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Blue Box: Oberheim Two Voice 1975, Analogsynthesizer

26. Oktober 2019

Luftig, seidig, kraftvoll

Der Oberheim Two Voice von 1975

Von 1975-1979 baute Tom Oberheim seinen persönlichen Lieblingssynthesizer: den Oberheim Two Voice. Beim diesem handelt es sich im Grunde um zwei vollständige SEM-Module, die um Tastatur, Sequencer sowie einige semimodulare Fähigkeiten ergänzt wurden. Welcher Synthesizer-Enthusiast erkennt es nicht 50 Meter gegen den Wind: das charakteristische Cremeweiß der SEM-Module.

Übrigens gibt es seit 2016 von Tom Oberheim selbst den Nachbau des Klassikers. Hierzu findet Ihr auf AMAZONA.de einen eigenen Testbericht – HIER KLICKEN.

Oberheims erster Synthesizer war das allseits bekannte SEM-Modul (Synthesizer Expander Module), das ursprünglich als Erweiterung für den Minimoog gedacht war und 1975 kam ihm die Idee, zwei dieser Module in ein Gehäuse, gemeinsam mit einem simplen Analog-Sequencer und einem drei Oktaven umfassendem Keyboard zu schrauben. Aufgrund der Tatsache, dass sich die Notenpriorität für beide Module einstellen ließ, wurde so eine Duophonie gewährleistet, die mit den Geräten von Moog und ARP zu dieser Zeit noch nicht erreichbar war. Was darauf folgte, war Oberheim Polyphonic im Jahr 1976, ein darauf aufbauendes, modulbasiertes System, mit dem sich bis zu achtstimmig spiel- und programmierbare Synthesizer realisieren ließen – die sogar teilweise Speicherbarkeit besaßen. Der Nachteil war hier allerdings, dass sämtliche Module einzeln überblickt und gestimmt werden wollten – gerade in der Live-Situation ein schwierigeres Unterfangen. Bei unserem zweistimmigen Two Voice mit vier Oszillatoren stellt das zwar noch ein Leichtes dar, so schön die Vorstellung auch ist, diese Module in achtfacher Ausführung vor mir zu haben – die Handhabung dessen stelle ich mir mehr als umständlich vor. Widmen wir uns zunächst den Basics dieses prachtvollen Synthesizers, dem schon Vangelis und Vince Clarke die Klänge der Zukunft entlockten.

Basics – Bedienoberfläche und Fertigung des Oberheim Two Voice

 

Der Two Voice kommt ähnlich wie ein Fender Rhodes in einem praktischen Koffergehäuse daher. An der oberen Kante die Scharniere eingehängt, auf der anderen Seite zugeschnallt, schon hat man einen transportablen Synthesizer in der Größe eines antiquierten Reisegepäckstücks vor sich – der einen robusten und praktikablen Eindruck suggeriert. Gehäusematerial ist wohl ein mit lederartig wirkendem PVC bespannter Pressspan von etwa 1 cm Dicke, Vorsicht walten lassen sollte man somit beim Transport auf alle Fälle trotzdem. In das Gehäuse eingeschraubt sind die in dem Oberheim-typischen Cremeweiß gehaltenen, einzelnen Module mit Metallfrontplatten von beeindruckender Dicke. Eine rustikale Metallquerstrebe, auf der sich das großartige alte Logo des Herstellers befindet, grenzt die Module von der 37 Tasten umfassenden, ungewichteten Tastatur ab. Links neben dieser befindet sich das, was den Two Voice damals zu etwas Besonderem machte: eine Art global Control-Unit, mit der sich sozusagen „global“ beide Module gleichzeitig stimmen und in der Tonhöhe transponieren lassen. Außerdem lässt sich hier die Notenpriorität (sprich: welches Modul erklingt bei Notenbefehl zuerst) und ein Unisono-Modus aktivieren. Als besonderes Schmankerl ließ der Two Voice in dieser Sektion auch das Einstellen des Portamentos für beide Module gesondert zu.

