Report: Sequential Prophet-5 & Prophet-10, Reissue 2020

2. Oktober 2020

Die Wiedergeburt der Wiedergeburt der Wiedergeburt

Gedanken zum neuen Sequential Prophet-5 Reissue 2020

Viele werden sich erinnern, als Dave Smith 2007 erstmals wieder einen Prophet unter den Synthesizern erschuf, betitelte er diesen als Prophet ’08. Damals lief dieser analoge Polysynthesizer noch unter dem Label DSI.

2007 die erste Anlehnung an eine Legende, der Prophet ’08

Schon damals kokettierte der Hersteller damit, einen Nachfolger des Prophet-5 erschaffen zu haben, wenn auch keinen Nachbau, so zumindest einen „inspired by“. Der achtstimmige Prophet ’08 wurde lange Zeit der Brot-und-Butter-Analoge der Musikindustrie, entsprechend gab es ihn in zahlreichen Variationen wie Mopho, Tetra, – auch als Minikeyboard, Rack und Desktop. Der Klang überzeugte, die Verarbeitung leider nicht.

Sequential Prophet-6 von 2015

2015 folgte der Sequential Prophet-6. Endlich hatte Dave die Namensrechte für Sequential von Yamaha zurückerhalten und brachte – nach eigenen Angaben in diskreter Bauweise – den Prophet-6 auf den Markt. Zwei Stimmen weniger als sein Vorgänger, dafür aber deutlich besser verarbeitet, was sich am Ende auch im Preis widerspiegelte. Besonders beim Prophet-6 wurde erneut die Legende Prophet-5 bemüht – alleine das  Design unterstreicht diesen Anspruch, wenn auch der Hersteller einen Vergleich mit dem Original scheute.

Wir haben das damals für Dave Smith übernommen und setzten Klaus Peter Rausch an diese Aufgabe. Die Frage war ganz einfach, „Wie nahe kam man denn mit Prophet ’08 und Prophet-6 dem Original Prophet-5“. Und auch die zweite Frage „Wer hat welche Stärken und Schwächen“, könnt ihr ausführlich HIER im Vergleichstest lesen.

Dave Smith Prophet REV2 , die Wiedergeburt des Prophet ’08

2017 wurde schließlich der Prophet ’08 neu aufgelegt unter der Bezeichnung Prophet REV2. Mehr Stimmen, bessere Verarbeitung und immer noch der günstigste Prophet-Poly-Sound in der aktuellen Produktpalette. Für die Redaktion immer noch der attraktivste Prophet am Markt – und der wurde nicht kleiner, sondern durch Prophet 12, Prophet X und Co, eher unüberschaubarer, wenn nicht sogar inflationär. Zugegeben, bis auf den Namen spielte man hier von Seiten des Herstellers kaum mehr auf die Legende an.

Und nun das: Die Ankündigung einer Neuauflage, so O-Ton Pressmitteilung. Sogar das Wort „akribisch“ wird diesmal im Zusammenhang mit einem zu erwartenden „authentischen Klangerlebnis“, gebraucht. Das lässt aufhorchen, erinnert aber auch an die unsägliche Reihe von Korgs MS-20 und ARP-Klonen, die mit jeder Ausgabe noch näher am Original sein sollten.

Natürlich sind wir gespannt auf Daves neuen Wurf – gar keine Frage. Und wir prophezeien jetzt schon, dass die Rechnung aufgehen wird – zumindest wirtschaftlich. Gerade angesichts Behringers bislang vergeblichen Bemühungen den OB-Xa Klon UB-Xa in die Läden zu bekommen, ist dieser überraschende Schnellschuß von Sequential ein raffinierter Schachzug, um die Stellung als Premium-Anbieter im Segment Polyphone-Analogsynthesizer zu behaupten und Marktanteile zu sichern.

Gewinner ist letztendlich auf jeden Fall der User. Noch nie war der die Vielfalt an polyphonen Analog-Synthesizern so groß wie heute. Und wer hätte das vor 20 Jahren, angesichts der VST-Invasion, auch nur ansatzweise für möglich gehalten.

Viel Spaß nun mit den Hardfacts zum neuen Prophet-5 2020 – ach- und verzeiht uns das Wort „Reissue“, welches der Verfasser hinzugefügt hat und nicht der Hersteller, aber irgendwie müssen wir unsere Artikel für Google und den Verbraucher differenzierbar halten.

Euer Peter Grandl

Alle Infos zum Sequential Prophet-5 2020

Sequential kündigt mit dem Prophet-5 und dem Prophet-10 die Neuauflage des Synthesizers an, mit dem Dave Smith seinerzeit berühmt wurde.

Die neue Version des Prophet-5 ist wie der Klassiker ein fünffach polyphoner Synthesizer, der pro Stimme zwei analoge Oszillatoren, ein resonanzfähiges Tiefpassfilter und einen analogen Endverstärker sowie Hüllkurven für VCF und VCA besitzt. Dazu kommen ein Multi-Waveshape LFO und die Poly Mod-Sektion, die das Routing von OSC B und der Filterhüllkurve zu verschiedenen Zielen wie Cutoff, OSC A und PWM erlaubt, was seinerzeit noch unüblich war.

Der neue Prophet-5 arbeitet wie sein Vorgänger mit echten Curtis-VCOs. Dank unterschiedlicher Filter-Chips kann zwischen den Versionen Rev1/Rev2 und Rev3 direkt auf dem Frontpanel umgeschaltet werden.
Außerdem wurde bei Sequential ein originaler Prophet-5 akribisch analysiert, um den organischen und lebendigen Sound von damals bestmöglich nachempfinden zu können. Hier wurden Fluktuationen und Differenzen zwischen den Oszillatoren, Filtern und Hüllkurven der einzelnen Stimmen festgestellt. Über einen Vintage-Regler kann dieses Verhalten variabel eingestellt werden. Bei der am höchsten eingestellten Stabilität sprich Sequential von einer Rev4-Version.

Weitere moderne Verbesserungen sind Velocity und Aftertouch sowie MIDI/USB. Es gibt auch CV/Gate-Ausgänge um modulare Geräte ansteuern zu können. Die halbgewichtete 5-Oktaven Tasttaur stammt von Fatar.

Beim Prophet-10 handelt es sich um einen Prophet-5 mit doppelter Stimmenanzahl. Die Soundengine ist jedoch identisch. Auch seinerzeit wurden von Dave Smith eine fünf- und eine zehnstimmige Variante entworfen, doch der Prophet-5 ging dann schließlich in Serie. Der alte Prophet-10, der später folgte, hatte einen andere Schaltung und ein anderes Konzept.

Sequential Prophet 5 Reissue 2020

Sieht dem Original zum Verwechseln ähnlich, der Sequential Prophet 5 Reissue 2020

Zum alten Prophet-5 gibt es natürlich auch eine Vintage-Story.

Sequential Prophet-5 und Prophet-10 werden beide noch im Oktober erhältlich sein. Der Prophet-5 soll 3.499,- Dollar kosten, der Prophet-10 4.299,- Dollar.


Preis

  • Prophet-5 2020 - 3.499,- Dollar
  • Prophet-10 2020 - 4.299,- Dollar
Forum
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    nativeVS  AHU

    Also das Pitch- und Modulationsrad zerstoeren da aber irgendwie das zeitlose design, ansonsten genial das Dave das selbst zu dem preis zustande bekommt.

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    AMAZONA Archiv

    Sieht igendwie ein wenig anders aus. Ich nehme mal an, dass diese Neuauflage nicht ganz so originalgetreu sein wird wie die Minimoog reissue.
    Wird spannend den mit den Rev2 und Rev3 Originalen zu vergleichen!

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    Henrik Fisch  AHU

    Naja, mei … wenn‘ schee macht … ich will niemandem den Spaß verderben. Aber zumindest hat Onkel Dave (genau wie Onkel Uli) es verstanden, dass für so etwas ein echter Markt existiert. Ich persönlich kaufe mir lieber einen Pro 2/3.

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      TobyB  RED

      Der Pro3 ist ne andere paraphone Baustelle. Aber eine schöne. Ich denke das wird sich gut ergänzen. Rev 2 und Pro 3 passen jetzt ja schon zusammen. Das schöne an den Kisten ist, dass ich Vintage Sound hinbekomme oder aber einen modernen Sound haben kann. Das eine muss das andere nicht ausschliessen. Hinzu kommen dann Sachen wie die MIDI Implementierung, wenn ich Akkorde für Flächen per MIDI spiele, werden die in ein Arpeggio umgesetzt. Womit andere Hersteller bis heute ein Problem haben.

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        Henrik Fisch  AHU

        Nee, ist schon klar. Mir ging es auch nicht um die Polyphonie, sondern um die Sound-Engine an sich. Da finde ich den Pro2/3 deutlich spannender.

        Aber wenn man einen polyphone Synthesizer benötigt, dann ist der Prophet 5/6/10/12 sicherlich spannend.

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      Henrik Fisch  AHU

      OK, ich nehme meine Aussage von oben zurück. Oder sagen wir mal nicht ganz, aber doch teilweise. Ich finde den »Prophet 5« heutzutage immer noch einigermaßen langweilig (weil man die Sounds tausendfach gehört hat). Aber ich habe jetzt das Video von Onkel Dave auf YouTube gesehen … und jetzt bin ich von dem Prozess des Nachbaus und was intern in dem Synthesizer passiert, begeistert. Ich kann mich nicht wehren, das ist schon ansteckend.

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    AMAZONA Archiv

    Hi! 1.10. nicht 1.4..
    Ich bin gerührt wie Kuchenteig: Ein echter Prophet 5 und neu!
    Der Preis ist für Built in America absolut ok.
    Trotzdem, träumen darf man. Schließlich hatten wir damals auch davon geträumt, als die Propheten bei den Händlern standen. Tolle Aktion von Mr. Smith!

    gruß
    Tom
    und bleibt gesund

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    Maxi  

    Wahrscheinlich eine Trotzreaktion auf den PIKOPIKO FACTORY PROPHET-MINI. :-D
    Beim neuen Prophet-5 könnte ich allerdings schwach werden. Nostalgie …

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    defrigge  

    DAS ist für mich der größte Synth-Hammer des Jahres, nachdem ich J3POs Demo gehört habe. Dagegen hört sich der komplette Rest 2020 – einschließlich Moog One und der gesamten Roland Cloud und Jupiter X/XM – einfach nur noch ziegenkäseblass an!

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      AMAZONA Archiv

      Das ist doch schonmal ein gutes Zeichen. SO eine Reaktion sollte ein neuer Synthi auslösen.

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        Holden  

        Heilige Scheiße, mein Kaffee schmeckt salzig weil so viel geheult habe. Das ist echt alles in einer Person. Eine Sache machen von den 70ern bis heute, mit allen Höhen und Tiefen des Business, um am Ende zu den Wurzeln zurückzukehren. Vorm erwartbaren Ende sich und allen die es schätzen ein Geschenk des Herzens zu machen, so fühlt es sich richtig gut an. Dies alles wird man am Ende auch am Instrument spüren und es wird in Musik übergehen. Nein, hier will ich keine Vergleiche außer mit DS selbst lesen, ihm gehört dieser Moment alleine und wir haben die Ehre daran teilzuhaben. Für mich ist das ein religiöser Moment. Wir sehen den Anfang und das Ende, wie das Leben es vorschreibt. Laßt uns feiern!

