NAMM 2021: Korg miniKORG 700FS, analoger Synthesizer

18. Januar 2021

Limitierte Neuauflage des ersten Erfolges

korg minikorg 700fs top

Der miniKORG 700 von 1973 war der erste von Korg in großen Stückzahlen produzierte monophone Synthesizer des Herstellers. Die verbesserte Version 700S folgte ein Jahr darauf. Mit dem miniKORG 700FS bringt Korg eine leicht modernisierte Version des einstigen Verkaufsschlagers auf den Markt.

Die Abbildung zeigt das erweiterte Bedienpanel der „FS“ Version gegenüber der S-Version. Links das Panel des neuen miniKorg 700FS und rechts zum Vergleich das Panel des original 700S:

Der miniKORG 700FS wurde unter Mitwirkung des damaligen Entwicklers Fumio Mieda, den ich vor einigen Jahren interviewen konnte, realisiert.
Auch die neue FS-Version ist ein richtiger Analogsynthesizer, da sich laut Korg der spezielle Klang des Originals mit einer DSP-basierten Analog-Modeling-Technology nicht wirklich authentisch reproduzieren lässt. Insbesondere auf den Oszillatorklang und die Traveller-Controller wurde bei der Neuentwicklung der Fokus gelegt.Übrigens basieren die Filter von Volca Keys und Volca Bass bereits auf den Schaltungen des miniKORG 700.

Ursprünglich als „Zusatzgerät“ konzipiert, das man oben auf eine Orgel oder ein E-Piano platziert, hat der miniKORG eine eigenwillige Anordnung der Bedienelemente, die sich überwiegend unterhalb der Tastatur befinden.

Bedienelemente an der Vorderseite des Korg miniKorg 700FS

Der ursprüngliche miniKORG 700 verfügt über einen Oszillator, der ein Jahr später erschienene 700S hatte einen zweiten Oszillator, Ringmodulation und weitere Funktionen hinzubekommen. Das FS-Modell lehnt sich an die erweiterte 700S-Version an.

korg minikorg 700fs 3

Der spezielle Filter des miniKorg 700FS

Das bekannteste Element des miniKORG 700 ist sicherlich das Filter, das mit den zwei Traveler-Reglern eingestellt wird. Hiermit werden die Cutoffs eines Tiefpasses und eines Hochpasses geregelt, wobei die beiden Fader-Kappen mechanisch ineinander greifen konnten, wodurch sich ein Bandpass leicht sweepen ließ. Allerdings schloss dies auch bestimmte Filtereinstellungen aus und die meisten Keyboarder vertauschten die Kappen einfach, um das Problem zu umgehen. Beim miniKORG 700FS gibt es zwei Arten von Reglerkappen und man kann so die Filter nach Belieben benutzen.

korg minikorg 700fs traveler

Zusätzliche Features im neuen miniKorg 700FS

Das FS-Modell besitzt natürlich einige modernisierte Features. Da die neue Technologie der Schaltung mehr Platz im Inneren ließ, konnte ein Spring-Reverb eingebaut und ein Joystick für Pitchbend und Modulation auf dem Panel platziert werden. Außerdem hat die Tastatur Aftertouch und es gibt einen Arpeggiator. Anschlussseitig sind USB, MIDI-In und CV/Gate-Eingänge vorhanden. Weiterhin wurden Speicherplätze hinzugefügt, um 14 eigene Presets speichern zu können.

die wohl auffälligste Ergänzung, der neue Pitch- und Modulationsbender.

Der Korg miniKORG 700FS wird mit einem für einen sicheren Transport-Case ausgeliefert. Der Synthesizer ist voraussichtlich ab Ende Februar oder im März erhältlich, der Preis der limitierten Auflage beträgt 1.999,- Euro.

Technische Daten des Korg miniKORG 700FS

  • Keyboard: 37 Tasten (Aftertouch, keine Velocity)
  • Zwei Oszillatoren
  • Range: 7 Oktaven
  • Waveform: Triangle wave, Square wave, Sawtooth wave, Chorus I, Chorus II
  • Programs: 14
  • Eingänge: USB connector (Type B), MIDI IN connector, SYNC IN and SYNC OUT jack (3.5mm monaural mini phone jack), CV IN and GATE IN jack (3.5mm monaural mini phone jack), AUDIO IN jack (6.3mm monaural phone jack, TS unbalanced)
  • Ausgang: OUTPUT L/MONO and R jack (6.3mm stereo phone jack, TS unbalanced), Headphones jack (6.3mm stereo phone jack)
  • Power supply: AC adapter (DC 12V)
  • Abmessungen: 744 x 280 x 122 mm
  • Gewicht: 8,5 kg
  • Zubehör: AC adapter, Traveler knob (without protrusions type) x 2, Hard case

 Beats  DJ  Gitarre & Bass  Keys  Stage  Studio  Vintage
Forum
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    Emmbot  AHU

    Also beim Designe geht wohl kaum mehr 70’s Style. Schön das der neue auch optisch da vorortet wird.

