12. Februar 2020

Erfahrungsbericht: Der Moog One kam vor 11 Monaten an

Moog One

Meiner

Mitte März 2019 klingelte der freundliche (!) Fahrer einer Spedition und hatte einen Moog One in einem riesigem Karton auf einer Euro-Palette dabei. Das ist nun schon 11 Monate her. Und ich habe diese Investition nicht bereut.

Der Moog One sieht wie ein würdiger Nachfahre eines Memorymoogs aus. Egal wie der exakte Klangvergleich nun ist. Ich habe vor einigen Jahren mal einen Memorymoog angespielt Und dann 1982 oder so auf der Musikmesse mal in aller Ruhe alle Werksklänge ausprobiert. Deshalb wage ich keinen Vergleich. Ist mir ohnehin egal, denn der Moog One soll mir klanglich gefallen. Und das tut er prächtig. Alleine schon die unterschiedlichen Sägezähne im SAW oder im Tri Modus der Oszillatoren klingen schon nach zwei verschiedenen Oszillatoren-Schaltkreisen. Und dann verstellt man etwas die Flankensteilheit des Sägezahns, und wieder klingt der anders. Ebenso geht es mir mit den beiden Filtern. Irgendwie gibt es nicht den einen Grundklang oder den einen Sweet-Spot. Der One kann mal langweilig, mal breit, mal dünn klingen und dann wieder episch breit. Und ich erwarte und will nicht für das Geld einfach nur einen 8 oder 16-stimmigen Minimoog haben. Ich will noch mehr.

Bedienung des Moog One

Die Bedienung ist gut gelungen. Ich konnte die Anleitung trotz der vielen Parameter schnell beiseite legen. Es macht alles einen Sinn. Die große mittig platzierte Anzeige braucht man natürlich um mal eben Klänge auszuwählen oder mal Modulationen genauer anzuschauen. Aber eben nicht immer. Sie unterstützt nur und ist trotz voller Farbmöglichkeiten auf wenige Farben (Rot, intensiveres Rot, Hellgrau, Dunkelgrau, Weiß) auf schwarzem Hintergrund reduziert. Die drei kleinen Anzeigen der Wellenformen sind gut, um zu sehen, auf was die Oszillatoren so eingestellt sind. Aber zwingend erforderlich wären sie nicht gewesen. Das sind einfach schöne Extras.

Die einzelnen Funktionsbereich wie Oszillatoren, Filter, LFOs, Hüllkurven, etc. schalten mit der einheitlich jeweils rechts oben angeordneten „More“-Taste die zentrale Anzeige zu den besondere Einstellungsparametern oder numerische Anzeige der Reglerwerte um. So kann man dann u.a. auch mal eben die Hüllkurven-Charakteristika für die einzelnen Segmente einzeln auf linear, logarithmisch oder exponentiell umschalten. Ich liebe es, wenn z.B. dieses Parameter nicht der Entwickler entscheidet, sondern ich selber mir aussuchen kann. Die Zeit alleine macht noch keinen Envelope aus, sondern auch wie die Werte sich über die Zeit verändern. Leider gibt es noch immer Synthesizer mit digitalen Hüllkurven, die immer nur linear sind.

Modulationsmatrix

Die Modulationsmatrix ist leicht per Taster und Knöpfe befüllbar. Oder auch am Display, wenn man vielleicht mehr Kopfgesteuert vorgehen will. Aber auf jeden Fall kann man dort die Zuordnungen der Quellen, Empfänger und Modulationsstärkenmodulatoren („Controller“) leicht erkennen und ggf. anpassen.  Leider kann man die Modulationen nicht nachträglich beliebig sortieren, um etwas Ordnung zu schaffen. Man kann durchaus mal den Überblick bei über 10 Modulation in einem Klang verlieren. Gut ist, dass die wichtigsten Modulation nicht in der Modulationsmatrix einzeln zu belegen sind, sondern das man diese auch in Hardware als richtige Knöpfe hat. Als Beispiel ein LFO für alle drei Oszillatorentonhöhen und Filter Hüllkurve einzeln auf die Filtereckfrequenz.

Arpeggiator Moog One

Den Arpeggiator benutze ich selten, den Sequenzer eigentlich nie. Ich benutze die nicht, weil die beim One vielleicht blöd zu bedienen sind, sondern weil ich die bei meinen Synths grundsätzlicher wenig benutze. Daher überlasse ich anderen die zu beurteilen.

