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TEST: Sequential Prophet-5 (2020) Prophet-10, REV4, Synthesizer

23. Dezember 2020

Nun endlich die finale Wiedergeburt des P5?

Sequential Prophet-5 (2020)

TEST: Sequential Prophet-10 (2020) Prophet-5 REV4

Es gibt ihn schließlich im Handel – die Sensation des Jahres, die Wiedergeburt des klassischen Sequential Prophet-5 und Sequential Prophet-10 (2020). Was ursprünglich als Testfahrt begann, entwickelte sich im Laufe meiner Hintergrundrecherchen immer mehr zu einem ausgewachsenen Praxis- und Hintergrundbericht. Mit meinem Sequential Prophet-10 Rev4 konnte ich nun 4 Wochen verbringen und entdecke immer noch täglich neue Seiten an ihm.

Wer sich für das Original von 1978 (REV-1, REV-2 und REV-3) interessiert, dem sei unserer ausführliches Vintage-Special empfohlen, welches Ihr HIER FINDE (bitte klicken).

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Rückblick auf den Prophet 5 von 1978

In den frühen 70er-Jahren dominierten Moog Minimoog und ARP Odyssey das Geschehen in zahlreichen Tonstudios und auf den Bühnen dieser Welt. Beide waren in diskreter Schaltungstechnik aufgebaute, visionäre und doch erschwingliche Musikinstrumente – erschaffen für den innovativen Musiker auf der Suche nach neuartigen Klängen und in klarer Abgrenzung zu den riesigen und teuren Modularsystemen für experimentierfreudige Komponisten in ihren Klanglaboren. In diese Welt hinein gebar Dave Smith die Idee zum allerersten Sequential Circuits Prophet-5 bzw. Prophet-10 Rev1, den direkten Urahnen und Vorbildern des heutigen Prophet-5 bzw. Prophet-10 Rev4.

Sequential Prophet-5 (2020)

Dave Smith 2013 im AMAZONA.de Interview

Die Firmengründung von Sequential Circuits

Dave Smith hatte an der Berkeley Universität Elektrotechnik und Computerwissenschaften studiert und hobbymäßig Gitarre und E-Bass in Bands gespielt. 1972 kaufte er zunächst aus eher technischem Interesse seinen ersten Minimoog und eine günstige 4-Spur Bandmaschine. Auf der Suche nach einem geeigneten Sequencer für seinen Minimoog begann Dave über die Idee nachzudenken, seinen eigenen zu entwickeln. Hierfür nahm er Kontakt mit der im Silicon Valley benachbarten Firma E-mu Systems auf, wo ihm Dave Rossum essentielle Tipps gab: Daves erstes Produkt war geboren, der „Model 600 Sequencer and Complex Waveform Generator“ – “Complex Waveform Generator“, da man sein Tempo bis in den Audiobereich erhöhen konnte, womit der eigentliche Sequencer zu einem monophonen grafischen Oszillator mit 48 Stufen mutierte! Ein Name für Daves Firma war schnell bei der Hand: „Sequential Circuits“ klang definitiv nach „Sequencer“, jedoch zugleich offen genug, um eine spätere Erweiterung des Produktportfolios nicht auszuschließen.

Sequential Prophet-5 (2020)

Der originale Sequential Prophet-5 von 1978

Das Silicon Valley machte es zusammen mit der Ideenschmiede der Stanford Universität möglich, mit dem Aufkommen integrierter Schaltungen („Chips“) immer aufwändigere elektronische Geräte zu erschaffen. Erst verkleinerte man analoge Schaltungsbestandteile wie Operationsverstärker, VCAs, Filter und Hüllkurvengeneratoren, um kurze Zeit später auch erste erschwingliche digitale Chips, wie z. B. Speicherbausteine, Multiplexer oder eben auch CMOS-Prozessoren wie den Zilog Z80 (1976) kommerziell herzustellen. Die beiden damals noch jungen Firmen Curtis Electromusic Specialities und Solid State Music (SSM) erschufen innovative Chips eigens für Synthesizer. Der Grundstein für Sequential Circuits Meisterwerk war gelegt – einen polyphonen Analogsynthesizer, der speicherbar, handlich (Prophet-5: ca. 15 kg – damals wie auch heute) und bezahlbar war (Rev1 im Jahre 1978: 4000.- USD; Rev4 heute: ca. 3500.- USD/€).

Der original Sequential Prophet 10 von 1980

Der Tipp, dem Erstlings-Instrument seinen heutigen Namen zu geben, kam letzten Endes von keinem Geringeren als Rick Wakeman, Keyboarder der Kult-Band „Yes“. Er empfahl keine kryptisch-technische Nummer zu verwenden, sondern besser einen Namen mit dem die Prog-Rock-Szene umzugehen wusste – beinahe hätte der Prophet-5 den Namen „Wizard“ oder „Seer“ erhalten. Dave Smith nutzte übrigens letzteren Namensvorschlag doch noch: In den frühen 90er-Jahren entwickelte seine Firma Seer Systems zusammen mit Intel und Creative Labs den ersten Software-basierten Synthesizer.

Eine nicht ganz unbedeutende historische Randbemerkung: Dave Smith entwickelte 1981 für die Audio Engineering Society das MIDI-Protokoll, wie wir es bis heute unverändert einsetzen.

TEST: Sequential Prophet 10 (2020) Prophet 5 REV4

Die Poly-Mod-Sektion des Prophet 5 / 10

Die ominöse Poly-Mod-Sektion des Sequential Circuits Prophet-5 hatte für mich schon in Jugendtagen immer etwas Magisches an sich. In dieser Form allein schon durch die Bezeichnung unbekannt aus den hinlänglichen Moog, Yamaha, Korg und Roland Synthesizern, blieb allem Augenschein nach dem Nutzer des Prophet-5 eine enorme klangliche Ausdruckserweiterung vorbehalten. Die klanglichen Auswirkungen dieser Modulationsmatrix ließ für mich zunächst nur Raum zur Spekulation, da schlichtweg meine Phantasie nicht ausreichte, um mir die klanglichen Auswirkungen der Vielzahl von gleichzeitigen möglichen Modulationen vorzustellen.

Für allerlei Magisches in Film und auf Liveshows aller Art waren Prophet-5 und der zweimanualige Prophet-10 aus dem Jahr 1980 unerschöpflicher Quell bis dato unerhörter Phantasieklänge. Als prominenteste und zeitlose Beispiele seien hier nur der Warp-Antrieb, der Tricorder und der Transporter der Star Trek Enterprise genannt (Sounddesign: Alan Howarth), die atmosphärisch intensiven Filmsoundtracks von John Carpenter (z. B. Escape from New York) oder auch der charakteristische Signature-Sound aus dem weltberühmten Musical Cats (im Übrigen ein Werkspreset des Prophet-5 namens „Descending Bells“ – so auch in der Originalpartitur von Andrew Lloyd Webber vermerkt). Peter Gabriel sagte einmal in einem Interview, der Sequential Circuits Prophet-5 sei der einzige Synthesizer, der von sich aus immer höchst emotional, ja meist melancholisch oder traurig klänge.

Joe Zawinul tourte nahezu ein Leben lang mit dem Prophet-T8 (fun fact: im Buch „Zawinul, ein Leben aus Jazz“ von Gunter Baumann behauptet Zawinul im Interview, seit 1978 mit dem T8 auf Tour gewesen zu sein und nennt explizit dazu auch die Live-Tour zum Weather Report Album „8:30“ – im Tourvideo von 1979 findet man vermutlich doch keinen T8, der T8 kam regulär nämlich erst Mitte 1983 auf den Markt, lediglich ein Prototyp wurde von Sequential Circuits zwei Jahre zuvor vorgestellt).

Auch Donald Fagen verwendete auf seinem epochalen Soloalbum „The Nightfly“ von 1982 den Sequential Circuits Prophet-5 begeistert, prominent mit einem Marimba-Sound hörbar bei dem Track „The Goodbye Look“ (meisterlich gespielt von Greg Phillinganes) oder im Harmonica-Solo von „I.G.Y.“.

TEST: Sequential Prophet 10 (2020) Prophet 5 REV4

Meine erste Begegnung mit dem Prophet-5

In meiner Jugend in den 80ern standen die „großen Analogen“ (Sequential Circuits Prophet-5, Oberheim OB-Xa, Roland Jupiter-8, Moog Memorymoog) schon nicht mehr in den Schaufenstern einschlägiger Musikläden. Dort fand man eher einen Yamaha DX7, später auch Roland D-50 und die Korg M1 Workstation. Meine Mitschüler und ich träumten davon, eines Tages diese Geräte zu besitzen, um endlich auch so zu klingen wie die Musik in den Hitparaden. Erst Jahre später lernte ich, dass es dazu weit mehr bedarf als eines Instruments („instrumentum“, lat. Werkzeug). Also begann ich mein Musikstudium und parallel mein Arbeiten in Tonstudios. Mein erster Sequential war ein Pro-One. Ich bereue bis heute, ihn eines Tages wieder verkauft zu haben. Aber nur so konnte ich mir letztlich meinen Prophet-T8 leisten.

Für mich hat es viele Jahre gedauert, bis mir klar wurde, dass die Musik, die ich bewunderte, allermeist das Beste beider Welten verband – digital generierte Klänge mit all ihrer präzisen Direktheit und Klarheit, plus analoge Synthesizer mit ihrer lebendigen Wärme und Durchsetzungsfähigkeit. Das Wissen um Arrangement und Komposition. Dazu noch das Wissen über Tontechnik und den kreativen Einsatz von Audiobearbeitungsgeräten wie EQs, Kompressoren, Reverbs und Delays. Erst heute, in den Tagen der Demokratisierung von Wissen durch das Internet, schließt sich für mich der Kreis der Erkenntnis allmählich. Auch Bücher wie Phil Hardings „PWL From The Factory Floor“ oder Trevor Pinch und Frank Troccos „Analog Days“ sowie nicht zuletzt David Abernethys exzellentes Buch “The Prophet from Silicon Valley” öffneten mir die Augen. Wir blicken heute auf eine Vielzahl von unerschöpflichen Wissensquellen – als alltäglich gewordenes Beispiel seien nur die zahlreichen exzellenten YouTube-Channels privater Sound-Enthusiasten und kommerzielle Fortbildungsvideo-Portale genannt.

TEST: Sequential Prophet 10 (2020) Prophet 5 REV4, Synthesizer

Äußerlichkeiten des Prophet-5/10 (2020)

Schon der klassische Sequential Circuits Prophet-5 Rev 1 verzauberte in den 80ern die Welt – kaum ein Synthesizer wurde so oft in den ersten MTV-Musikvideos gezeigt wie der Prophet-5: Man denke nur an Duran Duran, Level 42, Tears For Fears, Cyndi Lauper oder Nenas 99 Luftballons (wenngleich bei letzterem vermutlich ein Oberheim im Studio verwendet wurde). Und der neue Sequential Prophet-5 (2020)?

Er ist wunderschön! Die Verarbeitung, die Holzseitenteile – kurzum, sehr gelungen. Was gibt es dann noch zu meckern für diejenigen, die die Flöhe husten hören? Ja, der Aufkleber mit dem Firmenschriftzug ist nicht perfekt geschnitten. Das sieht irgendwie fransig aus. Und die Potiachsen ragen höher hinaus als bei meinem Sequential T8. Auch die Wheels sind nicht aus edel dreinblickendem Plexiglas in Rauchquarz-Optik, sondern aus schnödem schwarzen Gummi. Und das Klicken der Preset-Taster ist auch nicht so „satt“ wie bei den alten Originalen. Dafür spielt sich die neue Tastatur extrem präzise, ein deutlicher Pluspunkt.

TEST: Sequential Prophet 10 (2020) Prophet 5 REV4, Synthesizer

Prophet-T8 Holzverarbeitung

Features der neuen Prophet-5/10 Generation

Die „Hardfacts“ des Sequential Prophet-10 (2020) pfeifen inzwischen die Spatzen von den Dächern – das Internet war in kürzester Zeit voll von zunächst Spekulationen, dann Vorankündigungen, später Feature-Berichten und zuletzt Video-Vergleichen mit den klassischen Urahnen und deren moderneren Vettern aus dem Hause DSI. Von daher möchte ich mir erlauben, dem geneigten Leser die erneut vollständige Auflistung aller Features an dieser Stelle zu ersparen. Drei Eckpunkte stechen für mich besonders heraus: Die doppelt ausgeführten und umschaltbaren Filter, der Vintage-Knopf, der die typischen historischen Unzulänglichkeiten des Gerätes stufenlos dosierbar macht sowie die konsequente, aber dennoch mutige Entscheidung, dem neuen Propheten tatsächlich weder Effektsektion noch Stereoausgang zu spendieren. Gerade Letzteres verwunderte mich beim ersten Lesen der Feature-Listen ehrlich gesagt schon.

Zum einen, weil heute mehr denn je Effektsektionen als Bestandteil des eigentlichen Sounddesigns gesehen werden und die meisten Werkspresets aktueller Geräte sich im kreativen Umgang mit Effekten zu überbieten versuchen. Zum anderen, weil Sequential Circuits mit ihrem eigenen Modell Prophet-T8 im Jahre 1983 bereits einem Synthesizer der Prophet-Reihe einen Stereoausgang gegönnt hatten, um dem Vergleich zu damaligen Mitbewerbern standzuhalten. Vergleichbar mit dem Stereoausgang des Oberheim OB-8, Roland Jupiter-8 oder Elka Synthex kann auch der T8 jede seiner acht Stimmen alternierend entweder links oder rechts ausgeben, was gerade bei Flächensounds, Bläsern und Unisono-Leads ein beeindruckendes Stereobild erzeugt, das sich mit keinem Chorus-Effekt der Welt simulieren lässt.

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5 oder 10 Stimmen? Polyphonie vs Preis

Braucht man nun die zehn Stimmen des Sequential Prophet-10 (2020) oder genügen auch die 5 des Prophet-5? Diese Frage ist deutlich schwieriger zu beantworten. Ich bin froh, einen 10-stimmigen erworben zu haben. Nicht dass ich (trotz 10 Semester Jazz-Studiums) alle 10 Finger permanent nutzte, aber es klingt einfach toll, wenn die Release-Phasen bei Pads nicht ungewollt abreißen. Andererseits: Wenn man bedenkt, welch großartige Musik auf originalen vintage Prophet-5 eingespielt wurde – vielleicht ist eben genau dieses Abreißen der Release manchmal hilfreich, um im Gesamtmix transparent zu bleiben. Immerhin habe ich bei meinem Yamaha CS60 auch nicht das Gefühl, dass mir andauernd Voices fehlen.

Nicht unerwähnt bleiben soll die Mehrfachnutzung des Namens „Prophet-10“ im Hause Sequential Circuits. Während zwischen 1978 und 1981 eine 10-stimmige Version des originalen Prophet-5 im Umlauf war (wenngleich nicht viele Exemplare, da diese technisch sehr instabil waren), nutzte Dave Smiths Firma den Namen ab 1981 für ein zweimanualiges Modell, das im Grunde einfach aus zwei Prophet-5 bestand. Der heutige Prophet-10 Rev4 referenziert also deutlich mehr zur Urversion des 10er und teilt mit dem 1981er Modell kaum Gemeinsamkeiten.