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    mdesign  

    ich verstehe reissues der top-geräte aus den 70ern und 80ern. aber mE muss es nicht auch heute alles geben, was damals einen netzstecker hatte. nun ja, jedem das seine. wer sich die nostalgie eur 2.000 kosten lässt, wird gute gründe haben.

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      janschneider  

      Der Markt für sowas ist ja durchaus vorhanden, auch im Hochpreisbereich. Wer auf Vintage steht, aber nicht die Preise für die Originale bezahlen will, um danach noch mehr für die Reparaturen auszugeben, wird diese Angebote gerne annehmen.
      Für alle anderen hat Korg ja nun auch gute Angebote in den niederen Preisklassen. Die wissen schon, was sie tun… :)

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    Henrik Fisch  AHU

    Das Ding hat echt den optischen Charme einer »HiFi-Truhe« aus den 70ern. 🙂👍

    Kennt die noch jemand? Man klappt das Möbel auf, und innen drin ist das Radio und der Plattenspieler, inkl. Platz für den »Stapler«, der automatisch eine neue Single auf den sich drehenden Teller fallen lässt, wenn die vorherige zu Ende gespielt hat. Ich finde, der »microKORG 700FS« passt augenscheinlich bestens dazu. Fehlt hinten nur noch der 5polige »Dioden«-Stecker, um ihn an die Stereo-Anlage anzuschießen (was wir heute mit der MIDI-Buchse verwechseln würden).

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      lightman  AHU

      HiFi-Truhen waren eher eine (meist sündhaft teure) Sache der 50er und frühen 60er, in den 70ern hatten die Fortgeschrittenen gebürstes Alu aus Japan im Wohnzimmer stehen, Braun-Anlagen mit oder ohne Tonbandgerät oder je nach Geldbeutel horizontal ausgeführte Kompaktanlagen mit Plattenspieler, Kassettenrekorder, Radio und rauchglasigen Klappdeckeln. :)

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        TobyB  RED

        Also nix gegen Braun. Oder gebürstetes Alu. Oder mein Nakamichi Dragon. Eine Fisher 7700 mit Tape, Tuner und einem Verstärker mit richtig Wumms. Und für Sonntags eine Braun Atelier. Und auf dem Nakamichi sättige ich schon mal Tracks. Wenn ich dagegen meinen Yamaha RX-V683 betrachte… Der kann zwar aus Logic auf dem Mac Mehrkanal Audio ausgeben, man kann seine Abhöre einmessen. Aber sonst ist der Klotz einfach schwarz.

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          lightman  AHU

          Die HiFi-Geräte von Braun hatten meist ein gutes Innenleben, allerdings führte die strikte Unterordnung der Technik unter das bekannte Design manchmal zu komischen Auswüchsen, etwa bei diversen Boxen, die mit gelöcherten Alublenden daherkamen, was gleich mal 10% der Höhen und Bässe wegnahm, oder bei Verstärkern, bei denen unbedingt eine bestimmte Größe eingehalten werden mußte, was dazu führte, daß die Dinger im Betrieb sehr heiß wurden (Stichwort Braun wandmontierte Anlage, „die teuerste Raumheizung der Welt“, usw.).

          Ansonsten waren vor allem die späteren Geräte schon super, ich hätte nix gegen ein komplettes Exemplar der letzten Anlage, die sie sozusagen als Schwanengesang kurz vor der Auflösung der HiF-Sparte rausbrachten. Damals nur leider nicht zu bezahlen und heute als Sammlerstück begehrt und deshalb immer noch teuer.

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            TobyB  RED

            Die Boxen waren immer der Schwachpunkt der Braun Hifi Anlagen. Und im PA4/2 werkelt tätsächlich ein Lüfter, der im Bridge Modus die Hifi Truhe rasselnd wärmt. Und gerne den Receiver R4 toastet wenn man es darüber stellt. Besonderheit der 4er Atelier, ist die Masterremote, das ist eine RS232 Schnittstelle, die gut dokumentiert ist und simpel in der Handhabung. Meine Atelier stammt aus der Auftragsfertigung bei Siemens. Hab ich höchstselbst eingemessen und kalibriert. Danach war dann recht schnell Schluss mit Hifi Made in Germany. Die Preise für funktionierende Komplettsysteme sind seitdem die Techniker in Rente sind extrem gesunken. Ich würde mir aber überlegen, sowas zu kaufen. Hätte ich nicht schon eine, würde ich sie dieser Tage nicht kaufen. Ich hätte sie damals auch nicht gekauft, wenn ich nicht den MA Abgabepreis bezahlt hätte.

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              lightman  AHU

              Ich nutze seit vielen Jahren einen bunt zusammengewürfelten Haufen an HiFi-Bausteinen. Nix dolles, aber funktioniert noch bestens, habe also keinen Bedarf für was neues, auch wenn ich die Atelier-Geräte schon immer toll fand. Da kann zuviel kaputtgehen, was ohne Schaltpläne und Spezialwissen nur schwer zu reparieren ist, außerdem bin ich nicht bereit, für so altes Zeug einen Haufen Geld auszugeben. Die Dinger sind im Grunde genommen technisch nichts mehr wert, .