Dem den neu anlegbaren und umschaltbaren „User Spaces“ kann man einen leeren Speicherbereich erzeugen den man dann auch auf Wunsch komplett auf dem USB-Stick sichern kann. Durch das Anlegen eines neuen User Space konnte ich schnell die Werksklänge loswerden. Man kann sie aber jederzeit in jedem User Space wieder neu erzeugen.

Tuning

Kommen wir nun zum Wermutstropfen: Die Stimmung der untersten Oktave, und nur die, ist bei einigen Geräten leider deutlich hörbar daneben. Zum einen sind bei mir alle 52 Oszillatoren in der untersten Oktave zu tief. Aber nicht alle gleich viel. Und eigentlich waren die Oszillatoren nach dem notwendigen „Vorglühen“ nach dem Anschalten (15 Minuten reichen da bei mir bei normaler Raumtemperatur) anfangs perfekt gestimmt. Da waren sie mir schon fast zu sauber gestimmt. Jetzt sind sie mit kleinsten Abweichungen sauber gestimmt. Nur eben nicht ganz unten. Und dabei waren sie es ja anfangs auch da. Dann kam ein Update, und meine und die Stimmung der Bassnoten waren dahin. Seitdem gab es einige Updates von Moog in Abstand von einigen Monaten. Aber leider stimmt es mit der Stimmung bei mir noch immer nicht. Anderen Nutzers haben die Updates deutliche Verbesserungen gebracht. Mir leider noch nicht. Neuere Geräte sind offenbar nicht von betroffen. Jedenfalls ist es so in diversen Foren von Nutzern zu lesen. Ich hoffe weiter, dass da eine Lösung kommt. Das von Nick Batt in einem Video angesprochene Nachstimmen durch den Nutzer am Display fände ich als Lösung gut. Denn dann könnt man auch noch in einigen Jahren, wenn ggf. einige Komponenten der Schaltung sich verändert haben, den Moog One wieder neu stimmen. Und so was gab es ja auch bei anderen Synth wie z.B. dem Waldorf WAVE für die Filterfrequenz, beim Modal 002 für die Oszillatoren (auch wenn das bei beiden genannten Geräten nicht jeder gehört hat, wenn es mal nicht oder nicht richtig gemacht wurde). Vielleicht bin ich da auch zu empfindlich. Aber ein gutes Tracking in allen Lagen bei einem polyphon gespielten Instrument auf dem man Akkorde und passende Bässe spielt auch wichtiger als bei einem Minimoog der einen Basslauf oder ein Solo spielen soll. Aber gleichzeitig erfreue ich mich sein einigen Jahren wieder an analogen Oszillatoren in polyphonen Instrumenten. Und trotzdem kann man natürlich schon jetzt mit beiden Händen spielen. Aber man hört da nicht dicken Klängen die Fehlstimmung. Wer nur Breiseite breite Bretter spielt merkt davon vielleicht durch die Überdeckungen durch eingestelltes Detuning der Oszillatoren und Stacking durch Unison nichts.

Analogsound

Der Moog One kann keinen Wavetable Synth ersetzen. braucht und kann er auch nicht. Er bedient alle analogen Klänge, die man polyphone spielen kann und will. Effektklänge kann er, aber dafür gibt es deutlich günstigere. Den ein Geblubbere oder Zwitschern muss ich nicht 8 oder 16 stimmig haben. Manchmal ist mir da schon eine Stimme zu viel.

Effekte

Die Effekte im Moog One sind leider nicht ganz so klanglich gelungen wie der Rest. Vielleicht bin ich da zu kritisch wegen dem Preis des Moog Ones. Auf jeden Fall empfinde ich sie nicht als Top-Qualität. Der Hall klingt brauchbar, aber eben nicht spitze. Da klingt mein Hall im Nonlinear Labs C15 besser. Der Ensemble Effekt ist ein solcher. Aber meine drei externen Effekte mit echten BBDs klingen alle grundsätzlich besser. Ja, mir fallen da Synths mit schlechteren eingebauten Effekten ein. Aber auch bessere. Und der Moog One ist nun mal der teuerste Synth hier bei mir. Und da hat man natürlich Erwartungen. Aber das tut meiner Freunde mit dem Moog One kein Abbruch. Ich braucht nicht andauern lange weiche Hallfahnen oder einen Ensemble-Effekt der voll in Streicher-Art andickt. Die Delays sind alle gut. Und das ich die Effekte nicht mit den LFOs oder den Hüllkurven modulieren kann ist klar: Welcher Stimme sollte der eine Effekt den dann folgen? Der Ersten? Der Letzten? Aber es geht auch keine Modulation der Effekte per Touch-Pad oder Daumenrad. Das ist schade.

