Blue Box: Elka Synthex, Analogsynthesizer

19. April 2015

THE TRUTH about Synthex!

Der Elka Synthex darf jederzeit in einem Atemzug mit Klassikern wie dem Roland Jupiter-8 oder dem Oberheim OB-X genannt werden. Lange Zeit wurde ihm diese Ehre aber verwehrt. Im Zuge der Web-Revolution trat der einzigartige Sound des Synthex aber seinen Siegeszug an und fast über Nacht schossen die Gebrauchtmarktpreise von 600 Euro auf bis zu 4.500 Euro an (heutiger Stand / April 2015).

Ganz aktuell ist nun sogar ein Revival des 1981 erstmals erschienen Analog-Synthesizers geplant. Aus Original-Bauteilen sollen bis Ende dieses Jahres die ersten „neuen“ Elka-Synthex weltweit an gut betuchte Interessenten ausgeliefert werden. Dabei wird ein Verkaufspreis von deutlich über 6.000 Euro angepeilt. (Die vollständige Story mit allen Hintergründen zu diesem Revival finden Sie übrigens HIER.)

Doch stellt sich schon die Frage, ist ein Elka Synthex diesen hohen Preis wirklich wert? Sammler werden sagen „ja“, denn der Wertzuwachs eines gut erhaltenen Originals wird auch die nächsten Jahre stabil bleiben. Aber ist ein analoger Synthesizer mit 8 Stimmen aus dem Jahr 1981 unter rein musikalischen Gesichtspunkten diesen Preis wirklich wert?

Diese und andere Aspekte behandeln wir im folgenden Special und sind jetzt schon gespannt auf Ihre Meinung in den Kommentaren oder Erfahrungsberichten.

Das erwartet Sie:

  • Die Geschichte der Entstehung (die sich bei genauer Recherche doch etwas anders zugetragen hat als allgemein bekannt),
  • Eine detaillierte Betrachtung des Elka Synthex selbst, seinen Aufbau, seinen Klang und seine Vor- und Nachteile.
  • Ein Interview mit Alexander Guelfenburg, der heute als einer der Koryphäen gilt, die Elka Synthex Synthesizer reparieren bzw. restaurieren.
  • Eine Übersicht über mögliche Software-Alternativen.
  • Zwei kontroverse Autorenmeinungen zum Sound des Elka Synthex

Etwas Geschichte

1978 hatte Sequential mit großem Erfolg durch den Prophet-5 einen Meilenstein für polyphone Synthesizer gesetzt und den Weg bereitet für Klassiker wie den Oberheim OB-X (1979) oder den Roland Jupiter-8 (1980).

Elka hatte zu diesem Zeitpunkt keine Erfahrung mit der Planung und Konstruktion analoger – und noch dazu – polyphoner Synthesizer. Da traf es sich gut, dass der junge Entwickler MARIO MAGGI mit seinem SYNTHEX bereits von drei Firmen eine Abfuhr erhalten hatte. Die ELKA-Entscheider erkannten sofort das Potential als Mario Maggi ihnen 1979 den Prototypen präsentierte und beschlossen das Projekt in Auftrag zu geben.

Mario Maggi war nun maßgeblich für das Projekt ELKA Synthex verantwortlich. Hierzu gibt es  auf AMAZONA.de ein ausfürhliches INterview mit Mario Maggi, dass wir Ihnen als zusätzliche Lektüre unbedingt empfehlen möchten. HIER KLICKEN.

Im März 1982 erschien schließlich das Hoffnungskind aus Italien auf der Musikmesse in Frankfurt, allerdings zunächst nur als Prototyp. Was ursprünglich im Sturm die Musikerwelt begeistern sollte, wurde zum Fiasko.

Heute wird angenommen, dass viele Künstler starke Vorbehalte gegen einen Synthesizer aus Italien gehabt hatten, noch dazu von einem Hersteller, den man seit vielen Jahren höchstens durch seine Orgeln und/oder Stringmachines bzw. Multi-Keyboards kannte. Aber das halte ich für eine Legende.

Nach meiner Recherche wollte die Fachpresse dem Neuling eine reelle Chance geben, doch es dauerte knapp weitere eineinhalb Jahre, bis diese den Neuling erstmals unter die Lupe nehmen konnte. Von März 1982 bis Juni 1983 gab es für Interessenten des 7.800 Euro teuren Synthesizers nicht mehr als ein dünnes Flugblatt!

In der Zwischenzeit war das MIDI-Zeitalter über die Musikwelt hereingebrochen. Als im Juli 1983 das führende deutsche Musikermagazin FACHBLATT den Elka erstmals testete, war MIDI nicht mehr wegzudenken.

Bereits ein Jahr zuvor hatte Sequential mit dem Prophet-600 eine MIDIfizierte Low-Budget Variante seines Klassikers Prophet-5 vorgestellt. Gemeinsam mit ROLAND und deren Jupiter-6 führte man die neue Schnittstelle erstmals 1982 auf der NAMM-Show vor und begeisterte Fachwelt und Publikum.

Doch Elka verschlief es, seine eigene Verzögerung zu nutzen, um schließlich den Synthex mit diesem neuen Feature auszurüsten. Entsprechend heftig fiel dann auch die Kritik der Fachmagazine aus – wie der folgende Auszug aus dem FACHBLATT 7/83 belegt:

„Kompliment! Der Synthex klingt außerordentlich gut. Die typischen Synthesizersounds sind alle möglich. (…) Im Bass fehlt eine Spur Durchschlagskraft (…) Das Gerät ist gut durchdacht und macht einen professionellen Eindruck. Vielleicht ein Tip an ELKA: Man sollte sich auch der Midi-Bewegung anschließen, da dies eine wirklich brauchbare Einrichtung ist“

Gerald Dellmann 1983

Hier bereits die Version mit Midi-Trio

Im ersten Auslieferungsjahr gab es den Elka Synthex daher noch ohne MIDI.