Die SEM-Module am Oberheim Two Voice erklärt

Jedes der beiden Module enthält jeweils zwei Oszillatoren mit Sägezahn- oder in der Breite modulierbarer Pulsschwingung. Außerdem kann aufgrund eines rückseitigen Audioeingangs auch eine externe Klangquelle als Ausgangspunkt für die Klangmanipulation eingeschleift werden. Doch damit nicht genug: Der zweite Oszillator lässt sich per Hard-Sync mit dem Schwingungszyklus des ersten gleichschalten, wodurch sich extrem reichhaltige Klänge erzeugen lassen. Zur Stimmung der jeweiligen Oszillatoren wurden Potentiometer verwendet, die meiner Meinung nach auch heute anstelle von zusätzlichen „Coarse“- oder „Fine Tune“-Reglern implementiert werden sollten. Auf rein mechanische Art und Weise sitzt auf dem „Grund“-Poti zur groben Festlegung der Tonhöhe eines, mit dem sich aufgrund einer eingebauten Übersetzung die Tonhöhe noch einmal feinjustieren lässt. Großartiges, praktikables Fertigungsdesign – das es heute nicht mehr gibt – ich erinnere an dieser Stelle an den Moog One mit ganzen DREI Potis zur Festlegung der Tonhöhe pro Oszillator.

Beide Oszillatoren lassen zudem jeweils entweder eine Modulation der Eingangsspannung wie auch der Pulsbreite zu – als Modulationsquelle für dieses Unterfangen lässt sich frei zwischen einer der beiden pro Modul untergebrachten ASR-Envelopes, dem Dreieck-LFO oder einer externen CV-Quelle wählen. Die Pulsbreite lässt sich zudem pro Oszillator noch einmal fest von 10 bis zu 90 Prozent modulieren. Hat man Sync aktiviert und erstellt per LFO-Einsatz auf dem zweiten Oszillator eine Modulation von dessen Tonhöhe, erhält man eine fantastische, obertonreiche Schwebung. Wie bereits erwähnt, gibt es zwei Envelopes pro Modul, die sich in Attack, Decay und Sustain einstellen lassen. Eine dieser beiden stellt auch die Amplituden-Hüllkurve für das jeweilige Modul dar – es sei denn, man deaktiviert sie mit dem Kippschalter, dann schwingen die jeweiligen Oszillatoren frei, wie es beispielsweise auch der Odyssey konnte. Dronesounds olé! Von dort aus geht es weiter in das subtraktive Modul, für das die meisten die SEMs schätzen und lieben, vielleicht sogar, ohne es zu wissen: das zweipolige Multimode-Filter von Tom Oberheim. Hier lässt sich stufenlos zwischen Hoch- und Tiefpass überblenden oder als Alternative dazu eine Bandsperre aktivieren.

Das Sahneschnittchen: 12 dB/Okt VCF

Das SEM-Filter ist im Allgemeinen für seine Luftigkeit und Durchsetzungskraft bekannt – freut euch also somit auf das Demovideo. In der Filtersektion befindet sich zunächst jeweils ein Potis für Flanke und Resonanzkurve, jedoch lassen sich auch hier wieder Modulationen zuweisen: Per Envelope 2, dem LFO oder externer Signalquelle lässt sich in stufenlosem Ausprägungsgrad die Filtercutoff-Frequenz modulieren. Alles hier Beschriebene existiert zweimal im Oberheim Two Voice – die beiden Module schicken ihre Klanginformationen dann in einen simplen, zweikanaligen Audiomixer (den man definitiv auch schön übersteuern kann), von dort aus geht es in die Mastersektion, von wo aus sich das Summensignal per Line- oder Kopfhörerausgang abgreifen lässt. Wie sich vielleicht schon erkennen lässt, lässt das Gerät trotz seines Alters eine Menge an interessanten Modulationen zu. Was wir noch nicht berücksichtigt haben ist, dass sich erwähnte Envelopes natürlich auch auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen triggern lassen!

