18. Februar 2020

Der dumpfe Moog One?

Ich dachte mir, vielleicht ist das mal ein guter Zeitpunkt und Ort um als Moog One User zu den im Internet wiederkehrenden Kritikpunkten „einige Sounds klingen dumpf“, bzw. „einige sind verzerrt“ ein paar Worte zu verlieren….

Moog one vs Memorymoog

Dazu möchte ich mit dem Memorymoog beginnen. Wenn ich nicht irre, ist dieser sechsstimmig, wobei jede Stimme maximal auf drei Oszillatoren zurückgreifen kann. Das macht somit in Summe 18 Oszillatoren.

Der Moog One bietet ebenfalls pro Stimme drei Oszillatoren, wird allerdings mit entweder acht oder sechzehn Stimmen ausgeliefert. Es ist bestimmt kein sonderlich grosses Risiko mit meiner Annahme verbunden, dass das „Layout“ primär für 16 Stimmen konzipiert wurde. Somit haben wir in Summe maximal 48 Oszillatoren.

Für die Freunde der Zusammenfassungen, here we go:

  • Memorymoog:        18 Oszillatoren
  • One:                          48 Oszillatoren

… geht da womöglich an manchen Stellen jetzt vielleicht ein „Aah“ durch die Runde? Wenn ja, es ist durchaus gerechtfertigt. Im „Extremfall“ heisst es nämlich – hier wie da – im Signalweg aller Oszillatoren Herr zu werden. Und damit betreten wir auch schon das „kritische“ Terrain. Um welches es sich dabei handelt? VCA und OUTPUT sind wohl die „usual suspects“, aber in ihrer möglichen Auswirkung von durchaus nicht minderer Bedeutung sind die Mixer/Filtersektion.

Widmen wir uns somit gleich einmal dem zweiten, eingangs erwähnten Kritikpunkt: „Einige der Sounds verzerren“.

Das tun sie in der Tat. Und das in nicht wenigen Klangbeispielen. Ab und zu beabsichtigt, bei manchen bestimmt auch unbeabsichtigt. Ich darf beides für mich an dieser Stelle in Anspruch nehmen.

Lassen wir einmal den offensichtlichen Bereich der Amplifikation in Gestalt von VCA und OUTPUT beiseite, zumal sie sich am Ende der Signalkette befinden und „upstream“ Verzerrungen wohl oder übel durchziehen lassen müssen. Allerdings können sie zweifelsfrei noch ordentlich eines drauflegen, da es sich beim One um einen der Synthesizer handelt, der das „heisseste“ Signal aus- und somit weitergibt. Mein Wandler liebt es diese Fähigkeit des Ones voller Freude, rot leuchtend zu quittieren.

Mixer und Filter Moog one

Und damit kommen wir zur MIXER und FILTER Sektion. Diese können nämlich maßgeblich zu beiden eingangs – wohlgemerkt, durchaus gerechtfertigten – erwähnten Kritikpunkten beitragen.

Wie man dem Foto entnehmen kann, gibt es in der Mixersektion pro Oszillator je einen Schalter für „SVF“ und LADDER“ Filter. Soweit, so gut. D.h. aber, die beiden Filter werden unabhängig voneinander mit dem Signal des jeweiligen Oszillators in der mit dem „OSC X“ Regler definierten Menge gefüttert. Sehe ich da womöglich ein weiteres „Aaah!“?

Die beiden Filter können mit ihren verschiedenen Modi (Notch, BP, HP und LP im Falle des SVF und HP sowie LP im Falle des Ladder Filters) entweder PARALLEL oder – jetzt kommt’s – SERIELL geROUTEt werden. Schaltet man die Filter in Serie und hat dabei in der Mixersektion sowohl den „SVF“ als auch den „LADDER“ Schalter aktiviert, dann fährt man die Filtersektion mit doppelter Ladung. Wer’s nicht glaubt, der wechselt einfach bei ROUTE den Mode und achtet darauf, dass der MIX Regler auf den Maximalwert gestellt ist ( = maximal rechte Position, also etwa 16:46:34 Uhr für die ganz Genauen). Drehen wir jetzt ganz langsam – die Ungeduldigen unter uns dürfen auch gerne ganz schnell – den MIX Regler komplett nach links (etwa 7:14 Uhr, AM, versteht sich) … und was fällt uns auf? Korrekt. Der Sound wird deutlich leiser, evtl. sogar etwas dumpfer. Ersteres sicher, Zweiteres würde einer genaueren Untersuchung, evtl. auch Messung, bedürfen. Der entscheidende Punkt für den Moment ist aber der signifikante Lautstärkenunterschied.

Dumpfe Sounds aus dem Moog one?

Wenn es um das Thema „dumpf“ geht, dann könnte man im obigen Szenario – also beide CutOffs auf 20kHz, oder miteinander „linken“ und eine auf 20kHz stellen – die Resonanz des SVF anheben. Man darf in dem Fall nur nicht vergessen, dass bei negativer Modulation der SVF CutOff die Resonanz einen „Impact“ hat, der nicht zwingend gewünscht ist. Als weitere „Tipps“ seien hier die Oszillatorlautstärken, vor allem aber die Stellung der „WAVE ANGLE“ Regler bei Saw/Tri erwähnt. Die Auswirkung sollte man nicht unterschätzen. Dazu empfiehlt es sich evtl. auf den Padsound in folgendem Beispiel zu achten:

 

Das „heller“ werden wird ausschliesslich durch Modulation der WAVE ANGLE erzielt. Nix Filter.

