Blue Box: KORG KEIO miniKORG-700 und 700S Synthesizer

28. April 2018

Korgs erster Synthesizer

Vorwort der Redaktion

Anlässlich unseres heutigen Artikels DIE BESTEN KORG SYNTHESIZER ALLER ZEITEN wird es Zeit, KORGs ersten Synthesizer einmal ausführlich vorzustellen. Immerhin begründete er den Aufstieg einer japanischen Garagenfirma zum Weltkonzern.

Viel Spaß, Euer Tyrell

KORGs ersten Synthesizer

Korgs erster Synthesizer der Keio miniKORG-700

Der monophone miniKORG-700 von 1973 war der erste Synthesizer von Korg überhaupt und gehört zusammen mit dem Roland SH-1000 zu den ersten Synthesizern Japans. Zu dieser Zeit nannte sich der japanische Orgelbauer noch KEIO und KORG war nur die Spartenbezeichnung für Orgeln aus dem eigenen Haus.

Die Geschichte des miniKORG-700 beginnt Anfang der 70er Jahre. Korg hatte zu dieser Zeit bereits elektronische Rhythmusgeräte und auch Orgeln mit speziellen Filterfunktionen entwickelt, erkannte jedoch auch das Potential des gerade entstehenden Synthesizer-Marktes – eine große Chance für ein junges Unternehmen, sich zu etablieren. Der neue miniKORG-700 sollte handlich und preiswert sein, wem die amerikanischen Modelle zu teuer waren, konnte hier zuschlagen.

KORGs ersten Synthesizer

Äußerlichkeiten des miniKORG-700

Das Gehäuse des miniKORG-700 ist robust und besteht aus Metall in Kombination mit Holz. Das Holz ist genauer gesagt Schichtholz mit Echtholzfurnier an der Oberfläche. Ungewöhnlicherweise befinden sich die Bedienelemente nicht über oder neben der Tastatur, sondern darunter. Der Gedanke dahinter ist einfach: Anfang 70er Jahre sahen viele Musiker in einem Synthesizer ein hippes „Add-On“ für die Orgel, das man glückselig als drittes Manual auf seine Farfisa stellte.

Die Tastatur umfasst 3 Oktaven und ähnelt sehr einer MS-20 Tastatur, nur nicht ganz so klapprig, besitzt aber dafür eine relativ schwache Federung. Im Gegenzug haben aber die Schieberegler und Drehschalter alle Metallachsen und machen einen sehr stabilen Eindruck.

Das Netzkabel lässt sich auf der Rückseite hinter einem Türchen verstauen – ein praktisches, musikerfreundliches Feature, das an vielen Korg Geräten dieser Zeit anzutreffen ist.

Ein mitgelieferter Notenständer aus verchromtem Metall lässt sich in die Metallplatte über der Tastatur einstecken. Spielhilfen in heutiger Form gibt es keine, dafür laden die Schieberegler des Filter-Paares zum Variieren während des Spiels ein – dank deren praktischen Position links unterhalb von der Tastatur.

KORGs ersten Synthesizer

Rückseite des miniKORG-700

Die Rückseite des miniKORG-700 bietet nicht viele Anschlüsse, es gibt nur einen LOW und HIGH Ausgang.

Aufbau

Als Synthesizer der ersten Stunde ist der miniKORG-700 etwas unkonventionell aufgebaut. Die Namen, Anordnung und Funktionsweise der Bedienelemente sind anders gestaltet als etwa bei Moog oder ARP, die hauptsächlich den heutigen Standard geprägt haben. Dass der Sound auch ziemlich „anders“ ist, versteht sich beinahe von selbst – doch dazu später mehr.

Travelling high and low …

Ganz links befindet sich der Volume-Regler. Gleich daneben das TRAVELER-Filter, eine Kombination aus spannungsgesteuertem 12 dB Highpass- und 12 dB Lowpass-Filter. Diese Filterkombination ergibt interessante Sounds, die eben nicht zum Repertoire der Zeitgenossen Minimoog und ARP Odyssey gehören.