Sequencer, Assignments, Sample&Hold und Ein- und Ausgänge am Oberheim Two Voice

8-Step-Lauflicht: der Sequencer am Oberheim Two Voice

Oben links am Gerät befindet sich der niedliche 8-Step-Sequencer, der allerdings mehr in sich hat, als man zunächst vermuten mag. Prepare to get your mind blown. Pro Step befinden sich hier wieder ähnliche doppelte Potis, wie wir sie schon von den Oszillatoren her kennen. Nur hat man hier die Möglichkeit, auch tatsächlich zwei verschiedene Werte zu kontrollieren. Das große „Haupt“-Poti bestimmt die Steuerspannung für Sequenz 1, das kleine darauf befindliche die Tonhöhe für Sequenz 2. LEDs symbolisieren, an welcher Stelle in der Sequenz man sich gerade befindet (Lauflicht). Darunter befindet sich die Assignment-Sektion, hier bekommt man eine Art Modulationsmatrix, in der sich Quellen und Ziele für die Steuerspannungen einstellen lassen. Das Ganze teilt sich auf in drei Kippschalter mit mehreren Positionen: Der erste ganz links definiert die Quelle der Steuerspannung und Gates für Modul 1, der rechts daneben macht dasselbe für Modul 2. Hier kann man festlegen, ob man dem Modul die CV aus dem Sequencer, CV per Sample & Hold oder auf herkömmliche Art und Weise per Steuerspannung aus dem Keyboard schicken möchte – so lässt sich beispielsweise auch ein Modul spielen, während das andere eine Sequenz abspielt. Polyphone Sequenzen lassen sich erzeugen, indem man Modul 1 die CV aus Seq 1 zuweist, Modul 2 die CV aus Seq 2 – Gates kommen aus der eingebauten Clock.

Assignments am Oberheim Two Voice

Rechts neben den zwei Kippschaltern befindet sich noch ein dritter: Mit diesem lässt sich festlegen, wie sich die mit dem Sequencer programmierte Sequenz transponieren lässt – so kann man sie ebenfalls per Notenbefehl transponieren. Rechts daneben befindet sich noch ein gerasterter Drehregler, skaliert von 1-8, mit dem sich die Step-Länge des Sequencers festlegen lässt.

Sample & Hold und Clock des Oberheim Two Voice

Darunter befindet sich die Sample & Hold-Sektion, dessen Range und „Lag“ (eine Art Portamento oder „smoothing“ der S&H-Schwingung) sich anhand zweier Potis einstellen lässt. Rechts daneben befindet sich die Clock-Sektion – hier lässt sich die Geschwindigkeit von Sequencer und Sample & Hold festlegen, externe Clock mag der Oberheim Two Voice leider noch nicht. Der Clou hier: Das Clock-Poti lässt sich herausziehen – und tut man das, kontrolliert fortan Sequencer-Output 2 die Clock-Rate! Je höher man einen CV-Wert von Seq 2 hereindreht, desto schneller springt fortan der jeweilige Step! Ein Jammer: Wenn man das nur irgendwie per externer Clock kontrollieren könnte …

Rückseite

Strom und Sicherung am Oberheim Two Voice

Auf der Rückseite befinden sich immerhin CV- und Gate-Eingänge zum Beschicken von Modul 2 – und auch CV- und Gate-Out von diesem befinden sich hier. Zudem wurde ebenfalls über kleine Klinke noch die externe Quelle realisiert. Neben dem Eingang und der Sicherung für die Stromzufuhr befindet sich hier ansonsten nicht mehr viel. Ich bin mir aber sicher, dass man hier modifizieren könnte, was das Zeug hält – wenn man wollte. Was für eine geniale Maschine. Versuchen wir nun einmal, ihren Klang zu charakterisieren und ebenfalls zu ergründen, wie sich der Two Voice so anfasst.

CV-Ein- und Ausgänge am Oberheim Two Voice

Klang und Nutzbarkeit des Oberheim Two Voice

Der Oberheim Two Voice klingt grundsätzlich seidig, sehr offen, präsent und kraftvoll. Hierfür ist meiner Auffassung nach vordergründig die niedrige Flankensteilheit der großartigen Filter zuständig, die zu jeder Zeit ein paar deftige Obertöne durchlassen. Der Two Voice strotzt nur so vor Kraft und Durchsetzungsfähigkeit, er lebt förmlich. Indem man alle vier Oszillatoren in Unisono nutzt, sie oktaviert oder ein paar Quinten einbaut, kann man sich eine regelrechte Klangwand erschaffen, gegen die kein Model D dieser Welt (jedenfalls, was die Durchsetzungsfähigkeit anbelangt) auch nur eine Schnitte hätte.

