Blue Box: Oberheim OB-X, Analogsynthesizer

6. Juli 2018

Der beste Oberheim?

Vorwort der Redaktion

Der Oberheim OB-X von 1979 gehört in die Riege der sagenumwobenen Klassiker unter den polyphonen Analog-Klassikern. Sagenumwoben deshalb, weil er nur kurze Zeit am Markt war. Zum einen machte ihm der zuvor erschienen Sequential Prophet-5 das Leben schwer, zum anderen wurde er schon nach kurzer Laufzeit durch den damals erfolgreicheren Oberheim OB-Xa wieder abgelöst. Sagenumwoben aber auch deshalb, da dem Oberheim OB-Xa neben einigen anderen, die breitesten und wärmsten Klänge der Analog-Geschichte nachgesagt werden. Sicher klingt der Oberheim OB-X hervorragend, auf der anderen Seite dürfte aber auch eine gewisse Legendenbildung der Grund dafür sein. In unserem Oberheim OB-X Blue Box Report haben wir nun zum einen Theo Bloderers betagten, aber nicht weniger interessanten Artikel aus dem AMAZONA.de-Archiv geholt, zum anderen aber auch ein aktuelles Resümee gezogen und stellen Alternativen vor.  Das Ganze wurde mit neuen Bildern garniert und komplett neu lektoriert.

Viel Spaß beim Schmökern
Eure AMAZONA.de-Redaktion

Oberheim voraus

Eine Betrachtung von Theo Bloderer

Nun, der OB-X ist ohne Frage ein echtes Schlachtschiff. Größer als jeder Roland Jupiter-8, Memorymoog, Elka Synthex und (durch die massiven, überstehenden Holzseitenteile) sogar massiver als seine eigenen Nachfolger OB-Xa sowie OB-8. Den Sequential Prophet-5 lässt er puncto Größe ohnehin links liegen, denn „echte“ Konkurrenz gibt es betreffend Abmessungen höchstens aus eigenem Hause. Einzig der Four-Voice (bedingt durch die hohe Rückwand) bzw. der Matrix-12 (bedingt durch das enorm “tiefe” Bedienpanel) könnten dem OB-X das Wasser reichen (zusammen mit dem Rhodes Chroma und Waldorf Wave – zugegeben).

Klar, Größe ist nicht alles, auch wenn ein Meer an Spams rund um diverse Verlängerungsangelegenheiten die Männerwelt täglich vom Gegenteil zu überzeugen versucht. Sound – das ist letztlich die einzige relevante Frage. Doch zuerst mal ganz langsam.

Tom Oberheims Geschichte

Tom Oberheim war ab 1975 sehr erfolgreich mit der Herstellung seiner SEM-Instrumente alias Two / Four / Eight Voice beschäftigt. Das Konzept der Speicherbarkeit bei 4/8 Voice blieb – trotz Einführung des Programmers und zusätzlich separat erhältlichem Cassetten-Interface – immer eine etwas unglückliche Lösung. Schließlich griff der Programmer nicht auf alle Klangparameter zurück, und so konnten nur Sounds namens “Ungefähr” oder “SoÄhnlich” gespeichert werden.

Aus musikalischer Sicht ist dies zwar sehr zu begrüßen, da totale Kontrolle und absolute Speicherbarkeit eigentlich einen wertvollen musikalischen Schaffensprozess unterbindet, doch war die Musikwelt mit “separaten” Stimmen und “ungefähren” Speichermöglichkeiten nicht zufrieden. So war es nur eine Frage der Zeit, bis Tom Oberheim den 4/8 Voice in einer etwas abgeschlankten Version mit “richtigen” Presets und völlig gleichwertigen Stimmen auf den Markt bringen würde.

