Blue Box: Sequential Circuits Prophet-5, Analogsynthesizer

25. September 2015

Polyphonic Godfather

Vorwort

Erstaunlich, wie der Klassiker Prophet 5 auch heute noch die Gemüter bewegt. Soll man nun in einen nagelneuen Sequential Prophet 6 investieren, oder doch in den deutlich günstigeren DSI Prophet 8 Oder ist es wirklich notwendig, für deutlich mehr als 4.000€ zum Original zu greifen und dabei Gefahr zu laufen, regelmäßig Geld für den Service ausgeben zu müssen?

Für den Sammler und Liebhaber sicher keine schwere Entscheidung! Dem reinen Musiker hingegen wird die Entscheidung schon schwerer fallen. Unser Autor Klaus-Peter Rausch hat sich dieser Frage übrigens in einem ausführlichen Vergleichstest angenommen.

Und schließlich gibt es da seit Neuestem ein Up-Grade für den betagten Prophet 600, der einst als Nachfolger des Prophet 5 geprießen wurde, dann aber doch nur die Low-Budget-Version des selbigen war. Ein findiger Programmierer hat mit dem „GliGli-Upgrade“ dem Sequential Prophet 600 ganz neue Möglichkeiten und angeblich auch einen besseren Klang eingehaucht. Noch konnten wir den Prophet 600 GliGli nicht persönlich in Augenschein nehmen, aber keine Bange, wir sind drauf und dran, uns einen GliGli zu besorgen.

Für alle, die aber weiterhin am Original Prophet 5 Interesse haben, gibt es nun einen ausführlichen BLUE-BOX-Report sowie im Anschluss daran eine Kaufberatung durch einen echten Prophet 5 Experten, der uns auch für die Überarbeitung dieses Reports die neuen Prophet 5 Bilder besorgt hat.

Viel Spaß mit der neuen/alten BLUE BOX Folge Sequential Prophet 5.

Peter Grandl

Der Sequential Prophet 5 / Ein BLUE BOX Report von Theo Bloderer

 

Der Beste der Besten?

Ein bekannter Autor nannte den Prophet-5 einmal „the world’s first sexy synthesizer“. Wie auch immer man das nun definieren mag, für Aufsehen sorgte der Prophet-5 aus dem Hause Sequential 1978 auf jeden Fall. Ebenso in den folgenden Jahren. Und im Grunde bis heute. Der Prophet-5 ist und bleibt einer der leistungsfähigsten Analogsynthesizer aller Zeiten. Gemessen an vergleichbaren Instrumenten wie dem Jupiter-8, Synthex, Memorymoog oder OB-Xa/OB-8 wage ich sogar die Behauptung, dass er – eventuell mit Ausnahme des Memorymoog – der leistungsfähigste und vielseitigste aller „Klassiker“ ist.

[Was Klangstärke/Power betrifft, ist natürlich Yamahas CS80 unangefochten der Größte.]

Dave Smith & Sequential

… heißt der geistige Vater dieses Ausnahmesynthesizers. Er schaffte es, nach bescheidener Entwicklungszeit von einem halben Jahr (!), den Prophet-5 im Herbst 1978 auf den Markt zu bringen. Fairerweise muss man sagen, dass Smith auf eine ganze Reihe von „Hilfen“ zurückgreifen und so die Fertigstellung des Instruments vorantreiben konnte. Als Vorbild für den Prophet-5 galt in erster Linie der Minimoog (quasi „DER ideale“ Monophone). Das lässt sich optisch leicht erkennen: Der Prophet-5 hat eine sehr ähnliche (schöne) Holz/Metall-Konstruktion und die Spielhilfen des Minimoog – Pitchbend- und Modulationswheel – wurden identisch übernommen.

Weiter „lieh“ sich Smith das Patent zur Tastatur von EMU, und zu guter Letzt halfen nicht wenige Künstler mit nützlichen Ratschlägen, um dem Prophet-5 sein extrem Musiker-freundliches Gesamtkonzept zu verleihen.

Ursprünglich hätte dieser Synthesizer „Model 1000“ heißen sollen. Doch niemand geringerer als Rick Wakeman (seinerzeit begeisterter User von Sequentials Sequencern) meinte dazu: „you have to give it a name“. So rief Sequential ein Preisausschreiben ins Leben, um von allen Einsendungen den „beliebtesten Synthesizer-Namen“ herauszufinden. Fast wäre es der „SEER“ geworden, doch letztlich entschied man sich doch für „PROPHET“. Für die unübliche Konzeption eines fünfstimmigen Instruments war der Hintergrund folgender: Dem Team um Dave Smith war es nicht gelungen das auftretende Temperaturproblem mit 6 Stimmen zu bewältigen. Erst durch die Reduzierung einer Stimme konnten sie zur geplanten Präsentation auf der NAMM-Show einen einwandfrei arbeitenden Prophet 5 produzieren. Schließlich blieb es dann bei den 5 Stimmen.