KORGs ersten Synthesizer

Traveler Filter und die Mini-Hüllkurve

Die zwei Traveler-Schieberegler befinden sich untereinander und haben eine mechanische Sperre, so dass sie nicht aneinander vorbeigeschoben  werden können. Sinn dieser Einrichtung war sicherlich, dem Live-Musiker unfreiwillige stille Momente zu ersparen, wenn Sounds versehentlich völlig weggefiltert werden. Diese Sperre sorgt dafür, dass garantiert ein Frequenzband durchgelassen wird, wie auch immer die Regler stehen – auf der anderen Seite  verschenkt diese Sperre etwas Flexibilität. Am einfachsten kann man dieser Begrenzung entgehen, indem man als „Fortgeschrittener“ die untere Kappe einfach „falsch herum“ aufsteckt.

Einen Regler für Filterresonanz sucht man vergeblich, als Ersatz dafür gibt es den Kippschalter BRIGHT, mit dem man die Resonanz (an oder aus) anheben kann. Der Kippschalter EXPAND (ein oder aus) lässt eine Steuerung der Filter durch die Hüllkurve zu. Hierbei werden HP und LP gleichzeitig gesteuert, was auch zu dem typischen miniKORG-700 Sound führt. Eine Dosierung der Intensität ist nicht vorgesehen – also entweder steuert die Hüllkurve beide Filter um einen festen Betrag oder eben gar nicht. Hier gibt es also Einschränkungen, dafür  kommen aber Synthesizer-Newbies schneller mit dem Instrument klar und super klingen tut es trotzdem.

KORGs ersten Synthesizer

Oszillator-Sektion

VCO, Envelope, VCA, LFO

Der miniKORG-700 verfügt über einen VCO. Zunächst  gibt es den SCALE Wahlschalter für die Wahl der Fußlagen. Einstellbar sind 2’ bis 16’. Der MODE Wahlschalter ist für die Schwingungsformen zuständig. Es gibt Dreieck, Rechteck, Sägezahn und Pulsbreitenmodulation mit zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten – hier als CHORUS I und CHORUS II bezeichnet. Der Dreieck klingt hier obertonreicher und etwas anders als üblich. Wer Kitaro kennt, wird den Sound sicher schon mal gehört haben.

Eine stufenlos regelbare Portamento-Funktion gibt es ebenfalls. Der miniKORG-700 besitzt einen Mini-Hüllkurvengenerator mit Reglern ATTACK und PERCUSSION (im normalen Sprachgebrauch DECAY). Mit dem Kippschalter RELEASE kann man den Sound ausklingen lassen. Mit dem schon erwähnten Kippschalter EXPAND lässt sich diese Hüllkurve auch auf die Filter schalten. Manchmal wünscht man sich eine genauere Einstellung der Hüllkurve, vor allem in der RELEASE Phase, aber so ist es nun mal, wenn nur eine Mini-Hüllkurve zur Verfügung steht. Den Namen miniKORG-700 kann man deshalb also schon mal wörtlich nehmen.

KORGs ersten Synthesizer

Mit dem REPEAT Schalter lässt sich die Hüllkurve wiederholt auslösen, solange man mit den Fingern auf der Tastatur bleibt. Die Wiederholungsfrequenz, die vom LFO zum Glück unabhängig ist, lässt sich per Schieberegler einstellen. Das ist ein tolles Feature, das macht Sequencer-artige Läufe zum Kinderspiel. Der BENDER Kippschalter ermöglicht ein Pitchbending, so dass der Ton ca. eine Halbnote tiefer einsetzt und allmählich auf die Solltonhöhe gleitet.

Der LFO ist ausschließlich für VIBRATO vorgesehen und wurde auf diesen Zweck optimiert bzw. eingegrenzt. Anders ausgedrückt: Es gibt nur Sinus und extreme Einstellungen etwa für FX-Sounds bleiben außen vor. Als Alternative zum normalem Vibrato steht auch DELAY VIBRATO zur Auswahl – das Vibrato wird also um einen festen Betrag verzögert ausgegeben.

