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Blue Box: Oberheim Four Voice, Analogsynthesizer


All Time Favorite.

Nachdem im Januar 2011 Oberheim himself unter dem Namen SO4V – SON OF 4 VOICE (siehe Top-News) eine Neuauflage seines Klassiker „Oberheim Four Voice“ angekündigt hatte, sich aber bislang ihn dieser Richtung nicht viel getan hat, möchten wir heute nochmals den Klassiker von 1975 vorstellen.

Four-Voice

 

Es gibt Synthesizer, deren räumliche Positionsveränderung nur mit Hilfe von geschicktem Einsatz des Drehmoments (stückchenweises Wuchten um die eigene Körperachse) und unauffälligen Gewaltausbrüchen möglich ist. Der Oberheim Four Voice gehört in jene Kategorie, ebenso wie der Yamaha CS-80 und Korg PS-3300. Auch ein Yamaha DX-1 wäre hier zu nennen, doch lassen wir die allzu raren Edelteile mal beiseite und nähern uns dem hoffentlich endlich an seinem richtigen Platz befindlichen Four Voice.

SEM – vom Modul zum Monster

Das SEM als solches ist ja eine nette Sache. Ein kompakter Synthesizer in cremefarbenem Design – quadratisch, praktisch, gut! Klanglich nebenbei auch zur “Crème de la Crème” gehörend, spielen diese Instrumente in der Oberliga mit. Ganz oben, dort wo sich diverse Moogs und ARPs tummeln. Als stand-alone Variante ist das SEM ja ganz ok. Auch als Two Voice, denn schließlich kommt hier gleich der feine 8-Step-Sequencer mit dazu. Als Four Voice nimmt das Paket langsam elephantöse Dimensionen an, und von einem Eight Voice wagen wir gar nicht zu sprechen – für dessen Besitz wäre im Grunde ein Waffenschein nötig. Tom Oberheim hat jedenfalls eine hervorragende Produktlinie geschaffen, die bis heute zu den edelsten Errungenschaften der Synthesizergeschichte gehört. Das zeigt sich auch am Gebrauchtmarkt, wo SEMs jeglicher Art mittlerweile Mangelware geworden sind. Wenn es überhaupt etwas im Angebot gibt, dann hat dies meist einen stolzen Preis. 1000,- Euro für ein einzelnes SEM sind keine Seltenheit.

Oberheim Four Voice

Oberheim Four Voice

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Klangbeispiele

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    balpirol

    Monster ja, aber wenig transportabel ?
    Da gibt es wohl andere Polysynths, die weniger/gar nicht transportabel sind CS80,Memorymoog).
    Ein 2/4/8-Voice (der sein Case ja bereits mitbringt) ist aufgrund seines diskreten Aufbaus wesentlich geringer anfälllig.
    Mein modifizierter O4V (ext. Breakout-Box,Cross-Mod pro SEM u.a.) hat keine Transportprobleme.
    Mein Memorymoog war erst dann transportfähig, nachdem er das LAMM-Upgrade erhielt.
    Mein CS80,nun ja… 120 kg….

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    Marko Ettlich RED

    Oberheim – was soll man hierzu weiter sagen als ein Traum in klanglicher wie auch optischer Hinsicht. Ein prähistorisches Urvieh aus längst vergangenen Tagen. Rumschleppen würde ich den sowieso nicht. Einfach Hinstellen und nie mehr vom Platz bewegen. ;) Danke für den Bericht Theo!

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    sonicwarrior

    Zum Thema "Zeitbombe":

    Im SEM sind einige CA3080 OTAs verbaut, die dank RoHS abgekündigt wurden, d.h. nicht mehr hergestellt werden und mittlerweile schon relativ hoch gehandelt werden.

    Diese machen anscheinend einiges vom Klang des SEM aus, können also nicht einfach so mit neueren Chips ausgetauscht werden. Zumal es ausser dem LM13700 eh keine OTAs mehr gibt, soweit ich weiss.

    Im SEMTEX sind jedenfalls auch CA3080 enthalten.

    Der etwas andere Klangcharakter kommt wahrscheinlich durch die nicht 1:1 geklonte Platine, die waren damals ja auch noch von Hand gezeichnet mit schönen Rundungen, statt den heutzutage üblichen eckigen und daher oft parallel laufenden Bahnen.

    Da das bei der heute dominierenden Digitaltechnik egal ist, interessiert sich wohl auch kein Software-Hersteller für die Unterstützung solch "runder" Lötbahnen.

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      DietmarB ••

      achja, wo Du gerade CA3080 sagst, die steckten auch als Filter im Polysynth von Powertran (Elrad-Bauprojekt polyphoner Synth), waren da als 12dB geschaltet.

      Den Vourvoice hab ich bei Supertramp mehrfach gesehen (Breakfast in America Tour, ganz vorne auf der Bühne), die haben das Ding mit einem Eigenbau Pitch-to-Voltage-Converter von Heliwells Saxofon aus angesteuert.

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      swissdoc RED

      Man findet CA3080 aber noch für ein paar Euro ganz leicht im Handel, sogar die uA726 Transistorarrays, die gerne in VCO Designs als temperatur-stabiler Exponentiator verwendet wurden (Formant, Roland, Minimoog, etc.) bekommt man immer noch NOS ohne grosse Probleme. Anders ist es z.B. mit einem SSM 2047, der nur im EMAX verwendet wurde.

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    DietmarB ••

    „Seiner Unbeweglichkeit zum Dank wird der Four Voice selten das Studio verlassen.“

    Nun, das hat sowohl Supertramp als auch Styx (Dennis DeYoung) scheinbar nicht davon abgehalten, dieses Monster mit auf die Bühne zu nehmen. Man kann ihn bei alten Videos auf youtube jedenfalls sehr deutlich erkennen (zB Supertramp 83 München).

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    mdesign ••

    das wort ’schnappig‘ sehen wir nach. ansonsten ein toller artikel: informativ und trotzdem kompakt, mit aussagekräftigen klang-beispielen. danke!

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    Cocoman

    „Das“ legendäre OB 4-Voice Solo….

    auf Youtube ist ausgerechnet dieser Teil des Rockpalast-Konzertes von 1978 leider gesperrt, daher nur Audio: (Solo ab 1:45)

    https://www.youtube.com/watch?v=aC7_LAklaHo

    One of the greatest tragedies in the history of 20th century American popular music was not seeing this unbelievably talented band blow up they way they should have during their prime. Virtually every headliner they opened up for in the late 70s/early 80s was utterly wiped out due to MF’s relentlessly heavy funk-rock assault. They should’ve been at least as commercially successful as the Eagles and Journey on the rock front or Earth Wind & Fire and the Commodores on the R&B/Funk side. They really had all their bases covered back then. Unfortunately, their natural crossover sound was something the record industry just wasn’t ready to roll with so they were relegated to being primarily a regional act here in the States. It was not until they showed up in Germany for the prestigious Rockpalast gig that they finally blew the doors wide open and became an overnight success on that side of the world. Really nice to see their historic performance here on Youtube in its entirety. MF may not have achieved the kind of success they so truly deserved, but their influence on most rock acts that came after them is considerable.

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