Test: Dave Smith Instruments Mopho x4, Synthesizer

5. September 2012

Analoger Synthesizer

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Mit dem Mopho x4 stellt der kalifornische Hersteller Dave Smith Instruments unter der Regie seines gleichnamigen Entwicklers einen neuen polyphonen analogen Synthesizer vor. Mit seinem 44-Tasten Keyboard und vierfacher Polyphonie liegt er sowohl ausstattungsmäßig als auch preislich zwischen dem monophonen Mopho, dem tastenlosen vierstimmigen Tetra4 und dem Prophet 08.

Rahmendaten

Der Mopho x4 wurde offensichtlich mit besonderem Augenmerk auf die Live-Umgebung bei gleichzeitiger Transportabilität konzipiert. Das Keyboard mit Velocity und Aftertouch ist gerade groß genug, um brauchbar Soli und Akkorde spielen zu können, für das direkte Transponieren gibt es eigene Druckknöpfe. Auf Multitimbralität wurde anders als beim Tetr4 verzichtet – und damit logischerweise auch auf Einzelausgänge. In ausreichender Zahl vorhandene und sinnvoll angeordnete und verschaltete Potis und Encoder sorgen für einen schnellen Zugriff auf alle wesentlichen Echtzeitparameter, ein rudimentärer Step-Sequencer sowie Arpeggiator sind ebenfalls an Bord. Pitch- sowie Modulationsrad wurden aus Platzgründen wie schon beim Prophet 08 oberhalb der Tastatur angebracht, zum Spielen nicht wirklich optimal, aber auch kein unüberbrückbares Hindernis.

Modulationsräder

Modulationsräder

Es gibt vier feste Bänke mit je 128 Presets, dazu kommt noch mal die selbe Anzahl frei programmierbarer Klänge.

Auspacken

Außer dem Gerät selbst findet man im glanzlosen Karton eine lediglich englischsprachige Anleitung und das bekannte Netzteil mit Wechselanschlüssen für die weltweite Stromversorgung. Auf ein USB-Kabel oder anderen Schnickschnack wurde verzichtet.

Optik

DSIs neuester Synthesizer verfügt über ein robustes Metallgehäuse und wird mit braungestrichenen Echtholz-Seitenteilen ausgeliefert. Die bekannten gummierten Drehknöpfe liegen angenehm in der Hand, die Verarbeitung ist gut und insgesamt macht alles einen sehr stabilen, roadtauglichen Eindruck. Das blassblaue 2*16 Zeichen Display ist klein geraten und gehört sicher nicht zu den schönsten seiner Art, lässt sich aber gut ablesen und erfüllt den Zweck.

Anschlüsse

Hier sind An/Aus-Schalter, MIDI-Trio, Stereo- sowie Kopfhörerausgang, Strom-, Sustain-Pedal und USB-Anschluss zu nennen. Letzterer fungiert einerseits in Windows- und OSX-Betriebssystemen als Plug-and-Play MIDI-Interface, andererseits sollen sich über einen angekündigten kostenlos herunterladbaren Software-Editor auch Soundprogramme bearbeiten und verwalten lassen. Und schließlich erlaubt ein kombinierter Volume-Pedal/CV Eingang noch die Beeinflussung eines Parameters über eine externe Steuerspannung.

Anschlüsse

Anschlüsse

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    mummstyle

    Anders als im Testbericht erwähnt, wird der MFB DOMINION 5 eine Tastatur besitzen!

    Sonst ein guter, objektiver Testbericht!

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    FunKeyLicious

    Schöner Kurzbericht über ein von Dave Smith zwar bereits mehrmals „aufgewärmtes“, aber letztendlich doch sehr treffendes Konzept.
    Was der Mopho X4 macht, macht er aus meiner Sicht für den Preis wirklich sehr gut und hat mich nach einigen anderen DSI Synths schließlich überzeugt – ein 4stimmig (im Grunde ausreichend) polyphoner Analoger mit gutem Klang und vor allem den für mich wichtigen Sub-Oszis, die in vielen Sounds für die richtige Fülle sorgen.
    Keine wichtigen Funktionen wurden vergessen (z.B. Tap Tempo, Arp Latch in zwei Varianten) und die wichtigen Parameter sind gut im Zugriff. Ausgezeichnet für live und auch im Studio. Natürlich vom Sound her nicht zu vergleichen mit meinem Andromeda oder Voyager, aber klein und wirklich fein.
    Übrigens zeigt mein Gerät (Serien# 112) auch den leichten Pegelunterschied zwischen den L/R Kanälen, den beschriebenen Störton jedoch nicht.
    Eine Bitte noch zu den Audio-Beispielen: Vielleicht beim nächsten Mal etwas mehr „dry“, dann kann man den Grundsound besser beurteilen. Thx!