Prophet 5 Rev 2 c

Nach sehr erfolgreichem Start im Jahre 1978 entwickelte sich der Prophet-5 zum bestverkauften (professionellen) Instrument der Firma Sequential. Von 1978 bis 1984 wurden immerhin 8000 Stück produziert, womit der Prophet-5 die bereits genannten „Kollegen“ eindeutig überrundete, die (allerdings bei deutlich weniger Produktionsjahren) meist die 3000 Stück-Grenze nicht übersteigen konnten (Synthex: 2.400 Stk., Memorymoog: 3.000 Stk.).

Dass der Prophet-5 heute dennoch nicht sehr häufig am Gebrauchtmarkt zu finden ist (liegt daran, dass schon alle kaputt sind, Scherz), zeigt deutlich, dass diese Legende ihren festen Platz in zahllosen Studios wohl schon für immer gefunden hat.

Prophet 5 Rev 2 d

Aufbau und Verarbeitung des Prophet 5

Jede Stimme des Prophet-5 verfügt über:

  • 2 VCOs
  • VCF
  • VCA
  • 2 ADSR
  • Polymodulation

Der LFO ist nicht pro Stimme vorhanden, sondern wirkt auf alle Stimmen gemeinsam, nicht zu vergessen der Noise Genarator, der den VCOs bei jeder Stimme in gleichem Maße zugemischt werden kann.

Weiter findet man …

  • Mixersektion
  • Kassetteninterface
  • A-440 Testton (sehr nützlich!)
  • Unisono-Schalter (10 VCOs!)
  • 40 bis 120 Speicherplätze (je nach Version)
  • Portamento
  • gute fünfoktavige Tastatur

Die zuletzt genannte Tastatur ist ein wichtiger Punkt. Sie ist wirklich angenehm zu spielen und von hoher Qualität (besser als die eines Jupiter-8 oder OB-Xa/OB-8). Ebenso ist die gesamte Verarbeitung des Instruments vorbildlich. Die Holzpartien sind von höchster Qualität und machen den Prophet-5 zu einem optischen Genuss. Die Potis und Tipptaster sind sehr professionell und angenehm zu bedienen. Nur das Innenleben des Prophet ist mit Elektronik beinahe überfrachtet. So gilt der Prophet-5 auch als etwas „anfällig“, weshalb ein fester Platz in einem Studio wohl auch sein bester Platz ist.

Die VCOs des Prophet 5

Die VCOs verfügen über Sägezahn, Sinus (VCO2) und modulierbare Rechteckschwingung. Über „SYNC“ werden sie (welch Wunder) synchronisiert, was bei Leadsounds (und das gerade beim vielseitigen Klang des Prophet-5!) unerlässlich wichtig ist. Da schon ein einzelner VCO ordentlich Druck machen kann, lässt sich VCO2 mit „LO FREQ“ zum LFO umfunktionieren. Im Zusammenspiel mit der Polymodulation ist dies der Quell manch echt abgedrehter „spaciger“ Sounds.
Als Besonderheit des Prophet-5 ist die Anwahl der Schwingungsformen zu sehen: Die Tipptaster können einfach alle aktiviert werden, d.h. nicht EINE Schwingungsform steht pro VCO zur Verfügung, sondern – je nach Wunsch – sogar ALLE gleichzeitig.

Die VCFs des Prophet 5

Das Filter des Prophet-5 ist (rein von den Fakten her) absolut klassisch aufgebaut. Schade, dass die „KEYBOARD“-Funktion (Filter öffnet sich zunehmend mit höheren Tasten, sehr gut für Solo- und Leadsounds) nur entweder ein- oder auszuschalten ist. Allerdings ist der voreingestellte Wert beim Prophet-5 sehr „musikalisch“ gewählt, was die Einschränkung dann weniger schmerzlich erscheinen lässt.
Was dieses Filter – meiner Meinung nach – auszeichnet, ist seine außerordentliche klangliche Qualität. Zwar bietet sich „nur“ ein Low-Pass-Modus an (hier kann der Synthex mit ganzen vier(!) Betriebsarten wiederum glänzen), doch ist dieses LowPassFilter schlichtweg eins der besten der gesamten Synthesizer-Geschichte.
Gerade bei hoher Resonanz ergibt sich hier ein Pfeifen (Schmatzen, wie immer Sie es nennen wollen), das zwar jeder kleine Analoge in irgendeiner Weise zu beherrschen scheint, doch das beim Prophet-5 für außerordentlichen Hörgenuss sorgt und dessen Klang allenfalls mit „Hi-Fi“ bezeichnet werden kann. Der Frequenzgang, der aus diesem Synthesizer kommt, ist unglaublich – er scheint oben fast im „Ultraschall-Bereich“ zu beginnen. Das ist natürlich nicht der Fall, aber es „klingt“ danach.