Performance

Die Möglichkeit nach Lust und Laune einige oder sehr viele (64) Klänge sich in acht Bänken mit je 8 Speicherplätzen leicht abrufbar zu machen, kennt man vom Modal 002 schon. Beim Moog heißt das „Performance Set“. So braucht es nur 2 Tastenklicks um diese zu erreichen. Und wenn man den Banktaster drückt, sieht man was für Namen die Klänge in dieser Bank haben. Diese Funktion ist noch mit nur minimal leuchtenden belegten Speicherplätzen verfeinert worden. Da es ja keine vorgegebenen Speicherplatznummern gibt, ist dieses auf der Bühne eine willkommene Hilfe. Und der Spickzettel wird dadurch auch kleiner: „B5“ statt „Lila-Pad“. Diese 8x8er Zuordnung ist natürlich natürlich nicht nur einmal vorhanden. Man kann kann mehrere davon erstellen und verwalten. Mit Namen. Wer in verschiedenen Bands spielt, ja das soll es geben, wird das lieben. Nützliches und durchdachtes Detail!

Tastatur des Moog One

Die Tastatur ist das, was ich am meisten an einem Synth berühre. Und da hat Moog nicht gespart und das Top-Model für Synthesizer von Fatar eingebaut: TP-8S. Hatte der Waldorf WAVE auch. Und der Nonlinear Labs C15 hat die auch. Die Tasten sind nach hinten ca. 8 mm länger. Die schwarzen Tasten sind oben eben und haben keinen kleinen Buckel wie die beim Fatar TP/8SK (Waldorf Quantum).

Design

Wenn man mal im Internet Fotos von einem Moog One und Memorymoog übereinander in einem Ständer stehend sieht, so versteht man auch die Optik des Moog Ones besser. Er hat einige Designelemente vom bisherigem polyphonen Moog übernommen: Das Holz mit Alu außen, das Schwarz der Paneloberfläche das in einzelne Sektionen mit Alu gefasst ist. Mir gefällt diese optische Verwandtschaft. Nur leider knacken einige Ones beim Aufwärmen und Abkühlen ein oder zwei mal deutlich hörbar. Da ist wohl ein Problem mit Wärmeausdehnung im Gehäuse. Und Holz dehnt sich bei Wärme deutlich weniger als Metall. Vielleicht sind es die drei Panelelemente die im Gehäuserahmen eingespannt sind?

Lüfter

Die Lüfter sorgten ja Anfangs für wilde Diskussionen. Wobei allerdings die wenigsten da schon einen neben sich laufen hatten. Ja, man hört diese wenn es leise ist oder man hinter dem One steht. Aber sie sind leiser als meine Nachbarn oder die Leitungen in meiner Wohnung (keine 20 Jahre alt, keine Baufehler im Schallschutz). Bei mir in der Heizperiode geheizten Zimmer in dem die Sonne auch im Sommer nur wenig reinscheint, läuft der Lüfter wirklich nur leicht säuselnd. Und dass im normalen, nicht im Menü einstellbaren leiseren Modus. Da war mein WAVE damals im Neuzustand oder später mit neuen, leiseren Lüfter (Einzahl!) deutlich unangenehmer. Wer natürlich gleichzeitig einen Moog One im schalltechnisch isoliertem Studio laufenlässt und dann daneben Stimme aufnehmen will, der wird natürlich damit größere Probleme haben als die meisten von uns.

Haltepedal

Und warum erkennt der Moog One als Top-Synth nicht von sich aus beim Anschalten, was für eine Schaltung das Haltepedal hat? Es gibt welche die sind ungedrückt offen, andere zu. Vor 20 Jahren gab schon Synthesizer, die beim Anschalten annahmen, dass das Pedal da nicht gedrückt ist und entsprechend den Zustand sich gemerkt haben. Diese Funktion ist zwar Moog seit April 2019 bekannt, aber leider nicht integriert worden. Man kann das natürlich leicht umschalten, aber leider wird die Einstellung auch im Klang gespeichert. Das führt natürlich beim Datenaustausch von Klängen zu ungewollt gehaltenen Klängen.