Der 1979 eingeführte OB-X verpasste die große Premiere als erster “richtiger” speicher- (und programmier-)barer Polysynth nur knapp. Ein Jahr zuvor war es der Sequential Prophet-5, der als Überraschungskandidat allen Konkurrenten zuvorkam. Und so war die Lebenszeit des Oberheim OB-X unter keinem guten Stern geschrieben. Gegen die Popularität des Prophet-5 kam das Instrument nicht an und bereits zwei Jahre später war die Ablöse in Form des OB-Xa besiegelt. Seinem Klang entsprechend hätte sich der OB-X eine würdevollere Laufbahn absolut verdient.

Aufbau des Oberheim OB-X

Der als 4/6/8-stimmiger Polysynth erhältliche OB-X zeichnet sich durch eine – für frühe Oberheim Synthesizer typische – klassische Klangstruktur aus. Pro Stimme 2 VCOs, LFO, VCF und VCA, 2 Hüllkurven, das war’s. So gesehen jedem Prophet-5 (mit Ausnahme der PolyMod-Ecke), jedem Jupiter-8 und vielen anderen Klassikern ebenbürtig. Wie immer im Leben sind es die Kleinigkeiten, die besonderen Extras, die den Unterschied zur Konkurrenz machen…

Oberheim OB-X

Besonderheiten des OB-X

Zunächst ist die Unterscheidung zwischen 4/6/8-stimmigen OB-X Modellen zu nennen. In einer dieser drei Varianten wurde das Instrument ausgeliefert, wobei minderstimmige Instrumente durch Zukaufen entsprechender Voiceboards aufgerüstet werden konnten. Jede Stimme war auf einer Platine von der Größe einer Videokassette untergebracht und ist – nach Aussagen von Technikern – noch stark an das Schaltungsdesign der SEM-Module angelehnt. Natürlich war ein 6- bzw. 8-stimmiger OB-X einem Prophet-5 in puncto Polyphonie überlegen und so war dies einer seiner wenigen echten “Pluspunkte”, die er vorzuweisen hatte.

Besonders schön ist ein Feature der OB-X Voiceboards, das theoretisch ALLEN Polysynths extrem gut stehen würde: Es erlaubt das Positionieren der einzelnen Stimmen im Panorama. Ganz simpel mittels eines kleinen Drehpotis. Diese Potis sind beim OB-X im (!) Instrument untergebracht, was aber keine große Affäre ist, da das Panel in 11,5 Sekunden nach Lösen von nur vier Schrauben hochgeklappt werden kann. Beim OB-8 sind die Potis gleich in das Seitenpanel integriert und daher von außen zugänglich, was sicher noch angenehmer ist.

Anm. der Red: Unser Autor Peter Kliegelhöfer hat für den Korg Polysix und Prophet-600 genau eine solche Erweiterung konstruiert, die eine freie Panoramaverteilung der Stimmen bei den beiden genannten Synthesizern erlaubt.

Klangtechnisch ist vor allem die Möglichkeit der Cross-Modulation (X-MOD) hervorzuheben. Eine Besonderheit, die beim OB-Xa und OB-8 nicht mehr vorzufinden ist.

Oberheim OB-X

Die Modulationsabteilung des OB-X

Nun und klangpuristisch betrachtet ist es vor allem der warme, sehr breite, ungeheuer lebendige Sound, der den OB-X wirklich einzigartig macht. Er ist sicher der “Wüstling” der OB-Serie. Ganz wie z.B. der Jupiter-4 innerhalb der Roland Jupiter-Familie (scheint so, als wären die Erstgeborenen eben auch immer etwas ganz Besonderes gewesen).

Ganz von ungefähr kommt das dinosaurierhafte Verhalten des OB-X nicht – lassen wir die massiven klanglichen Verbiegungsmöglichkeiten rund um den Tipptaster namens X-MOD mal weg, ist es vor allem der (noch) verstärkt diskrete Aufbau der Voiceboards, dem die analoge Klangfülle und Wildheit zuzuschreiben ist. Das hat natürlich auch den einen oder anderen Nebeneffekt. Zuverlässigkeit ist (angeblich) keine große Tugend des OB-X und ohne Auto-Tune Funktion (die es natürlich gibt) wäre man tatsächlich verloren. Die Stimmen laufen sehr schnell “out of tune”, manchmal binnen weniger Minuten (was bis zu einem gewissen Grad aber auch sehr charismatisch sein kann).