Für andere Fälle gibt es ein Tool, das viele von uns als „Equalizer“ bezeichnen.

Ich möchte mich hier jetzt nicht in der Verschaltung der Filtersektion verlieren, mitunter auch, weil sie mir (in der Praxis) nicht ganz klar ist :-), aber weil ich auch einleitend von „ein paar Worte“ geschrieben habe. In jedem Fall ist die Sektion extrem flexibel und ich gebe zu bedenken, dass selbst wenn der LADDER Schalter in der Mixersektion deaktiviert ist, das Signal nach dem SVF natürlich trotzdem das LADDER Filter durchläuft. Und gerade die Modulation der CutOff des Ladder Filters bringt einige sehr feine Pads hervor. So kann man z.B. einen der LFOs nutzen, dann diesen natürlich einfaden und die Zahl der Wiederholungen definieren. Das Ein- und Ausblenden lässt sich übrigens auch in Notenwerten einstellen. Soll heissen, die CutOff wird mittels Tri Wave z.B. 4x moduliert und mit 1/8 Note ausgeblendet… die Modulation lässt sich zur MASTER CLOCK des One synchronisieren und diese wieder extern. Nunja, kurzum, all das was der Minimoog halt auch kann. ;-)

Gerechtfertigte Kritik am Moog one

Natürlich gibt’s gerechtfertigte Kritik am One. Vor allem auch immer unter Berücksichtigung des beträchtlichen Preises. Das steht völlig ausser Frage. Ebenso wie einige Probleme die der One definitiv hat. So habe ich den Sequencer bis vor kurzem gerne als Käfergrab (bug grave) bezeichnet. Mit dem letzten Update hat man es seitens des Herstellers zugegeben und den einen oder anderen Fehler behoben. Allerdings sollte auch klar sein, dass der Sequencer, wenn er dann einmal weitestgehend tut was er soll, ein extrem grosser Pluspunkt des One ist.

Es gäbe noch weitere Punkte, wie z.B. der „Attack“ das „Rauschen“ zu dem ich gerne auch noch etwas aus der Praxis berichten kann, wen’s interessiert…. oder zu der „fehlenden Breite“ der Sounds… tja, zumindest die Factory Sounds in meinem Exemplar hätten wohl jeden Monokompatibilitätstest mit 1+ bestanden… da alle Stimmen im Panorama auf 0 waren. Wer sich auslöschen wollte, konnte also schon längst.

Gain-Staging

Um aber wieder zum Ausgangspunkt zurück zu kehren. Das Thema „gain staging“ hat in den vergangenen Jahren vor allem im Bereich der Synthesizer und deren Klangprogrammierung, ganz klar an Bedeutung gewonnen. Und das aus gutem Grund. Ich behaupte einmal, dass es im Falle des Moog One ein Schlüsselaspekt ist mit dem sich die ohnehin schon beeindruckend breite Palette nochmals erweitern lässt. In jedem Fall ist der One ein Synthesizer, mit dem man sich beschäftigen muss. Auch, wenn er „nur“ analog ist.

 

 

Fazit
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Forum
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    Ralph Schloter  

    Danke für diesen aufschlussreichen, fachlich fundierten Praxisbericht. Ich besitze keinen One und das Instrument liegt auch nicht in preislich erreichbarer Nähe für mich ;-) , kann aber deinen Erklärungen der diversen „Bemängelungen“ anderer gut folgen. Schöner Einstand bei AMAZONA.

  2. Profilbild
    syntach  

    @ Peter Mahr:
    Vorab, „Ambiguity“ hat ganz zu Recht in diversen Foren und Seiten so viele likes. Ganz großes Kino, im wahrsten Sinne des Wortes!

    Zum One muss ich sagen, ich hatte einen MM mal, aber finde den ONE persönlich viel differenzierter und ausdrucksstärker und im Mix viel besser zu platzieren, kann aber verstehen, dass man das (scheinbar?) rohere, brachialere des MM für bestimmte Stile vorzieht. Aber für mich sprechen unendlich viele Gründe für den ONE.

    Eine Frage hätte ich noch zu deinem Artikel, du schreibst:

    „Wie man dem Foto entnehmen kann, gibt es in der Mixersektion pro Oszillator je einen Schalter für „SVF“ und LADDER“ Filter. Soweit, so gut. D.h. aber, die beiden Filter werden unabhängig voneinander mit dem Signal des jeweiligen Oszillators in der mit dem „OSC X“ Regler definierten Menge gefüttert. Sehe ich da womöglich ein weiteres „Aaah!“?“

    Ich stehe auf dem Schlauch, meinst du da den OSC MIX Regler? Der wäre aber ja eben nicht unabhängig. Und welches Foto meinst du da? Danke für Erläuterung!