[Klangbeispiel p5_fx3 besteht zu 100% nur aus resonierendem Filter, die Oszillatoren sind gar nicht eingeschaltet. Leider ist bei MP3-Files der „Hi-Fi“-Klang aber bestenfalls zu „erahnen“, da müssen Sie schon selbst einen Prophet-5 aufsuchen.]

Prophet 5 Rev 3 a

VCA and more

Im Bereich der VCA-Sektion findet man einige sehr nützliche „Zugaben“. Neben der obligaten VCA-Hüllkurve sind hier ein Poti für die Gesamtlautstärke, ein Master-Tune-Regler, die Autotune-Funktion (Stimmen ist doch ab und zu sehr notwendig) und der A-440-Schalter zu finden. Wie schon beim Minimoog bekommt man hier auf Knopfdruck einen „Testton“ in der exakten Höhe von 440 Hz (a1) geliefert. Sehr nützlich für alle, die kein absolutes Gehör besitzen. Das Cassetten-Interface schließlich ist ohnehin sehr wichtig, da mit den 40 Speicherplätzen (bei den meisten Prophet-Modellen) langfristig kein Auskommen ist.

Der RELEASE-Schalter sei noch erwähnt. Wird er aktiviert, so wird die Release-Zeit auf 0 gesetzt, was gerade bei Solo-Sounds sehr effektiv ist, zumal das Ein- und Ausschalten auch während des Spielens schnell vonstatten geht.

Polymodulation

Diese Sektion wurde von John Bowen entwickelt und ist dafür verantwortlich, dass der Prophet-5 im Vergleich zu anderen Synthesizern eindeutig „die Nase vorn hat“. Mit ihrer Hilfe lassen sich abgedrehteste, schrägste Modulationen erzeugen. Da die Logik der Polymodulation bei komplexeren Einstellungen aber nicht mehr unbedingt intuitiv ist, entstehen so manche Sounds eher durch Zufall. Dennoch: die Ergebnisse sprechen für sich.

[Klangbeispiele pro5_fx1 und pro5_fx2 sind beide Schöpfungen der Polymodulation]

7_7.jpg

Anschlüsse

Machen wir’s kurz: ein (Mono)Ausgang (nicht abgebildet), CV/GATE-In und -Out für EINE Stimme des Prophet (dann quasi ein Luxusmodell des Pro-One), Filter/Amplifier-In, Release-Footswitch und Cassetten-In/Out. Ab Rev3.3 zudem MIDI.

8_Anschlüsse.jpg

Der einzigartige Sound des SCI Prophet 5

Mir ist es früher (als Nicht-Prophet-Besitzer) folgendermaßen ergangen: „Ach ja, noch so ein Synthi mit den tollen weichen Streichern“. Das war’s. Heute – um einen Klassiker bereichert und um viele Euro erleichtert – sieht die Sache anders aus. Der Prophet-5 kann – zugegeben – Streicher- und Bläsersounds höchster Qualität liefern (aber das können manch andere auch, und die breiten tiefen Klangteppiche eines Synthex beispielsweise sind ohnehin nicht zu übertreffen).

Prophet 5 Rev 3 b

Darüber hinaus aber bietet das Instrument sehr gute Bass-Sounds, coole Filter-Sweeps, E-Gitarren-ähnliche Hammerklänge (Unisono-Modus), Leadsounds aller Art, Fx-Klänge der Polymodulation (für die es ohnehin keinen Vergleich gibt) oder kurz gesagt: das gesamte analoge Klangspektrum in bester Qualität.

Was Sie natürlich NICHT erwarten dürfen, ist der sehr eigenständige (und ebenso unverzichtbare) Klangcharakter eines polyphonen Yamaha CS oder eines Korg PS-Gerätes. Das alles kann kein Synthesizer auf einmal bieten. Wenn Sie aber Ausschau nach einem Universal-Analogen für ihr Studio halten, dann sollten ihre klanglichen Wünsche mit dem Prophet-5 bestens abgedeckt sein.

Prophet 5 als VST´s

Arturias Prophet V

Arturias Prophet-V

Mittlerweile tummeln sich drei (oder sind es inzwischen gar mehr) virtuelle Prophet-5 auf dem Markt von Native Instruments, Arturia und Creamware (einmal als Hardware Box und auch als Software).

Den Spitzenreiter in Sachen Prophet-5-VST hat sicher die Softwareschkiede U-He im Dezember 2017 mit dem U-He-Repro 5 auf den Markt gebracht. Wer plant, sich ein Prophet-5-VST zuzulegen, der sollte auf jeden Fall UNSEREN TEST dazu lesen:

Mag sein, dass diese Unterschiede im Mix nicht mehr so wahrgenommen werden und evtl. für den ein oder anderen auch gar nicht mehr von Bedeutung sind. Der wahre Prophet-5 Liebhaber wird aber nicht nur wegen des einzigartigen Klanges, sondern auch wegen vieler anderen Gründe sein Original schätzen und lieben.

Prophet V von STUDIO ELECTRONICS

Extrem selten anzutreffen ist die Rackversion des Prophet 5, die durch STUDIO ELECTRONICS umgebaut und vertrieben wurde. Die genaue Bezeichnung P-Five.