Doch es war nicht nur die fehlende MIDI-Schnittstelle, die den Synthex-Verkauf massiv ausbremsten:

Anfang 1983, also noch VOR der Auslieferung der Synthex-Seriengeräte, brachte YAMAHA den DX7 heraus und verbannte die analogen Schlachtschiffe auf die hinteren Plätze potentieller Käufer. Plötzlich musste alles digital sein – und sogar Folientasten galten als „der letzte Schrei“.

Das MIDI-Problem löste Elka 1984 mit einem Nachrüstsatz, und fortan wurde der Synthex mit ansteckbarer MIDI Box (Break Out Box), später sogar mit direkt integriertem MIDI Trio ausgeliefert. Gegen den „DX7-Hype“ hatte Elka trotzalledem keine Chance.

Der italienische Hersteller hatte für die Serienreife des Synthex einfach schlichtweg zu lange gebraucht.  Sie kennen ja den Spruch „Den letzten beissen die Hunde“.

Ich vermute, hätte Elka den Synthex 1982, ein Jahr vor dem Yamaha DX7, serienreif auf den Markt gebracht, hätte der Synthex eine echte Chance gehabt. Die Geschichte der Synthesizer bewies immer wieder, dass am Ende des Tages alleine der musikalische Wert zu überzeugen wusste – und nicht eine Marke. Ein Beispiel hierfür ist z.B. der Synthesizer- und Sampler-Einstieg von CASIO in den 80ern oder ALESIS analoger Andromeda aus den 90ern – und ich glaube sogar fest daran, dass selbst eine Firma Behringer mit seinen geplanten Synthesizern in den nächsten Jahren bei Musikern eine echte Chance bekommen wird.

Viele Musiker, darunter Größen wie Keith Emerson, Neil Carter (Gary Moore Band), Stevie Wonder (Characters Album ) und nicht zuletzt Jean Michel Jarre setzten den Elka Synthex live und im Studio ein.

Vor allem Letztgenannter machte den Synthex in der Synthie-Szene quasi über Nacht 1986 mit seinem Album „Rendez-vous“ und der darauf folgenden Tournee in der „Szene“ berühmt.

Im Stück „Second Rendez-vous“ beherrscht ein syncartiger Leadsound aus dem Elka Synthex das Geschehen, der live von Jarre über eine sogenannte Lazer-Harp angetriggert wurde. Eine Art Lichtcontroller, der einen Fächer von Laserstrahler erzeugt, die bei Berührunrg oder Unterbrechung der Strahlen eine Note antriggert. (das passende Video hierzu finden Sie am Ende des Artikels). Diese Verbindung aus Sound, Komposition und Light-Show trugen letztendlich auch zur „Legenden-Bildung“ des gewaltig unterschätzten Elka Synthex bei. Selbstverständlich hätte dieser Sound aber auch von vielen anderen Synthesizern erzeugt werden können.

Pikant: Jarre nutzte für dieses Zusammenspiel aus Laser-Harp und Synthex einen Werksound.

Jean-Michel-Jarre---Rendez-Vous-Front-Cover-8636

Auf Grund dieser unverhofft gewonnenen Popularität versuchte im Frühjahr 1987 ELKA in einer unglücklich konzipierten Werbekampagne gemeinsam mit Jean-Michel-Jarre, den Geist der „guten alten Zeit“ wieder zu beleben.

Zwar sind hinter Jarre zwei Synthex angebracht, aber statt den Star eindeutig mit diesem wunderbaren Instrument abzulichten, fotografierte man ihn offensichtlich in der Elka-Rumpelkammer, um so viele Elka-Produkte wie möglich aufs Bild zu bekommen. Entsprechend erfolglos war dann auch dieses letzte Unterfangen.

1987 wirbt Elka mit Jean Michel Jarre

1987 wirbt Elka mit Jean Michel Jarre

Ende 1987 stellte man den Bau des Elka-Synthex schließlich ein. Nur ein einziges Modell wurde im Jahre 1988 als quasi Sonderanfertigung produziert – auf Wunsch von Stevie Wonder. Danach war endgültig Schluss.

Trotzdem muss man ELKA ein gewisses Durchhaltevermögen bescheinigen. 5 Jahre wurde der Synthex immerhin durchgehend produziert. Laut Mario Maggi entstanden in dieser zeit 1.850 Stück. Eine durchaus beachtliche Zahl.

Ein Großteil der Verkäufe landete in Italien, wo auch heute noch die Mehrzahl an gebrauchten Synthex auftauchen.

Der polyphone Elka Synthex

(von Theo Bloderer)

Aufbau

Jede der 8 Stimmen verfügt über 2 DCOs mit Dreieck, Sägezahn, 2x Puls sowie PWM und RING MOD. Die Anwahl der Fußlage erfolgt ganz einfach über Tipptaster, ebenso wie das Einstellen der Schwingungsformen selbst. So gesehen ist der Synthex in der Tat der übersichtlichste aller großen Klassiker. Die klare und aufgeräumte Unterteilung der einzelnen Sektionen mag etwas nüchtern erscheinen, doch letztlich ist sie an Übersichtlichkeit nicht zu überbieten.

Linkes Panel des Elka Synthex

Das Filter ist ein Multimode-Filter mit LowPass, BandPass1, BandPass2 sowie HighPass. Auch das macht den Synthex einzigartig, denn wenige Polyphone kommt über LowPass (und eventuell noch HighPass) hinaus (von Oberheim Xpander / Matrix-12 abgesehen). Gerade die BandPass-Klangteppiche zählen zu den schönsten Flächensounds des Synthex.

Mittleres Panel des Elka Synthex

Die Envelopes sind wie so oft im Doppelpack zu finden, einmal für VCF und einmal für VCA. Wiederum: Übersichtlichkeit pur. Zum angenehmen Arbeiten am Synthex spielen neben dem klaren Layout auch die großzügige Platzverteilung und die ausladende Hardware eine wichtige Rolle. Große, griffige Potis mit ausreichend Platz rechts/links, das ist keine Selbstverständlichkeit. Hier erinnert der Synthex am ehesten noch an den Oberheim OB-X/Xa/8, und nicht ganz zufällig wurde der Italiener in seinen Anfängen auch öfters mit den Oberheims verglichen (allerdings meist nicht zum Vorteil des Synthex).

