Test: Dave Smith Instruments OB-6, Analogsynthesizer

20. Februar 2016

Der neue Oberheim von Mr. Smith

DSI OB-6 FrontC

Vorwort

Seit dem Erscheinen des Evolver im Jahr 2003 hat sich Dave Smiths Synthesizer-Schmiede DSI zu einem der führenden Hersteller in diesem Bereich gemausert. Und gerade wenn wir dachten, das Ende der Fahnenstange sei erreicht, legte Dave noch einen oben drauf. So geschehen mit dem DSI Pro 2, letztes Jahr dann mit dem Comeback des Sequential Prophet-6 und erstaunlicherweise auch dieses Jahr vor wenigen Wochen mit der Ankündigen des DSI Oberheim OB-6. Um genau zu sein, nur Dave Smith Instruments OB-6, denn Tom Oberheim hatte zwar seine Finger bei der Entwicklung mit im Spiel, aber das Markenlogo „Oberheim“ taucht weder auf dem Produkt auf, noch in der Namensgebung.

Entsprechend hoch war dann auch der Zugriff auf unsere OB-6 TOP NEWS vom 21.01.2016. Mit knapp 17.000 Zugriffen innerhalb von wenigen Wochen ein absoluter Renner!

Die OB-6 TOP NEWS war ein Quoten-Hit mit 16.844 Zugriffen

Die OB-6 TOP NEWS war ein Quoten-Hit mit 16.844 Zugriffen

Mit der Ankündigung kam aber auch die Ernüchterung, stellte man sich doch unter einem Oberheim-Boliden ein mächtiges Keyboard vor, wie sie einst Oberheim mit dem OB-X oder OB-8 erbaut hatte.

War dem DSI-Designer der Retro-Look beim SEQUENTIAL PROPHET-6 noch überzeugend geglückt, steckt der Dave Smith Instruments OB-6 nun im selben Gehäuse und nur die Farbgebung erinnert noch an die Oberheim Klassiker der 80er Jahre. Uns ist schon bewusst, dass dies der Fertigung und den Produktionskosten geschuldet war, doch apropos Produktionskosten, der OB-6 ist kein Schnäppchen. Der hiesige Ladenpreis wird mit ca. 3.300,- Euro angegeben und liegt damit 500,- Euro über dem aktuellen Preis des Prophet-6. Das soll mal einer verstehen.

Klar, das Gesetz von Angebot und Nachfrage wird hier ausgereizt so weit es geht. Und so lange Analog und Vintage einen derartigen Hype erleben, scheint viel zu gehen. Evtl. ändert sich das im Laufe des Jahres noch schlagartig, wenn der lang heraufbeschworene Behringer Synthesizer das Licht des Marktes erblickt – oder es ändert sich gar nichts, wenn sich die in ihn gesteckten Erwartungen nicht erfüllen sollten, wir werden sehen.

Doch zurück zum Dave Smith Instruments OB-6 und einem „ganz anderen Test“, als Sie ihn bisher von uns gewohnt sind.

Unser enger Freund und Synthesizer-Spezialist Peter M. Mahr, hat sich in den letzten Jahren zum erfolgreichen Preset-Sound-Designer gemausert und hatte seine Finger auch bei diesem Synthesizer im Spiel bzw. an den Potis und Schaltern. Ich durfte in den letzten Wochen die Kreationen quasi täglich live miterleben. Da kam uns die Idee zu einem Interview, statt einem klassischen Test.

Jemand, der nun täglich mehrere Stunden am Dave Smith Instruments OB-6 verbrachte, um Sounds zu designen, musste letztendlich jede Nuance des Gerätes beurteilen können. Dazu kommt, dass ich Peter als absolut integer einschätze und selbst durch seine Nähe zu DSI vollstes Vertrauen in sein Urteil habe. Legen wir also los und lassen uns von Peter M. Mahr die Eindrücke zum (Oberheim) OB-6 schildern.

Bei der Gelegenheit noch ein herzliches Dankeschön an Peter, der auch alle Bilder und Audiobeispiele zu diesem Test lieferte.

Peter Grandl / Februar 2016

DSI OB-6 und dahinter Sequential Prophet-6

DSI OB-6 und dahinter Sequential Prophet-6

Peter G:
Hallo Peter, wie ich mitbekommen habe, hast Du gleich nach der NAMM-Show als einer der ersten einen DSI OB-6 bekommen, um dafür Werkssounds zu programmieren, wie kam es dazu?

Peter M:
Da muss ich gleich zu Beginn etwas ausholen. Cord (Mueller) und ich haben Anfang 2014 begonnen, gemeinsam ein Sound Set für den DSI Prophet-12 zu entwickeln. Das haben wir dann am 12.04. als Gratis-Download und unter dem Titel „CPM SoundSet“ auf meine Website gestellt [CPM SoundSet Link am Ende]. Und was dann kam, hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen. Das File wurde mittlerweile mehr als 1.300x runter geladen und der Blogeintrag 13.500x abgerufen. Ich vermute aber, dass es das Echo so mancher User war, dass DSI auf unsere Arbeit hat aufmerksam werden lassen. Cord und ich wurden dann eingeladen, für den damals neu erscheinenden Pro-2 Klänge zu programmieren [Pro-2 SoundCloud Link mit Beispielen] von denen dann einige in den Seriengeräten gelandet sind. Cord wurde beim Prophet-6 gefragt und wir beide jetzt im Falle des OB-6.

Peter G:
Erst mal zur Haptik. Bei einem Oberheim OB erwartet man ja doch ein Schlachtschiff, zumindest geht es mir so. Der OB-6 sieht aber nicht besonders imposant aus.

Peter M:
Ich gehe davon aus und das ist meine höchstpersönliche Einschätzung, mit der ich aber vermutlich nicht alleine bin, dass hier der angepeilte Verkaufspreis keinen größeren Spielraum zugelassen hat. Es mögen aber auch noch ganz andere Gründe mitgespielt haben, so gibt es mit dem Prophet-6 eine erfolgreiche Vorlage. Das sind aber alles Spekulationen und wie gesagt ist das meine persönliche Sicht.

DSI Tom Oberheim signature

Peter G:
Was ist Deine Meinung bzgl. des Tastaturumfangs?

Peter M:
Ich zähle mich selbst zu der Gruppe, die neben einer gewissen Tastengröße im Falle von polyphonen Synthesizern gerne 5 Oktaven hat. Einfach weil ich darauf spiele und diese 5 Oktaven nutze. Ein Modul via MIDI anzusteuern, das ist nicht meines. Ich benötige die Einheit und das meine ich in mehrerlei Hinsicht. Aber, … Access mit dem 3-oktavigen Virus hat gezeigt, dass der Tastaturumfang kein k.o. Kriterium ist. Natürlich ergibt sich für Kollegen, die vor allem live spielen, ein anderes Anforderungsprofil als für Leute, die wie ich im Studio arbeiten. So musst Du als Hersteller wohl einen Weg finden, um die Bedürfnisse möglichst vieler Kunden abzudecken. Dazu vielleicht sogar noch ein Beispiel aus dem Hause DSI selbst. Denn allen Unkenrufen zum Trotz ist der Prophet-6 mit seiner 4 Oktaven umfassenden Tastatur ein großer Erfolg. Und was den Look betrifft, da bin ich ganz bei Dir. Mir wäre im Vergleich dann ein cremefarbener OB-6 mit Tolex-Seitenteilen lieber gewesen. Das Design dürfte aber wohl Tom vorbehalten sein und ich gehe davon aus, dass ich mit diesem Wunsch zu einer Minderheit zählen dürfte. Aber über Design zu diskutieren, wäre wohl eine eigene Diskussion wert.

Peter G:
Gibt es bei den Anschlüssen irgendeine Überraschung. Echte Analog-Fans warten ja immer noch auf eine CV/Gate-Option/Version des Prophet-6.

Peter M:
Das Exemplar des OB-6, das mir zur Verfügung gestellt wurde, war ein Prototyp, dessen Rückseite mit Ausnahme der OB-6 bezogenen Beschriftung und einer anderen Platzierung der Seriennummer, mit dem Prophet-6 identisch war. Das sieht also eher nicht danach aus. Während der Arbeit am OB-6 war ja leider keine Zeit für mich, mit beiden gemeinsam zu arbeiten. Denn da hätte es einiges gegeben, das mich persönlich sehr interessiert hätte. Aber leider war der OB-6 nur einige Tage bei mir und mein Job war es, Factory Sounds zu programmieren.

Peter G:
Und wieder hat DSI nur numerische Displays eingebaut. Was sagst Du dazu?

Peter M:
Bei 2x 500 Sounds ist das in der Tat für so machen ein Thema. Da ich projektbezogen arbeite, lässt sich da leicht eine praktikable Lösung finden. Ich arbeite dann nur mit den ersten Plätzen oder um das vielleicht etwas genauer zu erklären, ich weise maximal die ersten 100 Plätze zu. Manches Mal bekomme ich dann einen Rappel [lacht], weil ich das alles nicht mehr hören kann und dann gibt es 100x den Init Sound, um von Neuem zu beginnen. Für meine, und ich muss das „meine“ betonen, Arbeitsweise würden daher wahrscheinlich auch 100 Speicherplätze ausreichen.

Ich kenne aber auch andere Meinungen, die das ausschließliche Vorhandensein der numerischen Displays genau so wie es ist mögen. Zur Not kann man sich mit dem SoundTower Editor helfen. Das ist natürlich nicht dasselbe, aber eine mögliche Lösung, bei der man auch gleich die Sounds gut organisieren kann.

DSI OB-6 Titel peter

Peter G:
Anders formuliert, ging die Programmierung von Sounds „gut von der Hand“ oder hast du dich auch manchmal in der Struktur oder dem Parameter-Dschungel verloren?

Peter M:
Der OB-6 ist da wie der Prophet-6 oder der 12er, sprich das Programmieren geht wirklich gut von der Hand. Das einzige „Problem“, das ich in den ersten Minuten hatte war, dass ich permanent am Aftertouch Amount Regler gedreht habe, um das Signal im Kopfhörer leiser zu bekommen. Ich vermute, das wird einigen Prophet-6 Usern ähnlich ergehen. Je nach Erfahrung mit Synthesizern würde ich sagen, dass jede und jeder sofort loslegen kann. Dadurch dass es keine Doppelbelegungen gibt, geht alles sehr schnell und einfach. Im Gegenteil, ich fand den OB-6 sehr inspirierend und habe ihn nur schweren Herzens ziehen lassen … müssen!

Peter G:
Böse Zungen behaupten ja, DSI hat mit dem OB-6 nur einen Marketingclou gelandet und einfach den Prophet-6 in ein neues Gehäuse gesteckt. Du hast ja nun beide Synthesizer im direkten Vergleich gehabt. Wie groß ist der klangliche Unterschied?