Der X-Mod in der Oszillator-Sektion

Und noch eine Besonderheit: Der OB-X möchte vor dem Editieren dazu aufgefordert werden. Dies geschieht über die Taste EDIT – ansonsten bleibt die Oberfläche erst mal deaktiviert.

Zu allen Punkten gibt es sehr unterschiedliche Erfahrungen von OB-X Besitzern. Ich hatte mit dem OB-X nie irgendwelche technischen Probleme. Andere sehr wohl. Mein OB-X verstimmte sich relativ schnell, das Instrument manch anderer Besitzer dagegen kaum. Jedenfalls ist klar zu sehen, wie sehr frühe analoge Synthesizer noch wirklich “Persönlichkeit” und Charakter hatten. Dieses Exemplar war so, jenes sah zwar identisch aus, verhielt sich jedoch völlig anders bzw. klang teils auch sehr unterschiedlich. Echt “vintage“ eben.

MIDI und Oberheim OB-X?

Die MIDI-Nachrüstung eines OB-X ist via Encore Electronics (USA) oder Kenton (GB) möglich. Auch Rudi Linhard weiß den OB-X zu midifizieren – für alle, die keine großen Versandrisiken ins Ausland auf sich nehmen möchten.

MIDI-Nachrüstung am OB-X

Der Oberheim OB-X heute

Klanglich hat der OB-X den Sprung in die Valhalla der Synthesizer nie ganz geschafft, auch wenn Van Halens JUMP (in der Studioversion) wertvolle Hilfeleistung bot. Die Modulationsmöglichkeiten sind mit einem LFO etwas bescheiden, wenngleich Cross-Modulation eine angenehme experimentelle Komponente darstellt. Auch sind die Hüllkurven ein klein wenig träge, und die asketischen Spielhilfen tragen auch nur winzige Früchte zur klanglichen Ekstase bei.

Geradezu rustikal wurde übrigens die Platzierung der Wheels (Levers) umgesetzt. Man schnitt einfach ein rechteckiges Loch in das Metallchassis links der Tastatur und setzte die Levers ein. Und da klafft es nun, das große Loch. Sehr erstaunlich. Natürlich brauchen die Levers Platz, um nach vorne/hinten gekippt werden können. Doch es wäre ohne großen Aufwand möglich gewesen, die schlanken Lever-Hebel an ihrem Achsenpunkt mit einer schönen, großflächigen Filzabdeckung zu umgeben (so wie es etwa Roland bei den Kippschaltern des SH-5 tat). Dann kämen nämlich auch weniger Fremdkörper in das Gehäuse, was ja grundsätzlich sehr zu begrüßen wäre.

Pitch-Wheel und Modulation-Wheel in Form von sog. Levers

Die klanglichen Stärken des OB-X liegen meiner Meinung nach in den unglaublich breiten Flächen, in den sehr lebendigen Pads (mit schöner Verteilung aller Stimmen im Stereobild), im wahrhaft umwerfenden Unisono-Modus (16 VCOs bei voller Stimmenbesetzung) sowie in den wunderbaren Lead-, Osc-Sync- und Filter-Mod Klängen.

Am Gebrauchtmarkt ist der OB-X zur Zeit etwas seltener anzutreffen. Da die Preise der Vintage Klassiker seit Jahren aus dem Rahmen zu fallen scheinen, ist eine Einschätzung schwierig. Für einen 8-stimmigen OB-X in gutem Zustand muss man leider mit bis zu 5.000 Euro rechnen. (Aktuelle Gebrauchtmarktpreise finden Sie auch immer auf der AMAZONA.de SynTacheles Liste). Die Reparatur eines technisch etwas in Mitleidenschaft gezogenen Instruments sollte übrigens – dank der großteils diskreten Bauweise der Voiceboards – in den meisten Fällen möglich sein.