Ein weiterer Blick auf die Bedienoberfläche des Two Voice

Aufgrund der Tatsache, dass die oben beschriebenen „Fine“-Regler für die Tonhöhe der Oszillatoren so toll und intuitiv bedienbar sind, kann man mit ihnen bei offenem Gate tonal spielen und mit den vier Oszillatoren „on the fly“ Akkorde bauen. Es tut in der Seele weh, dass sich der eingebaute Sequencer nicht extern durchschalten lässt – dieser ist deutlich mehr zu leisten imstande, als man sich das zunächst vorstellen mag. Ähnlich wie beim Odyssey ist die feste Zuweisung so intuitiv und zugänglich, dass es als Ideengeber förmlich nur so einlädt. Gar nicht zu sprechen von den zweimal 2 synchronisierbaren Oszillatoren.

Das Interface des Two Voice in der Totalen

Macht man genau das, kommen Obertöne zustande, die dem Gerät beinahe Wavetable-ähnliche Klänge entlocken. Fährt man das Multimode-Filter irgendwo zwischen Hochpass und Tiefpass und dreht die Resonanzflanke ordentlich auf, lassen sich „Vovel“- oder „Growl“-artige vocaloide Sounds erzeugen. Die pure Bandbreite an Klängen, die sich dem Oberheim Two Voice entlocken lässt, ist gemessen an dessen Layout und Funktionsumfang kaum vorstellbar. Das Faszinierende ist jedoch, dass er gleichzeizig aufgrund seines immer recht offenen Klangverhaltens einen riesigen Sweetspot bereithält, es ist beinahe unmöglich, aus dem Two Voice etwas herauszubekommen, was im klassischen Sinne „schlecht“ klingt. Monophon, paraphon, Akkorde per Droning, Ansteuern per Sequencer oder Sample & Hold? Hier bekommt man wirklich einiges – auch nach heutigen Standards. Es ist nicht auszumalen, was diese Klangwelt damals für den Käufer eines solchen Gerätes bedeutet haben muss und es fühlt sich an wie ein kleines Privileg, einen Two Voice zuhause haben zu dürfen.

Der Oberheim Two Voice on YouTube

Fazit

Der Oberheim Two Voice ist wieder eines dieser Geräte, das unfassbare Faszination weckt. Gleichzeitig bin ich mir ziemlich sicher, dass diese Emotion ausgeblieben oder zumindest weniger ausgeprägt wäre, hätte man mir die moderne Reincarnation von 2016 vor die Nase gesetzt. Die Imperfektion, das während des Spielens Nachstimmen müssen, das Aus- und Übersteuern der internen Summierung. Er lebt – und lebt und lebt.

Plus

  • Klang
  • Haptik
  • Spielbarkeit
  • Kreativitätsanregung
Forum
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    dilux  AHU

    das video hab ich mir schon vor ein paar tagen angeschaut und war komplett überwältig…was für ein soundmonster!

    das kriegt in dieser präsenz und dynamik kein vst dieser welt hin, da bin ich mir sicher. zusätzlich noch ein sehr informativer artikel – wirklich klasse, vincent!

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      Vincent  RED

      Danke Dilux,

      freut mich dass ich Dir den Samstag versüßen konnte – nicht schwer bei so einer wahnsinns Maschine! ;) Ich bin komplett bei Dir.

      Vince

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    Henrik Fisch  

    Dieses Prinzip, die Stimmen unabhängig von einander programmieren zu können, macht mich auch beim »Vermona PERfourMER« total an. Klar, der hat nur einen VCO pro Stimme, aber das Prinzip dahinter finde ich klasse.