    Ansonsten freue ich mich auf weiteren output von ONE und C15 … und den MB hast du glaube ich auch, oder? ;)

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      AMAZONA Archiv

      Hallo,
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      Vielen Dank für Deine Worte zum Video und auch für den Hinweis auf „diverse“ Foren. Dem muss ich bei Gelegenheit nachgehen.
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      Der „Artikel“ ist letztendlich eine Kopie eines Kommentars, den ich auf Facebook gepostet habe. Und eben dort ist das Foto zu sehen, das auf dem weiten Weg hierher verloren gegangen ist. Mea culpa!
      .
      Es zeigt den Mixer und das Filter. Und Du stehst natürlich gar nicht am Schlauch, denn es ist wie Du schreibst, der eingestellte Wert gilt für beide (SVF & LADDER). D.h. aber eben, dass Du die Filtersektion ziemlich „heiss“ fahren kannst. Den „MIX“ Regler in der Filtersektion ganz nach rechts, bis zum Anschlag und dann das ROUTing zwischen PAR und SER wechseln. Zumindest bei meinem ist der Levelunterschied beträchtlich. Spielst Du dann noch einen achtstimmigen Akkord, mit 3 OSC/Stimme (daher der Vergleich im Intro) wird klar, dass man Gefahr läuft die „Sättigung“ zu übertreiben.
      .
      Deinen Worten bzgl. MM und One habe ich nichts hinzuzufügen. Sehe ich exakt so wie Du. Der One hat einige Macken, Till hat sich diesbezüglich hier ja schon sehr gut geäussert, dennoch kommt er für mich dem „ultimativen“ polyphonen Analogen schon sehr nahe.
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      Peter

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    amyristom  AHU

    Der Artikel lässt mich mit zu viel Fragezeichen zurück? Was genau will mir der Autor denn nun eigentlich sagen? Ich lese viele Umschreibungen, viel „Spannungsaufbau“, und am Ende kommt stets leider nur ein „Sehe ich da womöglich ein weiteres ‚Aaah!‘?“, also quasi ein Mario Barth mäßiges „Achtung! Siehste? Siehste?“ Ja aber WAS ist denn jeweils das Ahhh? Was soll ich denn sehen? Die Auflösung fehlt jeweils (mir zumindest)! Der Autor schwebt um die zu benennenden Punkte drumherum, aber teilt sie nicht mit. Als Moog One User habe ich eine Ahnung, was mir der Autor sagen möchte, aber sicher bin ich mir nicht. ^^ Wenn ich keinen Moog One hätte, würde ich wohl absolut ahnungslos weiterhin auf den Artikel blicken.

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      penishead  AHU

      Ja, genau das Gefühl hatte ich auch beim lesen des Artikels. Irgendwie alles drumherum erzählt. Ich habe das erstmal darauf geschoben, das ich das Gerät nicht habe und deshalb das alles nicht nachvollziehen kann. Ich habe aus dem Artikel nur mitgenommen, das der ONE irgendwelche Probleme hat. Keine Obertöne? Ich weiß es nicht. Hinterlässt einen komischen Geschmack. Ich glaube, so werden Gerüchte in die Welt gesetzt. Welche Infos kann ich mitnehmen, damit ich nicht denke, der ONE hat irgendwelche Probleme? Kann mir das jemand sagen. Ich habe den Artikel überhaupt nicht verstanden.

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    amyristom  AHU

    Mein Hauptproblem mit dem Klang des Moog One, speziell mit den Presets, ist aktuell weniger das Gain-Staging Problem. Ich finde es gut, dass man das Signal noch innerhalb des Moog Ones auch bereits schon „in die Sättigung“ fahren kann. Da geht mir der One sogar nicht weit genug (ein Subsequent37 mit seiner Multidrive Schaltung geht hier noch viel weiter, die fehlt dem One).
    Eher fehlt mir im Klang des One derzeit noch etwas, womit ich mir schwertue es genau zu benennen. Mir fallen immer nur so Begriffe ein wie „klingt alles wie hinter einem Vorhang“, „der Klang klingt zu komprimiert“, „es klingt zu ‚eng'“, „nicht offen / weit / direkt genug“. Er klingt für mich oftmals wie bereits „aufgenommen und wiedergegeben“, als wäre das Signal schon Teil eines mit EQ und Effekten / Kompressoren bearbeiteten Mixes. Schwer zu beschreiben für mich.

    Interessanterweise: Wenn man – wie im Artikel angesprochen – die einzelnen Stimmen per Voice Spread im Stereobild verteilt, selbst wenn nur leicht, dann beginnt das ganze plötzlich zu atmen. Vielleicht ist es diese Verengung auf ein absolutes Monosignal….

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      AMAZONA Archiv

      Hallo,
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      Dieser „Artikel“ ist eine Kopie eines Postings von mir auf Facebook. Die Aussage ist letztendlich eine banale und der One dient als (stellvertretendes) Beispiel. Der Beitrag ist weder Ratgeber und schon gar kein Workshop, da er nichts enthält, was nicht ohnehin bekannt sein sollte. Er greift Kritikpunkte auf, die immer wieder in online Diskussionen anzutreffen sind. Soviel zu „so entstehen Gerüchte“…. (Übrigens musste ich bei „Vorhang“ an „dumpf“ denken, kann aber falsch liegen).
      .
      Zurück zum Klang. Wenn ich nicht zufrieden wäre, würde ich versuchen schrittweise vorzugehen, so würde ich z.B. alle Effekte deaktivieren (wenn etwas mit dem Frequenzbild nicht stimmt), würde das Panorama Spreading bewusst nutzen (wenn Breite fehlt), würde auf das „gain staging“ achten wenn es zu Verzerrungen kommt, u.s.w.
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      Peter

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        amyristom  AHU

        Wie gesagt mein Problem mit dem Artikel ist eben, dass zumindest ich die Aussage, die du damit treffen möchtest, nicht verstehe. Simpel gesagt: „Die Aussage ist letztendlich eine banale und der One dient als (stellvertretendes) Beispiel.“ => Was genau IST denn nun eben diese Aussage, die du mitteilen möchtest?