Software-Updates

Ich hoffe, dass Moog noch die Software weiter verbessert, um die Probleme auszumerzen (Stimmung im Bass) und einiges vielleicht sogar noch zu verbessern (z.B. Effekte).

Ich mag den Moog One, auch wenn er wie kein Instrument absolut perfekt ist.

Fazit
Eine Investition, die man sich gut überlegen sollte. Ich habe mich schnell gefreut, dass neben dem Klang auch die Bedienung so gut ist.
Allerdings warte ich sehnsüchtig auf das Update, mit dem die untere Oktave wieder richtig gestimmt ist.
Das die Effekte keine Externen ersetzen können ist zwar schade, aber für mich kein Problem. Auf der Bühne würden die eingebauten Effekte aber meist reichen.
Und wer den Moog One auf die Bühne mitnehmen will, der sollte sich mit seinen Freunden oder Bandkameraden gut stellen. Der ist doch recht unhandlich und wohl von einigen nicht alleine in ein Flightcase reinzu heben.

Plus

  • Klang, Klang und nochmals Klang
  • gelungenes Bedienungskonzept
  • unaufdringliches Display
  • wenige Menüs nötig
  • User Spaces für mehr Ordnung
  • Speicherplätze fast unbegrenzt
  • Schnellaufruf via Bank und Preset-Taster
  • Snapshots für schnelles Zwischenspeichern

Minus

  • Stimmungsabweichungen der untersten Oktave
  • Effekte sind nur durchschnittlich
  • Knackt beim Aufwärmen und Abkühlen mutmaßlich wegen Gehäusespannungen
  • Erkennt Haltepedal Polarität nicht selbstständig
Forum
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    SynergyMan  

    Die immer interessanteren Berichte scheinen nach einiger Zeit in Form der Leserberichte zu kommen, besonders von qwave. Viel interessanter als die wirklichen Testberichte. Vielleicht sollte man grundsätzlich alle Neuerscheinungen erst nach einem Jahr testen, dann hat der Bericht auch einen Wert. Danke qwave.

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      Markiman  

      Ich stimme Dir zu, aber ich würde mir nicht „erst nach einem Jahr“ sondern „auch nach einem Jahr“ wünschen.
      Sonst sind es ja keine Neuerscheinungen, sondern 1-Jahres-Erscheinungen ;-)

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    amyristom  AHU

    Was mir bei meinem Moog One hinsichtlich Tuning der unteren Oktave aufgefallen ist: Das Tuning der Oszillatoren im Saw und im Tri unterscheidet sich in der untersten Oktave deutlich. Sind sie im Saw-Modus „in tune“ so sind sie im Tri-Modus (dort ebenfalls auf über den Wave Angle – Regler auf Saw eingestellt“) deutlich „nebendran“. Insbesondere wenn man dort zwischen Saw und Saw-Ramp (links- bzw. rechtanschlag des Wave Angle Reglers) wechselt.

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      qwave  

      Also bei mir ist die Verstimmung im Tri-Modus und Linksanschlag des Wave-Angles (Anzeige: fallender Sägezahn) gut. Bei ansteigendem Sägezahn im Tri-Modus und im Saw-Modus ist die Verstimmung deutlich hörbar (Init-Klang als Ausgangsbasis, Tastatur auf Oktave 0, keine Transponierung, Oszillatoren auf 8“ Init-Wert).
      Wenn ich im Tri-Modus und im Saw-Modus den Wave-Angle im Linksanschlag habe, so höre ich beim Umschalten zwischen den beiden Modi deutlich die Tonhöhenänderung (und natürlich den unterschiedlichen Obertongehalt, sonst bräuchte es die beiden Modi ja nicht).

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        amyristom  AHU

        Interessant, bei mir stimmt das Tuning im Saw-Modus und im Tri-Modus (entweder bei Saw oder Ramp, bin ich mir gerade nicht sicher, kann gerade nicht nachschauen), jeweils ebenfalls vom Init-Patch ausgehend in der untersten Keyboard-Oktave. Allerdings wie gesagt, wenn ich dann den Wave-Angle Regler in die direkte andere Ausrichtung ändere (also von Saw nach Ramp bzw. vice versa) dann ändert sich nicht nur der Obertongehalt und Charakter (was ja erwünscht ist), sondern eben auch das Tuning, was es ja definitiv nicht sollte.
        Zudem: Die Beat-Frequency sollte ja eigentlich eine über den gesamten Tonumfang gleichbleibende Verstimmung ermöglichen (das „Beating“ bleibt unabhängig von der Tonhöhe gleich, was bei einer normalen Verstimmung mittels des Frequency-Reglers ja nicht der Fall ist), aber auch hier ist die Verstimmung dann in der untersten Oktave stärker als in den restlichen Oktaven.

