Blue Box: Moog Memorymoog, Analog Synthesizer

25. April 2015

Der polyphone Minimoog?

Moog Memorymoog, Plus-Version

Der Minimoog gilt als der Synthesizerklassiker schlechthin. Aber er ist monophon und somit zwar gut für Bass und Lead, doch Akkorde spielen geht leider nicht. Wäre es nicht schön, gäbe es ihn in polyphon? Für fette Hooks und Licks, flauschige Flächen, kernige Synthclavinets. Nun, das dachten sich die Moogs Anfang der 80er Jahre wohl auch, und so kam es zum Memorymoog.

Ein wenig Geschichtsunterricht

12 Jahre benötigte Bob Moogs Firma Moog Music, um sich an einen polyphonen Nachfolger des 1970 erschienenen Minimoog zu wagen. 12 Jahre, in denen die Konkurrenz nicht geschlafen hatte. Bereits 1978 hatte Sequential mit dem Prophet-5 die Ära der polyphonen, speicherbaren Analogsynthesizer eingeläutet und galt als Vorreiter einer neuen Generation von Synthesizern. Aber erst 1982 hatte Moog einen ebenbürtigen Konkurrenten auf den Markt gebracht – den Memorymoog.

Doch der Memorymoog kam zu einer Zeit, in der bereits Digitales in den Starlöchern stand und MIDI in aller Munde war. Bei solchen Voraussetzungen schafft man es nicht so leicht ins Rampenlicht. Vor allem, wenn der ganze Spaß fast DM 10.000,– (Euro 5.000,–) kosten soll.

Auch andere Startbedingungen standen unter einem eher ungünstigen Stern, denn es waren Updates und Erweiterungen nötig für die Wettbewerbsfähigkeit, wie sich im Laufe der Zeit herausstellte. In der Folge kam es zu 3 Modellen: Dem normalen Memorymoog, einem mit der Bezeichnung Plus und schließlich noch die LAMM Version. (siehe weiter unten)

Im Rückblick ist es heute auch nicht verwunderlich, dass Moog in jener Zeit in finanzielle Schräglage kam und schließlich verkauft und neugegründet wurde – dann ohne den Mastermind Bob Moog – unter dem Namen Moog Electronics. So war der Memorymoog auch in etwa vergleichbar wie die letzte Fahrt der Titanic.

Hardware des Memorymoog

Moog hatte bereits erste Erfahrungen mit polyphoner Technologie gesammelt, immerhin brachte man schon 1975 den Polymoog auf den Markt. Aber da er kein richtiger Polysynth ist – er arbeitet mit dem Prinzip Frequenzteiler – musste es der Memorymoog sein mit tatsächlich 6 echten Stimmen und jeweils 3 Oszillatoren. Das klingt auf Anhieb nach fetten Sounds? Und ob! Sie können ja mal schnell in die Soundbeispiele reinhören, um das zu überprüfen. Damit die auch immer zur Verfügung stehen, hat man sich im Gegensatz zum Minimoog für einen separaten LFO entschieden. In gewohnter Moog Tradition liegt diese Kraftquelle für den Keyboarder in greifbarer Nähe mitten auf dem angenehm aufgeräumten und leicht angewinkelten Bedienfeld. Eingerahmt in ein apartes Holzchassis sorgt das für einen irgendwie sehr coolen Look mit Eigencharakter.

Das Keyboard hat 61 Plastiktasten, Anschlagsdynamik gibt’s keine. Und links der Tastatur sind dann auch die typischen 2 Wheels. Einmal für Pitch Bend mit programmierbaren Intervallen und nebendran das ist für Modulationen, Regelbereich nicht programmierbar. Darüber griffbereit 2 Oktavschalter, mit denen fix eine Oktave nach unten transponiert werden kann. Bei den meisten Tastern gibt’s rote Status LEDs, und zusammen mit den beiden Displays blinkt und leuchtet es wirklich sehr hübsch. Auf der Rückseite hat es jede Menge Anschlüsse für Audio, Pedale, CV-Verbindungen, External Clock, Cassette Tape Interface. Ja, Sie haben richtig gelesen: Cassette. Da der Memorymoog 100 Speicherplätze für Sounds bietet, können diese über diese Buchsen auf Tape gesichert werden. Man hat massiv und robust gebaut damals, die verwendeten Materialien verursachen dann auch ein Gesamtgewicht von bald 20 kg.