        Zum Klang: An sich mag ich den Klang, und wenn ich einen Sound zusammenschraube, sind die Effekte als „digitaler Signalweg“ prinzipiell ausgeschaltet. Mit „Hinter dem Vorhang“ meine ich nicht „dumpf“ sondern der Sound, speziell der Presets, wirkt auf mich oftmals „indirekt“, als wäre er entrückt weiter weg hinter einem Vorhang (ohne dass „weiter weg“ jetzt irgendetwas mit Hall zu tun hätte), er wirkt eben immer, als wäre da noch irgendetwas in Sachen Sound-Processing zwischen mir und dem direkten Sound.

        Das hat sich aber in den letzten Updates auch deutlich gebessert und speziell wenn man das Panorama Spreading aktiviert, verfliegt das auch schnell. Insofern kann es durchaus etwas mit der sehr starken „Mono-Fixiertheit“ zu tun haben, die du hinsichtlich der Presets ja auch in deinem Artikel ansprichst. Aber wie gesagt, ich tue mir hier unüblicherweise sehr schwer, diesen Eindruck, den ich bei (nicht allen) den Sounds habe, in Worte zu fassen (und dennoch mag ich seinen Grundsound, sonst hätte ich den Synth ja nicht gekauft).

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          AMAZONA Archiv

          Ok. Sorry, dann habe ich Dich falsch verstanden. Für mich ist „hinter einem Vorhang“ gleichbedeutend mit Höhenverlust.
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          Ich nutze in den meisten Fällen die internen Effekte nicht. Wenn, dann höchstens das Delay und ab und an das Reverb. Um Chorus, Flanger e.a. mache ich einen Bogen. Nimmt mE eher etwas als das es etwas bringt. Kann sein, dass sich da etwas mit dem letzten Update gebessert hat. Zumindest war das auf gearslutz zu lesen. Mir wäre es jetzt nicht aufgefallen, aber da stecke ich auch keine Energie rein. Die ist mE andernorts im One besser investiert.
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          Peter

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            amyristom  AHU

            Da gebe ich dir recht, der Begriff „hinter dem Vorhang“ ist dahingehend äußerst missverständlich gewesen und sollte eher ausdrücken, dass ich viele Klänge als irgendwie distanziert empfinde anstatt direkt vor mir zu sein, wie ich das erwarte (und das hat absolut nichts mit Hall oder sonstigen Effekten zu tun, die sind auch bei mir in der Regel ausgeschaltet und aus dem Signalweg genommen bzw. das ändert nichts am Klangempfinden).

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              AMAZONA Archiv

              > dass ich viele Klänge als irgendwie distanziert empfinde anstatt direkt vor mir zu sein, wie ich das erwarte..
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              Hast Du mal versucht dem analytisch auf den Grund zu gehen? Ist das bei allen Klängen so, oder nur bei einigen? Du schreibst ja „viele“ und nicht „alle“. Worin unterscheiden sich diese Klänge? Die EFX sind eine Möglichkeit, die man scheinbar ausschliessen kann. Weitere (bei weitem nicht alle!) stehen im Kommentar.
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              Übrigens, weil Du gefragt hast (und mir gerade nach ganz vielen „thumbs down“ hier ist) – Du kannst „One“ durch jedes andere Instrument, Outboard, PlugIn etc. ersetzen… den One habe ich gewählt, weil ich damit arbeite und einige der vermeintlichen Probleme „lösen“ konnte. Ganz einfach indem ich mich mit dem Instrument und seinen Funktionen beschäftige. Und _das_ ist der Punkt um den es mir geht. Dazu habe ich die beiden in Foren geäusserten Kritikpunkte beispielhaft ausgewählt und einige _mögliche_ Ansätze angesprochen.
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              Das war kein Workshop, schon gar nicht für eine „Community“ für die alles am besten gratis ist, sich in den Sessel flakt und gut fühlt, wenn sie mal einen Daumen runter drücken kann anstatt sich mit etwas auseinanderzusetzen. Das Statement „so entstehen Gerüchte“ passt da irgendwie auch gut dazu, keine Ahnung, aber sicherheitshalber mal posten.

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                amyristom  AHU

                „Hast Du mal versucht dem analytisch auf den Grund zu gehen?“

                Ich bin derzeit noch dabei, und wie gesagt tue ich mir hier ungewöhnlich schwer, das Klangempfinden diesbezüglich in adäquate Worte zu gießen.
                Ein entscheidender Faktor scheint zu sein, dass viele Presets auf jegliches Voice-Spreading zu verzichten scheinen. D.h. alle Oszillatoren liegen im Stereobild ganz hart in der Mitte, der One gibt quasi ein Monosignal aus.
                Sobald man auch nur leichtes Voice Spreading dazugibt, verschwinden viele meiner Kritikpunkte, der Sound öffnet sich, bekommt quasi Farbe. Ob das allerdings der einzige Faktor ist, s.o., bin ich mir noch nicht sicher.