KORGs ersten Synthesizer

Und gutaussehend ist er auch

Der Nachfolger Keio miniKORG-700S

Bestärkt durch den großen Erfolg des miniKORG-700 hat sich KORG ein Jahr später entschlossen, mit dem Modell miniKORG-700S eine erweiterte bzw. „professionelle“ Version auf den Markt zu bringen. Die neuen, zusätzlichen Möglichkeiten sind nicht bloß eine kleine Zugabe, sondern erweitern die Möglichkeiten des Instruments enorm.

KORGs ersten Synthesizer

miniKORG-700S

Die schöne Holzblende links von der Tastatur des miniKORG-700 musste dieser Erweiterung weichen. Fast schade, denn die Holzblende war wirklich ein Blickfang. Dafür wird man aber königlich entschädigt, hier gibt es allerhand: einen zweiten Oszillator, verschiedene Modulationsmodi, Rauschgenerator und eine Hüllkurven-Erweiterung. Außerdem gibt es die Möglichkeit, den miniKORG-700S per Schalter blitzartig in einen normalen miniKORG-700 zurück zu verwandeln (leider ohne die schöne Holzblende). Doch alles schön der Reihe nach.

Der zweite Oszillator war ohne Frage der wichtigste Kandidat auf der Wunschliste der miniKORG-700 User. Seine Frequenz lässt sich mit dem COARSE Regler in Bereich von ca. 3 Oktaven einstellen. Spätere 700S Versionen bieten zusätzlich einen sehr nützlichen FINE TUNE Regler. Auf einen Fußlagenwahlschalter wie bei VCO 1 hat man aus Platzgründen verzichtet. Die Schwingungsform ist bei diesem Oszillator auf Sägezahn festgelegt. Der BALANCE Regler erlaubt die stufenlose Balance zwischen den zwei VCOs, bzw. zwischen dem VCO 1 und den modulierten Signalen. Die VCOs klingen sehr eigen – zweimal Sägezahn leicht gegeneinander verstimmt klingt manchmal wie eine Pulsschwingung.

KORGs ersten Synthesizer

Der MODE Regler erlaubt die Auswahl verschiedener Verknüpfungen bzw. Kombinationen der VCOs untereinander:

  • DUET – normaler Modus mit 2 VCOs parallel
  • MODULATOR 1 – Ringmodulation
  • MODULATOR 2 – Ringmodulation in anderen Tonlagen
  • MODULATOR 3 – Ringmodulation, VCO2 von der Tastatur-Steuerung abgekoppelt
  • NOISE 1 – mit VCO 2 als SCALE NOISE
  • NOISE 2 – mit VCO 2 als WHITE NOISE
KORGs ersten Synthesizer

Herz des miniKORG-700S

Egal welche Einstellung man auch wählt, wenn man den BALANCE Regler herunterzieht, hat man den Sound eines ursprünglichen miniKORG-700 mit einem VCO. Je weiter man den Regler aufdreht, desto mehr ist der zusätzliche Effekt zu hören. Mit dem Schalter EFFECT kann man auch blitzschnell zwischen zwei Zuständen des BALANCE Reglers wechseln (aus- oder eingestellter Wert).

Scale Noise ist ein nettes Zuckerl, das kennt man von anderen frühen Korg Synthesizern, wie dem Korg 770 oder 900PS. Das ist eine Art „geisterhaftes“ Rauschen, das melodisch spielbar ist. Die Modulationsverknüpfungen sind herrlich, es lässt sich hier so einiges anstellen, wenn man mit verschiedenen VCO-Schwingungsformen, Tunings oder BALANCE-Einstellungen spielt. Allerlei Elektronisches, Schräges, Experimentelles, Metallisches und vielleicht auch einiges mehr.