KLANG

Kommen wir gleich zum Wesentlichen, dem Sound.
Der Sound des Memorymoog ist breitbeinig, breitschultrig und vor allem nicht gerade handzahm. Wenn Sie der Typ Keyboard Hero sind, haben Sie auf Anhieb ein Leuchten in den Augen beim ersten Anspielen. Jegliche Erwartungshaltung an Firmenname und Familienmitglied Minimoog bestätigt sich unmittelbar. Er kann kompromisslos Bass, Lead, Pad, Brass, Sync, Bells und zeigt auch bei reinen Effektsounds permanent eine gewisse ruppige Seite. Das wirkt oft sogar ziemlich unkontrollierbar, es sei denn, man greift zu kleinen Tricks wie extrem niedrige OSC Levels in der Mixer Sektion.

Filter übersteuern mit hohen Levels ist ein Leichtes, es kommt dabei auch ständig zu leichten Verzerrungen – und damit ist nicht unangenehm Störendes gemeint. Da die Oszillatoren nur bedingt stimmstabil sind, hat es Auto Tune, und das braucht man auch. Schon heiße Spots in seiner Nähe lassen ihn um ein paar Cents driften. Die Parameter sind immer im Edit Mode, so kann man jederzeit ins Klanggeschehen eingreifen, somit auch ganz unabhängig von Controllern wie Pedals. Ganz nebenbei liefert er auch schöne Arpeggien und Step Sequenzen. Einen kleinen Einblick in diese Soundwelt zeigen Ihnen die Soundbeispiele. Ich habe stets nur ein klein wenig Reverb oder auch mal Delay dazugegeben, damit es nicht zu trocken klingt. Aber eigentlich zählt er zu den Synthesizern, die auch ohne externe Effekte schon super klingen.

Klangbeispiele
Forum
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    paul-jes

    Schön mal wieder was vom Memmorymoog zu hören. Dein Bericht ist Klasse und die vielen hörenswerten Klangbeispiele beleuchten in weitem Rahmen seine Möglichkeiten. Etwas unklar ist der Vergleich 10.000 DM = 5.000 Euro. 1982 konnte man für dieses Geld z.B. einen neuen Kleinwagen kaufen. Der M-M gilt technisch als sehr anfällig. Hattest Du mit deinem Modell keine Probleme?
    Das schicke Design des M-M ist etwas Besonderes im Gegensatz z.B. zum rein praktischen Design des hier in letzter Zeit oft erwähnten Synthex. Realistisch scheinen auch deine aktuellen Preise zu sein, wiederum im Gegensatz zu den hier viel zu niedrig bestimmten aktuellen Preisen des Synthex.

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      k.rausch  RED

      Wegen DM > Euro habe ich unten bei calvato was geschrieben. Was die technische Zuverlässigkeit betrifft, habe ich recherchiert und mir wurden dabei unterschiedliche Erfahrungen berichtet. Die Bandbreite reicht da von ständig was dran bis problemlos. Die Gründe dafür scheinen individuell zu sein und haben wohl mit den verschiedene Modellreihen zu tun, und auch mit dem jeweiligen Einsatz. Der hier im Artikel gezeigte Memorymoog Plus zählt zu den zuverlässigen. Glück gehabt!

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    t.bechholds  AHU

    Danke für den tollen Test !

    Seinerzeit 1983 im Fachblatt kritisierte G.Dellmann, dass sich die Oszillatoren nicht mehr so schön zueinander im Tuning einstellen lassen (im Vergleich zum Minimoog) . Konntest Du diese Kritik nachvollziehen ?

    Analoge Grüße. Tom

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      k.rausch  RED

      Das geht beim Minimoog definitiv komfortabler, bei dem tippe ich auf relativ lineare Reglerwege. Das macht sich beim OSC Detuning dann entsprechend bemerkbar. Dellmanns Kritik kann ich nachvollziehen.

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    calvato  

    …nur so als kommentar am rande: das ding kostete damals zwar 10.000DM, aber man kann das eigentlich nicht mit heutigen 5.000EUR vergleichen…. das lag im verhältnis eher in richtung 8-10.000 EUR, also rrrrrichtig großes geld….