Peter M:
Man mag zu DSI, deren Instrumenten bzw. zu der Entscheidung von Dave und Tom stehen wie man will, aber die von Dir angesprochene Aussage ist meines Erachtens überspitzt. Es steht außer Frage, dass einiges vom P6 übernommen wurde. Das lässt sich z.B. äußerlich bei Gehäusegröße und Form erkennen. Und ich vermute, dass das mit zu dieser Schlussfolgerung beigetragen hat. Auch ist die Rückseite ident zum P6. So ist man dann wohl geneigt vor allem einen kritischen Blick auf Oszillatoren und Filter zu werfen. Was ich zumindest für den Prototyp sagen kann ist, dass die Oszillatoren anders klingen. Selbst der Sub verwendet zu meiner Freude im OB-6 eine SQR, anstelle der TRI Wave wie sie im P6 Verwendung findet. Das Filter ist ein 2-pole und am SEM angelehnt oder wie es DSI nennt „inspiriert“. Und ich bin der Meinung, dass man diese Unterschiede in einigen der Audiobeispiele sehr gut heraushören kann. Es ist aber wohl so, dass es eigene Oberheim Voiceboards sind, die sich an den SEM Modulen orientieren. Mit allen daraus resultierenden Konsequenzen, auch in klanglicher Hinsicht. Daher wäre vielleicht auch der OB-X das passendere Vergleichsobjekt. Aber zum Thema Vergleiche komme ich gleich noch..

Apropos Oszillatoren, ich hatte den Eindruck, dass sie das Filter etwas stärker anfahren, als das beim P6 der Fall ist. Da fallen mir übrigens eben die Kollegen von SyntheticThings ein, die das glaube ich in ihrem OB-6/P-6 Vergleichsvideo ebenfalls festgestellt haben SyntheticThings [Link am Ende].

Mit Vergleichen, kommt mir vor, verhält es sich wie mit Statistiken – jeder liest das heraus, was er sucht. Oder anders gesagt, läge mir zum Beispiel etwas daran, die Unterschiede herauszustreichen, dann würde ich beim P-6 gleich einmal das 4-Pol mit der Envelope negativ modulieren, zuvor den Mischer ordentlich anfahren und als Sahnehäubchen den Chorus draufsetzen. Dann das „Gleiche“ im OB-6 machen und die beiden Klänge miteinander vergleichen. Ich wette, keine 24 Stunden später wäre ein anderes Beispiel im Netz, das genau das Gegenteil beweisen soll. Die jeweilige Gruppe wird dann vermutlich das Beispiel wählen, das die eigene Sichtweise bestätigt. Das muss man einfach am besten selbst herausfinden. Und weil ich gerade den Chorus erwähnt habe, der ist übrigens ein gutes Beispiel für kleine Unterschiede. Denn der Chorus des OB-6 verhält sich klanglich anders, im Sinne von – meines Erachtens – besser. Es sind also nicht nur die offensichtlichen Bereiche wie Oszillatoren und Filter, sondern auch Kleinigkeiten. Um gleich noch bei der Effektsektion zu bleiben, was es z.B. nur im OB-6 gibt sind der sehr gute Phaser 3 und ein Ring-Modulator. Aber der Hauptunterschied resultiert aus Oszillatoren und Filter. Vermutlich übrigens kein Zufall, dass man sich im Falle des OB-6 „nur“ für ein 2-Pol Filter entschieden hat.

Bevor ich mich da aber jetzt in Details verliere, ich vermute der Hintergrund Deiner Frage ist der, dass Du wissen willst, was jemand machen soll, der sich nur für eines der beiden Instrumente entscheiden kann. Da gibt es aus meiner Sicht im Prinzip nur eine wirklich gute Vorgehensweise. Sich die Zeit und einen eigenen Kopfhörer mitnehmen, um ein Musikgeschäft aufzusuchen, das beide Instrumente vorführbereit hat. Je nachdem, wonach man auf der Suche ist, wird man selbst fündig oder eben auch nicht. Allerdings muss man dann auch die Verantwortung für seine Entscheidung übernehmen. Hätte ich mich übrigens auf die damals im Internet grassierende Meinung bezüglich Prophet-12 verlassen, wäre mir ein außerordentlich interessanter Synthesizer entgangen.

DSI OB-6 Seitenteile

Peter G:
Wo liegen denn Deiner Meinung nach die jeweiligen Stärken und Schwächen der beiden. Könntest du Empfehlungen aussprechen für etwaige Einsatzbereiche?

Peter M:
Ich glaube, dass jeder, der mit dem OB-6, dem Prophet-6 oder irgendeinem anderen Synthesizer arbeitet, seinen eigenen Zugang haben wird bzw. hat. Und das ist, genau so wie es ist gut. Lass mich vielleicht noch eine kurze Geschichte anbringen, die gut dazu passt. Unlängst hat jemand, auf dessen Meinung ich etwas gehalten habe, sinngemäß gemeint „El Capitan ist super für Musik“. Was mache ich? Vertraue, installiere … und dann habe ich zwei Tage gesessen, um alles wieder zum Laufen zu bringen. Von daher ist mein Verhältnis zu Empfehlungen gerade etwas angespannt [lacht]. Letzten Endes habe ich mich aber über mich selbst geärgert. Da geht mir zu viel Verantwortung mit einher, vor allem dann, wenn Empfehlungen allgemeiner Art sein sollen. Bei Freunden und Kollegen, die ich kenne, ist das etwas ganz anderes. Und in dem Fall ist es auch ein Meinungsaustausch, aber allgemeine Empfehlungen möchte ich keine abgeben und ich hoffe das ist okay.

Aber ich will versuchen, Deine Frage trotzdem zu beantworten, aus meiner Sicht. Leider hat sich in den wenigen Tagen herausgestellt, dass mir der OB-6, obwohl ich ihn rein äußerlich nicht sonderlich mag, sehr ans Herz gewachsen ist. Damit Klänge und Sequenzen zu erstellen, ist wie von selbst gegangen und am Ende hatte ich einige Songideen und das ist, was mich in erster Linie ein Musikinstrument kaufen lässt. Und weil ich gerade den Sequencer angesprochen habe, da würde ich mir doch etwas mehr „Flexibilität“ wünschen. Damit meine ich, dass ich sehr gut mit ein paar zusätzlichen Funktionen leben könnte, weil das Ding einfach gut ist, Spaß macht und eben Ideen liefert. Dieser Wunsch bezieht sich natürlich auf den Sequencer allgemein und gilt daher für OB-6 und P-6.

Wo liegen nun für mich die Stärken des OB-6? Ganz klar, da sind einmal all die Pads. Alter Manier ebenso wie neuer [Modern Pad Link SoundCloud]. Dann natürlich das, was überbegrifflich als „Stabs“ bezeichnet werden kann, wobei, das geht natürlich auch mit dem P-6, sie klingen halt anders. Und auf den Klangcharakter bezogen, der Prophet-6 schneidet eher durch den Mix, der OB-6 bringt die Breite, wenn ich es stark vereinfacht formulieren darf.

OB-6 Panel 1

Peter G:
Bevor ich jetzt zur Schlüsselfrage komme, würde ich gerne noch wissen, ob du je einen Oberheim OB-X, Xa oder OB-8 gespielt hast?
Du kannst dir ja denken, warum ich das frage ;-)

Peter M:
Ja, ich hab’s vorhin schon befürchtet [lacht]. Ich beginne einmal mit dem einfachen Teil. Gespielt habe ich jeden von Dir genannten, aber z.B. auch einen 8-Voice bei einem besonders netten Kollegen, nicht weit weg von mir, in der Schweiz. In meinem Besitz befanden sich aber ein OB-8, den ich sehr mochte und Mitte der Achtziger ein Oberheim Matrix-12. Die, die mich kennen, kennen auch meinen Standpunkt zum Matrix-12. Die Minderheit derer, die ihn gar nicht mögen, hat mich als Mitglied.

DSI OB-6 + P6 B

Peter G:
Immer wieder interessant, ich bin Besitzer eines Oberheim Xpanders und auch großer Fan der Matrix Synthesizer.

Peter M:
Um aber nicht missverstanden zu werden, ich bin ein großer Fan der Synthesizer von Tom Oberheim, halt nur nicht aller [lacht]. Mein Favorit, wenn Du so willst, ist der Oberheim OB-Xa. Weil ich in den letzten Tagen ziemlich viel im Internet eingesetzt war und es immer wieder um die „Brightness“ ging, hätte ich dazu eine Anekdote, wenn Du willst.

Peter G:
Gerne..

Peter M:
Das musstest Du jetzt sagen [lacht] … Als ich mich dazu durchgerungen habe, meinen Oberheim OB-8 zu verkaufen, das muss so um das Jahr 2000 gewesen sein, habe ich ihn zu seinem neuen Besitzer nach Kärnten gebracht. Der wiederum war schon glücklicher Eigentümer eines Exemplars und so konnten wir bei ihm im Studio beide nebeneinander testen und… ich traue es mich jetzt fast nicht sagen… und vergleichen [lacht]. Und da ist uns beiden ziemlich die Kinnlade runtergefallen. Obwohl sich beide Exemplare in äußerlich hervorragendem Zustand befanden und auch alle Stimmen und Filter taten, was sie sollten, war der Klangcharakter unterschiedlich. Und ich rede hier nicht von Nuancen. Das vorhandene Exemplar war „dunkel“ mein Ex wesentlich „heller“. Keine Frage, beide hatten ihre klanglichen Vorzüge und so gab es kein „besser“ oder „schlechter“. Aber der Unterschied war signifikant und am Ende hat der Eigentümer es pragmatisch gesehen und war glücklich.

Peter G:
Habt ihr denn eine Erklärung dafür gefunden?

Peter M:
Nein, nicht wirklich. Wir haben aber auch nicht begonnen, die Instrumente aufzuschrauben. Was vielleicht auch noch interessant ist, vor Kurzem erst habe ich erfahren, dass beide Exemplare mittlerweile nicht mehr einwandfrei funktionieren. Sehr schade. Aber lass uns wieder zurück zum OB-6 kommen…

OB-6 Panel 2

Peter G:
Und hattest du den Eindruck, dass der OB-6 diese Legenden wieder zum Leben erweckt? Ich weiß, der OB-6 ist keine Replik – aber auf der anderen Seite punktet er ja trotzdem mit Namen und ein wenig auch dem Look. Man sollte also doch erwarten, dass er nicht klingt wie ein x-beliebiger Analogsynthesizer, sondern eben wie ein Oberheim.

