Test: Moog One, polyphoner Analogsynthesizer V1.1.0

31. August 2019

Reeller Gegenwert oder Prestige?

Ein kurzer Überblick zum Moog One

Moog rühmt sich, mit seinem neuen Flaggschiff-Technologieträger Moog One eine neue Ära der analogen Klangerzeugung eingeläutet zu haben, hierbei bezieht sich das Unternehmen allerdings hauptsächlich auf das User-Interface und dessen intuitiver Bedienbarkeit. Ein Instrument, das eher „Körperteil“ als „Werkzeug“ darstellt, aber gleichzeitig gemessen an der gewählten Technik umfangreiche Manipulationsmöglichkeiten bereithält, soll man hier geschaffen haben. Hier hat Axel Hartmann als Designer der Anfass-Hardware seine Wirkung getan, dieser war beispielsweise ebenfalls für Waldorf Microwave, Alesis Andromeda A6 oder gar den Schmidt-Synthesizer zuständig. Bis auf die verbaute Effektsektion gestaltet sich der Signalpfad analog, ganze 16 Stimmen mit jeweils drei Oszillatoren befinden sich in dem vor mir stehenden Gerät. Die ersten Firmwares brachten hier noch bedenkliche Bugs ins Spiel. Es kursierten Geräte, die mit diesen nach rund 30 Minuten ihre Stimmstabilität verloren (hierzu gibt es Videobeweise auf YouTube). Bei „unserem“ Moog One 16, der allerdings auch bereits einige Firmware-Updates hinter sich hat, ist selbst nach über 12 Stunden Betriebszeit am Stück noch alles „in tune“, wie frisch nach der Kalibrierung (die bei jedem Starten des Gerätes aufs Neue vonstattengeht).

Die Programmier- und Speicherbarkeit des Moog gestaltet sich überaus umfangreich. Aufgrund der üppigen Hardware befindet sich auf dem Gerät eine quasi unbegrenzte Speicherkapazität für Presets und Soundsets, auf den rund 4 GB User-Space ließen sich Presets und Soundsets im fünfstelligen Bereich abspeichern. Für Live-Performances lassen sich mit Einfachheit sogenannte Performance-Sets erstellen und speichern, diese können aus jeweils bis zu 64 Presets bestehen und über die unten rechts auf der Bedienoberfläche befindlichen Soft-Buttons aufgerufen werden. Per USB-Stick lassen sich Presets in kurzer Zeit in das Gerät hinein- oder aus diesem herauslesen, ist man also reisender Künstler und kann es sich leisten, sich den Moog One auf den Techrider zu schreiben, kann man seine Presets zu jedem Gig mitnehmen (sofern ihn irgendein Verleiher im Angebot hat, naja, vielleicht in Las Vegas?). Wem das noch nicht reicht: Jedes dieser Presets kann aus bis zu drei Einzelteilen bestehen, jedes erstellte Soundset kann demnach bis zu dreistimmig multitimbral sein. Mit der einen Benutzeroberfläche lassen sich also quasi drei Synthesizer, die alle vollwertig sind, eigene Filter, Arpeggiatoren oder Sequencer und drei Oszillatoren pro Stimme besitzen, spielend programmieren. Diese teilen sich die 16 verfügbaren Stimmen und lassen sich frei nach Gusto auf dem Keyboard verteilen oder gar layern. Richtig gehört, es besteht zwar die Möglichkeit, 16-stimmig polyphon zu spielen, ein 16 x 3 Unisono-Sound ist jedoch ebenfalls per Klick auf die Mono- und die Unison-Taste in der „Polyphony“-Sektion möglich. Zack, 48 Oszillatoren, die dasselbe spielen. Per Klick auf die sogenannte „More“-Taste dieser Sektion ruft man sich diese Sektion auf das mittig verbaute Display.

Unter diesem befinden sich neben dem großen Navigationspoti, das gerastert ist und per Druck auf dieses auch eine Auswahlfunktion beinhaltet, noch vier Encoder-Potis, mit denen das auf dem Display Angezeigte kontrollierbar ist. So bekommt man hier in dieser Sektion die Möglichkeit geboten, die Stimmenanzahl des Unisonos von 2 bis zu den vollen 16 variieren und diese gegeneinander frei nach Belieben verstimmen zu können. Ebenfalls lässt sich hier noch die Note-Priority und der Stealing Mode – also sozusagen die umgedrehte Note-Priority – festlegen. Zwar wirbt man hauptsächlich mit den neu entwickelten Oszillatoren und Filtern, jedoch scheint die eigentliche und größte Neuigkeit im Unternehmen Moog das ausgeprägte und Betriebssystem-artige digitale DSP-Hirn des Moog One zu sein. Das gab es hier bisher und in der Form noch nicht und bringt einiges an neuen Möglichkeiten auf den Tisch. Einerseits, was die Bedienfreundlichkeit und dessen Umfang angeht, ohne unübersichtlich zu werden (so ein dreieckiger „More“-Taster befindet sich fast an jeder Einzelsektion des Gerätes), andererseits lässt sich seit der neuesten Firmware nun auch Sämtliches an auf dem Moog One befindlichen Parametern per MIDI CC steuern. Alle Elemente von allen drei Einzelstimmen – und nicht nur das: Firmware V1.1.0 bringt das sogenannte „Non registered parameter number mapping“ in das Gerät, ein ähnlicher Übertragungsstandard mit bis zu 16.000 erstellbaren Kontrollpfaden, festlegbaren Werten für alle Parameter und feinauflösender Übertragung. Dieser NRPN-Standard kommuniziert auch mit iOS, sodass der Moog One auch über iPad Apps wie etwa MIDI Designer Pro steuerbar und programmierbar ist, wie beispielsweise auch Haken’s Continuum es zulässt und bei diesem sogar mit dem MPE-Standard wunderbar funktioniert. Ob MIDI-CC oder MIDI-Learn, freies mapping oder eben NRPN, das Update bringt all diese Möglichkeiten in den Moog. Das Gerät ist also fortan komplett automatisierbar und bietet per MIDI-Learn („touch a button und fertig“) die Möglichkeit, seine zu automatisierenden Parameter in Lichtgeschwindigkeit auszuwählen. Ein weiteres, nicht-MIDI Feature der V1.1.0: Das verbaute State variable Filter besteht aus zwei separat kontrollierbaren Flanken, dessen Spacing sich nun justieren lässt. Dies wird zusätzlich nun auch auf übersichtliche Art und Weise im Display visualisiert.

Gleich zu Anfang: Was noch kommen soll – und sehr vermisst wird

Ausblick auf kommende Updates

Oben genannte, frei erstellbare Mappings sollen in zukünftigen Versionen speicher- und exportierbar sein, sodass man diese fortan von Moog One Nutzer zu Nutzer austauschen kann, bisher ist das noch nicht möglich. Polyphoner Aftertouch ist dem Moog One bisher ein Fremdwort – was bei dem Pricetag wahrscheinlich dem einen oder anderen Betrachter ein großes Fragezeichen ins Gesicht malt – kommt aber wohl noch. Leider kommt man sich bei genauerer Recherche zeitweise etwas hintergangen vor, mit einem Großteil der Funktionen, die es noch nicht gibt (das Gerät ist jetzt weit über ein halbes Jahr lang erhältlich), wurde aktiv geteasert. Zum Beispiel mit dem mikrotonalen Noten-Scaling zum Spielen von alternativen Notenskalen, seien sie mathematisch oder traditionell orientiert. Alternative Keyvoltages in das spannungsgesteuerte Gerät zu schicken, sollte jetzt nicht den größten Aufwand darstellen, dieses Feature gibt es in sämtlichen Synthesizern nicht oft und wäre für mich als Freund der Vierteltöne Teil der Kaufentscheidung gewesen.

Die eigentliche und wahre Stärke der digitalen Oberfläche wird einem jedoch erst klar, wenn man den weiteren Ankündigungen der Moog Mitarbeiter lauscht: So fällt hier in Statements so mancher beeindruckender Begriff, wie zum Beispiel: Per note/per voice control. Ab MIDI-Firmware-Update 2.0 soll der Moog One dazu in der Lage sein, für jede seiner 16 Stimmen ein eigenes Patch zu erstellen. Diese sollen auch per Anschlagsstärke oder Aftertouch trigger- und morphbar sein. Das lässt ja schon einmal hoffen. Eine Art Elektron/Radikal Technologies Moog mit 16 Stimmen wäre dann doch wieder etwas.

Sei es darum – wie sieht es momentan aus und wie fühlt sich die Kontrollzentrale des Moog One bisher an? Widmen wir uns dem „digital brain“ dieses (soon to be) Monsters noch ein wenig länger.

Der Moog One in der Praxis

Display, „Center Console“ und weitere Bedienelemente des Moog One

Das Zentrum des Moog One stellt ein grafikfähiges Farbdisplay dar, auf dem sich neben der Preset-Navigation oder sonstigen Einstellungen vor allen Dingen Zusatzfunktionen per Modul aufzeigen lassen. Jedes einzelne Klangmodul besitzt eine sogenannte „More“-Taste, die dreieckig ist und am oberen rechten Rand des jeweiligen Moduls sitzt. Drückt man diese, gibt das Display fortan Aufschluss über die momentan getroffenen Einstellungen und offenbart Zusatzfunktionen, die auf der Hardware an sich nicht einzustellen sind. Über dem Display sitzen vier Buttons zur Reiternavigation, unterhalb befinden sich vier Encoderpotis, mit denen sich die jeweiligen Parameter ändern lassen. Unter diesen sitzt der große Master-Encoder, das BMW iDrive oder Mercedes Comand des Moog One. Mit diesem gerasterten, großen Plastikpoti mit Eingabefunktion lassen sich Listen durchgehen, die Presets durchscrollen und per Druck auf den jeweiligen Parameter auch auswählen.

Hinter diese Bedienweise zu kommen, forderte nicht einmal einen einzigen Blick in die Anleitung und beim Scrollen durch die Presets findet sich schnell das Wichtigste dieser: „INIT“. Beim ersten „Patch from scratch“ entstand keine einzige Zwischenfrage, alles was man braucht, ist auf dem Panel, falls nicht, genügt ein Druck auf die jeweilige „More“-Taste und man wird fündig. Apropos „Panel“: Unter dem zentralen Display befindet sich der „Panel focus“-Reiter, hier lässt sich zwischen den drei pro Patch möglichen Layern oder Splits hin- und herschalten oder per Druck auf mehrere gleichzeitig oder gar alle gleichzeitig das komplette Soundset bearbeiten, trotz der unterschiedlichen Einstellungen. Dann behält der Moog One die relativen Werte bei und fügt sozusagen noch einmal eine „Master“-Kontrollsektion dazwischen, sodass beispielsweise die Cutoff-Verhältnisse gleich bleiben, die Änderungen aber ebenfalls von Patch zu Patch linear verlaufen. Per „Snapshot“ und „Compare“-Taster lassen sich am Gerät pro Patch getroffene Einstellungen zwischenspeichern und vergleichen. Per Druck auf den „Mod“-Taster lässt sich auf die digitale Modulationsmatrix zugreifen, hier lassen sich Ziele und Quellen relativ frei festlegen und bei Bedarf noch auf Controller wie den Left-Hand-Controls zuweisen. Hierfür gibt es allerdings auch noch einen schnelleren Weg. Ganz unten in der mittigen Sektion brfinden sich Taster für sämtliche Expression-Möglichkeiten, mit dem sich schnell per Knopfdruck und Learn-Funktion-Verknüpfungen erstellen lassen.

Look des Moog One

Verarbeitung des Moog One

Axel Hartmann hat auch hier wieder ganze Arbeit geleistet und dafür gesorgt, dass der Moog One schon einmal zu einem visuellen Prestigeobjekt wird. Das aus Eschenholz gefertigte Gehäuse mutet artgerecht klassisch und zeitlos an, der abgeschrägte Einsatz des Bedienpanels, der auf dem Gehäuse sitzt und hinten sowie an den Seiten gelochtes Aluminium zum Luftaustausch bereithält, ist wunderschön gelöst und realisiert worden. Es wirkt in etwa wie ein Produkt von Singer, ein Unternehmen, das die alten luftgekühlten Porsche 911 aus den 70ern nimmt und sie mit zeitgemäßer Technik ausstattet. Nostalgisch, avantgardistisch und schlicht wie schön, aber trotzdem noch genauso zweckmäßig, wie es sich eben gehört. Neben Minimoog Model D und Voyager würde er eine gute Figur machen. Die Verarbeitung und die Fertigung des ganzen Konstrukts wirkt extrem solide, simpel und durchdacht, das Holz sieht super aus (und fühlt sich auch so an) und dergleichen mehr. Das Bedienpanel ist in ein Aluminiumgitter eingefasst und besteht aus drei Teilen. Die Aufteilung und Lesbarkeit sind großartig und zweckorientiert gelungen, allerdings macht sich nach dem ersten Anfassen und dem erneuten Blick aufs Preisschild doch die eine oder andere Frage breit. Hier geht es bei Weitem nicht darum, die Nadel im Heuhaufen zu finden, sondern viel eher darum zu ergründen, ob man diese Dinge bei einem Gerät, das so viel kostet wie ein Audi A8 aus dem Jahr 2007 mit frischem TÜV, acht Zylindern und fünfstelliger Laufleistung, nicht hätte anders machen können.

Wenigstens den großen zentralen „Big Knob“ zur Navigation hätte man aus einem angenehmeren Material herstellen können, zumal dessen Rasterung leichtgängig ist und ein nicht zu verneinendes- und nicht besonders wertig anmutendes Spiel besitzt. Als Power-User des Gerätes müsste man diesen mit absoluter Sicherheit irgendwann tauschen lassen, das steht außer Frage. Das können viele günstige Geräte schon deutlich besser. Die drei Träger der Bedienelemente sind aus Hartplastik gefertigt und lediglich das Gitter, in denen diese eingefasst wurden, besteht aus Aluminium. Sämtliche Druckknöpfe besitzen die typische Haptik von ebensolchen und sind nicht gedämpft oder gefedert, die Potis fühlen sich an wie die Standardpotis von Moog. Gut, aber „Standard“. Nicht mehr und nicht weniger. Was die Haptik der Bedienelemente an sich angeht, kann der Moog One also leider mit den anderen „Luxusgeräten“ wie etwa dem Schmidt schlichtweg nicht mithalten. Hiermit nicht genug: Wenn man den Moog richtig ins Schwitzen bringt, muss man leider ordentlich aufdrehen, weil die extrem lauten Lüfter einem sonst einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen. Es wäre mit absoluter Sicherheit kein Problem gewesen, zum teureren „Silent“-Modell im Regal zu greifen, das wäre ja wohl das Mindeste. Ein weiteres Manko, das im Live-Betrieb das absolute Aus bedeuten kann: Beim letzten Stoppen der Boot-up-Zeit, nach Installation des neuesten Updates, benötigte der Moog One stolze 71 Sekunden! Doch lassen wir das alles einmal außer Acht und blicken langsam, aber sicher in Richtung Hardware.