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                  AMAZONA Archiv

                  Das ist doch fein, wenn der Kommentar („Artikel“) hier einen Anstoss geliefert haben sollte.
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                  Das mit den Factory Patches hatte ich kurz angesprochen. Bis heute verwundert mich die Entscheidung des Herstellers, dieses Instrument derart auf die Reise geschickt zu haben.
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                  Und solltest Du mal der Ansicht sein, dass der Attack des One etwas verschliefen ist, dann deaktiviere das Noise Gate. Klar rauscht er dann…. aber mit ein wenig herumexperimentieren der unterschiedlichen Level kann man das in durchaus erträgliche Bereiche bringen.
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                  Was ich auch empfehlen kann ist, nur einen Oszillator zu verwenden und dann mit dem UNISON Mode zu arbeiten. Den Wert z.B. auf „2“ stellen und dann nach Geschmack „Detunen“…. man sollte nicht glauben, wie gut das klingen kann. Um nicht in Eigenwerbung zu versinken, zumal Matt das sehr fein in seinem Video zeigt, hier folgender Link: https://youtu.be/zHoeNsy3IEc?t=106 Wenn man hingegen mit zwei Oszillatoren, also ohne UNISON (=2, ON) arbeitet, klingt das etwas anders.
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                  „In jedem Fall ist der One ein Synthesizer, mit dem man sich beschäftigen muss. Auch, wenn er „nur“ analog ist.“

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                    amyristom  AHU

                    „Das mit den Factory Patches hatte ich kurz angesprochen. Bis heute verwundert mich die Entscheidung des Herstellers, dieses Instrument derart auf die Reise geschickt zu haben.“

                    Dies könnte ggf. daran liegen, dass das Voice Spreading Feature erst mit Firmware Version 1.0.3 Einzug gehalten hat. Die Werkspreset wurden daran also nie angepasst bzw. bei Auslieferung des Moog One bzw. der Erstellung der Presets gab es dieses Feature schlicht noch nicht, daher konnte es nicht berücksichtigt werden.

                    Zudem nutzen viele Presets die Möglichkeiten des One kaum aus bzw. präsentieren ihn durch die Bank eher suboptimal, so dass man nur durch Durchsteppen der Presets schnell denken kann, dass er jetzt irgendwie nicht so dolle ist.

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                      AMAZONA Archiv

                      Das löst bei mir jetzt eher noch mehr Verwunderung denn Erklärung aus. Der One hatte immer Master L/R sowie Sub L/R Ausgänge. Wozu sollten die gut sein, wenn nicht…. Aber ich vermute nach all den Jahren war man schon gehörig unter Druck. Ich kann mich noch an ein Abendessen mit Mike Adams, den anderen den Moog Leuten (Cyril und einer jungen Dame aus dem Marketing) sowie e:m:c nach der FMM in 2013 erinnern… bei dem er meine Frage nach einem polyphonen Moog mit einem freundlichen Grinser quittierte.
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                      Stand heute ist aber zum Glück, dass man mittels Voice „Spreading“ feine Ergebnisse erzielen kann. So wie Du ja auch berichtet hast.
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                      Das erste was ich übrigens mit meinem One gemacht habe, war übrigens einen eigenen User Bereich anzulegen. Der ist mittlerweile zum Bersten voll, sprich unübersichtlich geworden und so werde ich wohl zukünftig projektbezogen arbeiten. Sollte das so machbar sein wie ich es mir vorstelle, dann ist das – wenn auch ein kleiner – weiterer Pluspunkt. Der One ist schon ein ziemlich lässiges Instrument.

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    AMAZONA Archiv

    Hallo Peter,
    schön hier einen Text von Dir zu lesen.
    Mich würden Details zu Deiner praktische Erfahrung mit dem Rauschen des One bzw. der Rauschunterdrückung sehr interessieren.
    „Ambiguity“ klingt wirklich beeindruckend, der hochwertige Hall und Deine grossartigen Gebirgsaufnahmen sind dem Klangeindruck sicher nicht abträglich. Nichtsdestortrotz höre ich auch in Diesem Track eine, ich will es mal Starrheit oder Sperrigkeit im Klang des One nennen, die mich bisher immer gestört hat. Herausragende Synthesizer können den Druck, die Körperlichkeit und die Direktheit eines realphysischen Klangereignisses erreichen. Da bleibt mir der One zu sehr auf Abstand.
    Wie schon anderweitig geschrieben hat sich der Klang des One für mich mit dem letzten Update und beim Ausblenden der Rauschunterdrückung signifikant verbessert.
    Jedoch blieb bei mir der Eindruck eines sehr potenten Synthesizers dem man Klangerfolge recht aufwandsintensiv abtrotzen muss und der selbst dann nur 80% des Machbaren erreicht. Ich mag damit falsch liegen.
    Beste Grüße!
    psv

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      AMAZONA Archiv

      Hallo psv,
      .
      Sehr gerne. Da ich derzeit unterwegs bin und das Eintipfeln auf der Glasscheibe sehr mühsam ist, würde ich das gerne aufs Wochenende und den „direkten Kanal“ verschieben, wenn das für Dich ok ist.
      .
      Zur Überbrückung habe ich eine der (wenigen) Demos, die mir gut gefallen: https://youtu.be/GeYlJ3SG7YY
      .
      Beste Grüsse,
      Peter

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        AMAZONA Archiv

        Klaro Peter, keine Eile, immer gerne!
        Guter Link, sehr geschmackvolles und musikalisches Demo. Gefällt mir.
        Rein klangtechnisch: Die Weite kommt vom Big Sky das schon sehr viel Eigenklang hat. Der Moog sitzt in der Mitte fest. Der Kontrast funktioniert hier gut. Es gibt Synths die bekommen solch einen Weiteneindruck schon fast ohne Hall hin. Die Beiden harmonieren aber zugegeben sehr gut. Leider ist das Strymon im Ausklang zu körnig das kann je nach Signal stören. Hier passt es.
        Bis dahin… :)

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          swissdoc  RED

          Es spielt dort wohl noch 480L mit. Steht so in den Kommentaren. Und dem Big Sky gelingt es nicht, den Sound des One gleichzubügeln.