Rechtes Panel des Elka Synthex

LFOs gibt es zwei, wie z.B. auch beim Jupiter-8. Der Haupt-LFO beansprucht die gesamte Ecke des Panels links oben. Er bietet Dreieck, aufsteigenden Sägezahn, abfallenden Sägezahn und Puls. Moduliert werden kann die Tonhöhe von OSC1 und OSC2, PW1 und PW2, Filter Frequency und Amplifier.

Sehr umfassend ist die Glide/Portamento-Abteilung, welche separates Aktivieren beider Oszillatoren (oder nur eines Oszillators) erlaubt. Schließlich hat auch Noise eine eigene, kleine Abteilung, wählbar zwischen White und Pink Noise mit eigenem Volume-Poti.

Legendär ist der Chorus, welcher sich in den Stufen von 0 bis 3 einstellen lässt. Hier setzte schon sehr früh die Kritik an, denn böse Zungen behaupteten, dass der Synthex keinem Oberheim gerecht würde, wenn man den Chorus erst mal wegschaltet. Vielleicht mag dies auch ein wenig stimmen, denn VCOs und DCOs bieten naturgemäß unterschiedliche Stabilität im Klang. Hier vermitteln die DCOs des Synthex wirklich mehr “Kühle” bzw. Klarheit, die nicht unbedingt jedermanns Sache sein muss. Doch genau dies kann auch die große Stärke des Synthex sein: klarer Klang, “very straight”, dennoch viel Tiefe und eine Mischung aus analoger Wärme (80%) und digitaler Geradlinigkeit (20%).

Performance

Der Joystick ist sehr flexibel und bietet die Performance-Möglichkeiten eines Pitchbenders und eines Mod-Wheels. In dieser Sektion kommt auch der zweite LFO zum Einsatz, der lediglich über eine Schwingungsform (für Vibrato etc.) verfügt. Im Dual-/Split-Modus kann der Joystick auf Wunsch nur einen der beiden Sounds bedienen, was z.B. De-Tuning LIVE erlaubt, also das direkte Gegeneinanderstimmen zweier Sounds durch Joystick-Bewegung, etwa für dicke Streicherklänge oder driftende Chorus-Sounds.

Schöne Controller-Sektion: Joystick und LFO2…

Die Tastatur des Synthex ist wirklich hervorragend. Besser als die Keys eines Jupiter-8 bzw. eines Oberheim OB-8 (was – zugegeben – nicht schwierig ist). Leider gibt es – wie auch bei den Konkurrenzmodellen – weder Velocity noch Aftertouch. In jenen Tagen musste man sich schon nach einem Prophet T-8 oder Rhodes Chroma umsehen, wenn man einen echten Pro-Synth mit wirklich leistungsfähigem Keyboard spielen wollte.

Der Stereo-Modus ist jedoch wie wahre Goldgrube des Instruments. Im Dual-Modus verstimmen sich beide Voices automatisch gegeneinander, was zu einem wunderbar breiten Stereo-Klangbild führt. Hier ist der Synthex absolut ungeschlagen, diese Breite und “Klangtiefe” hat so gut wie kein anderer Synthesizer zu bieten.

Sequencer

Vier Spuren, das klingt nicht viel! Dennoch: Der Synthex Sequencer ist einer der besten (weil effektivsten) Digitalsequencer, die es gibt. Auch wenn viele Musiker der vorhandenen MIDI-Schnittstelle wegen den Sequencer gar nicht erst anrühren – ich kann nur dringend zur Verwendung des kleinen Recorders raten!

Der Sequencer des Elka Synthex

Das schnelle Eingeben unterschiedlicher Patterns erlaubt die direkteste Umsetzung musikalischer Ideen und hat ein nicht zu unterschätzendes kreatives (experimentelles) Potenzial inne. So ist es z.B. innerhalb weniger Sekunden möglich, Sequenzen unterschiedlicher Länge (z.B. 16 Steps, 15 Steps, 8 Steps und 11 Steps) aufzunehmen und gleichzeitig abzuspielen. Im Loop Modus entstehen hierbei wunderbare  Rhythmusverschiebungen, deren Umsetzung über MIDI bzw. Software-Sequencer sicherlich mit deutlich mehr Vorbereitungs- und Arbeitszeit verbunden wäre.

Alles Gold?

Nicht ganz. Auch der Synthex hat seine Einschränkungen

  • Die Hüllkurven des Synthex sind zwar „ok”, aber nicht mit denen eines Roland Jupiter-8 zu vergleichen, eben ein wenig träge.
  • Die DCOs können ihre stimmstabile Wirkungsweise nicht leugnen, was zu einem (mitunter) sterileren Klangbild führt. Hier hat der Jupiter-8 ebenso die Nase vorne, sein Grundklang ist deutlicher “analog” und farbenreicher.
  • So schön und großzügig das Platzangebot bzw. die Hardware des Synthex ist, so unterschiedlich fühlen sich die luxuriösen Potis im Laufe der Jahre leider an. Manche bieten angenehmen Widerstand, während andere völlig leichtgängig, beinahe lose, zu bewegen sind. Das ist ein wenig schade, denn gleichmäßiges Potidrehen, wie etwa bei den Oberheim OB-Synths, ist schon eine gewisse Voraussetzung für den professionellen Musiker.