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    Ashatur  AHU

    Da träumt man schon vom Prophet mini und dann kommt sowas um die Ecke…
    Aber es wird wohl eher der Mini werden.
    Aber Danke Herr Smith das man mal wieder richtig Träumen darf :-)

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    iggy_pop  AHU

    Das scheint also kein Hoax zu sein, sondern auf Tatsachen zu beruhen — unter diesen Umständen möchte ich mir gerne ausmalen, wie ein Prophet 10 im Unisono-Modus mitsamt Polymodulation klingen muß…

    Schön, daß Dave Smith in dieselbe Kerbe haut wie Moog mit dem Mini Moog Reissue oder Korg mit dem ARP 2600FS.

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    costello  RED

    Das sind tolle Neuigkeiten. Wenn Dave und seinem Team es gelungen sein sollte, die Essenz des P5 einzufangen, ist das sicher in diesem Preissegment (auch heute noch) ein sehr konkurrenzfähiges Instrument. Zumal die Verbesserungen (u.a. wählbarer Filtertyp, 400 Programmplätze, Polyglide, Velocity) alle sehr positiv sind. Was ich noch nicht herausgefunden habe: Ermöglicht das P10 Modell Split und Layersounds? Das war die größte Einschränkung des P5 zu den Oberheim-Modellen und zum Jupiter 8. Ein bisschen skeptisch bin ich bei Features wie dem zumischbarem Vintagefaktor. Das kenne ich von B3-Emulationen, wo das Leakage simuliert werden soll. Fand ich nie recht überzeugend.

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      Holden  

      Was den Vintagefaktor angeht bin ich zuversichtlich daß alles so funktioniert wie es soll. DS selbst sagt daß ab 2 die alte Sonne aufgeht und der Rev 4 sonst so modern klingt wie es heute möglich ist. Split ist mir in diesem Fall auch wurscht, wie auch die 10-Stimmige Version. Der Vibe gehört dem 5er. Ich freue mich wie seit 30 Jahren nicht mehr. :)

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      nativeVS  AHU

      Von Dave’s beschreibung nehme ich an dass der Vintage regler eher die automatischen korrekturen bedaempft und ein paar zufallswerte eingespeist.

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        KrauTronicA  

        Ist auch meine Annahme bzgl. Vintage-Regler, wobei das neben VCO & VCF tuning wohl auch andere Parameter (Hüllkurven, LFOs etc.) betreffen dürfte. Letztere sind meines Wissens ja bereits digital realisiert und so können dort subtile Variationen bei heutiger Prozessorleistung recht gut vorgenommen werden.

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    pestomusic

    Ich brauche keinen analogen Poly.
    Ich brauche keinen analogen Poly.
    Ich brauche keinen analogen Poly.
    VERDAMMT.
    Ich brauche einen analogen Poly.

    Schließe mich einigen Vorrednern an, das ist die Synth-Vorstellung des Jahres! Details der Unterschiede zum Original interessieren mich erst mal nicht so sehr, die Kiste klingt in dem Video schon mal derart fett, die Pads so derbe sahnig. So ein starkes haben-wollen-Gefühl hatte ich schon lang nicht mehr.

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      Ted Raven  AHU

      Ich habe einen analogen Poly.
      Ich habe einen analogen Poly.
      Ich habe einen analogen Poly.
      ääätsch ;)))

      Ich kann ja vollkommen verstehen, wenn jemand, der noch keinen analogen Poly hat, scharf auf einen ist. Ich bin aber auch der Überzeugung, dass es sehr viele solcher Instrumente mit deutlich besserem Preis-Leistungs-Verhältnis gibt.

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        justme  

        Gibt eben Menschen, deren Emotionen sich nicht nur über das gebotene Preis-Leistungs-Verhältnis definieren…

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          Ted Raven  AHU

          Das stimmt natürlich. Aber gerade wenn man sich ein Instrument primär aus emotionellen Gründen kauft und nicht als Investition, kann ein für das Gebotene zu hoher Preis schnell schmerzhaft werden. Wenn ich ein Instrument gefühlsbedingt kaufe – was zuletzt vor ein paar Monaten beim Quadrasynth der Fall war – schaue ich stärker auf den Preis als bei Instrumenten, die ich mir zuvorderst aus rein musikalischen Gesichtspunkten zulege. Ich hätte z. B. sehr gerne einen JD-800. Bei den derzeitigen Preisen (im Schnitt 1000 €) ist er mir jedoch einfach zu teuer für einen digitalen in dem Alter, den ich nur zum Spaß-Sound-Schrauben und wegen der Optik kaufen würde.

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      justme  

      #pestomusic Bei mir werkeln an Polys sogar schon ein P6, OB6 und Microwave1 und ich bin seit einiger Zeit komplett glücklich. Nein, sogar fest in dem Glauben, definitiv nichts mehr, aber auch gar nichts mehr an Klangerzeugern (ausser vielleicht ´nem Fretless Jazz Bass) kaufen zu müssen/wollen.
      Und nun das…

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    amyristom  AHU

    Verdammt, da wollte ich mir eigentlich zu Jahresende den Prophet 6 zulegen und nun kommt Dave Smith mit sowas ums Eck geschossen? Und prompt weiß ich nicht mehr, welcher Prophet es werden soll… Der Prophet 6 mit seinen weitergehenden Möglichkeiten und einer Stimme mehr oder der puristische Prophet 5 Rev4 mit dem eindeutig höherem Sexyness- und Kultfaktor?

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    Son of MooG  AHU

    Am Prophet-6 hat mich das 4-Oktaven-Keyboard etwas gestört; schön, dass der P-5 Reissue wieder mit 5 Oktaven ausgestattet ist.
    Beim Prophet-10 wurde die zweite Tastatur weggelassen, dafür sollten dann Split/Layer-Sounds möglich sein…

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      amyristom  AHU

      Angeblich hat der neue Prophet 10 keine Split-/Layerfunktion. Er entspricht nicht dem Prophet 10, den wir alle so kennen, sondern dem Prophet 10 Prototyp, so wie ihn Dave Smith ursprünglich bauen wollte (10 Stimmen in einem Prophet 5 Gehäuse), aber aufgrund von nicht lösbaren Hitzeproblemen nicht konnte.
      Und dieser Urprophet 10 hatte auch noch keine Split-/Layerfunktion.
      Zudem wird gesagt, dass der 10er mit dem 5er bis auf die erweiterte Stimmenanzahl identisch sein soll.

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    0gravity  

    Da ist Dave Smith wohl gerade noch rechtzeitig auf den Vintage-Clone Zug aufgesprungen, aber warum auch nicht. Bevor Andere das Geld mit seinen Ideen verdienen macht er es lieber selbst. Auch wenn ich vage in Erinnerung habe, dass er mal gesagt hatte ihn interessiere das reine Clonen nicht.
    Allerdings wäre mir ein polyphoner Pro3 lieber gewesen.

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    Eibensang  

    Zwei Kommas und ein Punkt zuviel in der Überschrift (musste ich jetzt einfach mal sagen … 😺), aber sonst ganz prima Artikel! Und auf die Synths darf man gespannt sein …

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    Doc  

    Naja, bei dem oben verlinktem YT Video – J3P0 – sind bisl viel Strymon Effekte bei.
    Da klingt auch n mittelmässiger Synth recht ordentlich.

    Da haben die 73 Soundcloud Schnipsel mehr Aussagekraft.

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      iggy_pop  AHU

      Ja, und die klingen durch die Bank so, wie ich es vom Prophet 5 Rev. 3.3 kenne.

      Wenn es überhaupt was zu meckern geben wird, dann wird es wieder darauf hinauslaufen, daß keiner von den Meckernden 1978 einen ladenneuen Prophet 5 frisch vom Produktionsband in den Händen halten konnte, sondern nur mehr oder weniger in Würde gealterte Geräte kennenlernen durfte.

      Wenn überhaupt.

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    Ted Raven  AHU

    So viel Freude bei den Kommentatoren habe ich nicht erwartet. Seit langem wird zurecht kritisiert, dass Dave Smith ein und denselben Synth wieder und wieder aufwärmt. Wirklich schade, dass er sich in all den Jahrzehnten nie etwas neues oder wenigstens etwas anderes einfallen ließ.

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      0gravity  

      Dave Smith hat sein Lebens-Soll an Innovation schon übererfüllt.
      PRO2/3 und Prophet X sind imho recht innovativ, aber wenn ich mir die einschlägigen Webseiten so anschaue, dann wollen die Leute ja hauptsächlich den alten Kram, und dieses Bedürfnis wird halt bedient.

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        lightman  AHU

        Dave Smith wurde mal im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf das Thema Innovationen und seine Synths angesprochen. In seiner Antwort machte er keinen Hehl aus seiner Enttäuschung, daß viele Kunden offenbar lieber die alten Hacken als neue Konzepte wollen. Zwar hat er über die Jahre immer wieder Synths abseits vom Mainstream aufgelegt, aber deren Verkaufszahlen waren im Vergleich zu solchen mit dem Prophet-Namen eher gering.

        Das Stairway To Heaven-Syndrom ist halt auf allen Ebenen zu finden,

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          CKMUC  

          Guter Kommentar!
          Dave Smith hätte wahrscheinlich in der Tat mehr Spaß daran gehabt, einen ganz neuen Synth zu entwickeln. Allein, dieses Feld muss er wohl anderen überlassen, sein Schicksal ist der Prophet.
          Dafür lässt er sich die Mühe recht gut entlohnen, finde ich zumindest, aber ich gönne es ihm auch.

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            lightman  AHU

            Ja, sein Schicksal ist der Prophet, das kann man wohl unterschreiben.

            Das ist wie bei einem Musiker, der ein bahnbrechendes oder gar genrebildendes Album rausgebracht hat, auf das er zeitlebens immer wieder reduziert wird. Natürlich ist es toll, wenn das Teil nach all den Jahren noch Tantiemen abwirft, aber wenn man dann mal ein neues Album rausgebracht hat und es stolz präsentieren will, hören die Leute fünf MInuten lang zu und fordern dann wieder die alten Gassenhauer. An sowas sind schon Musiker regelrecht zerbrochen.

            Bei Dave Smith ist das nicht zu befürchten, der ist Realist genug, um die Zeichen der Zeit zu erkennen, letztlich hat er in den vergangenen Jahren ja darauf hingearbeitet, Sequential wieder zu neuen Ehren zu bringen, und das ist ihm auch gelungen.

            Mögen die Leute mit dem alten Prophet 5 schöne neue Musik machen.