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    timewindx

    Sehr schöner, ausführlicher Test. Interessant vor allem deshalb, weil der Autor sich sehr lange mit dem Gerät beschäftigt hat.
    Ein bißchen getrübt wird das Lesen durch doch einige Fehler und Unverständlichkeiten im Text.

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      qwave  

      Sorry. Bin kein guter Schreiber. Und Leserstories werden nicht von Amazona ausführlich geprüft.

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      qwave  

      Viel Glück!
      Ja, mein Wohnzimmer gefällt mir. Dafür ist mein Auto neu billiger als die beiden zusammen gewesen. Prioritäten gesetzt.

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      Henrik Fisch  

      … und vor allem ein Nonlinear Labs C15! Alter Schwede! Ja, da würde ich auch gerne einmal hinein sehen (in das Wohnzimmer). Damit wäre auch schon (fast) alles beisammen, was ich zum Glücklichwerden (in der Musikwelt) bräuchte. :D

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    Mick  AHU

    …sorry, aber für ca. 8000,-€ dürfte bei „minus“ rein gar nichts stehen, außer vielleicht „der ist schwer“!

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      qwave  

      Und ein Auto für 20.000 hat immer Vollausstattung und braucht weniger als 6 Liter. Sorry, aber auch teure Sachen sind nicht perfekt. Kein Synth ist vollkommen perfekt.
      Zurück zur Sachlichkeit…

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        amyristom  AHU

        Den perfekten Synth gibt es nicht, aber was man zu dem Preis schon erwarten darf ist ein stabiler Betrieb und eine sehr gut arbeitende QA-Abteilung bei Moog. Und das gibt es aktuell leider noch nicht wirklich. Ein Synthesizer, der mir unter Firmware 1.1.0 beim Durchsteppen der Presets im Preset-Browser abstürzt und einen Reboot hinlegt (oder bei anderen beim Ändern von Datum/Uhrzeit rebootet), ist im Studio noch akzeptabel aber live eine absolute Katastrophe. So sehr ich den Moog One und seinen Sound mag, aber ich würde ihn aus diesem Grund derzeit niemals live auf der Bühne nehmen wollen. Da ist noch kein Vertrauen in seine Betriebsstabilität da. Mal ganz davon ab, dass für diesen Einsatz auch noch eine simple Auto-Tune Funktion völlig fehlt, mit der man ohne einen Reboot mal eben im Falle des Falles die Voicecards neu durchstimmen könnte.

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    Dirk Matten  RED

    Zitat: Und dann verstellt man etwas die Flankensteilheit des Sägezahns …

    Das verstehe ich nicht, was ist denn die „Flankensteilheit des Sägezahns“? Wenn diese steiler wird, ändert sich ja folgerichtig die Länge der Periode, also die Frequenz des Oszillators. Oder?

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      qwave  

      Hallo Dirk, das ist sind im Moog One keine normalen VCOs. Die haben ein extra Patent (https://patents.justia.com/patent/10229664) dafür. Man kann u.a. die Flankensteilheit der steilen Flanke variieren. Ist ja nie wirklich absolut senkrecht in der analogen Welt. Somit den Sägezahn verschiedene so genannte „Slewrates“ geben. Das verändert das Spektrum. Es geht nicht um die lange, normale längere Flanke des Sägezahns. Und genau diese Veränderungen der steilen Flanke müssen in der anderen Flanke kompensiert werden. Und das ist offenbar das Problem im Bass.

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      amyristom  AHU

      Man kann beim Moog One den Sägezahn stufenlos per Regler von Sägezahn in Richtung Dreieick und von dort in Richtung Ramp (gespiegelter Sägezahn) verformen. Parallel kann man dann noch dieses Signal stufenlos mit einer ebenfalls modulierbaren Pulswelle mischen.

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    citric acid  RED

    danke für den tollen bericht.

    bri dem preis, würde ich bei dem manko des tunings den leuten von moog den halz umdrehen. ist ne frechheit wenn mann monaze auf ein bugfixing warten muss, welches dann nicht funktioniert. das mag bei billig synths ja noch zu verschmezen zu sein, da klanmere ich mich nicht aus. aber bei dem hohen preis sollte moog auch was für die ersten käufer machen. also hat sich mein eindruck beim anspielen bewahrheitet…. der war aich unten herum out of tune und der war extra vorgewärmt worden….