Ein- und Ausgänge am Moog One

Auf der Rückseite macht der One gleich einiges wieder wett, so findet man hier zunächst von links nach rechts betrachtet CV-Eingänge für das Sustain- und zwei frei zuweisbare Expression-Pedale (hier funktionieren natürlich auch sämtliche anderen CV-Geber, nicht nur Pedale). Danach wird es interessant, das Auge erblickt einen LAN-Port. Dieser dient einerseits zur Datenübertragung von kleineren Updates und soll auch für zukünftige Erweiterungen (genaues weiß man hier noch nicht) nutzbar sein, das interessanteste Feature ist aber jedoch: Hat man ein Problem mit seinem Moog One, lässt sich das Gerät über die Verbindung zu seinem Computer von einem Moog Mitarbeiter aus der Ferne diagnostizieren (und im Idealfall sogar direkt auch reparieren, solange ein softwareseitiger Defekt vorliegt). Daneben befindet sich der breite USB-Port als Schnittstelle für den mitgelieferten 4 GB großen USB-Stick, mit dem sich ebenfalls Updates oder Presets übertragen und installieren lassen. USB-MIDI und Sync wird durch den rechts daneben befindlichen Mini-USB Sockel geschickt.

Darauf folgt einmal volles MIDI (in/out/thru), zwei zusätzliche CV-Inputs – und an zusätzlichen CV-Outputs befinden sich noch einmal vier an der Zahl. Dessen Zweck und Ein-/ Ausgangsinformationen lassen sich schnell und frei in der Software festlegen. Rechtsseitig daneben dann: Line- und XLR-Inputjacks mitsamt einem kleinen Trim-Poti zur Justierung der Lautstärke des eingebauten Vorverstärkers. Hier lässt sich ein Mikrofon oder eine Talkbox anschließen, möchte man den Vocoder nutzen oder sämtliche anderen Eingangssignale einschleifen, falls man diese durch den subtraktiven Teil des Synths schicken möchte.

Über die rechts daneben befindlichen vier Insert-Punkte (oder zweimal Stereo) lassen sich einzelne Synths nach Lust und Laune wo auch immer hinrouten. Zum Abschluss finden sich noch einmal L/R-Mains- und L/R-Sub-Ausgangspfad, dicht gefolgt vom vierpoligen Anschluss für das monströse 19 Volt DC-Netzteil.

Klaviatur und Left-Hand-Controls des Moog One

Möchte man ihn von Hand steuern, bietet sich einem dafür zunächst das 61 Tasten umfassende Manual an. Dieses stammt von Fatar, die TP 8 kommt hier zum Einsatz. Diese verfügt über polyphonen Aftertouch und kann Velocity-Werte an die Engine weitergeben. Die Tasten sitzen bündig im Gehäuse und stehen nicht über, darüber hinaus werden sie von unten betrachtet zur Mitte hin dicker als die dünne, von oben erkennbare Abrisskante preisgibt, so macht sich hier zunächst das Gefühl von Robustheit und Wertigkeit breit. Ich persönlich zahle hierfür jedoch auch einen kleinen Preis: Aufgrund der Schwere, die die augenscheinlich und gefühlstechnisch aus einem Guss bestehenden einzelnen Tasten mit sich bringen, sind sie etwas stärker gefedert und damit einhergehend etwas widerständiger als die durchschnittliche halbgewichtete Tastatur. Dazu kommt: Die schwarzen Tasten der Klaviatur sind aus einem anderen, deutlich griffigeren Plastik gefertigt als die weißen, klassisch komplett glatten Tasten. Mir persönlich fällt es wirklich schwer, Keyboard-Sounds wie etwa Leads schnell, präzise und taktstabil mit der Fatar Tastatur zu spielen und ich denke nicht, dass das als Nutzer verschiedenster gewichteter und ungewichteter Tastaturen etwas mit der Gewohnheit zutun hat. Dazu fehlt mir einiges an „On/Off“-Feedback, die Tasten sind extrem weich gelagert, beim Herunterdrücken fehlt einem die Information, wo „Ende“ ist beim Hereindrücken.

Für die Aktivierung des Aftertouchs muss man sehr kräftig in die Klaviatur langen, ohne dass man hier noch mal ein merkliches Feedback, eine Art „Zwischenfedern“ bekommt. Dieses Thema liegt natürlich immer im Auge des Betrachters, schade ist nur, dass es mir den Zugang zu den Kapazitäten des Moog One etwas erschwert. Ebenfalls hübsch: Die linksseitig angebrachten Pitch- und Modulation-Wheels. Diese sind aus Aluminium gegossen und deren Bedienung stellt haptisch eine wahre Freude dar. Allerdings auch hier wieder: Die Schwere des Pitch-Modulators führt dazu, dass dieser nach Loslassen noch eine Weile braucht, bis er wieder in der Mittelstellung „ankommt“. Das Gefühl dieser Schwergängigkeit wird mit Sicherheit von einigen Nutzern auch als Wertigkeit betrachtet und anerkannt werden, mir raubt es allerdings leider etwas das Spielgefühl. Ich weiß nicht, was Jordan Rudess dazu sagen würde. Als weitere Modulationsmöglichkeit am Gerät ist neben den Mod-Wheels noch ein X/Y-Pad untergebracht, dieses fühlt sich aufgrund seiner griffigen, gummierten Oberfläche sehr gut an. Dieses ist dazu in der Lage, zwei frei festlegbare Werte auf einmal zu verarbeiten. Neben den Tastern für die Oktavlage der Tastatur und einem Regler für die Glide-Rate (sowie einem Taster für dessen Aktivierung) befindet sich auch hier wieder die „More“-Taste. Per Druck auf diese holt man sich die Parameter für die Left-Hand-Controls auf das Display. Hier lässt sich die Glide-Art, Glissando, die Polarität des X/Y-Pads und der Eingriffsgrad der Pitch-Modulation festlegen. Außerdem lässt sich die Stimmung hier in Halbtönen transponieren. Soviel zur Spielbarkeit des Moog. Fakt ist, dass die Zuweisung der Controller und auch die sonstige Spiel- und Schrauberei extrem intuitiv vonstatten geht und viel Spaß und so manche Überraschung bringt.

Die neuen Oszillatoren im Moog One

Die neuen Oszillatoren im Moog One sind in diesem erstmalig verbaut worden. Deren Aufbau unterscheidet sich maßgeblich von den aus dem Hause Moog bisher bekannten Klangquellen. Die als Triangle-Core oder Dual-Integrator OSCs bezeichneten Klangbausteine erzeugen gleichzeitig eine variable Rechteck- und eine Sägezahn- oder Dreieckschwingung. Die einzelnen Oszillatoren lassen sich jeweils über fünf Oktaven in der Fußlage einstellen, zusätzlich noch stufenlos über ein Poti jeweils eine Quint nach oben oder unten transponieren und zuletzt noch mit dem „Beat Freq“-Poti jeweils 7 Hertz nach oben oder unten gegenstimmen. „Mastertune“, „Octave“, „Feet Coarse“, „Fine Coarse“, „Ultra fine Coarse“: Diese fünf Möglichkeiten zum Stimmen seiner Oszillatoren durchläuft jeder der drei schon mindestens ein Mal.

Der Verlauf der jeweiligen Schwingungsform lässt sich maßgeblich beeinflussen, da man mit dem „Waveangle“-Regler das Amplitudenmaximum in der Laufzeit verschieben kann. So lässt sich beispielsweise aus der Dreieckschwingung eine Sägezahn- oder invertierte Sägezahnschwingung oder irgendetwas dazwischen erzeugen, hat man Sägezahn gewählt, lässt sich dessen Phasenlage stufenlos und präzise bestimmen. Über den auf jedem der drei baugleichen Oszillatoren befindlichen „Mix“-Regler lässt sich stufenlos zwischen den Dreieck- und der Rechteckschwingung überblenden, wodurch es zu wirklich interessanten Schwingungsform-Kombinationen kommt. Diese werden durch ein für jeden Oszillator einzeln untergebrachtes und großartig anzusehendes OLED-Display verdeutlicht. Hier bekommt man jedoch lediglich eine Visualisierung der Schwingung geboten, nicht etwa ein Oszilloskop wie bei Korg Minilogue und Co. Das ist besonders schade im Hinblick auf die mit LFO drei normalisierte Schwingungsformmodulation, mit der sich Pulsbreite und „Wave Angle“ modulieren lassen, ein visuelles Feedback dieser (natürlich auch durch andere Modulationsquellen herbeizuführende) Schwingungsformmodulation wäre großartig gewesen. Dennoch, die Komplexität der zu erstellenden Schwingungsformen ist interessant wie beeindruckend, zumal die Oszillatoren 2 und 3 zusätzlich noch zu Oszillator 1 synchronisiert werden können (auch das sieht erfahrungsgemäß auf einem Oszilloskop sehr schön aus), großartigen und beweglichen Obertonstrukturen sollte also vorerst nichts im Wege stehen. Das, was hier passiert, ist genaugenommen Waveshaping-Synthese auf analoger Ebene. Doch was wäre ein Moog ohne die angemessene Subtraktion dieser Obertöne?

Die Filter am Moog One

Zusätzlich zum altbekannten Ladder-Filter ist am Moog One ebenfalls ein Paar State-variabler Filter untergebracht, die sich in verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten anwenden lassen, sodass ein Multimode draus wird. Bandsperre, Bandpass, Hochpass und Tiefpass sind hiermit zu realisieren, das Spacing der beiden Teile lässt sich frei einstellen. Das daneben sitzende, frisch überarbeitete Ladder-Filter besitzt eine umschaltbare Flankensteilheit, so lässt es sich von einem einpoligen bis vierpoligen Setting (also in vier Schritten von 6 dB/Okt bis 24 dB/Okt Flanke) per Knopfdruck konfigurieren. Auch das Kaskadenfilter lässt sich per Knopfdruck von einem Hochpass- zu einem Tiefpassfilter machen. Beide Filter besitzen ihre eigenen Cutoff- und Resonance-Regler, der Cutoff dieser lässt sich allerdings auch per Knopfdruck verlinken. Entscheidet man sich dafür, behält der Moog One das momentan eingestellte Reglerverhältnis bei, egal an welchem der beiden Cutoff-Regler man dreht. Die beiden Filter lassen sich parallel oder seriell anfahren, der zwischen den beiden Modulen untergebrachte „Mix“-Regler bestimmt das Regelverhältnis der beiden Filter. Links neben dem Filtermodul befindet sich der Audiomixer, hier lassen sich sämtliche Klangquellen entweder auf das Ladder-, das State-variable- oder auf beide Filter routen. Drei Oszillatoren im Lopass-Ladder plus Ringmod und Noise im SVF-Bandpass? Klingt schon mal fett.

Unterhalb der Filtermoduls befinden sich die Regler zur Cutoff-Modulation, hier lassen sich entweder beide Filter oder die Filter im Einzelnen durch Envelope und LFO anfahren, auch per wählbarer FM-Quelle lässt sich hier das Filter modulieren. Auch hier lohnt wieder ein Druck auf den „More“-Taster, hier lassen sich für beide Filter jeweils eine FM-Quelle auswählen sowie auch für beide Filter unterschiedliches Key-Tracking aktivieren. Deaktiviert man am Audio-Mixer sämtliche Klangerzeuger und dreht die Resonanzen hoch, lassen sich diese mit größter Einfachheit in die Eigenschwingung treiben. Da das Pitch-Tracking bei Moog wie immer hochpräzise arbeitet, lassen sich hiermit Sounds mikrotonaler Natur erzeugen (leider wie erwähnt die bisher einzige Möglichkeit für Mikrotonales) – angereichert mit ein paar Effekten, FM und der Ringmodulation ein großartiger Startpunkt für Perkussion oder Atmosphären.

Rauschen am Moog One

In einer separaten „Noise“-Sektion befindet sich dasselbe Prinzip wie bei den Oszillatoren: Es gibt die Noise Farben Weiß, Rot und Lila, diese lassen sich miteinander kombinieren und aus jeweils zwei gewählten per „Mix“-Poti eine Kombination erstellen. Praktisch: Für das Noise gibt es eine eigene AR-Hullkurve!

Die Envelopes am Moog One

Der Moog One bringt gleich drei ziemlich tiefgehende DAHDSR-Envelopes pro Synth-Stimme mit sich, die allesamt bereits hardwareseitig verknüpft sind (mit Amplitudenkurve, VCF-Envelope und Tonhöhenverlauf), sich jedoch zusätzlich auch sämtlichen anderen auf dem Gerät befindlichen Parameter zuweisen lassen. Das geschieht beinahe Plugin-like per Druck auf die jeweilige „Dest“-Destinations-Taste, die ein Menü im Display aufruft, das ähnlich wie beim MIDI-Learn-Routing, befiehlt: „Turn a knob or press a button to choose the destination“. Schnell noch den Eingriffsgrad bestimmt und fertig ist die neue Verknüpfung. Doch hiermit nicht genug, die Envelopes haben es in sich: Delay-Time vor Start der Kurve, Attack-Zeit, Hold, Decay, Sustain bis zum Release, jeder dieser Zeitparameter kann von 1 ms bis zu 10 Sekunden andauern und das gesamte bis zu 1 Minute andauernde Konstrukt lässt sich loopen und vor allem mehrfach triggern, für jede Stimme neu. Per Druck auf die „Sync“-Taste lässt sich das Triggern der Envelope auf das eingestellte Tempo der Master-Clock quantisieren, hilfreich für das exakte Triggern, nutzt man gerade das Arpeggio oder den Sequencer. Man darf zudem nicht aus den Augen verlieren, dass sich diese drei Hüllkurven pro Patch jeweils dreifach unterschiedlich programmieren lassen, entscheidet man sich für einen Arpeggio Sound für die linke und einen Lead für die rechte sowie vielleicht den oben beschriebenen mikrotonalen Sound als zusätzlichen Atmosphärengeber, stellt das absolut kein Problem dar. Mit der „Time Scale“-Option im „More“-Fenster lässt sich die Envelope als Gesamtes linear verlängern oder verkürzen. Die eigentlichen Kurven der Attack-, Decay- und Release-Parameter lassen sich stufenlos zwischen logarithmisch, linear bis zu exponentiell formen. Auch Velocity-Amount lässt sich hier als Amplitudengeber pro Hüllkurve festlegen.

 

Die LFOs am Moog One

Ganze 4 von 0,1 Hz bis 1 kHz schnelle LFOs befinden sich pro Synth-Stimme am Moog One. Hier lässt sich auf der Hardware neben Sample & Hold zwischen den klassischen Dreieck-, Rechteck- und Sägezahnformen wählen, klickt man hier wieder auf den „More“-Taster, findet man allerdings auch hier wie bei den Oszillatoren Optionen für die Schwingungsform-Überblendung. So lässt sich beispielsweise aus der Dreieck- eine Sinusschwingung erzeugen oder die Pulsbreite der Rechteckschwingung modulieren, hat man diese angewählt. Aus dem Sample & Hold lässt sich hier ebenfalls ein Random-Generator erzeugen. Jedes der LFO-Module besitzt einen eigenen Clock-Teiler, sodass sich sämtliche LFOs ebenfalls zur Masterclock synchronisieren und dividieren lassen und das nicht nur „straight“, sondern auch „dotted“ oder mit „triplets“. Hier lässt sich wirklich alles einstellen. Das Neustarten bei Note-on-Befehl lässt sich aktivieren, eine optionale Fade-in- oder Fade-out-Zeit festlegen oder wenn man den LFO beispielsweise nur 13 mal schwingen und danach ruhen lassen möchte, stellt das ebenfalls keinen Aufwand dar. Mit dem Waveform-Smoothing lassen sich vor allem der Random-Algo und das Sample & Hold etwas zähmen. An jedem der 4 Oszillatoren befindet sich auch hier wieder der „Dest“-Taster, mit dem die freie Zuweisung der LFOs mit Einfachheit zu realisieren ist. Zwar scheinen die LFOs digital realisiert worden zu sein, leider scheinen sie aber nicht in der Lage dazu, sich polyphon (also pro Note) triggern zu lassen, das hätte dem Moog One sicherlich noch einmal etwas mehr Leben verleihen können.