Sowohl das P-Five Rack als auch der Minimoog im Rack, waren die ersten Produkte die STUDIO ELECTRONICS in USA herausbrachte. Heute steht die Firma für eine ganze Palette an analogen Vollblut-Synthesizern. Darunter auch der mehrstimmige Omega 8 oder der monophone SE-1X.

Sehr seltenes Prophet 5 Rack

Sehr seltenes Prophet 5 Rack

Prophet 5 gebraucht kaufen

Wer regelmäßig die Online-Kleinanzeigen im Visier hat, wird auch auf die Angebote eines „analogia.pl“ stolpern. Hinter dem eBay-Pseudonym verbirgt sich Maciej Polak aus Polen, der zunächst aus Leidenschaft, inzwischen aber professionell mit analogen Vintage-Synthesizern handelt, die er selbst restauriert. Und das nunmehr seit 19 Jahren!!!

Vintage-Spezialist Maciej Polak bei seiner Lieblingsbeschäftigung

Vintage-Spezialist Maciej Polak bei seiner Lieblingsbeschäftigung

In dieser Zeit sind zahlreiche Prophet-5 durch seine Hände gegangen und die Preise haben sich dabei gut verdreifacht. Für uns Grund genug, Maciel zum Interview zu bitten und ihn nach Stärken und Schwächen des Prophet-5 zu befragen. Denn kaum einer hat so viele und unterschiedliche Einheiten dieses Klassikers ausprobiert, repariert und gespielt wie er.

AMAZONA.de:
Hallo Maciel, seit nunmehr 19 Jahren handelst du mit Vintage-Analog-Synthesizern. Dabei scheinen die Preise unaufhaltsam zu wachsen. Was könnte der Grund dafür sein?

MACIEL:
Dafür gibt es viele Gründe, aber im Großen und Ganzen kannst du es damit erklären, dass „Analog“ wieder im Trend liegt. Meine persönliche Meinung ist, dass es für diese Entwicklung keinen speziellen, einzigen Grund gibt, es ist einfach das ökonomische Prinzip der wachsenden Nachfrage und des immer kleiner werdenden Angebots. Viele der heutigen Käufer legen sich ein solches Instrument für „immer“ zu und nicht zum Wiederverkauf. Das hat die verfügbaren Units natürlich dramatisch reduziert. Wenn man z.B. den Minimoog, Model D nimmt, wirst du zwar schnell feststellen, dass 12.000 Stück produziert wurden, aber vom weltweiten Standpunkt aus betrachtet das gar nicht so viel ist. Die müssen einfach teurer und teurer werden.

AMAZONA.de:
Einst der König unter den polyphonen Analogsynthesizern, gilt der Prophet-5 nach wie vor als hervorragendes Instrument. Aber viele sind in einem erbärmlichen Zustand. Ist es nicht ein Risiko, sich heute noch einen Prophet-5 zu kaufen?

MACIEL:
Ich denke, wenn du ohne Zeitdruck suchst, wirst du noch einige gut erhaltenen Prophet-5 finden können. Aber klar, es ist immer ein Risiko, einen Vintage-Synthesizer zu kaufen. Gerade der Prophet-5 gehörte nicht zu den zuverlässigsten Geräten. Man muss beim Prophet-5 tatsächlich auf ein paar Dinge ganz besonders acht geben:
Beim Einschalten gleich darauf achten, ob die Tuning-Routine einwandfrei läuft. Nach kurzer Zeit dann „Tune“ drücken, um sicherzustellen, dass die Routine nicht von selbst abgebrochen wurde. Es gibt 10 VCOs. Unbedingt prüfen, ob sie wirklich alle arbeiten. Vor dem ersten Test eines Prophet-5, sollte man sich mit dem Poly-Mod vertraut machen. Nur dann kann man auch feststellen, ob hier dabei alles einwandfrei funktioniert.
Bitte dran denken, Oszillator B lässt sich vom Keyboard entkoppeln, um im „Low-Frequence-Mode“ zu arbeiten. Das kann beim Testen zu falschen Interpretationen führen.

$_57

Und ebenso wichtig: Bitte nicht verunsichert sein, wenn das Display flackert, das ist ganz normal und war eine der Eigenheiten des ersten CPU. Die Kühlrippen (das warme Metall auf der Rückseite) können ziemlich heiß werden. Das kann unangenehm werden, diese anzufassen. Aber keine Bange, auch das ist normal. Wenn die Tastatur „klackert“ und doppelt triggert, ist das kein Weltuntergang. Weiche Gummi-Polster zum Austausch sind für die Prophet-5 Tastatur nach wie vor erhältlich und die Kontakte lassen sich reinigen.

9_Wohnzimmer Pro5.jpg

AMAZONA.de:
Was ist deine Meinung, gibt es einen aktuellen polyphonen Analog-Synthesizer, der es mit dem Prophet-5 aufnehmen kann?