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              KrauTronicA  

              Schicksal – oder auch „Fluch der Marke“:
              Ein Sequential ohne „Prophet“ im Namen – offenbar undenkbar und Verkaufsflop.
              Ein Moog ohne ladder-filter – von vornherein zum Scheitern am Markt verurteilt, und schon nah dran an Ketzerei ;-).
              Dito für Waldorf / PPG ohne wave-tables, Yamaha ohne DX Zutaten, Roland ohne J* sounds usw. usw.
              Das zum großen Teil aber durch uns Kunden selbst.

              „Realist“ trifft für Dave Smith auf jeden Fall zu, sowie zäh & geschäftstüchtig :-).
              Letzteres sieht man sehr schön daran, welche interessanten features seine jeweiligen Synths eben gerade (wieder) nicht (!) enthalten. Hier fehlt der Sub-Oszillator, dort die dritte envelope; wo ist der Hochpaß geblieben? Das Ganze dabei völlig transparent aufgelistet in einer Gegenüberstellung auf der firmeneigenen home-page um zu zeigen was einem eigentlich noch so in der Sammlung fehlt ;-). Hab‘ dabei leicht amüsiert festgestellt, daß beim Pro-3 interessanterweise kein Eintrag im Feld „Analog Filter“ zu finden ist (!?). Tja, richtig, im Titel in der Beschreibung steht ja auch nur „Three Filters Based on Vintage Designs“.
              De facto fahren aber letztlich alle so eine Produktstrategie.

              Dave Smith hat auf jeden Fall an vielen Stellen seinen Beitrag zur Geschichte der Synthesizer geleistet (s. Wiki) und der Erfolg (auch geschäftlich) sei ihm herzlich gegönnt.

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              Holden  

              Zu viel Lobgesänge will ich auf Dave Smith auch nicht loslassen. Der Prophet 5 ist sein Schicksal trifft es ganz gut, meinetwegen noch der VS dazu und der Sixtrak, Multitrak, Max, Prophet 600, Split-8, Studio 440, Prophet 2000. Die ersten Synths des analogen Revivals kamen auch von ihm. Evolver, Mopho, Tetra….., merkt ihr es? Der Mann hat die 3500€ Brutto für den Prophet 5 verdient! Auch wenn nix im Gehäuse drinsteckt und die Platine in einen Roland Boutique passt. So geht das eben mit geistigen Eigentum, Ressourcen schonen und korrekt betriebener Wertschöpfung. Da fällt mir spontan der 95er Nord Lead 1 VA mit Stimmenerweiterung für 3700DM ein. Habt ihr dessen Platine mal gesehen? Passt auf die Handfläche. Übrigens ein echt praller Synth, der fetter als jeder REV2 oder Pro3 klingt. Meine Meinung.

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      amyristom  AHU

      Also so Dinge wie Evolver, Tempest oder auch beim Prophet X und einigen Dingen beim Prophet 12 und den Pro2 bzw. Pro3 würde ich jetzt nicht sagen, dass es nur leicht variierte Neuaufgüsse des Prophet 5 Konzepts sind (das kann man eher nur beim Prophet 6 / 8 / Rev2 gelten lassen). Da steckt schon viel neues drin.

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      justme  

      #Ted Raven Dann solltest Du Dich wohl mal inhaltlich mit seinen Synthesizern der letzten Jahre beschäftigen !

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      iggy_pop  AHU

      Dave Smith ist ein Sympathieträger, Ueli Behringer nicht.

      Dave Smith hat die Höhen und Tiefen des Musikgeschäfts erlebt und ist mit seinen eigenen Kreationen auf die Schnauze gefallen, Ueli Behringer nicht.

      Dave Smith hat seinen Laden zumachen und bei anderen Herren anheuern müssen, Ueli Behringer nicht.

      Dave Smith ist Gas Monkey, Ueli Behringer ist General Motors.

      Dave Smith ist der Walter White der Synthiszene, Ueli Behringer das mexikanische Kartell.

      Mehr Beispiele fallen mir jetzt nicht ein.

      Du merkst vielleicht das Muster. So jemandem wie Dave Smith sieht man seine Fehler und fragwürdigen Entscheidungen eher nach als einem gesichtslosen Global Player, der nur durch einen auf vordergründige Freundlichkeit setzenden Chef nach Außen hin repräsentiert wird und von dem man weiß, daß hinter all der aufgesetzten Lächelei nicht viel steckt.

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        Tyrell  RED 11

        „Dave Smith hat die Höhen und Tiefen des Musikgeschäfts erlebt, (…) Uli nicht“
        Da muß ich dir widersprechen – Deine Aussage ist eine Mutmaßung die nicht zutrifft, die du aber als Tatsache in den Raum stellst. Hätte ich jetzt von dir nicht erwartet.

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          iggy_pop  AHU

          Ich glaube nicht, daß Ueli seine Firma, die er über Jahre aus dem Boden gestampft hat, irgendwann schließen und die Assets an Yamaha oder Korg verkaufen mußte, um dann anschließend wieder komplett bei Null anzufangen.

          Aber ich irre mich bestimmt. Habe ich damals auch schon, als ich dachte, daß aus dieser wichtigtuerischen Klitsche im Rheinland nie etwas Gescheites werden würde.

          Dave Smith steht für ein typisch amerikanisches Modell: Auf die Schnauze fallen, Staub aus den Klamotten klopfen, weiterreiten, wieder auf die Schnauze fallen, und irgendwann Erfolg haben mit dem, was man da tut.

          Kann ich mich mit identifizieren. Mit Ueli Behringers Werdegang leider nicht.

          Ich möchte Dich übrigens bitten, mein Zitat entweder vollständig zu zitieren oder wissenschaftlich korrekt dergestalt einzukürzen, daß unmittelbar ersichtlich wird, wo Auslassungen vorgenommen worden sind.

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        ISE500  AHU

        Ich dachte, Dave Smith hätte Dave Rossum übelst mitgespielt…

        „Dave Smith ist der Walter White der Synthiszene, Ueli Behringer das mexikanische Kartell.“
        – Made my day

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          iggy_pop  AHU

          Er hat wohl irgendwann gesagt: Genug Tantiemen für die Keyboardschaltung, jetzt ist Schluß. Da konnten Emu nicht mehr den Audity produzieren, sondern mußten aus der Not heraus schnell ein anderes Produkt aus dem Hut zaubern: Den Emulator.

          Nicht die schlechteste Entscheidung in der Emu-Firmengeschichte, würde ich mal behaupten.

          Was genau da gelaufen ist und ob da vielleicht vertraglich vorab etwas hätte vereinbart werden sollen…? Wer weiß das schon, war ja keiner dabei, als es passierte.

          YGM? lö014568gvhkltsdöfabtre?

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            Holden  

            Du warst schneller Iggy. Meine Beiträge werden immer auf „politische“ Inhalte geprüft, das dauert…. Zur Beruhigung spiele ich bei dem trüben Wetter dann Historyline: 1914-1918 im DOS-Emulator. Kann ich nur empfehlen. Die FM-Sounds aus der Soundblaster sind mein persönliches Doombient. ;)
            P.S. Ständig habe ich auf meinem Handy dieses recaptcha auf und muss mich aus und wieder einwählen um einen Beitrag abzuschicken. Das geht doch bestimmt besser? Sehr nervend.

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          Holden  

          Dave Rossum ist das Wunderkind der Szene und hatte seine Finger überall drin. Er hat den SSM mitentwickelt und Smith bei der Stimmenverwaltung des P5 geholfen. Dafür hat Rossum Kohle von Smith bekommen bis dieser auf CEM umgestiegen ist. Rossum war nun enttäuscht weil er auf diese Kohle für seine eigene Firma angewiesen war. Ich denke die beiden lachen heute darüber. Pleite waren später beide Firmen. Sie waren Jung und es war ein Wettrennen. Dave Smith hat einfach Dinge zusammengeführt die schon auf dem Markt waren. Wie Wozniak den Apple I in der Garage zusammengebaut hat. Smith sagt im Video, er war selber noch Angestellt als er die Idee zum P5 hatte. Nachdem er den Markt für ein paar Monate beobachtet hatte und keiner einen polyphonen rausbrachte ist er „all in“ gegangen und hat Sequential gegründet. Rossum hat an seinen Audity gebastelt, der war leider zu ambitioniert und hat es nicht zur Serie geschafft. Wenn das alles so richtig ist. ;)

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        Ted Raven  AHU

        iggy_pop: „Dave Smith ist ein Sympathieträger, Ueli(sic!) Behringer nicht.“
        Uli(!) Behringer hat sehr vielen weniger gut betuchten Menschen die Möglichkeit eröffnet, Musik zu machen. Deshalb ist er sehrwohl ein Sympathieträger.

        Und natürlich hat der die Ups and Downs der Industrie kennengelernt. Er hatte eben öfter als andere den richtigen Riecher und hat den Kunden gegeben, was sie wollten. Willst Du ihm zum Vorwurf machen, dass er einen besseren Geschäftssinn hat und mit seinen Produkten nicht gescheitert ist?

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          iggy_pop  AHU

          Ich mache ihm zum Vorwurf, daß er seine Firma — unter dem lobenswerten Vorwand, für alle erschwingliche Geräte bauen zu wollen — im Prinzip von Anfang an auf die Ideen andere Hersteller gesetzt, sich deren Konzepte zu eigen gemacht und — teilweise — schlecht kopiert hat: Der SNR-2000 Denoiser war ein ziemlich dreister Clone des RSP Hush 2000, aber im Gegensatz zum Hush konnte man den SNR einstellen, wie man wollte — er pumpte und flatterte immer. Im Gegensatz zum Hush, das dem Signal anliegt wie ein Handschuh.

          Für mich hatte das immer die Qualität eines fliegenden Händlers auf dem Wochenmarkt, der Silberputzmittel und allerlei Wunderzeug für die gestreßte Hausfrau an dieselbe bringen wollte.

          „Ueli“ ist die schwyzerdütsche Form von „Uli“ — wird gerne liebkosend verwendet, und mein Onkel aus der Schweiz würde wahrscheinlich auf diese Schreibweise insistieren.

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            Ted Raven  AHU

            iggy_pop: „lobenswerten Vorwand, für alle erschwingliche Geräte bauen zu wollen“
            Vorwand? Er hat doch tatsächlich für alle erschwingliche Geräte gebaut?

            iggy_pop: „auf die Ideen andere Hersteller gesetzt, sich deren Konzepte zu eigen gemacht“
            Also machst Du ihm doch seinen Geschäftssinn zum Vorwurf. Denn genau das war es, was damals gebraucht und gewollt wurde. Wer sich keine Mackie-Konsole leisten konnte, war froh, von Behringer einen vermeintlichen Abklatsch für ein paar Hundert Mark zu bekommen und konnte mit den Qualitätseinbußen gegenüber dem Original sehr gut leben. Behringer-Konsolen waren schon immer ein Kompromiss und die Zielgruppe wusste das. Tatsächlich waren sich die Mixer gar nicht sooo ähnlich, denn Behringer gewann in den Neunzigern einen Prozess gegen Mackie, der zur Folge hatte, dass Mackie nicht mehr behaupten durfte, Behringer kopiere Mackie-Konsolen. Wie Behringer das geschafft hat, ist mir bis heute ein Rätsel.