Der Oberheim OB-X und seine Hardware-Alternativen

(von Peter Grandl)

Die erste Alternative die als Nachfolger des OB-X auf dem Markt erschien, war der Oberheim OB-Xa. Basierte der Oberheim OB-X zum Großteil auf der Technik der SEM-Module (in diskreter Bauweise, daher die notwendige Größe), hatte der Oberheim OB-Xa bereits Curtis Chips zur Grundlage seiner Klangerzeugung (CEM 3320, CEM 3340, CEM 3310, CEM 3360).

Alternative 1: der Oberheim OB-Xa

Übrigens hatte auch der OB-X einen Curtis-Chip in seinen Eingeweiden, allerdings nur für die Generierung der Envelopes (CEM3310). Aus diesen Unterschieden resultierte natürlich ein deutlich anderes Klangverhalten. Während Experten wie Marko Ettlich (von RetroSound) dem Oberheim OB-X den Vorzug geben, bin ich ein großer Freund des Oberheim OB-Xa. Nach meiner Meinung klingt der Oberheim OB-X zwar anders, aber eben nicht besser. Selbstverständlich sind aber beide ganz außergewöhnliche Synthesizer.

An Vintage-Klassikern wäre dann noch der Preset-Oberheim-Synth Oberheim SX nennenswert, der je nach Seriennummer, klanglich eher an den OB-X bzw. an den OB-Xa erinnert. Da er jedoch nur sehr eingeschränkt programmierbar ist, sehe ich ihn nicht wirklich als echte Alternative.

Erwähnenswert ist sicher auch der Oberheim OB-8, der als Nachfolger des OB-X immer noch einen überzeugenden Klangcharakter besitzt, aber bei weitem klanglich mit seinen beiden Vorfahren OB-X und OB-Xa konkurrieren kann.

Die nächste Hardware-Alternative hat Dave Smith gemeinsam mit Tom Oberheim 2016 auf den Markt gebracht, den Oberheim OB-6. Der OB-6, ebenfalls diskret aufgebaut wie der OB-X, hat tatsächlich etwas von dem Ur-Flair seines berühmten Vorfahren und erhielt deshalb auch von uns auch die BEST BUY Auszeichnung.

Alternative 2: der OBerheim OB-6

Anders als immer wieder kolportiert wird, steckt im OB-6 nicht einfach ein Prophet-6 mit neuer Umverpackung. Ganz im Gegenteil, das Voice-Board des OB-6 unterscheidet sich grundlegend vom Voiceboard des Prophet-6 und wurde so designt, dass die klangliche Nähe zu den SEM-Modulen hörbar wird. (Der Frage der genauen Unterschiede zwischen Prophet-6 und Oberheim OB-6 ist übrigens Thilo Goldschmitz im folgenden AMAZONA.de-Artikel nachgegangen – HIER KLICKEN)

Leider geizt der OB-6 aber mit seiner Stimmenzahl. Mit 6 Stimmen liegt er deutlich hinter einem voll ausgebauten Oberheim OB-X und Xa. Inzwischen gibt es den Oberheim OB-6 auch in einer Pultversion. Damit wäre dann der klassische Oberheim OB-X-Sound (zumindest im Ansatz) heute als Hardware für ca. 2.200,- Euro zu haben.

Als dritte Alternaitve schickt sich Behringer an, mit dem UB-Xa einen Billig(Ober)heimer ins Rennen zu schicken.

Alternative 3: Behringers UB-Xa

Mit dem Model D hat Behringer bereits bewiesen, dass ihm eine überzeugende Kopie vom Minimoog gelungen ist. Hier könnte sich also die nächste Sensation anbahnen. Noch ist aber unklar, wann der UB-Xa serienreif am Markt erscheinen wird.

Ähnlich wie Moog hat Oberheim den Spirit seiner Klassiker also ins neue Jahrtausend übertragen können. Schon jetzt gibt es überzeugende Alternativen zum Original und die Software-Plagiate haben wir noch nicht einmal vorgestellt.