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    nativeVS  AHU

    Fuer so einen beschraenkten Monosynth ist 2k einfach viel zu viel; das Original ist ja sogar billiger in gutem zustand zu bekommen. Und dazu noch ein externes netzteil.
    Das einzige was ich jetzt hoffe ist das sich der preis der alten so weit nach oben geht, dass ich meinen 700 mit dem 700FS eintauschen kann.

    Ne, werd ich nicht tun, dafuer mag ich ihn zu sehr.

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    Deepmind  

    Das Ding wird der Flop des Jahres, wetten?
    Man sollte Uli mal nahelegen im Gegenzug eine Pontempi Gebläseorgel aufzulegen…. das wäre der lacher ;o)

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      iggy_pop  AHU

      Das glaube ich nicht — alle Adepten, die sich eher von Human League und Konsorten inspiriert sahen, sich selbst einen Synthesiser zu kaufen, werden diesem Impuls kaum widerstehen können.

      Alle anderen kaufen alles andere.

      Hübscher, kleiner Synthesiser mit sehr eigenwilligem Klang — wie alle Japan-Geräte aus dieser Zeit.

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        lightman  AHU

        Ja, und wie sich die Zeiten doch ändern – Als die Jungs von Human League sich den 700S als ersten Synth kauften, war das überhaupt nur möglich, weil er günstig war, über einen Mailorderkatalog bestellt und sogar per Raten bezahlt werden konnte. Die hätten sich bestimmt lieber einen Minimoog oder Odyssey geholt, aber wer weiß, wie die Musikgeschichte dann weitergegangen wäre. Mit dem 700S haben sie jedenfalls tolle Musik gemacht.

        Dagegen kostet die Neuauflage mehr als manche aktuelle Polys, und sogar die Gebrauchtpreise für originale 700S werden übertroffen, da fragt man sich, wo Korg die Zielgruppe sieht.

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    c.hatvani  AHU

    Mein Gott, daß dieser Synth wieder aufgelegt wird, damit habe ich wirklich nicht gerechnet. ARP2600, Odyssey, MS-20 okay, aber der unscheinbare 700S, den nicht jeder kennt und der auch nicht allzuviel gebraucht kostet? Ich werde das Gefühl nicht los, daß Hersteller wie Korg und Sequential von Behringer’s Kopierwahn ihre Felle davon schwimmen sehen…

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    Son of MooG  AHU

    Als drittes Manual auf der (Heim-)Orgel macht das Design schon Sinn, aber 2000,-€ sind eindeutig zu viel. Der miniKORG-700S war zwar ziemlich unique und der Filter-Sound gefällt mir auch wesentlich besser als der des MS-20, aber für das Geld würde ich mir doch lieber einen ARP 2600 M anschaffen und hätte sogar noch etwas übrig (für ein Delay, z.B.)…

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    PaulusS  

    Der Sound ist aber wirklich durchsetzungsfähig. Das hat mir früher immer an den Plugins gefehlt.
    Richtiges Gear ist halt doch etwas feines, auch wenn man am Computer viel schneller zum Ergebnis gelangt. Aber die Haptik halt …

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    Stratosphere  

    Durch die Limitierung muss und kann Korg den aufgerufenen Preis verlangen. Für alle Freunde des Ungewöhnlichen sicherlich attraktiv.

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    Chromengel  

    Mein Kumpel und ich hatten einen Korg 700 mal für ca. 2 Jahre bei uns im Heimstudio stehen.
    Für einen Einkaufspreis von damals 150,00 DM war der wirklich OK. Aber aus Mangel an Anschlüssen
    und der Begrenztheit, die er nun mal trotz eines sehr schönen Klanges hat, musste er dann wieder gehen.
    Ist bei dem Preis nur etwas für Liebhaber. Ich denke mal, dass eine Neuauflage der PS-Serie
    höhere Wogen geschlagen hätte ;-)

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        nativeVS  AHU

        Ich glaube wenn schon das Korg mehr PS3100 verkaufen koennte, obwohl da wahrscheinlich auch der preis etwas ueber den originalen liegen wuerde.
        Ansonsten waere natuerlich ein modularer PS3300 interessant, wo man mit einem PSU3301 und PSU3302 startet und dann mehr PSU3301 dazukaufen kann. Oder noch besser das PSU3302 upgraden mit einigen features des PS3100 (wie Ensemble und Resonatoren).

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    lightman  AHU

    Ich weiß nicht genau warum, aber mich macht der 700FS mehr an als der 2600 und der ganze Rest zusammen.

    Vielleicht wenn ich November-Januar-Soforthilfe beantrage…?

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      c.hatvani  AHU

      Wahrscheinlich weil der weniger Möglichkeiten bietet, und so klingt er in keiner Einstellung unmusikalisch :-) Weniger Flexibilität hat auch seine Vorteile, z. B. beim Jammen, ein brauchbarer Sound ist schnell gefunden.

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