Peter M:
Ich hatte unlängst in einem Forum eine ähnliche Diskussion … letztendlich ist die dahinter stehende Frage wohl die, ob der OB-6 nach „Oberheim“ klingt. Uns ist natürlich allen klar, dass es bei den von Dir aufgezählten Instrumenten, aber natürlich auch beim Oberheim 4/8-Voice und anderen Modellen deutliche Unterschiede gibt. Bleiben wir der Einfachheit halber beim Filter. Der Oberheim OB-X hatte ein SEM 2-pole state variable, wohingegen Oberheim OB-Xa und Oberheim OB-8 mit CEM3320 ausgestattet waren. Letztere boten 2-pole und 4-pole Lowpass. Der OB-6 hat ein… wie nennt es DSI so elegant? „State variable filter design… inspired by the original SEM“… irgendwie so in der Art. Und dennoch, die meisten Oberheim Instrumente zeichnet etwas aus, das wohl viele von uns als „den Oberheim Sound“, somit quasi die Schnittmenge, wenn Du so willst, bezeichnen würden. In der höre ich den OB-6 eindeutig. Ob er jetzt mehr nach Matrix klingt oder OB-… das sollte jeder für sich herausfinden. Für mich sind das leere Meter, ich möchte damit Musik machen. Dave hat übrigens in einem Gespräch sinngemäß gesagt „Wenn der Oberheim OB-8 Sound das ist, was Du willst, dann gibt es eine Möglichkeit, diesen zu bekommen. Du kaufst Dir einen OB-8“. Das klingt jetzt etwas salopp, aber er hat Recht. Zudem vermute ich, dass man ihm diese Frage an jenem, und wohl nicht nur an diesem, Tag nicht das erste und einzige Mal gestellt hat. Ich bin mir aber sicher, dass sowie der OB-6 erhältlich sein wird es nicht lange dauern wird, bis es derartige 1/1-Vergleiche geben wird. Und die sind dann meines Erachtens auch aussagekräftiger.

DSI OB-6 Holzseitenteile

Um aber nochmals auf die „Schmittmenge“ zurück zu kommen, sprich ob der OB-6 nach Oberheim klingt, die Frage ist natürlich völlig berechtigt. So wie Du richtig festgestellt hast, ziert Toms Unterschrift die Rückseite und der Look ist auch eindeutig. So stellen sich vermutlich viele von uns exakt diese Frage, mich selbst eingeschlossen. Nach dem Durchhören einiger sehr guter Patches meiner Kollegen, habe ich darauf aber keine befriedigende Antwort gefunden. Daraus entstand dann die Idee, einen guten Teil meiner Patches, falls möglich, in diese Richtung zu programmieren. An dieser Stelle passt es gut meinen Monolog [lacht]… zu beenden und ich lasse die Sounds aus Demo #1 und #2 für sich sprechen. Wichtig! Man hört es aber ohnehin, die internen Effekte werden bei einigen Klängen ein- und ausgeschaltet, so ist z.B. zu Beginn von Demo #2 das Pad die ersten vier Akkorde lang „dry“ und dann folgen die selben Chords „wet“. Bei einem anderen hört man den Phaser, dann ist er weg und bei den Staccato-artigen Chords aktiviere ich ihn wieder. Da der EFX-Schalter on/off für beide ist, ist damit immer die gesamte Effekteinheit entweder aktiviert oder deaktiviert.

OB-6 Panel 4

Peter G:
Was sagst du zum Preis-Leistungs-Verhältnis? Würdest du Interessenten bei diesem Preis zu einem anderen Analogsynthesizer raten oder könntest du uneingeschränkt den OB-6 empfehlen?

Peter M:
Das kann und will ich aus zwei Gründen nicht machen. Den einen kennst Du [lacht] und der zweite ist, dass ich seit dem ersten Tag ein massiver Gegner der „Geiz ist geil“ Mentalität bin. Alles soll möglichst wenig kosten, am besten gratis sein, aber man selbst soll halt dann schon den super bezahlten Job haben… oder umgemünzt auf die Musikbranche, „Musik muss gratis sein, deswegen ziehe ich mir das jetzt mal runter. Aber mein Nummer 1 Hit, der soll mich halt schon zum Millionär machen“. Ich weiß, dass ich mich da jetzt sehr exponiere, aber ich habe keinen Bock, mich zu verbiegen. Tom gönne ich es und wer weiß, vielleicht verwendet er das Geld ja auch, um den SO4 doch noch eines Tages auf den Markt zu bringen. Ihm und uns würde ich es wünschen.

Ja, der OB-6 hat seinen Preis, aber ich bin so alt, dass ich weiß, wie ich mir damals die Nase an den Auslagen platt gedrückt habe, um nur einen derartigen Polyphonen zu bekommen. Und die Preise für analoge Synthesizer waren damals im Vergleich jenseits von Gut und Böse. Um aber wieder in die Gegenwart zurück zu kehren, wenn ich mir ansehe, was Moog z.B. für den Voyager und da vor allem für die XL-Version verlangt… aber auch hier gilt, diese Frage kann nur jeder für sich selbst beantworten.

Um aber nochmals auf den OB-6 zurück zu kommen, sowie ich das Geld zusammen habe, wird er bestellt. Denn die nächsten Projekte warten und ich hoffe, dass der OB-6 mich bei diesen genauso inspirieren wird, wie er das während der paar Tage getan hat, an denen er hier bei mir im Studio war. Und das waren definitiv zu wenige.

Peter G:
Vielen Dank Peter, für diesen ausführlichen Tech-Talk, deine Zeit, die Bilder und die Audios!!!

Peter M:
Wie immer, sehr gerne.

DSI OB-6 FrontB

Fact Sheet des Dave Smith Instruments OB-6

OSCILLATORS
  • Two discrete VCOs per voice
  • Continuously variable wave shape (sawtooth and variable-width pulse, plus triangle on oscillator 2) per oscillator
  • Pulse width per oscillator
  • Hard sync: oscillator 1 syncs to oscillator 2
  • Square wave sub-octave generator (oscillator 1) per voice
  • Low frequency mode (oscillator 2)
  • Keyboard tracking on/off (oscillator 2)
  • Oscillator detune amount for increased tuning instability, from subtle to extreme
MIXER
  • Oscillator 1 amount
  • Oscillator 1 sub-octave amount
  • Oscillator 2 amount
  • White noise amount
STATE-VARIABLE FILTER
  • Two-pole, resonant, filter per voice with low-pass, high-pass, band-pass, and notch functionality inspired by the original Oberheim SEM filter
  • Bi-polar filter envelope amount
  • Velocity modulation of envelope amount
  • Keyboard tracking: off, half, full
FILTER ENVELOPE
  • Four-stage (ADSR) envelope generator
  • Velocity modulation of envelope amount
AMPLIFIER ENVELOPE
  • Four-stage (ADSR) envelope generator
  • Velocity modulation of envelope amount
LOW FREQUENCY OSCILLATOR
  • Five wave shapes: sine, sawtooth, reverse sawtooth, square, and random (sample and hold)
  • Clock sync (internal or external MIDI clock)
  • Initial amount
  • Mod destinations: oscillator 1 frequency, oscillator 2 frequency, oscillator 1 and 2 pulse width, filter cutoff, filter mode, amp

X-MOD

  • Sources: filter envelope (bi-polar) and oscillator 2 (bi-polar)
  • Destinations: oscillator 1 frequency, oscillator 1 shape, oscillator 1 pulse width, filter cutoff, filter mode, normal to bandpass filter

AFTERTOUCH

  • Source: channel (mono) aftertouch with bi-polar amount
  • Destinations: oscillator 1 frequency, oscillator 2 frequency, LFO amount, amplifier envelope amount, filter envelope amount, filter mode

CLOCK

  • Master clock with tap tempo
  • BPM control and display
  • MIDI clock sync

ARPEGGIATOR

  • Selectable note value: 16th note, 8th note triplet, 8th note, dotted 8th note, quarter note
  • One, two, or three octave range
  • Up, down, up/down, random, and assign modes

SEQUENCER

  • Polyphonic step sequencer with up to 64 steps and rests

EFFECTS

  • Stereo analog distortion
  • Dual, 24-bit, 48 kHz digital effects, including: reverb (room, hall, plate, spring), delay (full bandwidth digital delay and emulated bucket brigade), chorus, flanger, phase shifters, and ring modulator
  • Delay sync
  • True bypass maintains fully analog signal path when digital effects are off

PERFORMANCE CONTROLS

  • Full-sized, semi-weighted, 4-octave keyboard with velocity and aftertouch
  • Backlit pitch and mod wheels
  • Spring-loaded pitch wheel with selectable range per program (1 to 12 semitones up and down)
  • Transpose controls for an 8-octave range
  • Hold switch latches held notes on
  • Polyphonic portamento
  • Unison (monophonic) mode with configurable voice count, from one to all six voices, chord memory, and key modes
  • Manual switch: when on, the front panel is live; what you see is what you hear

PATCH MEMORY

  • 500 user and 500 factory programs in 10 banks of 100 programs each
  • Direct program access, including single-button access to the current set of 10 programs

IN/OUT

  • Left/mono and right audio outputs (2 x 1/4” phone jack)
  • Headphone output (stereo, 1/4” phone jack)
  • MIDI in, out, and thru ports
  • USB for bidirectional MIDI communication
  • Filter cutoff expression pedal input
  • Volume expression pedal input
  • Sustain footswitch input
  • Sequencer start/stop footswitch input

Der Dave Smith Instruments OB-6 on YouTube

Tolles YT-Video mit einem schönen Vergleich zwischen Dave Smith Instruments OB-6 und Sequential Prophet-6.

Ab sofort steht auch ein deutsches Handbuch für den OB-6 als PDF-Download auf der DSI-Seite bereit und zwar HIER.

Fazit

Der Dave Smith Instruments OB-6 konnte klanglich absolut überzeugen, Anders als bei frühen DSI-Instrumenten (z.B. frühe Evolver und Prophet 8 Serie), ist auch der OB-6 hervorragend verarbeitet und steckt in einem massiven Gehäuse aus Holz und Metall. Der klassische Klangcharakter erinnert tatsächlich stark an die berühmten Vorbilder OB-X, OB-Xa und OB-8. Trotz des hohen Preises können wir den OB-6 jedem empfehlen, der einen überzeugenden, polyphonen Anlogsynthesizer sucht. Da wir annehmen, dass DSI sicher auch wieder eine Rackvariante auf den Markt bringen wird (ähnlich wie beim Prophet-6) wäre unsere Empfehlung an den Hersteller, auch Variante mit unterschiedlichem Tastaturumfang anzubieten (ähnlich wie das Roland, Korg und Yamaha bei ihren Workstations machen). Dave Smith hat es auf jeden Fall wieder einmal geschafft, den Markt analoger Synthesizer um ein ganz ausgezeichnetes Modell zu bereichern. Was kommt als nächstes Dave? Wenn doch schon bloß Januar wäre ;-)

Plus

  • überzeugender, eigenständiger Analog-Sound
  • klassischer "Oberheim" Soundcharakter
  • hochwertige Verarbeitung
  • WYSIWYG Oberfläche und daher sehr gut zu bedienen

Minus

  • kein Display für das Benennen von Sounds
  • keine CV/Gate Ein- oder Ausgänge

Preis

  • Ladenpreis: 3.279,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    herw  

    ein sehr kurzweiliges und interessantes Interview.
    Ich bin ein großer Fan von Software-Synthesizern (REAKTOR), aber auch Hardware Modularsystemen (Doepfer) und kann nur bedingt den Analog-Hype zu Synthesizern nachvollziehen.
    Sehr positiv finde ich, dass bei Hardware Synthesizern die Haptik sehr schnell verführt (besser antreibt), den Sound von Hand zu verändern und individuell beim Spiel zu gestalten.
    Klanglich bemerkt man allerdings den Staub vergangener Sounds – aber das ist Geschmacksache.
    Den Oberheim-Sound habe ich tatsächlich an den Klangbeispielen erkennen können. Die Filter packen ordentlich zu.
    Das Video zum Klangvergleich fand ich eher ernüchternd (Unterschiede – Gemeinsamkeiten).
    Wenn die Unterschiede angesprochen wurden, hatte ich eher den Eindruck, dass diese hauptsächlich durch den jeweils zugemixten Suboszillator entstehen (Dreieck – Rechteck). Rechteck ist generell druckvoller als Dreieck.