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            AMAZONA Archiv

            :))) Alles klar, ok, das erklärt es dann wohl.
            Unter dem Big Sky liegt noch etwas 480L das hält alles zusammen. Schade, wollte mich gerade mit dem Strymon anfreunden…

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              swissdoc  RED

              Ich hatte auch schon Angst um mein Weltbild. Bei Gelegenheit werde ich aber One und externen Hall mal genauer belauschen. Aber wie immer, so viele Ideen, so wenig Zeit…

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    filterfunk  

    Danke für den Bericht!
    Wenn es um die Befindlichkeiten und Erkenntnisse rund um den One geht muss ich mich an die lebhafte Diskussion vor ca. 12 Jahren bezüglich dem Andromeda erinnern.
    Da der Andromeda A6 je ein Moog und Oberheim „Filternachbau“ besitzt und zumindest am Anfang heftig teuer war, musste er folglich die analoge Offenbarung sein.
    Ist er aber nicht – und ist in Folge dessen auch ziemlich in Kritik geraten.
    Meiner Meinung nach ist beim One bei vielen ein sehr ähnliches Mindset am Start.
    Der A6 und der One sind meiner Meinung nach beide hervorragende, charakterstarke Synthesizer mit einigen Macken.
    Im übrigen sind es teilweise ähnliche Themen, die damals wie heute Kritikpunkte darstellen, wie beispielsweise die interne Übersteuerung und der „dumpfe“ Klang.
    Wobei letzteres beim A6 berechtig ist, ohne EQ klingt der A6 mittig und glanzlos.
    Aber der One?
    Breit und gefällig – der klingt erst mal ganz ohne Hilfsmittel schön.
    Oder das Thema „Rauschen“ – ist das wirklich störend? Ein problematisches Grundrauschen kann ich jedenfalls nicht feststellen.
    Nun ja – ich halte es wie der Autor dieses Berichtes: „Man muss sich mit dem One beschäftigen“ und “ er ist schon ziemlich lässig“ …. :-)

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      AMAZONA Archiv

      Danke, dass Du den für den Vergleich mit dem Andromeda hier gepostet hast. Genau den ziehe ich auch immer wieder. Für mich ist der One das, was ich mir vom Andromeda gewünscht habe.

      Ich habe die Diskussion hier zum Anlass genommen, um eine kurze Sequenz für diesen Beitrag aufzunehmen. Es ist nur der One zu hören. Kein EQ, kein Kompressor, weder das interne Noise Gate noch die internen Effekte kommen zum Einsatz. Einzig gegen 1:02 habe ich einen PCM92 Raum hinzugefügt, damit es nicht zu trocken klingt.

      Zu Beginn sind kurz die Nebengeräusche zu hören, dann startet die Sequenz nur mit OSC3, dessen Level auf unter 70% gesetzt ist. Es folgen Ring Mod sowie die OSC 1 und 2. Ab etwa t=55s wird das Voice Spreading von bis dahin Wert = 0 auf 87% angehoben. Ich habe mich redlich bemüht den dynamischen Umfang _ohne_ Clipping aufzunehmen, was mich auch zu dem Hinweis bringt – bitte nicht vom geringen Level zu Beginn täuschen lassen:

      https://soundcloud.com/petermmahr/moog-demo-6-wavestation-amazona

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        filterfunk  

        Schöne Soundsequenz!
        Am Anfang höre ich lediglich kurz eine minimale Verzerrung, da rauscht bei mir aber nix. Wahrscheinlich ist das Grundrauschen in meinen Ohren höher – oha- das Alter! – doch so schlimm ? :-)
        Man hört aber schön deutlich das Voice Spreading – wenn das keine Tiefe hat, dann weiß ich auch nicht….

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          AMAZONA Archiv

          Das Rauschen ist schon vorhanden, aber bestimmt nicht wesentlich (wenn überhaupt) höher als bei anderen, vergleichbaren Instrumenten. Aber klar, wenn man den One im Geschäft anspielt, den Preis sieht, dann keiner da ist der sich auskennt und selbst auf andere Dinge achtet, dann zieht man schon einmal hier und da hoch und geht – zurecht – mit einem negativen Eindruck raus.

          Der Kopfhörerausgang ist übrigens meines Erachtens diesbezüglich etwas besser als Main bzw. Sub L/R Ausgänge. Aber richtig zum Rauschen kann ich ihn auch bringen, wenn ich will. Allerdings ist meine Intention diametral, da ich das Instrument nutzen und nicht niedermachen will.

          Das Voice Spreading haucht der Sequenz in der Tat etwas Leben ein. Hätte ich zusätzlich Velocity als Modulationsquelle genutzt, wäre es bestimmt auch etwas dynamischer geworden.