Darüber hinaus gibt es 3 Wahlschalter (je nach Baureihe weiß oder schwarz):

  • EFFECT – schaltet den Panel links samt VCO etc. aus oder an
  • LONG RELEASE – die Hüllkurve wird verlängert / gestretcht
  • TRAVELER MODULATION – Modulation der Filter durch den LFO

KORGs ersten Synthesizer

Wie man sieht, bietet der erweiterte Keio miniKORG-700S eine ganze Menge mehr. 2 VCOs erlauben natürlich weit mehr Variationen und fettere Sounds. Mit seinen Ringmodulation-Modi kann er nicht nur bösere Sounds, sondern auch metallische Timbres problemlos produzieren.

YouTube Empfehlung zum Keio miniKORG-700 und 700S

Fazit

Der Keio miniKORG-700 und sein Nachfolger miniKORG-700S sind insgesamt interessante und musikalisch brauchbare Synthesizer. Die Anordnung der Bedienelemente und deren Funktionsweise sind, wie auch der Sound, recht exotisch. Er hat einen sehr speziellen Sound, der für die erste Generation von Korg Synthies typisch ist – wer einen Korg 770 oder 800 DV kennt, kann sich schon mal ein gutes Bild vom Grundsound machen.

Verglichen mit der Korg MS-Serie ist der Grundsound feiner und hochwertiger, kommt der MS-Serie aber trotzdem näher als Zeitgenossen von Moog, ARP oder Roland. Man sollte nicht den Fehler machen, den Korg für Moog-ähnliche Klänge einsetzen zu wollen – diese Durchschlagskraft hat der miniKORG-700 nicht. Die braucht er auch nicht zwingend, um interessant zu klingen. Der Grundsound der Synthesizer der ersten Korg Generation ist eben geprägt von einer ganz eigenen elektronischen Ästhetik, die musikalisch in bestimmten Kontext sehr gut passt und sehr brauchbar sein kann.

Mir persönlich gefällt der knurrige Grundsound des miniKORG-700 sehr gut – er bietet viele unterschiedliche, brauchbare elektronische Klänge bei einfacher Bedienung. Das wussten auch Künstler wie Kitaro und viele britische Acts wie Human League zu schätzen, die den miniKORG-700 gerne einsetzten. Auch Vangelis hat ihn auf vielen Alben eingesetzt – der miniKORG-700 war sozusagen seine Einstiegsdroge in die Synthesizer-Welt.

Die Stimmstabilität ist vorbildlich und die Tastatur praktisch wartungsfrei – selbst nach vielen Jahren macht das Gerät wenig Zicken. Wer den miniKORG-700 extern ansteuern will, wird mit dem  Korg-Standard Hz/Volt konfrontiert. Allerdings war ein CV/Gate-Anschluss zu jener Zeit noch nicht üblich, diesen kann man jedoch nachrüsten – auch passende MIDI-Interfaces gibt es.

Natürlich ist das Modell miniKORG-700S vorzuziehen, es ist eindeutig das flexiblere Gerät. Ich muss aber zugeben, dass ich bestimmte miniKORG-700 Sounds nicht auf dem miniKORG-700S reproduzieren konnte – das mag entweder an den Bauteil-Toleranzen liegen oder der Grundsound beider Modelle ist tatsächlich etwas unterschiedlich (wobei die Unterschiede in erster Linie die Filter betreffen).

Der miniKORG-700 macht Spaß, er ist in jeder Hinsicht unkonventionell. Er schafft es immer wieder, mit schrägen und interessanten Sounds zu überraschen. Obwohl heute recht selten, taucht immer wieder mal ein Exemplar bei eBay auf – für einen miniKORG-700 zahlt man je nach Zustand ca. 400 – 500 Euro, auf einen miniKORG-700S muss man meistens länger warten, der dann mit ca. 600 – 700 Euro zu Buche schlägt.

Plus

  • interessanter, eigenständiger Analogsound
  • zuverlässig und pflegeleicht
  • gute, stabile Verarbeitung
  • kompakte Maße

Minus

  • keine CV/Gate-Anschlüsse
  • Ausklingverhalten der Hüllkurve nicht genau kontrollierbar
Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Sehr schön. Wurde Zeit, dass der miniKORG mal in so einem Bericht gewürdigt wird. Die Soundbeispiele treffen auch gut die verschiedenen Facetten. Optisch irgendwie ein Unikum, klanglich oft unterschätzt. Der war in den 70ern übrigens ein kommerzieller Erfolg für Korg, die haben viele Tausende davon verkauft, vor allem in USA und Japan.