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        TobyB  RED

        Hallo Peter,

        wobei Peff ja nun wirklich musikalisch aus einer anderen Ecke kommt und wirklich ein Tausendsassa ist, Seine Mods für Rebirth und diverse andere Sachen würde ich schon als Klassiker bezeichnen. Kurt ist da schon ziemlich gut drauf :-)

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          AMAZONA Archiv

          Das ist er in der Tat. Sehr feine Sounds und ich kann mich Deinen und herws Worten nur anschließen. Und was die sounds von Cord, anderer und meiner Wenigkeit betrifft – ich sehe die Aufgabe darin das Spektrum nach Möglichkeit abzubilden und Interessenten _eine Idee_ geben wohin es gehen könnte. Ab da sollte dann meiner Meinung nach jeder seinen Weg gehen. Wobei… ich hätte mich ja gerne mehr über das Soundprogrammieren und da z.B. um das unterschätzte Kapitel „die Macht des Mixers“ unterhalten. Als ich den OB-6 hatte war mir aber nicht klar, dass es zu diesem Interview kommt und so gibt es zumindest zur Zeit keine Beispiele und was sind Wort über klangliche Unterschiede ohne Beispiele? Daher auch mein Verweis auf die zu erwartenden Youtube Videos in denen OB-8 und OB-6 etc. für die verglichen werden, die diese Frage brennend interessiert. Ich sehe das exakt so wie Marius es weiter unten beschrieben hat. Oder anders gesagt, wenn das für andere von Wichtigkeit ist, respektiere ich das. Für mich ist in erster Linie wesentlich ob mich ein Instrument inspiriert, zum Klangschrauben, vor allem aber zum Musizieren.

          Liebe Grüße,
          Peter

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            TobyB  RED

            Peter,

            da kann ich jetzt nichts mehr hinzufügen und muss dir 100% zustimmen. Ich sehe das auch wie Marius, man kann sich natürlich über die Unterschiede unterhalten. Aber das wesentliche ist, was fang ich an, was mache ich. Am Ende des Tages sind es Werkzeuge mit denen wir unsere Sounds machen und in einem hoffentlich genialen Mix zu Gehör bringen.

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              AMAZONA Archiv

              Natürlich sind Unterschiede manchmal auch wichtig. Wenn ich bspw. lese, dass And.Ypsilon 20 verschiedene VCA’s benutzt, weil er da Unterschiede raushört, dann kann ich das durchaus nachvollziehen und finde das gar nicht mal so abwegig. Aber der Fokus der meisten Leute scheint nur darauf ausgerichtet zu sein, die neuen Synths als schlechten Neuaufguss zu enttarnen, die Klangmäßig gar nichts mit dem einzig echten und wahrem Original zu tun haben. Wenn ich am neuen Gerät rumschraube und völlig weggeblasen bin, sind mir solche Argumente schnurzpiepe :D Mal abgesehen davon, dass der OB-6 ja keine Kopie oder Neuauflage sein will.

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                TobyB  RED

                Ei Gudde Marius,

                du weisst was ich meine ;-) am Ende sind es Klangwerkzeuge. Ich denke da sind wir schon nicht viel anders drauf. Mir ist das auch schnurzpiep ob mich nun Aira/Boutique kickt oder ich mich am Originalrauschen des Juno Chorus erfreue. Beides hat seine Berechtigung. Ausserdem gefällt mir die Implikation nicht, das die Leute heute keine guten Synths mehr bauen, denn das stimmt nun wirklich nicht.

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    AMAZONA Archiv

    Schöner Bericht und Danke an 2x Peter. ;) Ich denke DSI wollte den Oberheim Sound in die Neuzeit übertragen und hat keine exakte 1:1 Kopie erschaffen, sondern einen weiteren Oberheim mit ganz eigenständigem Klangcharakter. Der OB-6 hat irgendwie von allem etwas und wie Peter schon sagt, es ist eine Schnittmenge aus 40 Jahren Oberheim Sound. Mich erinnert der Klang mehr an den Xpander/Matrix als an die alte OB Serie dessen Sound ich hier natürlich im Ohr habe aber die Möglichkeiten gehen noch darüber hinaus. Die ungezähmte Kraft und Wildheit eines OB-X oder Four Voice erreicht der OB-6 aber nicht annähernd. Ich würde sagen er klingt modern analog mit süßem Schlagobers-heim Häubchen. :) Ein wirklich guter Synthesizer. Vielleicht sogar der beste, moderne Analogsynth den es momentan zu kaufen gibt.

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      AMAZONA Archiv

      Und was den Preis betrifft, man darf nicht vergessen dass ein OB-Xa 1980 stattliche 14.000 DM gekostet hat, was heute auch in etwa 14.000 Euro entspricht wenn man die Inflation berücksichtigt. Qualität hat seinen Preis. Die Leute sind nur verwöhnt, von der Schwemme der Billigsynths und Software in den letzten Jahren. ;)

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        Mick  AHU

        Das ist richtig mit dem Preis, hat aber folgenden Haken.
        1980 gabe es keine andere Möglichkeit diesen, oder änlichen Sound zu bekommen! Das kann aber inzwischen so manch eine Emulation. Das Teil, genause wie den P6, leisten sich nur wenige, und wenn der Dollar mal wieder fällt, noch einmal ganz wenige. Die Zukunft liegt bei Modular, kleine analoge Monophone, sowie wohl bald wieder VA ala Roland Boutique. 1000,- Teuronen wird die Schmerzgrenze sein, ausser bei Sammlern !

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          k.rausch  RED

          Die Möglichkeit Anfang der 80er war, sich statt des teuren Oberheims einen Polysix oder Juno 6 zu kaufen, wenn die große Kohle nicht da war. Und sich dann große Mühe zu geben, trotzdem irgendwie an das angepeilte Klangideal ranzukommen. Die seit einigen Jahren mangelnde Bereitschaft richtig Geld auszugeben, hat nun für Instrumente im Bereich 500 bis 1000 Euro gesorgt. Die müssen also in Stückzahlen rausgehen, damit genügend Entwicklungsgeld da ist. Und oft nicht im Herstellerland gebaut werden, damit das klappt. Und die gelegentlich kritisierte Verarbeitungsqualität bei diesen Instrumenten ist da verortet.

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            Soundreverend  

            Ich glaube das ging eher in Richtung Poly 800 :-) Als ich mit dem Roland Katalog in den Musikladen gegangen bin, so ca 1983/84 schrieb mir der nette Herr hinter der Theke „3250.-“ neben den Juno 60 und ich bin frustriert wieder raus… und dann kam der Poly 800 und ich konnte ihn mir endlich einen Synthesizer kaufen, musste aber für den Rest des Jahres auf 20 Mark Taschengeld im Monat verzichten… Von daher finde ich es toll das es heutzutage Synths in jeder Preisklasse gibt, von den Volcas zum MicroBrute und Minilogue und Boutiques und alle klingen gut und man kann Musik damit machen. Und alles Hardware und keine Plugins…

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            Mick  AHU

            …klar, warum und wieso ist die eine Sache, aber es ist nun einmal so. Wer ist die Käuferschaft von echten Analogen über 2000,-€?…ich tippe 40J. aufwärts, die haben früher in einer Band gespielt, und wollen es mehr aus nostalgischen Gründen, wie aus musikalischen. Die jüngeren unter uns geben einfach dafür kein Geld mehr aus, denn sie wissen, es geht auch anders. Und zu guter Letzt, seht Euch mal das 3. Video von dem Marek Pompetzki auf Musotalk an. Der hat ein Arsenal an Klassikern da stehen, und man merkt, der Junge weiß gar nicht, was er damit soll (er benutzt die Presets)! Problem, er hat die Kohle ! Nur das haben andere junge Leute eben nicht, und darum max. 1000,-€, ansonsten keine Käuferschaft sub 35Jahre ! Na ja, DSI und Co. sollen das ausnutzen,…denn das kommt nie wieder ! Denn wir Ü45 sind dann Ü70, und bekommen Mindestrente ;-) nix mehr nen Analogen nebenbei!

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              AMAZONA Archiv

              Sehe ich anders. Die echten Nostalgiker (Ü40 :D ) die mit Depeche Mode, Van Halen und den Simple Minds groß geworden sind kaufen sich keinen OB-6, die holen sich einen OB-Xa, OB-8 oder Xpander. Außer vielleicht die ängstlichen Nostalgiker :D , denn hier gibt es Garantie und die Hoffnung dass die Kiste nicht so schnell abraucht und zum Geldgrab wird. Kann ich auch verstehen, wobei man natürlich wieder an der Originalität Abstriche machen muss. Achja und dann gibt es noch die Musiker mit etwas Kleingeld in der Tasche…. Ein doch gar nicht so kleiner Markt. Der OB-6 wird kein inflationäres Massenprodukt wie der KARP Odyssey oder Roland`s Boutique Serie. Das will er auch nicht sein.

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                c.hatvani  AHU

                Nun, der Prophet-6 ist der bestverkaufte DSI Synthesizer, obwohl er 3000 Euro kostet. Ich vertraue auf meine Ohren – wenn ein Gerät wie OB-6, Prophet-6 oder auch Korg Minilogue für meine Begriffe wie ein klassischer, guter Polysynthi klingt, dann her damit!

                Was mich etwas enttäuscht ist, daß der Lowpass-Filter im OB-6 nur 12 dB/Okt. bietet. Rein auf dem Papier wird er so meinen Matrix-6 nicht ersetzen können.

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                Mick  AHU

                Also ich könnte mir den leisten, will es aber nicht, weil ich rational denke: „Was bekomme ich alles für das gleiche Geld!?“
                Aber nicht falsch verstehen, mit sicherheit ein Hammer Synth, es sei jedem vergönnt damit glücklich zu werden!