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      rw1957  

      bri – halz – monaze – verschmezen – klanmere – aich …
      Probleme mit der Tastatur?
      ;-)

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      iggy_pop  AHU

      Das war auch mein Gedanke — ein Instrument im fast fünfstelligen Preissegment, und dann solche Ungereimtheiten: Der Kunde als unbezahlter Betatester Das finde ich ziemlich ernüchternd, und es spricht nicht wirklich für Moog als Hersteller (die haben sich schon verschiedentlich nicht mit Ruhm bekleckert und die Kunden hängenlassen) — ich würde doch davon ausgehen, daß Moog nicht mehr die Markteinführung eines neuen Produktes über’s Knie brechen muß wie noch seinerzeit beim Polymoog. Der ist nun nicht wirklich für seine Zuverlässigkeit berühmt… das sollte dem One doch erspart bleiben, wie ich finde.

      Kurios, daß mich dieses Instrument noch immer nicht anmacht… aber danke für den Bericht, der jegliches GAS im Keim erstickt hat.

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        SynthNerd  

        GAS hatte ich bei dem Preis Gott sei Dank nie – noch nicht mal nach dem Ausprobieren auf der letzten SB.

        Für den Moog Sound (und ein bißchen das Bedürfnis, einen echten Moog zu haben :-) genügt mir der sub37. Sind mir dessen 2 OSCs + Sub zu dünn, greif ich zum Deepmind 6 und fahr ihn unisono, notfalls noch mit FX. Für`s polyphone mit Split und Layering passt der Prologue16. (Wem da Aftertouch oder ein paar LFOs und EGs fehlen, der mag zum Summit oder rev2 greifen.)

        Wenn ich jetzt noch der Versuchung widerstehe, jeden Klon zu erwerben, hab ich die Hälfte gespart – zumindest bis UBXA oder ein CS80 Klon alle Vorsätze zerstören ;-)

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    psv-ddv  AHU

    Fachkundig und fair geschriebener Leserbericht mit einigen berechtigten kritischen Anmerkungen. Danke. Mir ist beim letzten intensiveren Anspielen aufgefallen, dass sich mit den letzen Updates der Klang des Synths merklich verbessert hat (aktuelle Baureihe). Ausserdem auffällig war, dass der One besser klingt, je weiter man die Software-Rauschunterdrückung zurückregelt.
    Ganz ohne Rauschunterdrückung gefällt mir der Klang dann sogar recht gut…wäre da nicht ein wirklich störend lautes und konstantes Rauschen am Stereo Ausgang zu hören. Dieses verändert sich auch nicht, wenn man die VCAs schliesst oder die Effekte deaktiviert. Vielleicht habe ich da bedientechnisch etwas übersehen? Wenn nicht liegt da ein massiver Konstruktionsfehler im Hardware-Signalpfad des One vor, der nachträglich und auf Kosten des Klangs per Software ausgebügelt wurde. Das wäre dann schon ein brutaler Minuspunkt für einen professionellen Synthesizer in der Preisklasse des One und eine Frechheit gegenüber den Moog Kunden. Ich hoffe ich habe das Teil einfach nur falsch bedient! Es würde mich freuen, wenn ein One Eigner mir dazu mal eine Rückmeldung geben könnte.

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        psv-ddv  AHU

        Moin KrauTronicA,
        danke Dir für den Hinweis! Habe Deine detaillierte Schilderung dort schon gelesen, und verfolge das. Ich finde das Thema sehr spannend und bin mit PM. dazu im Kontakt.
        Beste Grüße & einen schicken Sonntag!

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      Edewolf

      Den Moog One habe ich im Music Store Köln mit eigenem Kopfhörer Bose Quiet Comfort II angespielt.Es waren immer unterschwellige Nebengeräusche zu hören . Hörte sich an wie ein Transformatorhäuschen.Ansonsten ist der One schon gut wenn man sich ausreichend mit den Tiefen befasst.Die Symbiose von Hardware zur zentralen Bedienbarkeit ist in Ordnung.
      Und mit Linux hat er ein ordentliches Betriebssystem an Bord.