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    AMAZONA Archiv

    „Das wussten auch Künstler wie Kitaro und viele britische Acts wie Human League zu schätzen, die den miniKORG-700 gerne einsetzten.“

    Nicht nur gerne einsetzten. Der Minikorg 700 ist neben dem Roland System 100 fundamental für deren Grundsound der frühen Jahre.
    Übrigens ist das auch der Synthesizer, der „schuld“ daran ist, dass Martyn Ware niemals ’nen Führerschein gemacht hat.
    https://www.youtube.com/watch?v=4aZjol1tPjA

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      TobyB  RED

      Ob man ihn nun mag oder nicht Marko, ist ja nicht das Ding und nicht die Frage. Diese Kiste war schon ein Meilenstein, hat sie in GB viele unserer Helden der Jugend zum Synthpop / New Romantics gebracht. Die Metaller haben Rauch auf dem Wasser und wir haben halt die Stimme Buddhas und Doncamatic ;-)

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        AMAZONA Archiv

        So isses… es war ja oft der Dreck, der in diesen Kisten lag plus suboptimaler Produktion (Being Boiled/Circus of Death in der Urversion von ’78 (Fast Records) sogar nur in mono), der genau den Impuls beim (damaligen) Hörer setzte, selbst Musik zu machen. Nix überproduziert Filigranes mit 16plus Spuren und schwelgerischem Arpeggiogeperle rauf und runter 8 Minuten lang und Singsang über Elfen und Gnome, feingliedrig intoniert. Nee, direkt in die Fresse. Schmutzig, ehrlich – elektronischer Punk. Politisch, kritisch – eben nur mit mehr künstlerischem Inhalt oder dadaistischen Untertönen.

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    Carsten29

    Es gibt sogar eine deutsche bekannte Band, die den 700s auch nach 35 Jahren immernoch live auf der Bühne einsetzt. Und das sicherlich nicht ohne Grund.

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      vco5

      Du meinst bestimmt die berühmte Band „Puhdys“?
      Und das ist, glaube ich, nur ein 700. Aber das reicht für die. Bestimmt damals von der Oma aus dem Westen geschenkt bekommen……wie die schöne Fender Gitarre beim ersten Fernsehauftritt…..

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      AMAZONA Archiv

      sehr schöner artikel, scaled noise ist übrigens
      die keyboard control-spannung auf die cutoff-
      frequenz der filter gerutet.

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    zween

    Ich finde das Soundbeispiel Sequence 1 sehr faszinierend!
    Wie wurde das erstellt? Mit einer mdi cv erweiterung etc. und einem analogen sequencer dazu oder nur mit dem 700s selbst und seinen internen Möglichkeiten?

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      swissdoc  RED

      Das ist offenbar mit der Repeat Funktion gemacht. Ein LFO triggert die Hüllkurve und mit passendem Spiel wird eine „Sequenz“ daraus. Siehe auch die beiden Videos.

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    8-VOICE  AHU

    Bin überrascht was da alles rauskommt, hätte ich von diesem Synth nicht erwartet, mir gefällt der Sound. Das erste Beispiel erinnert an Kraftwerk…..

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    costello  RED

    Dazu noch einen Roland SH-1000 und einen Yamaha SY-1 – und schon hat man das „frühe Japan“ schön abgedeckt. In jedem Fall eine lohnende Ergänzung zu Moog, ARP & Oberheim.