Eines ist aber mal sicher, damals wie heute eignet sich der Oberheim-Sound perfekt als Ergänzung zum Moog-Sound. Wer also genügend Moogsche Klangerzeuger in seinem Studio hat, sollte sich unbedingt die Oberheimsche Klangwelt zu Gemüte führen. Es lohnt sich.

Der Oberheim OB-X in Bild und Ton

Hier noch zwei sehr aussagekräftiges YT-Video von unserem Autor Marko Ettlich, dessen YT-Channel RetroSound wir bei dieser Gelegenheit allen Vintage-Liebhabern sehr empfehlen möchten:

Und zum Abschluss noch dieses schöne Audiodemo:

Fazit

Der Oberheim OB-X ist  ein außergewöhnlicher Synthesizer-Klassiker, der einen Großteil zur Legendenbildung „OBERHEIM“ beigetragen hat. Seine breiten, lebendigen Flächensounds gehören zu den state-of-the-art Klängen, die heute noch die analoge Klangerzeugung über jedes Plug-in erhebt.

Leider ist der Oberheim OB-X aber auch reparaturanfällig und neigt schnell zur Verstimmung. MIDI gab es seinerzeit auch noch nicht, müsste bei Bedarf also nachgerüstet werden.

Es gibt allerdings gerade im Hardware-Bereich Alternativen, die dem Original durchaus das Wasser reichen können. Besonders der von Dave Smith und Tom Oberheim designte Oberheim OB-6 kann die Oberheimsche-Klangwelt zu einem vergleichsweise günstigen Preis wieder aufleben lassen. Und auch der Klassiker OB-Xa besitzt trotz aller klanglichen Unterschiede zum OB-X den berühmten Oberheim Klangcharakter.

Plus

  • unnachahmlicher Soundcharakter
  • überschaubare Klangarchitektur und Bedienung
  • Speicher
  • MIDI-Nachrüstung unkompliziert möglich

Minus

  • hoher Gebrauchtmarktpreis
  • auf Grund des Alters gerne mal in der Werkstatt

Preis

  • ca. 4.000 bis 5.000 Euro, je nach Stimmenzahl und Zustand
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Piet66  RED

    Der OB-X ist meiner Meinung nach einer der besten analogen polyphonen Synthesizer seiner Zeit. Klingt enorm gut, und die Beschäftigung damit ist musikalisch überaus inspirierend. Ein echter Klassiker!

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    Marko Ettlich  AHU

    Für mich ist der OB-X der klanglich beste polyphone Analog Synthesizer den es gibt. Wild, lebendig, kraftvoll, niemals langweilig, nie unschön. Selbst der hochgejubelte Jupiter-8 kommt lange nicht an die klangliche Urgewalt des OB-X heran. Stolze Jupiter-8 Besitzer bitte nicht persönlich nehmen, er ist auch toll. ;)
    Leider gibt es heute nicht mehr viele funktionierende OB-X und wer sich auf das Abenteuer OB-X einläßt, sollte starke Nerven, viel Geduld und nicht zuletzt eine dicken Geldbsack mitbringen. Onkel Tom`s Meisterstück.

  3. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Hi Piet, da kann ich mich absolut anschließen… nach einem Jahr nur mit Software (hab mich damals von der total recall Fähigkeit des virtuellen Studios blenden lassen und umgestellt…) fange ich jetzt wieder an real analoges Equipment zu kaufen – es ist halt einfach nicht das gleiche… Wenn ich da den Amazona Test über den virtuellen Prophet 5 lese kann ich nur den Kopf schütteln – wer da keinen Unterschied wie Tag und Nacht hört sollte sich mal die Ohren checken lassen :-) cheers Philipp

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      rw1957  

      Pardon zum ersten – aber was hast Du im Zuge der Umstellung von Hard- auf Software erwartet? Authentizität zum Original, Vintage-Gefühle?

