenplatte abgeschraubt. Tastatur ausgebaut

Bild 3

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Schritt 3: (Bild 4,5,6,7) Fader- und Potikappen entfernt und beide Platinen ausgebaut.

Bild 4

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Bild 5

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Bild 6

Bild 6

Bild 7

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Schritt 4: (Bild 8) Alle Steckkontakte mit Glasfaserstift gereinigt und Korrosion entfernt

Bild 8

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Schritt 5: (Bild 9,10) Einzelne ICs entnommen und Pins ebenfalls mit Glasfaserstift von Korrosion entfernt.

Bild 9

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Bild 10

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Schritt 6: (Bild 11) Alle Potentiometer mit Fader8 Cleaner ausgewaschen und gereinigt.

Bild 11

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Schritt 7: (Bild 12,13 ) Sämtliche Fader mit Druckluft ausgeblasen und mit Fader8 Cleaner gereinigt.

Bild 12

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Bild 13

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Schritt 8: (Bild 14) Alle Schalter mit Fader8 Clean ausgewaschen und instandgesetzt

Bild 14

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Schritt 9: ( Bild 15,16) An den defekten Tasten (Keyboard Unterseite) die alten Gummireste entfernt und neue Gummis eingesetzt. Die neuen Gummis habe ich aus einer Tastatur eines ausgeschlachteten M-Audio Oxygen  entnommen.

Bild 15

Bild 15

 Bild 16

Bild 16

Schritt 10: (Bild 17) Kurzschluss in der Tastaturmechanik (Feder) behoben. Die Taste D, obere Oktave hatte einen Dauerschluss. Somit sprach die obere Oktave nicht mehr an. Federn nachjustiert und somit Dauerfunktion behoben.

Bild 17

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Schritt 11: Bild (18,19,20) DOEPFER DARK LINK CV/Gate Interface angeschlossen. Benötigtes Kabel: Stereo-Klinke 6,3 mm auf 2x Mono-Klinke 3,5 mm. Anschlusskonfiguration: Tip = CV und Ring = Gate. Der „from Master“ Anschluss am CAT ist der CV/Gate. Da die CAT mit einer Gate-Spannung von 7,5 V arbeitet, muss im Doepfer Interface der entsprechende Jumper von 5 V auf 10 V gesteckt werden. Dies ist in er Doepfer Anleitung ausführlich beschrieben.  

Bild 18

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Bild 19

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Bild 20

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Fazit

Auch hier sieht man wieder, eine fachmännische Generalüberholung lohnt sich allemal und muss nicht teuer sein. Sobald der OCTAVE CAT wieder in der Redaktion eintrifft, werden wir einige Soundbeispiele im MIDI-Verbund kreieren und nachliefern.

Plus

  • Unser Dank gilt diesmal:
  • Thomas Siedler (Doc Analog)
  • Dieter Doepfer

Preis

  • Ein gut erhaltener Octave Cat liegt derzeit bei ca. 1.500 €. Wir vermuten aber schwer, dass sich auch der Octave Cat schon bald in höheren Regionen befinden wird.
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    super Bericht! Danke. :)
    Habe gestern das berühmte Brummen mit nur wenigen Handgriffen an meinem Pro-One beseitigt. Da ärgert man sich Jahre damit rum und dann sowas.

  2. Profilbild
    bugler  

    Wieder einmal super spannend geschrieben und sehr lehrreich. Vielen herzlichen Dank dafür. werde die Tage ein paar der Kniffe an einem Maladen Roland R8 ausprobieren, bei dem ausgerechnet der Menü-Taster, den man für fast alles braucht, ohne Funktion ist.

    Frage an die Redaktion: Viele digitale Synths oder Hybride sind ja auch nicht mehr die Jüngsten. Könnte man solche auch in dieser Rubrik/Serie behandeln oder muss dann ein Doc Digital ran?

  3. Profilbild
    sähkö

    Statt des Glasfaserstifts lässt sich (IMHO besser) NEVR DULL zum reinigen angelaufener/korrodierter Pins und Kontakte einsetzen. Für hartnäckige Stellen ist der Glasfaserstift besser geeignet.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo sähkö,

      Nevr Dull ist jetzt nun nicht unbedingt für elektrische Kontakte geeignet, der Glasfaserstift ist meist die bessere Wahl, da ich hiermit gezielt hochohmigen Dreck zu Leibe rücke, bei Pasten und Wunderwässerchen geht gerne mal daneben und das kann dann bösen Rauch verursachen.

      Grüße ToB

      • Profilbild
        DaPaul

        Wie hantiert man am besten mit dem Glasfaserstift? Bei mir landeten beim ersten Versuch feine abgebrochene Fasern auf der PCB, die später dann den Weg in die Finger gefunden haben ;-) Dabei habe ich versucht alles vorher mit kleinen Staubsaugeraufsätzen zu entfernen.

        • Profilbild
          TobyB  RED

          Hallo DaPaul,

          mit dem Finger mal nicht ;-)

          Ich nehme ein feuchtes Microfasertuch mit Isopropanol und wische das weg. Wenn das PCB nicht bestückt ist, könnte mann das mit einer Ultraschall Waschschüssel reinigen, ist nur nicht eben Haushaltsüblich.

          ToB

  4. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Super Bericht! Auch von mir, ein ganz besonderes „Dankeschön“.

  5. Profilbild
    Ashatur  AHU

    Mal wieder ein schöner Bericht :-) Ich wünschte ich hätte zwei Händchen für Elektronik :-D Ich hätte auch einen kleinen Patienten und zwar eine etwas ältere Mb 33 wo mir der Reso Poti kaputt ging.. Ein Bekannter meinte dies wäre kein Problem.. Jedenfalls besitzt sie jetzt einen “ Gerasterten“ Poti und der Cutoff moduliert sich jetzt von selbst ^^ Vile würden jetzt sagen kauf dir eine neue wurden ja wieder neu gebaut aber ich bin in solchen Sachen etwas Sentimental :-D

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