            Iggy_pop: „„Ueli“ ist die schwyzerdütsche Form von „Uli““
            Das weiß ich. Ich finde es nur respektlos, einen Namen zum eigenen Vergnügen zu beugen.

            Ich bin Uli Behringer natürlich nie persönlich begegnet, habe aber durch sein öffentliches Auftreten einen Eindruck bekommen, der ihn sehr unsympathisch erscheinen lässt. Seine Leistungen für die Musik weiß ich jedoch, ganz unabhängig davon, zu würdigen.

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              Numitron  AHU

              Fun fact: der mackie mix 5 ist ein klon von einem behringermixer der schon jahre vorher erhältlich war. Ist ganz praktisch wenn man wenig Kanäle braucht.

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        Aljen  

        Jo, dem Dave Smith kann man sogar nachsehen, dass es an einem vernünftigen Grafiker spart, der seinen Produkten wenigstens einen Hauch eines Corporate Design verpasst.

        Einem Behringer kann man nicht nachsehen, dass es seit Dekaden an einem vernünftigen Grafiker spart, der seinen ästhetisch eh beliebigen Produkten wenigstens einen Hauch eines Corporate Design verpasst.

        Bei Dave Smith ist möglicherweise sein oculoemetisch anmutendes Logo und Gerätename bei Prophet seit Jahrzehnten unverändert Teil des inexistenten Konzepts. Was dann doch etwa Geräte wie Rev2 und andere (Autogramm)Instrumente von Smith auf positive Weise widerlegen.

        Bei Behringer ist nur optische Beliebigkeit da, alternativ natürlich die kopierten Erscheinungsbilder. Das ist nun mal… ja, beliebig, andererseits wenigstens nicht beleidigend. Nicht nur angesichts der anderen Preislage okay.

        Bei Prophet sind die Logos technisch gesehen so, wonach sie aussehen: als Schildchen/Folie nur aufgeklebt, leicht abzuziehen. Ansonsten: Gaffa ist für so vieles gut…

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    Markus Galla  RED

    Irgendeiner muss ja mal den Anfang machen. Zu viel Lobhudelei bisher. Zurück zur Realität.
    Guter Synth zur falschen Zeit und mit einem etwas zu hohen Preis.
    2020 ist für fast alle Musiker ein hartes Jahr und für 2021 sieht es nicht besser aus. Da mal eben so viel Geld auf den Tisch zu blättern, ist für die meisten Musiker nicht drin.
    Da wird es dann eher doch ein Klon oder Plugin.

    Die andere Frage, die sich mir bei den Sounds im Video stellt, ist: Muss man 2020 so klingen wie vor über 40 Jahren? Und: Kommen die Sounds bei den heutigen Produktionen überhaupt so zur Geltung wie in dem Video?

    Bei dem Low End und Druck greift der Tontechniker sofort zum Low Cut. Klingt solo gespielt natürlich alles super. Zum Zeitpunkt des Erscheinens war das sicherlich bombastisch. Bei wenigen verfügbaren Spuren auch wichtig. Aber es war ein anderes Zeitalter, ein anderer Sound, andere Produktionsmethoden und andere Musikstile. Ich finde, dass das leider bei der Bewertung immer vergessen wird. Ich bin absoluter Synth-Fan, aber auch Realist. Auf die Bühne wird es so ein Synth selten schaffen und im Studio mit ProTools & Co, Softsynths und jede Menge Plugins und dem Medium MP3 wirkt das wie eine unnötige Geldverschwendung. Ich würde wirklich gerne wissen, ob innerhalb einer heutigen Produktion der Hörer diesen Synth von einem Plugin unterscheiden könnte. Ich bezweifele es stark.

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      0gravity  

      Das von dir gesagte klingt einleuchtend, gilt aber im Prinzip für viele Neuerscheinungen aus dem Clone-War und Analog-Hype der letzten Jahre .
      Der Markt und viele Musiker (oder sind das alles nur Synth-Fetischisten und Sammler?) sind da offensichtlich anderer Meinung.

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      filterfunk  

      Alles (fast) richtig, Markus.
      Aber Du reduzierst die Bewertung des Instruments zu sehr auf den Mehrwert hinsichtlich dem klanglichen Ergebnis bei der Betrachtung der heute üblichen Produktions- und Musiziermethoden.
      Was das Instrument mit dem Musiker macht ist für mich hingegen das alles entscheidende Kriterium.
      Und da ich mit dem Sound des P5 aufgewachsen bin habe ich da natürlich einen Bezug zu dem Teil, den jüngere Musiker wahrscheinlich nicht so haben.
      Ich bin übrigens auch davon überzeugt, dass man mit dem Reissue auch aktuelle Mucke machen kann… :-)
      Von daher kann es gut sein, dass ich bald mit einem Prophet 10 auf der Bühne stehe.
      Analoge Wärme und Wucht kommt gerade beim worship gut, da habe ich mit dem P8 und rev2 sehr gute Erfahrungen gemacht.
      Auch wenn in Kombination mit einem Bass der low cut manchmal zuschlägt….

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        Markus Galla  RED

        Sehe ich alles auch so. Natürlich soll das Instrument inspirieren und aktuelle Musik kann man immer damit machen. Das ist nicht das, was ich aussagen wollte. Ich frage mich halt, ob in der heutigen Zeit tatsächlich so ein Instrument einen generellen Mehrwert darstellt bzw. ob der Gegenwert wirklich so groß ist wie man meint. Aktuell wird der Gebrauchtmarkt geradezu mit analogen Synths geflutet. Alle Musiker brauchen wegen Corona dringend Geld. Verkauft werden aber nicht die Allround Workstations und Digitalsynths, sondern die Kreativkisten aus der analogen Ecke (Klone wie Originale wie analoge Neuentwicklungen). Vielleicht ist es auch alles nicht so. Ist nur eine Beobachtung von mir und kein Studienergebnis.

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      maga  

      Stimmt teilweise schon, aber Kaufentscheidungen fallen nun mal nicht immer rational. Ich denke es gibt bestimmt eine nicht zu unterschätzende Zahl von Musikern und Synth-Freaks, die als Jugendliche allenfalls mangels Kleingeld vom P5 damals träumen durften, damals Ende der 70er Anfang der 80er….
      Die sind jetzt vielleicht in dem Alter und Situation, dass das nötige Kleingeld vorhanden ist und sich das Ding kauft, einfach weil man es haben will (Produktions,ethoden hin oder her).
      Man kann Synthies sogar auch einfach nur einschalten, spielen und geniessen, ohne Produktionsgedanken oder Umgebung, so wie man sich an ne Orgel setzt oder an den Flügel abends nach der Arbeit….
      Innovation hin oder her: Die anvisierte Zielgruppe kauft den, auch wenn er 6k kosten würde!
      Der Sparfuchs muss halt auf den B-Clone warten….
      ;-)

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        p_carp  

        Das kann ich nur bestätigen ich bin mit der Kiste groß geworden und pflege derzeit einige alte Klassiker wie auch aktuelle synthi‘s.
        Ja preislich ist er absolut im Rahmen der heutigen Original Reproduktionen. Es ist schon Geld definitiv aber er ist auch irgendwo ein Original das den Gebrauchtmarkt wert im Verhältnis deutlich unterscheidet. Damals als der Model D neu erschien wurde sich darüber aufgeregt das Moog nur für „Zahnärzte und co“ produzieren würde und sich das Ding kaum einer leisten kann. Jedoch liegt es im Auge des Betrachters. Und ja einfach nur anschalten, und sich inspirieren lassen von dieser Augen Und Ohren Weide, hat definitiv seinen Reiz.

        Auch wenn mir wirtschaftlich nicht alles zufällt und ich auch noch mehr arbeiten muss Trotz Covid-19. So ist mir persönlich, diese das allemal wert.

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        Moogfeld  

        Absolut auch meine Meinung Maga und ob es für Sparfüchse tatsächlich jemals einen B-Klone vom Prophet 5 geben wird (heißt der dann U-P5 ?) bezweifle ich ohnehin. Offensichtlich macht Behringer das klonen von analogen Polysynths doch weit aus mehr Probleme als dies bei den nicht speicherbaren Mono´s der Fall ist…..mit Fingerzeig auf die Ewigengeschichte UBXA. Zudem wird mit dem Erscheinen des „Reissued P5“ der Markt für einen U-P5 jetzt noch einmal um einiges dünner. Dass hier also in absehbarer Zeit die polyphonen Clone-Schätze (inkl. einem P5) für Lau im Sekundentakt bei B vom Bank purzeln ist wohl eher nicht zu erwarten.
        Wer also schon immer einen Prophet 5 sein eigen nennen wollte: besser geht´s doch nimmer, also wenn nicht jetzt, wann denn dann? Der wird abgehen wie Schmidts Katze!

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      costello  RED

      Schlechter Zeitpunkt? Ich denke, wenn ein Synthesizer fertig ist, muss er auf den Markt, um seine Entwicklungskosten einzuspielen. In diesem Preissegment glaube ich auch nicht, dass Covid-19 für den angezielten Kundenkreis entscheidend ist. Der P5 ist ein Gerät mit Retro-Charme, das vermutlich vor allem Musiker anspricht, die 1978 die nötige Kohle noch nicht hatten ;) Klanglich denke ich, dass es vermutlich kaum einen zweiten Polysynthesizer gibt, der auf höchsten Niveau alle Standardklänge (Strings, Brass, Pad, Organ, perkussiv, Sync, Bässe, Leads) plus Effektklänge (Polymod) liefern kann. Und für Industrial kannst Du ihn immer noch durch den Bitcrusher jagen.

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        Markus Galla  RED

        Wer ist denn der Kundenkreis? Aus meinem Freundeskreis verdient gerade keiner etwas. Wir Berufsmusiker sitzen alle größtenteils herum. Einige meiner Freunde haben vor der Pandemie sehr gut verdient und auch dementsprechend viel Geld für hochwertiges Equipment ausgegeben. Bei den Studios ist es ähnlich. Ich denke schon, dass der Zeitpunkt ungünstig ist. Bei dem Preis taugt das Teil auch nur bedingt als Abschreibungsobjekt, da man es über viele, viele Jahre abschreiben muss. Ist aber auch alles nur ein Gedanke von mir aufgrund der Beobachtungen, die ich gerade so in Gebrauchtbörsen, bei mir selbst und im Freundeskreis mache. Alles nicht empirisch bewiesen, nur als Gedankenspiel gedacht.

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          costello  RED

          Vielleicht beurteile ich das mit dem potentiellen Käuferkreis auch zu optimistisch. Andererseits – wenn Thomann & Co von Profi-Musikern alleine leben müsste, hätten die schon längst dicht machen müssen. Der Blitzausverkauf beispielsweise des ARP 2600 Reissue am Anfang des Jahres an praktisch einem einzigen Tag ging sicher nicht allein auf das Konto von Studios und Berufsmusikern. Du hattest ja in deinem ersten Post auch auf die musikalische Seite abgehoben. Für Techno, Industrial etc. wäre der P5 jetzt nicht meine erste Wahl. Aber sonst ist das wirklich der Polysynthesizer schlechthin. Ich glaube nicht, dass Dave den am Ende verschleudern muss.