Sequencer und Arpeggio am Moog One

Der Sequencer am Moog One gestaltet sich recht umfangreich, lässt sich per Clock-Division synchronisieren oder im Freilauf betätigen. Er fasst maximal 64 Steps, dessen Gate-Länge, Velocity, Rests und „Ratchet“-Doppel- bis Vierfach-Trigger sich für jeden einzelnen Step festlegen lassen (leider über ziemlich wacklige Plastiktaster). Das ganze Konstrukt lässt sich dann transponieren oder per Notenbefehl triggern und stimmen sowie ganz klassisch per Lauflicht und Hold. Steps lassen sich duplizieren und wenn man sich auskennt, kann man ziemlich schnell relativ umfangreiche Sequenzen programmieren. Auch lässt sich eine Notensequenz über die Klaviatur einspielen und aufnehmen, auch mehrstimmig polyphon. Per „Tie“-Befehl lässt sich ein Note-zu-Note-Glide erzeugen, sodass hier die Hüllkurve nicht neu getriggert wird. Im Elektron-Stil lässt sich jeder Parameter wie etwas der Filter-Cutoff pro Step modulieren, hierzu geht man im „More“-Menü des Sequencers auf die „Modulations“ und kann bequem pro Trigger unter Nutzung der Bedienoberfläche des Moog One an den Werten herumspielen. Möchte man den Sequencer polyphon programmieren, lassen sich auch per Knopfdruck Programmzeilen hinzufügen. Dafür dass Moog hier absoluter Neuling ist, klappt das Ganze wirklich gut.

Das verbaute Arpeggio springt bis zu vier Oktaven herauf oder herunter und besitzt dieselben Clocking-Möglichkeiten wie der Sequencer, arbeitet jedoch im klassischen Sinne eher damit, die eingegebenen Notenbefehle auf der Klaviatur zu modulieren. Hier befindet sich auch ein Random-Algo, mit dem man zu recht interessanten und lebendigen Sequenzen gelangen kann. Das Arpeggio ist etwas simpler gehalten und verhilft einem gemeinhin eher zu den klassischen altbekannten Arp-Riffs, man muss sich jedoch immer vor Augen halten, dass ich das Ganze dreimal auf dreifach unterschiedliche Art und Weise in drei verschiedenen Settings auf drei verschiedenen vollanalogen Sounds gleichzeitig anwenden lässt. Mit Sequencer und Arp oder gar beidem auf einmal pro Stimme lassen sich sehr interessante rhythmische Muster erzeugen, in Kombination mit dem Gerät und seinem Klang an sich fühlt es sich so an wie eine vollanaloge, extrem detailreiche Workstation. In Kombination mit dem eingebauten Chord-Learn-Feature kann man auch einen und denselben Akkord über das Arpeggio sequenzieren. Spätestens ab hier wird wohl ersichtlich, mit dem Gerät lässt sich bereits einiges anstellen. Wenden wir uns also nun den Ergebnissen zu, wie klingt das Ganze?

Der Klang des Moog One und seine Nutzbarkeit

Das Resümee nach rund drei Monaten der intensiven Nutzung lautet wie folgt: Den Klang des Moog One kann man sich wie einen einzigen Sweetspot vorstellen. Egal in welchen Lagen oder Fußbreiten man ihn spielt, es gibt schlichtweg keine Möglichkeit, ihn sonisch „uneben“ klingen zu lassen. Das geht so weit, dass das Ladder-Filter nicht nur die Grundfrequenz einbüßt, wenn man die Resonanz hochdreht, man hat das Gefühl, er pegelt sich selber nach. Egal wie breit der Akkord ist, den man gerade spielt, es klingt immer ausgeglichen und ist mischbar. Gemessen an der puren Fülle, die dieses Gerät alleine schon was die Stimmenanzahl angeht bereithält, kann man hier nur den Hut vor der Ingenieursleistung ziehen, die hier vollzogen wurde. Er kann dann richtig dick klingen und durch lebhafte Modulation mehrstimmig atmen, dennoch ist er immer misch- und zähmbar, auf eine Art und Weise, die beinahe schon irgendetwas zwischen gruselig oder gar langweilig ist. Schon aufgrund der diversen herkömmlichen Manipulationsmöglichkeiten wie der einstellbaren Pole der Filter und den verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten für diese kann der Moog One sein Gewand komplett verändern, von modern und schmatzig bis leicht verstimmt und vintage-style luftig ist alles im Handumdrehen programmiert. Die Oszillatoren können klassisch, aber auch beinahe FM- oder Orgel-ähnlich klingen, durch die Modulation der Schwingungsform kann man Sounds erstellen, die beinahe klingen wie die analoge Version eines PPG. Ein Preset, das mir beim ersten Anchecken des One besonders im Ohr blieb war „cool piano dude“, dieses klingt nicht nur wie ein FM-Nachbau eines solchen, sondern ist gerade in den obertonreichen Basslagen dem MKIer Rhodes, das dem Moog One hier gerade gegenüber steht, beinahe schon abwegig ähnlich.

 

Jedoch: All das oben Genannte mag extrem positiv klingen, wer aber jedoch auf der Suche nach einem „Charakter“ wie einem Poly- oder Memorymoog ist, dem bringt hier auch der „Detune“-Regler nichts mehr. Neugestartete Schwingungsformen, digitale Envelopes und ein Instrument, das durchgängig stimmstabil ist und sich selber dahingehend überprüft, bekommt man hier. Es ist nur wieder die logische Evolution, aber dennoch: Das Gefühl der in der Bedienungsanleitung versprochenen Körpererweiterung, des lebendigen Instruments als Teil von mir, stellte sich bisher bei Weitem nicht ein. Das liegt nicht an der Bedienbarkeit, die fantastisch und selbsterklärend gelungen ist und auch nicht am perfekten Klang in absolut allen Lebenslagen, den dieses Gerät bereithält, sondern mir fehlt hier die Verbindung. Der Moog ist für mich eher ein Werkzeug, eine Workstation. Hier im Studio stellt er den wohl besten analogen Kompagnon dar, den ich mir für die meisten Anwendungen hätte erhoffen können, der Moog passt überall rein und der Sound, den man im Kopf hatte, ist schnell umgesetzt. Aber er ist nicht das Gerät, an das ich mich nach abgeschlossener Arbeit noch einmal dransetze, um einfach für mich noch etwas zu spielen, die emotionale Bindung bleibt leider aus. Den einen oder anderen kreativitätssteigernden „happy accident“ beim Patches schrauben gab es zwar über unsere gemeinsame Zeit, beispielsweise der Matriarch oder die Grandmother aus selbigem Hause geben mir allerdings deutlich mehr an klanglicher Lebendigkeit und Feedback zurück. Der Moog One fühlt sich eher an wie eine Workstation, mit der sich perfekte Klangwelten erschaffen und dann aufnehmen oder einfach nur über die Klaviatur performen lassen, aber zum Schrauben während der Performance abseits der dafür vorgesehenen und vorher eingestellten Manipulationsmöglichkeiten lädt er mich persönlich nicht ein, was wohl nicht zuletzt auch an der Klaviatur liegt, die mir persönlich einfach nicht zusagt. Man muss den Moog One kaum „zähmen“. Eine Anzweiflung des Klanges und der Bedienbarkeit des Moog One ist im objektiven Sinne absolut nicht zu rechtfertigen, das Gerät ist über jeden Zweifel erhaben, die Frage ist nur immer, ob der Funke überspringt. Bei mir tut er das nur, wenn ich den Moog One als Produktionswerkzeug nutze, es gibt wohl kaum einen besseren analogen Bass- oder Flächenfabrikanten als den One. Beispielsweise über Bitwig kann man sämtliche Parameter nicht nur automatisieren, sondern spielend leicht auch mit zusätzlichen Modulationsquellen, LFOs oder Envelope Followern versehen, dann wird er schnell doch einmal zu einem lebendigeren Monster.

Was sich, was das digitale Hirn des One angeht, noch alles erweitern lässt, bleibt abzuwarten.

Die verbauten Effekte jedenfalls werden dem Grundklang des Moog One meiner Meinung nach weitestgehend nicht gerecht, die Hallfahnen von Eventide klingen zwar oft gefällig und die verbauten Delays sind ebenfalls weitestgehend brauchbar, aber eben nicht auf diesem Level, hier tut beispielsweise die DSP der Marke Radikal Technologies einen deutlich feineren und besseren Job. Von den Flangern, Phasern, Resonator, Chorus oder Bitcrusher lasse ich nach einmaligem Ausprobieren die Finger. Ein Feature, auf das ich mich gefreut hatte, war vor allen Dingen der Vocoder, dieser bringt allerdings ebenfalls nicht die Formantenstabilität und Klarheit, die ich mir erhofft hatte. Hier gibt es eine 10- und eine 16-Band-Version und an diesen lässt sich auch einiges herumschrauben. Verstehen, was gesagt wird, kann man leider auch unter voller Präsenz und mit dem dicksten Brasssound als Carrier nicht. Die Effekte werden dem unfassbaren Grundsound des One nicht gerecht.

Der Moog One on YouTube

Vincent hat uns knapp 50 Minuten Sounddemos eingespielt:

Fazit

Die wichtigste Frage ist, zu klären, ob der Preis für den Moog One durch dessen Klang und Funktionsumfang zu rechtfertigen ist oder ob dieser für den gemeinsam mit dem Gerät zu erwerbenden Prestigefaktor zu entrichten ist. Zudem werfen die anfänglich beschriebenen Kinderkrankheiten, die von einigen Nutzern berichtet wurden, die Frage auf, ob das Gerät nicht zu früh veröffentlicht wurde. Ein Gerät dieser Güteklasse, das um 6000 bis 8000 Euro kostet, darf sich keinen Fehler leisten, vor allem nicht einen dermaßen rudimentären, dass er sichnach einer halben Stunde durch den Verlust der Stimmstabilität nicht mehr spielen lässt. Diese Fehler wurden aber selbstverständlich durch die ersten Updates der Firmware behoben. Machen wir uns nichts vor, man bekommt schon einiges an Gerät, einen 16-stimmigen, perfekt klingenden analogen Synthesizer der allerersten Güteklasse, alleine das wird demjenigen, den es interessiert und es sich leisten kann, Kaufgrund genug sein. Mit den im aktuellen Firmware-Update veröffentlichten Steuerungsmöglichkeiten über MIDI-CC oder den NRPN-Standard wird der Moog schon eher zu dem modernen Biest, was man sich erhofft und ab dem Moment, ab dem das versprochene MIDI 2.0 Update die Marktreife erlangen wird, mit dem sich alle 16 Stimmen einzeln steuern und in allen Werten programmieren lassen sollen, ist er meiner Meinung nach auch 8000 Euro wert. Vielleicht ist der LAN-Port auf der Rückseite irgendwann mal Audio-over-IP-fähig und lässt zu, dass man über einen Expander alle 16 Stimmen einzeln abgreifen kann? Wer weiß, ob das passiert, wichtigster Fakt ist jedoch: Hier wird noch einiges gehen!

Plus

  • Klang
  • Verarbeitung
  • Bedienweise

Preis

  • Moog One 16: 8.699,- Euro
  • Moog One 8: 6.699,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    Vincent  RED

    Liebe Kollegen,

    eine Video-Sounddemo folgt die Tage! Falls ihr hierfür noch Anregungen habt, Sounds oder patches im Kopf habt, die ihr gerne hören würdet, so lasst es mich hier wissen!

    Liebe Grüße,
    Vince

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      justme  

      Jo, steinigt mich für meinen simplen Geist, aber einfach mal :
      1. Jump !
      Ich weis, ist für alle intellektuellen Geister natürlich verpönt. Für mich nach wie vor ein Riff das einen Synth strahlen, leben und mächtig sein lassen kann. Und mir häufig zeigt, wenn´s angeblich Derivat XY auch beherrscht, daß es das eben nicht kann !
      2. Ein Pad, indem verschiedene langsame Modulationen an den OSC´s in ihrer Mischung zueinander, in ihren Wellenformen und den Filtern ineinander fliessen. Vielleicht durch Sin/Tri-Lfo´s wie auch Smooth S&H.
      Und natürlich alles OHNE die digitalen FX…

  2. Profilbild
    Henrik Fisch  

    Vielen lieben herzlichen Dank für den ausführlichen Test. Auch wenn das Gerät aufgrund seiner Preisgestaltung für mich völlig jenseits von Gut und Böse ist … und Machbar und meine Bank wirft mich direkt wieder auf die Straße mit den Worten

    Lassen Sie sich bloß nie wieder blicken!

    lese ich so etwas doch immer wieder gerne. :-)

    Aber ich möchte doch noch einmal auf den Preis des »Moog One« zu sprechen kommen und der damit in der Überschrift des Tests verbundenen Frage »Reeller Gegenwert oder Prestige?« Dabei möchte ich überhaupt nicht die technische Leistung Moogs bewerten. Man lasse sich den Preis auf der Zunge zergehen: 6.700 Steine. Für diesen Gegenwert bekomme ich ein gut ausgerüstetes Studio: Computer mit DAW, Controller, ein paar gute Synth-VSTs, ein paar gute Effekt- und Mixing-VSTs, Monitore, Kopfhörer, usw.

    Bewusst vorsichtig formuliert: Wenn ich mir von u-he das »Diva«-VST zulege (meinetwegen auch »Monark« oder was es sonst noch so gibt), dann komme ich zumindest schon sehr weit in die Richtung des Moog-Klangs. Wenn ich dagegen an »neuen« Klängen interessiert bin, dann werde ich als Hardware mit dem »Waldorf Quantum« vermutlich besser und sogar günstiger bedient sein.

    Alle Argumente zusammen genommen ist der »Moog One« wohl doch auch und durchaus ein Prestige-Objekt. Wogegen es aber nichts zu sagen gibt. ;-)

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      Joerg  

      Wird sich, trotz des gesalzenen Preises, verkaufen
      Weil es ein Moog ist
      …und das mit Recht ;-)

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      paolostylo

      @Henrik Fisch: perfekt geschrieben, ohne den One abzuwerten. Ich sehe es absolut genauso. Und ich konnte in den 90ern mehrere analoge Synthesizer im meinen Produktionen nutzen (Jupiter-8, Juno-60, Moog Prodigy etc.). Die meisten habe ich jetzt als Plugins und habe Schwierigkeiten, die Unterschiede zum Original heraus zu hören…
      PS: die u-he Diva ist wirklich herausragend, wenn man authentischen Moog-Sound im Rechner sucht…

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    psv-ddv  AHU

    Danke für den Überblick zu den Features und die sehr diplomatisch geschriebene Einschätzung der klanglichen Fähigkeiten des One.
    Das Teil nötigt einem schon einen gewissen Respekt ab. Allerdings kann auch ein Produktionstool, welches vom Klang her nicht zu inspirieren/nicht zu berühren weiss nur taugen, wenn die Musikproduktion Dienst nach Vorschrift ist. Oder sehe ich das zu eng?
    Mir ging es jedenfalls mit dem „One“ so. Ich fand den Klang über weite Strecken nicht involvierend. Die Onboardeffekte sind der Kiste nicht würdig. Hier wären ein oder zwei wirklich auf den Punkt gebrachte Effekte sicher besser gewesen als ein verunglücktes Multieffektgerät mit in die Tüte zu stopfen.
    Eigentlich hat mir der „one“ nur als Monosynth richtig gut gefallen: Im 16voice unisono Mode. Da drückt das Teil dann schon gut. Dabei hat Moog ja durchaus auch in letzter Zeit gute Musikinstrumente gebaut. Nur beim One hat es irgendwie nicht richtig geklappt. Der berühmte Unterschied zwischen Kunst und Wunst. Leider schade.