  • Auch das Innenleben des Synthex ist kritisch zu betrachten. Es beinhaltet mehr als 1000 ICs. Keine Seltenheit also, dass sich das eine oder andere Bauteil „verabschiedet“. Techniker klagen punkto Synthex öfters ihr Leid, denn die Fehler in diesem Instrument sind meist schwierig zu lokalisieren, was viel Arbeitsaufwand und natürlich höhere Reparaturkosten mit sich bringt.
  • Der eingebaute Lüfter sorgt zwar für ein temperaturstabiles Instrument, doch ist er auch entsprechend laut! Im Studio bedeutet das eine weitere Quelle für unerwünschte Hintergrundgeräusche.
  • Letztlich noch ein Wort zur Bedienungsanleitung. Sie ist zwar verständlich und systematisch aufbauend geschrieben, doch bleiben wichtige Feinheiten des Instruments dem Leser verborgen. Die unzähligen „Besonderheiten“ des Sequencers beispielsweise erforscht man eher per Zufall im Laufe der Jahre, die Anleitung schweigt sich hier bzgl. versteckter Funktionen aus. Auch Angaben zu den (bescheiden vorhandenen) MIDI-Möglichkeiten und -Einstellungen findet man allenfalls als Randnotiz, die ein beherzter Synthex-User oder -Verkäufer im Laufe der Zeit irgendwo handschriftlich einfügt hat, wenn überhaupt…
Elka Synthex mit der Original Midi-Break-Out Box

Elka Synthex mit der Original MIDI-Break-Out Box

MIDI und Elka Synthex

Die MIDI-Möglichkeiten des Synthex sind zwar sehr limitiert (Note On/Off sowie MIDI-Kanal Wahl), doch immerhin GIBT es MIDI! Interessanterweise hat kein Drittanbieter jemals ein Update des Synthex MIDI Kits in Serie entwickelt. Weder Kenton, noch Groove, noch Encore oder EES – zum Synthex gab es (und gibt es) grundlegend immer nur dieses eine, originale MIDI Kit mit einfachsten Funktionen.

Zwei Meinungen zum Sound

Theo Bloderer:

Dem Elka Synthex gebührt ein sehr besonderer Platz in der Liste der großen Analog-Klassiker. Seine Wärme, Klangtiefe und vor allem Klangbreite sind musikalischer Genuss in reinster Form. In puncto Flächenklänge kann dem Elka Synthex gibt kaum einen anderen (analogen) Synthesizer, der dieses unglaublich breite Stereo-Bild und diese hervorragenden Klangteppiche in besagter Qualität zu erzeugen vermag. Auch perkussive Sounds sind (im Dual-Modus) sehr überzeugend, überraschend weich, cremig, zugleich aber kraftvoll (mit „klanglichem Bauch von unten“) und – wie immer – breit! Zur Legende wurde Jean-Michel Jarres Laserharp-Sound, der nichts anderes als ein im Dual Modus gespieltes Preset des Synthex ist. (siehe YT-Video)

Doch das Instrument kann wesentlich mehr als bloße String- und Sync-Sounds. Das geniale Multimode-Filter bietet Raum für seidige bis aggressive Klänge aller Art. Die Resonanz des Filters ist sehr überzeugend, und mit eingebautem (digitalen) Ringmodulator sowie dem bombastischen Chorus erschließen sich weitere klangliche Bereiche. Hervorzuheben wären noch die umfangreichen Glide/Portamento Funktionen sowie der autarke 4-Spur Sequencer. Der Elka Synthex hat – trotz kleinerer konzeptioneller Schwächen – seinen Status als Kultinstrument verdient.

Peter Grandl:

Der Elka Synthex ist ein wunderbarer Analogsynthesizer. Für meinen Geschmack klingt er aber deutlich steriler  als so mancher seiner Wettbewerber. Da muss nicht unbedingt der Vergleich zum OB-X oder Jupiter-8 aus der selben Ära herangezogen werden, denn für mich ist selbst ein Jupiter-6 dem Elka Synthex mindestens ebenbürtig, aber doch um einiges am Gebrauchtmarkt günstiger. Hätte ich heute die Wahl der Qual und das entsprechende Budget für einen Elka Synthex,  würde ich mich z.B. eher für einen Alesis Andromeda entscheiden, der meiner Meinung nach deutlich wärmer klingt und ebenso schöne Stereo-Pads erzeugen kann. Dazu kommen Sequencer, Arpeggiator und eine hervorragende MIDI-Ausstattung. Klar ist die Bedienung eines Alesis Andromeda komplizierter, aber mit der Zeit hat man auch beim Andromeda den Dreh raus.
Der Elka Synthex gehört damit für mich eher in die Ecke der „künstlich“ gehypten Klassiker. Damit wir uns da nicht falsch verstehen, der Elka Synthex ist ein toller Synthesizer, aber in seiner Preisklasse gehört er nicht zur Kathegorie „muss ich unbedingt haben“.

Und noch eine dritte Meinung:

In Peter Forrests „THE A-Z of ANALOGUE SYNTHESIZERS“ (ein wunderbares Nachschlagewerk für Synthesizer-Freunde) erreicht der Synthex immerhin 61 Punkte. Im Vergleich dazu Roland Jupiter-8 und Oberheim OB8 je 62 Punkte.

Der Elka Synthex in seiner ganzen Pracht

Interview mit einem Synthex-Experten

Wir trafen Alexander Guelfenberg anlässlich der Musikmesse in Frankfurt und haben ihn zu seinen Erfahrungen mit dem Elka Synthex befragt. Alexander Guelfenburg arbeitet seit über 25 Jahren für die Musikindustrie und ist Geschäftsführer von Virtual Music e.U., einer international anerkannten Fachwerkstatt für Vintage-Synthesizer. Er ist spezialisiert auf die Reparatur von Edel-Systemen wie Fairlight, PPG Wave, Rhodes-Chroma und Elka-Synthex. Guelfenburg lebt und arbeitet in Wien.

Peter:
Hallo Alexander, der neue Elka Synthex wird im Dezember 2015 für 5.000 Euro auf den Markt kommen (zumindest ist das so geplant). Lohnt sich so eine Anschaffung, nachdem ein gebrauchter Synthex gerade mal 4.000 Euro kostet?

Alexander:
Nun, diese Frage ist derzeit nicht eindeutig zu beantworten. Wichtige Details über die Ausführung der neuen Serie sind noch nicht veröffentlicht und es gibt anscheinend auch noch keinen Prototypen zu sehen. Zuerst hatte ich die Vermutung, dass Mario Maggi – der geniale Entwickler des Synthex – daran beteiligt ist, aber nach Rücksprache mit ihm arbeitet er an einem eigenen Nachfolger und ist kein Mitglied dieses Projektteams.