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      TobyB  RED

      Freund aus UK meint zu dieser Kiste, „The sound of a post-apocalyptic 1970’s Britain. It conjures up images of radioactive winds blowing through empty, desolate streets and the charred remains of Brutalist architecture!“ Ich denke mal ohne diese Kisten gebe es weder den Sound von Sheffield, Manchester. Was wäre das Popleben ohne „Listen to the Voice of Buddha“ und Martyn Ware haut auf dem 700 das Bassriff raus :-)

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        AMAZONA Archiv

        Yep, so isses! Wobei der Sheffielder Synthesizer Sound in der Regel zu der Zeit noch ’nen Tacken cranker (experimenteller) war als der Manchester Sound (näher am Punk und klassisch bandorientierter). Hab‘ hier gerade z.B. die Vorläuferband von ABC am Start „Vice Versa“ und bin begeistert von der „Music 4“ EP dieser Band, die es übrigens wieder gibt. In der EP dieser Band von ’79 haste in der Essenz den Sound der ganzen Sheffielder Klassiker drin wie Cabaret Voltaire, Clock DVA, oder den frühen Human League.
        https://www.discogs.com/Vice-Versa-Music-4/release/391552
        Mein Sonntagsreinhörtipp für heute. Amen!

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          TobyB  RED

          Exakt, wobei als ich mich dann in dein 90ern in GB rumtrieb, war der Sound aus Manchester Party, Ballermann aka Rave. Während der Sheffield Sound immer seinen „cranken“ Style behielt. Ich pick mal den Autor des Zitates von oben raus „The Black Dog“ https://youtu.be/IgxrrZp7fok
          Der macht seit 1989 einfach mal sein Ding, guter Sonntagschiller :-)

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            AMAZONA Archiv

            „als ich mich dann in den 90ern in GB rumtrieb, war der Sound aus Manchester Party, Ballermann aka Rave“

            Yep…. 24 Hours Party People… Manchester (Madchester) = Tony Wilson, Factory Label, Hacienda… da ging es mal so richtig los. Gute ideen, sehr idealistisch gedacht damals, ging dann leider in die Hose wegen der Drogendealerei und der bewaffneten Gangs, Probleme mit dem Label und den Kosten der Produktion für die Happy Mondays usw.
            Sehr interessante Geschichte, über die man ganze Bücher schreiben kann. Beschäftige mich gerade mal wieder intensivst damit.
            https://www.youtube.com/watch?v=YNn51e11_dQ

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              TobyB  RED

              Hallo,

              guckst du mal auf der Youtube Uni nach Music for Misfits :-) Ich hab die DVD davon. Neben Synth Britannia hat das einen guten Focus auf die Umstände und warum in den ersten Pop Produktionen diese Synths verwendet wurden.

              Der BR hat mit Now und Then 80er Synth Music auch mal eine Doku gemacht. Die verliert aber immer wieder den Fokus und wirkt eher wie ein Magazin.

              Und hier noch mal Martyn Ware am 700. Er spielt Voice of Buddha ;-)

              https://youtu.be/4aZjol1tPjA

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    MarcMooga

    Großartiger Bericht und vorallem Gerät! Bei ‚Rex the Dog‘ kann man schön hören was das Ding so kann!

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    Elegtrosmok

    Danke für diesen brandaktuellen und dem kleinen Korg absolut gerecht werdenden Bericht. Er ist ein echter kleiner Individualist. Sicher aber mit einer der besten Korgs, gemessen an den damaligen Möglichkeiten.
    @Carsten29: really? who?

  9. Profilbild
    Monolith2063  

    Die Kombination Korg 700S und Korg 800 DV stellen die Basis für DEN klassischen Kitaro Sound da. Kitaro setzt die beiden auch heute noch regelmäßig auf Alben und natürlich in Konzerten ein. In diesem Video kann man die beiden recht gut in Aktion sehen, ist nicht Kitaro selber, sondern jemand, der Kitaro recht originalgetreu nachspielt: https://www.youtube.com/watch?v=AgwZ_MiEhwM

  10. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Der 700S klingt wirklich erstaunlich, man sollte nicht glauben, was man aus dieser unscheinbaren Kiste holen kann. Es sollte aber wirklich der 700S sein, weil der zweite Oszillator und der Ringmodulator die Klangpalette enorm erweitern.
    .
    Kitaros Lieblingsgerät über viele Jahre hinweg, zusammen mit dem 800DV. Erstaunliche, fast schon vokalartige Klangfarben.

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