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        AMAZONA Archiv

        Ich habe es dir ja schon vor ein paar Tagen angedroht, ich warte noch 10 Jahre bis der OB-6 auch Vintage ist und dann kaufe ich den. ;)

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    Soundreverend  

    Vielen Dank für den wie immer tollen Bericht!! Bezüglich des Preises darf man vielleicht auch nicht vergessen, dass DSI eine kleine Firma ist und auch wahrscheinliche kleinere Stückzahlen beauftragt/fertigt, dazu made in USA und nicht China. Und Support – Updates/Retouren/Forum etc – wird ebenfalls geleistet, wie z.B. vor kurzem bei dem neuen Firmware Update für den Prophet 12.

    Ein Punkt zu den VCOs habe ich noch. Eigentlich sind es ja eher diskrete DCOs, da sie von digital erzeugten Spannungen gesteuert werden :-) Dave Smith beschreibt das in diesem Video ganz gut: https://www.youtube.com/watch?v=nrCEmncGz-o ab ca. 1:40

    Aber ist das wichtig?

    Schönes Wochenende!

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      Allroundlaie

      „Ein Punkt zu den VCOs habe ich noch. Eigentlich sind es ja eher diskrete DCOs, da sie von digital erzeugten Spannungen gesteuert werden“
      Nein es sind und bleiben VCOs. Es ist egal wie die Steuerspannungen erzeugt werden, der Oszillator bleibt analog, die Frequenz wird nicht digital generiert. Auch ein OB-X und ein Prophet 5, Jupiter 8 etc. etc. erzeugen ihre Steuerspannungen digital, wie sonst sollte man auch Presets abspeichern können?
      Ein DCO ist im Synthesizerkontext im Endeffekt ein VCO welcher seiner Fähigkeit zu oszillieren beraubt wurde und stattdessen dauerhaft durch einen digitalen Frequenzgenerator synchronisiert ist.
      Die angelegte Spannung an diesen „DCO“ bestimmt so nur noch die Ausgangsamplitude nicht aber die Frequenz.
      Somit ist ein DCO im Gegensatz zum rein anlalogen VCO ein digitaler Oszillator mit analogen Waveshaper.
      Ob die Steuerspannung für den VCO jetzt von einem Potentiometer, einem kapazitiven Touchkeyboard aka. Macbeth Elements, einem Digital-Analog-Converter oder sonstwoher erzeugt wird ist dabei total egal.
      Diese Lektüre hilft vielleicht das ganze besser zu verstehen, hoffe ich:
      http://seq.....works.html
      http://ele.....juno-dcos/

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    patchpoint  

    Toller Bericht, tolle Soundbeispiele!

    Meiner Meinung nach bekommt man den Sound den man bezahlt. Einige werden jetzt wohl sagen, „nein, meine Boutique klingen super“, aber Ich teile diese Meinung nicht.
    Wem dieser Synthesizer es Wert ist, der wird bezahlen. Schließlich besitzt ja auch jeder zweite heutzutage ein Handy, welches Unmengen an Geld verschluckt und da nörgelt auch keiner am Preis. Es wird gekauft.
    Also immer den Nutzen sehen und was man für sein Geld bekommt und da muss ich sagen, ist dieser Synth sein Geld Wert.

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    gutzufuss  

    Auch wenn dieses Gerät für meinen Geldbeutel vorerst nicht in Frage kommt, finde ich den Weg von DSI, der Qualität der Produkte eine höhere Priorität einzuräumen, als dem Preis, sehr gut. So entstehen Synthesizer, die sich bei guter Pflege auch in Dekaden noch spielen lassen, also die Klassiker von morgen.
    Und der monophone Matrixbrute der eher preisbewussten Schmiede Arturia wird ja auch nicht ganz billig.
    Obwohl – vielleicht nicht billig, aber günstig kann DSI auch. Der Neupreis des Mopho X4 ist ja inzwischen unter die 1.000 Euro Marke gerutscht.
    Wir dem auch sei – die Klangbeispiele gefallen und machen Lust auf mehr. Ein Anspielen beim Händler werde ich mir nicht nehmen lassen.

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    AMAZONA Archiv

    Ein interessantes Interview und auch ein sehr guter Schritt, es anstelle eines Tests zu bringen. Ich finde, dass solche Vergleiche wie „Klingt der auch wirklich nach Oberheim, Moog, Roland, Korg, Lada mit Getriebeschaden etc.?“ immer am eigentlichen Ziel vorbei schiessen. Wenn ich mit einem Synth Musik machen will, muss er vor allem geil klingen! Er sollte mir genug Möglichkeiten bieten, um die Klänge zu erstellen, die ich haben will. Ideal wäre dann noch, wenn er Problemlos in eine Mischung passt, ohne ihn mit EQ und Co zu malträtieren, bis es sitzt. Und natürlich gibt es auch Synths für unter 1000 Euro und manche sind sogar überraschend gut, aber das ist ein Vergleich von Äpfeln und Birnen. Natürlich kann man auch Dacia fahren, aber in der grünen Hölle kommt man mit einem Porsche doch besser weg. Genau so ist es mit Synths auch. Sicher gibt es auch Plug-In’s und mir juckt es auch in den Fingern, wenn ich vor Reaktor sitze… aber jeder hat andere Vorlieben und das wird leider immer seltener respektiert. Ich finde den OB-6 ziemlich geil. Es ist zwar schade, dass ich ihn mir derzeit nicht leisten kann, aber ich kann sparen ;)

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      AMAZONA Archiv

      Hallo Marius,

      Offenbar haben wir eine ähnliche Sicht der Dinge.

      Grüßte,
      Peter

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        AMAZONA Archiv

        Da das nicht so häufig vor kommt, werde ich es direkt mal im Kalender rot markieren. Da ich mit meiner Meinung oft anecke oder sehr stark polarisiere, freue ich mich auch immer, wenn ich bei dem ein oder anderem Thema auf Gleichgesinnte treffe :)

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    digital-synthologie  AHU

    Ich habe ihn auch ausprobiert und er macht Spaß. Klingt gut und es macht Spaß an den Köpfen rumzuschrauben und die Klänge zu verbiegen.

    Ob er wie ein Oberheim klingt, ist mir egal, da ich nie einen hatte oder dran gespielt habe. Da aber DSI mit dem Namen wirbt, sollte es schon danach klingen, sonst wäre es eine Mogelpackung.

    Ich werde ihn aber trotzdem nicht kaufen, sondern das Desktop-Modul, wenn es da ist, da ich genug Tastaturen habe.

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    costello  RED

    Wer wenigstens einen Abglanz des alten Oberheimsounds haben möchte, soll sich den immer noch preiswerten Matrix-1000 kaufen. Der ist wirklich gut und es gibt inzwischen auch Alternativen zum Access-Programmer (Stereoping). Ich habe meinen OB-Xa 2005 verkauft als das Musikzimmer zum Kinderzimmer wurde – mit völlig verklebter Tastatur und durchgebranntem Netzteil. Übrigens lustig, dass Peter den Matrix-12 nicht mag. Ich hatte den OB-Xa 1985 (immer noch für stolze 5000 Märker) von Michael Gerlach (Eloy) gekauft, weil der sich den damals brandneuen Matrix-12 holte. Nach einer Woche rief er an und fragte, ob er sich den alten OB-Xa nochmal fürs Studio ausleihen dürfe. Der Sound sei einfach ungeschlagen… Geschichten aus dem alten Berlin ;-)

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      AMAZONA Archiv

      Danke, für das Teilen der Anekdote mit Michael Gerlach. Bin ich also doch nicht alleine. :)

      Grüße,
      Peter

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      TobyB  RED

      Hallo Costello,

      wobei der Matrix 1000 doch etwas anders klingt. Ich habe einen und möchte den nicht missen. Aber die ganz fetten Sweeps kann er nicht so. Was man aber gut hinbekommt und wo er dann wirkt, sind sich entwickelnde Flächen und Leadsounds. Spätestens im Modus Strings sind die Unterschiede zum Matrix 12 nicht mehr wegzudiskutieren. Dennoch halte ich ihn für Kollegen mit geringerem Budget für eine gute Wahl. Sie müssen nur bereit sein, sich intensiv mit der Controllerthematik und der Programmierung auseinander zu setzen.

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        costello  RED

        Hallo TobyFB,
        ja klar gibt es Unterschiede, zum Matrix-12 und stärker noch zu den alten OB’s. Da brauche ich nur in meine alten rauschenden Session-Tapes reinzuhören. Ich finde aber auch gut, dass Peter in einem Nebensatz erwähnt hat, dass die beiden OB-Achter, mit denen er zu tun hatte, eben nicht mehr einwandfrei funktionieren. Das muss man sich bei aller Vintage-Nostalgie wirklich klar machen. Da fließen Geld und manchmal auch Tränen. Beim Matrix-1000 tut’s nicht ganz so weh, wenn er eines Tages den Weg zum großen Oszillator im Synthie-Himmel antritt.

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          TobyB  RED

          Hallo Costello,

          das stimmt. Ich beschränke mich bei meiner Sammlung an Vintage Geräten auf das was ich einsetze und hier nicht Staub fängt. Und Geräte die ich zur Not noch selber reparieren kann. Augenmerk sind hier sicher die Ersatzteile. Beim Matrix 1000 passt das noch. Aber dennoch generell wird es schwieriger. Was auch logisch ist. Ein Z80 oder U8080 sind nicht mehr zeitgemäss. So sehr ich meine Juno und P6 oder die anden mag und bespiele. Es sind halt doch betagte Instrumente und die brauchen Pflege, Wartung, Kalibrierung.

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          AMAZONA Archiv

          Hallo costello,

          Marko ist ein gutes Beispiel dafür und bestimmt nicht das einzige, dass die alten Instrumente einwandfrei funktionieren. Das Risiko bleibt und das abzuschätzen obliegt jedem selbst.

          Peter

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            AMAZONA Archiv

            Es ist in etwa vergleichbar wie mit Oldtimern, einer neuer Ford Mustang GT ist schneller, leistungsfähiger, einfacher zu fahren, moderner und hat dazu auch noch Garantie. Aber er hat nicht mehr den Charme eines 68er Mustang. In solch einen alten Synthesizer muss man viel Liebe und Herzblut stecken, darf keine Anst davor haben dass mal etwa snicht so funktioniert wie man will und man muss auch ein bisschen verrückt sein. ;) Für den das zutrifft der findet eh keine Alternative aber für alle anderen ist der OB-6 ein wunderbarer Synthesizer mit dem man sehr viel Spass haben kann.

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            costello  RED

            Stimmt, in Markos Videos sehen die schönen Teile immer pikobello aus. Aber der Marko macht das ja auch hauptberuflich und da sind die Wartungsintervalle bestimmt so regelmäßig wie bei mir die Paradontoseprophylaxe ;-)

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              AMAZONA Archiv

              Na ich glaube, der Marko hat da in Wirklichkeit überall den Virus drin und schraubt nur das Gehäuse drüber. :)))

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                AMAZONA Archiv

                Man das sollte doch unser Geheimnis bleiben. :P

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              AMAZONA Archiv

              Danke! Ölwechsel und Batteriecheck alle 5 Monate. Waschanlage + Hochglanz-Wachs Behandlung im wöchentlichen Turnus.