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      Vincent  RED

      Ja, das geht mir genauso. Und nun stell Dir mal nen Oberheim Eight Voice vor – mit acht Stimmen à 2 Oszis! :D

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    psv-ddv  AHU

    Schöner Bericht Vincent. Ich kann das nur bestätigen. Sie Kisten haben das gewisse Etwas.
    Auch Deine Einschätzung zum Two Voice Pro trifft zu. Ich hatte Alt und Neu nebeneinander im Studio.
    Der Neue ist ein sehr guter Synth und insbesondere der Sequencer wurde sinnvoll erweitert (u.A. ratcheting). Auch die serienmässigen Patchpunkte sind eine super Sache. Dennoch würde ich jederzeit den alten Oberheim 2-Voice vorziehen, da er klanglich eindeutig die Nase vorne hat. Die alten SEMs sind Meisterwerke der Synthesizerbaukunst. Da stimmt der Klang einfach von brutal bis subtil.

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      Vincent  RED

      Hey psv,

      ja, ich hatte den neuen mal vor mir gehabt – da fehlt echt einiges zum Original, das kann ich trotz fehlendem Direktvgl. auf jeden Fall auch sagen. Die Kiste müsste nur mal aufgemacht – und um ein paar Informationsgeber erweitert werden. Der Sequenzer lässt sich ja auch manuell durchsteppen – wenn man hier ein Punkt für Gate dranpacken würde – sodass sich der SEQ per Gate durchsteppen lässt – das würd mich schon reichen. ;)

      LG Vince

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        psv-ddv  AHU

        Ich kann nur dazu raten, die nötigen CV/Gate Ein- und Ausgänge nachrüsten zu lassen.
        Das habe ich bei meinen Oberheims auch gemacht.
        Solange man das sinnvoll, vernünftig und reversibel macht, ohne irgendwelche Löcher ins Gehäuse des alten Schätzchens zu bohren hat man auch keine Wertminderung sondern steigert den musikalischen Nutzwert des Instruments erheblich.

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    SynthNerd  

    Ein Synth wie eine Harley-Davidson – zu groß, zu schwer, zu teuer und unhandlich zu bedienen – mit einer Vespa käme man doch auch von A nach B.

    Aber wenn man erst mal den großvolumigen Zweizylinder-V-Motor blubbern hört, dann weiß man: So schön wird eine Vespa niemals klingen :-)

    Schöner Bericht, Danke.

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    iggy_pop  AHU

    Dieser Bericht dürfte — wenn es in der Vergangenheit nicht schon genügend Anlässe gegeben hat — die Preise für Two Voices endgültig in die Stratosphäre treiben. Ein Gerät, das immer unerschwinglicher wird — und ob das Gebotene (zwei SEMs, ein limitierter Sequenzer, Tastatur und tolexbezogenes Holzgehäuse) die Preise rechtfertigen kann, die für Two Voices aufgerufen werden (6.000+ Euro), sei mal dahingestellt in Zeiten, wo Leute auch 10.000 Euro für ein RSF Kobol Keyboard oder einen Syrinx bezahlen.
    .
    Klanglich über jeden Zweifel erhaben, und seit über 25 Jahren auf meiner Wunschliste. Da wird er wahrscheinlich auch für immer bleiben.
    .

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        whitebaracuda  

        Da darf man gespannt sein drauf.

        Bis dahin bastle ich fleissig am eigenen Klon weiter.
        Ein Prototyp eines SEMs läuft bereits.Der Panning Mixer ist in Arbeit.
        Die reinen Materialkosten pro SEM belaufen sich aber etwa auf das doppelte deines vorgeschlagenen Preises ;)

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          Vincent  RED

          Hey – wow!

          Du baust das komplett selbst? Da würden wir bei Amazona uns über einen Gastbeitrag / Bilder oder Klangschnipsel sehr freuen! Chapeau!

          LG Vince

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            whitebaracuda  

            Ja daran hatte ich auch schon gedacht. Wenn das Interesse besteht kann ich dies mal ins Auge fassen. Zeitlich kann, und will ich noch nichts versprechen.

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          SynthNerd  

          Das nenne ich eine gute Nachricht. Wenn der Klang stimmt, gebe ich auch gern 777,- dafür :-) Ich bin sehr gespannt auf die Präsentation deines Nachbaus und hoffe den auf der nächsten Superbooth zu sehen und vor allem zu hören :-)

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            whitebaracuda  

            Hallo SynthNerd,

            Um vorab nicht falsche Hoffnung zu schüren: Ich bin kein Hersteller.
            Es handelt sich dabei um ein rein privates Projekt. Quasi um zu sehen ob ich das überhaupt schaffe. Da alles wie im Original in „through hole“ Technik realisiert und in Handarbeit gelötet wird lohnt sich das auch kaum.