  8. Profilbild
    index  

    ohh…ein 8000€ teurer schlecht getunter knarzender Rauschgenerator der auch noch mäßige Effekte in Board hat…hmmmm da kann man sich ja besser was von BEHRINGER kaufen….muhahaha

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      psv-ddv  AHU

      Du meinst, wenn’s schon bescheiden klingt dann lieber gleich richtig?
      Jetzt tust Du dem One aber wirklich unrecht. Sooooooo schlecht isser nun auch wieder nicht. Es gibt Leute die zahlen viel Geld für alte Synthis die sich nicht sauber stimmen lassen :))

      • Profilbild
        index  

        …na ich denke schon, daß der Moog One seine Klasse hat, aber den Seitenhieb wollte ich mir nicht verkneifen. Moog sollte aber unbedingt nachbessern, auch für Bestandskunden…

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    Doc  

    Aller guten Dinge sind drei. Oder ?

    Moog hat den Polymoog verhaun, den Memorymoog versemmelt – naja – vielleicht kriegense mit dem One noch die Kurve.

    Mit Polysynthz stehn die wohl auf Kriegsfuss… ;-))

    Hab nix gegen Moog, im Gegenteil.
    Minimoog, Prodigy, Minitaur und Sirin sind Hammergeile Synths.

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      amyristom  AHU

      Also mit „versemmelt“ tust du dem Moog One aber völligst unrecht. Ja er hat noch seine Probleme, aber diese liegen zumeist auf der Softwareseite und sind „fixbar“. Keine Spur von den nicht behebbaren Hardware-Designsünden wie den sich lösenden Platinen im Polymoog oder dem sich ständig verstimmenden Memorymoog, dessen interner Aufbau zudem eher nach „Samstags-Nachmittags-Amateurbastelei“ aussieht.
      Damit will ich die bestehenden Fehler des Ones nicht schönreden, aber diese sind nach aktuellem Stand alle behebbar und die Techniker sind da ja auch schon dran (es ist ja nicht so als kämen keine Firmware Updates).

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        qwave  

        Leider hat der Moog Taurus III auch bisher keine fehlerfreie Firmware bekommen. Das Problem ist Moog bekannt. Die Lösung wurde aber immer wieder wegen anderen, wichtigeren neuen Synths von denen verschoben (vgl. diverse lange Threads im Moog Forum z.B. https://forum.moogmusic.com/viewtopic.php?f=11&t=19214). Nun hört man nichts mehr davon. Zum Glück habe ich MIDI und den Arpeggiator am Taurus III nie wirklich gebraucht und habe daher damit keine Schmerzen. Software kann man leichter reparieren als Hardware, die schon an Kunden ausgeliefert wurde. Aber es zeigt, dass auch Software Fehler erstmal repariert werden müssen und der Hersteller dafür sich die Zeit = Geld in die Hand nehmen muss.

        • Profilbild
          Doc  

          Joop, da steh ich bei dir.

          Über 2100€ für Pedal des net richtig funzt ist ärgerlich.

          Minitaur und n ordentliches Pedal (z.B. Studiologic 17 Tasten) biste bei 1000 – 1200€.
          Dafür leidet halt die Bedienbarkeit.

          Aber – wenn alles klappt isses ee laaangweilig. ;-))

  10. Profilbild
    olduser  

    Vielen Dank für den ehrlichen Bericht, ich kenne das Instrument vom Mai 2019 und habe es retourniert, weil ich mit den Unwägbarkeiten nicht leben wollte. Schade auf dem Papier ein erstklassiges Instument, das seines Gleichen sucht, aber eben nur auf dem Papier bis heute.

    Es wäre schön wenn Moog das hinbekommen würde, dann hätte ich sicher einen hier.

  11. Profilbild
    Coin  AHU

    Hallo qwave, sag mal produzierst Du auch mit dem Moog One z.B. Musik ?
    Hast Du vielleicht nen Track parat, dass man sich mal ein Bild machen kann ?
    Bist Du auf Soundcloud ?