TEST: Sequential Prophet 10 (2020) Prophet 5 REV4, Synthesizer

Prophet-10 Rev4 Holzverarbeitung

Patches & originale Werksounds Prophet-5

Der neue Sequential Prophet-5 (2020,  kommt mit vielen exzellent designten Presets (ein paar davon angespielt in meinen Klangbeispielen). Alle Werkspresets sind in einem ROM-Speicher untergebracht, ein ebenso großer RAM-Speicher steht für eigene User-Presets zur Verfügung. Wer je mit einem alten Prophet gearbeitet hat, wird dies zu schätzen wissen. Wie oft hatte ich einen massiven Gewissenskonflikt: Was war wohl schlimmer, den eigenen mühsam erschraubten Sound für die Zukunft nicht zu konservieren oder das darunterliegende und über die Jahre liebgewonnene Werkspreset zu überschreiben?
Unter den Werkspresets befinden sich auch das originale Soundset des alten Prophet-5 – bekannt aus zahllosen Charthits der 80er.
Beim Prophet-5 – alt wie neu – empfiehlt sich übrigens dringend der Einsatz von Pedalen! Viele Patches sind sehr interessant programmiert hinsichtlich des Prophet-typischen Halteverhaltens (welches in dieser Form kein anderer Synth aufweist) und auch hinsichtlich des Einsatzes eines Continuous-Pedals zur Steuerung der Filtereckfrequenz. Die gänzlich neuen Features der Anschlagsdynamik und des (leider nicht polyphonen) Aftertouchs sind hervorragend in die Patches integriert worden. Wer nun gern die Velocity lieber nicht anwenden möchte, drückt einfach den entsprechenden Taster auf der Oberfläche, und schon verhält sich der Neue wie ein klassischer Prophet-5 – super! Ebenso gibt es im Global Menü die Möglichkeit, die erwähnte Prophet-typische Sustain-Pedal > Release Behandlung aufzuheben und das Pedal als normales Haltepedal zu nutzen, im Bandkontext in der Tat oft sehr hilfreich!

TEST: Sequential Prophet 10 (2020) Prophet 5 REV4, Synthesizer

Sound des Prophet-5/10 2020 Synthesizers

Für mich eine der wichtigsten Fragen: Fehlt mir der Stereoausgang? Um es kurz zu machen: nein, im Gegenteil. Es ist erfrischend, einen großen Synthesizer zu spielen und mit dem Klang ganz traditionell im Mix umzugehen. Tatsächlich lässt sich der aktuelle Prophet-5 (2020) sehr leicht in einen komplexen Pop-Mix einbetten, es fühlt sich tatsächlich eher an, als würde man eine weitere Gitarrenspur einbinden. Vermutlich konzentriert man sich auch als Spieler viel mehr darauf WAS genau man spielt und wie der Sound exakt klingen muss, um im Arrangement überhaupt noch Platz zu finden. Viele aktuelle Soft- und Hardware-Synthesizer eröffnen ein gigantisches Stereopanorama und evozieren ganze Kopfkino-Filme, sobald man auch nur einen Ton anschlägt. Der Prophet stellt damit eine Art diametralen Gegenpol zu Geräten wie dem Korg Wavestate oder Yamaha Montage dar. Ein puristisches Gerät für Musiker/innen, die exakt wissen, was sie wollen und wie sie das erreichen können. Und ideal für Nutzer, die noch ein klassisches Lexicon, EMT, Quantec oder AMS Hallgerät in der Ecke stehen haben. Auch Gitarrenpedale lassen sich hervorragend mit dem neuen Propheten nutzen: Aktuell gibt es ein derart überbordendes Angebot, da dürfte für jeden Anwender das richtige dabei sein – von günstigen Shimmer-Reverbs wie dem Digitech Polara über spannende Boutique-Pedale wie dem Chase Bliss Audio Dark World. Auch analoge Vintage-Multieffekte wie das Roland GP-8 oder auch ein Ibanez UE400 stehen dem Propheten hervorragend zu Gesicht, solange man ihren Eingang nicht mit dem eher hochpegeligen Ausgang des Synthesizers übersteuert. In meinem Video sind die Synthesizer komplett unbearbeitet, trocken und mono aufgezeichnet. Das letzte Beispiel enthält zur Illustration ein Lick mit einem zusätzlichen Roland Dimension D (19“ vintage Hardware Chorus) und einem AMS RMX16 Hall (ebenso ein altes Original, nicht die Reissue).

TEST: Sequential Prophet 10 (2020) Prophet 5 REV4

Zweitwichtigste Frage: Ist es Dave Smith gelungen, den oftmals als etwas zu statischen und überperfekten Sound der verwandten DSI-Ahnenreihe zu überwinden? Meine Antwort lautet: Definitiv ja – der neue Prophet-10 Rev4 klingt umwerfend gut und authentisch! Wer super genau hinhört, wird bemerken, dass der neue Prophet nicht immer unbedingt genauso intensiv zu „atmen“ scheint wie die alten Boliden vom Schlage eines T8 oder Yamaha CS60. Letztere überraschen beim Spiel durch manchmal unerwartete Dynamik und durch ein schwer in Worte zu fassendes „seltsames“ und kaum reproduzierbares Verhalten der Hüllkurven. Hier hilft auch nicht das Aufdrehen des besagten Vintage-Reglers, der die Oszillatoren verstimmt und Filter-Cutoffs und Hüllkurven gezielt in Offsets bringt.

Die Art, WIE eine zunächst einstimmig gespielte Polybrass-Linie klingt, sobald man dann dazu übergeht, mehrstimmige Akkorde zu verwenden und tiefste Basstöne zu ergänzen – hier gibt es einen Unterschied, der auch messbar ist. Freilich ergibt eine solche Messung keinen Sinn, da der Prophet-10 Rev4 ja nicht versucht, wie ein T8 zu klingen. Und ein T8 ist auch nicht klangidentisch mit dem Prophet-5 Rev3 – beide verwenden zwar Curtis Filterchips, jedoch kommen im T8 CEM 3372 zum Einsatz (wie auch im Oberheim Matrix-12 und Akai AX80), während der Prophet-5 Rev3 CEM3320 nutzte (wie im Elka Synthex und Oberheim OB-Xa). Wie auch immer, die RMS-Pegel sind bei mehrstimmig gespielten Sounds und auch bei Unisono-Leads beim T8 deutlich lauter im Verhältnis zur zuvor gemessenen Einzelstimme. Das kann auch auf einen anderen Umgang mit dem Thema Verzerrungen hindeuten. Ein einfacher Test belegt dies: Filter halb geschlossen, Resonanz knapp bis zur Selbstoszillation erhöht, und dann im Mixer mal ganz allmählich Oszillator 1 vom Minimum auf Maximum hinzublenden. Dann das gleiche Spiel mit dem zusätzlichen Oszillator 2. Hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Prophet-10 Rev4, Prophet-T8 und den Softsynth-Emulationen von U-He und Arturia.

Die beiden Filter REV1 und REV2 Prophet-5/10 2020

Frühe Prophet-5 Rev1 und Rev2 Modelle verfügten über SSM Chips für Oszillatoren, Filter und Hüllkurven, die oftmals schnell heiß liefen. Gerade dem von Dave Rossum (E-MU; Rossum Electro-Music) entwickelten SSM 2040 Filter wird ein besonders attraktives markantes Resonanzverhalten nachgesagt.
Rev 3 Modelle nutzten die stimmstabileren Curtis CEM Chips, zudem wurde die Auto-Tune-Funktion integriert, um nach Transporten oder nach langem Betrieb die Oszillatoren perfekt zu stimmen.
Die neue Rev4 vereint beides: Tatsächlich wurden für alle Stimmen des Prophet Neuauflagen des SSM 2040 (Sound Semiconductors SSI 2140, wiederum erschaffen von Dave Rossum) und (!) der wieder erhältlichen Curtis Chips CEM 3320 in Hardware-Form verbaut. Ein Schalter auf dem Frontpanel neben dem Cutoff-Knopf erlaubt die Umschaltung.
Was bringt das? Tatsächlich zwei grundverschiedene Filtersounds. Nicht so unterschiedlich, wie bei einem Vergleich State Variable Filtern gegen die steileren Ladder-Filter eines Moog One, aber dennoch deutlich hörbar, vor allen freilich bei höheren Resonanzen und im Zerrverhalten. Ich muss schon sagen, dies ist eine echte Bereicherung der klanglichen Ausdrucksmöglichkeiten. Keines der beiden Filter klingt „besser“ oder „schlechter“, es sind einfach zwei verschiedene Farben, die je nach Einsatz mal besser und mal schlechter passen. Und mit „Einsatz“ meine ich nicht nur im eigentlichen Patchdesign, sondern auch in Abhängigkeit davon, wie sich der Prophet in einer realen Mix-Situation macht. Im Arrangement, mit Effekten und EQ. Manchmal schaltet man das Filter um, nur um festzustellen, dass der Prophet sich plötzlich ganz anders in den Mix integriert oder eben auch mal aus den ihn umgebenden Instrumenten heraussticht. Das ist ein tolles Werkzeug!

In Sachen Filter fand ich noch eine weitere Auffälligkeit: Der neue Prophet-10 Rev4 löst dankenswerterweise die digitale Reglerabfrage, die ja zur Speicherung der Patches unabdingbar ist, viel feiner auf als seine Ahnen! Damit sind gerade Poly-Mod-lastige Klänge mit Audiorate-Modulationen und FM-Ähnliches viel feinfühliger dosierbar.

Die maximalen Geschwindigkeiten der Hüllkurven sind auch noch etwas schneller als bei den Vorfahren. Gerade im Vergleich zur Attack- und Release-Phase meines T8 ist der neue Prophet eine regelrechte Punch-Machine, wie deutlich bei einigen Sounds in meinem Video-Demo zu hören! Übrigens: Im Video sind die beiden Synthesizer auf 0,1 dB genau im Pegel eines einzelnen Oszillators aufeinander abgeglichen. Jede weitere Pegeldifferenz innerhalb der Vergleiche (und die gibt es zuhauf!) beruht ausschließlich auf dem unterschiedlichen Umgang mit Voice-Stacking bzw. Polyphonie hinsichtlich Sättigungsverhalten von Mixer und Filter.

Der Prophet-10 (2020) on YouTube im Vergleich zum Prophet-T8

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Fazit

Und welches Fazit ziehe ich persönlich aus meinem zugegebenermaßen etwas ungerechten Vergleich mit meinem T8? Verkaufen werde ich den T8 sicher nicht, jetzt da ich stolzer Eigentümer eines Prophet-10 Rev4 bin. Beide haben Stärken und Schwächen – schließlich ist der Neue ja auch keine Kopie des T8, sondern eine behutsam modernisierte Reinkarnation des klassischen Prophet-5. Der Rev4 ist mit Sicherheit robuster gebaut und damit definitiv Road-tauglich. Der Neue hat die schnelleren und knackigeren Hüllkurven und klingt dabei vollumfänglich warm und „analog“. Mein T8 „singt“ dafür mehr, entwickelt mehr Pegel bei mehrstimmigem Spiel und Unisono-Leads und „sirrt“ herrlich silbrig glänzend in den höchsten Frequenzen im sogenannten Air-Band. Wie mir mein Audioprecision APx-555 Messplatz bestätigte, ist dies auch dezent messbar, wenngleich wir hier definitiv nicht von „Welten“ Unterschied sprechen!
Bevor jetzt die Unkenrufe beginnen: Mein Testexemplar des Rev4 war ein neuerer, der NICHT noch den Serienfehler der ersten 100 ausgelieferten hatte. Man kann leicht unter dem Titel „Filtergate“ alles über das anfängliche Debakel im Internet recherchieren – Sequential hat sofort und vorbildlich reagiert und den korrigierenden Umbau gratis angeboten. Zugleich wurden Anweisungen zum Ausbau der schuldigen beiden SMD-Kondensatoren im Netz veröffentlicht, sodass jeder Anwender mit einem spitzen Lötkolben auch die Reparatur vor Ort schnell selbst erledigen konnte.
Und bitte nicht vergessen: Jeder vintage Prophet-5 klingt ein wenig anders. Manche heller, manche dunkler. Manche resonieren etwas zerriger, andere cleaner. Manche haben mehr Temperament und überraschen den Nutzer häufiger, manche tun genau das, was man von ihnen verlangt. Der Neue IST ein Prophet-5. Ein wärmerer, aber dafür gleichzeitig schneller, punchiger und berechenbar im Sinne von „nachvollziehbar“.

Philosoph oder Prophet?
Enden möchte ich mit drei recht trefflichen Zitaten. Zum einen möchte ich Joe Zawinul zitieren, der in einem Interview auf die Frage, ob er eine persönliche Beziehung zu seinen Keyboards habe oder ob es austauschbare hochtechnische Kisten seien, entrüstet antwortete: „Das sind überhaupt keine Kisten. Das ist mein Leben. Die Keyboards sind so wichtig wie meine Hände – sie sind die Verbindung von mir zum Zuhörer.“ Der neue Sequential Prophet-10 Rev4 ist meines Erachtens nach definitiv solch ein Gerät. Eine Maschine, zu der man schnell eine emotionale Beziehung aufbaut. Ein klassisches Musikinstrument, das denjenigen Spieler belohnt, der sich Mühe mit seiner Kunstfertigkeit gibt. Ein Klangerzeuger, der dem forschenden Geist hilft, neue Türen aufzustoßen und dabei immer für Überraschungen und Spontaneität zu haben ist. Ein mächtiges und williges Sprachrohr desjenigen, der durch seine Musik dem Rezipienten wirklich etwas zu sagen hat.
Der französische Philosoph Voltaire sagte: „Man kann von Propheten nicht verlangen, dass sie immer irren.“ Diese Wiederauferstehung des klassischen Propheten ist definitiv kein marktwirtschaftlicher Irrtum von Dave Smith. Das Wahre, Große und Schöne wird hoffentlich nie aus der Mode kommen. Braucht man ihn wirklich, um sich musikalisch zu verewigen? Vermutlich nein. Aber man will ihn!

Preis

  • Sequential Prophet-10: 4249,- Euro
  • Sequential Prophet-5: 3469,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Dirk Matten  RED

    Ganz toll geschrieben, lieber Toni. Da möchte ich dir ein ganz großes Kompliment aussprechen. Ich hoffe, wir werden in Zukunft von dir weitere Testberichte lesen dürfen.

  2. Profilbild
    Emmbot  AHU

    Da kann ich mich Dirk voll und ganz anschliessen.

    Wow toller Artikel, ich bin erschlagen (im positiven Sinne) von so viel Background-Informationen. Die Herangehensweise ist sehr erfrischend.

    Wie eine schöne Zeitreise mit alten bekannten z.B. Rick Wakeman oder Peter Gabriel.
    Passend dazu, werden die technischen Entwicklungen dieser Zeit dargestellt. Die Anekdoten lockern das ganze schön auf.

    „…diejenigen, die die Flöhe husten hören?“ herlich, da konnte ich mir ein Lachen nicht verkneifen.

    Danke t-hiho

  3. Profilbild
    moogist  

    Auch wenn ich im letzten Abschnitt des Fazits nur zwei (statt drei) Zitate finde, möchte ich mich Dirk ganz ausdrücklich anschließen. Ich habe diesen Test mit grösstem Interesse gelesen und freue mich über die überragende Sachkompetenz und Elequenz, mit der Toni ihn aus der Perspektive eines professionellen Musikers, Tonmeisters und Musikdozenten verfasst hat. Das Video und die Klangbeispiele ergänzen den Text akustisch und optisch hervorragend. Vielen Dank dafür!