      Pardon zum zweiten – und warum vergleichst Du den hier beschriebenen Hardware-Klassiker (OB-X) mit dem Plug-in Arturia Prophet V, getestet 2008?

    • Profilbild
      Mick  AHU

      Hi!
      …ist bei mir genauso.
      Der Arturia Prophet ist wirklich kein Vergleich, leider glänzt Arturia auch noch mit einer unbedienbaren GUI:-(
      Natürlich gibt es ganz tolle Software, aber erst beim klimpern mit meiner Hardware, kommen coole Ideen!

  4. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Riesengroß, sauschwer, teuer wie nix, selten zu finden, alt wie ein Stein und kein total recall… aber wenn man mal Sounds davon hört, bekommt man sofort einen Ohrgasmus! Wenn ich nur endlich den Sack oder Koffer voll Geld finden würde :D

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    Viertelnote  AHU

    sehr mächtiger, königlicher Sound.
    Vergleichbares in der heutigen Zeit zu finden ist schwer, selbst wenn es auch gute analoge Alternativen gibt. DEN Oberheimsound gibt es anderswo nicht.

    mfG

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    beroshima

    ich liebe die alten kisten aber ich benutze den OB nur noch wenn ich langeweile habe oder zuviel zeit. die kids hören ohnehin nur MP3s und da bleibt von dem angeblich hörbaren „warmen sound“ ohnehin nichts übrig. ziehmliche mimose dieses modell. die instandhaltung hat unsummen verschlungen. trotzdem, eigentlich viel geiler als der matrix 12 weil unkontrollierbar.

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      AMAZONA Archiv

      Hm, also meine Erfahrung ist eher die, dass solche Synths wie OB-X oder Synthex sogar noch bei niedriger mp3 oder AAC-Codierung ausgesprochen gut klingen können. Hab da bspw. ein Synthex-Demo über YouTube gezogen: 320p / 87 kbit/s Sound und dennoch klingt es überraschenderweise ziemlich breit, fett, brachial :)

      PS cool den Namen Beroshima mal wieder zu entdecken :)

  7. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Na ja, die Frage:Warum sind Analoge Synthesiser so teuer, beantwortet sich nicht durch die Tatsache, dass sie alle so toll klingen, doch wohl eher, weil sie so rar werden und irgendwann leider aussterben werden.Auch der Klang der Analogen war einmal Geschmacksache und vieles was heute so teuer verkauft wird, galt damals wg. nur 1 OSC als steril.

    Es ist einfach eine Geschmacksfrage und eine Frage der Bequemlichkeit, viele Sounds bestehen in beiden Welten und ändern gar nichts an der Musik.

    Mein Voyager und mein V-Synth GT haben die eins gemeinsam:Beide sind hervorragende Werkzeuge.

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    iggy_pop  AHU

    Ich habe sogar schon einen SH-5 für 5.000 Euro gesehen, und einen Synthacon für 12.000. „Kann denn Schwachsinn Sünde sein? — Ei, freilich“, um mit der EAV zu sprechen.

    Von allen OBs würde mir der OB-X am ehesten gefallen. Schade, daß er keine Polymodulation hat wie der Prophet 5, das wär’s. Crossmodulation ist aber auch schon was.

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    costello  RED

    Für analoge Urkraft ist der OB-X ähnlich wie der Jupiter 4 erste Wahl. Ob man mit einem OB-6 da rankommt, wage ich ehrlich gesagt zu bezweifeln. Der OB-6 gefällt mir zwar ungleich besser als der P-6. Aber beide haben diesen modernen, etwas sisseligen Klang, der sie vom cremigen Sound ihrer antiken Vorbilder deutlich unterscheidet.