Interessant zu wissen wäre, wie der neue Synthex dann tatsächlich ausgeführt wird und wie er klingt. Jukka Kulmala gibt an, es handelt sich großteils um New-Old-Stock Bauteile, was der Originalität des neuen Synthex sicherlich dienlich ist – wobei ich voraussetze, dass die Teile in den letzten 30 Jahren adäquat gelagert wurden. Ein Instrument nach heutigen Maßstäben und dennoch klassischem Klang zu bauen, verlangt eigentlich eine komplette Neuentwicklung. Die digitalen Instanzen würde man kosten- und energiesparend mit leistungsfähigen Microcontrollern aufbauen und die analoge Section, wie etwa die VCFs, die VCAs und die beiden Chorus-Einheiten, würde ich in herkömmlicher Durchsteckmontage realisieren – dem hervorragenden Klang zuliebe.

Natürlich bin ich sehr gespannt auf die ersten Resultate und ich wünsche den Kollegen in Finnland viel Erfolg. Wenn der neue Synthex hält, was wir uns alle versprechen, vernünftig lieferbar ist und vielleicht noch mit einer zeitgemäßen MIDI- und USB-Anbindung aufwartet, so wird das sicherlich ein Knaller werden.

Peter:
Welche Bauteile fallen beim ELKA Synthex besonders gerne aus.

Alexander:
Eigentlich gar keine, denn die Elektronik des originalen Synthex ist durchwegs sehr robust gebaut. So sind die Defekte eher altersbedingt als systemisch. Im Fehlerfall sind die Symptome meist sehr ähnlich, wie verstimmte Oszillatoren, Sprünge in den Hüllkurven oder Filterprobleme. Da darf man sich jedoch nicht täuschen lassen, denn auch bei gleichen Anzeichen sind oft unterschiedliche ICs defekt. Obwohl der Synthex sehr komplex ist, die Elektronik ist diskret aufgebaut und ausnahmslos alle Bauteile lassen sich heute noch beschaffen und tauschen.

Etwas anders ist die Situation bei den mechanischen Bauteilen, wie der Joystick oder die Slider. Obgleich sehr stabil gebaut sind sie so exponiert, dass sie bei unsachgemäßer Handhabung abbrechen können. Dafür gibt es dann keinen 1:1 Ersatz mehr und man muss auf alternative Lösungen zurückgreifen.

Jedenfalls sind beim Synthex keinerlei proprietäre Spezialbauteile verbaut, wie das beispielsweise bei japanischen Synthesizern seit dieser Zeit oft der Fall ist. Das kommt einem reibungslosem Service sehr zu Gute.

Peter:
Gibt es noch Restbestände an Ersatzteilen?

Alexander:
Die Elektronik besteht großteils aus handelsüblichen ICs, die CEM3320 (Filter) und die TDA1022 (Eimerkettenspeicher für den legendären Chorus) sind auch noch problemlos erhältlich, wie ein Blick in diverse Onlineauktionshäuser zeigt. Für schnelle Reparaturen habe ich auch immer eine gewisse Menge Bauteile vorrätig. Ansonsten fällt mir noch Jukka Kulmala ein, der hat offenbar eine Halle voller Restbestände :-).

Peter:
Gab es unterschiedliche Revisionen, die evtl. einen Gebrauchtmarkt-Preis Unterschied ausmachen sollten?

Alexander:
Ich halte die letzte Revision mit MIDI als die begehrenswerteste Version – ganz pragmatisch wegen der einfachen Integration in ein modernes MIDI-Setup. Manche Musiker schwören auf die allererste Revision, die noch einen Deut fetter klingt und auch sehr selten ist. Sie ist allerdings nicht mit den späteren Revisionen kompatibel und kann auch nicht mit MIDI aufgerüstet werden. Ob man sich nun für das seltenere Exemplar oder für das modernere entscheidet, bleibt letztlich eine individuelle Entscheidung.

Peter:
Worauf kann ein privater Käufer selbst beim Gebrauchtkauf achten?

Alexander:
Ähnlich wie beim Gebrauchtwagenkauf sollte das Instrument und alle acht Stimmen einwandfrei funktionieren und die beteiligten Personen ein gutes Gefühl mit dem Deal haben. Einfach alle Tasten spielen, alle Regler drehen und genau hinhören, wie der Klang reagiert – alles in Ruhe und ohne Eile. Der elektrotechnisch Versierte sollte auch einen Blick unter die Motorhaube machen. Selbst wenn man keine elektronischen Tests machen kann, so hat man schnell einen Eindruck, wie pfleglich das Instrument behandelt wurde. Selbst wenn viele Verkäufer verständlicherweise keine Garantie abgeben möchten, so kann sich der Käufer die einwandfreie Funktion zum Zeitpunkt der Übergabe in der Kaufvereinbarung bestätigen lassen. Falls der Käufer dennoch Zweifel hat, so lässt er den Synthex von einem Fachmann überprüfen, der – auch wieder wie beim Gebrauchtwagenkauf – einen Statusbericht verfasst und die ordnungsgemäße und sichere Funktion bestätigt.

Peter:
Muss ein Synthex-Besitzer oder ein potentieller Interessent Angst haben, dass der Synthex im Fehlerfall zu einem unreparablen Totalschaden wird?

Alexander:
Nein, da kann man sich entspannen. Die Elektronik ist sehr servicefreundlich aufgebaut und die Fehler lassen sich mit annehmbarem Aufwand finden und beseitigen. Wenn es sich um einen Kartendefekt handelt, so muss man nicht den ganzen Synthex verschicken, sondern braucht uns nur die jeweilige Karte zusenden. Virtual Music hat ein Testsystem, das ich für das Instandsetzen der einzelnen Karten verwende. So erledigt sich eine mögliche Reparatur schnell, unbürokratisch und kostensparend zugleich.

Auch hier wieder der Vergleich mit dem Auto: Wenn man sich das Vergnügen eines 30 Jahre alten Oldtimers gönnt und bei Bedarf in das eine oder andere Service investiert, so wird man jahrelang Freude mit der Anschaffung haben. Das gilt für exklusive Autos wie auch für exklusive Synthesizer.