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            TobyB  RED

            Ich seh da auch keinen Ladenhüter, der Preis ist ja jetzt erstmal die Maximalangabe, Der wird sich noch nach unten regulieren.

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          lightman  AHU

          Der Markt ist vielschichtiger geworden, neben Haupt- und Nebenberufsmusikern gibt es auch jede Menge Hobbyisten, Sammler oder Nostalgiker, die Spaß daran haben, mit den alten Kisten Musik zu machen oder sie einfach nur schön finden. In diesem Segment ist noch genügend Geld vorhanden.

          Wenn ich mir dagegen unseren Kreis an Musikern, DJs und Clubbesitzern ansehe, gibts da keinen, der aktuell das Geld für eine P5-Neuauflage hätte. Was reinkommt, geht in die Lebenshaltung, ansonsten versucht man, das Beste aus dem zu machen, was da ist.

          Reserven hat von uns eigentlich keiner, da wird dann schonmal was abgegeben, um flüssig zu bleiben, hier bieten sich Youngtimer oder alte Klassiker an, die sich gut verkaufen lassen und in der Regel irgendwie ersetzbar sind, während man ohne Mischer oder Computer zum Aufnehmen nicht mehr arbeitsfähig wäre.

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          Maxi  

          Kann mir den Prophet-5 super als reines Repräsentationsobjekt z. B. im Kundenbereich gut laufender Multimedia-Agenturen vorstellen. Man zeigt, dass man Ahnung, Stil und lukrative Aufträge hat. Das Teil ist dann immer ein schöner Aufhänger für einen Smalltalk, während es, als Ausstellungsstück entfremdet, nur mit dem Staubwedel „bespielt“ wird. Der Prophet-5 ist einfach auch ein nicht zu unterschätzender Design-Klassiker, der für große Musikgeschichte, Kreativität usw. steht. Eine reine Kosten-Nutzen-Kalkulation wird solchen Produkten nicht gerecht, das zeigt z. B. auch ein Blick auf entsprechende Angebote im Gitarrenmarkt.

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            costello  RED

            Zum Beispiel demnächst in einer uns allen wohl bekannten Agentur im Süden Deutschlands ;)

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          nativeVS  AHU

          Im Film/TV/Werbung/Game bereich geht es fuer viele doch eigentlich wieder relativ normal zu und da sind mir genug leute bekannt die sich so ein Spielzeug goennen werden.

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          moogist  

          Der Kundenkreis? Das große Heer der Hobbymusiker, Synthliebhaber und -nostalgiker – und wohl kaum die Handvoll Profi-Keyboarder, die es gibt. Die haben nämlich zuhause ihr DAW-Studio und live benutzen sie Sachen von Nord (Stage 3), Yamaha (Montage) und Korg (Kronos).

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        TobyB  RED

        Der Zeitpunkt ist schon gut gewählt. Mit oder ohne Covid gehen wir stramm auf das Ende von Q2 im FY 20/21 zu. Im Volksmund Weihnachten genannt. Was im amerikanischen Raum der Indikator für die Jahresbilanz ist. Und Covid wird nun nicht ewig dauern. Man muss halt für so eine Kiste das Geld etwas zusammen halten. Das ist mit etwas Disziplin schon machbar. Ich persönlich würde eher das Geld für das Reissue als einen gebrauchten P5 ausgeben. Wobei ich dann noch zusätliches Rack brauch. Auf dem Rhodes platzieren wäre dann doch zu offensitlich.

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          costello  RED

          Hi Toby, Du bist was Propheten angeht doch schon gut ausgestattet. Würde ich noch auftreten, wäre der neue Prophet 5 meine erste Wahl. Dazu noch ein Kurzweil oder ein anderes gutes Stagepiano – ein Traum. Ich glaube, dass man mit dem Reissue ein REV 3.3 sehr gut hinbekommt. Bei REV 1 und 2 wäre ich mir da nicht so sicher. Eine Filterumschaltung und ein Zaubervintage-Button wird da vermutlich nicht ganz reichen.

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            TobyB  RED

            Ansich schon, nur ist der Desktop Prophet beim Neffen gelandet. Ich fürchte das wird eine Dauerleihgabe. Wenn man den P5 Reissue so hinbekommt, wie Roland das mit dem Condition Parameter gemacht hat, denke ich schon das die Richtung Zaubervintage passt, der Rest des Weges ist ja immer die Verarbeitung und Mischung der Signale. Das kann man sich anlernen. Was ich mittlerweile an den Sequentials und Propheten mag, neben dem Sound, sind das die Geräte dann alle Hands On sind aber die coolen Features nur einen Tastendruck weit weg sind. Das macht die für Live und Jam sehr brauchbar. Hinzukommt der Sweetspot an Klängen. Ausgehend vom Preset Old Saw beim Prophet 3 hab ich mittlerweile 120 Presets gebastelt.

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              costello  RED

              „Dauerleihgabe“ – das Schicksal der Onkel :) Erinnert mich an einen Werbespruch für eine sündhaft teure Uhr: „Eine Patek Philippe gehört einem nie ganz allein. Man erfreut sich ein Leben lang an ihr, aber eigentlich bewahrt man sie schon für die nächste Generation.“

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                TobyB  RED

                Das dicke Uhren und dickes Auto Ding ist an mir vorbeigegangen. Ich fahr einen Dienstwagen :D Und meine Batman oder Alien Uhr will keiner ;) Momentan sind MC-303, Juno 106, Pro Rev 2 Desktop und mein Waldorf XTK unterwegs. Ich hab noch keine Ahnung was da musikalisch draus werden soll. Warten wirs ab. Zumal Neffe sonst eher die 6 Saiten bevorzugt.

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      Soundreverend  AHU

      Ich denke Du hast in vielen Punkten recht, insbesondere was den Sound angeht. Allerdings gab es in den letzten Jahren so viele Kommentare in diversen Foren, wann denn Dave Smith endlich mal einen Prophet 5 Reissue herausbringt, nun: da isser :) Den Preis finde ich hoch aber geht echt in Ordnung, ist ein absolutes Schmuckstück. Jetzt muss man erst mal den ersten Test bei Amazona abwarten :-) Wann kommt der? :-D

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      iggy_pop  AHU

      Das Instrument ist prima und die Zeiten sind golden für Liebhaber dieser Art von Synthesisertechnik, aber der Zeitpunkt hätte nicht beschissener gewählt werden können — was Mr. Smith ganz gewiß auch nicht getan hat, denn das Instrument dürfte nicht erst seit gestern in der Planung gewesen sein. Eine unglückliche Verkettung von Umständen vielmehr.

      Blöderweise wird Corona auch in diesem Fall global dafür sorgen, daß chronisch klamme Musiker sich einmal mehr noch gründlicher überlegen werden, ob sie ihre Kohle für Knallapparate oder doch lieber für ein Glas Würstchen im Kühlschrank raustun. Oder für das Dach über’m Kopf.

      Auch das elastischste Spaßkonto ist irgendwann mal überstrapaziert.

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        amyristom  AHU

        Ich schätze mal, dass Sequential den Prophet 5 wohl nicht wie Korg den Arp 2600 FS nur in einer kleinen Limited Edition Auflage bauen wird. Da die benötigten Chips ja wieder aktuell hergestellt werden (wie Dave Smith ja sagte), sind sie auch nicht auf irgendwelche Restbestände angewiesen. Daher denke ich schon, dass Sequential den erwarteten zukünftigen Kassenschlager bauen wird, solange Nachfrage danach besteht. Ggf. schicken sie dafür einen der älteren Prophets in Produktionsrente.
        Daher wird der P5 wohl auch noch käuflich zu erwerben sein, wenn die Corona Pandemie (hoffentlich bald) ausgestanden ist und wieder mehr Musiker zu verdientem Einkommen gekommen sind.

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          costello  RED

          Beim ARP 2600 FS scheint die Tausendergrenze inzwischen aber überschritten worden zu sein. Limited Edition scheint ein dehnbarer Begriff zu sein.

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        Joerg  

        Mein Kumpel hat vor einer Woche seinen zweiten (alten und gut erhaltenen) Prophet 5 erworben. Von einem Mucker, der wegen der Corona-Lage in die Privatinsolvenz musste.
        Nix gut, zur Zeit….
        Meinem Kumpel überlasse ich den direkten Vergleich zwischen neu und alt. Der hat gute Ohren.
        Aber schön zu sehen, dass es eine Neuauflage geben wird. Ob man die nun braucht oder nicht, ob weltweit der Virus sein Unwesen treibt, gekauft wird die Kiste sowieso.
        Bei mir gehen meine 3.000 Euro an den Zahnarzt für ne neue Knabberleiste

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      justme  

      #Markus Galla “ Ich würde wirklich gerne wissen, ob innerhalb einer heutigen Produktion der Hörer diesen Synth von einem Plugin unterscheiden könnte. Ich bezweifele es stark. “
      Dem stimme ich voll zu ! Nur frage ich mich, wenn das in der persönlichen Gewichtung so relevant ist, wozu man sich dann in Threads wie diesen überhaupt beteiligt ???
      Das ist jetzt mal eine genauso rein logisch und pragmatische Betrachtungsweise…

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        defrigge  

        Ich bin nicht so sicher, was das ungepürfte „man hört das im Mix nicht“ Verdikt betrifft.
        Grund: Der Prophet 5 klingt in dem, was ich bisher an Demos gehört habe, für meine Ohren noch mal besser als selbst die besten Plugins: und das sage ich als begeisterter U-HE Pro5 Plugin User.
        Merin Eindruck: das Plugin ist edrstaunlich gut. Der analoge Prophet 5 legt aber anscheinend noch ne Schippe drauf.

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      Ashatur  AHU

      Jede Generation hat ihren eigenen Zeitgeist.
      Ich kenne einige junge Musiker die mit sowas
      wirklich nichts mehr anfangen können. Was aber nicht heißen soll das es diese nicht gibt. Solche Instrumente bestechen einen nicht mit unendlichen Modulationen und Arpeggiatoren, welche schon halbe Songs abspielen, sondern mit Charme.
      Dann wäre da noch der optische Aspekt. Solch ein Instrument in Holz gebettet ist einfach ein
      schöner Hingucker und verwandelt das Studio etwas mehr in Richtung Wohnzimmer. ;-)

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    Sudad G  

    Das sind ja mal coole News!!!
    Dachte immer der Prophet 6 wäre schon die Neuauflage des Prophet 5.
    Aber Dave zaubert immer wieder neue Revisionen aus dem Ärmel. Denke mal, dass Dave alle Erfahrungen, die er aus den vorherigen Modellen gewonnen hat, in dieses Instrument fließen lässt.
    So ein „Best of all Prophets“ könnte das werden. Bin echt gespannt.
    Was die Presets anbelangt, sind diese wesentlich besser gelungen als sonst.
    Bei meinem REV2 dachte ich anfangs erst – na ja so klingt der jetzt halt – aber als ich anfing ihn zu programmieren und ihn auch noch teilweise mit Sounds von Drittanbietern gefüttert habe, muss ich sagen, dass er diese butterweichen Pads und Brass-Klänge des Prophet 5, so wie dessen fette Bässe genau so gut hin bekommt, wenn man weiß wie.
    Ein Prophet 5 wäre bestimmt cool und irgendwie juckt es mich auch in den Fingern, aber rein klang-technisch deckt inzwischen mein REV2 das alles im Prinzip schon mehr als ausreichend ab.