    • Profilbild
      qwave  

      Mit dem Moog One habe ich noch nichts aufgenommen. Ich nehme auch eigentlich nie was zu Hause alleine auf. Wenn dann nur Live (ohne DAW, ohne Backings-Tracks oder ähnliches) mit HaJo Liese zusammen als EL-KA (Berliner Schule). Und da hatte ich beim letzten Konzert im Sommer noch keinen Sinn darin gefunden, den Moog One dafür mitzunehmen. Dafür brauche ich den nicht. Ich spiele die meiste Zeit alleine vor mich hin, schraube an Klängen und lasse mich davon zum Weiterspielen inspirieren.
      Gute Moog One Videos gibt es wenige im Netz. Meist werden da nur die Werksklänge abgespielt. Und die mag ich auch fast alle garnicht.
      Hier eins (natürlich nicht von mir), was auch mal die sanften Seiten zeigt: https://youtu.be/GeYlJ3SG7YY
      Den der One kann mehr als voll ein auf die 12 mit drei Oszillatoren.

  12. Profilbild
    Organist007  AHU

    Es gibt die Synthsammler und – käufer und die
    Musikmacher (mit keys).

    Beide Gruppen haben eine eher kleine Schnittmenge.

  13. Profilbild
    am.syn

    Wieder mal ein interessanter Erfahrungsbericht über den Moog One.
    Ich hätte da mal eine Frage der anderen Art die mir auch Moog selbst nicht beantworten konnte und wie ich finde eine durchaus berechtigte Frage.
    Wieviel Strom in Watt verbraucht denn die 16 stimmige Version des Moog One?
    Ich frage deshalb da ich am überlegen bin mir selbst diesen wunderbaren Synthesizer zuzulegen und gern weiß wieviel Strom denn so ein Synthesizer verbraucht
    Beste Grüße und vielen Dank im voraus :)

  14. Profilbild
    qwave  

    Das Netzteil gibt an, dass es maximal 2.2 A zieht. Da es von 100 bis 240 V arbeitet wären das bei 100 V demnach rund 220 W. Aber das ist aber nur der Maximalwert des Netzteils. Der Ausgang des Natzteils ist mit 19 V und 8,4 A angegeben. Das wären rund 160 W. Da das nur die maximale Ausgangsleistung des Netzteils ist, ist der Verbrauch des Moog One 16 selber demnach kleiner als 160 W. In den meisten Studios wird das Mischpult und die Verstärkung deutlich mehr verbrauchen. Und an einer Schuko-Steckdose im Neubau mit den üblichen 16 A wären demnach mindestens 16 Moog One 16 gleichzeitig möglich. Stromkosten demnach (jetzt wieder maximalwert bei einem Moog One 16) unter 7 Cent/h. Aber das ist nur der maximalwert. Wenn die Ventilatoren nicht Vollgas geben (tun sie bei mir nur für Sekunden nach dem Booten), ist der Verbrauch sicherlich geringer. Mangels Stromzähler um diesen einzeln zu messen, kann ich hier nur die Maximalwerte lt. Aufdruck am Netzteil annehmen. Vielleicht ist das Netzteil auch nur ordentlich dimensioniert und hat noch Reserven. Dann wäre der Verbrauch deutlich geringer. Ob der Moog 8 vielleicht genau das gleiche Netzteil hat, weiß ich nicht. Kaufe mir deswegen keinen zweiten Moog One zum nachschauen ;-)

    • Profilbild
      olduser  

      Ich bezweifle, das die Zimmertemperatur 20-30 Grad Celsius eine entscheidende Rolle spielt,
      das Gerät produziert an seinem Lochblech massive Wärme, die bei stundenlangem Betrieb eher das Zimmer um 1 Grad erwärmt, als dass das Zimmer den One erwärmen würde. Ich habe den erten vor 1 Jahr geordert und der Zweite kam die Woche Lüfter laufen und werden auch gut hörbar laut V16 im NormalMode würde das Einschalt Geräusch bleiben wäre er ja völlig unbrauchbar.
      Im LOW Mode dauert es etwas länger bis sich der Lüfter einschaltet, das Lochblech wird dann aber auch sehr heiß.
      Vor einem Jahr war er von der Intonation her völlig unbrauchbar in der untersten Oktave, heute mit Version 1.4o ist das Tuning sehr gut
      Die Tatatur hat seitens Fatar auch Probleme und knarzt fürchterlich, mein Exemplar hat das Verhalten, klar die Tastatur wir ausgetauscht der C15 hat das Verhalten nicht, der Quantum hat ja auch weine TP8 Variante , die ebenfalls knarzt,konnte da bei 3 verschieden Quantum testen, Fatar hat dd offensichtlich Steung in de Fertigung. Alles in allem wird der One bei 2.0 den Baustsellenstatus hoffentlich mal verlassen, denn klingen tut er wirklich sehr gut.

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