Peter:
Vielen Dank Alexander für diese ausführliche Auskunft.

Lohnt sich der Gebrauchtkauf eines Synthex?

Ja, auf jeden Fall. Denn aktuell scheint ein gebrauchter Elka Synthx immer noch deutlich günstiger als die Revival-Auflage von SOUNDION.

Die Neuauflage des Synthex wird ca. 6.000 Euro kosten, wofür man dann aber ein „quasi Neugerät“ mit Garantie erhält. Voraussichtlich kommen zu diesem Preis aber noch MwSt. und Versandkosten hinzu.

Ein Original Elka Synthex ist aber auch eine Wertanlage, die jedes Jahr an Wert gewinnt, während selbst die Revival-Produkte – und mögen sie auch noch so identisch sein – nie diesen Wertzuwachs wie das Original erreichen werden. Aber Überlegungen wie diese, sind dem wahren Musiker natürlich fremd. ;-)

Und natürlich wären da auch noch zwei Plagiate, die wir Ihnen  nun kurz vorstellen möchten:

Elka Synthex als Software Plug-in

Unbestritten werden die Software-Nachbildungen der Hardware-Klassiker klanglich immer ausgereifter. An dieser Stelle wollen wir zumindest zwei Synthex-Ableger erwähnen, die sich Synthex-Interessenten auf jeden Fall genauer ansehen sollten.

Syn'X_700

Die Software-Schmiede Xils-Lab hat bereits 2012 den Elka Synthex unter der Bezeichnung Synthix wiederbelebt. Das Plug-in kam bei unserem Tester Imanuel Pasanec eine beachtenswert gut Beurteilung. Den Test finden Sie übrigens HIER.

Aktuell musste Xils Lab seine Synthex-Kopie allerdings umtaufen. Wir vermuten schwer, dass dahinter der neue Lizenznehmer der Marke ELKA SYNTHEX steht. Aus Xils „Synthix“ wurde daher nun Xils „Syn’X“. Aber keine Bange, der Rest ist definitiv der selbe geblieben.

Eine weitere Alternative wäre aber auch die Sample-basierte Soundsammlung SYNTH LEGENDS von UVI. Hier stecken gleich 6 Klassiker in einer Software-Wundertüte. Darunter auch der SYNTHOX (ja, sehr einfallsreich – nach SYNTHEX , SYNTHIX nun SYNTHOX). Da sind wir nun mal gespannt, wann UVI sein Produkt umtaufen muss.

VINTAGE_SYNTHOX_SPLASH

Der Synthox liefert wirklich erstaunlicher Ergebnisse. Selbstredend lassen sich Sampleklänge nie so umfangreich verbiegen wie bei einer „echten Synthese“, aber wem es auf Authentizität ankommt, der kommt mit dem SYNTHOX dem Original nochmals näher als mit dem SYNTHIX.

Und was wurde aus Mario Maggi?

Elka engagierte Mario Maggi für die Entwicklung und die Qualitätskontrolle bis zur Serienfertigung. Danach trennten sich die Wege von ELKA und Mario Maggi wieder. ELKA sprang auf den FM-Zug auf und produzierte von da ab FM-Synthesizer auf Basis lizensierter 4-Operatoren-Chips von Yamaha. Wenige Jahre später wurde ELKA schließlich von GEM aufgekauft. Wie es mit Mario Maggi weiterging, können Sie HIER in einem Interview mit ihm nachlesen.

Mit der aktuellen Wiederbelegung durch SOUNDION (siehe Story) hat Mario Maggi aber nach eigenem Bekunden nichts zu tun. Im Gegenteil, wie sie im Interview mit Alexander Guelfenberg lesen konnten, ist Mario Maggi gerade selbst dabei einen Nachfolger zu entwickeln.

Sicher wird dieser dann weder den Namen noch das Design des Originals verwenden dürfen, spannend wird das aber allemal. Um an dieser Stelle gleich alle nun aufkeimenden Fragen abzuwehren: „Nein, mehr Informationen haben wir dazu auch nicht!“ :-) Im Interview verriet uns Mario Maggi aber zumindest ein paar Ansatzpunkte.

Zu den Soundbeispielen

Die ersten fünf Soundbeispiele sind von Theo Bloderer. Einige Sounds in diesen Beispielen verwenden externe LFOs, die – je nach ihrer Clock Rate – dem Synthex via Filter CV-IN ungewöhnlich harte Filter-FM Klänge entlocken können.

Soundbeispiel Nummer 6 „Synthex-Demo“, hat Alexander Guelfenburg ausschließlich mit Sounds aus dem Synthex erstellt. Selbst die Drums sind vom Synthex, und zwar als One-Shot-Samples aus dem Sampler. Das Ganze wurde dann auf einem Analogpult und diversen Effektgeräten gemischt und im Rechner gemastert.

Der Elka Synthex on YouTube

Fazit

Der Elka Synthex ist einfaszinierender, vielseitiger und sehr guter Synthesizer – um nicht zu sagen, einer der besten Synthesizer der je gebaut wurde.

Wie viele großen Klassiker, schießen aber die Gebrauchtmarktpreise des Synthex in die Höhe. Wir sind trotzdem der Meinung, dass der aktuelle Gebrauchtmarktpreis (bis ca. 4.500€) ein akzeptabler Preis ist, der noch dazu deutlich günstiger liegt als der angestrebte Verkaufspreis des für Dezember angekündigten Revival-Synthex.

Beim Kauf sollte man auf jeden Fall darauf achten eine MIDIfizierte Version zu bekommen. Zwar gibt es Puristen die behaupten, die erste Revision (ohne MIDI) klänge etwas wärmer, aber ich würde trotzdem der MIDIfizierten Version den Vorrang geben.

Erfreulicher Weise scheint eine Reparatur eines defekten Elka Synthex recht unkompliziert zu sein. Anders als bei vielen alten Klassikern, gibt es für den Elka Synthex noch zahlreiche Ersatzbauteile. Also worauf warten?