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                  SynthNerd  

                  vielen lieben Dank für die Einladung.
                  Am Bier wird es sicher nicht scheitern. Es bremst nur die Entfernung von 826km. Aber wenn ich mal in der Region unterwegs bin, komme ich vorbei und melde mich vorher an.
                  Eine Präsentation auf der nächsten Superbooth hätte sicher viel Zuspruch.

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                    whitebaracuda  

                    Wahrlich kein Katzensprung die 800+ Km. Das Angebot aber steht und ist durchaus ernst gemeint.
                    Aber Superbooth ist dann ne Nr zu gross für mich. Erst mal Artikel schreiben und zusehen dass der Synth fertig wird;)

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        psv-ddv  AHU

        @ SynthNerd: Dieser Kommentar durfte ja auch hier nicht fehlen.
        Sehr sinnvoll, insbesondere unter einem Artikel in dem der Autor der Magie der 70ger Jahre Elektronik huldigt.
        Noch nicht mal Tom Oberheim kommt mit seiner recht kostenintensiven SEM Neuauflage an die klangliche Qualität der Originale heran. Du meinst doch nicht ernsthaft, nett verpackter chinesischer Eletronikbauteilausschuss im zum Preis von 299€ wäre da ein hoffnungsfroher Silberstreif am Horizont?!

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          SynthNerd  

          Ich bitte um Nachsicht. Die 299 war der Gewöhnung an diese Preisregion geschuldet. Model D, Neutron, K-2, Pro-1 liegen alle in dieser Gegend.
          Man muss doch auch mal träumen dürfen ;-)
          Und manchmal werden Träume wahr. Wer hätte denn vor drei Jahren an einen Model D Klon für 299,- geglaubt?
          Aber ok, wenn ein two-voice Klon 95% er Klangqualität des Originals erreicht, wird der sich auch für 999,- gut verkaufen.
          So und nun träume ich noch bissel vom CS80 Klon für 1555,- …. :-)

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            psv-ddv  AHU

            Ist nicht böse gemeint. Ich würde es Dir und jedem Anderen gönnen, die Traumsynhis so günstig zu bekommen. Meine Erfahrung sagt mir aber dass das nicht passieren wird. Die 95% Klangübereinstimmung sind eine Illusion. insbesondere wenn die letzten 5% entscheidend sind. Viele dieser alten Kisten sind wahre Klangkunstwerke. Die den Synthesisten inspirieren und in eine eigene glückliche Klangwelt entführen können. Das geht ja aus Vicents Artikel gut hervor. Es gibt also abgesehen von dreister Spekulation gute Gründe für die absurd hohen Gebrauchtmarktpreise. Ich habe auch nicht alle Synthis die ich gerne hätte. Damit kann ich leben.

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              SynthNerd  

              Da stimme ich dir 100%ig zu, ärgere mich kurz darüber, vor einigen Jahren meinen MS20 viel zu billig verhökert zu haben und freue mich trotzdem über die vielen interessanten Projekte aus dem Hause B, auch wenn die ihre originalen Vorbilder nie erreichen. (Ich werd das aber nicht mehr sagen, weil sonst werde ich vom iggy noch gesteinigt ;-)

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        iggy_pop  AHU

        Ich will keinen Clone, ich will ein Original. Von Oberheim oder von Tom Oberheim.
        .
        Ich hänge mir auch keine Kunstdrucke on der Mona Lisa aus dem Baumarkt an die Wand.
        .
        Außerdem frage ich mich, wieso eigentlich ständig jeder Depp das B-Wort in die Runde werfen und damit jeglicher ernsthafter Auseinandersetzung mit dem Thema jeglichen Boden unter den Füßen wegziehen muß. Alle schon so durchkonditioniert, oder was?
        .
        „Klingel!“ — „Wuff! Sabber!“
        .