    • Profilbild
      t-hiho  RED

      Vielen herzlichen Dank für die netten Worte, ich freue mich sehr, hier auf Amazona dabei sein zu dürfen! Gut beobachtet mit den „drei Zitaten“ – in der Tat ist das dritte erst vor Kurzem rausgeflogen, da mein Fazit eh schon so lange ausgefallen war. Es ging mir hier ursprünglich um die Umschatbarkeit der Filter und die Werkspresets. Wer nun unbedingt wissen wollte, was da mal stand, hier gerne nachgereicht:
      „Zum anderen sei mir, so kurz vor Weihnachten, noch ein Zitat aus dem Evangelium nach Matthäus erlaubt: „Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.“ Dieser Prophet hier kann beides, Schaf und Wolf, auf Knopfdruck!“

      • Profilbild
        Tyrell  RED 1211

        Liebe Toni, willkommen als Autor bei AMAZONA.de. Du hast hier einen glänzenden Einstand abgeliefert. Vielen Dank für Dein tolles Engagement. Ich bin ebenfalls jetzt schon gespannt auf alles was wir von Dir noch lesen und hören dürfen. :)

      • Profilbild
        maga  

        „….Was gibt es dann noch zu meckern für diejenigen, die die Flöhe husten hören? Ja, der Aufkleber mit dem Firmenschriftzug ist nicht perfekt geschnitten. Das sieht irgendwie fransig aus…..“

        Wenn man die Folie vom Sequential und Prophet 5/10 Schild abzieht, sind auch die Fransen weg !
        War bei mir zumindest so….
        ;-)

        • Profilbild
          t-hiho  RED

          Ich lach mich schlapp, dass es echt jemand bemerkt hat finde ich großartig! Um ehrlich zu sein: Ich war echt zu doof. Und hab sogar noch Close-Up Fotos davon gemacht. Einen Tag vor Veröffentlichung meines Berichts bin ich dann selber draufgekommen und hab die doofe Folie abgezogen! Hlhlhl… Peinlich. Ich wollt den Satz noch löschen, aber der Artikel war schon beim Lektorat, so blieb es halt kurzerhand drin.

          • Profilbild
            drbach  

            hatte mal einen Synth gekauft, gemäss Vorbesitzer Zustand 1A, ausser einem grossen Kratzer im Display. Dieser Kratzer war auch auf den Fotos gut erkennbar, stellte sich aber im Nachhinein als Kratzer in der noch nicht entfernten Schutzfolie heraus. Schutzfolie weg und der Synth war danach 1A+ ;-)

          • Profilbild
            t-hiho  RED

            Während ich bei den vielen kleinen OLED-Displays des Moog One das mit den Schutzfolien ja noch nachvollziehen kann, finde ich es tatsächlich einen ganz schönen Quatsch, das bei dem Firmenlogo zu machen. Der Prophet war top verpackt und foliert. Den zusätzlichen Logo-Schoner finde ich ökologisch absolut unnütz. Bin mal gespannt, wieviele Prophet 5 & 10 Rev4 in den kommenden Jahren am Gebrauchtmarkt auftauchen, mit intakter Schutzfolie. Das ist wir damals mit den Presets: Die Serviceabteilung von Sequential hat mal veröffentlicht, dass die allermeisten alten Prophet 5 Synths auch nach vielen Einsatzjahren im Falle von Defekten bei ihnen mit den Werkspresets aufschlugen. Eigenes Sounddesign durch die User? Fehlanzeige. Ein schöneres Kompliment kann man den ursprünglichen Sounddesignern auch nicht machen…

            • Profilbild
              Dirk Matten  RED

              Das lag möglicherweise daran, dass die Eigentümer der zu reparierenden Geräte vermeiden wollten, dass ihre eigenen Klangprogrammme in die falschen Händen fallen und deshalb per Cassette-Interface die Werksprogramme vor der Übergabe zur Reparatur eingespielt hatten. Halte ich für plausibel.

            • Profilbild
              taichber

              Klasse Review!

              Sehe, du hast den Moog One. Mir ist klar, die beiden Synths kann man nicht einfach vergleichen. Die unterschiedlichen Features sind mir klar (puristisch vs. Modmatrix etc.).

              Mich würde trotzdem Deiner Meinung zum Sound des Moog One interessieren.
              Habe einen Vintage Minimoog, Vintage MS-20, Moog Matriarch und Eurorack. Ich bin auf der Suche nach einem analogen Polysynth.

              Vintage kommt für mich nicht in Frage. Mich interessieren der Moog One 16 und der Prophet 10. Kann leider nicht beide bestellen und vergleichen. Mir gehts um deine Meinung zum den Sound.

              • Profilbild
                t-hiho  RED

                Sound ist immer sehr subjektiv. Der Moog kann wahnsinnig viel, allein auf Oszillatorebene; und dann noch die beiden resonanzfähigen Filter die Du sehr flexibel mischen kannst. Eingebaute wirklich top klingende Effekte. Tolles Display. Tolle Haptik. Moog Nachteile: viele Bugs (Arp, Sequencer, Hüllkurven, Effekte). Unerträglich lauter Lüfter, noisy VCAs, ist sehr schwer, externes Schaltnetzteil.
                Prophet Vorteile: Super übersichtliche Bedienung, klassischer Sound, schnelle Ergebnisse, kompakt, sexy. Prophet Nachteile: Mono-Out ohne Effekte, nur 5/10 Stimmen (Moog 8/16).
                Was genau erwartest Du von deinem künftigen Analog-Poly? Welche Sounds? Nur Studio oder auch live? Hast Du gute externe Effekte?

                • Profilbild
                  taichber

                  Danke, Nur im Studio. Effekte sind vorhanden und für mich kein Entscheidungskriterium.
                  Habe mir heute den Prophet 10 bestellt.
                  Werde mit dem Moog One noch abwarten, ob sich in den nächsten Monaten was bei der Firmware tut.
                  Leider sind die Tuning-Probleme in den tiefen Lagen noch nicht gelöst und die Lüfter stören mich auch. Mit dem Rauschen könnte ich leben und externes Netzteil ist auch kein Thema.
                  Mal abwarten. Bei P10 habe ich keine Bedenken, dass er mir gefällt.

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            Dirk Matten  RED

            Selbst nach einer Veröffentlichung können Textpassagen oder Formulierungen berichtigt werden, als Lektor/Korrektor habe ich Zugriff auf die Texte und führe das dann gerne wunschgemäß aus.

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              microbug  

              Dann bitte den Abschnitt mit Nenas 99 Luftballons korrigieren – das war defintiv ein OB-X, sowohl live als auch im Studio. Später hatte er dann OB-Xa und OB-8 im Einsatz. Das Bild oben zeigt auch nicht den originalen P5 von 1978, denn das wäre ja ein REV1 mit Netzschalter auf der Frontplatte, sondern einen REV3, aber wem erzähl ich das …

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                t-hiho  RED

                Bitte genau lesen, es ging in dem betreffenden Abschnitt um die Präsenz des Prophet 5 in Musikvideos. Und das war definitiv ein P5 bei 0:44ff bei 99 Luftballons. Auch wenn, wie ich ja schrieb, im Studio ein OB-X verwendet wurde. Das mit dem Bild stimmt, nehme ich an, danke für den Hinweis – das war Archivmaterial und nicht von mir. Interessante Frage am Rande: Wer weiß worauf Münchener Freiheits berühmtes „Ohne Dich“ Intro eingespielt wurde? Im Netz findet man dazu viel Quatsch. Ich hab sie live gesehen, da war es ein Akai AX73, aber als die im Studio waren, war der m.W. noch nicht auf dem Markt. War das auch ein P5?

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                  microbug  

                  Es kommt drauf an, welche Videos Du meinst. Bei den typischen Musikvideos wird ja zum Playback auf allem Möglichen gepost, was Tasten hat und greifbar rumstand, es sei denn der jeweilige Künstler fordert etwas ganz Bestimmtes, wie zB Kurt Hauenstein, der nie mit was Anderem als einem Minimoog zu sehen war, was aber auch zu solch Obskuritäten führte, daß man bei einem Video für Styx keinen angeforderten Oberheim da hatte und einfach einen Roland SH-7 mit einem Oberheim-Aufkleber verzierte …
                  Es gibt reichtlich Videos von Liveauftritten, in denen man sieht, daß Uwe Fahrenkrog-Petersen einen OB-X spielt, und das hab ich selbst bei einem OpenAir hier vor Ort gesehen.
                  Das mit der Präsenz stimmt aber schon, da denk ich nur an „Operator“, wo gleich 3 Stück zu sehen waren.

                  Das Intro von „Ohne Dich“ wurde meines Wissens auf einem Akai AX-80 gespielt, und es gibt Livemitschnitte, auf denen man das auch sehen kann. Der AX-80 kann ein paar Sachen, die bei Anderen so nicht gehen, wie zB PWM des Suboszillators, und ich bin mir nicht sicher, ob der AX73 das so reproduzieren kann.
                  Der Sound ist dem von „Bette Davis Eyes“ schon recht ähnlich, aber eben nicht identisch, und das Resonanzverhalten des Filters beim AX-80 auch ein Anderes als beim P5. Hierzu könnte der Moogulator etwas sagen.

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                    t-hiho  RED

                    Ich meine das Musikvideo, also den vom Label produzierten offiziellen Clip, keinen Livemitschnitt.
                    Zu Theorie dass es ein AX80 war: Ich habe einen AX80. Leider kann der – im Gegensatz zum AX73 – kein Noise beimischen. Bei dem Sound hört man aber definitiv auch Rauschen mit Filterresonanz und Keytracking. Entweder hat Micha Kunzi hier etwas über MIDI gestacked, oder es war ein anderer Synth. Der einzige Synth mit dem ich den Sound bisher nahezu 1:1 kopieren konnte ist der neue Moog One. Hier mein mäßig erfolgreicher Versuch, den Sound mit dem Prophet 10 Rev4 anzunähern: https://www.dropbox.com/s/iq994iini70tfym/OhneDich-Intro_Prophet10Rev4.mp3?dl=0 (Chorus: Roland SDD320, Delay: AMS DMX1580, Reverb: Lexicon 200).

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                Dirk Matten  RED

                Ich bin für Rechtschreibung, Interpunktion und Grammatik zuständig, ebenfalls für Ausdruck, wenn’s allzu sehr schmerzt, nicht aber für Inhalte. Wenn der Autor mich bittet Inhalte zu ändern, mache ich das sehr gerne.

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            Jo Hennes

            Hallo, danke für die interessante Rezension! Da läuft einem natürlich schon das Wasser im Mund zusammen…habe aber zum Glück mit einem Roland Jupiter 4 bereits mein Traumfahrzeug gefunden. Ich bin außerdem zufriedener Besitzer eines Mopho x 4, würde ihn aber gerne für Konzerte bald nicht mehr so verwenden und spekuliere dafür auf etwas mit 1 bis 2 Oktaven mehr. Welcher der derzeitigen DSI / Sequential Synths bzw auch von evtl anderen Anbietern unter 3.000 € (alles mit mehr als 3 analogen Oszis) bietet eigentlich die beste Bespielbarkeit für schnelle Läufe bei gleichzeitig dem gewissen Vintage-Mojo? Ausstattung völlig nachrangig, ich bin bereits mit den Speicherbänken des Jupiter 4 komplett zufrieden weil ich gerne schraube ;-)

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              t-hiho  RED

              Hi, vielen Dank! Der Prophet 5 Rev4 hat schon echt ne tolle Tastatur. Also so Level 42-artiges Funkzeug gelingt darauf echt gut. Mit weiteren aktuellen DSI Synths hab ich immer nur kurz mal zu tun gehabt. Wenn man im Studio ne Fläche einspielt, achtet man nicht so sehr auf die Tastaturqualität. Aber ich denke, Du kannst einfach mal Dave Smith anschreiben, er verrät Dir sicherlich, ob die verwendete Fatar-Tastatur identisch ist mit den weiteren aktuellen DSI Geräten (P6, Rev2, OB6).

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    AMAZONA Archiv

    Ich finde es großartig, dass Dave Smith diesen „Schritt in die Vergangenheit“ wagt, den er meiner Erinnerung nach zunächst nicht machen wollte. Manche Musikinstrumente waren einfach vollendet, darum sollten sie weiterhin angeboten werden – als Original und nicht als Clone. Hoffe, Roland liest mit, auch wenn ich hier die Hoffnung aufgegeben habe. Bei Sequential ist es etwas schade, dass neben größeren Pannen immer wieder Kunden über technische Qualitätsprobleme berichten. Hier sollte Mr. Smith beim Qualitätsmanagement etwas tun. Ich hätte keine Lust, bei einem Gerät in dieser Preisklasse erst einmal selbst mit dem Lötkolben nachzubessern. Nur dieses Thema hindert mich daran, einen Prophet ins Haus zu holen. Denn die Auswahl ist inzwischen groß und für mich sind es derzeit die Polys mit dem schönsten Klang auf dem Markt.

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      t-hiho  RED

      Nach allem was ich weiß war der angesprochene Fehler wirklich nur bei den ersten paar Exemplaren. Alle jetzt neu ausgelieferten Prophets sind einwandfrei.

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        Bronco_Merkur

        Ich habe mir vor ein paar Tagen einen P10 beim Music Store ergattert. Die betroffenen Seriennummern haben es wohl nie bis Europa geschafft. Meine Seriennummer liegt Bspw. weit über 1000.

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      Findus  

      @Toni: Genau, und der Fehler wurde von Sequential auch nicht kleingeredet oder negiert, sondern es wurde in Kürzestzeit eine pragmatische Lösung angeboten.

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    syntach  

    Ein großes Instrument mit vielen Möglichkeiten, aber auch Grenzen, sehr professionell und gleichzeitig sehr persönlich uns näher gebracht. Danke!

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    qwave  

    Schöner Testbericht!

    ediglich bei den Klangbeispielen wären einige ganz ohne Edelhall aussagekräftiger gewesen Es geht ja nicht um einen schön gemachten Klang, sondern man will wissen wie der Synth denn von sich aus klingt. Mit einem Hall klingt sogar ein Casio VL-1 besser als trocken.

    Erfreue mich selber auch sehr an meinem wieder geborenem Propheten. Hat meiner Erwartungen an Klang, Spiel- und Drehgefühl voll und ganz erfüllt.

    Mein P-10 kam am 5.11. an und hatte eine Woche nach dem „Filtergate“ bereits die beiden Kondensatoren entfernt. Keine Schraube war locker. Die Verarbeitung sehr sauber. Das muss man auch mal sagen, damit man nicht immer nur die schlechten Beispiele liest.

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      t-hiho  RED

      Danke für das Feedback. Die Entscheidung für die externen Hardware-Edel-Hallen fiel mir leicht, da der originale Prophet 5 ja auch nicht dafür gemacht war, „puristisch“ gehört zu werden. Damit wollte ich auch jüngeren Lesern zeigen, dass das Gerät nicht zwangsläufig vintage-mono klingen muss. Gerade das Logdrum- und Mallet-Beispiel klingt für mich sehr „chart-tauglich“, das könnten auch Ed Sheeran & Co verwenden. Trockene Hörbeispiele finden sich in meinem eigenen Video und in vielen weiteren im Netz, z.B. hier: https://youtu.be/QKU4BiorN-A oder hier: https://youtu.be/M-OxGdgXBl0 oder hier: https://youtu.be/cZ5r_–i1wA oder auch hier: https://youtu.be/cJvF658lSOE

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    iggy_pop  AHU

    Schön, daß der neue Prophet nicht in Grund und Boden geschrieben wurde, wie es gerne und oft geschieht, wenn alter Wein in neuen Schläuchen präsentiert wird.