Plus

  • starker Analogsound
  • vielseitiges Multiband-Filter
  • einzigartiger Stereo-Modus
  • übersichtliche Bedienung
  • wunderschöner Chorus-Effekt
  • Vierspur-Sequencer

Minus

  • etwas träge Hüllkurven
  • steriles Klangbild durch sehr stimmstabile DCOs
  • große Qualitätsunterschiede bei den Potis
  • keine Anschlagdynamik
  • lauter Lüfter

Preis

  • Gebraucht derzeit zwischen 3.500 und 4.500€ (Syntacheles 4/2015)
  • Revival Version ab 12/2015 deutlich über 6.000€
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    TobyB  RED

    Hallo Peter und Theo,

    vorzüglicher Artikel !!! Und gleich wieder was gelernt, ich dachte immer die Laserharfen Sounds kommen aus einem VCS… Die Soundbeispiele sind Klasse! Dennoch der Elka ist für mich kein Must Have, weder das Original noch die Neuauflage. Er hat seinen Status zu recht aber ich sehe ihn konzeptionell nicht in meine derzeitige Musik passend.

    • Profilbild
      Tyrell  RED 1

      Wie geschrieben, mir geht es auch so. Habe mir gerade einen Matrix Xpander gekauft – das ist eher meine Welt :-)

      • Profilbild
        TobyB  RED

        Hallo Peter,

        das hätte ich mir denken können ;-) meine letzte Vintage Anschaffung war ne DX7 aus erster Hand von einem Kirchenorganisten in Rente. Ich lerne grade mit der DX Fibel in der Hand das Ding zu verstehen. Mein erster Yamaha Synth ;-)

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      Filterpad  AHU

      Toby, also ich persönlich hätte IMO damit kein Problem, alte Sounds in einen modernen Mix einzufügen. Mit Plugins gemischt geben die alten Geräte evtl. den letzten „Charm“ im Song. Alles nur eine Sache des Mixes. Notfalls kann man noch diverse Effekte einfügen oder mit dem EQ bearbeiten. Wenn ich allerdings einen Song NUR (und rohbelassen) mit alten Geräten mache, dann klingt der Song natürlich auch vintage. Mich hindert definitiv nur die horrenden Anschaffungskosten der analogen Vintage-Synths. 5-6 tsd. Euro sind halt mal nicht drinnen. :( Bsp: Andromeda A6 – was für eine tolle Kiste! Gebraucht ‚mit ordentlichen Kratzern‘ … immer noch bei ca. 3500 :-/

      • Profilbild
        TobyB  RED

        Hallo Filterpad,

        die Frage die ich mir halt immer in der Kompositions und Vorproduktionsphase stelle ist, welches Gerät setze ich ein und welchen „Sound“ brauche ich. So sehr ich die älteren Vintage / Neo Vintage Geräte schätze, so wartungsintensiv sind sie. Zum anderen die Zahl derer die solche Geräte warten und ggf. reparieren können wird auch nicht mehr. Insofern begrüße ich die ein oder andere Neuauflage alter Geräte. Ich habe beim Elka nur das Problem, das mir das gesamte Projekt etwas „spontan“ erscheint und zum anderen finde ich die Basisausstattung für den avisierten Preis, sehr Vintage, laut Webseite kostet Midi extra. Und da siegt die Vernunft über den Reflex.

        Plugins sind eine feine Sache, ich persönlich mag einige und nutze Softsynths gerne und oft auf dem IPad. Wenn mir ein Klang zu kalt und digital ist, gibt es viele Wege dieses Manko zu beheben.

        Was die Preise angeht, da muss man abwägen, was das Budget hergibt und was man wirklich braucht. Ich denke im Jahr 2015 gibt es die Alternativen.

        Grüße

  2. Profilbild
    rw1957  

    Danke auch von der „Plug-in-Fraktion“ für diesen informativen Beitrag.
    Darf ich raten? Die Klangbeispiele sind allesamt von Theo Bloderer.

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      Tyrell  RED 1

      Musst du nicht raten – haben wir groß dazu geschrieben :-). Aber wahrscheinlich hast du dich gleich auf die Soundbeispiele gestürzt und den Text nur überflogen ;-). Theo macht wirklich immer Hammer-Audiobeispiele!!!

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    fmq75

    Danke für den guten und ausführlichen Artikel.Und auch wenn ich die Soundbeispiele toll finde muss ich sagen ich hätte mir mehr Beispiele gewünscht wo man NUR den Synthex hört,darum geht’s ja eigentlich.Dachte ich.Beim letzten Beispiel blicke ich dann garnicht mehr durch,etwas weniger anderes Gerödel wäre nach meiner Meinung wirklich wünschenswert gewesen.

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      paul-jes

      Ein gutes Klangbeispiel des puren Synthex findet man auf YouTube unter „analog lab synthex“. Die Qualität der Aufnahme ist zwar schlecht und leider nur mono, (die Stärken des Synthex liegen ja auch in seinem Panoramaklang) und doch geht nach etwa 3 min. klanglich und musikalisch die Sonne auf.
      Auch von JMPSynth gibt es gute Klangbeispiele auf YouTube.

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    Marko Ettlich  AHU

    Dem Synthex umgibt ein gewisser Legendenstatus allein schon wegen J.-M. Jarre und dem berühmtem Laserharp Sound von P. Wiffen. Imposant schaut die Kiste natürlich auch aus. Ich selbst konnte den Synthex vor ein paar Jahren mal selbst spielen und war vom sterilen und bratzigen Klang eher enttäuscht. Ich weiß, der Klangeindruck eines Synthesizers ist reine Geschmackssache aber ich fand ihn langweilig im Vergleich zu den großen Oberheimis und zum Prophet-5. Das ist was für Sammler aber sammeln diese dann nicht das Original? Man wird sehen was sich daraus entwickelt. Etwas Mut gehört schon dazu.

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      AMAZONA Archiv

      Auch ich schließe mich Marcos Statement zu 100% an!