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    kai-philipp

    Vielen Dank für den sehr treffenden Bericht. Der Mopho x4 ist ein klasse Analog-Synthesizer. Vielleicht ist „pragmatisch“ oder „puristisch ohne Verzicht“ eine passende Beschreibung. Für den Livebetrieb ein Traum. Die Tastatur gefällt mir beim Mopho Keyboard ein wenig besser, aber das ist Geschmackssache. Toll das wieder Aftertouch mit an Bord ist. Nur der EUR-Preis ist ein Tick zu hoch. Ich hätte den Mopho x4 knapp unter 1000 EUR bewertet.

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    filterfunk  

    Joah. Wie schon erwähnt: Ganz nett, aber kein „must have“.
    Als polyphoner Synth sollte das Teil aber schon mind. 6 Stimmen haben.
    Die klangmäßige Einstufung des Autors in Richtung Mittelklasse und den Effekt- Einsatz für die Klangbeispiele finde ich aber schon ziemlich erstaunlich.
    Dabei sind es gerade die DSI-Synths, die schon ganz ohne zusätzliche Effekte transparent, breit und warm – eben analog – klingen!

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    network-909  

    Die 35kHz Störfrequenz kommt wahrscheinlich über das Schaltnetzteil in den Ausgang.. Müsste man mal checken, ob das beim normalen Mopho auch so ist…

    Der Unterschied im Ausgangspegel lässt sich übrigens durch den „Balance-Tweak“-Parameter wieder ausgleichen. Das Problem ist beim Mopho schon länger bekannt..

  6. Profilbild
    Viertelnote  AHU

    bei einem Preis von 1.300 Euro ist der Sprung
    zum Prophet 08 als Desktopversion nicht allzu groß.

    Um die 1000,00 Euro würde ich als angenehm
    empfinden, zumal der tetra ja nicht wirklich
    schlechter ist, ausser einer Tastatur und einer
    Handvoll Potis mehr würde ich jetzt am Mophox4 keine so herausstechende Innovation sehen.

    Soundmäßig, ganz klar, Spitzenklasse

    mfG

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    AMAZONA Archiv

    Sehr schöne Audio-Beispiele für meinen Geschmack. Es ist das erste Mal überhaupt, dass Audio-Beispiele von einem DSI-Synthesizer in mir das Bedürfnis wecken, so ein Teil zu besitzen. Ich dachte bisher, die Dinger klingen einfach nicht. Es bleibt natürlich immer noch die Frage, wie geübt man im Sound-Design sein muss, um solche Klänge da herauszubekommen.

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    Atomicosix  

    Der neue DSI ist wirklich spitze, da können sich die meisten anderen Synthesizer mal eine Scheibe abschneiden. Man sollte ihn unbedingt mal testen…

    Bei Dave Smith wird Evolution groß geschrieben. Bei jedem neuen Modell seiner kleiner Firma entwickelt er seine Instrumenten weiter. Wahrscheinlich nimmt er sich auch die Kritikpunkte seiner Kunden zu Herzen, denn er verbessert sie ständig. Der DSI Tetra war ja eigentlich auch nicht schlecht, aber er hatte keinen Ausschalter, das Display hatte keine Abdeckkung usw. Der Hauptkritikpunkt ist aber die extrem umständliche Bedienung des Gerätes, ohne Editor ging eigentlich gar nichts.

    Das Mopho-Keyboard hat diese Mißstände beseitigt, allerdings hat er nur eine Stimme. Der Mopho X4 hat jetzt wieder 4 Stimmen und ein 44 Tasten-Keyboard, so wie der Mini-Moog. Das Design ist nicht mehr so schrill, mir gefällt es wesentlich besser. Die Bedienung finde ich gut und relativ übersichtlich und einen Editor gibt es natürlich auch. Die Speicherplätze wurden auf 4×128 User und 4×128 Presets erweitert, das ist eine klare Ansage denn der Moog Little Phatty hat gerade mal 100. Ein Ausschalter ist auch vorhanden und das Display hat jetzt eine Abdeckung.