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            filterfunk  

            Ich habe die Rauschunterdrückung ausgeschaltet und höre über den Kopfhörer kaum was Rauschen.
            Klar, wenn ich über die Hauptausgänge höre, dann schon – die Frage ist nur, was tatsächlich vom one kommt.
            Was ich beobachtet habe ist, dass das eingebaute Effektgerät Stereo Panorama-Spielchen zunichte macht.
            Ich liebe Pan-Modulationen und hatte mich in Vergangenheit gewundert, wieso diese nicht greifen.
            Und siehe da: Effekte ausgeschaltet und schon war Leben in der Bude.
            Ich hab es aber nicht ausprobiert, ob das bei jedem Effekt so ist und ob es eine Möglichkeit gibt, das vorhandene Paning beizubehalten.

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              AMAZONA Archiv

              Ich mache das wie Du, Noise Gate OFF. Seitdem meckere ich auch weniger über den Attack.

              Als ich den One im Musikgeschäft meines Vertrauens das erste Mal in Ruhe anspielen durfte (ich hatte eigene Kopfhörer dabei) fiel mir im ersten Moment etwas die Kinnlade runter. Aber schon nach kurzer Zeit war klar was in ihm steckt. Und seitdem ist einige Zeit ins Land gezogen, die internen Effekte kommen äusserst sporadisch zum Einsatz und auch sonst hat meiner mit dem Klangsammelsurium des Demogeräts nicht mehr viel gemein.

              Im Falle des Rauschens habe ich den Signalweg von hinten nach vorne abgearbeitet. Aber das interessiert hier keinen und würde auch zu weit gehen. Ausserdem benötige ich die Sounds auch nicht alle auf dem selben Level, da ich nicht live spiele. Da sieht das bestimmt anders aus.

              Wenn man die etwa erste Sekunde des obigen Beispiels loopt, den Pegel anhebt, dann ist da noch etwas anderes zu hören. Das stammt aber nicht vom One (Kontrolle via SiX). Das möchte ich noch lösen, ansonsten ist es eine einzige Freude mit dem One. Das ist dann auch der Punkt wo ich sage „Nichts für ungut, bitte selbst rausfinden. Ich mache jetzt wieder Musik, denn dafür habe ich ihn mir gekauft.“ … ausserdem ging es mir in meinem [FB] Kommentar um etwas anderes – sich mal mit den Instrumenten beschäftigen. Der One war da nur das willkommene Beispiel.

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                KrauTronicA  

                Hallo zusammen,

                bzgl. Rauschen und Rauschunterdrückung (Aufspaltung in 4 Teile wegen der Wortbegrenzung und zur Strukturierung):

                Ich habe nach den Hinweisen hier im Forum Versuche (Firmware 1.0.6) gemacht und kann die Auffälligkeiten bzgl. „hörbarem Rauschen“ und „attack“ bestätigen sowie technisch weitestgehend nachvollziehen. Generell ist dieser Effekt vor allem bei maximalem VCA gain und maximaler Ausgangslautstärke (main out und Kopfhörer) hörbar.
                Das Thema wird im Moog One Forum übrigens ebenfalls eifrig diskutiert („Noise issue, is this normal?“):
                https://forum.moogmusic.com/viewtopic.php?f=22&t=32884

                Seit dem firmware update 1.2.0 gibt es dazu einen work-around, der in den meisten Fällen zu einer ausreichenden Verbesserung führt. Zitat aus den release notes:

                “5. Turn off output of voices that are genuinely unused.
                If the current polyphony settings mean that some hardware voices will never be allocated, those voices are turned off to lower the overall noise floor.”

                Sehr wichtig dabei ist, die Einstellung für Polyphonie und VCA gain für alle 3 Synths „richtig“ einzustellen (selbst wenn im patch nur ein Synth wirklich aktiv ist !).

                Fortsetzung in Teil 2

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            KrauTronicA  

            Teil 2 (Fortsetzung)

            Wichtiger Hinweis: dieser work-around hat offensichtlich noch Mängel beim Aufrufen des gespeicherten patches, die Polyphonie- sowie VCA gain Einstellungen werden nicht unmittelbar richtig übernommen:
            Offensichtlich wird zuerst eine default Einstellung mit maximaler Polyphonie bei allen 3 Synths geladen. Erst das Drücken der Taster im Bedienfeld „Polyphonie“ (selbst der einfache Aufruf dieses Menüs per Taster!) führt zu einer Übernahme der gespeicherten richtigen Einstellungen.
            Weiter erwarte ich bei Einstellung VCA gain = 0 (wenn z.B. Synth 2 & 3 nicht benötigt werden) keinen (Rausch-) Beitrag; höre aber ganz klar zusätzliches Rauschen, speziell wenn Synth 2 oder 3 ein Timbre mit höherer Polyphonie haben.

            Das alles sollte per firmware lösbar sein, hier sollte / muß Moog mit einem weiteren update nachbessern (werde den Moog support dazu kontaktieren). Zum technischen Grundproblem habe ich einige Beobachtungen & Gedanken im 4. Kommentar unten zusammengefaßt.

            Fortsetzung in Teil 3

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            KrauTronicA  

            Teil 3

            Zwei „Tag-Nacht“ Beispiele zum „Polyphonie work-around“ für die Praxis.

            Monophone Sounds (und kein Unisono!):
            Für minimales Rauschen müssen alle drei (!) Synths auf Polyphonie = 1 eingestellt werden (besser für Synth 2 & 3 zusätzlich minimalen VCA gain). Nur dann reduziert sich das Rauschen bei maximalem VCA gain sowie voller Lautstärke deutlich und stört überhaupt nicht mehr.
            Das gilt selbst bei noise reduction = 0dB; diese Einstellung empfiehlt sich vor allem für alle „knallige“ Sounds mit extrem schneller VCA attack Phase (wie von Euch erwähnt). Der Sound erreicht so sofort die volle Lautstärke, da die Verstärkungsreduzierung und leichte Verzögerung des noise gates dann komplett entfallen.