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      k.rausch  RED

      Die Angabe DM in Bezug zu Euro ist als generelle Orientierungshilfe gedacht und verwendet dazu die offizielle Methode, die so formuliert ist: “ (…) Grundlage der Umrechnung zwischen D-Mark und Euro ist der unwiderrufliche Umrechnungskurs von 1 Euro = 1,95583 D-Mark. (…)“. Weitere Details dazu hier http://www.....5221/5178/

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        analogika

        Das ist aber eine Angabe, die nur vorgeblich informativ ist. Die offizielle Umrechnungsvorgabe Stand 1998 zu verwenden, ist vollkommen zweckfrei, da sie 15 Jahre Inflation davor und 17 Inflation seitdem komplett außer Acht lässt.

        10.000DM 1982 entsprechen ziemlich genau 10.000€ heute.

        http://www.....eur=EUR_DM

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          k.rausch  RED

          Guter Hinweis und danke für den Link, wird für künftige Artikel mit herangezogen.

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    Atomicosix  

    Schöner Vintage Bericht, sehr gute & ausagekräftige Soundbeispiele.
    Der MemoryMoog hat ein sehr schönes Design bekommen, auch noch aus heutiger Sicht.
    Leider hatte er ein schlechtes Timing.
    Ich kenne nur sehr wenige Produktionen aus den 80’s wo definitiv ein MemoryMoog verwendet worden ist. Vorallem waren es West-Coast-Producer wie Quincy Jones , Larry Dunn & Verdine White. Die Band Saga hatte gleich 3 Stück (!!!) auf ihrer 83er Tour dabei.

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    greekotronic  

    Für mich ist der Memorymoog nicht nur der optisch schönste sondern auch der kraftvollste Synthesizer. Trotz der Anfälligkeit und dem Mangel an Anschlagdynamik ist er die Krönung der analogen Synthese IMHO. Viele behaupten ja, er sei manchmal zu fett. Wie kann man sowas nur sagen? Das ist so als würde man sagen, ein Porsche hätte zu viel PS. Klar hat er sogar in den Mitten mehr Bass als seine Konkurrenten, aber das hängt schlussendlich vom Menschen ab, der da am Gerät rumschraubt. Natürlich kann er auch ruhig und sanft, aber seine Stärken sind ganz klar kraftvolle, markante Sounds, die einen hohen Wiedererkennungswert haben. Rau, sexy, fett, brachial, funky und gemein. Wäre er ein Mensch, würd ich ihm eher aus dem Weg gehen :)

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    TobyB  RED

    Hallo Klaus,

    sauber! Das geht sich aus! Textlich und von den Soundbeispielen erstklassig. Ich wusste gar nicht das Du auch so einen kleinen Hang zu Funk und Blauen Noten hast ;-)

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      k.rausch  RED

      Und ob, gerade Funk spielte eine Weile lang für mich eine zentrale Rolle. Meine musikalischen Wurzeln sind zudem vielfältig, die ganzen Facetten drücken sich immer wieder mal durch, auch in solchen Soundbeispielen. Und der Memorymoog kann neben Sync Kategorie Funkesizer ebenso ganz klasse Synth Clavinets :)

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        TobyB  RED

        Hallo Klaus,

        und hier hört mans eindeutig. Und für Clavinet Sounds hab ich auch ne Schwäche. Aber nichtsdestotrotz renne ich diesmal nicht los und kaufe mir einen Memorymoog ;-)

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    Viertelnote  AHU

    Hallo an die Gemeinde,

    vielen Dank für den sehr guten Test.
    Ich habe den Memorymoog werder gesehen noch selbst anspielen können, aber die Klangbeispiele machen Lust auf mehr:-)

    Da finanziell nicht erreichbar für mich, gibt es
    gute Sampling-CDs, die den Memorymoog
    gut präsentieren? (ich meine mich zu erinnern, daß es in den 90ern mal eine CD namens „Vintage Voltage“ gab)

    freundlicher Gruß

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      swellkoerper  AHU

      Auf der E-MU „VintageX Pro Vol.I“ finden sich neben vielen anderen ganz wunderbare Memorymoog-Multisamples, teilweise als Construction-Kit mit Oscillator-, Sync-, und PWM-Sounds in 24bit. Leider ist die Sampler-Plattform (EmulatorX) schon geraume Zeit tot. Ein Jammer, ich hab das Ding sehr gemocht.