      Ich bin sowieso skeptisch, was die „Wiederbelebung“ der alten analogen Synthesizern betrifft. Das muß in heutigen Tagen mehr sein, als nur die reine Nachbildung, ansonsten wirkt das wie ein Hilferuf der Firmen, wie: „SOS – uns fällt nichts Neues mehr ein!“

      Für mich war das absolute Highlight auf der Musikmesse der „Schmidt“. Leider bewegt sich dieser Synthesizer in einer Preisregion, die für mich nicht akzeptabel und auch nicht stemmbar ist – leider.

      Sonst konnte mich leider nichts so richtig auf der Musikmesse überzeugen.

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        Marko Ettlich  AHU

        Hast du den Modal 08 von Paul Maddox mal angespielt? Der war für das eigentliche Highlight der Messe. Sehr schöner Klang und keine Kopie. Der wird zwar auch nicht billig aber viell günstiger als der Schmidt.

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          AMAZONA Archiv

          du meinst den 008pro, oder?
          Hat klanglich auch einen sehr guten Eindruck bei mir hinterlassen. Optik und Design fand ich eher weniger ansprechend, aber das ist ja zweitrangig.
          Da geht es mir wie beim Alesis Andromeda, der meines Erachtens fürchterlich aussieht und ein viel besseres Design verdient hätte!

          Nee, mir hat es auf der Messe der Schmidt angetan, und dann kam erst mal lange nichts. Schon komisch irgendwie!

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    fno  

    Danke Peter und Theo für diese Perle! Falls jemand für sich entscheidet, dass ihr/ihm dieses Instrument den aufgerufenen Preis, ob neu oder gebraucht, wert ist, was neben der physischen Realität eben vor allem eine persönliche Frage ist, wird neben Gebrauchtgeräten ein neues zur Wahl stehen. Für mich wäre Alexanders Antwort auf folgende Frage interressant: Falls er einen gebrauchten Synthex auf den Stand des neuen bringt (Austausch aller mechanischen Komponenten, Recapping, eventuell USB-Implementierung und was sonst so anfällt), wäre der bei korrekter Entlohnung des Arbeitsaufwands dann noch merklich günstiger als das Neugerät? Die Antwort könnte den geforderten Mehrpreis relativieren.

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    gaffer  AHU

    Guter Bericht, Theo. Ich bin alt genug, dass ich die Einführung dieses Instruments selbst erlebt habe. Ich hatte auch den einseitigen (glaube ich) Prospekt bekommen. Die wussten überhaupt nicht wo und wer ist mein Kunde. Der Vorführer spielte irgendwelchen Operettenkram im braunen Anzug, spielte es gut, aber….
    Ganz anders dagegen die erste Vorführung des DX 7/9 von diesem englischen Psychologen, später bei EMU, den Namen habe ich vergessen. Vorbereitet mit Printkampagnen (Milestone) die auf ganz Grosses schliessen liessen. Und das haben sie auch geliefert. Ich habe sofort zugeschlagen. Den Elka hätte ich höchstens geschenkt genommen. Also lausiges Marketing und obendrein noch die falsche Technik zur falschen Zeit. Das konnte nichts werden. Jahrelange Verspätungen gab es übrigens nicht nur damals. Leute wie Jarre haben den überhaupt überleben lassen, genauso wie Vangelis den CS 80.

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    L-Fis

    Ein neuer „Mario Maggi“ wäre wirklich ein Hammer. Ich hoffe wirklich, dass daraus etwas wird. Und ein Interview mit dem Mann wäre unglaublich toll !!! Von und über Oberheim, Linn, Smith & Co kann man ja eigentlich recht viel lesen, neuerdings tauchen sogar einige der japanischen Etwickler auf, aber das Phantom Mario Maggi ?
    Bitte,bitte, bitte bleibt da dran…. :-)

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      Tyrell  RED 1

      Das Interview kommt! Den Kontakt zu Mario haben wir schon – und er hat auch schon unsere Fragen. Ihm war wichtig „ein paar Dinge richtig zu stellen“. Wunderbar, wir sind jedenfalls sehr gespannt auf seine Antworten :-)

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    DocNoize

    Hi,

    im Artikel heißt es, der Preis soll über 6000€ liegen. Auf indiegogo gibt es den pre-order aber schon für 3315 USD. Klar wird die Kiste im Laden später teurer sein, aber die beiden Zahlen scheinen mir irgendwie zu weit auseinander zu liegen. Woher stammt die Info mit den 6000€?

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      Tyrell  RED 1

      Über Crowdfun ding kostet der Elka Synthex JETZT 3.315$. Damit sicherst Du dir einen Vorteilspreis, da das Gerät ja noch nicht gebnaut ist. Wenn aber die Firma vorher pleite gehen sollte, sind ind er Regel die 3.300$ futsch, bis auf wenige Prozente die dan der INsolvenzverwalter auszahlt. Ab Dezember soll der Elka Synthex dann für 5.000 Euro (wird aus Finlland geliefert) auf den Markt kommen. Dazu kommen aber unsere Mwst. 19% und die Transportkosten. Macht also round about 6.000€.

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        satchy  

        Hallo zusammen,
        ja. das mit der „crowd­funding campaign“ ist so eine Sache…
        Unter der Rubrik „Flexibler Zielbetrag, Fragezeichen“, ist folgendes erklärt.:
        „Diese Kampagne wird alle gesammelten Finanzmittel erhalten, selbst wenn sie ihr Funding-Ziel nicht erreicht.“
        Also wie Peter schon geschrieben hat, kann der gesamte eingezahlte Betrag auch verloren gehen! Eine Garantie gibt es keine!!
        Darum ist doch etwas Vorsicht geboten.
        Ich hätte auch seeeeehr gerne einen Synthex, werde jedoch warten, bis so ein Ding irgendwo in einem Laden zum antesten bereit steht. Man weiss ja nie…;-)

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      Tyrell  RED 1

      Übrigens, die Angabe von 5.000€ Ladenpreis haben wir nciht erfunden, sondern ist eine offizielle Aussage der Hersteller.

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