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    TobyB  RED

    Herzlich Willkommen in der Familie. :) Und danke für den Test! Der P5 ist wie er ist gut. Der Verzicht auf den Stereoausgang ist konsequent. Und macht gerade den Reiz aus. Und es macht einen Riesenunterschied ob ich z.B. die Sequenzen aus Escape from NY nun M oder S raushaue. Sehr gut auch das die Filter umschaltbar sind. Ich nutze das an meinen Propheten auch immer gerne.

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      t-hiho  RED

      Genau! Ich würd wahnsinnig gern mal den neuen Prophet 10 über das legendäre Sequential Circuits Pro-FX Effektrack hören! Soweit ich weiß hat Alan Holdsworth das exzessiv genutzt. Leider sind die super-rar. 2018 wurde eines via Vemia / Sphere für 1120 GBP versteigert…

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        TobyB  RED

        Dieses Gerät würde ich dann sehr pfleglich behandeln. Da sind u.a SAD1024 als BBD verbaut, die findet man auch in diversen EHX Pedalen aus Ende der 70er und 80er. Für NOS legt man da schon 90 Schweizer Franken für einen originalen Reticon auf den Tisch. Der Delay des ProFX hat zwar nur eine Bandbreite von 7khz, punktet aber mit einer DDL Zeit von 666ms bis 2s. Evil. Wo Smith mit gedacht hat, war der Tape Sync In. Das war damals mitgedacht. Ich möchte nicht wissen wieviele Praktikanten damals im Tonstudios Clicktracks auf Tape nageln mussten.

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    Henrik Fisch  AHU

    Das habe ich mal wieder gerne gelesen. Auch von mir ein Dankeschön für den Beitrag.

    Zu dem, was ich sagen möchte, schickt ich mal folgendes voraus: Ich finde es ganz große Klasse, dass Dave Smith seinen alten Synthesizer um Features erweitert wieder auflegt. Andere Hersteller scheinen es nicht zu kapieren, dass da ein echter Markt besteht und überlassen diesen fast kampflos dem großen B. Ja, selber Schuld, wenn der große B damit nun die große Kohle macht. Onkel Dave hat’s dagegen kapiert … und macht hoffentlich nun selber das große Geld. Wunderbar.

    Sehe ich mir dagegen mal die harten Fakten des Geräts an, dann zucken meine Augenbrauen gen Norden:

    — kein Stereo-Ausgang (hua!)
    — keine Effekte
    — nur ein Filter
    — … der dann auch »nur« Tiefpass
    — nur ein LFO (echt jetzt?)
    — keine Modulationsmatrix (OK, die braucht man bei den Features auch nicht)
    — beim Prophet-5 eine Stimme weniger als beim Prophet-6

    Und dann knapp 3.500 Steine abrufen … äh … mir fehlen die Worte, so dreist finde ich das. Aber ich denke, ich Erbsenzähler bin einfach nicht die Zielgruppe.

    Hier übrigens ein schönes Vergleichsvideo von loopop zusammen mit J3PO, welches die Sounds des Prophet-5 denen eines Prophet-6 gegenüber stellt. Ich höre keinen Unterschied:

    https://www.youtube.com/watch?v=E4cUF0p5M4g

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      AMAZONA Archiv

      Ist halt ein Stück Musikgeschichte und ein schönes, klassisches Musikinstrument. Ich finde als zeitgemäße „Nutzinstrumente“ Prophet 6 und Rev2 allerdings deutlich interessanter. Auch der Prophet 12 hat was. Und dass es die auch als Desktop-Versionen gibt, ist auch von Vorteil. Also es bleibt die Qual der Wahl, auch wenn der Prophet 5/10 für mich ausstattungsbedingt raus ist. Sollte ich ihn zufällig unter dem Weihnachtsbaum finden, werde ich ihn aber sicher nicht umtauschen. ;-)

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        t-hiho  RED

        Gerade die bewußten Beschränkungen des Prophet 10 Rev4 im Vergleich zu den heutigen Funktionserwartungen an einen Synthesizer der Premium-Klasse machen ihn für mich so spannend. Ist ein Minimoog heute weniger interessant, weil er keinen dedizierten LFO und keine Anschlagdynamik hat? Ich gestehe, ich finde das Gesamtkonzept des 12er und 6ers auch gut. Und wie Henrik Fisch trefflich bemerkt, klanglich sind da – wenn überhaupt – nur Nuancen dazwischen, solange man Gleiches mit Gleichem vergleicht, und alle divergierenden Features beiseite lässt.

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          justme  

          Ich besitze einen Prophet 6.
          Bei allem bisher vom Prophet 5/10 REV4 Gehörten habe ich den Eindruck, dass beide genauso ähnlich wie grundverschieden klingen können…

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      justme  

      Es steht jedem zu, einen Synth nach der Quantität seiner Facts und nicht der Güte seiner Klänge nach zu beurteilen – die Preisgestaltung deswegen als dreist zu betiteln finde ich äußerst unpassend.

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        Henrik Fisch  AHU

        Wenn der neue Prophet-5 denn so dermaßen überragend besser klingen würde, als alles andere, was so am Markt ist, inklusive der restlichen Flotte aus dem Hause Sequential, dann wäre ich der Letzte der etwas sagt. Nur … ähm … vielleicht kam es nicht richtig heraus: Aber meine Ohren hören nahezu keinen Unterschied zwischen eben jenem Prophet-5 und dem vorher erschienen Prophet-6. Beide klingen toll; gleich toll. Warum also EUR 1.000 mehr bezahlen für weniger Leistung?

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          justme  

          Ja wenn man´s so sieht… ich frage mich sowieso, wieso so eine Geige, Cello usw. sooo viel Geld kosten dürfen, wo sie doch nur einen einzigen Klang, nicht speicherbar und nicht mal Midi bieten…

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          justme  

          Spass beiseite… reine Sichtweise, das ganze. Ich finde, daß die pragmatischen Facts vollkommen überbewertet sind. Immer wurde bei P6/OB6 der nur eine LFO bemängelt. Zumeist von denen, die dann aber nicht mal ein Expressionpedal am Filtereingang haben.
          Mir wäre auch ein Minimoog sein Geld wert. Und der Prophet 5/10 ist in einigen Klangfacetten deutlich anders als der P6. Anders – nicht besser oder schlechter ! Der P6 kann auch Dinge, die der REV4 nicht beherrscht.
          Muss halt jeder für sich bewerten. Aber, sorry, dreist finde ich den REV4 mit seiner Preisgestaltung absolut nicht !

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            Eduardo

            Ändert nichts daran das der Grundsound bei allen aktuellen Dave Smith Synthesizer ziemlich ähnlich ist – sehr breit, voluminös, fast schon elegisch, andererseits kein Druck, keine raue Analogpower, alles viel zu brav und durchgestylt.

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              t-hiho  RED

              Das sehe ich schon auch. Ich hatte mal einen originalen Sequential Pro One, den ich leider verkaufen musste, um meinen T8 zu finanzieren. Der Pro One hat mit seiner einen Stimme den heutigen P10 alt aussehen lassen in puncto schierer Power. Gleiches gilt aber auch für den Minimoog vs. Moog One. Oder den ARP 2600 gegen den ARP Quadra. Nichts desto trotz: Was Tony Banks aus dem Quadra rausgeholt hat, war der Hammer. Letztlich sind es ein Stück weit Alles Werkzeuge. Der Künstler ist derjenige, der damit Kunst erschafft. Julian J3PO Pollack oder Louis Cole überraschen mich heute ständig mit ihren beeindruckend-emotionalen Werken auf diesen „aktuellen braven“ Maschinen. Wie würde wohl Louis Cole klingen, wenn man ihm alle Synths von Junkie XL schenken würde?

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                Eduardo

                Und das ist eben das was ich nicht verstehe. Seit der goldenen Ära der Analogsynthesizer sind 40 Jahre vergangen. Die Technik hat sich seitdem enorm weiterentwickelt. Heute hat jeder Taschenrechner eine Rechenpower wie die schnellsten Supercomputer von 1980. Aber wenn ich mir die heutigen analogen Synthesizer der großen Hersteller ansehe, dann höre ich keinerlei klanglichen Fortschritt. Sicherlich ist die Bedienbarkeit heute besser, man hat natürlich Anschlagdynamik, und man kann Klänge tausendfach abspeichern, alles wahr, aber was nützt das wenn der Sound hinterherhinkt. Ich hatte mir neulich einen billigen monophonen Desktop-Synth aus England gekauft, den Trax RetroWave R-1. Trotz euphorischer Testberichte habe ich mir von dem Gerät nicht allzu viel versprochen. Was soll ein in Eigenregie gebauter 400 Euro Synth schon groß bringen? Dann habe ich das Gerät angeschlossen und fing an zu spielen. Und was soll ich sagen… da war er, der superfette 100% analoge Sound von früher. Ohne jeden Abstrich. Da frage ich mich natürlich warum ein kleines Einmannunternehmen in Großbritannien bei seinen Synthesizern ein Sound liefern kann den renommierte Hersteller wie Dave Smith selbst bei ihren teuerster Geräten nicht ansatzweise zustande bringen?

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                  Toni

                  Ich habe mir die Soundfiles des von ihnen angepriesenen Trax-Synths bei Greatsynthesizers angehört. Ich gebe zu das der reine Klang tatsächlich von überragender Qualität ist und so manchen alten Monosynth im Regen stehen lässt. Aber die Nachteile sind halt ebenso eindrucksvoll. Man kann absolut nichts speichern! Will man einen Sound reproduzieren dann muss man quasi die Reglerstellung fotografieren und versuchen das später irgendwie nochmal gleichwertig hinzukriegen. Das ist natürlich echt Steinzeit der Analogtechnik. Trotz meiner Sehnsucht nach dem einzigartigen Analogsound von früher will ich dann so weit doch nicht zurückgehen. Andererseits bin ich auch Gitarrist und habe keine Probleme damit mir die Reglerstellung bei meinen Röhrenverstärkern einzuprägen. Dennoch wünschte ich das jemand einen Synth mit dem Sound von früher und den technischen Möglichkeiten von heute bauen würde. Leider scheint dies aber für Dave Smith und Co. eine unüberwindbare Hürde zu sein.

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                KrauTronicA  RED

                RE: „in puncto schierer Power“; „kein Druck“ (s. Antwort davor)

                Gemäß den genannten Beispielen (hier Analog-Synths) geht’s dabei immer um den Vergleich monophon vs polyphon.
                Was ist denn hier genau mit „power“ und „Druck“ gemeint?
                „Punch“ im Sinne sehr schneller attacks?
                Oder geht’s am Ende rein nur um Lautstärke und Pegel?
                Im letzteren Fall hat die einzelne Stimme im Mono-Synth ja den Vorteil, daß sie den verfügbaren headroom der Schaltungen komplett alleine für sich nutzen kann. Weiter auch keine Verteilung der Signalenergie auf L- und R- Kanäle (mit unterschiedlicher Phasenlage).

                Beim Poly-Synth müssen sich die Stimmen dagegen den gleichen headroom teilen; und SPL sind mit ihrer 120V-Technik meines Wissens bisher noch nicht ins Synth-Geschäft eingestiegen ;-).
                Die Situation beim Poly-Synth ist m.E. daher vergleichbar mit Kanalzügen und dem Summen-Bus in einem Mischpult. Pegelstarke Signale müssen typischerweise abgesenkt werden, um eine ungewollte Übersteuerung auf der Summe zu vermeiden (z.B. durch peaks bei entsprechenden Phasenlagen der Einzelsignale). Das kann auch mit automatischer gain-reduction realisiert werden.

                In der Regel wird das Gesamtsignal so daher immer niedrigeren Maximalpegel haben als ein Mono-Synth der den vollen headroom nutzen kann.

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                  t-hiho  RED

                  ein interessanter Punkt. Nicht zuletzt, da ich ja in meinem Artikel auch herausgefunden habe, dass die Mischerstufen von Prophet 10 Rev4 und Prophet-T8 gänzlich unterschiedlich mit Polyphonie umgehen: 1 Voice gleichlaut kalibriert bei den beiden Geräten, aber bei vierstimmigem Spiel komplett unterschiedliche Pegel. Vielleicht trägt das ja auch das dazu bei, dass manche Geräte „dicker“ klingen und mehr zum Spieler zu „sprechen“ scheinen als andere…

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                drbach  

                dass ein Monophoner mit einer Stimme den Polyphonen tendenziell wegdrückt liegt eigentlich auf der Hand. Die Ausgangsstufe kann mit der einzelnen Stimme recht heiss angefahren werden, so dass gewisse Sättigungseffekte zum tragen kommen können, welche wir dann als „Druck“ empfinden. Der Polyphone muss aber genügen Headroom für alle Stimmen haben, eine einzelne Voice kommt da zwangsweise eher harmlos daher. Das könnte das Phänomen Mono vs Poly erklären.

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              microbug  

              Eduardo: Du hast offensichtlich nie den Pro-2 und den OB-6 probiert. Die unterscheiden sich deutlich von den anderen DSIs.

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    liquid orange  AHU

    Hoppla, jetzt weiss ich echt nicht von was ich mehr begeistert bin, von den hier beschriebenen Synthesizer oder von der Faszination die Toni in sein Texten ausstrahlt. Diesen Text könnte man sogar lesen wenn man gar nichts mit Musik zu tun hat…

  11. Profilbild
    Toni

    Wenn man sich die Optik des neuen/alten Prophet 5 bzw. 10 so ansieht, dann kann man auf den ersten Blick schon ins Schwärmen kommen. Sobald man sich allerdings den Sound einmal näher zu Gemüte führt, wird man schnell gewahr das der gute Dave unter der „Motorhaube“ wohl doch nur einen seiner üblichen Synths verbaut hat. Natürlich hat Dave Smith auch den echten Prophet 5 von damals designt, aber irgendwas muss er seinerzeit doch grundlegend anders gemacht haben. Der originale Prophet klingt so dermaßen organisch das man manchmal kaum glauben kann das es sich dabei um rein elektronisch erzeugte Klänge handelt. Ich weiß nicht warum die den Sound von damals heutzutage einfach nicht mehr hinkriegen. Da kann man wirklich neidisch auf die E-Gitarren-Fraktion blicken. Was beispielsweise im heutigen Fender Custom Shop und vor allem im Masterbuilt-Sektor zusammengeschustert wird, übertrifft qualitativ alles was Leo Fender seinerzeit so fabriziert hat. Warum setzt man sich nicht auch mal im Bereich der Analogsynths daran Geräte zu konstruieren die vom Sound her noch besser klingen als die großen Synths von damals? Wollen die das nicht, oder trauen die sich nicht, oder können sie es nicht?