    Insofern sollte man sich mit dem jeweiligen Instrument, das man von ihm bereits besitzt, erst mal ausreichend beschäftigen, bevor man wieder dem neuesten Streich von Dave Smith verfällt.

    Für diejenigen, die noch gar keinen Dave Smith P6, REV2 oder P08 haben, wäre der Prophet 5 auf jeden Fall eine große Bereicherung.

    Kurzum: Wird ein toller Synth!

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      justme  

      “ Insofern sollte man sich mit dem jeweiligen Instrument, das man von ihm bereits besitzt, erst mal ausreichend beschäftigen, bevor man wieder dem neuesten Streich von Dave Smith verfällt.“

      Genauso sieht´s aus ! Natürlich ist man zuerst mega angefixt . „Habenwollen“ wie lange nicht mehr.
      Aber :
      Was ermöglicht er, was nicht schon kreativ auch auf anderem Wege mit gleicher Güte zu machen ist ?
      Welche Sounds fehlen mir, die ich schon immer brauchte und er dann könnte ?

  19. Profilbild
    JohnDrum  

    Nachdem ich meinen Prophet 5 leider vor 15 Jahren verkauft hatte, freue ich mich jetzt auf einen neuen! Muss jetzt nicht mehr ins Kissen weinen!
    Und: Endlich wieder Geräte mit 61 Tasten!

  20. Profilbild
    justme  

    Ich bin mit OB6 und P6 sehr, sehr zufrieden – bis auf die Sche…-4Oktaven-Tastaturen.
    Mit einer P6-Variante mit 61er-Tastatur hätte er mich mehr in´s Schwitzen gebracht.
    Mag Frevel sein, empfinde ich aber so.
    Übrigens frage ich mich, warum in vielen Kommentaren suggeriert wird, daß dies Smith´s
    letzter Synth wäre ? Wie kommt Ihr da drauf ? Ich tippe auf noch ´nen Kracher demnächst…

  21. Profilbild
    sEIGu

    Juhuuu! Juhuu?

    Der Preis ist schon eine echte Ansage, aber wir Tastenmenschen sind da ja Kummer gewohnt. Meiner Meinung nach aber primär ein Gerät zur Selbstbefriedigung. Wie so oft wird kein Kunde (also diejenigen, die am Ende die Musik hören sollen) da einen Unterschied zum 08, Rev2 oder irgendeinem Plugin ausmachen.

  22. Profilbild
    Gerd Lange  

    Ich stimme im Regelfall Markus Galla zu. Der Prophet-Synth ist als Analog-Synth für Analog-Fans toll. Aber es gilt für mich wie immer, bei diesen angebotenen Synths, zu teuer, zu wenig Polyphonie. Ich selber bin nur Hobby-Musiker von zu Hause aus und habe ausschließlich Digital-Synths und bin mit denen hochzufrieden. Man bekommt für sein Geld eben viel variablen Klang und viel Polyphonie. Wenn ich über 4.000 Euro ausgeben müsste, wären das bei mir aktuell ROLAND Fantom 6 oder ROLAND Jupiter X und WALDORF Iridium, kein Sequential Prophet.

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      Holden  

      „ROLAND Fantom 6 oder ROLAND Jupiter X und WALDORF Iridium“ sind quasi alles Plugins mit Bedienpanel und oft wenig intuitiv. Mein Ordner ist voll davon. Hier hast du moderne analoge Technik vom Meister persönlich abgestimmt und mit sofortigem Zugriff auf alles Wesentliche. Diese Reduktion ist das eigentliche Produkt. Für mich ist der P5 Rev4 auch ein Vorbote vom Ende einer ganzen Ära und einzigartig am Markt. In diese Fußstapfen tritt nahezu jeder andere Entwickler der Neuzeit. Das ist der Unterschied für mich. Würdig für einen Ehrenplatz am Fenster, nachdem man sich an der DAW und o.g. Synths totgefummelt hat. Wer sich den nur schwer leisten kann, dem sage ich, „Don’t Give Up“! Ein Bezug, sofern überhaupt in den Sinn gekommen, zu dem Duett von Kate Bush mit Peter Gabriel und den darin verwendeten Synths ist rein zufällig.

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        KrauTronicA  

        Die „Wiederentdeckung“ der Synth-Klassiker umfaßt ja nicht nur analoge Schaltungstechnik, sondern eben auch die Bedienung mit direktem Zugriff auf viele Parameter (was ich sehr schätze). Vielleicht ist dieser Aspekt für die Synth-Zukunft sogar entscheidender.

        Gleichzeitig eröffnen Touch-Displays neue Möglichkeiten mit ebenso großem Potential für intuitives Arbeiten (das teilweise erst noch entdeckt werden will / muß). Das ohne dabei sofort den Eindruck zu bekommen, doch wieder nur vor einem Computer mit typisch unattraktiv gestalteten / vorkonfigurierten Controllern zu sitzen.
        Gerade Waldorf (Quantum, Iridium) und auch Roland (Fantom 2019) haben dabei richtig erkannt und gezeigt, daß es auf die Verbindung dieser Technologien durch eine (mal mehr, mal weniger) ausgewogene Zahl und Anordnung „klassischer“ Potis, Encoder und einem Touch-Display ankommt.
        Davon profitieren alle (!) Synthesearten.

        Dave Smith hat das beim Pro-2 und Prophet-12 ja ebenfalls bereits verwendet, allerdings ohne Touch-Display. Ich vermute, daß er diese bisher nur deshalb (noch) nicht einsetzt, weil das sicher einiges an (Neu-)Entwicklungsaufwand und – risiko für ihn und sein Team bedeuten würde (m.E. neben der Kostenfrage wohl gleicher Grund, warum der Moog One keins hat). Kann mir aber gut vorstellen, daß ihn das technisch sehr reizen würde.

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          Holden  

          „Die „Wiederentdeckung“ der Synth-Klassiker umfaßt ja nicht nur analoge Schaltungstechnik, sondern eben auch die Bedienung mit direktem Zugriff auf viele Parameter (was ich sehr schätze). Vielleicht ist dieser Aspekt für die Synth-Zukunft sogar entscheidender.“
          Das ist mal bestens formuliert! Displays sind schwierig, zumindest wenn sie zentral ausgeführt sind. Ich würde immer Funktionen entfernen, bevor Synthese mehr verwaltet als programmiert wird. Direkter Zugriff ist das Zaiberwort.

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        Markus Galla  RED

        Aber ist es nicht das Herumfummeln, das am Ende zu neuen Sounds führt? Hört man sich die Sound-Beispiele an, höre ich die Hits vergangener Tage. War aber alles schon da. Der Synth wird genau wie ein Minimoog oder Juno 106 oder Jupiter 8 immer nach gestern klingen, nie nach morgen. Das muss nicht schlecht sein, wenn man genau das möchte. Es gibt dann die Leute, die diese alten Kisten durch Effekte jagen oder durch Granularsynthesizer, damit es modern klingt. Bei denen packt man sich dann an den Kopf und fragt sich, ob da das Plugin nicht besser gewesen wäre. Natürlich kann ich mir heute noch einen DX7 kaufen. Es geht aber auch ein Montage oder der kleinere Ableger, beide mit mehr klanglichen Möglichkeiten. So sehe ich das mit den analogen Synths auch. Arturia und auch Behringer machen es vor, wie ein moderner Klassiker aussehen kann. Den Deepmind mit dem Juno zu vergleichen, ist dumm. Ihn aber als modernen Nachfahren zu sehen, macht mehr Sinn. Der Weg, den Roland geht, ist für die Mehrheit der Musiker garantiert richtig. Man kann die klassischen Sounds von damals spielen und gleichzeitig auf moderne Sounds zurückgreifen. Dass man aber beim Jupiter X ein Touchdisplay vergessen hat, schmerzt. Hätte man dem Prophet 5 nun ein vernünftiges FX-Board spendiert und einige Modulationsmöglichkeiten, die das Original nicht hatte, wäre er viel interessanter.

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          Holden  

          Herumfummeln führt oft nirgendwohin und der Tag ist schneller vorbei bevor ein paar „lucky hits“ zusammen sind. Aber…. Bei FM habe ich gerne einen Zufallsgenerator benutzt weil es wirklich schwierig war frische Resultate zu bekommen. Das ging aber in Minuten und brauchte nicht mal ein Interface.

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            lightman  AHU

            Ich kann dir gerne einen FM-Kurs geben, kostet zehnfuffzich für 4op, achtzehnfuffzich für 6op und einen Zwanni + zwei Kasten Bier für den FS1R. Pro Stunde.

            Zufallsgenerator ist was für die Generation Mamihilfmirichkannmeinsynthnichtbedienundbinzufaulmicheinzulesn.

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                lightman  AHU

                Können wir gerne arrangieren, momentan ist Corona-bedingt viel Zeit.

                Ich sags dir aber gleich, wie’s ist, das Zeug wird auch getrunken und dann wird Musik gemacht bis einer weint.

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                  Herr Mikrobi  

                  Trinken habe ich jetzt mal vorausgesetzt. Jeder 1 Kasten und nach ner Stunde erklärt uns der FS1R dann, was es mit FM so auf sich hat.

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              Holden  

              Moin! Beim DX11 hat der Unisynth-Editor zusammen mit der extra Pitch-EG geile Sachen gemacht, die anschließend nur noch ein wenig Nacharbeit brauchten. Die meisten Randomize-Sachen sind schlecht, keine Frage, aber hier war ich überrascht, besonders wenn der Sequenzer mitlief und percussive Arpeggios abfeuerte. Da war schnell eine Bank zusammen. Ich habe keinen DX11 oder TX81Z mehr, alles verkauft wie das meiste hier. Ich mache mit nur 2-3 Keyboards und ohne Racks weiter. Auch das Eurorack wird aufgelöst, nur ein Atlantis als für mich „uber“ SH-101-Klon und eine BassStation darf bleiben. Die Riege der FM-Plugins muss vorerst reichen. Die Zeiten haben sich geändert. Wenn ich in Rente bin habe ich vielleicht wieder Lust mit Lesebrille an kleinen Displays zu tippen. Ich bin aber immer begeistert wenn Nerds das Thema FM beackern. ;)

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              Dave the Butcher  AHU

              Na das wäre ja was für eine Leserstory hier auf diesem Kanal. FM kenn ich mich null aus. Da könnten sicher viele (ich) profitieren. Die 2 Kisten Bier und den zwanni übernehme ich gern, schade dass wir sie nicht gemeinsam leeren können, aber Deutschland liegt etwas abgelegen für einen Österreicher.