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        rw1957  

        Ich mag‘ das Ding noch immer. Zum Glück läuft der Emulator X unter Cubase 8 (32- und 64-bit).

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    moogist  

    Danke, Klaus, für den schönen Bericht. Besonders gut fand ich, dass Du auch auf die Schwächen des Memorymoog hingewiesen hast. Immerhin war/ist das Teil technisch recht anfällig. Die damalige Werbeaussage „der polyphone Minimoog“ stimmte einfach nicht und war in meinen Augen fast eine Unverschämtheit. Bob Moog hat erst viele Jahre später von der Existenz des Memory gehört – er hatte also mit dem Entwurf/dem Konzept nichts, aber auch gar nichts zu tun. Das Instrument hat sich auf den Keyboardständern der ganz großen nie so wirklich durchgesetzt. Könnte das möglicherweise auch am Klang liegen? Der ist in meinen Augen – wie Klaus es auch angedeutet hat – brachial. Was richtig Besonderes oder Edeles hat er meines Erachtens nicht.

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    gaffer  AHU

    War doch mW. der einzige echte polyphone Moog jener Zeit. MemoryMoog fand ich immer einen Witz, PolyMoog Keyboard: Schwamm drüber.

    Über die Zuverlässigkeit habe ich genau wie Klaus erfahren: einige tadellos, andere: die reine Katastrophe – und natürlich alles dazwischen. Da gings der Firma schon nicht mehr gut

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    iggy_pop  AHU

    Memory Moog = polyphoner Mini Moog hört man ja gerne als Verkaufsargument und Rechtfertigung für extreme Marktpreise, aber ich finde, der Memory Moog tendiert eher in Richtung anderer polyphoner Synthesizer jener Zeit als zum Mini. Er klingt wuchtig und sicher nicht schlecht, aber ihm fehlt die Cremigkeit des Mini.

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          Martin Weidlich

          Danke für Deine freiweg frische (äh-fräche)
          Formulierung – nun bin ich aber erläuchtet!
          Hatte mal das Glück vor langer Zeit einen
          Memorymoog und einen Roland Jupiter8 unter meinen Fingern haben zu dürfen!
          Ich finde den memorymoon synth jedenfalls
          umwerfend gemacht und spiele ihn auch gern.Vorausgesetzt natürlich, man kennt sich im eigenen Klänge basteln aus.
          Außerdem kommt es eben auch darauf an
          denke ich, auch Musiker zu sein und nicht nur reiner Hardwarefetischist – Punkt!
          Äh, sorry – Du meintest ja den Minimoog nicht den memorymoog – beim Minimoog muß ich dir
          allerdings recht geben – der ist und bleibt
          natürlich unschlagbar!!!

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    AMAZONA Archiv

    Feiner Testbericht mit ebensolchen Audiodemos!

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    iltis30  

    Ich glaube es war George Duke, der mal gesagt hat „Und einen Memory-Moog habe ich zuhause auch. Und manchmal funktioniert er sogar …“
    Die Teile müssen wohl sehr anfällig gewesen sen, genau wie der OB-X.

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    swissdoc  RED

    Du schreibst: „Zwar handelt es sich um das bekannte Ladder Filter, jedoch werden hier Curtis Chips verwendet. Und das hört man, speziell in etwas kritischeren Resonanzpositionen bei gleichzeitiger Dämpfung.“

    Das ist natürlich Blödsinn, der jeder Grundlage entbehrt. Wie ein Blick in das Service Manual oder den Schaltplan zeigt, so ist das Filter komplett diskret und ohne irgendwelche Curtis Chips aufgebaut. Die Leiter verwendet oben und unten ein gematchtes Transistor-Paar IT122, die restlichen Transistoren sind 2N3392. Das Ausgangssignal wird differentiell mit zwei LF353 abgegriffen, die es um Faktor 4 verstärken und geht dann in einen OTA 3080A, den es übersteuern kann. Ein weiterer 3080A liegt in der Resonanz-Rückkopplung, dieser kann aber nicht übersteuert werden.

    An Curtis Chips kommen zum Einsatz: 19 CEM3340 VCO (18 für die 6×3 VCOs und 1 für den LFO), 26 CEM3360 Dual VCA (an verschiedenen Stellen) und 12 CEM3310 EG (6×2 Hüllkurven).