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      amyristom  

      Das klingt mir eher danach, wie geistig offen man an ein solches Instrument herangeht. Also ob man offen vorurteilsfrei sich mit dem Instrument beschäftigt oder ob man schon mit der geistigen Grundhaltung „nur Vintage-Analoge waren das eigentlich klanglich einzig wahre und ab dem DX7 kam nur noch digital wie analoger steril klingender Müll“ vor dem Gerät steht. Dann kann das Instrument nur verlieren, weil der Tester unterbewusst eigentlich schon eine unbewusste abwehrende vorurteilsbehaftete Grundhaltung gegenüber dem Instrument einnimmt und quasi nur nach Argumenten sucht, die seine im Vorfeld gefasste Meinung „das kann eigentlich nix gutes sein“ bestätigen. So kann ein Instrument nicht inspirieren. So mein Eindruck. Oder welches neue Instrument (was nicht auf kompletten Retro-Schaltungen basiert wie z.B. Grandmother) konnte dich klanglich nachhaltig begeistern?

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        psv-ddv  AHU

        Da liegst Du falsch. Mir ist komplett egal wie ein Synth aufgebaut ist und ziemlich egal wieviel er kostet, wenn er mich als Musikinstrument begeistert. Dementsprechend ergebnisoffen bin ich dem One gegenübergetreten. Meine Masstäbe liegen allerdings hoch. Das Leben ist zu kurz für schlechte Musikinstrumente. Als rein zeitgenössisch konzipierte Synths begeistern mich zum Beispiel der Nonlinear Labs C15 und das Haken Continuum. Wirklich grossartige Synthesizer.

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      Hectorpascal  AHU

      Ich hatte den auch unter den Fingern und während ich beim Preis aufgrund der Multitimbralität und zu erwartenden Updates ein Auge zugedrückt hätte, war die Tastatur ein absolutes no go! Effekte, geschenkt. Da hat jeder sein Portfolio, auch wenn Einsparpotential vorhanden gewesen wäre. Mir unverständlich wie nach der tollen Tastatur der Grandmother so ein, sorry, Müll verbaut werden konnte. Unspielbar darf die m.M.n. ruhig genannt werden. Da muss es ein Hardware-Update geben.

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        psv-ddv  AHU

        Stimmt, mit der Tastatur hatte ich auch Probleme und zwar haargenau wie es Vincent im Testbericht schreibt. Ich könnte mir den One gut mit einer leicht gewichteten 76 Tasten Poly-AT Tastatur (Marke Prophet T8) vorstellen. Wenn die Tastatur richtig gut abgestimmt ist, würde ich mir den One sicherlich nochmal unvoreingenommen reinziehen…

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          amyristom  

          Wie würdet ihr beiden denn die Charakteristik der Tastatur beschreiben? Konnte den „One“ bisher selbst noch nicht anspielen. Aufgrund des Tests liest es sich nach „schwergängiger / mehr Gegendruck / schwerer gefedert beim Tastendruck als bei anderen Synthesizern“ und gleichzeitig „schwammig im Spielgefühl“. Das kommt mir jetzt spontan vertraut vor mit meinem Moog Sub37, dessen Keyboard ich ebenfalls „suboptimal“ nennen würde; die weißen Tasten sind eher schwammig, die schwarzen Tasten sogar schwer zu drücken wenn man sie nicht weit vorne erwischt sondern eher hinten in Richtung Gehäuse spielt. Vergleichbar zum Moog One?

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            Hectorpascal  AHU

            Schwammig ist super auf den Punkt gebracht. Es fehlt ein Anfang und Ende. Wie eine Taste wo du nicht merkst ob du die überhaupt gedrückt hast. Es ertönt zwar irgendwann ein Sound aber dein Hirn kann die Verbindung dazu nicht herstellen. Das da noch kein Shitstorm losgetreten wurde ist ein Wunder. Wie gesagt, die Grandmother ist dagegen toll spielbar!

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              amyristom  

              Beim Sub37 gab es ja diese Kritik, so dass Moog sich bemüßigt sag, die Tastatur beim Subsequent37 zu überarbeiten und sogar zusammen mit der Synthhardware für Sub37 Besitzer als Austausch anzubieten. In wieweit diese im Vergleich zu der Tastatur des Sub37 tatsächlich eine Verbesserung darstellt, kann ich allerdings nicht beurteilen.

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                Vincent  RED

                Hey zusammen,
                mir persönlich gefällt die Tastatur des Sub37 deutlich besser, die hatte ich auch mal hier gehabt. Die ist tatsächlich noch deutlich responsiver, leichtgängiger und gibt einem besseres „on-off“ feedback. Bin komplett bei der Beschreibung von Hectorpascal was das Keybed angeht. Danke fürs reinlesen! Keine Ahnung, was Fatar da fabriziert hat, bzw. was Moog da abgenommen hat.
                Vince

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                  amyristom  

                  Oha, dann muss ich die des Moog One unbedingt mal selbst anspielen. Persönlich finde ich die Tastatur des Sub37 nämlich die am schlechtesten spielbare und qualitative Tastatur meines „Fuhrparks“ (d.h. Yamaha EX5, Wavestation, JP8000 sind meilenweit besser, selbst die Tastatur des M-Audio Axiom61 Midi Keyboards liegt knapp davor und die ist schon mau): schwammig, und schwergängig (besonders die schwarzen Tasten wenn man sie nicht genau vorne trifft) und auch der Aftertouch ist schwergängig und unpräzise. Und diese Tastatur wurde aufgrund dieser Kritik schon (angeblich) beim Nachfolger Subsequent37 verbessert. Das die beim Moog One jetzt dieses Niveau noch unterbieten soll, kann/mag ich mir angesichts des Preises ja eigentlich nicht vorstellen. Wie gesagt, muss ich mal anspielen bei Gelegenheit. Das wäre ja dann echt ein Klopper.

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                    Vincent  RED

                    Gerade wenn du die von dir genannten Produkte deines Fuhrparks besser findest, wirst du die des one ebenfalls noch schlechter finden als die vom sub37. ;)

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        Ensoniqs

        Laut Moog ist eine Fatar TP8S verbaut, das ist z.B. meine absolute Lieblingstastatur in Synths. Wenn da etwas nicht stimmt oder gar als „schwammig“ wahrgenommen wird, dann hat das weniger mit der Tastatur als mit der Abstimmung zum Synth zu tun.

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    tomk  AHU

    Für einen 24/7 Hitproducer ist das sicherlich kein Prestigeobjekt, sondern rein ein Arbeitstool für den nächsten Top Ten Hit. Der dann natürlich nicht drüber hinaus inspirieren muss. Hauptsache die Fläche, oder der Bass sitzt. Die Plflicht ist getan, das Ei gelegt, wenden wir uns anderen Instrumenten zu, die ja in Fülle vorhanden sind. Erst recht wenn die Klaviatur den Fingernägeln nicht gerecht wird, dann muß was anderes ran nach Feierabend! Was inspirierendes, abseits der Hit Maschinerie!

    Kleine Hobbyproduzenten die sich über jeden Click auf den Tracks freuen, die denken natürlich lange nach ob so ein Klotz die lange Sparsam/Enthaltsamkeit wert ist. Die sparen dann z.B. eher auf einen Voyager, der völlig ausreichend ist für Moog Sound im Hobby Studio. Auch ein DSI wäre mehrstimmig früher erschwinglich …

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    amyristom  

    Wie gut / realistisch ist denn der Moog One in der 8 stimmigen Variante im Multimode einsetzbar? Also wenn man nicht nur „einen“ Sound gleichzeitig damit programmieren möchte sondern die vorhandenen 3 parallelen Soundengines für Split- und / oder Layersounds einsetzen möchte? Oder anders formuliert: Inwieweit ist die 8-stimmige Variante des Moog Ones denn eine Empfehlung oder ärgert man sich am Ende doch mit großer Wahrscheinlichkeit, weil man sich 2000 EUR für die zusätzlichen 8 Stimmen gespart hat?

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      Vincent  RED

      Hey amyristom,
      das ist eine gute Frage und wahrscheinlich von deinem exakten usecase abhängig. Du hast halt immernoch 8×3 Oszis in der Kiste. Ich denke das Prinzip bleibt das selbe, da sich ja durch die Nutzung der Layers und Splits keine Verluste der gesamten Stimmenanzahl ergeben. Das funktioniert schon alles ziemlich gut, die Frage ist nur was du damit machen möchtest. Willst du einfach drei polyrhythmische Mono Arps/Seqs programmieren, reichen dafür drei der acht Stimmen. Möchtest du drei verschiedene Pad Sounds miteinander layern und gleichzeitig breite Akkorde damit spielen wirds wahrscheinlich eng, aber dann kannst du zB. immernoch ein paar Oszis auf die Quint stimmen um die Akkorde künstlich breiter zu machen. Mir ist das Ding eigentlich fast zu viel so wie es hier steht, man ist nicht so kreativ wenn man keine Limitationen mehr hat. ;)
      Vince

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        amyristom  

        Persönlich wäre der Use-Case tatsächlich eher der des Pad-Spielens, also z.B. Dual-Layer Pad mit wahlweise gesplittetem Bass-Sound oder einer über dem Layer-Pad laufenden Arpeggiator-Figur. Also eher die Anwendung als klassischen Polysynth, weniger als 3-fach multitimbralen Monosynths. Und da könnte es aus meiner Sicht dann bei der 8-stimmigen Variante dahingehend schnell knapp werden, als dass man dann das potential der Soundengine nicht wirklich klanglich zufriedenstellend ausschöpfen kann oder?

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    ArvinG   1

    Dass der Kaufpreis allein schon polarisiert, ist natürlich klar. Prestige hin oder her,
    wer ihn unbedingt will und es sich sich leisten kann, holt ihn sich eben. Ebensogut kann man sich fragen was man denn für die ca. 5K sonst so bekommt, die bei einem grossen Seller (als Sonderangebot !) für eine 59er LesPaul TrueHistoric angesetzt sind. Oder mal die Jazzgitarristen die eine L5 (oder Super 400) spielen, fragen, was sie für ihr Instrument bezahlt haben. Ist müßig imho, denn es gibt keine andere original 59er ReIssue-LesPaul, keine andere original L5, keinen anderen 16-stimmigen original Moog.

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      psv-ddv  AHU

      Naja, der Polymoog ist vollpolyphon und ein original Moog :)
      Den Preis für solch ein Instrument finde ich nur relevant wenn die Präziose nicht richtig abheben kann. Das gilt dann auch für die LesPaul. Es sei denn man will eh nur die Sammlervitrine füllen. Dafür ist der One aber zu einfach verfügbar. Ob das Design die Vitrine wert ist lasse ich mal offen.

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        amyristom  

        Der Polymoog ist aber nur paraphon. Vollpolyphon ist er (nahezu) nur auf Oszillatorebene. Sobald es an Hüllkurven und Filter geht ist er monophon. Daher hinkt der Vergleich mit dem Moog One (nicht nur dahingehend) stark. Neben dem Memorymoog ist der Moog One nach wie vor der einzige wirklich richtig (einschränkungsfreie) polyphone Moog.

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          psv-ddv  AHU

          Meine Anmerkung war witzig gemeint.
          Der Polymoog ist definitiv vollpolyphon, wenn auch nicht in allen Aspekten. Als Lektüre dazu empfehle ich den BlueBox Bericht von moogulator.
          Der One ist genau so wenig einschränkungsfrei polyphon (Multitimbralität und nur 16 Stimmen, Effektwege). Der Memorymoog hat eh weniger als 16 Stimmen.
          Aus der Diskussion bin ich jetzt aber raus. Sorry, nicht böse gemeint, ist mir zu wortklauberisch.

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        ArvinG   1

        OK, als Gitarrist bin ich jetzt nicht so der Synth Experte vor dem Herrn ;-) „Der große Polymoog ist heute mehr ein Mythos. Das ist doch das Ding, was immer kaputt ist, welches es in zwei Versionen gibt und ist es wirklich ein richtiger Moog?“ damit fängt Moogulators Artikel aus 2012 an. Gerade mal im Archiv danach gestöbert.

        Aber ich verstehe was Du meinst. Überhaupt bleibt abzuwarten ob und wie sich dieser Trumm auf dem Markt durchsetzt. Es gibt ja durchaus ein paar positive (bei MS sogar fast enthusiatische) Reviews. Aber wer 8,9K ausgibt…

        P.S. Eine Super 400 ist auch einfach verfügbar. 12,9 resp 15K bei T. je nach Finish. Auf Lager.

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          psv-ddv  AHU

          Sorry für die Klug(Moog)scheisserei :)
          Als möchtegern Gitarrist kann ich Deinem Argument bezüglich der Relativität des Preises aber nur zustimmen. Edle Gitarren kosten tendenziell erheblich mehr als edle Synths. Da sind rund 9k€ für ein absolutes Spitzenprodukt nicht wirklich der Rede wert.
          Andererseits bekommt man z.B. für rund 5k€ einen Baloran River, der den One vom Klang her blass aussehen lässt.

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    costello  RED

    Danke für Deinen ausführlichen Bericht zum Moog One. Man merkt, dass Du das Gerät ein Vierteljahr unter den Fingern hattest. Pflichtschuldig zählst Du all seine großartigen Features auf, aber lässt doch keinen Zweifel daran, dass der Moog Dich nicht richtig berührt hat. Ein Instrument ist tatsächlich mehr als die Liste seiner Specs. Mir ging es beim mehrmaligen Anspielen genauso: Der Funke wollte nicht überspringen. Vielleicht ist es unfair, weil man unbewusst immer den Vergleich zum Memorymoog zieht. Das absolute Gegenteil von misch- und zähmbar. Aber dafür das pure Leben.

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      amyristom  

      Das liegt vielleicht auch daran, mit welchen Erwartungen man an ein solches Instrument herangeht. Wenn man mit den Erwartungen daran geht, hier die Wiedergeburt eines Memorymoogs mit mehr Features und moderner / zuverlässigerer Technik zu erleben, der erlebt wahrscheinlich eine Enttäuschung, muss sie vielleicht sogar zwangsläufig erleben. Der Moog One ist kein Memorymoog und will auch keiner sein. Das dürfte im übrigen die gleiche Enttäuschung sein, die damalige Memorymoog-Käufer / -Tester sehr wahrscheinlich erlebten, die mit der Vorstellung einen 6-stimmigen Minimoog vor sich zu haben an das Instrument herangegangen sind.

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        psv-ddv  AHU

        DAS ist ein guter Punkt! Sehr richtig, der Memorymoog wurde damals zumindest indirekt als 8-stimmiger Minimoog angekündigt und enttäuschte. Diese Chance hat man beim One erneut vertan. Die Erwartung ist mehr als navollziehbar. Zumal ja die Minimoog reissue super gelungen ist. Das Know-How war also vorhanden.