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    psv-ddv  AHU

    Schöner Bericht von Hern Bloderer, danke!
    Moin Costello, nee, der OB-6 kommt da noch nicht mal in die Nähe.
    Der leicht zurückhaltenden Bewertung, die ich da im Bericht zwischen den Zeilen zu lesen meine möchte ich mich aber anschliessen. Der OB-X klingt ohne Frage grossartig. Aber er sitzt etwas zwischen den Stühlen: An den organisch-brachialen Klang der 4/8Voice Oberheims kommt er nicht ran und der OB-Xa klingt etwas moderner bzw. flexibler. Dabei kann er die Oberheimsche Breitwand genauso perfekt liefern. Wenn die Speicherbarkeit wichtig wäre würde ich den Xa eindeutig vorziehen, ansonsten das Original: 4/8Voice.

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    MidiDino  AHU

    Ich muss gestehen, dass ich den historischen Rückblick aus Sammlerperspektive durchaus verstehe, für die aktuelle musikalische Praxis ist damit jedoch wenig gewonnen. Erst wenn man in diesem Zusammenhang Anforderungen an moderne Geräte / Instrumente formulieren würde, käme eventuell etwas heraus, das Einfluss gewinnen könnte. Ich selber kenne mich mit der relevanten Technik zu wenig aus, um konkrete Vorschläge unterbreiten zu können. Ich nutze keinen Analog-Synth, lediglich ein PlugIn von AAS und meinen E-mu E-IV samt umfangreicher Sample-Library, wobei mir völlig egal ist, von welchem ‚antiken‘ Gerät gesampelt wurde.

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    Son of MooG  AHU

    Ich habe nur das SEM-Filter für Arme, das Doepfer A-106-5. Wie nah der Klang an das Original kommt, kann ich nicht sagen, aber es ist ein tolles Multimode-Filter. Behringers UB-Xa könnte wie der Model D zum Verkaufsschlager werden; dann könnte ich mir doch noch einen polyphonen Obie leisten.
    Jetzt kündigt Abstrakt Instruments noch einen 19“OB-X an. Könnte auch sehr interessant werden…

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      swissdoc  RED

      Das mit dem Rack war ein Stretch Ziel bei der Kickstarter Kampagne und wurde nicht erreicht. Es kam reichlich spät und eher unklar. Man hat es dann auf Nachfragen etwas geklärt, aber wer kauft sich schon acht Voicecards und dann kommt das Rack nicht, oder es hat keine Patchspeicher.
       
      Aber vielleicht kommt ja noch was nach. Allerdings muss Abstrakt Instruments nun erstmal die 22 Backer glücklich machen.

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    Piet66  RED

    Als klangliche Alternative *in spe* fällt mir noch Shear Electronics‘ „Relic-6“ Expander ein, der vor 1-2 Jahren auf der NAMM vorgestellt wurde. Das, was ich davon an Soundbeispielen gehört habe, fand ich schon sehr überzeugend. Scheinbar ist dieses Projekt um einen jungen amerikanischen Tüftler herum wieder etwas ins Abseits geraten, der Relic-6 wartet wohl immer noch auf Produktionsstart. Wundert mich nicht, der angezielte Preis lag so um die 3500,- USD. Optisch ist dieses Kistchen so gar nicht mein Ding, aber wie gesagt, der Sound ist recht authentisch.

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      iggy_pop  AHU

      Solange das Ding aussieht wie ein scientologisches E-Meter auf Steroiden, solange wird da wohl auch nichts kommen. Die Produktion von etwas dermaßen Unpraktischem dürfte unnötig aufwändig und somit teuer werden — zumal ganz offensichtlich kein Musiker beratend zur Seite stand, um den pubertären Tatendrang etwas zu bremsen und in sinnstiftende Bahnen zu lenken.
      .
      Was schade ist, denn klanglich war das durchaus anständig.
      .

      • Profilbild
        swissdoc  RED

        Im Januar gab es an die registrierten Interessenten ein Update. Wenn man das so liest, dann hat Jacob Brashears völlig den Boden unter den Füssen verloren. Was er da beschrieben hat, ist noch aufwändiger und mehr SciFi als das an der NAMM gezeigte.
         
        Man wird sehen, was daraus wird. Ich setze jedenfalls nicht mehr darauf.

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