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      Eduardo

      Ich nehme an das es vor allem daran liegt, dass die elektronischen Komponenten von damals in dieser Form nicht mehr hergestellt werden. Heutige Bauteile werden viel exakter, normierter, mit wesentlich weniger Fertigungstoleranzen, und dazu meist in großen Stückzahlen produziert. Und genauso klingen dann auch die aktuellen Analogsynthesizer. Eben wie gleichförmige Massenware. Bei den Geräten von Dave Smith sieht man es besonders deutlich. Egal welcher Name auf dem jeweiligen Synthesizer steht, irgendwie klingen die alle ähnlich. Ich vergleiche das gerne mit der Automobilbranche. Früher konnte man auf 50m Entfernung sehen ob man einen Mercedes, einen BMW, einen Audi oder einen Ford vor sich hatte. Die jeweiligen Hersteller hatten einfach bei all ihren Modellen ein charakteristisches und unverkennbares Design. Heute kann man den Unterschied oft nur noch am Markennamen direkt am Wagen erkennen, da die Modelle der verschiedenen Automarken sich innerhalb einer Klasse alle ziemlich ähnlich sehen.

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        KrauTronicA  RED

        Hallo Eduardo, hab‘ zum Punkt „Bauteiltoleranzen“ auf den Kommentar von Toni hiho unten geantwortet; und die Betrachtung um ein paar Aspekte erweitert.

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      t-hiho  RED

      Gute und komplizierte Frage. Nachdem ich mich nun viele Jahre mit ähnlichen Fragen im Bereich Pro-Audio Studio-Equipment herumgeschlagen habe, kann ich gegenwärtig nur so viel beisteuern: Ich glaube, vieles an dieser glorifizierten Einzigartigkeit der alten Originale ist weitaus komplexer, als bloße Schaltungstechnik und Bauteiltoleranzen. Wir messen meines Erachtens diesbezüglich recht unvollständig in der Audiotechnik. Vielen Herstellern genügt es heute, auf identisch gute Messkurven zu kommen. Das geübte Ohr hört aber feinsinniger und v.a. ANDERS hin. Bestes Beispiel: Der Irrglaube, ein Frequenzgang bis 20k reicht vollends aus, da die allermeisten Menschen das eh nicht mehr hören. Hat schon mal jemand drüber nachgedacht, dass das ausschließlich für periodische Signale gilt? Unsere Wahrnehmung reicht hinsichtlich Dreidimensionalität bei Impulsen viel weiter – wir können viel feiner differenzieren als 1/20.000 Sekunde! Darüber sollten mal einige Hersteller nachdenken. Einige alte Neve Konsolen gingen linear bis 100kHz! Da gäbe es noch viel zu forschen, meines Erachtens.
      Dazu kommt noch Punkt 2 – viele alte Dinge klingen so toll, WEIL sie inzwischen ihre ursprünglichen Spezifikationen verlassen haben. Alterserscheinungen. Wie guter Wein.

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        KrauTronicA  RED

        Hallo Toni, sehe das ähnlich.
        Bauteiletoleranzen erklären m.E. vor allem die „Lebendigkeit“ (teils „Eigenwilligkeit“) der analogen Signalerzeugung (Audio & CV) der alten Schätze; speziell auch über Temperatur (plus Alterung bei jahrelangem Betrieb). S.a. mein Kommentar zu „Die Wiedergeburt ³ …“ (https://www.amazona.de/sequential-prophet-5-prophet-10-reissue-2020/ ).
        Deine Punkte „…identisch gute Messkurven…“ und „Das geübte Ohr hört aber feinsinniger und v.a. ANDERS hin“ treffen aber ebenso und vor allem musikalisch wichtige Aspekte. Ein Synthesizer ist eben kein (Meß-)Instrument, dessen Eigenschaften ausschließlich und präzise mit technischen Parametern beschrieben sowie mit Meßgeräten überprüft werden können. PSV-DDV hat es in einem Kommentar sinngemäß so formuliert: „Wir können die Hörpsychologie heute noch nicht zu 100% in technische Parameter umsetzen“. Berichten zufolge kommt der Erfolg eines Mini-Moog auch daher, daß Bob Moog gerade beim Filter auf das feedback von Musikern geachtet hat – keine bloße Schaltungssimulation.
        Psychologie (vielleicht auch Biochemie) ist ein weiteres Stichwort. Wieviel davon spielt in die subjektive Klangbeurteilung und Erinnerung mit rein? Als Jugendlicher [und dem entsprechenden Hormon-Cocktail ;-)] in den 70/80ern waren Synth’s neu & der Ausbruch aus damals konventionellen Genres.

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          Chris  

          Ich bin mit der Aussage vertraut, dass Toleranzen in den Bauteilen den lebendigen Klangcharakter von Vintage-Instrumenten ausmachen, weiß allerdings nie genau, wie das gemeint ist.

          Wenn man Bauteiletoleranzen als Grund für „lebendigen“ Sound anführt, dann wäre diese „Lebendigkeit“ etwas, das sich zwischen verschiedenen Exemplaren eines Instruments zeigt und nichts, dass sich im Klang eines einzelnen Instruments zeigt. Klar: Einzelne Instrumente einer Baureihe klingen dadurch unterschiedlich. Aber ich wüsste nicht, warum sie deswegen „lebendiger“ oder besser klingen sollten.

          Die einzige Begründung, die mir so eine Aussage plausibel erscheinen lässt ist psychologischer Natur: Dadurch, dass alle Instrumente ein bisschen anders klingen, wirkt der Klang eines Instruments – z.B. eines originalen Prophet 5 – nicht so schnell vertraut oder verbraucht.

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            KrauTronicA  RED

            Hi Chris, beim polyphonen Synthesizer wirken die Toleranzen ja bereits zwischen den einzelnen Stimmen. Hörbar ist vor allem wenn sich VCOs mit der Zeit (z.B. steigender Temperatur während des Betriebs) selbstständig verstimmen. „Lebendig“ also in dem Sinn daß es Änderungen ohne menschlichen Eingriff gibt [was ein Techniker bei einer Maschine (!) gerade vermeiden will/muß].

            Deutlich subtiler – aber dennoch wahrnehmbar – dürften dagegen die Variationen bei Filter, VCA, LFOs und Hüllkurven sein. Deren Eigenschaften sind ebenfalls nicht 100%ig identisch. Daher kann jede gespielte Note etwas anders klingen.

            Das versuchen Hersteller heute mit den „Vintage“ Einstellungen nachzubilden. Gelingt aber nur in dem Maße, wie auch entsprechend viele Bauteilparameter berücksichtigt werden.

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            Bernd Kistenmacher  RED

            Hallo Chris, also ganz stimmt das so nicht. Ich habe bestimmt schon 6 Minimoogs besessen und jeder klang von denen anders. Manche waren so lahm, dass sie gleich wieder weggegangen sind. Andere waren einfach göttlich. Das hat schon etwas mit den verwendeten Bauteilen zu tun…

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              c.hatvani  AHU

              Bernd, wo würdest Du den Minimoog Reissue einordnen, den du ja hattest (bzw. noch hast)? Ich meine, er wird eh nicht mehr produziert, kannst also ehrlich sein ;-) ?

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        TobyB  RED

        Ich glaube nicht per se, das alte Synthies aus sich heraus, lebendiger, satter oder „organisch“ klingen. Was Eduardo unterschlägt und in diesen immer mal wieder „früher war alles“ besser Diskussionen unterschlagen wird. Der Verarbeitungsprozess und der Aufnahmeprozess des Audiosignals. Und der war bei weitem nicht so linear von der Übertragungsfunktion, wie man das heute gerne meint. Falsch. Es musste schon richtig gehend das Signal verbogen werden. Damit das hinten raus knallt. Ob das nun eine Neve Konsole, eine SSL oder was auch immer war. Hinzukommt, die Psychologie. Die uns dann auch noch mal Streiche spielt. Wenn ich möchte das einer meiner Propheten flach im Mix klingen muss, wird der mit einem 69€ Lindy AD Wandler abgenommen. Will ich hingegen ein richtig schönen analogen satten Filterzapp, nehme ich das System 8 analog ab und jage das durch die Instant Vintageabteilung. Frohe Weihnachten :)

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          iggy_pop  AHU

          Doch, das tun sie, und das ist keine romantische Verklärung, sondern einfach der Tatsache geschuldet, daß a) die Bauteile vor 40 Jahren wesentlich instabiler und unperfekter waren als heute (was sicherlich für eine gewisse klangliche Unschärfe in vielen Bereichen verantwortlich ist) und b) diese unperfekten, 40 Jahre alten Bauteile heute durch die Alterungsprozesse nochmals weitere Instabilität und Ungenauigkeit zugelegt haben.

          Das kann man mögen, oder man kann es als potentielle Bedrohung ansehen, weil diese Unzulänglichkeiten ein Instrument über kurz oder lang unspielbar machen können.

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          lightman  AHU

          Da ist halt auch Verklärung mit dabei. Man hat die Synths seiner Helden in idealisierter Form im Ohr, da gabs vielleicht noch eine bestimmte legendäre Konzert- oder Clubsituation, die man sein Lebtag nicht mehr vergißt, und schon klingt alles, was damals eingesetzt wurde, unendlich viel besser als heutige Instrumente.

          Dazu kommt, daß die meisten Leute die alten Synths nur aus fertigen Produktionen oder einem Livemix kennen und daher im Grunde gar nicht wissen, wie so ein Teil ganz nackt klingt.

          Dann gibts da noch die Alterung. Selbst mein digitaler FB-01 klingt heute anders als im Kaufjahr 1988, was vielfältige Ursachen hat, u. a. ob die Kiste nur im Studio stand oder wie bei mir auch live in verschiedenen Situationen zum Einsatz kam, wie man damit umgeht, usw., von den Analogen wie der 202 gar nicht zu reden.

          Es gibt zwar durchaus den alten Klang mit einer gewissen Lebendigkeit oder auch Fragilität im Hintergrund, den man mit modernen Mitteln allenfalls nahekommen kann, weil sich die darunterliegende Technik zu stark verändert hat, aber wie ich finde auch viele aktuelle Synths, deren klangliche Agilität den Klassikern in nichts nachstehen. Der Klang eines Synths ist zudem ja auch Moden unterworfen, nicht jeder will heute noch „wie früher“ klingen.

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          t-hiho  RED

          guter Punkt. Ich hab im Rahmen meines Tests den Prophet 10 Rev4 auch mal über nen vintage Neve 1075 laufen lassen. In erster Linie um zu sehen, ob ich damit die meinem Geschmack nach etwas zu mild dargestellten Zischel-Höhen kompensieren kann. Das klang schon gut. Und der Unterschied zwischen meinem Quantec-QRS Hall vs. AMS RMX16 war beim Prophet 10 Rev4 auch spannend. Will sagen, viele tonstudiotechnische Detailentscheidungen der Behandlung eines Sounds sind u.U. am Ende wirklich MÄCHTIGER als der eigentliche Klangunterschied bei den rohen Wellenformen… Wir kennen den Prophet nunmal nicht „roh“ von den Aufnahmen unserer Heroen of yesteryear, und in den 80ern gabs noch kein UAD Apollo, sondern echte SSL4000, Neve Series 80, Trident 80B und MCI-500.

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      drbach  

      der P5/10 ist schaltungstechnisch wohl recht anders gestrickt als der P6 und der P8.
      Als Filter dürften hier CEM3320 und SSI2240 (entspricht SSM 2040) zum Einsatz kommen. Beide Chips wurden erst gerade kürzlich vorgestellt bzw. neu aufgelegt. Zusammen mit den schon seit einiger Zeit erhältlichen CEM3340 VCO ist somit eine Prophet 5-Neuauflage tatsächlich mit den ursprünglichen Chips möglich.
      Der P6 soll gemäss Dave Smith ein neu konstruiertes Filter haben, ich vermute OTA-basiert. Der P8 wiederum basiert (irrtum vorbehalten) auf dem Curtis PA397, der Baugleich mit Marion MS1215 und CEM3397 ist, dieser stellt eine Weiterentwicklung des CEM3396 (Voice on a chip) dar, welcher das Herzstück des Matrix 6/1000 ist.
      Dass nun alle diese unterschiedlichen Schaltungen recht ähnlich klingen, schreibe ich der firmeneigenen Klangphilosophie zu, jede Firma hat m.E. eine Klangvorstellung, die angestebt wird. Das wird deutlich, wenn man zB P5 mit einem OB-Xa vergleicht. Der P5 ist ein prophet der OB ein OB, obwohl VCO und VCF aus den gleichen Chips bestehen.
      Mir gefällt der neue P5 (P10) extrem gut und er kommt definitiv auf HabenWollen-Liste. Ich finde es richtig, aber auch mutig so konsequent eine Neuauflage zu wagen, aber beim Minimoog Model D hats ja auch funktioniert.

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        t-hiho  RED

        …und das obwohl der Noisefloor der Reissue des Minimoog D grausam war und bei weitem nicht an die Audio-Qualität den alten rankam. Der neue Prophet 10 Rev4 rauscht auf jeden Fall weniger als der aktuelle Moog One – eine gute Voraussetzung um seine Sounds auch mal heftig durch nen Kompressor zu jagen. Ich erinnere mich noch gut an die frühen 90er, wo mir Tobi Neumann in den Apollo Studios München zum ersten mal gezeigt hat, wie beeindruckend punchy der Jupiter 8 erst über einen Urei 1178 klingen kann. Und mein Minimoog liebt halt auch den Tube Tech CL1B.

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          TobyB  RED

          Das ist dann aber schon tricky. Der Kompressor ist nun ein Übertrager mit einer teilweise nichtlinearen Übertragungsfunktion. Das erzeugt zwangsläufig Veränderungen im Ausgangssignal. Insbesondere bei der Röhre. Auf Youtube würde dann stehen, Hersteller hassen ihn für diesen Trick. Welche Revision vom Jupiter-8 habt ihr damals durchs Urei gejagt? Wenn ein Synthie Signal nicht passt oder zu steril ist, wirds bei mir auch erstmal analog behandelt.

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            t-hiho  RED

            Welche Rev der Jupiter 8 damals war, weiß ich leider nicht. Anfang der 90er haben wir dort Rave produziert, da waren derartige Fragen eher noch sekundärer Natur. ;-)

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              TobyB  RED

              Der gute alte Rave :D ich hab aus dieser Zeit meine M1, die Korg Polysix und die MC303 behalten. Musikalisch fand ich mich damals eher in England wieder. Breakbeat, UK Trance, DnB und später Sound of Frankfurt.

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    hoshigoshi

    Schöner Bericht, danke! Der T8 war auch damals schon ein anderes Instrument. Der Prophet 5 hatte einfach mehr Punch, schnellere Hüllkurven, einen etwas anderen Grundsound. Von daher kann man durchaus beide haben. Ich mochte den T8 damals auch sehr. Alleine die Qualität des Keyboards ist auch aus heutiger Sicht noch gut.

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    Eduardo

    Ich hatte anfangs eigentlich vor mir den neuen Prophet 10 zu kaufen. Nachdem ich das Gerät im örtlichen Musikgeschäft für einige Stunden probegespielt habe war ich allerdings ziemlich enttäuscht. Der Klang ist nur unwesentlich anders als der der anderen analogen Dave Smith Synthesizer, und vor allem weit entfernt vom Sound des genialen Originals. Im Gegensatz zu den Meisten hier hat mir auch der Artikel von Toni Hinterholzinger nicht sonderlich zugesagt. Für mich klingt das eher wie die Hosianna-Predigt eines von seiner Mission beseelten Pfaffen, denn eine nüchterne und realistische Rezension eines Musikinstruments.