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          amyristom  

          Jein würde ich mal sagen… ja der Memorymoog wurde teilweise als „6 stimmiger Minimoog“ beworben. Und enttäuschte in dieser Hinsicht. Das war er nämlich nicht. Dennoch – und darauf wollte ich im Kern hinaus – wurde er als eigenständiges Instrument dennoch am Ende von vielen geschätzt und geliebt. Keiner hält den Memorymoog heute klanglich für eine Enttäuschung, ganz im Gegenteil. Er wurde zum Klassiker. Auch wenn er kein 6-stimmiger Minimoog war. Und das gleiche kann durchaus noch dem Moog One passieren. Er enttäuscht vielleicht als „Memorymoog“-Klon, aber er klingt eigenständig und wird vielleicht als eigenständiger Synthi mal zu einem Klassiker. Wenig hilfreich dabei ist aber sicherlich, dass sein ganzes optisches Design einem ein „ich bin Memorymoog 2.0“ entgegenbrüllt. Das erzwingt quasi Parallelen, die man s.o. besser nicht hätte heraufbeschwören sollen. Eben weil er technisch kein Memorymoog ist und sein will.
          P.S.: Der Minimoog Reissue war ja auch nicht so schwer zu verhauen: Technisch identischer Aufbau mit selektierten Originalbauteilen plus hinzugefügtem LFO und Midi-Interface, das war’s schon. Also kein Redesign sondern einfach nahezu unveränderter Neubau nach alten Schaltungsplänen.

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            psv-ddv  AHU

            Ich halte den Memorymoog für eine klangliche Enttäuschung und ich kenne genügend andere die das auch so sehen. Preislich ist er weit überbewertet für einen Curtis-Poly. Ja ja die moog Filter. Was ihn zum Klassiker macht: Es steht „moog“ drauf und er sieht hammermässig aus. Ja, viele Profis haben ihn damals eingesetzt, aber das gilt auch für den DX7, die M1, etc., die klingen auch nicht besonders.
            Die Minimoog Reissue war nur deshalb nicht schwer zu verhauen weil sie hammermässig klingt. Das heute so hinzubekommen ist mitnichten trivial, sonst würden es alle machen.
            Preis, Verfügbarkeit der Originale, usw. sprachen durchaus gegen das Teil.
            Wenn der One so klänge wie die Mini-Reissue mit 16 Stimmen wäre er für Jahre der Oberknaller! Tut er aber nicht. Ergo: Chance verpasst.

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              amyristom  

              Wie gesagt, der Minimoog Reissue klingt wie er klingt, weil das Innenleben quasi unverändert zum Original ist. Gleiche Platinen, gleiches Schaltungslayout, gleiche Komponentenbestückung. Nichts SMD, nichts alles auf einer Platine, usw.

              Das x 16 Stimmen in den Moog One einzupflanzen wäre alleine aus Platzgründen schon nicht möglich, dazu kommen ja dann auch noch nötige Schaltungsänderungen für die Speicherbarkeit und die weiteren Features, die sich ebenfalls klanglich auswirken (sonst hätten sie den Reissue ja auch speicherbar machen können). Nicht ohne Grund war ja schon der Memorymoog mit Curtis-Chips bestückt und nicht 6x Minimoog-Platinen.

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                psv-ddv  AHU

                Nee, es geht um Klangqualität und nicht um identische Kopien. Die MM-Reissue klingt auch nicht haargenau wie das Original. Bitte nicht mit Revisionen, Serienspreizung und Bauteilalterung anfangen. Darum geht es hier nicht. Die Reissue klingt für sich genommen super…und natürlich ist soetwas heute technisch umsetzbar, selbst für kleinere Firmen. Schmidt und Baloran River klingen beide sehr gut, besser als der One, die Klangerzeugungen sind polyphon, weitgehend analog aufgebaut und voll speicherbar. Das ist der Masstab an dem der Moog One leider scheitert.

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              defrigge  

              AHU – Du sprichst mir 100% aus der Seele. Das ist ein gutes und sehr vielseitiges Instrument, aber klanglich auch für mich eine Enttäuschung. Er hätte nicht mal so brachial wie ein Memory-Moog werden müssen, aber doch zumindest viel von dessen (oder des Moog Reissue) Grundcharakter bewahren müssen, um Moog-Sound Liebhaber zu überzeugen. Auch ich hab nix gegen andere Sounds, aber das sind dann halt auch andere und separat zu bewertende.
              So wie er jetzt klingt hat sich der Riesenaufwand im Moog-Sound-Sinn aus meiner Sicht nicht wirklich gelohnt!
              Ich muss immer schmunzeln, wenn ich Anspiel-Videos von guten Keyboardern mit dem neuen sehe, wo sie ihn als ihr neues Klangwunder bespielen wollen und ihn hammermäßig „Moog und gut“ finden wollen, nur um wenig später dann doch etwas ratlos aus der Wäsche zu gucken und den nächsten Patch anzuspielen, in der Hoffnung, dass das bisher gehörte noch nicht das letzte Wort zum Klang war.

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                  psv-ddv  AHU

                  Hey Vincent,
                  das Leider sollte man hier wirklich betonen. Ich hatte sehr gehofft, dass Moog einen Volltreffer landet und die Kohle für den One schon per Selbstbetrug bereitgestellt :)

    • Profilbild
      Vincent  RED

      Lieber Costello,
      ich danke dir fürs reinlesen! Du hast kurz gesagt sowas von recht – genauso fühle ich mich über das Gerät, exakt den Vergleich wollte ich auch ziehen (da fällt man natürlich gehörig auf die Nase wenn man sich auf den Polymoog gefreut hat). Dennoch konnte ich mich von dem Vergleich verabschieden und unvoreingenommen an die Sache rangehen. Ich sage ganz bewusst nichts schlechtes über den Klang des One, weil es schlichtweg nichts schlechtes an ihm gibt (die Effekte ausgenommen). Es lebt aber eben nicht mehr, exakt. Bin froh über deine perfekte Interpretation meines Textes! ;)
      Vince

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      Vincent  RED

      Ich bin eigentlich ganz froh. Hätte sie den Klotz da noch reingequetscht (der bei Zeiten ziemlich warm wird) hätte man wahrscheinlich nie mehr Ruhe vor den Lüftern.
      Vince

  8. Profilbild
    Viertelnote  AHU

    Kann sein, dass man nur monofone Sounds im Kopf hat, die man
    dem jeweiligen Modell zuordnet. (mini moog D, Prodigy usw.)

    Polyfon habe ich jetzt nicht vordergründig auf dem Schirm, also
    wäre das jetzt für mich eine andere Erfahrung auch mal Sahnepads und Dancestacks usw.
    zu hören. Mein Urteil steht jetzt für Hammerbässe, sequencersounds ect. wo Moog ja
    zur Königsklasse gehört. Selbst der kleine Minitaur rappelt ganz schön, und der ist vom Preis
    her völlig angemessen, geht mehr als in Ordnung.

    Ob der Moog One jetzt seinen Preis wert ist, das kann nur der beantworten, der ihn besitzt
    oder gern besitzen will.

    Schöne Grüße

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    TobyB  RED

    Sehr schön Grosser! Die Autometaphern sind gut auf den Punkt :-D auch wenn ich eher der Apple Carplay Typ bin. Der Preis ist wie er ist, Moog als Firma tickt da etwas anders. Und das ist okay so. Wenn du Sounds machst, einfach mal quer durch den Sound-Garten.

    • Profilbild
      Vincent  RED

      Hey moin Toby! ;) Freut mich dass dir die Lektüre zugesgat hat! Wird genauso gemacht, kommt ganz bald! :) Vince

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        TobyB  RED

        Moin, war spät gestern. ;-) Du wirst die Soundbeispiele schon besorgen!

  10. Profilbild
    k.rausch  RED

    Zur Tastatur: Verschiedene gewichtete und ungewichtete Tastaturen zu spielen, hat durchaus etwas mit Gewohnheit zu tun. Nicht nur bei diesen beiden Grundtypen, selbst die Tastaturen innerhalb einer dieser beiden Kategorien. Auch richtig schwergängige gewichtete Tastaturen eignen sich für schnelle Leadläufe, knackig gespielte Orgelgrooves, Drums in die DAW einspielen. Man muss sich nur eingewöhnen. Eine kleine Herausforderung ist lediglich der ständige Wechsel, wenn man etwa einen Stage 76 mit der linken Hand und einen Andromeda mit der rechten spielt. Die des Moog One finde ich gar nicht verkehrt, es gibt m.E. weitaus schlimmere, die bei manchen Keyboardern dennoch gut ankommen, etwa die des Yamaha MODX. Es ist unterm Strich sehr subjektiv. Die etwas straffe des Moog One verzeiht ein wenig zu lässig gespielte schnelle Sachen, die eines Kronos 61 nicht.

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      amyristom  

      Hast du den Vergleich zur Tastatur eines Moog Sub37? Ist die des Moog One vergleichbar / besser / schlechter?

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        k.rausch  RED

        Da müssten wir normalerweise Kollege microbug in den Dialog einbinden, der ist Fatar Tastatur Experte. Soweit ich weiß, ist im Sub 37 die TP9 drin, ist die gleiche wie im Kronos 61. Ist nicht mein Ideal, aber die ist viel robuster als der erste Eindruck erweckt. Die vom Moog One ist eine Idee griffiger und verlangt mehr Fingerpower.

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          Ensoniqs

          Im One ist laut Moog die Fatar TP8S verbaut. Das ist das Top Produkt von Fatar für 61 -Synths. Die TP8S ist zumindest auch für meine Finger die beste Poly-Synth Tastatur (neben der im Kronos verbauten) . TP9 hingegen ist im Minimoog Reiusse verbaut, die ist deutlich leichter, passt aber super für den Mini. Die TP9 wird auch in den OB 6 und P6 verbaut. Das ist wiederum für micht schlecht, denn hier, empfinde ich das Spiel mit TP9 z.B. als labbrig, instabil und klapprig, schwer nuanciert spielbar.
          Ich vermute daher Abstimmungsprobleme seitens des Herstellers Moog, wenn eine TP8S „schwammig“ ist.. Wenn sich eine TP8S grundsätzlich „schwammig“ anfühlen würde, dann ließen sich auch Solaris, Schmidt , Virus und Co nur schwammig spielen.

          • Profilbild
            Vincent  RED

            Hey zusammen,
            danke fürs reinlesen! Es könnte sehr gut sein dass das etwas mit Abstimmung und vor allem Lagerung zutun hat aber eher nichts mit der Gewohnheit, er steht hier ja jetzt schon drei Monate. Ich selbst hab ein Klavier, ein Fender Rhodes MK1, Synths und Masterkeyboards hier, bin also verschiedene Klaviaturen gewohnt. Die des aktuellen ungewichteten MODX hatte ich am Freitag noch in London unter den Fingern. Kann verstehen, wenn die manche schlecht finden, ich persönlich kann damit allerdings super spielen. Die Anschlagsstärke vernünftig damit zu koordinieren ist vielleicht etwas tricky bei Zeiten, dafür ist der Druckpunkt aber richtig sexy! ;) Hatte auch mal nen rev1 Sub37 hier, da hat mir das Keybed auch deutlich besser gefallen. Ich meine aber, das wäre von Huaxin gewesen, nicht von Fatar?
            Vince

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              amyristom  

              So auch meine Kenntnis. Die Tastatur des Sub37 (rev1, also NICHT des Subsequent37) soll chinesischer Herkunft sein.

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      Hectorpascal  AHU

      Die Tasten des MODX sind auch nicht toll aber haben wenigsten einen fühlbaren Druckpunkt. Auch meine ich das Yamaha da 1-2mm Breite pro Taste gespart hat. Die vom Montage sind dagegen echt gut und klassisch allround Workstation-Style. Korg geht mit wenigen Ausnahmen im Billigbereich auch fast immer. Nein, es kann einfach nicht schöngeredet werden und eine gewichtete Stage-Tastatur kann m.M.n. dazu erst recht nicht dienen. Ich finde Moog hat sich verrechnet und glaubt wohl das der One irgendwo nur in klimatisierten Vitrinen steht mit einen Schild dran „Bitte nicht anfassen“. ;)

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        TobyB  RED

        Hallo Hector,

        welche MODX? Die Klaviaturen sind unterschiedlich. Die des MODX8 verzeiht keine Spielfehler. Wie beim Kronos 61. Während MODX7 sich schon eher nach Plastik anfühlt und nach meinem Spielgefühl eher für Pads und sonstiges geht. Schnelle Achtel und Sechszehntel fand ich schwierig. Moog One, ich fand die Klaviatur ok, hatte damit aber auch Problemchen. Man muss beim Moog One erstmal das schön fahren erlernen. Generell würde ich immer zu einer Stammklaviatur raten und ab und an mal wieder das Haus und Hofklavier anschlagen. Liest sich komisch, die Ergebnisse rechtfertigen dies. Ich hab mir angewöhnt Melodien und Sachen mit Ausdruck auf dem M1 zu spielen. Bässe und Leads mit der Gaia oder dem Propheten. Pads und Flächen mit dem System8. Sachen die mit Spielhilfen wie Arps und Sequenced Sounds mache ich mit Yamaha. Entscheidend ist welchen Anwendungsfall du mit der Moog One vorhast, entsprechend ist die Tastatur weniger wichtig.

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          Hectorpascal  AHU

          Ich meinte speziell den MODX6. Der M1 hat schon eine tolle Tastatur die auch nicht klappert und solide daher kommt. Würde mir auch gefallen. Geübte Spieler kommen wahrscheinlich mit mehr Tastaturtypen zurecht aber meiner einer vermisst stark die alte Fatar des ASR-10 mit polyphonem Aftertouch. Laut Internet soll das eine Fatar TP8S sein und findet sich u.a. in Virus, Raven und GEM S2 wieder. Der Moog Granny hat eine TP9S, also wohl auch ganz mein Fall.

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            Vincent  RED

            Moin zusammen,
            ach M1 (hab ich damals für 200€ verkauft und ärgere mich heute noch) und Workstation hatten doch eh die geilsten Keybeds. ;) Oder die alten Kurzweils. Die TP8s ist richtig komisch gelagert, die Tasten machen quasi alle im Gehäuse noch einen Knick nach unten, gibt es Bilder im Netz zu…. PolyAT soll aber wohl noch kommen. Bisher nur MonoAT.
            Vince

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              TobyB  RED

              Ich hab mir grade in Dublin ein Rhodes MK1 gekauft und hole es morgen vom Flugi ab. Mir gings oben nur darum, das man sich entweder an die verschiedenen Klaviaturen gewöhnen muss und sie sich erspielen muss oder eben mit einer arbeitet. Bei Klavieren und Pianos ist das ja auch nicht anders. Siehe Schubert auf Steinway oder Bösendorfer. Klaus meinte Steinway ist der Moog unter den Pianos. Man muss da kein Drama wie die Klassiker draus machen. MIDI machts möglich ;-)

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            TobyB  RED

            Hallo Hector,

            und ich fand die Klaviatur vom MODX6 „arg“ und stelle mir den MODX7 hin. Das ist dann aber auch ein Kompromiss. Ich weiss gar nicht wie viele Hersteller es für Klaviaturen noch gibt, scheint aber ein generelles Thema zu sein. Was dann bei MIDI 2.0 wieder interessant wird. Ich meine das Protokoll hat schöne Erweiterungen erhalten nur defacto kannst die Eingabemöglichkeiten an 3 Fingern abzählen. Dann nützen mir die Erweiterungen in MIDI 2.0 nichts.