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          AMAZONA Archiv

          Eines noch, war zu schnell.. :). Dein Argument für den Matrix-1000 aus diesem Grund kann man etwas abgewinnen. Wenn würde ich aber trotzdem auf einen OB-Xa schielen.

          Liebe Grüße,
          Peter

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      Kosh  

      vielen herzlichen dank für den tipp mit stereoping :) ein matrix 1000 kommt mir irgendwann auch mal ins haus, daher eine sehr hilfreiche info :)

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        costello  RED

        Hallo Kosh, den Matrix kann ich Dir wirklich wärmstens ans Herz legen. Einzige Einschränkung ist bei den Programmern natürlich das Live-Edtieren. Da gibt’s meistens Sprünge und das hört sich nicht so schön an. Aber um neue Programme zu erstellen ist es super. Stereoping bringt dieses Jahr übrigens auch für den Prophet VS einen Programmer heraus, sicher auch eine hochinteressante Sache.

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          AMAZONA Archiv

          Der Matrix-1000 wird immer noch extrem unterschätzt und der Klang läßt heute noch alle VAs und die meisten modernen Analogen ziemlich alt aussehen. Problem ist halt die schleppende Editierung über Software oder Hardware Controller. Gregor (stereoping) leistet hier aber großartige Arbeit. Ich warte noch auf den DX7 II Controller, den hat er mir noch versprochen. :D

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            Tyrell  RED 41

            Da schließe ich mich zu 100% an. Ich besitze sowohl Xpander als auch Matrix 1000. Fast die ganze Werksoundpallette ist für beide Geräte erhältlich und dadurch gut vergleichbar. Der Xpander klingt eindeutig fetter, aber ohne A/B-Vergleich sind die Unterschiede schwer auszumachen. Man bekommt also für einen Bruchteil der Kosten eine amtlichen, polyphonen Analogsynthesizer!!! Einfach geil der Kleine.

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            TobyB  RED

            Hallo Marko,

            der Matrix 1000 lässt sich dank einer „guten“ MIDI Implementierung fast on the fly aus der DAW und mit einem BCR200 bedienen. Ich habe für mir für Logic und CTRLR selber die Enviroments gehackt und kann aus der Spur alle Parameter steuern. Ich weiß das viele Musiker mit programmieren auf Kriegsfuss stehen, aber ein Blick in die CTRLR oder Logic Communities lohnt sich hier auf jeden Fall. Zum Klang muss ich nun wirklich nichts mehr sagen. Also einen DX 7 Controller zum drehen hätte ich auch gerne, da würde klanglich einiges abgehen ;-)

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    TobyB  RED

    Peter und Peter,

    Klassejob. Das habt ihr exzellent und sehr unterhaltsam gemacht!

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      AMAZONA Archiv

      Hallo Toby,

      Danke. Ich bin zwar offen gestanden nicht ganz glücklich mit der Bezeichnung „Test“ :-), aber wenn dieses Interview informativ und/oder amüsant war, dann ist es gut.

      Liebe Grüße,
      Peter

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    Moogfeld  

    Behringer wird sich mit seinem neuen Analogschiff beeilen müssen, da der OB6 ansonsten den auch meiner Meinung nach eher geringeren Marktbedarf auf ein Minimum reduziert. Wem die alten Saurier schon immer zu teuer und zu anfällig waren und sich bisher noch nicht aus dem Prophet 06, 08, 12 Regal bedient hat, bekommt mit dem OB6 nun ein Instrument geboten, in dem nicht nur ich persönlich die Gene der alten Poly-Schlachtschiffe in einem äußerst hohen Maße reaktiviert sehe. Viele Vintage-Freunde die immer schon so etwas wollten, denen jedoch bis dato kein Gerät den Anschaffungswiderstand von 3,0 Kiloeuro wirklich wert gewesen ist, werden jetzt wohl schwach werden. Ein paar Wünsche bleiben jedoch auch beim OB6 definitiv noch offen: Klartextdisplay, Split und Double Sounds, 5 Oktaventastatur und wenigstens mal 8 Stimmen wären noch ein Pfund mehr auf der Waagschale gewesen. Wenn Behringer qualitativ auf gleichem Level spielt, hier jedoch zusätzlich noch punkten kann, wäre das schon noch ein größerer Hammer —- ich glaube bis Mitte des Jahres warte ich doch noch ab……

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      AMAZONA Archiv

      Nun, ich denke der Behringer-Synth (so richtig dran glauben mag ich noch nicht), wird nicht unbedingt in der 3.000-Euro-Klasse angesiedelt sein. Behringers Produkte zielen nach meiner Wahrnehmung auf den breiten, nicht auf den gehobenen Markt.
      .
      Es gibt sicherlich gute Gründe Behringer einen inzwischen deutlicheren Fokus auf wertige Produkte zu bescheinigen. Der Digitalmixer X-32 ist da ein gutes Beispiel, Aber auch der ist ein Produkt des eher breiteren Marktes.
      War das 2010, als es hier auf amazona.de über den 500-Euro-Juno-Lookalike-Synthesizer gesprochen wurde, und der uns den sehr feinen Tyrell beschert hat? Damals bin ich (wie einige andere auch) davon ausgegangen, dass für 500 Euro ein 6-Voice-Analog-Synthesizer mit 1 VCO machbar sei.
      .
      Inzwischen hat die Welt einige sehr interessante Synthesizerneuigkeiten erlebt. Aber: Die Keyboards hatten nur noch 3 Oktaven (oder 4, wie beim P6 und dem OB-6 hier), und Polyphon heißt im Jahr 2013+ nur noch vier statt sechs Stimmen. Einen Juno 60 für grob 500 Euro wird es also nicht geben.
      .
      Und mit der Erkenntnis im Hinterkopf ist der OB-6 ein echtes Schnäppchen. Er hat sechs sehr ausgereifte Stimmen, reichlich Möglichkeiten diese Stimmen zu formen, und ein robustes Gehäuse. Er scheint ein wirkliches Instrument zu sein, nicht nur ein Tonerzeuger. Und das macht (IMHO) den wirklichen Unterschied.

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        Tyrell  RED 41

        Zitat: „Damals bin ich (wie einige andere auch) davon ausgegangen, dass für 500 Euro ein 6-Voice-Analog-Synthesizer mit 1 VCO machbar sei.“
        Ich glaube dass 1 VCO heute auch etwas sehr dürftig wäre und daher die Feature-Liste deutlich umfangreicher sein wird – und sich damit natürlich auch der Preis erhöht. Aber grundsätzlich ist die Rechnung die du da aufstellst durchaus auch heute noch gültig, wenn man nur in anderen Stückzahlen denkt als das kleine Hersteller können.

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      costello  RED

      Hallo Moogfeld, Deine Wunschliste unterschreibe ich zu 100 Prozent. Vielleicht kann Dave dafür ja auf seine Pro 12-Gehäuse zurückgreifen: 5 Oktaven, Spielhilfen am richtigen Platz, so muss es sein. Und ein Arpeggiator macht doch auch erst im Splitmodus richtig Spaß. Unten blubbert’s rhythmisch und oben legt man eine Fläche drüber oder spielt einen Solosound dazu. Es ist eigentlich so, als ob man 2 Synthesizer hätte. Keine Ahnung, wie viel die 5-Oktavenversion mit 8 Stimmen inkl. Split- und Layermodus kosten würde. Wenn ich mir aber die Preise anschaue, die für Workstations aufgerufen werden, denke ich es gibt schon eine potentielle Kundschaft für hochwertige Keyboards, auch wenn sie – wie im Falle P6 – „nur“ die Sparte analoger Synthesizer abdecken. Das aber auch wirklich feine Art und Weise.

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    Soundreverend  

    Preisbeispiel für einen defekten Matrix 12:

    http://www.....1902308493

    „hängt er sich nach kurzer Spielzeit komplett auf “ und liegt schon bei 2700 Euronen 2 Stunden vor Schluss… Ich meine der sieht ja super aus und die LEDs funktionieren bestimmt noch und das ist ja auch viel Wert im Studio, aber das ist schon ein echter Risikokauf. :)

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    Filterpad  AHU

    Ein Traum an Synth. Klanglich vintage und doch moderner als so manche Neuerscheinung. Klassische Bedienung, Metall und Holzverarbeitung, dunkles finish. Ganz klar einer meiner Top-Favoriten 2016. Aber bei über 3000€ bleibt das vorerst ein Wunschgedanke. Mein Auto verkaufe ich ungern. ;)

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    AMAZONA Archiv

    Wenn die Hersteller so weiter machen, dann werden die alten Kultkisten bald in Rente gehen dürfen und von neuen Ideen abgelöst. Dsi Korg Roland und bald meine persönliche Hoffnung, Behringer!

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      AMAZONA Archiv

      Wer sagt dass die alten Kisten in Rente gehen dürfen/sollen?! Man schmeißt ja auch nicht seine alte, liebgewordene Gitarre weg, abwohl es ein Dutzend neue Gitarren auf dem Markt gibt. So ein Schnulli.

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        changeling  AHU

        Der Vergleich mit der Gitarre hinkt aber, weil sich eine alte Gitarre wesentlich leichter reparieren lässt als ein polyphones Vintage-Analog-Schlachtschiff. Die dort grundsätzlich verbauten CEM/SSM Chips werden schon seit Jahren nicht mehr hergestellt und irgendwann wird auch der N.O.S. Vorrat zu Ende gehen oder defekt sein. Davon abgesehen gibt es auch andere sehr schwer erhältliche Teile wie die Displays von XPander/Matrix 12.
        Aus dem Grund werde ich mir jedenfalls niemals einen solchen Dinosaurier zulegen, auch wenn die um Nuancen fetter klingen.
        In den 80ern hätte man sich um Geräte wie den OB-6 gekloppt.
        Bei Vintage-Verfechtern geht’s dagegen nur noch darum neue Analoge schlecht zu machen habe ich so das Gefühl. Da hätte selbst ein 1:1 Nachbau mit den Original-Bauteilen im Neuzustand wie damals keine Chance.

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          AMAZONA Archiv

          Gott bitte nicht schon wieder diese sinnlosen Diskussionen und Unterstellungen. :P Wer hat hier nur einmal behauptet dass der OB-6 schlecht wäre. Ich ganz sicher nicht. Erstmal lesen und dann schreiben. Aber Behauptungen von Leuten dass die Synths jetzt zum Alten Eisen gehören sind ok oder? Seltsame Moral. Das kommt nämlich auch immer nur von Leuten die sich kein Vintage kaufen können oder wollen. Ist doch ok. Das ist nich für jeden etwas. Wurde schon hundertmal gesagt.