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      k.rausch  RED

      Curtis Chips war nicht in Bezug zum Filter gemeint, vielleicht war das wegen der Kommasetzung missverständlich. Es ging an dieser Stelle einzig um die klangliche Auswirkung verglichen mit Minimoog. Danke dennoch für deine zusätzlichen Hinweise zu den Bauteilen und deren Bezeichnungen.

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        swissdoc  RED

        Die „zwar-jedoch“ Konstruktion impliziert eindeutig eine Kaskade unter Curtis-Verwendung. Aber lassen wir die Pferde mal im Stall.

        Danke noch für den schönen Artikel und die schönen Soundbeispiele.

        Was die Zuverlässigkeit betrifft, mein schwarzer Memorymoog Plus macht bisher keine Mucken und der ist schon durch ein paar Hände gegangen.

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    costello  RED

    Beim Stöbern auf den wunderbaren Artikel von Klaus Rausch zum Memorymoog gestoßen. Die Klangbeispiele sind vom Feinsten :-) Bewusst live habe ich den Memorymoog auf der Serious Moonlight-Tour von David Bowie im Juni 1983 in der Berliner Waldbühne erlebt. Klang schon fett das Teil. Trotzdem hat er auf mich nie diese Faszination ausgeübt wie der Prophet, die Oberheim-Synthies oder auch der Jupiter 8.

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      iggy_pop  AHU

      Ich weiß noch, wie ich zum ersten Mal 1990 in einem Hamburger Musikmarkt in der Nähe der Uni Hand an einen Memory Moog legen durfte — ich war ziemlich aufgeregt wegen der Märchen, die ich schon vorab gehört hatte. Als der Memory Moog erklang, erwartete ich, Marty McFly-mäßig weggeblasen zu werden („Marty, dreh den Verstärker nicht so weit auf, ich fürchte…“) — aber nichts passierte. Irgendwie klang der Memory Moog nicht spektakulärer als die anderen Polysynths, die um ihn herum standen (also OB-8, Prophet 10 und T-8, Matrix-12 etc.) und damals als „Altes Eisen“ galten.
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      Der CS80 in der Werkstatt war da schon ein ganz anderes Kaliber… so einen wollte ich dann haben, einen Memory Moog irgendwie nie so recht.

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        costello  RED

        Lieber iggy, Du hast halt einen erlesenen (und teuren) Geschmack. Von den von Dir aufgeführten Memorymoog-Rivalen fand ich früher den T-8 ganz toll. Den hatte ich mal im Rockpalast beim Keyboarder von Joe Jackson gesehen und da klang er absolut phantastisch. Es hat dann damals „nur“ für einen gebrauchten Oberheim gereicht. Und inzwischen habe ich öfter gelesen, dass der T-8 trotz der tollen Tastatur technisch eher einem Prophet 600 als einem Prophet 5 gleicht. Entzauberung allerorten :-(

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          iggy_pop  AHU

          Daß der Geschmack mal teuer werden würde, war mir damals zwar schon irgendwie klar, aber noch nicht wirklich abzusehen in den Extremen vom Jahr 2000 an — leisten konnte ich mir die Geräte allesamt trotzdem nicht. Den CS80 mußte ich da auch stehenlassen, weil der aufgerufene Preis mit einem Schlag von 2.500 auf 4.500 DM kletterte — so oder so nicht erschwinglich für mich.
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          Ich habe mich immer auf das konzentriert, was ich wollte, und nicht auf das, was irgendwie vom Ziel ablenkt und nur kurzzeitig ein Bedürfnis stillt, das aber auch nicht so richtig.
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          Ob mein Geschmack erlesen ist, sei mal dahingestellt — einem Juno-60 oder Poly-800 habe ich nie etwas abgewinnen können, so einfach ist das.
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          T-8 und Memory Moog (ebenso Prophet-10) wurden mir bei dieser frühen Begegnung schon dadurch vermiest, daß keines der Geräte irgendwie stabil lief und ich ständig das Gefühl hatte, am Rande des Abgrundes zu stehen. Immerhin, der 10 hatte so schöne Lämpchen, sodaß man sehen konnte, welche Stimme es denn gerade wieder nicht tat…

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