    Das wichtigste ist natürlich der Sound. Endlich mal ein DSI Synth der meine Erwartungen erfüllt. Schön weiche Klänge, extreme Modulationen usw.
    Also 80ziger Jahre Sounds kann man locker mit ihm erstellen und einiges mehr.
    Er klingt definitiv nicht wie ein Moog oder ein Clavia Nord-Lead und das ist gut so.

    Ich habe lange auf so ein Instrument gewartet – viel Dank Dave !!!

  9. Profilbild
    sipeng  

    Hallo und toller test!
    Ich habe einen x4 gekauft bin allerdings ziemlich „newbie“ in der synth welt.
    Der „pad thing“ sound im test, ist er eins der presets oder selbst gebastelt?
    Ich mag den sound sehr bin aber noch nicht so einem sound nah gekommen.
    der synth kann ziemlich viel und ist manchmal ein bischen zu viel möglichkeiten…(für einen anfänger zummindest).

  10. Profilbild
    masht13

    Hallo,

    Sehr schöner Padsound, den du hier erstellt hast. Allein deswegen bin ich jetzt wirklich neugierig und möchte den Synth unbedingt probespielen.

    Auch wenn ich der Überzeugung bin, dass es einiges an musikalischem Können und Know How in der Synthesizerprogrammierung vorraussetzt, so ein Pad zu erstellen. Mal sehen was dem Synth beim Probespielen zu entlocken ist.
    Danke für den Test und den Einblick in die Möglichkeiten des Instruments. MfG Martin

  11. Profilbild
    D.S.x4

    Wie unkompliziert ist das Teil in Verbindung mit einer Tetra?
    Wie schlägt sich die Stimmenreduziertheit im Alltag? Fehlt was, oder genau richtig, wenn man da so einen guten E-Pianosound oder eine Fläche gebastelt hat und vom Klavier kommt?

    Ich war letztends im Musikladen meines Vertrauens und wollte eigentlich eine Novation Ultra…kaufen – wegen der Einbindung in Logic usw….

    Beim Anspielen habe ich wieder dieses Plastikgefühl in den Fingern und die digitalen Glasbausteine im Ohr gespürt – zum Weglaufen.
    Daneben stand dann ein Mopho 4, und den habe ich dann mal angeschaltet und tja: dann war die Welt wieder in Ordnung. Ich habe mich komplett in dieses Gerät verliebt und würde sofort zuschlagen, wenn dann doch nicht die Überlegungen kommen, wie „reichen vier Stimmen?“ usw.
    Das macht einen total fertig, wenn man nur Einen für alles sich leisten will/kann und dann ist das Teil auch noch so „must/not/have“ aus Sicht der Profis.

    Kann mir da irgendwie geholfen werden?
    Es wäre nach dreißig Jahren Nase platt drücken an vielen Schaufenstern mein erster Synthesizer.

    Vielen Dank für Eure Hilfe :)

  12. Profilbild
    Atomicosix  

    Hallo, ich möchte noch mal eine Lanze für den Morpho X4 brechen, gerade jetzt wo er unter 1000 Euro zu haben ist.

    Wenn man ihn ordentlich programmiert kann er fast wie ein Roland oder ein ARP Odyssey klingen !!!

    Allerdings sollte man ihn auf den Mono-Out-Modus stellen. Das Links-Rechts hinundher nervt mich einfach, wie beim Clavia Nord-Lead. Manchmal ist Mono einfach besser.

    • Profilbild
      erol

      „Allerdings sollte man ihn auf den Mono-Out-Modus stellen. Das Links-Rechts hinundher nervt mich einfach, wie beim Clavia Nord-Lead. Manchmal ist Mono einfach besser.“

      Würde ich von abraten. Stattdessen solltest du bei den jeweiligen Programmen überprüfen, über welche Modulationsquellen die Pan gesteuert werden. (meistens LFO). Einfach dealtivieren und das nervige links-rechts hin und her ist sofort beendet.

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