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        k.rausch  RED

        Das hat nichts mit Tastatur schönreden zu tun, sondern mit subjektivem Spielgefühl. Pianisten sehen das erfahrungsgemäß anders als reine Synthesizerspieler. Da ich selber alle drei Typen spiele (Synth Plastik, gewichtet, Waterfall), ist meine Perspektive die, dass, verallgemeinernd gesagt, man sich an alles gewöhnen kann, wenn man denn will oder muss. Ich etwa spiele zwar am liebsten die gewichtete, und da sämtliche Sounds von Bässen, Synthlead bis Piano und auch Drums, aber eben alles das genauso mit Kunststofftasten und die des Kronos 61 ist, obwohl robuster als ich mal dachte, nicht gerade mein Favorit. Insofern ist mein Posting oben eh an Vincent gerichtet, der an einer Gewöhnung an Tastaturen zweifelt. Wir können hier bei Amazona ja mal einen Vergleich von Tastaturen veranstalten, und die Leser per Poll dazu einladen, ihr eigenes Urteil zu den verschiedenen Tastaturen zu äußern. Ich rechne im voraus damit, dass des einen Lieblingstastatur eines anderen Mag-ich-Nicht Objekt sein wird.

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          Vincent  RED

          Hallo Klaus,
          natürlich zweifle ich nicht generell an der Gewöhnung an eine Klaviatur, ich bin aber doch der Meinung dass es da ein physisch bedingtes gut oder schlecht gibt und dass viele Pianisten- oder Nichtpianisten auch der Auffassung sein werden, dass egal ob gewichtet, halb oder ungewichtet „je mehr Feedback man bekommt – und je schneller die Taste nach reindrücken wieder herausspringt, desto besser ist es“ gilt. So ein Vergleich wäre großartig, werde ich anleihern!
          Vince

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            k.rausch  RED

            Physische Bedingungen auf jeden Fall, neben dem Rückfedern der Taste betrifft das auch den Tastenhub, die Griffigkeit des Materials und die Kanten seitlich und vorne. Auch Geräuschentwicklung innerhalb des Tastenbettes samt eventueller Gehäuseresonanzen. Ob es da objektive Bewertungen gibt, nun ja, meiner Erfahrung nach eben nicht. Das hat viel mit der Spielweise zu tun, also ob viel oder wenig Fingerpower, Spreizvermögen der Finger, wie der Aftertouch aufgerufen wird usw. Ist also eine interdisziplinäre Sache und hängt dann letztlich subjektiv auch an der Anatomie der Musikerhände.

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      TobyB  RED

      Exakt Klaus. Wenn man einen entsprechenden Fuhrpark hat muss man die Dinger halt spielen. Und wenn die Klaviatur nicht zünden will, gibt es noch das gute alte Masterkeyboard. Entscheidend ist der Anwendungsfall vor dem ich stehe.

  11. Profilbild
    justme  

    Ich stelle zum gleichen Preis einen Matriarch neben einen Prophet P6 neben einen OB6 …und dann ist noch Geld für´n Strymon Delay und Jasper-Ständer dabei über – ohne das es rauscht ! Klar, Klangpräferenzen beiseite, ich finde es schlicht inakzeptabel, daß so laute Lüfter hörbar sind, für ein Gerät „solcher Güteklasse“ , das 8K Euro wert sein soll…

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      defrigge  

      Sehe ich genauso: die Lüfter nerven, und Dein genanntes Gesamtpaket würde ich dem Moog One auch vorziehen – aber nur weil er mich klanglich doch deutlich enttäuscht, die Funktionalität ist sehr gut.

  12. Profilbild
    8 Bit Fighter  

    Digitale Effekte sind in einem analogen Synthie total fehl am Platz. Sie lassen ihn fast wie ein VA klingen. Leider ging diese paradoxe Entwickelung schon mit Alesis Andromeda los. Ein analoger Chorus ist Millionen mal interessanter als diese ganzen DSP-Effekte. Beim Matriarch, der nach Moog One auf den Markt kam, haben die Moog-Ingenieure zum Glück die richtigen Entscheidungen getroffen und ein Stereo-Analog Echo spendiert und auf DSP-Effekte und Lüfter verzichtet.

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      defrigge  

      Diese Ansicht kann ich nicht teilen: das hängt m.E. ausschließlich an der Qualität der digitalen Effekte.

      Die Effekte in meinem Prophet 6 sind auch nicht high end, aber doch so gut, dass man sie prima (vor allem live) einsetzen kann, ohne dass sie dem Grundklang irgendwas Wesentliches nehmen – und für meine Ohren deutlich besser als die des Moog One.

      Es ist m.E. verbreiteter Aberglaube, dass analoger Charakter beim qualitativ hochwerigen Digitalisieren nennenswert verloren geht. Wenn das so wäre, könnte man sich sparen, analoge Synths in Cubase oder anderen DAWs aufzunehmen, und alle analog-digital Wandlungen wären mehr oder weniger zum Scheitern verurteilt.

      Aber wie bereits angemerkt hätten zwei oder drei Basis-Effekte in guter bis sehr guter Qualität dem Moog One viel besser zu Gesicht gestanden als ein grottiger Multieffekt minderer Qualität.

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        Vincent  RED

        8 Bit Fighter,

        mir persönlich sprichst du aus der Seele! Analoge Effekte in dem Gerät wären der Hammer gewesen, Chorus, Delay und vielleicht ein zusätzlicher Ringmod oder gar ne Feder. Das hätte was gebracht. Den Krahm, der da drin ist, kriege ich im Computer deutlich besser hin.

        Vince

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    Doc  

    Intressanter Test, danke.

    Die Einschaetzung ein Megateil unter den Fingern zu haben und dann doch irgendwie enttaeuscht zu sein, dies hatte ich schon des oefteren.

    Moog Voyager… Hammerteil, aber irgendwie nicht meins.

    Arturia Matrixbrute… Riesenteil… Sound – Auah.

    Und noch son paar Kandidaten. Manchmal passts einfach nicht.

    Ueberhoehte bzw falsche Vorstellungen und Erwartungen, lassen das Geraet dann oftmals im schlechten Licht erscheinen.

  14. Profilbild
    Thomas Columbo  

    Um es kurz zu machen: Für mich ist mein Moog One 16 Voice jeden cent wert, die, die ihn nicht haben (oder besser können ?) werden ihn wie gewohnt trollmäßig neidisch kritisieren, man bekommt ja schließlich dafür 12 Behringer Deepminds, da braucht es allerdings viel mehr Platz, die irgendwo zu stapeln. Die Moog One 16 Voice Version ist eine wahre Analog Workstation und KEIN anfälliger 6 stimmiger Memorymoog, ein diesbezüglicher Vergleich ist absurd, lasst allerdings die Finger von der 8 Voice Version, das ist verschenktes Potential. Und das Beste, was selbst ich nicht erwartet hatte: Das Teil klingt selten (natürlich auch) nach einem Moog d.h. Vielfalt pur und keine Dominanz sondern High End Sounds im Mix. In mein derzeitiges Setup (Montage, Prophet 6, OB 6, Modal 002 und Matrixbrute) passt der Moog One PERFEKT.

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      Henrik Fisch  

      Nee, das trifft es nicht. Ich persönlich gönnen Dir, stellvertretend für alle anderen Besitzer, Deinen »Moog One 16 Voice« von ganzem Herzen – auch wenn ich Dich gar nicht kenne – und freue mich, dass Du Spaß mit dem Gerät hast. Und ich sehe mir auch gerne Videos auf YouTube an, in denen die Leute Spaß mit diesem Synthesizer haben und seine Möglichkeiten demonstrieren.

      Ich selber würde den wirklich gar nicht haben wollen. Also, Moment, langsam … NATÜRLICH würde ich den gerne haben wollen … aber nur um ihn dann wieder zu verkaufen und mir von dem Geld anderes zu kaufen (zum Beispiel, aus dem Bauch heraus, ein »Eventide H8000«, evtl. einen »Waldorf Quantum« und/oder ein 16-Kanal-Computerinterface). Und zwar weil er zu der Art von Musik, die ich gerne mache (machen würde), gar nicht passt. Noch dazu müsste ich mich mit dem Gerät intensiv befassen, um seine Möglichkeiten zu verinnerlichen. Die Zeit würde ich aber gerne in anderes investieren (im Moment zum Beispiel, um »Pd, Pure Data« zu lernen).

    • Profilbild
      justme  

      #Thomas Columbo Warum so angepisst ??? Was soll „die ihn nicht haben (oder besser können ?) werden ihn wie gewohnt trollmäßig neidisch kritisieren,“ denn so´n Unsinn ? Ich lese hier Kritisches, und ich denke, ein lauter Lüfter darf kritisiert werden ! Genauso hat man (leider) soundmäßig noch nicht wirklich Interessantes von diesem Synth gehört. Wenn Du jedoch einen besitzt und er Dir gefällt gönne ich es Dir und Du wirst das dann klanglich besser einschätzen können. Aber unterstelle anderen nicht diesen Neidunsinn und vor allem steht es Dir wohl kaum zu zu beurteilen, wer ihn sich wohl leisten kann. Ist genauso eine bescheuerte persönliche Unterstellung wie andersrum die, wo Käufern teurerer Instrumente erstmal unterstellt wird, sie würden solche Gegenstände nur aus Prestige (wie in der sehr unglücklichen Headline dieses Testes…) kaufen…

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        amyristom  

        Was wäre denn etwas „soundmäßig interessantes“? Ich meine, hey es ist immer noch ein analoger subtraktiver Synthesizer. Streng genommen habe ich jetzt vom Moog One aber auch von anderen aktuellen analogen Synthesizer, völlig gleich ob Prophet 6, OB-6, Sub37, DeepMind12, Matrixbrute, usw. nichts wirklich je „ungehört neues“ gehört. Es klingt halt stets wie analoge subtraktive Synthese nunmal eben klingt (in all ihren Klangvariationen). Daher kann auch ein Moog One einem nicht dieses „uiiii wow“ Erlebnis bieten wie seinerzeit die völlig neuen Synthesen a la Yamaha DX7, Roland D50, Korg Wavestation oder wie neuerdings vielleicht ein Omnisphere. Mehr als eine Variation des von der subtraktiven Synthese her seit Jahrzehnten bekannten kann auch ein Moog One prinzipbedingt kaum liefern. Wo soll da also wirklich „neues interessantes“ klanglich herkommen?

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          justme  

          Einfach wie er klingt ! Trotz gleicher subtraktiver Synthese klingen ein z.B. Minimoog und ARP Odyssey doch zumindest leicht unterschiedlich ? Die OSC´s, die Wellenformen, Verschaltungen dieser, die Filter, Verstärker, Charakter Hüllkurve etc. ? Ich finde schon, daß trotz einheitlichr subtraktiver Klangsynthese nicht alle analogen Synthesizer gleich klingen und ich schrieb nirgendwo, neue Wunder an Nichtgehörtem zu erwarten sondern ich meinte lediglich, einfach mal Klangbeispiele zu hören, die dadurch ineressant sind, daß man außer zugemamschten FX direkt den puren Klang hört !

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            amyristom  

            Dass alle analogen Synthies im Rahmen ihrer durch die Syntheseform begrenzten Möglichkeiten unterschiedlich klingen, steht ja auch außer Frage. Aber Sie haben beim Moog One bisher klanglich „wirklich interessantes“ vermisst. Darauf wollte ich abziehlen. Was wäre denn für Sie „wirklich interessantes“ vom Klang her? Oder anders gefragt: Welcher Synthesizer bietet Ihnen denn klanglich etwas „wirklich interessantes“ was der Moog One in dieser Form vermissen lässt?

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      psv-ddv  AHU

      @Thomas Columbo
      Bitte nicht wieder das flache Neidargument. Das führt doch nirgendwo hin.
      So teuer ist der One nun wieder auch nicht.
      Es ist super, dass der One für Dich in Deinem Setup funktioniert.
      In meinem Setup fällt er negativ auf.

    • Profilbild
      Vincent  RED

      Hi Thomas,

      freut mich dass du Spaß mit dem Teil hast! Usability mäßig ist das der absolute Burner, ohne Frage – und der Klang ist auch perfekt. Mir fehlt nur was, mich holts nicht ab. Trotzdem hat er mir wahnsinnig gute Dienste im Studio geleistet. Sollte kein Angriff auf die One user sein und schon gar keine Neidbekundung, hab hier auch noch genug andere schöne Sachen stehen!

      Leben und leben lassen, oder, was meinst du dazu? :)

      Vince

  15. Profilbild
    justme  

    Mal an die , die einen besitzen : Im Test wird geschrieben, daß die Lüfter irgendwann so laut werden, daß man die Lautstärke erhöht…
    Gibt es einen Zusammenhang in der System-/Lüftersteuerung dahingehend, daß die Lüfter unter Nutzung der digitalen FX aktiver agieren ? Also leise bleiben, wenn der Synth ohne di FX genutzt wird ?

    • Profilbild
      Vincent  RED

      Hi justme,

      ich denke mal dass die Digi fx nicht viel mit der Hitzeentwicklung im Gerät zutun haben, wie kommst du darauf? Denke mal da ist eine Temparatursensorik verbaut.

      Vince

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        justme  

        Ich kam drauf, weil der Behringer Deepmind, wenn ich´s richtig erinnere, der erste analoge Poly war, der auch durch die lauten Lüfter auffiel. O.K., beim Deepmind ist der digitale Anteil an Klangerzeugung durch den kleineren analogen Teil im Verhältnis größer als beim One… dachte nur, daß es vielleicht was damit zu tun haben könnte…

  16. Profilbild
    Doc  

    Nach 3 alkoholfreien Kaffee, natuerlich mit dem Luefter des DM12 gekuehlt, einige Anmerkungen.

    Tastatur:

    Hab hier ein Novation 61 SL Mk3.
    – Wird in fast allen Publikationen von „excellent bis sehr gut“ bewertet.
    Mein Fazit – gut. Aber aufm DM12 laufen die Finger noch schneller.

    Meine pers Einschaetzung; Nix geht ueber eine gute gewichtete Tastatur.
    Suche noch nicht beendet… ;0)

    Moog und Sound
    Wieso sollte ich mir n Moog kaufen der nicht, oder wenig nach Moog klingt ?
    Da tuts auch n Geraet eines anderen Herstellers.

    Mir isses mittlerweile wurscht was fuern Name da drauf steht.
    Ich will n Synth mit Charakter, der mich anfixt, bei dem ich stundenlang nur mit KH rumdadeln kann…

    Kurz: Magie….

    Hier sind die letzten Jahre mehr Synths raus als reingegangen.
    Bei den Effektgeraeten wars genau anders rum.

    Verrueckte geile Musikwelt….

    I love it……

    • Profilbild
      psv-ddv  AHU

      Gegenwärtig hat die Tastatur des One nur einen „monofonen“ Aftertouch Sensor. Für Poly AT wäre eine Hardwarenachrüstung notwendig. Wer weiss ob das je kommt und in welcher Form. Ich halte es eher für unwarscheinlich, dass Moog das als Upgrade für One Besitzer anbietet. Eher tippe ich dann auf einen überarbeiteten One+ mit einer komplett anderen Tastatur. Das ist natürlich lediglich eine Vermutung.