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          Tyrell  RED 41

          Stimmt nicht „changeling“. Hier macht niemand etwas schlecht. Der OB-6 ist eben nur kein OB-Xa. Und wer nunmal sowohl Design als auch Namensgebung aus Vermarktungsgründen ins Rennen führt, der muss sich sehr wohl den Vergleich gefallen lassen. Nicht mehr und nicht weniger. Also Peace :-)

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            changeling  AHU

            Das hatten wir aber alles schon vor 10 Jahren beim Prophet 08. Langsam wird diese Mecker-Leier langweilig. Auch ein Prophet VS war kein Prophet 5. Prophet 2/3000 waren noch nichtmal Synthesizer.
            Und bei der großen Vintage Lobby, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit Lobhymnen auf uralte Schlachtschiffe singen, schadet ein bisschen Gegenwind hier und da nicht.

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            AMAZONA Archiv

            Da muss ich Dir teilweise widersprechen, Peter. Denn der OB-6 trägt weder die Bezeichnung OB-Xa MkII noch z.B. OB-8.2. Wenn diese, ich betone „diese“, Äußerlichkeiten, denn ich vermute Du beziehst Dich auf die blauen Linien und die Art der Seitenteile inkl. Schrauben, als Grundlage herangezogen werden, dann müsste man den OB-6 auch am SEM messen, Stichwort „Potiköpfe“. Ich habe irgendwo gelesen, dass die blauen Linien von Tom Oberheim gewünscht wurden. Was ich auch als legitim erachte, handelt es sich doch um einen DSI OB-6 und wie man sieht, wird dieser „look“ Oberheim zugeordnet. Persönlich hätte ich genau darauf sehr gerne verzichtet. Auf der anderen Seite ist es für die Bedienung nicht nachteilig gewesen.

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    Viertelnote  AHU

    Bei allem Respekt, aber jeder Besitzer
    von alten Synthesizern muss sich eingestehen, daß es inzwischen gute
    Alternativen zu den alten Schlachtschiffen gibt. So sehr ich die alten Klassiker mag, aber ich muß zugeben, daß Vintage nicht das Maß aller Dinge ist.

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      polychrome

      Ich denke niemand bezweifelt ernsthaft das es gute Alternativen gibt, es gibt nur keine adäquaten. So beeindruckend ich jede Neuerscheinung auch finde, so muss ich doch zugeben, das Vintage das Maß aller Dinge bleibt –

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        Joghurt  AHU

        Die Frage ist doch auch, worauf sich dieses Mass bezieht? Michsprechen die „neuen“ Analogen wie Analog Four oder Digitalen wie der OP-1 mehr an.

        Ich sammle zum Bespiel VW Bullis T1 – T3. Nicht weil sie besser sind als die neuen (das sind sie definitiv nicht), sondern weil ich einfach Freude daran habe (und auch daran rumbasteln kann). So ist es doch unter Umständen auch mit den alten Synths. Es spielt keine Rolle ob sie nun wirklich „besser“ sind, solange man daran Freude hat, ist dies Rechtfertigung genug.

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          polychrome

          Da sind wir alle mit Dir, ausschließlich subjektive Schlussfolgerungen sind aber das Salz in der Suppe (oder Wunde) wie ein Solina in einer Skrillex-Bombe

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          filterfunk  

          „Freude“ machen wahrscheinlich fast alle Synths, dass liegt m. E. in erster Linie am Empfinden des Musikers.

          Der Punkt ist: Vintage Instrumente haben einen eigenen Charakter, der nicht so ohne weiteres nachgebildet werden kann, schon gar nicht in der Kombination von Sound und Haptik.
          Und wenn es das genau ist, was den Herzschlag erhöht, ist das eben die Referenz, und somit „das Beste“.

          Die Charakteristik des Oberheim Sounds ist für mich so etwas wie die Referenz, vergleichbar mit dem Klang eines Konzertflügels, dessen Ästhetik zeitlos ist, und somit nie „angestaubt“ sein kann.

          Deshalb fand ich es sehr bedauerlich, dass es so lange keine Oberheims gab.

          Ich werde mir trotzdem keinen Vintage Oberheim anschaffen, da mir ein OB-X(a) zu teuer und zu anfällig ist.
          Das der OB6 Sound in Richtung der Matrix-Serie geht kann ich nur begrüßen.
          Von daher hat die Matrix Serie für mich einiges an „will haben“ Appeal verloren – man möge es mir nachsehen :-D )

          Denn unter dem Strich hört man dem OB6 eines deutlich an: Er hat den Oberheim Sound!
          Und deshalb möchte ich ihn unbedingt haben…… :-)

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        Moogfeld  

        Rationell betrachtet denke ich, daß „Vintage“ jedenfalls nicht automatisch gleichbedeutend mit „dem“ ultimativen Klangergebnis ist. Ich bin ein Kind der 80er Nachpoti-Ära. Damals hatte ich mich auch nach den „unerreichbaren Planeten“ wie Jupiter 8, Trident oder OBX gesehnt, die Reise dort hin konnte ich mir jedoch zu dieser Zeit in keinster Form leisten. Später dann, hatte ich endlich die Gelegenheit meinen Traum in Form eines Elka Synthex auszuleben. Kurzum: finanziell gesehen die größte Studio-Katastrophe die ich je erlitten hatte: klanglich war er ok (aber niemals so galaktisch wie ich es mir eigentlich gedacht hatte), aber das Ding hatte ständig irgendwelche technische Probleme..auf den ohnehin nicht geringen Einstandspreis musste ich hinterher viele DM/€ an Reparaturen noch drauf legen. Der Synthex kam dann wieder weg..heute, rückblickend, vermisse ich tatsächlich die physische Ausstrahlung des Gerätes, also quasi die „Aura“ dieses Giganten. Den eigentlichen Sound jedoch vermisse ich nicht wirklich. Die Butterpads eines modernen Ultranova, der Sound eines KingKorg, Virus TI, oder JP8000, ja auch meines JX8P, DW8000 wenn ich sie durch meinen BIG Sky jage, hätte der Synthex ohne massive Zusatzeffekte so auch nicht machen können – defacto, alles subjektiv, so wenig objektiv zu beantworten wie die Frage: „Warum haben sie ihre Frau geheiratet?“.

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      AMAZONA Archiv

      Wer streitet denn hier ab dass es Alternativen gibt? Ob diese Alternativen allerdings mithalten können und dem Anspruch genügen das liegt allein im Auge des Betrachters.

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        changeling  AHU

        Interessant fände ich ja mal, wenn jemand einen kaputtes Schlachtschiff nehmen würde, den Inhalt komplett raus nimmt und einen Controller samt Computer einbaut, so dass es nur noch äußerlich wie das Original aussieht, innen aber ein VA werkelt.
        Ich wette das würde bei einer guten Emulation kaum jemand bemerken.
        Wäre ich Millionär würde ich mir einen Spaß daraus machen, dass umzusetzen und mit dem Teil auf Synth-Treffen meine Runden drehen und dabei davon schwärmen wie fett das Ding klingt.

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          AMAZONA Archiv

          Welche soll das bringen? Schade um die Zeit. Das ist so ausgelutscht wie das Argument: Im Mix hört man sowieso keinen Unterschied. Gähn.

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          Filterpad  AHU

          Deine Idee hat irgendwie was anmutendes. Dann würde ich aber immer zwei identische Nebeneinanderstellen. Den ersten Original belassen und den zweiten eben Software und nur das Gehäuse darüber geschraubt. Dann diverse Testkandidaten kommen lassen (Profi, Hobbymusiker usw.). Sicherlich ist das Thema inzwischen ausgelutscht aber auf das Ergebnis wäre ich dennoch gespannt.

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            changeling  AHU

            Ja, genau. Warum ist das Thema ausgelutscht? Bei Audiobeispielen behaupten manche Vintage Lobbyisten ja auch gerne entweder man würde es dann auf der Aufnahme nicht mehr hören oder die Klangeinstellung würde einen Vergleich nicht zu lassen.
            Wer felsenfest davon überzeugt ist die Unterschiede hören zu können, müsste sowas doch gerade befürworten.

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              filterfunk  

              Das Thema ist in der Tat müßig, da es am Markt keinen computerbasierenden Synthesizer gibt, der die Eigenschaften eines Hardware Synths besitzt.
              Wenn dem so wäre, bräuchten wir hier nicht darüber zu diskutieren.
              Wen interessiert es denn, was unter der Haube ist?
              Mich jedenfalls nicht…
              Wenn es aber eben doch nur ein verkappter Computer ist, den ich entsprechend pflegen, behandeln und mitschleppen muss ist es für mich eben kein Instrument.
              Da helfen auch alle A/B Vergleichtests nichts.

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                changeling  AHU

                Also interessiert es Dich ja doch was unter der Haube ist.
                „Verkappte Computer“ sind z.B. schon in Kronos und Oasys drin. Die werden von diversen Bands sogar live benutzt. Keine Ahnung, was man da jetzt im Vergleich zu anderen Synthis speziell pflegen müssen soll.
                Emulationen, die es nicht gibt, kann man als Millionär in Auftrag geben.
                Natürlich handelt es sich um ein Fantasie-Szenario, denn ich bin kein Millionär und ein solcher wird sich kaum für solche speziellen Nerd-Themen interessieren.

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                  filterfunk  

                  Ich wüsste nicht, welchen Computer ich mit meinem Kronos separat mitschleppen müsste…
                  Die von Dir initiierte Idee mit dem Vergleich Software versus Analog (“ um die Vintage Lobyisten zu entlarven“) würde nur mit einem hochwertigen plugin auf Standard OS (Win, Mac OS, etc.) Sinn machen.
                  Nur ist das halt kein Instrument, sondern Computer, Software + Peripherie, die man auf Synthese gepimpt hat.
                  Synthesizer mit CPU’s und proprietären OS, wie der Kronos, oder VA’s mit DSP’s können m. E. einen Vintage Synth nicht überzeugend emulieren.

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                    changeling  AHU

                    Ich habe keine Ahnung wie Du auf einen separaten Computer kommst, davon habe ich nie was geschrieben. Vermutlich hast Du nicht verstanden, was ich meinte.

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    moogist  

    Dave Smith weckt mit der Verwendung des (Wieder-) Verwendung des Namens „Sequential“ und den Typenbezeichnungen „Prophet 6“, „Tom Oberheim“ und „OB-6“ bei den Leuten immense Erwartungen. Aber am Ende kommt dann doch wieder nur heraus: Beides sind tolle Synthesizer – aber: mit den „Originalen“ und den daran hängenden Sounderwartungen haben sie nur bedingt zu tun. Dass Dave tolle polyphone Synths bauen kann, hat er hinlänglich bewiesen. Ich würde mir wünschen, dass er die Retrowelle verlässt und einen ehrlichen und zeitgemäßen Synth herausbringt, der nicht vorgibt, so zu klingen wie Synth xyz…

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      changeling  AHU

      Er baut halt was die Leute kaufen wollen und momentan ist Analog total in. Sieht man auch daran, dass es fast keine interessanten digitalen Synths mehr gibt, sowas wie Kawai K5000, Roland V-Synth und Co. Es gibt irgendwie nur noch VAs und Workstations oder Geräte, die sich kaum jemand leisten kann wie Solaris oder Yamaha Montage, die sogar teurer sind als Prophet 6 und OB-6.