MACIEL:
Ich muss ganz ehrlich sein, ich verfolge die Neuerscheinungen nicht aufmerksam, aber der Prophet-6 scheint ein erstaunliches Instrument zu sein. Ich liebe das Video dazu von Dave Smith.

AMAZONA.de:
Was sind denn die großen Unterschiede zwischen den verschiedenen Versionen, die es vom Prophet-5 gab?

MACIEL:
Revision 1 hat jede Menge Bugs und es ist wirklich fast unmöglich, einen gut funktionierenden Prophet-5 aus dieser Serie zu finden. Revision 2 klang etwas weicher und hatte SSM Chips, aber auch hier muss ich sagen, dass es sehr schwierig sein wird, einen fehlerfreies Instrument zu finden – aber es ist nicht unmöglich. Die Revision 3 hingegen waren sehr gute und zuverlässige Synthesizer.

AMAZONA.de:
Welche Version magst du persönlich am liebsten?

MACIEL:
Da habe ich tatsächlich keine Vorliebe, denn ich bin generell ein großer Fan des Prophet-5. Er ist einer der schönsten polyphonen Synthesizer, die jemals produziert wurden. Er ist ein Klassiker, er ist sexy und er inspiriert einen. Und, ich liebe den Sound und das Interface.

AMAZONA.de:
Was ist denn aktuell ein realistischer Preis?

MACIEL:
Alles unter 3.000 Euro für einen funktionierenden Prophet-5 wäre ein Schnäppchen. Man muss sich aber darauf einstellen, dass die Preise mittlerweile bei 4.000 Euro für ein gutes, überholtes Modell mit MIDI angekommen sind.

AMAZONA.de:
Vielen Dank Maciel für die ausführlichen Antworten und viel Erfolg weiterhin.

Redaktionelle Info:

  • Der ursprüngliche Artikel von Theo Bloderer wurde mit neuen Bildern versehen, inhaltlich ergänzt und aktualisiert.

Der Prophet 5 on YouTube

Hier noch ein paar weiterem schöne Soundbeispiele aus einem YT-Video:

Fazit

Es gibt nicht viel GEGEN einen Prophet-5 einzuwenden. Schade, dass nur ein einzelner Mono-Ausgang zur Verfügung steht. Die fünf Stimmen – ähnlich dem Xpander – einzeln abgreifen und dann im Stereopanorama verteilen zu können, das wäre echter Luxus. Dass es keine Möglichkeit gibt, Sounds zu layern oder zu splitten, macht zudem einen großen Unterschied zu Jupiter-8, Synthex, OB-Xa bzw. OB-8.

Manche Prophet-5 gibt es heute noch ohne MIDI (so etwa mein Modell), da wäre eine Nachrüstung (ca. 500 Euro inkl. Einbau) noch zu berücksichtigen. Wie alle großen Klassiker sind die Presie in den letzten Jahren aber nach oben geschossen. Ein funktionierender „King of the Classics“ liegt mittlerweile zwischen 3.500€ und 4.000€.

Sicher hängt der Wert auch von der jeweiligen Version ab. Manche Musiker rühren nur ein Rev2-Modell (SSM-Chips) an. Andere wiederum sagen, die letztgebauten Modelle (Rev3.3) seien die besten. Wer sich für die Unterschiede der einzelnen Versionen interessiert, sei auf Peter Forrests „Synthesizer of A-Z“ verwiesen. Hier finden Sie eine genaue Aufstellung, wann und mit welchen Updates die einzelnen Modelle erschienen.

Plus

  • extrem vielseitiger Klang
  • außergewöhnlich starkes Filter
  • Polymodulation
  • gute Tastatur

Minus

  • kein Layern zweier Sounds möglich

Preis

  • Gebraucht ab ca. 3.500€ bis 4.000€
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Pflosi  

    Danke für den hübschen Bericht! Gemeinhin wird 440hz aber als A4, nicht A1 eingeordnet… ;)

    LG

    • Profilbild
      laubi  

      a1 ist schon richtig (siehe wikipedia „Kammerton“)! Ist nur eine andere Bezeichnung für das „eingestrichene A“…

  2. Profilbild
    Viertelnote  AHU

    sehr schönes Instrument.
    Alternativen zu finden wird schwer.
    Den Prophet-600 bitte nicht als Ersatz sehen (den hatte ich viele Jahre). Er klingt und ist anders, zwar unverkennbar ein Sequential Synthesizer, aber Bedienung ist nicht immer optimal. (Hüllkurven arbeiten manuell nur in begrenzten Stufen, Noise fehlt, Ersatz für defekte Curtis Chips zu Finden kann zur echten Geduldsprobe werden.) Ich denke der Prophet08 bzw. der neue P6 kann sich auch hören lassen.

  3. Profilbild
    rauschwerk  

    Der P5 ist zurecht eine Legende.
    Die Sound-Bsp. sind klasse, jedoch sollte man viel mehr von dem P5 zeigen (audio), wofür er letztendlich bekannt wurde, als auch … was er musikalisch (nicht FX) kann.