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          amyristom  AHU

          „Hört man sich die Sound-Beispiele an, höre ich die Hits vergangener Tage. War aber alles schon da. Der Synth wird genau wie ein Minimoog oder Juno 106 oder Jupiter 8 immer nach gestern klingen, nie nach morgen. Das muss nicht schlecht sein, wenn man genau das möchte. Es gibt dann die Leute, die diese alten Kisten durch Effekte jagen oder durch Granularsynthesizer, damit es modern klingt.“

          Techno verwendete auch mehrheitlich Synths von gestern (damals spotbillig zu habende Analogsynths, Roland Drummachines, die 303 usw.) und machte damit zu seiner Zeit „Sound von morgen“, für niemanden klang das nach „gestern / 80ies“.

          Und was heutzutage klingt denn für dich bitte schön nach „morgen“? Wo man hinhört (EDM, Lady Gaga, Ava Max, usw. usw.) hört man nichts „neues / ungehörtes“ sondern im Gegenteil immer mehr Vintage-Sounds in „neuem“ Stilkontext. Bei „The Weekend“ ist sogar das Songwriting und nicht nur die Sounds retro.
          Nenene, das letzte Mal wo man wirklich „Sounds von morgen“ gehört hat war mit der Digitalsynth-Revolution der 80er und 90er Jahre. Danach kam nichts „future“-mäßiges mehr sondern nur das Beste der 70er, 80er und 90er in immer neuen Kombinationen.

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            ISE500  AHU

            „Techno verwendete auch mehrheitlich Synths von gestern (damals spotbillig zu habende Analogsynths, “

            Ist Unsinn. In Detroit kamen auch Minimoogs oder Oberheims zum Einsatz, die wurden sich weitergeliehen oder mal durch unsichtige Finanzierungs/Rückzahlungsmanöver.

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              amyristom  AHU

              Worauf ich aber im Kern hinaus wollte: es waren mehrheitlich hier Synths „von gestern“ (Analogsynths und Drummachines der 70er und 80er) die den „Sound von morgen“ machten.

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        Gerd Lange  

        Also so negativ sollte man neuere Synths (digital) nicht ansehen. Ich habe kein Problem mit dem sogenannten „Menüdiving“ und umfangreich ausgestattete Synthesizer kann man nicht mit ein paar Drehknöpfe und Schieberegler programmieren. Ich habe auch noch einen ROLAND Juno-G aus 2008, der hat 4 OSC, umfangreiche Filterprogrammierung, 2 LFOs, einer davon kann als Step-LFO genutzt werden, umfangreiche Effektsektion usw. und damit kann man eine Menge anfangen, mehr als ein Sequential Prophet 5 mit seinen 2 OSC usw. liefern kann. Und meine Synths haben alle einen Ehrenplatz, egal ob ROLAND Juno-G, YAMAHA MODX6, KORG KROME 61 oder ROLAND JD-Xi usw. und abschließend, ich programmiere Sounds und fummele nicht daran herum.

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          justme  

          Heisst dieser Thread : Digital versus analog oder ist´s die Vorstellung eines analogen Synthesizers ?
          Was soll, sorry, dieses permanente Rumgebete darüber, mit welchem digitalen Fuhrpark man ja schließlich auch das und das kann ?
          Gibt´s nicht genug RolandFantomXYZ-Threads ???

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            Gerd Lange  

            Ebenfalls „sorry“ und es ist egal welche Überschrift der Artikel hat. Eine Diskussion entwickelt sich halt. Gerade in der Musikbranche sollte es anders zugehen, als in der Politik, oder? Ich kann doch meine Ansichten über Synthesizer hier schreiben wie ich will, oder? Selbst wenn es hier um die Vorstellung eines neuen analogen Synthesizers geht, kann man doch seine Meinung und Ansichten äußern! Ich mache hier keine Sachen Digital gegen Analog. Ich habe doch in meinem ersten Kommentar geschrieben: … Prophet-Synth ist als Analog-Synth für Analog-Fans toll … Sachlich gesehen ist es aber eben Tatsache, dass man für analoge Synthesizer für relativ wenige Stimmen doch recht tief in die Tasche greifen muss und das entsprechende digitale Synthesizer sehr viel bieten fürs Geld. Ich denke dabei an all die Leute da draußen, die nicht so den dicken Geldbeutel haben.

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              AMAZONA Archiv

              Hi Gerd!
              Sehe ich ähnlich, auch wenn so ein neuer Prophet natürlich toll wäre. Aber für das Geld bekomme ich auch Komplete Collectors und habe noch was übrig:
              Gut klingende Digital Synth sind z.B. ASM oder Modal 8. Beide schon beim Händler ausprobiert und sie sind für den kleineren Geldbeutel.
              Bleibt gesund!
              gruß
              Tom

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                Gerd Lange  

                Hi Tom,
                danke für diese positive Reaktion. Richtig, gute Digital-Synths sind der ASM HydraSynth, Modal Argon 8, Waldorf Iridium, ROLAND Jupiter Xm, YAMAHA MODX usw. Ich finde es gut, dass verschiedene Hersteller uns diese Instrumente als Kaufmöglichkeiten anbieten. Der Modal Argon 8 bietet sehr viel für den kleineren Geldbeutel.
                Bleib auch gesund!
                Grüße
                Gerd

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    Dave the Butcher  AHU

    Komisch, lässt mich kalt. Ich freu mich auf den polybrute, wirkt für mich ausdrucksstärker im livespiel und komplexer, moderner. Nur so hübsch ist er nicht. Egal.

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      justme  

      Guter Hinweis… kann mir vorstellen, daß Dave Smith von dessen Vorstellung auch etwas überrascht wurde. Und, Renomee & Vintage-Faktor hin und her, Arturia war klug genug, auf eine richtige 61er Tastatur zu setzen. Ich sehe da auch eine echte Konkurrenz…

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      Panta Flux  

      Geht mir ähnlich. Wenn ich Prophet-Sounds brauche (die ich in der Tat liebe!), hole ich mir einfach so lange weitere Instanzen von U-Hes Repro-1 oder Repro-5 (oder Diva) in die DAW bis die CPU endlich aufgibt. Die Modulationsmöglichkeiten (samt Touchstrip und XYZ-Pad) vom PolyBrute reizen mich da deutlich mehr.

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    Holden  

    Zum Spaß ein altes Video vom Altmeister Katsunori.
    https://www.youtube.com/watch?v=5IhC4ekLenc
    So cheesy daß ich mir die Sounds mit etwas mehr Detune auch in aktuellen Trap Tracks vorstellen kann.
    Sehr gut sieht man hier wie mit ganz wenigen Handgriffen die Sounds ins Gesamtbild eingebettet werden und ihren Charakter verändern.

  25. Profilbild
    justme  

    Ich weis, daß es sicher ein Frevel an der Originalität des Instrumentes ist.
    Ich hätte mir trotzdem den Transpose-Schalter, wie bei P6 und OB6, trotz seiner 61er Tastatur, gewünscht.
    Alleine für den Slow-Modulation-Trick im Polymodbereich…

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      KrauTronicA  

      RE: „Frevel“ – das ist wohl eher eine Frage des Blickwinkels

      Klar, wenn das Ziel der 100% originalgetreue Nachbau sein soll, darf es keinerlei Änderungen geben.
      Dieser Wunsch oder Forderung kommt vermutlich aber eher aus den Reihen einiger Kunden, und die Firmen werden darauf achten um den Verkauf [ggfs. auch ihrer anderen Produkte ;-)] zu sichern.

      Nun kommt die „Lebendigkeit“ der alten Schätze jedoch zum großen Teil von den damaligen Bauteiltoleranzen (das wird jetzt durch die „Vintage“-Einstellung nachgebildet). Welcher Synth ist dann also das wirkliche „Original“?
      Weiter hatte die Wärmeentwicklung innerhalb der Geräte ebenfalls mehr oder weniger Einfluß auf Driften (nicht nur der VCOs; dort sind sie nur deutlich wahrnehmbar). Ursache war u.a. das Netzteil (Verlustleistung wird dort in Wärme umgesetzt). In der Neuauflage vermute ich, daß dort aktuelle Schaltnetzteile verbaut sind, die effizienter arbeiten und so weniger Abwärme erzeugen (sowie leichter sind).

      Ich kann mir gut vorstellen, daß Dave Smith & Co. bei einem re-issue sonst einige features einbauen würden, die sie schon beim jeweiligen Original gerne gehabt hätten.
      Velocity und aftertouch bei PRO-5 Rev4 kann er hier selbst kritischen Kunden verkaufen, da der Eingriff wohl bei den (digital erzeugten) Hüllkurven & LFOs und somit nicht im „kritischen“ Analogpfad erfolgt.

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    justme  

    Egal wie die eigen Meinung zu solchen Synthesizern ist, Dave Smith steht für etwas !
    Als vor kurzem mit einem mal das erste Bild vom Jupiter X auf dem Bildschirm glänzte (sieht ja mal wirklich geil aus, die Kiste…) klappte die Kinnlade runter ! Uff, Roland ist wieder da, was wird wird es sein ? Juno 66 ? Jupiter 9 ?
    Und dann folgte die Ernüchterung… (meine persönliche, das soll definitiv kein Statement gegen digitale Emulationen sein). Wie kam ich auch nur drauf, die sind halt auf´m anderen Weg.
    Roland hier nur als Beispiel. Aber Dave Smith geht einen Weg, vor dem ich sehr, sehr viel Respekt habe. Immer wieder was neues, immer wieder Vintage.
    Ich bin sehr froh, daß der Bursche noch so aktiv ist !

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      TobyB  RED

      Bei Roland macht man sein Ding und das geht schon okay. Der nahtlose Übergang und plattformübergreifende Ansatz hat durchaus Vorteile. Das analoge Paradigma greift hier nicht. Dave Smith geht nun einen etwas andern Weg was auch okay ist. Die Wiedergeburt des P5 find ich Klasse. Ich sehe da eine sehr gute Ergänzung zu einem PRO 3 oder meinen beiden Pro Rev2.

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        ISE500  AHU

        Wieviel zahlt dir Roland eigentlich ? :) Selbstverständlich würde das analog Paradigma auch bei Roland auch greifen. Es sei denn, du magst analogen Klang und die Bedienung einfach nicht.

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          TobyB  RED

          Der war gut ;) Da ich ziemlich genau Buch führe, welche Synths ich wie oft verwende, der am meisten eingesetzte ist der Korg Polysix. Ebenfalls unter den Top 10 Pro Rev2. Der Pro3 holt auch mächtig auf. Für Flächen hab ich am häufigsten die OB Matrix1000 und Roland Gaia eingesetzt, Gefolgt von Juno106. Und ich bilde mir ein da passt ein P5 mit seinem Mono Out noch gut rein. :)

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        justme  

        #TobyB “ Dave Smith geht nun einen etwas andern Weg was auch okay ist. “
        Einen „etwas“ anderen Weg ???
        Aber sehr gnädig, daß das o.K. ist…
        Sorry, aber kann man auch komplett anders sehen, denn es gibt auch Menschen, die vom Grundsatz des digitalen IchmussallesimmerundüberallzurVerfügunghaben-Wahns angekoppelt agieren und dafür eher Wert auf die feinste Klangnuance legen.
        Und da leistet Dave Smith ganz sicher weit mehr, und das auch sicher mit einem unternehmerisch wesentlich waghalserigen Spirit, als der heutige Roland, egal wieviel ZenCoreXYZ-Plattformen aller Geräte auch die Milliarden zwar oft tollen, aber immer gleichen Abklätsche vergangener Tage bedienen !