      • Profilbild
        Vincent  RED

        Hey zusammen,

        meines Wissen nach soll die M One hardware seitig polyAT fähig sein, jemand des Unternehmens teilte mir mit, dass das wohl in einem future-update kommen werde.
        Korrigiert mich wenn ich falsch liege – bzw mir Quatsch erzählt wurde. Poly at war für mich eigentlich vorraussetzung und das wär schon krass wenn die Kiste das nicht wenigstens in Zukunft könnte…

        Vince

        Vince

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          psv-ddv  AHU

          Hmmm. Klingt ominös. Vielleicht haben die ja vorsorglich einen gemultiplexten AD Wandlerkanal für die Daten eines solchen Keyboards in Reserve. Dann müssten sie allerdings immer noch die Sensoren und die Keyboardmechanik dafür nachrüsten, was sich nicht mal so eben ambulant machen lässt. Wenn da die Fatar TP8S verbaut wird, wie oben geschrieben wurde, dann hat die definitiv keine PolyAT Sensoren: http://www...../TP_8S.htm. Andererseits, wenn der One das Hardwaremässig schon könnte, warum ist es dann noch nicht aktiviert?

          • Profilbild
            anttimaatteri   1

            „Andererseits, wenn der One das Hardwaremässig schon könnte, warum ist es dann noch nicht aktiviert?“

            Weil dann der Moog One Pr0 10k kosten kann^^

            • Profilbild
              Vincent  RED

              Das ist so ein bisschen meine Hauptfrage – Warum kann er noch so wenig? Warum nicht besser warten?

              Vince

              • Profilbild
                TobyB  RED

                Hallo Vincent, die Antwort liegt vermutlich in der Firmware und hängt auch mit dem Entwickler zusammen. Das muss ja schon passen. Und Moog wird kaum agil und kundengetrieben entwickeln lassen. Dazu ist die HW im One dann doch recht komplex. Ich ziehe einfach mal das RJ45 raus. Stichwort Real Time MIDI/Audio over IP. Und genau sieht das mit Poly AT aus, ich hab mir das auf der SB19 erläutern lassen. Selbst wenn du mit einer HW Poly AT senden kannst, muss das verarbeitende System immer noch in der Lage sein, die anfallenden Daten so verarbeiten das wir musikalische Expression in Echtzeit erhalten. Und das System muss so potent sein alles andere parallel zu machen.

  17. Profilbild
    SynthUndMetal  

    Vielen Dank für den interessanten Test. Ob der One sein Geld wert ist muss jeder für sich entscheiden und vor der Kaufentscheidung die Investition auch sorgfältig überdacht und den Synth ausgiebig getestet haben. Die Verkaufszahlen werden natürlich eher überschaubar sein. Ob die Strategie der geringen Stückzahlen mit hohen Margen sich finanziell lohnt kann nur Moog beantworten. Aber anscheinend ja, sonst würden sie es nicht machen. Daher geht der Verkaufspreis wohl in Ordnung.

  18. Profilbild
    lightman  AHU

    Nach allem, was ich bisher an Demos gehört und über die technische Seite des One gelesen habe, kann ich mir nicht vorstellen, daß ich das Teil nicht mögen würde. Werde ihn live testen, falls sich die Gelegenheit bietet, auch wenn ich ihn mir nicht leisten kann. Es scheint, als wäre er vielseitig einsetzbar und mixtechnisch gut zu beherrschen, Letzteres ist nicht immer ein Vorteil, aber am Ende besser, als ein allesfressendes Monster auf’m Mischer zu haben.

    Was den Preis angeht, nunja, er kostet halt, was er kostet. Wenn ich das Geld hätte und der Meinung wäre, daß mich die Kiste musikalisch weiterbringt, würde ich mit dem Kauf nicht zögern, real gesehen könnte ich mit dem Geld eine Menge sinnvolle Umbauten und Erweiterungen meines Studios finanzieren, die hinterher vermutlich mehr brächten, als ein analoges Dickschiff mit großem Namen.

  19. Profilbild
    Trance-Ference  

    Der One ist echt schon ein Schlachtschiff. Wenn ich Profimusiker wäre und gut von dem Geld leben könnte dann ist der One auf meiner Wantlist. Aber in anbetracht des Preises und Wavetables ist mir der Quantum lieber.
    Jedenfalls sehr aufschlussreicher Testbericht!

  20. Profilbild
    anttimaatteri   1

    Wieviele Musiker, die wegen des Moogsounds berühmt oder bekannt wurden kennt jeder? Im Vergleich zu den Verkaufszahlen der Mooggeräte?
    Das ist vergleichbar mit Leica, Spitzengeräte allesamt, aber ich seh mir nichtmal mehr Tests an, weil wozu? Es gibt musikalisch nicht ein einziges Einsatzgebiet, wo ich entweder EXAKT den Moogsound benötige oder scheitere.
    Nicht mal als pr0ducer sähe ich einen. Ich kenn nichtmal Leute, die in der Lage sind in einer Produktion herauszuhören, obs ein analoger Moog ist oder nen Plugin (ich kenn dafür haufenweise Leute, die beim Thema Blindtest instant die Biege machen :D).
    Wieviele Musiker kennt jeder, die sich so ein Ding für 8k innerhalb eines Jahres zusammensparen könnten, nicht zu reden vom lässigen in bar zahlen?

    Das Teil ist für Musiker mit richtig viel Kohle wie Ruddess oder für gutbetuchte Sammler, die ein wenig rumklimpern wollen mit dem Mehrwertgefühl des erhabenen Fetischs.

    Da kauf ich mir lieber besseres Studioequip zusammen UND noch ein zwei günstige Behringersynths ;P

  21. Profilbild
    filterfunk  

    Besten Dank für den Test!
    Wie zu erwarten dreht sich die Diskussion größtenteils darum, ob das Teil seinen Preis gerecht wird, bzw. wieviel Divas man sich für den Preis bei gleichem Klangergebnis kaufen kann.
    Ich hatte eigentlich gehofft, dass diese Diskussion irgendwann mal durch ist, aber es gibt wohl immer noch einige, die so ein Teil in erster Linie als reines Produktionstool ansehen.
    In der“Money for Sound“ Bewertung wird der one wohl kaum Punkte machen, aber ist dass der Maßstab?
    Für mich als traditioneller Keyboarder sind neben dem Sound die intuitive Bedienbarkeit, Tastatur und das Design ausschlaggebend, um mich mit einem Instrument wohl zu fühlen.
    Und hier kann der one sehr wohl punkten.
    Mein Fazit: Der one ist toll, aber man kann sehr wohl ohne ihn als Keyboarder glücklich werden.
    Ich für meinen Teil werde ihn behalten. Der Workflow ist schon sehr intuitiv und das Gerät ist einfach haptisch und optisch eine Wucht – macht einfach Spaß!
    Verglichen mit dem Andromeda ist die Tastatur viel besser und das original Ladder-Filter klingt einfach besser als die Kopie, wenngleich der Grundsound des Andro erstaunlich Moogi klingen kann.
    Problematisch finde ich die Qualitäts-Probleme – ich erwarte gerade die 3. Lieferung..

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      swissdoc  RED

      Welche Seriennummer hattest Du bisher bekommen und was waren genau die Qualitäts-Probleme?

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        filterfunk  

        Die Serien-Nummern möchte ich irgendwie nicht in aller Öffentlichkeit posten.
        Nur soviel:
        – beim ersten one war der Holzrahmen verdreht, sodass an einer Ecke die Holzleisten oben bündig waren, aber dann nach unten ein deutlich sichtbarer Absatz zu sehen war. Für eine Getränkekiste ist das kein Thema, für ein >8K€ Instrument aber nicht akzeptabel. Musicstore hat den Mangel aber auch anstandslos akzeptiert und das Gerät zurückgenommen.
        – beim zweiten one hat das Display gleich kurz nach dem Einschalten heftig geflackert. Und wenn es das nicht tat, war der Kontrast so schlecht, dass man das Display kaum gebrauchen konnte, da half auch das rumdrehen am Display Setting nicht.
        Insgesamt ist mir aufgefallen, dass das Material zwar durchweg solide ist, aber die Spaltmaße der Holzapplikationen und des Rahmens oft relativ groß sind. Das kannte ich selbst vom eher kleineren Hersteller DSI/ Sequential nicht, geschweige denn von den Japanischen Großserien Synthesizer.
        Der Lüfter stört mich indes überhaupt nicht….

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          ArvinG   1

          Bin auch MS Kunde und muss sagen das finde ich schon irgendwie seltsam. Bei irgendwelchen Volumen Synthies mag so was ja noch angehen, aber einem Kunden zweimal hintereinander eine „Niete“ für 8,9K zu schicken…gabs da ausser dem anstandslos Zurücknehmen eigentlich eine Stellungnahme von MS bzw. Rückmeldung von denen an den Vertrieb ?

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            filterfunk  

            Es gab noch eine Entschuldigung…
            Das ist m.E. vollkommen ok. MS kann ja nichts dafür, dass Moog Qualtitätsprobleme hat.
            Ich bin allerdings gespannt, wann ich mal ein fehlerfreies Gerät bekomme…

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              filterfunk  

              Schön wär’s, aber das glaube ich kaum.
              Das hat im wahrsten Sinne des Wortes „zu schräg“ ausgeschaut… : -(

  22. Profilbild
    Organist007  

    Alles eine Frage des Blickwinkels und der Prioritäten. Manche kaufen sich einen SUV um 40.000,- andere gönnen sich einen Moog One.Ich würde mich für letzteres entscheiden. Mein Fender Rodes Mark One hat 1978 auch 25.000 österr. Schilling gekostet, das waren für mich damals 3 Monatsgehälter.

  23. Profilbild
    SynthNerd  

    hab den Moog One auf der Superbooth angetestet, aber er hat mich nicht begeistert.
    Das Gute daran: Ich muss nicht darüber nachdenken, ob ich soviel Geld ausgeben will.

    Da reizt mich Korgs Prologue 16 mehr (für inzwischen unter 1500€), oder ein Novation Summit.

  24. Profilbild
    amyristom  

    Ich hatte heute die Gelegenheit einen Moog One mehrere Stunden probe zu spielen. Kurzfassung meines ersten Fazits:
    1.) Ich verstehe Vincents Kritik an der Tastatur. Schwammig mit ungewohntem hohem Federwiderstand, keine „normale“ Synth-Tastatur wie z.B. im Prophet 6 / OB-6. Allerdings komme ich damit besser zurecht als mit dem Sub37-Keybed. Fazit: Unbedingt vorm Kauf selbst Probespielen!
    2.) Pitch- und Mod-Wheel sind ungewohnt schwergängig. Auch unbedingt vorher Probespielen!
    3.) Lüftergeräusch: Konnte ihm zwar „nur“ im Laden anspielen, aber es war früh morgens sehr ruhig da bei normaler Raumtemperatur. Da ist mir kein nennenswert störendes Lüftergeräusch aufgefallen außer einem leichten Rauschen bei genau hinhören.
    4.) Klang: Hochwertig, kann von dünn bis sehr breit alles. Wirklich brachial bösartig ist seine Sache aber nicht. Sololeads kann ein Sub37 breiter, fetter, dichter. Was extrem auffiel ist die stilistische Breite. Von klassisch warm-breit-analogen Pads bis hin zu Rhodes, clean E-Gitarrenartiges bis hin zu digital-FM-klingend-artiges. Diese Stilbreite ist vielleicht auch das, was Vincent mit „fehlendem Charakter“ meint. Es ist definitiv nicht so, dass jeder mögliche Klang den gleichen Grundcharakter teilen würde.

  25. Profilbild
    amyristom  

    5.) Spontanität: Er wirkt tatsächlich eher wie eine analoge Workstation. Viele Funktionen, vieles auch unter der Haube in Zusatzmenüs. Zu Beginn erschlägt er einen mit seiner Funktionalität und den Möglichkeiten. Da verstehe ich Vincent gut, dass einem daher z.B. ein strukturell deutlich simpler Synth wie Prophet 6 / OB-6 usw. eher für spontane Arbeiten wie „ich brauche mal eben nur ein 0815 String-Pad“ einlädt, als es der One tut. Der One kann das genauso gut, aber dennoch erschlagen ihn seine Möglichkeiten und theoretischen Funktionen einfach erstmal. Wie bei manch anderem auch: Manchmal helfen einem begrenzte Möglichkeiten auch, sich selbst zu fokussieren und den Blick aufs wesentliche zu richten. Der One dagegen ist pures Sounddesign, man kann sich darin leicht (im Positiven wie Negativen) verlieren. So wie ein Golf GTI fürs mal eben über die Landstraße düsen spontaner ist als das gleiche mit einem dicken Mercedes mit 100 Knöpfen im Cockpit zu tun.

    6.) Polyphonie: Konnte nur den 8-Stimmer anspielen. Aber ich rate klar zu 16 Stimmen. Bei 8 Stimmen kann man den One kaum richtig ausreizen bzw. je nach Layer-Sound ist der Stimmenklau teils schon sehr hörbar. Ich würde mich ärgern da am falschen Ende gespart zu haben.

    Erstfazit: Puh, verdammt sexy das Ding. Aber ob es mir 8000 EUR wert ist, weiß ich noch nicht. Aber es ist einfach sexy… schwierig!

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      filterfunk  

      Die Argumentation kann ich nachvollziehen.
      Dennoch war es bei mir so, dass ich mich beim one sofort „zu Hause gefühlt“ habe.
      Ein Hauptgrund hierfür ist, dass die Oberfläche weitestgehend selbsterklärend ist und es eben verhältnismäßig wenige Submenüs gibt, die man über das Display abgrasen muss.
      Schon nach wenigen Stunden hatte ich das Gefühl, dass Gerät „im Griff“ zu haben, da der überwiegende Anteil der Parameter eben „auf“ der Oberfläche liegt und man dadurch schnell lernt, wo man drehen muss.
      Interessant fand ich Deine Aussage, dass der one nicht wirklich böse und brachial klingen kann.
      Ehrlich?
      Nun, ich muss zugeben, hatte bis auf den Voyager und Taurus noch keinen Moog im Haus, da ich mit monophonen Synths wenig anfangen kann.
      Aber mit denen kann sich der one sehr wohl messen – und das polyphon….

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        amyristom  

        @filterfunk: Mein erster Eindruck ist wie gesagt der, dass der One zwar „brachial“ im Sinne von „breit / bombastisch“ kann, aber nicht wirklich böse im Sinne von „verzerrt, brutzelnd, giftig“. Da vergleiche ich ihn z.B. mit meinem Sub37. Dessen Multidrive-Verzerrungs-Schaltung (und mutmaßlich eventuell auch die Möglichkeit den Filterausgang a la Minimoog und Sub37 in diesen zurückzuschleifen) fehlt dem One (wurde mit voller Absicht seitens Moog weggelassen). Allerdings kann man die Sounds durch die Insert-Kanäle problemlos in externe Fuzz-Pedale und wieder in den Synth zurückschicken, wenn man wirklich „böse“ Sounds haben möchte.

        Und ja ich kann bestätigen, gegen Ende meiner Zeit mit ihm hab auch ich mich sehr „zu Hause“ gefühlt, gerade wenn man bereits einen Moog besitzt, kommt man doch gut zu recht. Dennoch erschlägt er einem durch seine Funktionsvielfalt durchaus erstmal deutlich mehr als es z.B. ein OB-6 tut. Daher kann ich schon nachvollziehen, dass man sich für spontane einfache Sachen eher an einen kleinen Poly setzt als an die „Workstation“ One. Aber das ist Geschmackssache (genau wie das Keybed). Daher: Wenn man die Kohle hat, unbedingt selbst probespielen! Beim One hängt viel davon ab, ob es mit einem selbst „Klick“ macht oder nicht. Mehr vielleicht als bei anderen Polys (btw: bei mir HAT es Klick gemacht).