    Dennoch… eine sehr schöne Review-Passage..

  4. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Mit dem Prophet Schwerpunkt, aufgeteilt auf drei Samstage, ist euch wirklich etwas gelungen, eine sehr gute Betrachtung aus mehreren Blickwinkeln. Gratulation.

  5. Profilbild
    Piet66  RED

    Klasse Bericht über einen begehrenswerten, bildhübschen Synthesizer – danke!

  6. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Eine Klassiker und das wird er immer bleiben. Dieser Synthesizer war in den 80ern neben dem OB-Xa und dem Jupiter-8 die Königsklasse und hat Musikgeschichte mitgeschrieben. Zu hören in unzähligen Hits von Abba über Kim Carnes und Genesis, Pink Floyd, Hot Chocolate bis hin zu John Carpenter.

  7. Profilbild
    ATOMINO

    Nach über fünf Jahren intensiver, weltweiter Suche, habe ich nun vor kurzem das tatsächlich höchst seltene Rack-Modell des SCI Prophet 5 – den `P-Five´ gefunden und gekauft. Der kostet natürlich auch einiges mehr als die hier für die normale Tastaturversion angegebenen 4000 Euro. Allerdings bekommt man dafür dann auch einen entsprechenden Gegenwert – einen wirklich perfekt funktionierenden, deutlich erweiterten und verbesserten Prophet 5. MIDI ist z.B. gleich Bestandteil des Systems, sodass man glücklicherweise endlich problemlos seine Wunschtastatur anschließen und/oder ihn in sein modernes Setup einbinden kann. Alle meine bisherigen Prophet 5 funktionierten nie richtig zufriedenstellend, mussten ständig zum Techniker, bis sie dann letztlich ganz kaputt gingen. Erst mit dem `P-Five´, der nebenbei auch sehr servicefreundlich verbaut ist, kann ich sagen, dass ich angekommen bin und der Prophet 5 tatsächlich der `Beste der Besten´ ist. Es ist etwas schade, dass diese spezielle Rack-Version des P-5 in der ansonsten sehr gut gemachten Prophet-Trilogie keine Erwähnung fand. Aber wahrscheinlich gibt es einfach viel zu wenig Stück von dieser SE Spezialanfertigung – soweit ich weiß, wurden weltweit nur 50 Stück des `P-Five´ hergestellt.

    • Profilbild
      Tyrell  RED 31

      Schick uns doch ein paar gute Fotos und Infos dazu, dann bauen wir diese nachträglich noch in die Story ein :-)

      • Profilbild
        ATOMINO

        Klar, das kann ich gerne machen. Fotos habe ich zwar einige per Handy aufgenommen, die im Prinzip sofort zur Verfügung stünden, aber in dem Fall lasse ich doch lieber noch welche halbwegs professionell anfertigen. Schicke ich euch dann alles zu. Danke nochmal für den wirklich ausführlichen und informativen Bericht / Vergleich.

    • Profilbild
      t.walter  AHU

      Das ist der Prophet 5 Umbau von SE Electronics. Grundsätzlich ein P5 REV3, bei dem die Platine durchgesägt (!) wurde damit sie in das 19″ Gehäuse passt. Ein neues Netzteil hat er auch (wichtig!).

      Hier gibt es ein paar Fotos:
      http://stu.....index.html

      Wenn man Glück hat erwischt man auf dem Gebrauchtmarkt einen Prophet 5 REV3.3 – der ist weitaus stabiler als zB die REV2 und geht insofern auch weniger kaputt… Zudem hat er auch gleich 120 Speicherplätze und MIDI. Die Tastatur finde ich sogar ziemlich gut.

      Ich weiß nicht was der P-Five für MIDI-Funktionen hat, aber die dürften in etwa der der REV3 entsprechen, oder?

      Um einen Prophet 5 dauerhaft am Leben zu erhalten, sollte man auf jeden Fall das Netzteil überarbeiten lassen und alle Kondensatoren tauschen. Wenn das von den richtigen Händen gemacht wird, hält er noch weitere Jahrzehnte gut durch. Belohnt wird das mit einem einzigartig fantastischen Klang :-)

  8. Profilbild
    MidiDino  AHU

    Je mehr ich über die alten Schätzchen lese, um so froher stimmt es mich, niemals ein hinreichendes Verlangen gespürt zu haben, mir eines zu kaufen. Als technischer Analphabet hätte ich nur verzweifeln können. Mein E4 mit all den über Jahre erworbenen CDs läuft weiterhin, und die internen Synthesizerfunktionen reichen mir zur Bearbeitung völlig aus. Auf der Proxenos Volume One gibt es übirgens auch Samples von einem T8. Mir waren zwar diese Samples vom Tonumfang zu gering, um sie einsetzen zu können, doch als Harware ist der T8 im Kontext des P5 eventuell erwähnenswert.