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          SynthNerd  

          Jetzt krieg ich hier mein Fett weg. Und das nur, weil ich Mitleid mit dir und deiner Liste unerfüllter Wünsche hatte.
          Nein, einen Oberheim aus dem Baumarkt will ich auch nicht.

          reWuff, ohne sabber ;-)

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            hejasa  

            Von mir nicht!
            Ich persönlich hänge nicht mehr Träumen nach Originalen nach, die sich genausowenig erfüllen würden wie ein Gewinn im Lotto vor allem, weil unerschwinglich und nicht beeinflussbar. Klone aus dem Baumarkt sind auch nicht mein Ding. Meine Lösung zum Ausstieg aus der Depression oder Warten auf Go… Klone, war und ist Eurorack und die Möglichkeit, sich einen eigenen Synth zu kreieren. Seitdem lebe ich freier und lese Artikel wie diesen und Soundbeispiele mit einem Lächeln und einem ach ja, schön wärs, brauchste aber nicht.
            Die Wahrscheinlichkeit, dass sich zwei Euroracks gleichen und gleich gepatcht sind, ist dabei geringer als ein Lottogewinn mit Zusatzzahl. Ich bin deshalb nicht mehr der Besitzer oder Mann am Moog, ARP und wie sie sonst alle in den Fokus der Begierde gerückt sind oder noch werden! „Der hat `nen Moog, der muss in die Band“, ob der spielen konnte oder nicht, üble Einstellung zum musikalischen Schaffen!
            Der two voice klingt super, ich kannte bislang nur den four aus Konzerten mit Joe Zawinul und den frühen Weather Report.
            Danke für den Artikel, sehr lesenswert!

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    whitebaracuda  

    Hallo Vincent

    Vielen Dank für den tollen Artikel!

    Eine Frage habe ich dazu: Du schreibst dass der Two-Voice eigentlich Paraphon sei.
    Ich ging bisher von Polyphonie aus da jede Stimme über eigene Filter, VCA, LFO und Envelopes verfügt. Wie siehst du dies?

    Viele Grüsse
    ‚cuda

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      psv-ddv  AHU

      Da hast Du recht, der TwoVoice ist zweistimmig polyphon oder auch duophon und darüber hinaus voll multitimbral.

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      Vincent  RED

      Moin Cuda, moin psv!

      Aber sowas von recht habt ihr – neige leider manchmal etwas dazu, ein wenig den Vokabularschatz durcheinander zu bringen – sorry für die Irritation!

      LG Vince

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          SynthNerd  

          Also ich finde „zweistimmig polyphon“ am treffendsten.
          „Duophon“ nennt man auch den Odyssey und der ist definitiv nur paraphon.
          /*Besserwissermodus off*/

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            Vincent  RED

            Irgendwie Haarspalterei oder? Dennoch, denke mal absolut dass hier Polyfonie im klassischsten Sinne werkelt – nur sind beide Stimmen halt dazu noch komplett diskret programmierbar. Man könnte auch sagen, er ist multitimbral. ;) So, ich geh wieder Musik machen! :D

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              SynthNerd  

              gute Entscheidung. Ich freue mich schon auf deine nächsten YT Videos :-) Dein Video am Behringer Odyssey finde ich Klasse.

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              Dirk Matten  RED

              Unter „programmierbar“ versteht man üblicherweise, dass Klangeinstellungen abgespeichert werden können (vgl. programmable synthesizer). Das ist hier nicht der Fall.

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              SynthNerd  

              Einspruch!
              Polyphonie ist nicht das gleiche wie Paraphonie.
              Dies zu unterscheiden ist auch bei zweistimmigen Instrumenten sinnvoll. Und deshalb gibt es zweistimmig paraphone Instrumente, wie z.B. den Odyssey und zweistimmig polyphone, wie den Oberheim two-Voice.

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                Dirk Matten  RED

                Der Begriff „paraphon“ schränkt bekanntlich die Klangformung und Artikulation auf Einstimmigkeit ein, die Oszillatoren können jedoch getrennt angesprochen werden. Das ist der Sonderfall wie beim Odyssey. Der Normalfall von „duophon“ muss daher nicht noch mit dem Begriff „polyphon“ erweitert werden.