            Polyphone Sounds:
            Eine Reduktion auf eine sinnvolle Anzahl von Stimmen ist hier ebenfalls hilfreich; es braucht sicher nicht immer alle 16 Stimmen. Je höher die Anzahl der maximal verfügbaren Stimmen, desto höher (leider) auch das Rauschen. Allerdings dürfte hier maximaler VCA gain nicht immer notwendig sein, da die Signallautstärke auch so bereits schon hoch genug sein sollte. Damit reduziert sich der Rauschpegel ebenfalls etwas.
            Die noise reduction sollte mit Bedacht eingestellt werden. Gerade bei pads mit sehr langem VCA attack (dito für langen VCA release) macht sich das noise gate mit einem gewissen, hörbaren „Plopp“ bemerkbar.

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            KrauTronicA  

            Teil 4

            Das technische Grundproblem liegt wohl im VCA-Design selbst. Offenbar ein zweistufiger VCA mit jeweils sehr hoher Verstärkung:
            Stufe1 wird gesteuert durch die Amp ADSR.
            Stufe 2 bietet zusätzliche Verstärkung die sowohl durch „VCA gain“ eingestellt als auch durch das noise gate gesteuert wird.
            Bei maximalem VCA gain verstärkt Stufe 2 jedes Rauschen an ihrem Eingang (also das von den Ausgängen von VCA Stufe 1, selbst wenn diese abgeregelt sind und die Signale von den Filtern nicht durchlassen. Wir sprechen hier von in Summe mindestens 16 VCAs allein für die Stimmen; ich vermute sogar eher 32 VCAs wegen des L-R-Panoramas.

            Tatsache ist aber auch, daß andere aktuelle Synthesizer hier geringeres Rauschen auf der Summe zeigen. Entweder verwenden diese für die VCAs rauschärmere Bauteile oder eine etwaige Rauschunterdrückung arbeitet unauffälliger.

            Vielleicht hilft es, sich das Ganze als 16 oder 32 Kanal-Mischpult vorzustellen. Werden dort (ohne Signale an den Eingängen) alle Kanalfader vollaufgezogen, erhöht sich das Rauschen auf dem Summensignal ebenfalls entsprechend. Die Qualität des Pults zeigt sich hier in der Höhe des gesamten Rauschpegels.

            Das ist die Kunst beim Analog-Design: der Weg zwischen Rauschen und Verzerrung / Clipping und gilt sinngemäß für polyphone sounds (unabhängig von diesem speziellen Thema beim Moog One).

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              AMAZONA Archiv

              Top Info!!!
              Ich hatte auch schon den Gedanken, dass es hier in den Bereich analoges Mischpultdesign geht. Es gibt da viele interessante Konzepte um das Rauschen an den Bussen in den Griff zu bekommen. Möglich ist es auf jeden Fall, wenn man sich den effektiven Input zu Bus Output Rauschabstand grosser Konsolen ansieht und da läuft leicht mal das 10-Fache an Kanälen auf.
              Das kann allerdings auch schnell teuer werden.
              Wenn man mit dem Rauschen als grundlegende Klangeigenschaft des One klarkommt, kann man es natürlich auch nutzen. Perfektion ist im Musikinstrumentenbau ja ein schwer zu definierender Begriff…

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            KrauTronicA  

            Aktualisierung; hoffe, die Info erreicht so alle Beteiligten dieser Diskussion.

            Ich hatte den technischen Support bei Moog dazu Anfang März informiert. Rückmeldung seitens Moog daß sie es sich anschauen werden sowie einigen Hinweisen bzgl. workarounds wie hier schon diskutiert.
            Es gibt mittlerweile ein weiteres Firmware-Update (1.3.0), aber leider wurde der Schwachpunkt bzgl. korrekter unmittelbarer Übernahme der Polyphonie-Einstellungen noch nicht beseitigt. Damit hat das Team bei Moog eine „freundliche Erinnerung“ und weitere Nachfrage gewonnen ;-) [Die Thematik der richtigen Übernahme von Parametern bei Funktions-/Prozeduraufrufen gilt bei der Programmierung ja ganz allgemein].

            Bei diesem Thema spielt vermutlich auch a bisserl „Macht der Gewohnheit“ und „blinder Fleck“ rein. Moog hat ja seit Jahrzehnten keinen polyphonen Synthesizer mehr gebaut; und bei mono-/paraphonen Synths tritt diese Problematik nicht (so stark) auf.

            Im Normalfall sind beim Synthesizer die Pegel am Eingang eines VCAs bereits so hoch, daß dort nicht besonders auf Rauschanforderungen geachtet werden muß. Ein höheres Eigenrauschen des/der VCAs stört dann also nicht. Wie schon in meinem vorherigen Kommentar beschrieben „sieht“ das bei 2-stufigen VCAs und vor allem 16-/32-facher Polyphonie aber hörbar ganz anders aus.

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              AMAZONA Archiv

              Danke für das Nachverfolgen und Dein Update.

              Apropos „Update“. Seit heute gibt es Version 1.31. Mal sehen ob damit mein Exemplar wieder so läuft wie unter 1.21.

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