    • Profilbild
      t.bechholds  AHU

      Der T8 entspricht eher 2 mal dem P600.
      Die CPU Leistung ist grottenschlecht und versaut einem den Spaß an der Sounderforschung. Die Tastatur ist grandios, aber die verwendeten Baumaterialien aus Baumwolle und Draht sind dementsprechend oft auszutauschen.
      Die Software bietet ab der Version 3.8 kein local off mehr. Der Sound des T8 ist lange nicht so beeindruckend, wie z.b. der eines Matrix12.

      • Profilbild
        MidiDino  AHU

        Danke für den dezidierten Eindruck. Unter folgendem Link hat man den T8 stärker in Richtung P5 gestellt (http://www.....sci/t8.php). Ich schätze, es wird noch viele andere Eindrücke geben. Klanglich hatte es mir vor allem der Puls angetan, leider war er auf jener CD für mich zu eng geschnitten. Das Verrückte ist ja, wenn man die Multisamples nicht nach Geräten auf den Festplatten abspeichert, wird es völlig egal, von welchem Instrument sie ursprünglich stammen. Nicht Geräte, sondern stückspezifische ‚Klangwelten‘ werden relevant. Aber fragen nach dem T8 wollte ich wenigstens.

        • Profilbild
          laubi  

          Ja schade, daß er T8 kaum erwähnt wird – meiner Meinung nach sehr unterschätzt und der Vergleich mit dem P600 hinkt gewaltig. Der T8 macht ev. wegen velocity auf VCA & Filter einen gezähmteren Eindruck. Wenn man ihn aber extern mit max. velocity-Wert anspielt und (!) die ENV-peaks aufdreht, fährt man ihn erst in die Sättigung und dann gibts geballte Analog-power… habe diesbezüglich ein paar Beispiele gemacht: https://soundcloud.com/hans-laubreiter

            • Profilbild
              laubi  

              Gerne :)
              besonders im tiefen Frequenzbereich beeindruckt der T8 – da ist er dem P5 sogar überlegen. Synth-Guru Peter Forrest vergleicht das Bassvolumen des T8 sogar mit dem eines Moog Modularsystems…

  9. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ich hatte das Glück, einen gut erhaltenen Prophet 600 zu ergattern, zwar kein Prophet 5, aber immerhin: Unglaublich, wenn man dieses Monstrum klanglich mit gesampletem Material bzw. virtuell Analogem vergleicht, dieses Monstrum läß alles andere weit hinter sich. Obwohl: die Anpassung im Mix ist gar nicht so leicht, alles andere klingt plötzlich so dünn…

  10. Profilbild
    microbug  

    Sehr lustige Aussage, daß angeblich manche nur einen Prä Rev3 anfassen. Geschwätz. Einen solchen im Originalzustand will man nicht haben, denn im P5 vor Rev3 kamen nämlich zB die SSM2050 Hüllkurven zum Einsatz, die Vorgäger der Chips, die später im Korg Polysix steckten. Besonderes Merkmal: SEHR anfällig, sprich: hohe Ausfallrate. Wenn es also noch funktionsfähige prä-REV Prophet5-Modelle gibt, dann haben die unter Garantie keine SSM2050 mehr drin sondern den pinkompatiblen Nachfolger davon, den 2056. Der tut jedenfalls in Polysix und Anderen zuverlässig seit Jahrzehnten seinen Dienst.
    Die Prä-Rev3 Modelle erkennt man am Netzschalter vorne auf der Bedienfläche, der wandere später nach hinten. Ab der REV3 kamen dann die Curtis CEM Chips zum Einsatz, deren Filter aber im Gegensatz zu den SSMs ein ganzes Stück braver klangen.

    • Profilbild
      greekotronic  

      Absolut. Ich kann gar nicht nachvollziehen, warum so viele eine Rev.3 bevorzugen. Der Filterklang macht doch die halbe Miete aus bei einem Synth. Und wer vom guten alten Prophet Sound spricht, meint in erster Linie die SSM-Filter. Ich war auch lange auf der Suche, nur um festzustellen, dass ich mit einem Korg Trident näher am Rev. 2 Sound dran bin als mit einem Rev.3 oder P600, wenn auch weniger fett. Ein Filter-Sweep zum Vergleich spricht Bände. Es ist dann wohl der höheren Stabilität geschuldet, dass viele die 3. Revision wollen. Der P-600 ist in meinen Augen/Ohren ein ganz guter Ersatz nur für Rev. 3, ebenso der unterschätzte und noch günstige Chroma Polaris. Für einen Rev. 2 Ersatz würde ich den neuen P-6 nehmen oder Trident/Polysix. Ich meine hier ausschließlich den Filterklang, nicht die sonstige Ausstattung.