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          filterfunk  

          Stimmt, der one biete nicht die Art von Verzerrungsschaltung, welche Du genannt hast. Auch ein analoger Distortion wie beim Andromeda findet sich nicht.
          Vermisse ich aber auch so wat von gar nicht…. :-)

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    filterfunk  

    Nun, No. 3 (des Moog one) kam letzte Woche ins Haus.
    Leider sind Detailmängel in der Verarbeitung auch hier anzutreffen, aber die Mängel sind nicht so gravierend wie bei den Vorgängern.
    Technisch ist er einwandfrei und benötigt, im Vergleich zum vorherigen Gerät, eine kürzere Zeit um Stimmstabil zu sein.
    Trotzdem:
    Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, dass das Gerät nicht anmacht, bedient und bespielt zu werden – es schreit förmlich danach!
    Auch kann ich die Bedenken wegen der vermeintlich ausufernden Kompflexität nicht teilen.
    Der one ist einer, wenn nicht sogar DER Synthesizer, der meiner Meinung nach am intuitivsten zu bedienen ist. Dazu vergleiche man nur den workflow vom Andremeda, der auch ähnlich viele Bedienelemente hat und in mancher HInsicht innovativ war, aber manche Bedienvorgänge sind zu kompliziert.
    Beispiel: Man versuche , ein Modulationsslot zu modulieren.
    Ich habe den Eindruck, dass man dem one aufgrund des Preises teilweise zu hohe Maßstäbe aufdrückt, die er sicher nicht halten kann.
    Er macht andere Synthesizer weder obsolet, noch ist er aus dem Vollen gefräst, was die Verarbeitungsmängel natürlich nicht gerechtfertigt.
    Aber die Summe seiner Eigenschaften (Sound, Bedienbarkeit, Hardware, Design) machen ihn zu etwas Besonderen, dass eben seinen Preis hat.

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      amyristom  

      @filterfunk: Welche Mängel hast du im Detail jetzt noch gefunden? Hatte heute mein Testmodell auch dahingehend mal unter die Lupe genommen (und auch da Vincent z.B. die Poti-Qualität, speziell des Hauptpotis unter dem Display kritisch sieht) und ich konnte da absolut keine Verarbeitungsmängel feststellen.

      A propos Poti-Qualität: Man kann hier nicht von „Standard-Moog“ wie im Test sprechen. Die Potis, speziell die Oktavwahlschalter bei den Oszillatoren, sind auf Minimoog Niveau (Größe und Qualität). Dagegen fällt die Qualität der gleichen Potis beim Sub37 oder Minitaur schon deutlich ab (nicht falsch verstehen, diese fühlen sich auch sehr wertig an, aber die Potis beim One und Minimoog sind doch auf einem anderen haptischen Level). Und zumindest bei meinem Testmodell hat der große Poti unter dem Display nicht gewackelt oder hatte zuviel Spiel.

      Und wegen der Komplexität: Wie gesagt, das war mein allererstes Gefühl in den ersten Minuten mit diesem Synthesizer: ein „sich erschlagen fühlen“ (da spielt sicher auch das ausladende Design mit rein), aber durchaus noch im positiven Bereich; halt ein „wooohoow, ok wo ist hier, wie geht das und ahhhh so geht das, was macht dieser Knopf, wooow da eröffnen sich ja Möglichkeiten, meine Güte…“.

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        filterfunk  

        Die Mängel sind folgende:
        – teilweise relativ große und ungleiche Abstände der Elemente des Holzrahmens und teilweise auch noch verdreht eingebaut (die Holzleisten des Rahmens horizontal oben bündig, unten mit Absatz)
        – Erhebungen in der zentrale Deckleiste aus Holz unterhalb des Bedienpanels – mit zu langen Schrauben fixiert?
        – Verkleidungsbleche an der Unterseite des Geräts unsauber angeschraubt (zu großes Drehmoment beim Anschrauben und/ oder Verkleidungsbleche nicht sauber eingepasst?)
        Ich habe mich nun damit arrangiert, das Hin- und Herschicken ging mir so langsam auf den Keks…

        Die Qualität der Regler stimmt aber, da kann ich nicht meckern, „da wackelt nix“

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          qwave

          Dann passt die Gehäusequalität zum Memory Moog. Da ist das Holzteil zwischen Tastatur und Bedienpanel selten recht und links genau bündig. Und wenn es bündig ist, so ist der kleine Fugenfalz unterschiedlich. Mit Holz haben die es nicht so nach unseren Qualitätsmaßstäben. Aber wenn du US-Küchen und Möbel als Fachmann mal anschaust, dann weißt du, dass die fast ihr bestes gaben.

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            filterfunk  

            ..“fast ihr bestes gaben“…. das trifft es ganz gut… :-)
            Was solls, das Teil sieht in Summe einfach hinreißend aus.
            Man möchte es anfassen, dran schrauben.
            Und es lohnt sich!
            Es ist meiner Meinung nach zwar nur ein Gerücht, dass ein Moog immer gut klingt, aber der sweet-spot ist schon groß, die Qualität der Filter ist oberamtlich und hässlich klingt er eigentlich nie – höchstens mal „langweilig“.
            Polyphone Moog-Flächen sind schon was besonderes, dass bekommt man so mit anderen Geräten nicht hin, erst recht nicht wenn man die Filter moduliert. Bei höhreren Resonanz-Werten „schimmert“ dann die „analoge Sonne“ fast schon transzendent durch – herrlich!
            – nein, keine Drogen oder Alkohol im Spiel… :-)

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    Vincent  RED

    Hallo zusammen,

    hier kommt nun die versprochene Sounddemo. Es ist leider eher „viel“ als „gut“ – wie gesagt, die persönliche Verbindung war nicht so da. Aber so könnte ihr euch wenigstens euer eigenes Bild über den Klang machen.

    Liebe Grüße, Vince

    LINK: https://www.youtube.com/watch?v=ck7PIbexNwk

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      TobyB  RED

      C’mon, das ist schon sehr gut aussagekräftig. Klingt nach modernem Moog. Gefällt.

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        Vincent  RED

        Dank Dir! Leider hat Youtube die Chose ordentlich ankomprimiert, oben und unten fehlt ordentlich was.

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          TobyB  RED

          Hallo Großer,

          Youtube arbeitet mit Lautstärkeprofilen, ich hab die genauen LUFS Werte nicht mehr im Kopf, wenn dein angeliefertes Tonmaterial darüber liegt, komprimiert und limitiert Youtube. „Leider“ hat Youtube das Support Dokument auf Google gelöscht. Ich bin mir sicher ich hab die als Presets abgesichert.

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          TobyB  RED

          Für Youtube -13 LUFS alles darüber, schnippschapp. Apple Music -16 LUFS. Spotify/Tidal -14 LUFS

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            Vincent  RED

            Moin Toby,
            klaro, die LUFS Werte bzgl. Dynamikreduktion kenn ik natürlich, wollen ja alle zwei Master mittlerweile damit man in den Verkaufsplattformen dann trotzdem nochmal schön auf -8/-9 gehen kann. :D Youtube ist da noch am gütigsten, ich meinte aber eher im Bezug auf das spektrale à la „Youtube macht aus meiner WAV eine 192er mp3“ o.ä. :)
            Gruß,
            Vince

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              TobyB  RED

              Alter, krasser Shice, -8/-9 LUFS knallen einem doch das Kleinhirn und die Schnecke weg. Und dann sind die Beats mit Blut versaut. Ich denke -13/-14 LUFS reichen als. Youtube hab ich eher als schlechtes Beispiel in Erinnerung, die machen mE das ganze Stumpf Brickwall, als ob es keine adaptiven Limiter gebe. Da geb ich mir lieber das Mastering vor iTunes Programm.

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                Vincent  RED

                Auf Beatport und Co sind leider auch peaks bei -7 keine Seltenheit. :( Ziemlich flache Nummer. :D Ich finds furchbar.

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      0gravity  

      Mich würde ja echt mal interessieren wie eine Demo von dir klingt wenn du von einem Gerät begeistert bist.
      Die Sounds in deinem YT Video gefallen mir jedenfalls sehr gut. Ich weiß jetzt nicht ob das Presets sind oder selbst geschraubt, aber für mich klingt das alles sehr organisch, reichhaltig, bombastisch und vielsetig.

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        Vincent  RED

        …Besser. ;)

        Das hält sich so ungefähr die Waage, ungefähr Hälfte Hälfte. In dem Video sieht man ja: Ich drehe da eigentlich nirgendwo dran und fühle mich eigentlich auch nicht dazu eingeladen außer mal ein bisschen am Modwheel zu tüddeln. Die nächsten Wochen mach ich mal eins vom Oberheim Two Voice, dann weißt Du, was ich meine. Ich finde man hört einfach auch total dass ich mit dem Keybed überhaupt nicht zurecht komme. Ich bin dem Moog nicht würdig. :D Dank Dir jedenfalls!

        Vince

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          0gravity  

          Naja, kein Wunder, dass du die Tastatur schwammig findest. So wackelig wie der Moog One bei dir aufgebaut ist…. ;)

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            Vincent  RED

            😀 immer der selbe Kommentar. Ich bin Jazz Funker. Ich brauch spiel im Ständer 😂

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      lightman  AHU

      Danke für die neuen Soundbeispiele, gut gemacht. Man kann sagen, daß der One eine große klangliche Bandbreite abdeckt, allerdings finde ich seinen Klang nicht in allen Lagen gut, da fehlt es nach meinem Gefühl manchmal an Lebendigkeit, vor allem bei glockigen/FM-igen Sachen. Man kann darüber diskutieren, ob ein Polymoog auch mal generisch und mixfreundlich klingen darf, die polyphonen Vorgänger waren das nicht, hatten dafür aber jede Menge Charakter. Allerdings kann man von der heutigen Kundschaft wohl nicht verlangen, eine irre Menge Geld für ein super klingendes, aber kapriziöses Biest auszugeben, das noch dazu die Hälfte der Zeit in der Werkstatt stünde, was seinerzeit dazu beitrug, die ursprüngliche Firma Moog in den Ruin zu treiben. Sowas möchte man nicht mehr erleben.

      Insofern hat Moog hier einen soliden Synth abgeliefert, der in grandiose Tiefen und Weiten vorstoßen kann, wenn man ein paar Problempunkte zu umschiffen gelernt hat, das jedenfalls ist mein Eindruck. Die Komplexität des One bringt es micht sich, daß es noch einige Zeit dauern wird, bis seine Vorzüge ausgeschöpft und zum Scheinen gebracht worden sind, dann wird sich weisen, welchen Platz er in der Synthhistorie einnimmt. Bis dahin ist dann vielleicht auch das bloß-nicht-eingreifen-Gefühl beim Spielen weg. :)

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    qwave

    Wenn man den Klang mal nicht aus der Perspektive eines monophonen Synths betrachtet, sondern nach wirklich vernünftig polyphon spielbaren sucht, dann wird man fündig. Zu viel Verzerrung täte bei Akkorden die man mit einer Hand noch greifen will nicht gut. Klingt dann eigentlich nie gut. Deshalb vermisse ich auch keinen Overdrive wie am Sub- bzw. Sub37-Phatty.

    Die Bedienung erklärt sich trotz der vielen Parameter eigentlich fast selbst. OK; bei Sequenzer vielleicht nicht unbedingt. Es ist nie ein Blindflug wie mit den nicht beschrifteten SubPhatty oder Minitaur Parametern.

    Die Effekte sind wirklich nicht seine Stärke. Aber man muss ja nicht alles immer in einer viel zu aufdringlichen Hallfahne ertränken, denn dann klingt fast jeder Synths gefühlt besser.

    Die Potis und die paar Encoder machen gefühlt einen guten Eindruck. Ob die wirklich guter Qualität sind, werden wir in einigen Jahren erst wissen.

    Wer öfters auf einer Bühne ist, wird natürlich die beim alten Memory Moog und einigen anderen Königstigern eingebauten XLR-Anschlüsse vermissen. Da spart man zwei DI-Box auf dem Weg zur Stagebox des Multicores. Da es aber keine Kombibuchse Klinke/XLR männlich gib, wären das noch zwei Buchsen hinten. Da ich aber einen externen Audio-Eingang nur äußerst selten bei einem Poly-Synth gebraucht habe, hätte man schon den Platz hinbekommen.

  29. Profilbild
    astral800

    „Den Klang des Moog One kann man sich wie einen einzigen Sweetspot vorstellen……
    …..es gibt wohl kaum einen besseren „analogen Bass-“

    Der war gut. Sorry aber nach diesem absolut nicht objektiven Testbericht , und lobdudeleien über die Firma Moog kann man Amazona nicht mehr ernst nehmen. Wenn man erst durch Unison oder durch externe Pedale mit dem Moog One gute Bässe erzeugen kann dann stimmt was nicht und das bei einem 8000Euro Instrument, und solche Unisonbässe klingen einfach nicht so gut Stichwort Phasenauslöschung.Der Grundklang des Moog One ist dünn und hat zeitweise so ein Nebelschleier , viele Presets klingen verzerrt, der Mixer neigt schnell zur Verzerrung, oder haben so ein komischen Orgelcharakter. Die Filter klingen für einen analogen nicht wirklich gut, die virtuellen Filter in dem VA meiner Workstation klingen besser(toll gemacht liebe Korgleute). Obwohl man bei den Hüllkurven des Moog One den Grundcharakter und Verhalten festlegen kann schnappen sie nicht schnell zu , so knackige Paul Hardcastle Bässe sind mit dem Moog One nicht möglich, EPIC FAIL. :( Von einem permant vorhanden Sweepspot kann keine Rede sein, der Moog One verhält sich eher wie ein schlecht skalierter Digitalsynth bei dem man erstmal Studenlang rumschrauben/programieren muss um einen halbwegs vernünftigen Sweepspot zu finden.

  30. Profilbild
    astral800

    Störgeräusche wie Rauschen und Knacken tragen dazu bei die Kiste nach einer Stunde genervt von den Problemen abzuschalten. Ich finde Witzig wie die Moog Fanboys im Internet (siehe gearslutz und co.) sich die ganzen Probleme schönreden , die schlecht klingenden Demos sind angeblich auf falsch positionierte Mikrofone zurückzuführen , oder weil er zu Komplex ist , LoL. Nein er klingt auch in Wirklichkeit so schlecht , und im Vergleich zu den analogen Klassiker fehlt ihm Charakter. Für mich auch ein Zeichen das “ Teuer “ kein Garant ist für ein guten Sound bei einem Instrument und der Moog One ist ein Paradebeispiel dafür.

    Desgwegen, lieber ein gut gemachten VA als ein schlecht gemachten Analogen, der nur auf den Vorschusslorbeeren seiner berühmten Vorgänger aufbaut.

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      Hectorpascal  AHU

      Sei nicht so kritisch! Da baut Moog mal einen billigen für polyphonen alle und schon wird an jeder Ecke gemotzt. Du musst halt die alten neu aufgelegten monophonen Model XY für 10000€ kaufen, dann stimmt auch die Qualität wieder! ;)

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