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      t-hiho  RED

      Danke Eduardo für Deinen Kommentar. Ich denke, ich verstehe Deine Kritik ein wenig. Vielleicht ist das Prinzip „Test“ ein wenig missverständlich, sobald man etwas „auf dem Labortisch“ hat, das einen persönlich emotional anspricht. Ich kann und will das freilich nicht ausblenden, und habe das im Text ja auch klar erkennbar werden lassen. Meine Ansicht ist es, dass es eines weiteren „bemühten“ Neutral-Tests des Gerätes weniger bedurfte, als eines echten ersten Anwenderberichts aus der Studiopraxis (angereichert durch Anekdoten und historischer Hintergründe). Im Tonstudio war ich grade mitten in einer Produktion, als die Lieferung mit meinem Prophet 10 Rev4 ankam. Ich hab ihn kurzerhand parallel zu meinem T8 eingesetzt und direkt mit Aufnahmen losgelegt. Und ja, ich hatte Spaß daran. Wäre ich ein „Pfaff“, hätte die Headline wohl eher „Die Rückkehr des Propheten“ gehießen. Von ernüchterndem Realismus halte ich nicht allzuviel, das überlasse ich gerne Zahlenschubsern und Erbsenzählern. Ich bin eher ein Verfechter der Phantasie und Kreativität. No hard feelings, das kann gern jeder behandeln, wie ihm beliebt. Viele Wege führen nach Rom.

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        Eduardo

        Ich habe ja auch nichts dagegen wenn jemand von einer Sache begeistert bzw. emotional angesprochen ist. Trotz allem muss das dann irgendwie auf Realismus basieren, ansonsten driftet man schnell ins Fabulieren ab. Ich habe vor langer Zeit im EMI-Tonstudio in Köln und später mit der Nena-Band im Spliff-Studio Berlin gearbeitet. Bis dahin hatte ich hauptsächlich mit Gitarrenbands zu tun, weshalb mich das was der damalige Keyboarder Uwe aus den Synthesizern rausgeholt hat total umgehauen hat. Während der Aufnahmen zum ersten Album waren soweit ich mich erinnere der OB-X oder OB-Xa, der Prophet 5 und der Minimoog im Studio, welche Revision weiß ich leider nicht mehr. Nie vergessen werde ich aber die unvergleichliche Schönheit der analogen Klänge. Von träumerisch bis Dampfwalze war alles drin. Und wenn ich das dann dem gegenüberstelle was ich gehört habe als ich neulich die Rev4 angespielt habe, dann kann ich nur sagen: Kein Vergleich zum Original…

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          justme  

          Ein Klangvergleich von trockenem Anspielen mit begeisterten Erinnerungen an Klänge eines Keyboarders, der in seiner Art vor Jahrzehnten in einem Studio mit dessen Bedingungen und Recordinghardware/Monitoring performt hat… Respekt !
          Äh…welcher Synth sollte da jetzt bitte mithalten ?

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            AMAZONA Archiv

            War da ein Hauch Ironie drin? :) Egal was wir heute produzieren, selten wird es so wie 1978 klingen und vor allem nicht mehr über 40 Jahre halten. Im Prinzip ist heute alles Wegwerfware auf unterschiedlichem Niveau. Dave Smith sollte mal einen universelles Controller-Keyboard für Prophet 5 Plugins/Software designen. Das hält bestimmt länger als miniaturisierte Analogtechnik die beim 1000sten Einschalten das zeitliche segnet. Aber wer hegt und pflegt denn noch so lange seine Schätze wenn täglich die neue Synthesesau durchs Dorf rennt und mich das GAS packt. Pervers…….

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            Eduardo

            Es ist ja so das ich bei der Aufnahme die Instrumente seinerzeit auch trocken gehört habe. Die Effekte wurden erst beim finalen Mix hinzugefügt. Ansonsten bekam man bei den analogen Bandmaschinen schnell Probleme mit der Überlagerung von Effekten. Außerdem wurde natürlich Spur für Spur aufgenommen, so dass man den Sound der einzelnen Instrumente genau abhören konnte. Wenn ich also heute im Laden die Rev4 anteste, dann höre ich im Prinzip genau das gleiche wie damals im Studio. Ich brauche für einen entsprechenden Klangvergleich auch nicht auf „begeisterte Erinnerungen“ zurückgreifen, denn ich kann mir die Sachen die früher aufgenommen wurden ja auch heute noch anhören.

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              TobyB  RED

              Grundsätzlich haben hier einen Prozess, in dem die 4 M das Ergebnis bestimmen. Also Mensch, Maschine, Material und Methode. Alle diese Faktoren wirken auf das klangliche Ergebnis. Ich kann jetzt also nicht hergehen und mir die Aufzeichnung auf Bandmaschine rauspicken. Und dann meinen die Revision 4 klingt jetzt aber dünner und steriler Das ist methodisch, inhaltlich falsch. Durch wirst kaum, die komplette Aufnahmekette und Abhörsituation aus früheren Tagen mitführen.

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                Eduardo

                Was für eine Abhörsituation? Der Aufnahmeraum ist bei einem Synthesizer egal, die Studiomonitore klanglich neutral, und bei der Abnahme stehen alle klangverändernden Parameter in Mittelstellung, da man ja noch nicht weiß welches Frequenzspektrum die nachfolgenden Instrumente bzw. weitere Spuren mit dem gleichen Instrument einnehmen werden und wo man sie schlussendlich im Stereopanorama platzieren wird. Eine lange Aufnahmekette gibt es auch nicht. Einfach raus aus dem Synthesizer, rein ins Mischpult, und dann zu den Monitoren oder zum Kopfhörer.

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                  TobyB  RED

                  Damals Anfang der Neunziger, bevor ich mich mit Tonmeistern und Toningenieuren rumärgern musste, am schlimmsten waren die von den Privaten, hab ich bei Siemens in Berlin meine Ausbildung beendet. Ich hab u.a. die letzten Braun Atelier und Siemens HiFi Anlagen endgeprüft. Kamen vom selben Band, haben die gleichen Komponenten. Trotzdem gibts Leute die meinen die Braun Atelier klingt besser. Wenn ich mir selber einen Streich spielen will, leg ich mir eine Vinyl aus den Achtzigern auf und meine auch das klingt besser als CD. Ist nur leider nicht ganz so einfach. Siehe oben, 4M.

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    Ghostwalker  

    Die Klangbeispiele gefallen mir richtig gut und zeigen sehr deutlich auf wo die Stärken diese Instrumentes liegen. Nach meiner Einschätzung reichen plug-ins emulierter Schaltungen nicht wirklich an dieses Klang- Level ran und mit menschlicher Technik lässt sich nur ein Bruchteil messen bzw. aufzeigen, von dem was wirklich existiert und wie es miteinander kommuniziert. Das dieses Gerät als Monosignal konzipiert wurde trägt vermutlich zu dem authentisch Klang des Instruments mit bei, ähnlich wie beim E-Bass oder E-Gitarre

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        toneup  RED

        Danke für den Link, eine prinzipielle
        Design Entscheidung von Smth, ok. Ich hatte von den Vintage Smiths nur einen Prophet 600 im Studio, und bei diesem fand ich den Mono Ausgang einschränkend. Für Bässe, Leads, Sequenzen OK, aber für Flächen? Warum gab es denn Mods mit Einzelausgängen für den 600er um die Stimmen im Panorama aufzufächern?

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          falconi  RED

          Die Antwort gibt er ja: Das ist ein Prophet 5! Der verkauft sich auch so, jede Aufweichung und Erweiterung des Konzepts kostet auch Geld, und sie wird von einem Großteil der Kunden gar nicht honoriert, denn die wollen genau so ein Teil haben.

          Und für all jene, die es dennoch lieber stereo haben, gibt es den Prophet 6 – leider mit 4 Oktaven. Ohne den 6er im Portfolio hätten sie den 5 vermutlich stereo gemacht. Und mit Digitaleffekten.

          Gegen Anschlagssdynamik und Aftertouch an einem P5 hat dagegen wohl auch der härtestete Purist nix einzuwenden (notfalls kann er beides abschalten). Zudem gibt bei Fatar nur Synth-Tastaturen zu kaufen, welche zumindest anschlagsdynamisch sind (den AT-Strip kann man vermutlich immer weglassen, aber der dürfte nur ein paar Dollar kosten). Potentielle Kostenersparnis also gleich oder gegen Null – daher gemacht!

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      t-hiho  RED

      ja, das ist für die heutige Zeit schon eher ungewöhnlich. Andererseits scheint es mir konsequent – es gibt schließlich keine internen Stereo-Effekte. Und das T8, Jupiter 8 oder OB8 typische zufällige Aufteilen der Stimmen (nur hart-links oder hart-rechts, ohne Zwischenpositionen) erfordert einen weiteren VCA Baustein pro Voice. Bringt das wirklich so viel? Der Moog One macht m.E. exakt diesen Fehler, nämlich zu viele VCAs, nur um Funktionen bereitzustellen, die man in der Praxis eher selten brauchen wird. Am Ende zahlt man dann den Preis eines horrenden Noisefloors.

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        drbach  

        der OB8 hat keine zufällige Aufteilung der Stimmen hart links oder rechts, die Stimmen werden mit Potis (auf der rechten Seite) auf eine Position im Panorama festgelegt. Dazu braucht es genau einen Operationsverstärker mehr zur Summierung. Das hatte auch der OB-Xa, jedoch sind die Potis nicht von aussen zugänglich.
        Wie das beim T8 und beim J8 gelöst ist, weiss ich nicht.
        Beim Microwave I, Marion Prosynth, DSI P8 sind die Panorama-VCA bereits im Filter bzw. Voice-Chip integriert – daher die Fähigkeiten die Stereoposition als Klangparaneter zu kurzen

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          t-hiho  RED

          Oh stimmt, danke für die Korrektur. Manchmal tippt man schneller, als man denkt. Ich hatte nie selber einen OB8 oder OBXa besessen, nur einen monophonen OB1 – tolles Teil im Übrigen! Aber ich kannte freilich beide aus diversen Studios und von Freunden. Ich war mal vor 15 Jahren in einer Electro Band, da hatte mein Keyboarder-Kollege einen OBXa, ich war tierisch neidisch damals. Soundmäßig hat er mich mit meiner Juno 106 und MS20-Kombi fast immer platt gemacht.

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            drbach  

            das glaub ich, die Oberheimer sind soundmässig schon sehr „breitwandig“, der einzige, der den OB-Xa im 1:1 Duell bisher auf den 2. Platz verwiesen hat, ist der Rhodes Chroma

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    falconi  RED

    Man bedenke auch die Zielgruppe:
    Deartige Revivals (Mini, P5) sind für „ältere Herren mit Geld“, also Werber, Boomer-Rechtsanwälte, Zahnarzte und leitende Angestellte mit Lederjacke, die zeitlebends zu uncool waren, um Gitarre zu lernen. Daher bloß keine Änderungen am Bedienkonzept, dass sie in ihren Hey Days vor dreißig Jahren ja auch schon nicht verstanden hatten. Und bloß keine Knöpfe und Buchsen für stereo!

    Welche progressive, professionelle – rentabilitätsorientierte – „Working Producer“ stellt sich denn im Jahre 2020 einen – AUA – Prophet 5 ins Studio?
    Es wird bestimmt einige Bühnenkeyboarder geben, die unbedingt so ein Holzgehäuse schleppen und verrocken wollen, aber bei denen ist es auch wurscht, ob mono oder stereo. Ab durch die Mitte, durchsetzen, passt. Das kann der Prophet 5.

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      costello  RED

      Ganz schön böse Dein Kommentar – aber lustig und natürlich mit einem Quäntchen Wahrheit :))

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      KrauTronicA  RED

      Schmunzel – allerdings kann besagte betuchte Zielgruppe einer Firma so auch die finanziellen Mittel verschaffen, mit deren Hilfe diese dann genau die Geräte entwickeln kann, die schlecht bezahlte Musiker wiederum zu den sounds und Songs inspirieren, die ein Riesenpublikum begeistern.

      Ende eines fürchterlich langen Satzes nach einem langen Abend [ganz ohne Allohol ;-)] ;-).

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        AMAZONA Archiv

        Was für Gedankenwelten. :) Captain Kirk, Eintrag Logbuch Sternzeit 251220, jeder kann Musik machen, jedoch hortet eine elitäre romulanische Kaste geheime Instrumente aus einer alten Zeit, denen sagenumwobene Fähigkeiten zugeschrieben werden. Die Föderation hat der Enterprise den Auftrag erteilt nach Prophet 5 zu fliegen, um diese Kaste aufzuspüren und deren Absichten zu ergründen. Kirk Ende.

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          KrauTronicA  RED

          Klasse – Synth & Space :-)

          Meine Gedanken sind allerdings sehr irdisch. Für mich ist Dave Smith:
          * Techniker und Musiker
          * Zähes Stehaufmännchen
          * Sehr geschäftstüchtig

          Er hat seine Prophetserie immer wieder um features erweitert (& bewährtes behalten). Es wurde hier schon öfters zitiert, daß er eher nicht daran interessiert ist, den P-5 1:1 neu aufzulegen. Für mich nachvollziehbar, warum an den Einschränkungen festhalten? Hätte er damals schon die techn. Möglichkeiten zu erträglichen Kosten gehabt, wären viele features schon drin.

          Wir erleben die Retro-Welle von bedienbaren Synth‘s (sehr gut!) und clones. Dave ist auf den Zug der 1:1 Wiederauflagen wohl nicht sofort aufgesprungen, weil es für seine kleine Firma sicher ein finanzielles Risiko ist. Also erstmal abwarten.

          Tja, diese Welle ebbt momentan aber (noch?) nicht ab [Parallele zum aktuellen Geschehen – bei Synth’s darf sie gerne länger anhalten; die CV-Krise bitte nicht …]. Ich teile Falconi’s Einschätzung [sowohl technisch; und bzgl. der möglichen Käufer ;-)]. Der Markt für solch „teure Spielzeuge“ ist da; selbst mit nur behutsam erweiterten features.

          Dave ist heuer 70 geworden. Als Unternehmer macht man sich da Gedanken über die Nachfolge. Also Prophet Rev4 jetzt – kann eine gute Finanzspritze sein.

          Soweit meine naive Sicht ;-).

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            falconi  RED

            * Techniker und Musiker
            * Zähes Stehaufmännchen
            * Sehr geschäftstüchtig

            Genau!
            Ich genieße jedes Jahr auf’s Neue die wirklich AUF DEN PUNKT getexteten, choreographierten und vertonten Promotionvideos mit Dave – die sich auch immer dadurch auszeichnen, ganz bestimmte Sachverhalte im Ungefähren zu belassen, um das bestehenden Portfolio nicht zu beschädigen. Welches sein Unternehmen in den vergangenen Jahren auf bemerkenswerte Weise ausdifferenziert hat. (Allerdings fremdele ich mit dem Prophet X und habe Zweifel, ob damit wirklich Geld verdient wird.)
            Dave Smith betreibt m.E. das cleverste Viral Marketing und Portfoliomanagement aller weltweiten Synthesizerhersteller, ein Aspekt, den er natürlich im Namen seiner „kleinen Firma“ stets verneint. In Wahrheit ist er ein absoluter Vollprofi, in jeder Hinsicht, ganz sicher aber in geschäftlicher.

