26. September 2017

Panorama für Prophet 600 – Reloaded

Panorama für Propheten – Reloaded

Das durchweg positive Echo auf die Vorstellung meines Selbstbau-Projektes in dem Artikel „Panorama-Upgrade für Propheten“ war für mich Grund genug, das Projekt weiter voranzutreiben, zumal Anfragen nach einer Platine, Schaltungsunterlagen usw. nicht abrissen. Hier nun der zweite und letzte Teil dieser kleinen D.I.Y. Story.

Was bisher geschah

Kurz nach Veröffentlichung des Artikels gab mir ein Leser den Hinweis auf eine heimische Ein-Mann-Firma, die auf selbstentwickelte Synthesizer-Modifikationen spezialisiert ist. Aus meiner Sicht wäre das ein guter Ansatz, weil auf diese Weise eine fertige Lösung zur Verfügung gestellt werden könnte. Mit dem Eigenbau ist es ja immer so eine Sache, nicht jeder kann oder möchte mit dem Lötkolben umgehen. Und es gehört doch schon eines an Erfahrung und Qualifikation dazu, um eine Schaltung ordentlich aufzubauen und in einen Synthesizer zu integrieren, ohne dass Mensch oder Maschine dabei Schaden nehmen.

Nach anfänglich vielversprechendem Gedankenaustausch mit dem freundlichen Inhaber dieser Firma wurde eine Umsetzung letztendlich doch nicht in Angriff genommen, weil eine aktuelle Eigenentwicklung Priorität hatte. Verständlich aber schade. Daraufhin gab es keine weiteren Gespräche, auch nicht mit anderen Firmen, und die Angelegenheit schlief etwas ein. Unterdessen erreichten mich unablässig weitere Anfragen, sodass ich mich kurzerhand entschloss, selbst eine gedruckte Leiterplatte zu entwerfen.

Umsetzung

Die Wahl für das Entwicklungswerkzeug fiel auf das kostenlos erhältliche Programm DesignSpark, mit dem ich zunächst einmal den Schaltplan eingab.

Bild 1: Schaltplan Prophet 600 Pan Mod

In einem zweiten Schritt wurde mit dem gleichem Programm die Platine entworfen. Beim Layout hielt ich mich dabei eng an den Prototypen, da ich mir hier bereits schon viele Gedanken über die optimale Platzierung aller Komponenten und zur Verdrahtung gemacht hatte.

Bei den Design-Überlegungen spielten weiterhin Nachbausicherheit und vor allem Beschaffbarkeit der Bauteile eine wichtige Rolle. Die doppelseitige Platine ist für Durchsteck-Montage ausgelegt, damit das Löten leichter von der Hand geht. Außerdem ist das richtig schön retro, so, wie es zu einem Synthesizer aus den frühen 1980er Jahren am besten passt! Eine Ausführung in SMD (Surface Mounted Devices) hätte sich hingegen für eine fertig bestückte, kommerzielle Komplettlösung empfohlen.

Im Prinzip wurde Prototyp „Variante B“ mit dem CoolAudio VCA ohne wesentliche Änderungen auf gedruckte Leiterplatte umgesetzt. Lediglich bei der manuellen Lautstärkeeinstellung gab es noch eine kleine Optimierung, die ich zuvor mit dem Simulationstool iSim erprobt hatte. Ansonsten übernahm ich die Schaltung unverändert, frei nach dem Motto „Never change a running system“.

Bild 2: Prototyp „Variante B“ mit V2164D VCA

Nachdem die Platine fertig entworfen war besuchte ich an einem heißen Augusttag, mit elektronischem Bauplan auf USB Stick in der Tasche bewaffnet, die Firma Ätzwerk in Feldkirchen bei München. Vor Ort haben wir dann bei einem erfrischenden Getränk alle Details besprochen, und so wurde die erste Kleinserie binnen nur weniger Tage realisiert. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die tolle Unterstützung und angenehme Zusammenarbeit!

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    fritz808  

    das nenne ich herzblut. klanglich haben mich alle modifikationen inzwischen zum p600 fan werden lassen. jetzt muss ich nur noch einen finden.

    • Profilbild
      Piet66  RED

      Das freut mich. Habe noch ein paar Soundbeispiele erstellt:
      alles direkt über die (sorry etwas verrauschte) Soundkarte meines low-Budget Notebooks aufgenommen, keine Effekte, keine Nachbearbeitung. Hoffe, der Eindruck kommt trotzdem rüber.

      Viel Spass damit & weiterhin viel Erfolg bei der Suche nach einem P600…es lohnt sich!!

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