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                  SynthNerd  

                  Dieser Logik folgend hätte man den Odyssey nicht als duophon bezeichnen dürfen. Das war und ist aber üblich (obwohl nicht präzise, denn zweistimmig paraphon ist treffender).

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                    Dirk Matten  RED

                    Steht „duophon“ in meinen ehemaligen Preislisten oder Anzeigen? Eine mögliche Sprachregelung wäre „zweistimmig spielbar“ gewesen, was sich dann in erster Linie auf die Oszillatoren bezieht.

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                      SynthNerd  

                      Nein, ich kenne deine Preislisten und Anzeigen nicht.
                      Ich beziehe mich auf Artikel wie z.B. diesen https://www.amazona.de/blue-box-arp-odyssey-vintage-synthesizer-von-1972/
                      Solange wie ich vom Arp Odyssey lese oder höre, ist immer von Duophonie die Rede. Das ist ja auch richtig so. Nur wäre die Bezeichnung „zweistimmig paraphon“ präziser.
                      Sprachlich betrachtet hast du schon Recht: Alles was mehr als eine Stimme bietet ist mehrstimmig. Und zweistimmig polyphon ist somit ein bischen doppelt gemoppelt. Aber um zwischen Polyphonie und Paraphonie zu unterscheiden, hat dieses Sprachkonstrukt trotzdem Sinn. Das ist jedenfalls meine unmaßgebliche Meinung dazu. Und dabei will ich es nun belassen. Weitere Kommentare dazu will hier bestimmt keiner lesen. ;-)

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        ISE500  

        Heisst Duophonie nicht auch, dass man zwei Tasten gleichzeitig spielen kann, während man bei Paraphonie nur eine gleichzeitig spielen kann?

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          SynthNerd  

          Tasten drücken kannst du soviel du willst. Wenn du zwei Tasten drückst, aber nur einen Ton hörst, ist das Gerät monophon. Hörst du zwei Töne, ist es mindestens duophon.
          Paraphonie bedeutet nur, dass alle Stimmen durch die gleichen Filter und Amplifier laufen und deshalb mit gleichen Hüllkurven versehen werden. Es ist quasi ein monophoner Synth, bei dem die Oszillatoren auf mehrere Tasten verteilt werden, um Mehrstimmigkeit zu erzielen.
          Bei echter Polyphonie bekommt jede Stimme eigene Filter, Verstärker und Hüllkurven. Der Begriff Duophonie ist insofern unscharf, als er keine Aussage betreffs Paraphonie oder (echter) Polyphonie trifft.

  7. Profilbild
    TobyB  RED

    Ich hab den ja auf der SB19 angefingert und war sehr angetan vom Hosenflatterbass und dem Druck mit dem die Kiste daherkommt. Und das bringst du sehr gut rüber. Sowas wie der Sequencer fehlt heute, einfach und simpel zu bedienen aber in der Wirkung großes Kino.

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      Vincent  RED

      Du sagst es – der Seq macht wahnsinnig Spaß bei dem Teil! :) Danke fürs drüberlesen/reinhören! :)

  8. Profilbild
    klingend  

    Tja, wer hätte das mal gedacht. Einen Four Voice hatte ich mal vor 20 Jahren.
    Wer weiß, was der heute gebracht hätte – würg…

  9. Profilbild
    whitebaracuda  

    Wow Thomsen,
    Das muss ich mir mit etwas mehr Zeit ansehen.
    Kannte ich tatsächlich noch nicht. Herzliches Dankeschön dafür!

  10. Profilbild
    costello  RED

    Das ist ein fantastischer Synthesizer – seine Klanggewalt ist gut auf Jan Hammers 1975er Album „The first seven days“ zu hören. Und ja, es ist wie Vincent schreibt: Der Nachbau kommt da nicht wirklich ran. Leider sind die alten Oberheim-Synthesizer richtig teuer. Eine Alternative ist der monofone OB-1 von 1978, der noch den alten SEM-Soundcharakter besitzt, sogar den Luxus von acht Speicherplätzen bietet, und – wenn er mal auftaucht – noch halbwegs bezahlbar ist.

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