            Bei jemandem, der mit 27 Lenzen den modernen programmierbaren analogen Polysynthesizer erfunden hat und mit über 50 erneut salonfähig gemacht hat, die MIDI-Schnittstelle und einen der ersten echtzeitfähigen Softsynths kreiiert und erfolgreich bei Yamaha und KORG mitentwickelt hat und zudem mit 70 noch voll im Unternehmen steht kann das kaum anders sein.

            Den P5-Relaunch hielte ich durchaus für eine gelungene Krönung seiner grandiosen Lebensleistung für die Synthesizerindustrie. Aber wenn man dem AudioNOWcast-Clip lauscht, den ich gestern gepostet hatte, denkt er offenbar noch nicht ans Aufhören!

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            c.hatvani  AHU

            Ich denke, Dave hat schon den Uli kommen hören, da wollte er noch auf den Clone-Zug aufspringen „we are the ones who are legitimated to do this“ wie es in seinem YT Werbevideo heißt…

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      filterfunk  

      Schade, dass es auch auf Amanzon nicht ohne Klischees und herablassende Kommentare gegenüber bestimmte gesesllschaftliche Gruppen geht!!

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          TobyB  RED

          Nur weil ich jetzt plötzlich Chef bin, zieh ich weder die Doc Martens aus, noch die olle versiffte Lederjacke. Morgen weder ich aber eher die Neongelbe Thermojacke tragen, kommt besser bei minus 20 Grad. ;-)

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      maga  

      Schöner Bericht, super geschrieben!

      Als „alterer Herr“ freue ich mich wie ein „kleines Kind“ auf die Prophet 5 Lieferung nächste Woche!

      Und die Lederjacke „von damals“ hängt auch noch irgendwo im Schrank!!!

      Nur ein Prophet 5 ist ein Prophet 5 !

      Die hippen Youngster dürfen natürlich gerne an ihren VSTs rumschrauben und tolle Musik generieren.
      Ich sitze lieber an einem richtigen Instrument….

      (Ich gebs zu, ich musste auch und trotzdem schmuzeln…)
      ;-)))

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      justme  

      Genau, echte Musiker nutzen nur Behringer-Clones oder VST´s… -Sarkasmus aus-
      Sichtweisen wie die von Falconi sind für mich letztendlich einfach nur herablassend und überheblich!

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        falconi  RED

        Alles gut. Ich will nur verhindern, dass der Golf I zum Auto des Jahres 2020 gewählt wird.

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            falconi  RED

            Selbstverständlich.
            Allerdings hat sich der Golf I hat auf dieser Plattform aber als Vehikel für Automobilvergleiche (Preise, Technologie) etabliert.;)

            Welche Ausstattungsvariante, Farbe und Motorisierung schlummert unter Deinem Carport?

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              c.hatvani  AHU

              Ich fahre tatsächlich einen Vintage-Golf… aber ich glaube das gehört nicht hierher ;-)

              Nur soviel: Basis-Ausstattung und wenig PS (ist mir nicht wichtig) – dafür original.

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      t-hiho  RED

      eindrucksvoll formuliert, chapeau, ich musste tatsächlich laut schmunzeln! ;-) Inhaltlich sehe ich es jedoch komplett anders. Die Zielgruppe sind bestimmt weniger die angesprochenen oberen 10.000, König Midas und Krösus. Es ist ein Reissue, nicht von einem klassischen Maybach, sondern von einem Arbeitstier der späten 70er / frühen 80er. Peter Gabriel hatte seinen Prophet 5 erstanden als ein Musik-Instrument, nicht als ein Statussymbol. Wer heute ein Faible für Retro-Gadgets hat, muss nicht zwangsläufig einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht angehören. Ein guter Bekannter von mir arbeitet im Vertrieb solcher Produkte. Wisst ihr, wer solche Teile am häufigsten kauft? Meist sehr junge Producer, Beatmaker, Songwriter oder Artists, die seit ein paar Jahren davon geträumt haben, sich die Kisten aber nicht leisten konnten, und durch harte Arbeit endlich an ein wenig Geld gekommen sind, um sich diesen Traum zu erfüllen und sich selbst zu belohnen. Lasst uns bitte diese Kollegen nicht beleidigen, indem wir sie auf eine Stufe stellen mit Leuten, die „augenscheinlich zu viel Geld“ haben.

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        Eduardo

        Der originale Prophet 5 war seinerzeit gemessen am durchschnittlichen Einkommen ziemlich teuer. Rechnet man die jährlichen Inflationsraten der letzten 42 Jahre ein, dann würde der Prophet 5 (wie auf der Internetseite von „Sequential.com“ nachzulesen ist) heute an die 15.000 Dollar kosten. Die Rev4 wird dagegen derzeit für 3.500 Dollar angeboten und ist damit sicherlich auch für weniger wohlhabende Käuferschichten bezahlbar.

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          AMAZONA Archiv

          Der Preis ist vollkommen ok aber wie ich finde schlecht vergleichbar mit damals. Heutige Einkommen sind brutto oft unterhalb der 2500€ Marke und es müssen beide arbeiten gehen um den modernen Ansprüchen gerecht zu werden. Auch sind die Ausgaben pro Haushalt gestiegen oder wer mußte 1978 Internet, Mobilfunk, Ökostromumlage, Soli, HD-Plus/Netflix, private Altersvorsorge, Negativzinsen auf Guthaben und viele andere „Neuerungen“ bezahlen? Von gestiegenen Steuern ganz zu schweigen. Ich habe kein Problem damit wenn ein Prophet 5 3500€ kostet, im Gegenteil! Alles sollte teurer und wertvoller sein.

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            Eduardo

            Den Verkaufspreis des neuen Prophet 5 finde ich absolut angemessen. Ich würde auch 8000 für das Gerät bezahlen wenn es dem Original klanglich und baulich tatsächlich gleichwertig wäre. Leider ist es aber nur ein weiterer „üblicher“ Dave Smith Synthesizer im Gewand eines Prophet 5.

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      Moogfeld  

      Hey Falconi,
      ich glaube du solltest mal deinen Zahnarzt wechseln….meiner ist ja eigentlich ganz nett :-).
      Aber mal im Ernst: auch wenn ich über deine Ausführungen durchaus schmunzeln kann und ich bestimmt auch nicht der angesprochenen Zielgruppe angehöre, empfinde deine Worte schon ziemlich polarisierend! Ich dachte immer Amazona sei eigentlich eine Plattform für alle: Junge, Alte, Reiche, Arme, Weltstars wie auch Gescheiterte, Profis, Amateure, Hobbyisten, Extrem-User und auch die nicht musizierenden Vintage-Sammler und wer sich auch immer noch alles hier so tummelt. So verschieden sie alle auch sein mögen, vereint sie hier doch am Ende ihre Liebe und Leidenschaft für das Thema Synthesizer und Studio in welcher Facette und Ausprägung auch immer…..was auch sehr gut so ist, denn Vielfalt macht die Welt doch erst wirklich bunt!

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    falconi  RED

    Ich werde mich künftig bei jedem morgendlichen Aufstehen fragen, in welche Richtung mein „Vintage Knob“ heute weist.

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      AMAZONA Archiv

      Der einzige der mit zunehmenden Alter immer besser wird. ;) Ich fand deinen Beitrag herrlich. Boomer, heydays….., fantastisch! Ich glaube auch daß einige überhaupt keine heydays hatten und von Mutti früh kastriert wurden. :)

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    filterfunk  

    Vielen Dank für den leidenschaftlichen Testbericht!
    Ich muss zugeben, dass das „sklavische“ Festhalten an der klassischen Vorlage bezüglich Form und features zuerst auch mein Interesse deutlich eingeschränkt hat, zumal ich auch nicht auf das Vintage Design stehe.
    Aber den Wert eines Instruments lässt sich eben nur bedingt aus der Summe seiner features ableiten, sondern inwiefern er den Musiker inspiriert.
    Und, was soll ich sagen, der Prophet zündet diesbezüglich voll und ganz!
    Ein hochwertiges Instrument, dass geradezu nach Interaktion schreit, mit einem Sound, den ich so nur von Vintage Instrumenten kenne, insbesondere bei den Flächen.

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    justme  

    Kann man beim Prophet 10 eigentlich in den Globals einen Modus einstellen, dass er nur 5-stimmig agiert ? Oder gar pro Sound mit abspeichern ?

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    falconi  RED

    Banale Frage noch:
    Gibt’s eigentlich ein Voiceboard zu kaufen, um aus dem 5er einen 10er zu machen, vielleicht mit einem 10er Badge im Karton? Und läuft man beim Internet-Gebrauchtkauf eines 10ers Gefahr, dass er nur noch ein 5er ist?

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    DanKey73

    Ich habe den 10er seit neuestem hier – ich konnte einfach auch nicht widerstehen, als jetzt ein damals unerreichbarer Jugendtraum meines uncoolen Nachwuchskeyboarder-Daseins in den 80ern plötzlich als Neugerät „einfach so“ zu kaufen war! Und was soll ich sagen: Ich finde den einfach wunderschön, emotional ansprechend, ästhetisch, … Aber: Rational verglichen mit meinem, direkt darunter stehenden Nord Stage 2, der ja nach heutigen Nord-Maßstäben gemessen nur eine recht rudimentäre VA Synth Engine besitzt, finde ich, dass der Stage sich geradezu erschreckend gut schlägt, bei der Emulation von typisch „prophetischen“ Sounds. Manchmal ertappe ich mich schon dabei, dass ich versuche, mir am Propheten einen Sound aus dem Nord zurecht zu tweaken, weil er mir spontan besser gefällt. Eigentlich egal, ob es an der einfach überragenden Qualität der Nords liegt, oder an einer eventuellen Schwäche des neuen Prophet 5/10 Rev4 (oder auch schon der früheren Propheten?) Da komme ich bei dem Preis doch wieder ins Grübeln… 🤔

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      t-hiho  RED

      naja, man muss halt auch bedenken dass Clavia inzwischen das echt gut raus hat mit ihrer Effektsektion. Ich hab auch nen Nord Electro 6 und nen A1 zuhause, das sind klanglich schon Hammerkisten. Und an die Assoziation „Nord klingt mehr nach Prophet als nach Moog“ kann ich mich noch gut aus den Testberichten in den Tagen der Markteinführung des allerersten Nord Lead erinnern. Dennoch, die Nord VA-Engines klingen allesamt gut aber zugleich ohne Effekte etwas leblos. Einfach nur gefilterter Sägezahn in pur klingt nicht so ganz überzeugend auf meinem A1.

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        DanKey73

        Ja, es sind zwar nur Nuancen und Nord klingt verdammt nahe dran, aber diese Nuancen machen schon was aus. Er fasziniert mich auch klanglich, der Prophet 10, und zwar mehr als mich seinerzeit der Rev2 (08) fasziniert hat, als ich den kurz hatte.

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      falconi  RED

      Es ist die Qualität des Nord Stage und auch der Nord Leads. Und natürlich des Propheten:
      Das direkte, trockene, freundliche, gläserne, auf Wunsch auch fauchende. Die Spannung und Wärme (sorry), das Temperament!
      Dabei immer dem Arrangement dienlich, ohne zuviel Platz in Anspruch zu nehmen oder sich nach vorne zu drängeln, aber dennoch stets gut durchhörbar. Das Filter, welches sanft resoniert, als ob jemand durch einen hohlen Backenzahn pfeift. Die gehauchten Brasssounds!

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    drbach  

    P10 wird budgetiert für nächstes Jahr. Mir gefällt so ein Instrument einfach, ist eben ein Instrument und keine Produktionsmaschine. Über einfaches Effektgerät kann auch der mangelnde Stereoausgabg kompensiert werden.
    Evtl. erscheinen ja bald Modifikationsanleitungen für Einzelausgänge/Stereomod, sollte keine Hexerei sein.

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      t-hiho  RED

      Ich würd mir ein gebrauchtes Boss SE70 dazu holen oder einfach was 80er stiltypisches wie z.B. ein Yamaha SPX90II (ich staune immer wieder, wie häufig diese wenig attraktiven Kisten auf klassischen Produktionen zu hören waren – meist war das Lexicon 224 eben doch für die Vocals reserviert)… An modernen Teilen käme mir OTO BAM oder Eventide H9 in den Sinn. Nur um die Reissue des AMS RMX16 als 500er Modul würd ich nen Bogen machen – irgendwas lief da wohl schief, die klingt m.E. so gar nicht wie das vintage Original.

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        TobyB  RED

        Das SPX90 in Verbindung mit dem Triggereingang ist eine sehr gut Idee. Das SE70 auch. Costello würde eher mit dem SRV-2000 abrunden. ;-) Mich wundert das noch niemand EMT Spaceheizung oder Quantec in den Raum hallen liess. Mir wäre heute eher nach PCM 70.

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          t-hiho  RED

          Danke! Ich mag am QRS, dass er eben gerade NICHT moduliert. EMT 250-typisch omnipräsentes Chorus-Eiern? Fehlanzeige. Purer breiter Hall. Toll auch auf perkussiven Modular-Patches a la Buchla Bongos… Die Crux: man muss den QRS sorgsam aussteuern – EMT 252 und AMS RMX sättigen leicht bevor sie dann wirklich eklig zerren, QRS und Ursa Major gehen jedoch schnell in häßliches Gezerre über. Dem Prophet steht auch das Lexicon 200 sehr gut zu Gesicht! Meiner Meinung nach eine der schönsten und breitesten (und auch vielseitigsten) Hallen für Synths! PCM70 mochte ich immer lieber auf Snares, da fand ich das PCM60 und PCM80 Synth-freundlicher. Auch sehr unterschätzt: Klark Teknik DN-780, der RMX 16 des kleinen Mannes, mein liebster Hall auf Brass sounds.

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            TobyB  RED

            Du hast den Quantec schon gut im Griff. Die meisten übertreiben es damit. Und am Ende hast du den Quantec Sound. Das EMT 252 hätte ich vor kurzem bei einer Haushaltauflösung kaufen können, habs aber dann doch gelassen. Es wurde dann ein Sony MU R201, öffentlicher Rundfunk gepflegt. Ansonsten bin eher bei Roland und Boss zu finden. Ich glaub von der Boss Micro Rack fehlen nicht mehr viele Module, die letzten waren der Compressor RCL-10 und das Digital Panning Delay RPD-10.

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              t-hiho  RED

              Ich hab mir vor ein paar Jahren mal sehr kostengünstig den Ibanez SDR1000+ geholt, der ja ziemlich baugleich mit dem MU R201 sein soll. Kurze Zeit später bekam ich ein DRE-2000. Sagen wir so, der Unterschied zwischen dem DRE-2000 und dem SDR1000 ist ungefähr genauso groß wie zwischen nem gut erhaltenen Yamaha Rev1 und nem abgeranzten Rev500. Oder nem Lexicon 480 vs. PCM70. Also MASSIV! Roland machte echt auch tolle Effekte früher. Ich liebe das R880, besonders für Klavier und allgemein jegliche Art von abklingenden Sounds. Auch das RSS10 war eine interessante Kiste für verrücktere Synthsounds.

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                TobyB  RED

                Der SDR1000 von Ibanez verwendet kompatible aber schlechtere Komponenten. Selbst der Unterschied zum Sony MU R201 ist schon hörbar. DRE-2000 ist schon ein Gerät. Da werkelt der Schroeder Algorithmus drin. Die Mathematik dazu gruselt mich heut noch. Verschiedene Hall sind nie schlecht, je nach dem was im Gerät werkelt, kommt hintenraus immer ein anderes Ergebnis.