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          TobyB  RED

          Danke für dein Feedback. Nur spring ich weder für Dave Smith/Sequential, Roland oder für dich aus der Hose. Bringt nichts. Ausserdem bezweifle ich das deine Implikation der richtige Ansatz ist. Darum gings mir auch nicht. Es geht darum. Dave Smith zieht konsequent seinen Stiefel durch und Roland eben auch. Und beides ist nun positiv. Weil beide für sich unterschiedliche Anforderungen und Zielgruppen bedienen. Und analog und digitale Cloudlösungen schliessen sich eben nicht aus. Ich hab schon Profimusikern das Macbook auf die Bühne gestellt, da lief dann Mainstage drauf und vertrug sich mit einem richtigen Moog. Und das hat dann für das Publikum sehr gut funktioniert. Und darauf kommt es an.

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    NicGrey  

    Die Neuauflage dürfte Angebot und Nachfrage für historische P5 deutlich entspannen. Ende 2019 ging beispielsweise in der Bucht ein leeres Prophet 5 Gehäuse, also ohne irgendwelche Innereien, inkl. eines alten Koffers, für knapp 2100 € weg. Alles gut gemacht, Dave. Herzlichen Dank.

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      costello  RED

      Ja, das wird die Preise für REV 3 sicher entspannen. Die frühen Editionen sind absolute Liebhaberstücke und für die werden auch künftig kräftige Aufschläge fällig sein. Bei Minimoog und ARP 2600 übrigens auch Odyssey hat man gesehen, dass die Preise für die Vintagegeräte insgesamt stabil geblieben sind. Das wird sich, so glaube ich, erst nachhaltig ändern, wenn die Boomer-Jahrgänge ihre Synths verkaufen, um die Ausbildung der Enkel zu finanzieren oder weil man einen OB-8 nicht mit ins Seniorenheim bringen darf.

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        Ashatur  AHU

        Warum sollte man sein Instrument nicht mit ins Seniorenheim nehmen dürfen? Ein ganzes Studio kann ich verstehen aber solang es ins Zimmer passt… darf man mit nehmen was man will.. Gerade Instrumente sind gerne gesehen da es ein Bezug zu seinem alten Leben hat und fördernd für die geistliche Stabilität hat. Ich bin gelernter Altenpfleger und habe bis dato genug Instrumente in den Zimmer der Altenheimen gesehen ;-) und glaubt mir jeder neue Zugang der musikalisch bewandert ist wird gerne gesehen.

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          costello  RED

          Das höre ich gerne und das leuchtet mir auch voll ein. Nach 22:00 spiele ich auch garantiert nur noch über Kopfhörer :)

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    teeemey

    Habe nun das Sequential und das J3PO Video gesehen. Dieser Synth stellt imho klanglich den Höhepunkt polyphon-analoger Synthese dar. Cremig, warm, gutmütig und brachial. Irgendwie wie ein lebendiges, wildes Tier, das sich freiwillig zähmen ließ, dich nun auf deiner Reise begleiten will.
    Alles, was mich musikalisch begeistert, steckt da drin und jedes Signal verursacht unglaublich inspirative Glücksmomente.
    ABER!! Nicht vergessen Leute! Elektrizität gibt es auf unserem Planeten in einer so entwickelten und kontrolliert-gesteuerten Art und Weise seit nicht mal 200 Jahren und da finde ich, muss man nicht permanent auf die guten, alten Tage gucken. Ein orginal Prophet 5 mit all seinen unglaublichen Vorzügen, gepaart mit neuen Techniken, wäre für mich der Grund gewesen, mehr zu zahlen. Multitimbralität, Layer oder Stack. Natürlich Split. Einzelausgänge meinetwegen nur über usb. UND MORPHING!!!! Reibungslos von einem göttlichen Pad zu einem Horror Unison Bass wechseln. Sind ja alles Technologien, die der Dave schon in vielen Ansätzen bei seinen anderen Synthesizern umgesetzt hat. Also nichts, was komplett fremd ist.
    Ich glaub, dann wäre dieser Synth vom Level her von einer anderen Galaxis und jeden Cent wert!

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      lightman  AHU

      Der Prophet X hat vieles von dem, was du beschreibst und klingt unglaublich gut. Warum manche Leute angesichts dieser Wucht an Synth immer noch von einer Neuauflage des alten P5 träumen, geht mir nicht ganz ein, aber nun hat ihnen Sequential den Gefallen getan und da muß halt alles möglichst 100% wie früher sein.

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    costello  RED

    Sweetwater nimmt bereits Vorbestellungen an zum Verkaufspreis von 3.499,- US-$. Bei Thomann, MS oder Just Music habe ich ihn noch nicht entdeckt..

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      nativeVS  AHU

      Auf der Affeninsel gibts sie bei KMR fuer £3299 (£3999 fuer Prophet 10) und sollen in ein bis zwei wochen lieferbar sein.
      Da muesste bei der momentanen MwSt. senke 3499€ fuer den fuenfer definitv moeglich sein.

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    KrauTronicA  

    Hier noch was zum weiteren Träumen [und für die etwaige Finanzplanung ;-)]:
    Gemäß Tabelle mit dem Vergleich der verschiedenen aktuellen Sequential Synths scheinen PROPHET-5/-10 Rev4 übrigens auch als Desktop-Versionen geplant (!) zu sein.
    Zumindest steht ein „yes“ in der Zeile „Desktop version available?“.

    Link (nur homepage, dann bitte weiter zu SYNTH COMPARISON):
    https://www.sequential.com/all-products/

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      defrigge  

      Das ist ein super Hinweis. Ich liebe nämlich die extrem gute Transportabilität meines Prophet 6 – einschließlich des 4-Oktaven Keyboard! – und wünsche mit nur das Bedien-Panel und den Klang des Prophet 5 on Top!

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    synthboy  

    So ein Polysynth mit Mono Out, sorry ….no way.
    Schick und teuer, aber Stereo Panning hätte rein gehört meiner Meinung nach heutzutage.
    Auch Split und Layer beim P10.

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      TobyB  RED

      Der Mono Out ist konsequent, grade das macht einen Teil des Sounds aus. Ich prozessiere z.B Padsound die einen Teppich legen gerne nach Schema Left Pad, Mono Mid Pad mit Stereo Verb, Right Pad. Dadurch erreicht man ein schönes bewegtes Klangbild.

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        Aljen  

        Na ja, natürlich läßt sich vieles schönträumen. 🤫 Mono out als Teil des Konzepts: gern, solange es Option bleibt. Es ist ja technisch nichts Außergewöhnliches, jedes halbwegs vernünftige Effektpedal beherrscht doch beides. Bei „alternativlos“ entsteht schnell der Verdacht, dass weniger Prophet, mehr Profit im Voraus dem Konzept ein Controller-Kontrazeptivum verordnete.

        Aber vielleicht hat Dave Smith da noch noch ein Easter Egg in der Reserve? So nach dem Strymon-Motto – Gehäuse auf, Jumper umstecken, Gehäuse zu, Stereo-Klinke mit Y-Verteiler…? Cool wäre es.

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          TobyB  RED

          Ich kann deine Bedenken nachvollziehen. Dave Smith wird sich das schon genau überlegt haben, mit dem Mono Out. Vielleicht löst er das ja in einem Interview auf. Im Sequential Video zum P5 führte er dazu aus, das sie ein originalgetreues Reissue im Kopf hatten. Ich hatte auch kurzzeitige Bedenken. Aber dann hab ich geguckt, wie ich Pads im Panorama verteile. Und träum mir da nix schön.

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    Aljen  

    Einer der Träume wird wahr, ich träume weiter… mal sehen.

    Der für mich wirkungsvolle Kauftraum-Hemmschuh ist bei Prophet die akut oculocancerogene Typografie des Firmenlogos und des Modellnamens. Ästhetische Beleidigung scheint hier seit Jahrzehnten Teil des nich existenten Programms zu sein. Beim Barte des Propheten, schmeißt diese Azubi-Schildchen weg, ich will mit diesem Synth andere Musik machen als Soundtracks zu schlechten Mittelalterfirmen (oder Monty Python nachvertonen).

    Bei Rev2 schien zwischendurch jemand Mr. Smith gestalterisch halbwegs gut beraten zu haben – da verursacht wenigstens die Typenbezeichnung keine ästhetischen Schmerzen. Geht doch! Es gibt auch andere Smith-Geräte, die das Autogramm des Maestros als Firmenlogo tragen – warum hier immer wieder hartnäckig die schrill nach Ostblock-Ästhetik anmutende Lösung bei einem einmaligen Weltklasse-Gerät zum Einsatz kommt, weiß wohl nur Mr. Smith alleine. Eine plausible Erklärung schließe ich jedenfalls kategorisch und systembedingt aus.

    Aber was soll’s. Solange es Gaffa gibt, kann auch einem Grafiker mit langjähriger Art-Dir-Vergangenheit geholfen werden. :-P

    Die Logos scheinen btw. eh nur draufgepappt zu sein, kann man die vielleicht einfach spurlos abziehen? Hat da jemand Erfahrung mit? Meine Güte, selbst sowjetische Synthesizer waren typografisch um Welten ansprechender als diese Kisten. Was Wunder, sind doch die Prophets ansonsten Inbegriff einer transparenten, aufgeräumten und effizienten Oberfläche. Echt schizo, das. 🙃

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      ISE500  AHU

      Sowas interessiert doch keinen, wenn der Rest passt. Sequentials Logo ist immer noch besser als das von DSI, welches einfach nur Namen in Comic Sans geschrieben ist.

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      Panta Flux  

      Dabei ist der Schriftzug doch das einzige, was mich an dem Synthesizer zum Kauf reizt. Vermutlich habe ich in meiner Jugend zu viele Fantasy-Text-Adventures auf dem VC20 und C64 gespielt, bei denen dieser Font zum Einsatz kam. :-D

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        Holden  

        Der ist gut! Ultima, Bard’s Tale oder was? Ich glaube der Font wird heute noch in RPG’s bevorzugt. Skyrim gefälligst? Als Prophet-5 Ersatz legitim finde ich. :)

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          Panta Flux  

          Ich erinnere mich nicht mehr genau, in welchen Spielen die Schriftart verwendet wurde, aber die American Uncial kam auf vielen, vielen Schriftrollen (auch in Pen&Papers) vor. Da meine ersten Gehversuche in elektronischer Musik auch sehr SID-Chip-geprägt waren, passt das schon. :-)

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