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      c.hatvani  AHU

      Nun, mit dem Propheten 6 hat er einen Volltreffer gelandet, der ist kommerziell der erfolgreichste seiner Synthesizer. Und warum das so ist, ist auch nachvollziehbar.

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    AMAZONA Archiv

    Da sich die ganze Diskussion schon nicht mehr nur um den OB-6 hab ich noch eine ernstgemeinet Frage an die ganzen Kenner die hier mittlerweile mitdiskutieren: In welchem neuerem Synthesizer kann man eigentlich noch ein Filter vorfinden, das dem von Xpander / Matrix 12 nachempfunden ist und zwar mit allen Modi (also auch bandpass, allpass, phasenschieber etc). Soweit ich weiss, sind das doch bisher nur der Solaris und die eine Kiste von Modal Electronics die ja irgendwie nicht erhältlich ist (oder etwa doch?)… gibt es da noch andere? Am besten natürlich Polyphon ;)

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      Hallo Marius,

      Wenn es Dir prinzipiell um Filtervielfalt in einem Polyphonen geht, und Geld keine Rolle spielt, wäre der Studio Electronics C.O.D.E. ein Kandidat. Schau mal hier nach – http://www.....nths/code/

      Gruß,
      Peter

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        Vom Klang des CODE und Omega und der unterschiedlichen Filter, war ich schon immer beeindruckt, aber das meinte ich nicht. Ich meinte wirklich dieses Xpander / Matrix 12 Filter. Es hat ja noch Filtertypen abseits des übrlichen Lowpass, Highpass und Bandpass und die würden mich halt jucken. Und natürlich wäre das noch ein großes Plus wenn es ähnlich geschmeidg klingt, wie das im Xpander. Muss keine 1:1 Kopie sein, muss nur geil klingen ;)

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          changeling  AHU

          Also wenn auch digitale zählen (Solaris):
          Die X-Plane Filter von E-mu decken so ziemlich jeden denkbaren Modus ab. Gibt es nur leider nicht mit echten Oszillatoren, sondern nur mit Samples: Morpheus, UltraProteus und die Proteus 2000 Familie.
          Modular gibt es verschiedene Filter, die nach demselben Grundprinzip aufgebaut sind, z.B. von Doepfer A-106-6 und dessen großer Bruder A-107.
          Dave Rossum steigt jetzt ja auch in den Modularmarkt ein.

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            AMAZONA Archiv

            Das E-MU Filter ist wirklich sehr Fett! Geht aber klanglich doch in eine andere Richtung. Hab damals einige Monate einen E-Synth Sampler von E-MU benutzen können. Ich dachte aber wirklich an das Oberheim-Filter und ja digitale zählen für mich auch dazu. Der Solaris ist schon geil, aber ich frag mich eben ob er und der nichterhältliche Modal Synth die einzigen neuen Synths sind, die dieses Filterdesign aufgegriffen haben. Die Dopfer-Version ist auch interessant und gibt es ja sogar mit noch viel mehr Möglichkeiten, aber dann wäre man wieder nur monophon unterwegs. Novation Ultranova ist ja auch sehr interessant, aber klanglich eben an Novation orientiert und nicht an Oberheim…. hmm… Danke für’s bisherige Feedback! Ich denke das ist eher eine Foren-Frage :D

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    Barely

    Also der Anfang vom 1. Demo ist so schön (Musikalisch und akustisch), da hatte ich ein bisschen Pipi in den Augen :)

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        Saxifraga  

        Geh ich recht in der Annahme das „Foreigner – Waiting for a Girl Like You“ bei der ersten Demo Pate stand? :)
        Ich erwartete die Drums einsetzen zu hören, aber sie kamen nicht.
        Haben Foreigner einen Oberheim benutzt? Der Klang auf der Platte ist zwar nicht so stabil und ein bischen anders aber auch wunderschön.

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          AMAZONA Archiv

          Ja, der Sound war so etwas wie eine Vorlage, stammt er doch von keinem Geringeren als, dem damals noch sehr jungen, Thomas Dolby (gleiches gilt für „Urgent“).

          Und es ist kein Oberheim, sondern ein :))

          „And so I’ve used Mini’s a lot over the years but never owned one. The first serious recording I did with one was on the Foreigner „4“ album. I remember Mutt Lange had left for the night, and left me for the night like a kid locked up in a toy shop. And I had six tracks and had to make an intro for „Waiting for a Girl Like You“. And so I made some sort of Eno-esque ambient drones on the front of it. And to my amazement, it stayed! It was quite an odd feeling traveling around in the early eighties and hearing AOR Radio playing this sort of out there…

          [Quelle: http://www.....-winner%5D

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            Saxifraga  

            Cool. Der Sound löst bei mir immer wieder eine Gänsehaut aus, obwohl er eigentlich ziemlich basic ist. :) Aber was ist ein :)) ???
            Ach so! Ein Minimoog soll das sein. Mal sehen ob das mein GForce Minimonsta auch hinkriegt.

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              AMAZONA Archiv

              Ich glaube die grössere Herausforderung wird in dem Fall die richtige Wahl und Dosierung der Effekte. Müsste mir aber das Original nochmal anhören. Kennst Du von Joan Armarding „Walking under ladders“? Den Sound fand ich damals unheimlich gut weshalb ich ihn später am OASYS nachprogrammiert habe – https://soundcloud.com/petermmahr/oasys-al-1-im-lucky

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    anselm  

    Bzgl. Preis:
    Ich kann ihn mir momentan nicht leisten. Wenn man aber einen halbwegs gut bezahlten Job hat, dann finde ich den VK absolut in Ordnung.
    Das sind Instrumente, die man vermutlich 10-15 Jahre benutzen wird, oder aber gut gebraucht verkaufen kann, wenn man keine Lust mehr darauf hat.

    Ich habe mal 3 Webdienste ausprobiert, um den Neupreis des Oberheim OB8 von 1985 (4395$ laut wikipedia) auf heutigen Stand umzurechnen.
    Das Umrechnen kann je nach Methode zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen. Die Tendenz ist aber eindeutig.

    Kurz gesagt:
    Nimmt man an, dass der Neupreis des OB8 von 1985 heute auf 9500$ kommen würde, wären das in € umgerechnet: 8725€

    Im Einzelnen:

    1.
    http://www.....n/infl.cgi

    What cost $4395 in 1985 would cost $9759.10 in 2015.

    2.
    http://www.....ulator.com

    1985: $4395
    2016: $9,677.01

    3.
    https://www.measuringworth.com/uscompare/relativevalue.php

    In 2015, the relative value of $4,395.00 from 1985 ranges from $8,430.00 to $18,100.00*

    *Erklärung:
    If you want to compare the value of a $4,395.00 Commodity in 1985 there are three choices. In 2015 the relative:
    real price of that commodity is $9,680.00
    labor value of that commodity is $9,630.00 (using the unskilled wage)
    income value of that commodity is $13,500.00

  19. Profilbild
    Operation Mastermind

    Ich weiss nicht. Dafür bekommt man (fast) den Xpander. Also das Original. Und der klingt einfach noch sahniger und ist einfach DAS Modulation-Monster. Mit vielen CVs.

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      AMAZONA Archiv

      Ich weiss nicht wer diesen Unsinn aufgebracht hat, aber Matrix und Xpander haben wenig, um nicht zu sagen nahezu nichts mit dem OB-6 gemein.

      Kann man im OB-6 mehrere Wellenformen gleichzeitig auswählen? Nein. Im Gegenzug, können Matrix-12 und Xpander Wellenformen ineinander überblenden? Nein. Filtersektion, schon beim 4Pol steigt der OB-6 aus und das ist ja jetzt nicht gerade das Filter, das am seltensten eingesetzt wird, oder? M/X haben FM, der OB-6 X-Mod. Dann zu den EGs, da wünschte ich mir dass Matrix12/X nur in die Nähe der OB-6 EGs kämen. Letzterem fehlen wiederum Tracking sowie Ramp Generatoren. Wohlgemerkt, ich habe damit nicht gesagt dass der eine besser ist als der andere. Aber lass Dir bitte von niemanden einreden, dass der Xpander „das Original“ ist.

  20. Profilbild
    Thomas Columbo  

    Hab mir letzte Woche den OB 6 relativ günstig ergattert, war lange Zeit skeptisch, da ich den Prophet 6 bereits habe, ob der OB 6 nur eine teurere Variante davon ist. Aber schon nach kurzem Antesten war klar, der klingt überhaupt nicht wie der Prophet 6. Aber vor allem auch OHNE Effekte schon einen Tick besser als der Prophet 6. Ich kann dem Amazona Tester daher nur zustimmen, im Moment sicher der beste Analog Synth!

  21. Profilbild
    Hutmacher

    Hi…..habe mich nach langem hin und her dazu entschieden den Ob-6 Desktop zu kaufen und nutze ihn jetzt seit 2 wochen….der sound ist ohne frage sein geld wert.
    Allerdings finde ich es der absolute hammer in einen synth in dieser preisklasse solche potis zu verbauen.
    Nicht’s….aber auch wirklich gar nichts in meinem studio hat so schlechte potis verbaut wie der OB-6.
    Selbst die NI traktor d2 controller und sogar die elektron kisten haben nicht so wackelige potis verbaut.
    Der Filterpot wackelt inzwischen (nach 2 wochen?)
    so stark das man meint er würde gleich rausfallen….
    Hat jemand erfahrungen mit solchen potis? Werden die nur wackelig bei benutzung oder gehen sie auch kaputt….

    kann ich davon ausgehen das ich den ob-6 jedes jahr 2 mal zur reparatur zum potis tauschen schicken muss?

    Schonmal danke für evtl. antworten…✌?

  22. Profilbild
    DalaiLahmarsch

    Mein erster analoger polyphoner Synthesizer (ich hab mir ordentlich Zeit gelassen). Das Sparen hat sich für mich jedenfalls absolut gelohnt! Hab einige Kandidaten getestet, er blieb am Ende übrig. Klar ist er nicht etwa die erste Adresse für dicke moogige Bässe… aber dafür gibt es Moog, oder?
    Für viel Spaß sorgt auf jeden Fall der Modulationsblock und der LFO… da lassen sich fast schon DX7-mäßige Sachen rauskitzeln. Die Effekte sind bis auf manche Halls top, vor allem Delay, Chorus und die (analoge) Verzerrung.
    Ich liebe ihn. Wer bereit ist, das nicht gerade wenige Geld zu investieren, bekommt möglicherweise alles, was er jemals brauchen wird.

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