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        microbug  

        Statt des SE-70 lieber dessen Nachfolger VF-1 nehmen. Hat auch noch diesen Sound, ist aber das neuere Gerät, das merkt man an allen Ecken. Hat auch die Program Change Table, sodaß man sich pro Sound auch den Effekt gleich mit umschalten lassen kann.

        Alternativ auch ein Lexicon MPX-100/200/500. Gibts billig und klingen gut. Das MPX-100 hat direktzugriff auf Levels und Mix per Regler, dafür ein externes Netzteil, ab dem 200er gibts ein Eingebautes, dafür sind die Parameter Mix und In Out Level dann speicherbar, aber nimmer im Direktzugriff zu erreichen.

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    psalm69

    Hallo Zusammen,

    der neue/alte Prophet scheint ja nicht jedermanns Geschmack. Was ich bislang auf YouTube vernommen habe gefällt mir der Klang schon sehr. Auch die 5 Oktaven.
    Trotzdem wüßte ich gerne wer ihn den nun hat (P 10) Wie gefällt das Instrument denn? Wie ist das Spielgefühl wenn der Prophet aktiv gespielt und nicht nur ein paar Tasten gedrückt werden…schnelle Bassläufe etc. aber auch abgefahrene Sachen? Hat ihn Irgendjemand hier? Ich bin sehr neugierig.

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      t-hiho  RED

      Also nur für den Fall, dass das nicht ganz klar rüberkam: ja, ich habe ihn, und ich habe ihn zum vollen Preis gekauft. Ich mag ihn. Er sieht toll aus und fühlt sich wirklich „wertig“ an. Die Tastatur ist für eine moderne Synthtastatur wirklich sehr gut! Kein Vergleich zu den etwas labiler wirkenden Tastaturen a la Novation Summit, Rolands, Korgs, Yamahas, und aktuellen Moogs. Leider nicht ganz so gut wie die in meinen Augen wirklich exzellente Tastatur des Virus C KB oder die des Radical Technologies Accelerators (ich glaub das waren die gleichen). Aber nahe dran. Ich selbst habe von 1996-2001 Jazzpiano studiert und erachte mich daher als eher sehr anspruchsvoll, was die Qualität einer Tastatur anbelangt. Sprich, man kann wirklich gut schnell und abgefahren auf dem P10 Rev4 spielen, er lädt förmlich dazu ein und inspiriert zum überlegten Musizieren. Die Audioclips in meinem Test, und auch das Amazona-Video habe ich in realtime gespielt, ohne MIDI. Ich finde im Video recht interessant, wie präzise der Rev4 alle Unsauberkeiten meines Spiels darstellt. Mein T8 ist da weitaus gnädiger. Dennoch kann man die beiden Tastaturen nicht vergleichen. Der T8 hat die meiner Meinung nach ausdrucksstärkste Tastatur, die je in einem Synth verbaut wurde (soweit ich weiß die gleiche wie im NED Synclavier). Dafür ist er halt auch sau-schwer.

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    psalm69

    Hallo, t-hiho, danke für deine Antwort. Ich bin überrascht dass du Moog unter die mäßigeren Tastaturen nimmst aber ich stimme dir da zu.
    Beim Summit war ich, gemessen an der Tatsache dass der ja in China verbaut wird (??), allerdings sehr angenehm überrascht. Für den Preis gut verbaut und voller, üppiger Klang….ich hätte mir das so nicht erwartet.
    Soweit ich es den Videos entnehmen konnte klingt der P 10 auch sehr nach einem richtigen Instrument. Dass ist auch dass was ich möchte: ein inspirierendes Instrument . Würdest du sagen dass der Klang der Erwartung an den authentischen/alten Prophet 5 Sound gerecht wird? Wie empfindest du den Klang, auch im Kontext mit anderen Instrumenten?

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      t-hiho  RED

      Rev4 fühlt sich an wie ein richtiges Musikinstrument, sieht so aus und macht Spaß. Um man muss üben, damit man damit ein Meister wird. Klingt die Rev4 wirklich wie eine alte Rev2 oder Rev3? Ziemlich sicher nicht 1:1. Bei einstimmigem Spiel schon eher, bei Mehrstimmigkeit „knallen“ die alten m.E. etwas mehr. Dafür ist der neue eben tighter und präziser, wenn man das braucht. Im Kontext mit anderen Instrumenten fällt das sicher weniger auf, da man das im Mix bestimmt adressiert. 2014 habe ich 25 Aufführungen des Musicals Cats gemacht, da kommt der Prophet 5 ja prominent vor. Alle Prophet-Parts waren damals meine eigenen Samples meines Prophet-T8 auf nem Korg Kronos und nem Nord Electro. Hat super funktioniert und Spaß gemacht. Zwei Jahre später habe ich wieder 25 Aufführungen gespielt, da dann mit Laptop und U-He Repro 5. War auch super. Will sagen: Man stellt sich schnell auf das ein was man hat, sobald man sich nicht selbst im Weg steht.
      Rev4 ist ein „neues Original“. Nah dran. Hör mal die Sound in meinem Amazona-Video ab 3:14ff. Der erste klingt nicht wahnsinnig komplex, ist es aber: Die Terz entsteht durch OSC-Crossmodulation. Alle danach machen viel Gebrauch von Filter-Modulation durch den OSC. Sehr sehr nahe am T8, finde ich! Diese Sounds klappen nicht so ohne weiteres in Arturias Prophet V oder U-He Repro 5!

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        costello  RED

        Du sprichst mir aus der Seele. Viele Wege führen nach Rom, wenn man sich nicht selbst im Wege steht. Ich war viele Jahre happy mit der P5- Emulation des Creamware Pro12. Anfang des Jahres habe ich einen exzellent erhaltenen Rev3.3 gekauft. Hätte ich das nicht, würde ich jetzt sicherlich beim Rev4 zuschlagen. Er hat die fünf Oktaven, sieht phantastisch aus und der Klang ist wirklich sehr sehr gut. Dass er an die alten Originale klanglich vielleicht nicht ganz heranreicht – geschenkt. Ich will Musik machen und mich nicht einem Klangfetischismus hingeben. So werde ich wohl noch einmal tief in die Tasche greifen und meinem P5 auch eine schöne Fatar-Tastatur spendieren. Vielen Dank für den liebevoll gestalteten Test und auch Deine sachkundigen und empathischen Antworten hier in der Diskussion :)

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          SerErris

          Ehrlich gesagt finde ich den Vergleich hier unsinnig. Er reicht klanglich nicht an einen T-8 oder einen CS60 heran? Ja wie will man das auch vergleichen, das sind vollkommen andere Synthesizer. Reicht er klanglich an einen original P-5 heran? Das kann man nur in einem Doppelblind-Vergleich herausbekommen und zwar nur mit einem alten P-5, der dann auch noch gut in Schuss sein muss.

          Letztenendes ist das für mich nebensächlich. Es ist ein P-5 ohne die ganzen Problem (nach 40 Jahren) und das zu einem erschwinglichen Preis (für mich).

          Wenn ich wie Du einen P5-Rev3 hätte … dann würde ich mir das sicher überlegen. Habe ich aber nicht und bin auch nicht bereit da so viel Geld für auszugeben und dann jedes Jahr noch mal nen 1000er zu Investieren.

          Für mich klingt er wie ein P5. Ich wäre auch sehr daran interessiert mal einen direkten Vergleich zu machen mit jemanden, der einen P5-Rev1-3 hat. Aber das muss wohl bis nach Corona warten.

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            costello  RED

            Der T8 gilt wegen seiner luxuriösen Tastatur als der Rolls Royce der polyphonen Synthesizer, aber klanglich wird er nicht höher als die P5-Synthesizer gehandelt. Bei den Hüllkurven hat er sogar Schwächen, wie der Autor im Test ja auch anmerkt. Wenn also der T8 schon mehr „knallt“ , dann gilt das für den P5 sicher auch. Aber wie ich ja schrieb: Hätte ich mir nicht gerade erst einen 3.3 gekauft, hätte ich schon längst geordert – und selbst beim P10 noch ordentlich Geld gespart. Mein erster Reflex – verflixt, hättest Du mal noch gewartet – der hat sich inzwischen allerdings etwas relativiert. Ich hoffe übrigens sehr, im kommenden Jahr den Rev4 sowohl gegen einen Rev 2 als auch einen Rev 3 vergleichen zu können.

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            t-hiho  RED

            Wenn ich mich recht erinnere, vergleicht hier niemand (incl. mir) den Synthesizer P10Rev4 mit dem Synthesizer CS60, das würde freilich soviel Sinn machen, wie die Lüftung von Falconis Golf I mit einem Maybach gegenüberzustellen… ;-) Was ich in Ermangelung klarerer Formulierungen schrieb war, dass der neue Rev4 nicht ganz so intensiv lebendig „atmet“ wie mein CS60 oder T8. Das ist nicht wertend, sondern nur nüchtern betrachtet. Quasi meine Emotion während des Spiels über ein Paar exzellente Studiomonitore in einer kontrollierten Raumakustik. Mein TX816 „atmet“ eben auch nicht so toll wie mein CS60, ein GS1, ein DK Synergy oder ein JX10 auch nicht. Dennoch würd ich ihn nie hergeben. Um meinen Klangvergleich zu präzisieren: Der neue Rev4 klingt etwas berechenbarer als die großen alten Boliden vom Schlage eines (freilich feature-mäßig nicht vergleichbaren) Memorymoog, OBXa, Twovoice, Jupiter 8, EMS Synthi.

  24. Profilbild
    SerErris

    Zitat:
    In Sachen Filter fand ich noch eine weitere Auffälligkeit: Der neue Prophet-10 Rev4 löst dankenswerterweise die digitale Reglerabfrage, die ja zur Speicherung der Patches unabdingbar ist, viel feiner auf als seine Ahnen! Damit sind gerade Poly-Mod-lastige Klänge mit Audiorate-Modulationen und FM-Ähnliches viel feinfühliger dosierbar.

    Ich verstehe das Zitat nicht. Mein Prophet-10 Stept den Filter genauso wie der alte Prophet-5 in Halbtonschritten und das ist by Design (auch beim Prophet-6 so). Es kann also sein, daß die höher aufgelöst abgetastet werden könnten, allerdings hat das keinen Effekt auf die Cutoff Frequenz.

    Das kann man prima testen indem man den OSC Volume auf 0 setzt, Resonance auf 10 und dann langsam den Filter Cutoff durchfährt. Und schon siehe da, er steppt genau in Halbtonfrequenzen.

    Auch wenn man sich die Midiparameter anschaut – da ist nichts mit höherer Auflösung … maximalwert ist 127 geblieben und für den Cutoff und Resonans sind es konkret nur der Bereich von 0-120.

    Kannst Du noch mal kurz hier erläutern, wo Du die Info her hast und wie das testbar wäre?

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      t-hiho  RED

      Danke für den Einwand, ich werde das tatsächlich noch mal genauer nachprüfen, sobald ich wieder im Studio bin. Ich bezog mich auf meine eigene Erfahrung während der Erstellung der Hörbeispiele: Auf meinem T8 gelang es mir nicht, bei Polymod (und an dieser Stelle hatte ich das auch erwähnt im Text) FM auf Obertöne hinlänglich harmonisch präzise zu stimmen. Sprich einen einzelnen Oberton herauszuarbeiten, der dann beispielsweise die Terz um Grundton über einen weiteren Tastaturbereich hinweg erklingen läßt, gelang mir nur auf dem P10Rev4, der T8 war fast immer irgendwie „out of tune“. Ich spürte beim „Tunen“ des OSC-Mod-Amount Potis deutlich eine „fiesere“ Stufung beim T8, der P10Rev4 war hierbei deutlich „smoother“. Aber letztlich hast Du mein Interesse geweckt: Das könnte freilich einfach nur an einer Parameter-Glättung verbunden mit einer effizienteren (i.S.v. „in-tune“) Werte-Quantisierung liegen. Oder mein T8 gehört mal zum Doc und neu kalibriert. Ich teste das mal mit dem Cutoff-Poti im Vergleich.
      Spannendes Detail off topic: Beim Rev4 macht es bei „null“ Env Amount tatsächlich einen kleinen hörbaren Unterschied, wo das VCF-ENV Sustain grade steht. Das tut es bei T8 nicht!

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    c.hatvani  AHU

    Ich habe den Prophet-5 REV4 jetzt seit 2 Tagen da und ich muß sagen, er klingt wirklich wie ein vintage Prophet-5 REV3.3, den ich für ca. 6 Wochen da hatte. Hier ist nix mit fizzeligen DSI Soundcharakter á la Prophet-6 oder Prophet 08. Ich kann es kaum glauben, und hätte dies dem Dave Smith nicht mehr zugetraut. Das Instrument sieht aus, wiegt und verhält sich wie ein waschechter Prophet-5 :-) Hochwertige Potis, mit dem Gehäuse verschraubt. Wie beim originalen, muß man auch hier die ersten 30 Min. ständig den TUNE Taster betätigen, später ist er stimmstabil. Weltklasse-Sound für Kenner. Jetzt kann er im Unisono-Modus auch Chord Memory, wie der Prophet-600. Unisono Modus erlaubt das verstimmen der 5 Stimmen. Anschlagsdynamik, MIDI… Initial Amount im LFO Bereich ist beim Prophet-5 neu – ist u. a. vom Prophet-600 bekannt und sehr sinnvoll. Unglaublich, heute einen solchen Klassiker neu kaufen zu dürfen – da kann ich nur danke sagen :-)

    Mein Fazit: Es ist kein Gerät für featureverwöhnten Kiddies und Anfänger – sondern für Profis, die den hochwertigen Klang und das professionell einfache Handling des Prophet-5 schätzen – und auch bereit sind, dafür Geld auszugeben. Apropos Geld: im Vergleich zu Gebrauchtpreisen ist der Preis geradezu billig. Hinzu kommen die neuen Funktionen und Vorteile eines Neukaufs samt Gewährleistung.

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      olduser  

      100% Zustimmung von einem ehemaligen Prophet 5 Rev 3.2 Besitzer, der neue Prophet ist sicher so nah dran, dass es nicht wirklich lohnt dem Alten nachzutrauern, im Gegenteil keine Drahtbrüche mehr +AT und Dynamik der Rest ist das Zusammenspiel von Rev 4 und User , habe mir jedoch den 10er gegönnt und genieß das auch

  26. Profilbild
    Friend

    Ein sehr schöner Bericht über den neuen Rev.4. Umfassend reflektiert und prima verfasst. An dieser Stelle ein Bravo an den Autor. Ich konnte den Neuen kürzlich anspielen. Und, klar, der neue Prophet-5 tönt nach P-5, er ist ja auch vom Chef geklont. Doch wie erwähnt: sauberer, berechenbarer. Vintage-Knob und Rev-Switch sind ein Joke. Aber Tastatur und Anbindung tadellos, alles wertig, schaut auch gut aus. Nur, der belebte Sound eines Oldies – zum Beispiel meines Rev.3 – erreicht er aus meiner Sicht definitiv nicht. Der alte Zauber fehlt – gut hörbar, wie ich finde. Die neue Technik scheint hier im Detail doch recht Einfluss auf das Klangerzeugnis zu haben. 
    Bin froh, dass ich das Vintage Original habe.

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