      • Profilbild
        costello  RED

        Kann ich bestätigen. In den 80ern wurde ich nach Auftritten manchmal gefragt, ob ich einen Prophet 5 spielen würde. Sehr schmeichelhaft – es war ein Polysix (das Set stand quer zur Bühne und da wirkten auch die Holzseitenteile ähnlich). Der Filter macht den Mimikry-Effekt, denn mit den fetten Oszillatoren des P5 kann der Korg natürlich nicht mithalten, geschweige denn Sync- und Polymod-Sounds erzeugen. Ich habe den Polysix wegen seines charakteristischen Filterssounds aber immer mehr geschätzt als die Juno-Reihe.

    • Profilbild
      psv-ddv  AHU

      Der P5 Rev2 ist einfach nur älter als die Rev3 Modelle und daher gibt es viele Exemplare die dringend renovierungsbedürftig sind. Das Problem mit den SSM Chips ist nicht die hohe Ausfallrate (das ist eine Legende) sondern lediglich die geringe Stimmstabilität der VCOs. Ausserdem leitet das Rev2 Gehäuse die Wärme schlechter ab, weshalb beim Rev3 die Kühlbleche auf der Rückseite dazu kamen. Man sollte mittlerweile bei jedem P5 das Netzteil überarbeiten lassen, auch um die thermische Belastung der Innereien zu verringern. Infos dazu gibt es im Netz. Sequential stieg vor allem wegen der Lizenzquerelen mit E-mu von SSM auf Curtis Klangerzeugung um. Die Legende mit den hohen SSM Ausfallraten war vor allem Rufmord von Herrn Smith gegenüber SSM/E-mu. Der Hauptunterschied ist der Klang. Ein P5rev 2 klingt einfach unglaublich gut. Meiner Meinung nach erheblich besser als die Rev3 Modelle.

      • Profilbild
        psv-ddv  AHU

        Der Klang hat entgegen der Vermutungen, die hier angestellt werden auch keine Ähnlichkeit mit dem Polysix sondern spielt in einer ganz eigenen Liga, vor allem auch gegenüber den Curtis P5. Nicht umsonst wurde der Prophet 6 dem P5 Rev2 nachempfunden und nicht dem P5 rev3. Das hört man auch ganz gut. Ach ja, der Netzschalter ist bei den Rev 2 Prophets auf der Rückseite und lediglich bei der seltenen Rev1 auf dem Bedienpanel angeordnet. eine Rev 2 erkennt man am „Volume“ Poti oben rechts in der Ecke und nicht nahe der Tastatur wie beim Rev 3.

    • Profilbild
      psv-ddv  AHU

      Das ist eine ganz normale Pratt-Read Tastatur, wie sie in dem meisten Synths dieser Zeit zu finden ist. Die ist simpel, haltbar und stabil und lässt sich darüber hinaus ganz einfach überholen. Ersatzteile bekommt man auch heute noch problemlos.

  11. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Also das mit der guten Tastatur nehmt aber mal schnell zurück :) Jeder Prophet5 Eigentümer kennt leider das Problem, dass die Original-Tastatur ungünstiger Weise nach 20 Jahren aufgrund zerfallender Gummidämpfer und damit hängender und klebriger Tasten, für real-time und Live- Spiel quasi zum unkalkulierbaren Abenteuer wird. Trotz alledem nach wie vor ein zeitloses Instrument für einen Sound den man noch echt als Handarbeit bezeichnen kann. Hätte mir bei dem Artikel oben gewünscht, dass auch mal ein paar unbekannte praktische Kniffe und Tricks zur Klangerzeugung beschrieben werden. Also neben den allgemein bekannten Hard-Facts und Infos aus dem web, auch mal ein echter Anwender-Mehrwert aus der Alchemisten-Küche. Aber vielleicht kommt das ja mal in einem zukünftigen Update des Artikels? lgSash

  12. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Der Prophet 5 ist kosmetisch zwar an den Mini Moog angelehnt, von der Struktur der Stimme entspricht er doch eher dem ARP Odyssey. Ebenfalls interessant ist die Frage, weshalb der Prophet 10 nicht erwähnt wird — ursprünglich sah der 10 so aus wie der 5, hatte nur die Möglichkeit, per optionaler Stimmenerweiterung auf zehn Stimmen aufgebohrt zu werden. Das wiederum schuf massive Temperaturprobleme, sodaß von einem einmanualigen Prophet 10 mit SSMs Abstand genommen wurde (und später nochmal als zweimanualiges Ungetüm in Angriff genommen wurde, ohne großen Erfolg). Innen ist der Prophet nicht wirklich ermutigend und ein Austausch sämtlicher Steckverbinder und Flachbandkabel scheint empfehlenswert — wahrscheinlich hat vor 35 Jahren keiner damit gerechnet, daß irgendwann noch irgendwer irgendwo auf diesem Planeten einen Prophet 5 spielen würde.

  13. Profilbild
    dave-sunti

    Danke für den Artikel! Kann es kaum erwarten meinen Prophet zu spielen, habe aber das große Problem dass er einfach nicht anlaufen will. Bin mit meinem Latein am Ende. Kennt jemand einen Spezialisten in Deutschland an den ich mich wenden könnte?

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.